Bald auch in Niedersachsen: Alle Lehrer sollen A13 bekommen (versprechen die Parteien) – GEW: „Überfällig“

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HANNOVER. Gut 450 Euro brutto im Monat bekommen niedersächsische Lehrer an Gymnasien bisher in der Regel mehr als ihre Kollegen an anderen Schulformen. Nach der Landtagswahl im Herbst dürfte sich das ändern.

Umgeschwenkt: Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) Foto: Niedersächsische Staatskanzlei / Holger Hollemann

iele Lehrer fordern es schon lange, jetzt sind sich auch die großen Parteien einig: Wer an einer Grund-, Haupt- oder Realschule unterrichtet, soll in Niedersachsen künftig dasselbe verdienen wie ein Lehrer am Gymnasium. Bisher gibt es das Einstiegsgehalt der Besoldungsstufe A13 mit rund 4.230 Euro brutto im Monat in der Regel nur für Gymnasiallehrer. Die Stufe A12 liegt mit rund 3.770 Euro deutlich darunter. Entsprechend hoch wären die Mehrkosten – von 189 Millionen Euro zusätzlich pro Jahr geht das Kultusministerium schätzungsweise im Falle einer Angleichung aus.

Zur Einordnung: In diesem Jahr sind für Lehrkräfte, aber auch Schulleitungen und pädagogische Mitarbeiter an den allgemein bildenden Schulen bereits rund 3,95 Milliarden Euro als Personalkostenbudget veranschlagt. Knapp fünf Prozent kämen mit der Anhebung noch einmal oben drauf.

«Grund-, Haupt- und Realschullehrkräfte studieren inzwischen gleich lange und leisten in gleichem Umfang den Vorbereitungsdienst»

Im Wahlkampf nun sind auf einmal trotzdem alle dafür. Die SPD, die CDU, die Grünen und die FDP – alle haben sie die Bezahlung nach A13 in ihren vorläufigen Wahlprogrammen verankert. «Wir machen Schluss mit dem Unterschied zwischen den Schularten», verspricht beispielsweise die SPD, die das Kultusministerium bereits seit 2013 führt. Und die CDU, die den Kultusminister in den zehn Jahren zuvor stellte, begründet das Vorhaben damit, «die Studienzeiten und Wertschätzung auch in der Besoldung zum Ausdruck» bringen zu wollen. Beide stellen eine schrittweise Umsetzung in Aussicht.

Rund 70.000 Lehrerinnen und Lehrer sind derzeit an Niedersachsens Schulen tätig – gut ein Drittel davon an den Gymnasien. Die Frage nach der Bezahlung ist dabei auch eine Geschlechterfrage: Denn während Frauen über alle Schulformen hinweg mehr als 70 Prozent der Lehrkräfte ausmachen, sind es an den Gymnasien nur rund 60 Prozent.

Die Bildungsgewerkschaft GEW, die A13 für alle schon seit Jahren fordert, sieht in dem nun erreichten politischen Konsens einen Erfolg der Gewerkschaftsarbeit. «Doch Zusagen bedeuten noch keine Rechtsverbindlichkeit. Wenn die Umsetzung nicht mehr im Rest dieser Legislaturperiode gelingt, muss das unmittelbar nach der Landtagswahl erfolgen», appelliert Landeschef Stefan Störmer an die Politik.

«Die gleiche Bezahlung aller Lehrämter ist deshalb so dringend, weil die schlechter bezahlten Schulformen die größten Personallücken und Nachwuchssorgen haben», sagt er. «Grund-, Haupt- und Realschullehrkräfte studieren inzwischen gleich lange und leisten in gleichem Umfang den Vorbereitungsdienst. Sie sind damit absolut gleichwertig. Die Beseitigung dieser Ungerechtigkeit ist überfällig.» News4teachers / mit Material der dpa

Gericht billigt geringere Bezahlung von Grundschullehrern – „sachgerecht“

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Allex
4 Monate zuvor

Dann wäre NRW bald das einzige Bundesland, was Realschullehrern A12 zahlt. Na ja mittlerweile ist klar, wo die Reise hingeht.
A13 für alle. Aktuell steht Niedersachen schon besser da als NRW, da dort für A12er eine Zulage gezahlt wird, um die Schieflage wenigstens ein bisschen abzumildern.

lehrer002
4 Monate zuvor
Antwortet  Allex

Das ist so nicht korrekt!

