Bundesweiter Warnstreik von Beschäftigten der Sozialarbeit – Mittwoch sind Kitas dran

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Beschäftigte der Sozialarbeit haben am Montag bundesweit vorübergehend ihre Arbeit niedergelegt. Es war der Auftakt einer bundesweiten Warnstreikwelle im Tarifkonflikt der Sozial- und Erziehungsberufe. Die Gewerkschaft Verdi möchte so den Druck auf die kommunalen Arbeitgeber vor der dritten Verhandlungsrunde am 16. und 17. Mai in Potsdam erhöhen. In Baden-Württemberg haben sich nach Verdi-Angaben rund 900 Beschäftigte beteiligt – bundesweite Zahlen lagen nicht vor.

Die Sozialarbeiter sowie die Kita-Fachkräfte fordern eine Aufwertung ihrer Berufe. Illustration: Shutterstock

In den vergangenen Wochen hatte es bereits regional zahlreiche Arbeitsniederlegungen gegeben. Den Beschäftigten der Sozialarbeit sollen dann am Mittwoch die in Kitas und dem schulischen Ganztag folgen und am Donnerstag die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Behindertenhilfe.

Verdi führt die Verhandlungen gemeinsam mit dem Beamtenbund dbb, auf der anderen Seite des Verhandlungstisches sitzen Vertreter der Vereinigung der kommunalen Arbeitgeberverbände (VKA). Karin Welge, Präsidentin und Verhandlungsführerin der VKA, kritisierte die Warnstreiks. «Nach Jahren der Pandemie und enormen Herausforderungen für Elternteile und Familien ist das Vertrauen in die Daseinsvorsorge ein hohes Gut, das nicht durch unverhältnismäßige Streiks belastet werden sollte.»

Die Gewerkschaften fordern für die rund 330.000 Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst neben einer besseren Bezahlung auch attraktivere Arbeitsbedingungen – beispielsweise mehr Zeit für die Vor- und Nachbereitung von Erziehungsarbeit. Die Tarifverhandlungen waren zuletzt am 22. März ergebnislos vertagt worden. dpa

Statistik zum Kindergartentag: 93 Prozent des Kita-Personals sind weiblich (und unterbezahlt?)

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Angelika
22 Tage zuvor

Wurde noch nichts freigeschaltet oder gibt es nach einem Tag immer noch keinen Kommentar? Während an den Unikliniken für den Tarifvertrag Entlastung unbefristet gestreikt wird, wissen die Erzieherinnen wohl noch nicht so recht, was sie vom Streik des Sozial- und Erziehungsdienstes halten sollen.

Der Erziehermangel ist derart hoch, dass es eine Entlastung der Fachkräfte nur geben kann, wenn weniger Kinder betreut werden. Das ist ganz einfache Mathematik. Weniger Kinder im Kreis – mehr Platz und Zeit für jedes einzelne Kind und weniger Stress und abgestandene Luft im Gruppenraum für alle.

Chronische Missstände – wie in den Pflegeberufen! – nun also auch in Krippen und Kitas. So wird sinnvolle Arbeit selbst den Gutmütigsten vermiest. Alles, was Landessache ist, muss vom jeweiligen Bundesland verändert werden… Dochanstatt auf längst überfällige Verbesserungen vorbereitet zu sein, wird hinter den Kulissen vermutlich schon geplant, wie man Kitas an private Träger abgeben kann, die unter Tarif bezahlen.