„Es geht nur gemeinsam“: Warum die Eltern (mit)verantwortlich sind, wenn Schülern die Motivation im Unterricht fehlt

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STUTTGART. Der Philologenverband Baden-Württemberg hat am Wochenende eine Grundsatz-Debatte losgetreten: Er plädiert für die Rückkehr zum Leistungsprinzip im Unterricht. «Was wir an unseren Schulen brauchen, und was gar nichts kosten würde, ist die klare Ausrichtung: „Leistung muss sich wieder lohnen“», meint Vorsitzender Ralf Scholl (News4teachers berichtete) – was zahlreiche Reaktionen im Leserforum hervorrief. Eine davon stammt von Lehrkraft „Ça me fatigue“. Wir dokumentieren den überaus lesenswerten Post hier noch einmal prominent.

„Nicht nur die Lehrerschaft ist für Motivation zuständig. Eltern müssen diese zuhause fördern.“ Illustration: Shutterstock

Ça me fatigue, 10.07.2022 um 17:26 Uhr

Wenn man heute so dreist ist, Leistung von den Schülern zu fordern, bekommt man Ärger mit den Eltern, dass das alles zu viel ist. Dabei geht es nicht um irgendwelche utopischen Forderungen, sondern einfach nur um fachliche Basiskompetenzen. Da wird im Unterricht nicht mitgemacht oder es wird nicht zugehört, wenn Fragen, die von den Schülern kommen, beantwortet werden und es wird generell nicht gelernt, weder in der Schule noch zuhause.Wozu auch? Google weiß doch alles … Viele Eltern verteidigen dann ihre Kinder: „Das konnte ich auch nicht, als ich in der Schule war“.

Und Schüleräußerung: „Was der Lehrer sagt, verstehe ich sowieso nicht … die Nachhilfe kann das besser erklären.“ Ende der Aufmerksamkeit. (Da weiß ich dann sofort, wie zuhause über Lehrer geredet wird, wenn die Kinder daneben sitzen.)

Wo, bitteschön, soll denn da die Motivation zum Lernen herkommen? Ach ja, ich erinnere mich, …. vom guten, spannenden Unterricht. Den würde ich gerne machen, wenn man mich machen lassen wollte … wenn jemand zu interessieren wäre.

Wenn die Noten die einzige Motivation sind, wird nur saisonal gelernt und dann schnell wieder vergessen

Ab und zu passiert das tatsächlich, dann wird Leistung erbracht, ohne darüber nachzudenken. Ganz entscheidend hierbei ist jedoch die allgemeine Situation, die Schülerzusammensetzung, die „Störfaktoren“, die Raumsituation, die Ablenkungen, etc.

Wenn ich ständig nur dem Lehrplan hinterherhechte, damit ich Leistungsnachweise erzeugen kann, aus denen ich dann Noten machen kann, die so wasserdicht sind, dass ein Anwalt sie nicht anzweifeln kann, dann habe ich nicht die Muse, nicht die Nerven und nicht die Zeit für solche „Extras“, die spannend wären (zeitaufwändig und nutzlos für den Lehrplan).

Die häufigste Frage der SuS ist: „Wozu brauche ich das?“. In den naturwissenschaftlichen Fächern ist diese Frage oft mit nur viel Zeitaufwand zu erklären, da heutige Prozesse, von denen wir alle umgeben sind, viel zu komplex für den Wissensstand der Mittelstufenklientel ist um darin die Basiskompetenzen wie z.B. Bruchrechnen aufzuzeigen. Versucht man sich, dann troztdem dieser „Ich bin voll unmotiviert“-Frage zu stellen, die, wenn man sie richtig beantwortet, Motivation erzeugt, ist schnell eine Doppelstunde um, man hat über Gott und die Welt geredet, die Kinder waren interessiert, aber man ist im Stoff für die nächste Arbeit um keinen Schritt näher gekommen. Das erzeugt Stress für die nächsten Stunden.

Das Problem ist: Ohne Motivation geht nichts dauerhaft in die Köpfe. Wenn die Noten die einzige Motivation sind, wird nur saisonal gelernt und dann schnell wieder vergessen. Das führt zu nichts. Viele Schüler können bereits nach einer Woche nicht mehr sagen, über welches Thema die Arbeit ging.

Das ist in den Naturwissenschaften das Urteil zum Scheitern. Wenn ich beim Sprachenlernen nur einen Teil der Vokabeln kenne, kann ich oft trotzdem den Sinn des Textes erfassen. Wenn ich in den Naturwissenschaften die verschiedenen Lösungsstrategien nicht parat habe, kann ich die gestellten Probleme nicht entsprechend analysieren und den Strategien zuordnen. Ich bin also zum Scheitern verurteilt.

Hinzu kommt, dass immer mehr die Meinung herrscht: „Wenn ich das Ergebnis nicht sofort sehe, kann ich es nicht lösen.“ Ein „Herumprobieren“, sich zwischendrin in falschen Lösungen verlieren, von vorne anzufangen, nicht aufzugeben und schließlich Erfolg haben, weil es doch klappt, … das lässt die heutige Schülerschaft kaum zu. Der Gedanke: „Ich darf Fehler machen, das gibt keine schlechte Note, im Gegenteil es bringt den Unterricht voran“ ist den heutigen Schülern fremd. Sie fühlen sich einem falschen Leistungsdruck ausgesetzt.