  1. In NRW wurde A13 bereits im Wahlkampf vor einigen Monaten angekündigt. Aktuell hoffen alle darauf, dass Wüst und Neubaur auch für eine zügige Umsetzung sorgen.
  2. A12 mit Zulage ist nicht höher als A12 ohne Zulage in NRW, da die Besoldung in NDS insgesamt geringer ist.
Allex
4 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

Das ist mE falsch. Habe in Niedersachen A12 Stufe 6 mit der 94 Euro Zulage mit meiner NRW A12 Stufe 6 verglichen. In NDS sind wir bei 3310 vs 3270.

Und zu 1: das ist mir bekannt, allerdings sehe ich bei einem SPD geführten Land eher die Chance als bei schwarz/grün, auch wenn ich der glücklichste Mensch wäre, wenn es doch eintreten würde.

lehrer002
4 Monate zuvor
Antwortet  Allex

Das mag sein. Wenn man aber die Einstiegsbesoldung vergleicht, ergibt sich ein anderes Bild:
NRW: 3.824,06€ + Weihnachtsgeld vs. NDS: 3.774,08€ + kein Weihnachtsgeld
Somit ist die Besoldung in NDS nicht wirklich höher…

Marie
4 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

NRW hat kein extra Weihnachtsgeld mehr, dass ist ins Grundgehalt „eingepreist“.

Allex
4 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

NRW bekommt kein Weihnachtsgeld

Allex
4 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

Ausserdem hast du die A12 Zulage extra für Leher gar nicht mitberechnet. Nur darum ging es mir -> das selbst in Niedersachen durch eine 93 Euro Zulage gefühlt mehr an Grund- und Sek 1 Lehrer gedacht wird als in NRW. Die bittere Wahrheit

Allex
4 Monate zuvor
Antwortet  lehrer002

Ausserdem sehe ich da noch eine Sonderzahlung von 300 Euro. Also bitte schon bei der Wahrheit bleiben

Fragend
4 Monate zuvor
Antwortet  Allex

Was kriegen die hessischen Lehrer?

bittegerne
4 Monate zuvor
Antwortet  Fragend

In der GS A12

Marc
4 Monate zuvor

Der Lehrberuf müsste der bestbezahlteste Beruf in Deutschland sein und die klügsten Köpfe des Landes anlocken.
Wann begreifen die Politiker endlich dass Bildung die wichtigste Qualifikation des Lebens ist und ein Motor im globalen Kampf um neue Technologien und Erfindungen. Wirtschaftskraft braucht kluge Kinder. Kluge Kinder werden gute Steuerzahler. Aber irgendwie verstehen viele den Zusammenhang noch nicht

Carsten
4 Monate zuvor
Antwortet  Marc

Meines Erachtens reicht es nicht, zu den klügsten Köpfen zu gehören (Intelligenz), es gehört auch eine adäquate (Aus)Bildung dazu. Ein Gymnasiallehrer, dessen Ausbildung an der Uni inzwischen nur noch knapp zwei Jahre länger gedauert hat als die eines Grundschullehrers, ist lange noch nicht da, wo er sein muss, um Schüler zum höchsten Schulabschluss zu führen. Nicht wenigen Referendaren fehlt es inzwischen an Fachwissen.

sabine
4 Monate zuvor
Antwortet  Carsten

Meines Erachtens müssen die klügsten und sehr gut ausgebildeten Köpfe auch als LuL arbeiten wollen! Ich beobachte das Geschehen an den Schulen meiner Kinder mit großer Sorge. In diesem Jahr muss ich sagen: es ist unerträglich, wie viel schlechten Unterricht (immerhin fällt dieser nicht aus, wegen Krankheit, unverschiebbarer Termine, Konferenzen, LuL-Ausflug, Abitur, Abiturkorrekturen, Digitalisierung,…) die SuS erleiden. Oberstes Ziel: Noten erteilen. Dafür brauche ich keine hellen Köpfe, auch keine gute Ausbildung. Um gute Bildung zu erteilen, dafür braucht es schlaue Köpfe. Aber das scheint in den Hintergrund gerückt zu sein. Dann kann ich mir auch A13 sparen.

