Omikron: Erster Bildungsminister schlägt Distanzunterricht nach Weihnachten vor

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Angesichts von Befürchtungen einer anstehenden Infektionswelle mit der Omikron-Variante des Coronavirus könnte auf Thüringens Schülerinnen und Schüler erneut Wechsel- und Distanzunterricht zukommen. «Ich schließe Distanzunterricht in den ersten Tagen nicht aus, und dann anschließend auch einen Wechselunterricht», sagte Thüringens Bildungsminister Helmut Holter (Linke). Einen entsprechenden Vorschlag wolle er am Mittwoch dem Kabinett unterbreiten, das dann darüber beraten soll.

Schloss bislang Schulschließungen kategorisch aus: Thüringens Bildungsminister Holter. Foto: Jacob Schröter / Ministerium für Bildung, Jugend und Sport

Zugleich forderte Holter mit Blick auf die Ministerpräsidentenkonferenz eine «Gesamtstrategie» in Deutschland. «Omikron macht mir sehr große Sorgen», sagte Holter. Schulen müssten einen Beitrag dazu leisten, die Kontakte zu reduzieren. «Dieses Virus ist ein rasantes Virus und unheimlich schnell unterwegs», sagte Holter.

Zudem vermittele die Wissenschaft, dass diese Coronavirus-Variante keinen Unterschied zwischen Erwachsenen und Jugendlichen mache. «Alle werden betroffen sein», so Holter. Daher müsse man überlegen, wie man Gesundheitsschutz und Bildung «unter diesen neuen Bedingungen» in Übereinstimmung zu bringen könne.

Holter plädiert dafür, an den ersten beiden Schultagen im neuen Jahr keinen Unterricht anzubieten. Stattdessen sollen sich die Lehrerinnen und Lehrer am 3. und 4. Januar auf die neue Situation an den Schulen einstellen können. Die Weihnachtsferien sollten sie zur Erholung nutzen.

Die Landeselternvertretung (LEV) unterstützt die Pläne des Bildungsministers, wie die Sprecherin Claudia Koch mitteilte. «Nach zwei schulfreien Tagen im Januar müssen wir auch in den Schulen wieder Kontakte reduzieren – mit Distanz und Notbetreuung», heißt es in einer Mitteilung der LEV. dpa

Vor dem Bund-Länder-Gipfel: Debatte um Schulschließungen gewinnt an Fahrt

 

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24 KOMMENTARE

  1. Na, wer hätte das gedacht. Habe ich doch gestern noch an anderer Stelle hier im Forum geschrieben, dass Thüringen wohl als letztes Bundesland reagieren wird…

    • Da hätte ich auch drauf gewettet, so wie das bisher hier lief…

      Vermutlich waren das Getwittere und die daraufhin anstehenden Personalfragen dann doch peinlich genug, um mal nachzudenken.

    • O doch, DU an den ersten Tagen vermeidet das Weitertragen der in den Ferien beim Skifahren eingefangenen Infektionen. Mit Wechselunterricht kamen unsere Grundschüler am besten klar, einen Tag mit halber stärke in der Schule, neues besprechen, Aufgaben für den Tag danach mitnehmen -perfekt.

      • Aha: alle jammern über die Omikron-Variante, aber Skifahren über die Feiertage mit Ansteckungsrisiko, das muss unbedingt sein. Genauso wie die „Clubs“ offenbar lebensnotwendig sind, ihre Schließung bedeutet offenbar das Ende der Kultur des Abendlandes.
        Na dann scheint ja alles noch nicht so schlimm zu sein. 🙂

      • Genau so ist es Marie.
        Vor allem im Wechselunterricht haben meine Schüler mehr gelernt als in Präsenzunterricht. Aber vielleicht ist das bei Studienräten anders als bei Lehrern.

  2. Wow, was für ein vorausschauendes, langfristig nachhaltiges Modell! Neuer Benchmark!
    Gratulation! Ein Plan für die ersten 2-3 Tage nach den Ferien.

    Man müsse sich überlegen, wie man Gesundheitsschutz und Bildung in Übereinstimmung bringt. Ahaaaa?!!! Ahmmmmm?!