Zunächst ist da die Erwartungshaltung der Eltern. Angst vor dem Scheitern ist ein schlechter Ratgeber. Dann ist da noch die oft „verschobene“ Eigenwahrnehmung der SuS. „Wieso habe ich mündlich eine 4? Ich habe mich doch in einigen Stunden jeweils einmal gemeldet!“. Eine 4 ist „ausreichend“. Die wenigen mündlichen Meldungen zu zählen und zu den anderen Zeiten bestenfalls nur den Sitz anzuwärmen, ist höchstens ausreichend!

Und … Ich befürchte, das kommt auch daher, dass die heutige Strategie, Wissen zu vermitteln, nicht die Wege eindeutig vorgibt (so, wie Verhaltensregeln, die eindeutig sein sollen), sondern dass die Wege selbst gefunden werden sollen oder zu viele Möglichkeiten angeboten werden, dass der Schulalltag hauptsächlich aus Zettelwirtschaft besteht. So sieht es dann auch in den Köpfen aus. „Was wir letzte Stunde gemacht haben? Keine Ahnung …. ich war nicht da …….. achso, ja, ich war doch da … Sie haben Recht ….. Sie haben mir aber das Arbeitsblatt nicht gegeben …. ach doch? …. ach ja: ich habe es zuhause vergessen ….. aber bearbeitet habe ich es!!!!! ……. was drauf stand? ….. keine Ahnung ….. aber ich gabe es bearbeitet!!!“

Üben bedeutet, dass ein Vorgang so lange wiederholt wird, bis man nicht mehr darüber nachdenken muss. Das ist heute aber verpönt

Das verbraucht aus meiner Sicht bei den Grundlagen zu viel Zeit (irgendwie herumstochern und doch kein brauchbares Ergebnis) und führt nicht zum gewünschten Lernerfolg … im Gegenteil: die Schwächeren werden in ihrem Gedanken (“ … sag ich doch …. kann ich nicht …“) bestärkt. Das führt zu Demotivation. Erfolg führt zu Motivation. Ergo: wir machen die Aufgaben einfacher und … schwupps …. sind wir da, wo wir heute sind.

Das EinÜBEN von Grundlagen ist das A und O für die SPÄTERE Kompetenz, diese alle miteinander vernetzen zu können. … man beachte, das Wort „Einüben“ kommt von „Üben“. Üben bedeutet, dass ein gewisser Vorgang so lange wiederholt wird, bis man nicht mehr darüber nachdenken muss. Das ist heute aber verpönt. Nur leider kenne ich kein anderes Konzept dafür.

Keine Übung führt zu Unsicherheit und zu Überforderung … egal, ob wir über Inklusionskinder, Haupt-, Real-, Gymnasialkinder oder Hochbegabte sprechen. JEDER kann nur mit dem arbeiten, was vorher irgendwie im Kopf gelandet ist. Dann kann auch jeder in seinem Niveau arbeiten, aber nur, wenn die Betreuung engmaschig ist (wovon wir meilenweit entfernt sind).

Ich kann auch keinen Berg besteigen wenn ich nicht vorher gelernt habe, irgendwie stolperfrei zu laufen. … und das lernen die Kinder im Übrigen von selbst: sie eifern Eltern, Geschwistern, Freunden … nach. Ein aufgeschlagenes Knie ist da kein Hindernis. Und da sind wir wieder beim Elternhaus …

Conclusion: Ohne Motivation ergibt auch Leistungsbewertung keinen Sinn. Ohne sinnvolle Bedingungen kann Motivation nicht stattfinden. Dazu gehören auch gegenseitiger Respekt und angemessene Umgangsformen. Nicht nur die Lehrerschaft ist für Motivation zuständig. Eltern müssen diese zuhause fördern.

ES GEHT NUR GEMEINSAM!!!!!

Nachtrag: Motivation kann bereits gefördert werden durch …

  • … Interesse am Schulalltag des Kindes (Was habt ihr heute denn gemacht? Das klingt ja interessant … kannst du mir das erklären?)
  • … nur positive Gespräche über die Schule (bei Anwesenheit der Kinder).
    Bei Problemen den Lehrer direkt ansprechen, sachlich und freundlich – zunöchst ohne Kind.
  • … nur positive Gespräche über die Lehrer (bei Anwesenheit der Kinder).
    Bei Problemen siehe Punkt vorher.
  • … Vorleben von Streitkultur (wir gehen nicht sofort aufeinander los, wir besprechen das Problem in Ruhe, vielleicht ist es ein Missverständnis? … wir formulieren keine Vorwürfe, wir bleiben sachlich … usw.)
  • … positive Gedanken (das Kind ist nicht mit bösen Gedanken geboren worden ..
    es hat vermutlich Probleme, auf die es aufmerksam machen möchte ohne es zu wissen) Anmerkung: das kostet seeehr viel Energie, wenn es mehrere solche Fälle in der Gruppe gibt
  • … stets die Fortschritte loben, auch wenn sie klein sind und gleichzeitig darauf pochen: ich bin mir sicher, das kannst du noch viel besser (geht auch nur in kleinen Gruppen oder bei Einzelfällen)