Georg
4 Monate zuvor
Antwortet  sabine

Die klügsten Menschen des Landes sind aber auch klug genug, sich nicht unter den aktuellen Bedingungen bei der aktuellen Bezahlung als Lehrer verheizen zu lassen.

sabine
4 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Warum sollen nicht kluge Leute fürstlich bezahlt werden, wenn es doch Klugheit braucht, um den Beruf ausüben zu können bzw. wenn man die klugen braucht?
Ich denke, das ist das Problem: so kommen wir nicht weiter. Auch A13 hilft nichts, wenn semi-motivierte LuL ihre Zeit mit Nicklichkeiten verschwenden, anstatt sich dafür einzusetzen, dass gute Bildung erteilt wird und sich die Strukturen ändern. Und ja, Strukturen ändern heißt auch: raus aus dem Komfort und ggf. liebgewonnene Selbstverständlichkeiten in Frage stellen.
Aber generell wäre es höchst interessant, welche Motivatoren junge Erwachsene zum Lehrberuf bewegen. Gibt es da etwas aktuelles?

Allex
4 Monate zuvor
Antwortet  Carsten

In den meisten Bundesländern ist die Semesterzahl = 10 für alle Schulformen… solltest du wissen

marc
4 Monate zuvor
Antwortet  Carsten

Es geht doch darum dass wir den Beruf so unattraktiv machen, dass quasi

  • jeder durchkommt durch die Ausbildung. Zur Not durchgeschoben.
  • Seiten und Quereinsteiger eingestellt werden müssen.

Wir setzen den Kindern dann allen ernstes teilweise Leute ohne jedes Examen vor. Und das sind nicht mal wenige Leute. In Berlin waren es etwas mehr als ein Drittel? Müsste nochmal nachschauen.
Dabei sind gute Lehrer heute so wichtig wie noch nie. Wir verschenken so viel Potenzial und lassen Schule zur Betreuung verkommen. Der Rest wird mit Noteninflation kaschiert.
Durch den massiven Mangel in NRW in Grundschule und SEK1 wurden teilweise Studenten und Refis durchgezogen, die ich nicht mein Kind unterrichten sehen will. Aber der Mangel macht es erfoderlich. Wir brauchen auch bei Lehrern wieder eine Selektion und vor allem ein Werben um die besten Köpfe. Denn außer Kinder hat unser Land nicht viele Ressourcen zu bieten.

Bla
4 Monate zuvor
Antwortet  marc

Viele Seminare sind sowieso fragwürdig. Dort macht es meiner Meinung nach wenig Sinn, ein Referendariat anzubieten.
2 Jahre Berufserfahrung > Referendariat … Oftmals eher vergeudete Zeit und Nerv. Da müsste sich an einigen vielen Stellen eindeutig was bewegen, wenn man auf das „Ausbildungssystem Referendariat“ setzt.

Karolina Z.
4 Monate zuvor
Antwortet  marc

Vielleicht haben sich ja auch die allgemeinen Rahmenbedingungen geändert. Ich denke, der Beruf war noch nie attraktiv für ambitionierte helle Köpfchen. Keine fachliche Weiterentwickung, bis auf Lehrplanänderungen jahrein, jahraus das Gleiche. Keine starke fachliche Führung, keine förderliche disziplinarische Führung, keine Möglichkeit, persönlich zu wachsen und Innovationen voranzutreiben. Attraktiv war (und wird es vermutlich bleiben) diese Beruf vor allem für diejenigen, die Sicherheit, Verlässlichkeit und ein guten (ja! Immernoch. Vermutlich sogar sehr gutes!) Einkommen bei gleichzeitiger „Unsichtbarkeit“ (i.S.v. nicht im Fokus, nicht ständig bewertet, nicht im Wettbewerb mit anderen) bevorzugen. Das Hauptargument für Frauen damals („Den Beruf kann man PRIMA mit Familie vereinbaren. TZ ist locker möglich, nachmittags ist man bei den Kindern und die Ferien hat man auch immer Zeit!“) bricht wegen zunehmender Unattraktivität der Rollenverteilung (auf die sich auch das Schulsystem stützt!) immer mehr weg.
Vielleicht sollte der Lehrberuf ein durchlaufender Posten sein. Von der GS über andere Schulformen hinzu einer Verwaltungstätigkeit am Ende des Berufslebens. Dann hängen die demotivierten Alten nicht an den Schulen rum und niemand kann sich beschweren, dass in der Administration/Verwaltung niemand Ahnung vom echten Lehrberuf hat.

Palim
4 Monate zuvor
Antwortet  Karolina Z.