    ERST JETZT?!?!?

  3. Wechselunterricht ist eine Katastrophe, für die Lehrkräfte immense Mehrarbeit und das Infektionsrisiko ist ebenso nicht reduziert. Infiziert man sich halt am nächsten Tag. Was soll der Quatsch vom Wechselunterricht?

    Der Virus überträgt sich über Aerosole auch nach 1,5m. Die Abstände brachten etwas beim Wildtyp. C‘mon das hier ist Omicron!

    • @Defence: Also, Sie können doch jetzt wirklich nicht die steil ansteigende Lernkurve, die wir aufgrund unserer pädagogischen Fähigkeiten regelmäßig bei unseren eigenen Schülerinnen und Schülern beobachten dürfen, von einem Kultusminister erwarten… das wäre eine völlig falsche und unerfüllbare Erwartungshaltung!

  4. Seit Lockdown 1 lernt keiner, der was zu regieren hat, dazu. Die Fehler aus den bisherigen Lockdowns und Distanzunterricht werden stets und ständig wiederholt. Warum kapiert es keiner, die was zu „melden“ haben, das bei Aufhebung der Maßnahmen, alles nachgeholt wurde, was verboten war aufgrund angeblicher Ansteckungsgefahr. Die Kinder sind die größten Verlierer des Coronageschehens. Schämt euch!

  5. …soll an den ersten beiden Tagen im neuen Jahr kein Unterricht angeboten werden – übersetzt: die brauchen wir KuMis, um auf die dann eingetretene Situation reagieren zu können und das zu kommunizieren, denn wir kommen ja selbst erst aus dem Skiurlaub- oder was soll das? Wann werden sie diese zwei Ferientage den SuS und KuK wieder wegnehmen? Und wie wollen sie ihr Gesicht wahren, denn die Schulen sollten ja nicht mehr geschlossen werden?
    So eine Unfähigkeit

  6. Kurz: Zwei Tage Vorbereitung auf „Distanz[unterricht] und Notbetreuung“, damit schulischerseits festgestellt werden kann, wieviel SuS in die Notbetreuung kommen („Kontakte reduzieren“). Für die Lehrer ist „Weihnachtsferien genießen“ also jetzt ein Euphemismus für „Vorbereitung des Distanzunterrichts“, daher auch die Ankündigung VOR den Weihnachtsferien, damit zwischen den Jahren genug Zeit dafür bleibt.
    Dennoch allen Beteiligten ein Frohes Fest …

  7. Dieser Mensch kassiert seinen Lohn vom Steuerzahler und schädigt sie . Eltern müssen arbeiten um Miete zu zahlen . Er bekommt sein Geld auch wenn er zu Hause ist . Denken diese Politiker über solche Entscheidungen auch Mal nach. Dieses einseitige denken diese Menschen sollen gebildet sein. Wenn das studieren ist dann sollten sie Mal in die Praxis gehen das sie Mal was lernen und nicht nur ihr unwissen mit Theorie .

  8. Es geht wohl lediglich um zwei Tage. Das ist natürlich absolut nicht ausreichend. Das reicht nicht mal, um Infektionen, die an Silvester passieren, vor Schulbeginn festzustellen. Also zu früh gefreut, was Vorsicht betrifft.