Der Beruf ist ein guter für viele ambitionierte helle Köpfchen, die in vielen Bereichen gut sind, da man viele Fächer übernehmen und unterrichten kann. Lehrkräfte entwickeln sich weiter, treiben Innovationen voran (wer sonst?) und finden viele Tätigkeitesfelder, in denen sie sich engagieren können.
Wer Sicherheit und Halbtag sucht, springt spätestens nach dem ersten Praktikum ab.
Wer Teilzeit nimmt, nimmt in Kauf, weit mehr als das zu arbeiten, da nur der unterrichtliche Teil die Halbzeit abbildet, alles darüber hinaus gilt als unteilbare Aufgabe und muss wie in Vollzeit übernommen werden. Das belegen Arbeitszeitstudien und wer sich informiert und daraufhin einen Beruf auswählen möchte, wird nicht ins Lehramt gehen, sondern einen, wo Teilzeit diese bedeutet und entsprechend der Arbeitszeit vergütet wird.

Vorstellbar wäre, dass man innerhalb des Lehramtes mehr Möglichkeiten hätte, die vielen Tätigkeiten auf mehr Schultern zu verteilen und generell unterschiedlich zu gewichten.
Lehrkräfte, die fachlich qualifiziert sind, aber nach 20 oder 30 oder 40 Jahren im Schuldienst nicht mehr die Kraft haben, in Vollzeit schwierige Klassen zu führen, könnten andere Aufgaben übernehmen, die auch bewältigt werden müssen: Sozialraum, Gutachten/ Diagnostik, Förderung, Herausforderung, Fachleitungen, Sammlungen, Wettbewerbe, Organisation und vieles mehr.
Alternativ könnte man genau dafür weiteres Personal einstellen, das aber entsprechend zu qualifizieren wäre oder aber von den Lehrkräften angeleitet würde (Kooperationszeiten vorausgesetzt).

Fragend
4 Monate zuvor
Antwortet  Carsten

Das bestätige ich! Ich sehe sehr viele angehende Lehrer die nur funktionieren und sonst nichts mitbringen. Ich würde kein Lehramtstudium mehr anbieten, sondern nur die Möglichkeit quer einzusteigen und das auch nur mit einer Fortbildung.

DerDip
4 Monate zuvor
Antwortet  Carsten

Ja, die Lehrer von morgen sind die Schüler von gestern. In diesem Zusammenhang stelle ich mir gerade die Frage, ob die Ausbildung früher so viel besser war. Wenn ein Schüler sein Referendariat jetzt mit z.B. 23 Jahren beginnt, hat er sein Abitur 2017 gemacht und die Schule seit 2005 durchlaufen – unterrichtet von den bisherigen Lehrern. Das Ergebnis sieht man jetzt.

DerDip
4 Monate zuvor
Antwortet  Marc

@Marc: Nein, die besten Gehälter sollte es an den Lehrstühlen an den Universitäten geben. Und zwar in Forschung und Lehre. Die wissenschaftlichen Mitarbeiter, die die Lehrer ausbilden haben oft nur befristete Angestelltenvertäge und sind somit schlechter gestellt als ihre Studenten nach dem Referendariat sein werden.
Ansonsten bin ich bei Ihnen. Der Lehrer Beruf sollte so attraktiv sein, dass man z. B. für die Oberstufe gute Leute aus der Wirtschaft anwerben kann, die an einem gewissen Punkt ihrer Karriere was anderes tun möchten. (z. B. für Informatik oder Wirtschaftswissenschaften oder Chemie). Ich kenne einige, die darauf Lust haben und bereit wären dafür Gehaltseinbußen in Kauf zu nehmen, allerdings unter den gegeben Bedingungen und Hürden dazu nicht bereit sind (die Gehälter für auch fachlich hochqualifizierte Quereinsteiger sind besonders niedrig, da keine Verbeamtung niedrige Einstufung wegen fehlendem Lehramtsstudium – da hilft auch ein Doktor Titel nicht ).

G. P.
4 Monate zuvor
Antwortet  Marc

Aus der Praxis: Mein Mann (inzwischen im Ruhestand) hat ein Gymnasium geleitet und seine fertig ausgebildeten Referendare immer zu ihrem künftigen Lebensweg befragt. Eine Referendar (Fächer Mathematik und Physik) teilte ihm mit, dass er nicht in den Schuldienst gehen wollte, er hätte ein Stellenangebot aus der Wirtschaft. Sein Gehalt wäre dort doppelt so hoch wie im Schuldienst.

sabine
4 Monate zuvor
Antwortet  G. P.

An der Uni verstehen die meisten allerdings auch noch nicht das Renten-/Pensionssystem. Ganz ehrlich: klar sind die Bruttogehälter höher. Aber schnell ist man aus dem Tarif rausgefallen (es gibt auch viele „unechte“ ATler, die eigentlich noch im Tarif sein müssten, es aber nicht mehr sind), kann keine Überstunden abfeiern, reist viel, etc. Betriebliche Altersvorsorge gibt es nur noch begrenzt, die meisten Rentenpläne sind geschlossen, weil den Firmen das Geld ausgeht. Was als Netto rauskommt, blicken doch die meisten gar nicht. Wenn man dann noch in Betracht zieht, dass nicht wenige (ich will jetzt nicht sagen die meisten, wobei es vermutlich die meisten sind) Akademikerinnen nach Geburt des ersten Kindes nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurückkehren können, weil aus betrieblichen Gründen keine TZ angeboten werden kann/will, sieht das ganze nicht mehr ganz so rosig aus. Eine erneute Jobsuche setzt eine hohe Mobilität voraus, Wartelisten oder Wunschorte kann man vergessen.
Und an die Rente denkt eh niemand, der sich gerade in der Uni-Cafeteria einen Kaffee holt.

Realist
4 Monate zuvor

450 Euro mehr im Monat. Klingt viel, gleicht in diesem Jahr aber nur etwas mehr als die Inflation aus, die bei ca. 8 Prozent liegt, da dank des „grandiosen“ TV-L-Abschlusses 2022 praktisch eine Nullrunde für alle im öffentlichen Dienst der Länder Beschäftigten vorliegt (nein, die lächerlich Einmalzahlung ist KEIN Inflationsausgleich, das es nur eine EINMALzahlung ist)…

Also: Die GHR_Lehrkräfte stehen am Ende des Jahres dort (falls die Erhöhung auf A13 kommt), wo sie effektiv auch letztes Jahr schon standen, alle anderen haben 8% EinkommensVERLUST.

Schüler
4 Monate zuvor
Antwortet  Realist

8% Verlust ist nicht dasselbe wie 8% mehr.

Realist
4 Monate zuvor
Antwortet  Schüler

Unschärfe von 0,6%. Kauf dir einen Taschenrechner!

Markus Webber
4 Monate zuvor

Die dualen Studiengänge zum Rechtspleger oder Verwaltungswirt haben mehr als genug Bewerber, da diese Studien mit ca. 1.300 Euro pro Monat bezahlt werden. Ein solches duales Studium sollte auch für Lehramtsstudiengänge eingeführt werden. Dann erledigt sich der Lehrermangel schnell.

Realist
4 Monate zuvor
Antwortet  Markus Webber

Machen wir doch aus dem Lehramt einen Ausbildungsberuf. Dann wird die Ausbildung auch bezahlt und es reicht ein Realschulabschluss. So kann man den Lehrkräftemangel noch stärker mindern. Wozu muss eine Lehrkraft heutzutage mehr wissen als die Schüler? Steht doch alles im Internet.

Die Abiturprüfung kann dann ja von externen, freiberuflich tätigen Wissenschaftlern zu Tagessätzen von 1000€ aufwärts abgenommen werden. Abitur-Korrekturen werden dann pro Stück abgerechnet, inkl. Gutachten sollten 500€ passen.

Derdiedas
4 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Also um eine pädagogisch herausfordernde Arbeit in einer Kita zu leisten, reicht eine Ausbildung. An Grundschulen muss ein 5 jähriges Studium + 2 Jahre Referendariat her. Wie erklärt man da die Diskrepanz? Fachlich sicherlich nicht, pädagogisch aber schon?

Warum ist ein duales Studium keine Option? Wir wollen doch keine Fachidioten sondern praxiserfahrene Leute. Sonst wird hier doch auch jeder Professor für XYZ als Fachidiot betitelt, der aus seinem Elfenbeinturm schreit.

Mathematik ist fachlich das anspruchsvollste Fach. Ohne Sekundarstufe 2 halte ich ein vertieftes Mathematikstudium jedoch für überhaupt nicht nötig. Würde man da gezielt Änderungen vornehmen, gäbe es auch keinen Mangel in diesem Fach an Schulen.

Georg
4 Monate zuvor
Antwortet  Derdiedas

An meiner Uni war das SEK I-Studium im Vergleich zu meinem SEK II-Studium fachlich überhaupt nicht vertieft. Und dennoch hatten die Studenten massive Probleme damit.