    • „Thüringer Schüler sollen in den ersten beiden Tagen nach den Weihnachtsferien nicht in die Schule gehen. Das teilte Bildungsminister Helmut Holter mit. So sollen Kontakte auch in Schulen reduziert werden.
      Thüringer Schüler sollen in den ersten beiden Tagen nach den Weihnachtsferien nicht in die Schule gehen. Das teilte Bildungsminister Helmut Holter mit. Grund sei die Omikron-Variante. Die Warnungen der Experten vor einer Omikron-Infektionswelle müssten sehr ernst genommen werden und Thüringen müsse sich darauf vorbereiten. Er plane daher, den regulären Unterricht an den Schulen an den ersten beiden Schultagen des neuen Jahres auszusetzen, um nach den Weihnachtsferien Kontakte zu minimieren, sagte Holter.
      Weitere Schritte solle das Kabinett am Mittwoch im Einklang mit der Ministerpräsidentenkonferenz beschließen. Laut Holter werden die Schulen an beiden Tagen eine Betreuung für Schüler bis zur Klasse sechs anbieten. In Förderschulen und -zentren sollten alle Jahrgänge beaufsichtigt werden. Eltern sollten von dieser Möglichkeit aber nur in dringenden Fällen Gebrauch machen. Für die Zeit danach sprach sich der Bildungsminister gegenüber der Deutschen Presse-Agentur für Wechselunterricht aus.“
      https://www.mdr.de/nachrichten/thueringen/schule-distanz-unterricht-bildungsminister-holter-100.html

  9. Lieber Herr Holter,
    Warum morgen? Darf ich darauf hinweisen…morgen ist letzter Schultag…ein Teil der Schüler nutzt die Aussetzung der Präsenzpflicht? Wie organisieren wir das logistisch, organisatorisch und planerisch?
    Weiß den wirklich niemand im Kultus wie Schule funktioniert und eine Grundschule erst recht? Diese Entscheidung hätte aufgrund der Zahlen längst stehen können…
    Übrigens…..unsere ist digital noch in der Steinzeit…sprich Ausstattung. Warum?
    Ich bitte um Wertschätzung der Leistung von Lehrkräften aller Schularten und das bitte auch mal gaaaannnzzz deutlich und laut.
    Wir sind nicht die Buhmänner der Nation.

    • @Weihnachtsengel
      „Weiß den wirklich niemand im Kultus wie Schule funktioniert und eine Grundschule erst recht? Diese Entscheidung hätte aufgrund der Zahlen längst stehen können…“

      Sein Name ist Programm. Das war eine klassische Holter-dipolter-Entscheidung.

  10. Ausgerechnet Thrüringen fordert Maßnahmen für die ganze BRD. Irgendwie ärgert mich das. Wir in Bayern waren mit die ersten, die wieder zur Makenpflicht im Klassenzimmer zurückgekehrt sind, haben FFP2 Masken beim Einkaufen, für Schüler fast lückenlose Testungen und noch andere Maßnahmen. Wir haben gesehen, dass dadurch die Werte gefallen sind.
    Ja dann, wenn man es zu lange laufen lässt, wird es wieder auf dem Rücken der Kinder ausgetragen. Ich schreibe hier nur für die Grundschüler, weil ich da unterrichte. Wir sehen jetzt schon deutlich die Auswirkungen des fast 2 Jahre unregelmäßigem Präsenzunterrichts – sowohl sozial als auch im Bereich der Schüler als Lernender. Wenn nochmals so etwas kommt, möchte ich lieber nicht wissen, was für eine Gesellschaft wir uns da heranziehen. Wir können jetzt schon die verlorene Zeit in der Schule kaum kompensieren.
    Wenn bei uns Schüler in Quarantäne und somit in den Distanzunterricht müssen, weinen sie. So sieht es nämlich in den Grundschulen aus!

  11. Das kann doch nicht wahr sein!!!

    Nachdem am 22.12. verkündet wurde, dass am 3. und 4.1.22 kein Unterricht stattfindet und Distanzunterricht ab 5.1. bis 14.1.22 Distanzunterricht, lese ich gerade auf der Seite des Thüringer KM, dass
    am 3. und 4.1. Distanzunterricht erfolgen soll.

    So, nun muss ich noch in den Ferien (die wir lt. Holter zur Erholung nutzen sollen) noch diesen vorbereiten!!

    Und ab dem 5.1. kann plötzlich jede Schule machen und entscheiden, was sie will! Wollen die uns verar…en? 🙁

    siehe: https://bildung.thueringen.de/aktuell/schulbetrieb-im-januar-2022
    und Allgemeinverfügung dazu:
    https://bildung.thueringen.de/fileadmin/2021/2021-12-28_TMBJS_Allgemeinverfuegung_Kita-Schule-Jugendhilfe-Sport.pdf

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