Allex
4 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Haha. Hast natürlich den
Optimalen Einblick in beide Studiengänge, du Schlaumaier…

In NRW sind die Inhalte 80% identisch…

Fakten sind Hate
4 Monate zuvor
Antwortet  Allex

Das ist falsch. Schau dir die Modulhandbucher der beiden Studiengänge an.

Alleine im Fach Mathematik überschneiden sich nur die wenigen Didaktikveranstaltungen.

Hier eine Informationsquelle:

https://www.mathematik.tu-dortmund.de/de/studiumlehre/studiengaenge/lehramt_studium.html

superIdee
4 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Bin dabei. Wir dürfen die Abiturprüfungen für eine private Schule korrigieren und dann auch abrechnen. Die Stundesätze, die da angesetzt werden, liegen deutlich unter dem Mindestlohn.
Aber purzen zu gehen, ist dann halt doch nicht so schön.

Bla
4 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Markus schlug ein duales Studium vor. Sie reagieren darauf mit dem dualen Ausbildungssystem … Bitte unterscheiden.
Kenne einige (FH) Freunde, die ein duales Studium gemacht haben mit Bachelor/Master Ingenieur/Elektronik usw. Mit Sicherheit haben die genug Fachwissen und Praxiserfahrung, sonst wären sie nicht auf ihren jetzigen Stellen besetzt.

Es wird immer von „zu wenig Praxis“ berichtet und kritisiert. Die logische Schlussfolgerung wäre ein duales STUDIUM (ebenfalls Wissenschaftlich fundiert). Gerne das (oftmals nutzlose) Referendariat dafür abschaffen und 4 Semester das Studium ausweiten. Dafür eben auch besoldet. (Denken Sie, dass dort viel Fachwissen dann verloren geht?)

Viele Unis bereiten einen doch gar nicht auf Klausurenerstellung und -korrekturen vor … Das könnte man im dualen Studium auch viel sinnvoller und Praxisorientierter einbetten.

Georg
4 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Mache ich. Mindestens 50000€ brutto für drei Wochen Arbeit ist ein guter Deal.

Realist
4 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Tja, hättest mal nicht auf Lehramt sondern was Vernünftiges studieren sollen…

Marie
4 Monate zuvor

Na, da wünsche ich den niedersächsischen Kollegen, dass es nicht wie in NRW, wo A13 seit 5 Jahren versprochen wird, nur bei Ankündigungen bleibt.

Lanayah
4 Monate zuvor
Antwortet  Marie

Ich schätze, das wird so sein. Und die Philologen glauben das mit Sicherheit auch. Ansonsten wäre hier bereits die übliche Neiddebatte zugange, die bei diesem Thema hier immer aufkommt.

Frager
4 Monate zuvor

Wird in DE nicht nach Tätigkeit entlohnt?
Ich finde es skandalös, dass einige Lehrer als Vertretungslehrer angestellt werden, aber nur eine E6 Entlohnung erhalten. Nun kann man sagen dass Vertretungslehrer nur vertreten, aber dass ist nicht richtig. Wenn ein Lehrer für ein Jahr vertreten wird, dann ist es ein Schuljahr mit vollem Programm.

Georg
4 Monate zuvor
Antwortet  Frager

Beispiel? E11 ist das Niedrigste mir bekannte an staatlichen Schulen.

V-Lehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  Georg

Ich werde mit E6 entlohnt.. und ich kenne viele die mit E6 entlohnt werden, da wir kein Lehramt studiert haben und nur eine Ausbildung nachweisen kommen. aka „Seiteneinsteiger“

Stoffknäuel
4 Monate zuvor

Was ist eigentlich mit den angestellten Lehrern? Da wird eine Angleichung noch nicht einmal in Erwägung gezogen.

Palim
4 Monate zuvor

Wenn man sich so einig ist, hätte man es ja schon umsetzen können.
Wollte man aber nicht.

Könnte man auch jetzt noch umsetzen, die Wahl ist ja erst im September und erst gestern gab es eine Nachricht, dass so viel mehr Steuern eingenommen worden wären.

Und wieder einmal verstehe ich die GEW nicht, die sich zurückzieht und abwartet und das alles prima findet.
Nein, überfällig bedeutet, dass man es nicht auf die lange Bank schieben soll, sondern direkt fordern sollte. Innerhalb der derzeitigen GroKo kann man gemeinsam einen Beschluss fassen und danach zur Wahl antreten. Also eine Wahl-Empfehlung durch Taten, statt Wahl-Versprechen, deren Umsetzung vage bleibt. Siehe NRW.

Realist
4 Monate zuvor
Antwortet  Palim

„Und wieder einmal verstehe ich die GEW nicht“

GEW war schon immer das Schoßhündchen jeder roten Landesregierung…

Martin Bodewell
4 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Unter den schwarzen war die gew auch nicht spürbar.

Martin Bodewell
4 Monate zuvor

Für die Kollegen freut es mich, aber wie immer werden die Lehrer für Fachpraxis vergessen oder jedenfalls nicht mit aufgezählt. Wer nicht weiß wer wir sind. Dreieinhalb Ausbildungsjahre in einem Handwerksberuf, dann noch ca zwei Jahre Meister bzw Technikerschule. Außerdem wird eine Berufserfahrung mit zwei Jahren gefordert und das Seminar müssen wir auch noch machen. Ich unterrichte zur Zeit acht Stunden in den Realschulen das Technikprofil. Außerdem werden wir in den Hauptschulen, Schulen für benachteiligte, und Sprachförderschulen eingesetzt. Dann haben wir die Schüler der ehemaligen Sonderschulen bei uns. Schüler ohne Hauptschulabschluss aber auch Haupt- und Realschüler in den Berufseinstiegsschulen und Fachschulen. Dann unterrichte ich noch Berufsschüler mit schweißen, CNC Technik, Robotertechnik, Steuerungstechnik, dreh- und Fraßtechnik usw. Dann hat mein Berufsstand mit 27,5 Wochenstunden wohl mit die höchste Unterrichtsverpflichtung. Dazu kommt der sehr große Aufwand Unterrichtsmaterialien, Maschinen- und Geräte zu besorgen und zu unterhalten. Da geht es nicht um ein paar Bögen Papier und ein paar scheeren. Da geht es um Tonnen von Stahl (15000€/Jahr), Ausschreibungen z.b. für Fräsmaschine in Höhe von 500000€ Viele von uns sind in den berufsschulen Sicherheitsbeauftragte oder nehmen noch andere Aufgaben war. Mir gehen die Nackenhaare hoch wenn wir vergessen werden. Da würde ich aus der SPD und gew austreten.

Realist
4 Monate zuvor
Antwortet  Martin Bodewell

Handwerk hat goldenen Boden… aber nicht an den Schulen. Selbstständig machen und darüber lachen, was Lehrer so verdienen…

Martin Bodewell
4 Monate zuvor
Antwortet  Realist

Ich bin seit 1999 in den berufsschulen als Lehrer tätig. Seit da hat sich vieles für uns negativ verändert. Wegfall vom 13. Gehalt und Urlaubsgeld, viel weniger Leistungen der Beihilfe usw. Alles haben wir so hingenommen. Wenn man jetzt aber von allen Lehrern in Niedersachsen spricht, darf es da dann auch keine Ausnahme geben. Die im MK scheinen von uns FP-Lehrern gar keine Kenntnis zu haben. Das haben wir bei den Corona Regelungen und Maßnahmen ja schon gemerkt. Da kam von Herrn Tonne für uns oft nur ungenügend zuende gedachte Maßnahmen. Von Berufsschulen scheint es da keine Vertretung zu geben.

Sissi
4 Monate zuvor
Antwortet  Martin Bodewell

Ob die die FL und FOL überhaupt auf dem Plan haben ?
Von der Vergütung her bin ich mir nicht sicher: FL bekommt A12 und FOL A13?
Stundenmaß und Drumherum mit Vor- und Nacharbeiten, nicht zu vergessen –
Praktische und theoretische Leistung
, auch pädagogisch in allen Schulen fordernd, müssten Grund genug sein !

Martin Bodewell
4 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Wir Fachpraxislehrer sind mit A9 und eventuell Mal A10 eingestuft. Das ist so wenig wie keine andere Lehrerschaft und das bei 27,5 Stunden.

Sissi
4 Monate zuvor
Antwortet  Martin Bodewell

Das ist….unterirdisch…..2fach bitter.
Ein Freund (BAY) erzählte mir gestern noch, an der BS gibt’s für FL A10/11 ( vlt noch für Seminarvergangenheit A12)
Schon das ist für das Gesamtleistungspaket, das ansteht, unverschämt……..und Sie haben recht, BS und damit Fachlehrer
( Höherer Dienst läuft wie GymnasialLuL ) hat anscheinend keiner auf dem Plan, vlt sieht man gerade noch FOS, BOS, FAK/ Abituralternativen.
Doch an der BS werden die Fachkräfte, die mangeln, mitausgebildet, was soll das ?

Martin Bodewell
4 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Vor allem sind wir stundenweise für den Technikunterricht an die haupt-Real-Oberschulen abkommandiert. Da können wir unterrichten weil die Schulen das nicht leisten können, nach der Eingruppierung dürften wir das dann ja auch nicht. Ich mach das schon über zehn Jahre ohne eine Anerkennung.
Mich nervt da die Überschrift von diesem Artikel. Wenn das nicht wirklich für alle kommt, Ist das schon diskriminierend finde ich. Und was ist mit den Angestellten Lehrern? Die werden auch nicht mit aufgezählt.

dickebank
4 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

Fachlehrer in BY sind eine Besonderheit. Dort kann man mit Realschulabschluss (FOR-Q) in bestimmten Fächern eine „Ausbildung zum Fachlehrer“ absolvieren, die rechtlich kein Hochschulstudium bzw. PH-Abschluss ist sondern in etwa mit einem Fachwirt/Techniker oder staatlich geprüftem xyz gleichgesetzt werden kann. Der Abschluss kann maximal einem Bachlor-Degree gleichgesetzt werden.
Vor diesem Hintergrund ist die Eingruppierung aus meiner Sicht okay, da sie den sonstigen Regelungen im ÖD entspricht.

Martin Bodewell
4 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

So in etwa ist es in Niedersachsen auch. Nur stimmt dann die Überschrift nicht. Es sind dann ja nicht alle Lehrer, das würde sonst bedeuten wir LfP sind keine. -Diskriminierend. Außerdem wenn ich sehe was alles so mit Hochschulstudium als Lehrer rum läuft, kann das ja nichts dolles sein. Die sind ja alleine kaum lebensfähig. – bitte nicht so ernst nehmen, gibt auch viele gute. Wenn wir als Lehrer in den Schulen eingesetzt sind, ist es für alle in Ordnung, aber wenn wir auch die dazu gehörige Anerkennung wollen sind wir ja nicht genug qualifiziert. Da dreht man es sich, wie man es braucht.

Sissi
4 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Was ich erfragt habe: An der BAY- BS gibt es schon immer FL für die Praxis; diese müssen ihren Meister (nur im Notfall/keiner da geringere Qualifikation) mit einem Jahr Pädagogik/Psychologieausbildung ergänzen.

Martin Bodewell
4 Monate zuvor
Antwortet  Sissi

In Niedersachsen sind wir im Ländervergleich als LfP am niedrigsten eingestuft. Es läuft zur Zeit eine Petition mit ausreichend Unterschriften zur Angleichung an die anderen Ländern. Wir werden sehen was da passiert.
Ich möchte aber auch einen konstruktiven Vorschlag machen. A9 bei Einstellungen, A10 nach dem Seminar und Probezeit, A11 Ziel der Laufbahn, A12 bei dauerhafter Übernahme von Klassenlehrerschatz in Vollzeitklassen und Einsatz im Theorieunterricht, A13 Bildungsgangsleitung bei Vollzeitklassen.
Das ist so wie bei der Bundeswehr. Da gibt es den Fachdienstoffizier der mit uns vergleichbar ist. Da erreichen max 6% die A13. Der entscheidende Punkt ist, das es möglich ist und das die jetzigen Lehrer mit Hochschulstudium sich bei uns nicht mehr mit den Vollzeitklassen beschäftigen müssen. So kommt es zur Entlastung der Kollegen und dem Lehrermangel wird etwas entgegen gewirkt.
So gewinnen alle und fühlen sich auch nicht benachteiligt.

Pjotr
3 Monate zuvor

Hm, was ist eigentlich dann mit dem Abstandsgebot, das aus §33 GG abgeleitet werden muss?

Andreas Nötzel
7 Stunden zuvor

ich glaube nicht daran ,alles nur leere Versprechungen von Weil und co . bei keiner öffentlichen Diskussion wurde dieses bestätigt .leere Wahlversprechen .weil hat schon viel versprochen ,und dann nicht gehalten .für Lehrer und Bildung hat er und Tonne noch nie viel getan.