… usw. News4teachers

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kanndochnichtwahrsein
2 Monate zuvor

Genau so ist es!
Leistung ist nichts Verderbliches, muss auch Schüler nicht verbiegen, vergewaltigt sie nicht, sondern bringt – im Sinne von Üben, investieren, engagieren – am Ende, wenn man sich drauf eingelassen hat, wenn man sich persönlich engagiert und bis zum Ende durchgehalten hat, erst die Grundlage für weiteres, dann leichteres Lernen, für alles, das später im Leben kommen könnte. Nach der ersten Klasse kommt die zweite, nach dem Abi das Studium, die Ausbildung, danach der erste Job…
Ohne persönliche Betieligung geht da nichts. Das ist immer so. Auch in der Natur. Würden die kleinen Schwalben sonst fliegen lernen? Würden die Welpen lernen, in ihrer Familie zu leben?
Das geht jedem Kind so beim Laufenlernen, beim Radfahrenlernen – aber beim Schreibenlernen, beim Einmaleins soll es ohne eigene Mühen und auch ohne Fehlversuche gehen??? Und das noch mit „moralischer Unterstützung“ der Eltern? Das wäre so, wie wenn Schwalbeneltern untätig drauf warten würden, bis die Jungvögel aus dem Nest heraus nach Afrika fliegen würden.
Demnächst werden die Fahranfänger ihren Führerschein haben wollen, weil sie mal im Auto gesessen und Rechtsabbiegen hinbekommen haben… alles andere ist ungerechtfertigte Leistungsanforderung…???

Auch ich würde mir sehr wünschen, dass Eltern mit uns an einem Strang ziehen.
Sie sitzen im gleichen Boot wie wir, wollen das aber nicht wahrhaben.
Wir entlassen die Kinder irgendwann, mit oder ohne Abschluss (oder mit einem erstrittenen Abschluss).
Die Eltern aber sind ihr Leben lang mit den Kindern verbunden, vielleicht auch mal auf ihre Leistungsbereitschaft, ihr Durchhaltvermögen oder sogar ihre Rechenkünste angewiesen…

Mo3
2 Monate zuvor

Es gibt durchaus Eltern, die das auch so sehen. Früher hat man die Kinder im dreigliedrigen Schulsystem auf die Schule geschickt, die passte, damit das Kind nicht überfordert war. Heute halten einige sich nicht an die Empfehlung und erwarten ernsthaft, dass das Kind aber trotzdem nicht überfordert wird. Und dass Schüler lernen müssen, sich anstrengen und auch mal an ihre Grenzen kommen, vielleicht auch mal Scheitern, … ist auch etwas, was dazu gehören sollte (abgesehen von den Inhalten) und da ist Schule doch ein sehr guter Raum, wo man dann hoffentlich von den Lehrern (und mit Unterstützung der Eltern) wieder aufgefangen wird, wenn es mal nicht so glatt läuft. Wenn interessiert denn bitte später das Zeugnis der 7./8. Klasse?

Tobias Heubner
2 Monate zuvor
Antwortet  Mo3

Die Empfehlung ist oftmals ziemlich subjektiv. Sie mag bei einigen zutreffen, aber lange nicht bei allen. Das dreigliedrige Schulsystem ist auch nicht unbedingt etwas, worauf man stolz sein müsste. Niemand hat etwas gegen Differenzierung, aber wozu Segregation?

m.n.
2 Monate zuvor
Antwortet  Tobias Heubner

Sagen Sie doch lieber, wie Sie es gern hätten und begründen Sie Ihre Meinung.
Ihr Kommentar ist nicht Fisch und nicht Fleisch, nur das imaginäre Haar in jeder Suppe.

Roxanne
2 Monate zuvor
Antwortet  m.n.

Zum Beispiel wie es in lateinischen Ländern ist, ohne Differenzierung bis zum 8 te Klasse. In 4te Klasse ist es zu früh für Jungs, die haben ein langsames Entwicklung Rhythmus als Mädels.

Neugierig
2 Monate zuvor

Trotzdem fehlt mir als Mutter die Ansage der Lehrer an 5/6 Klässler, dass das schulisch erfahrene nochmal zu Hause nachgelesen werden muss. Wenn dies nicht von den L. kommt, glaubt es der 11-13 jährige (im vorpubertierenden Prozess befindlich) der nervigen Mutter nicht. Schwer nachvollziehbar ist für mich auch, dass mein Sohn (Gym. BW 6. Kl.) mehr als nur eine Matheaufgabe als HA zum Thema bekommt. Dann brauche ich zu Hause (selbst Lehrerin) nicht ständig Diskussionen führen. Ich sehe das mit dem Üben und Festigen nämlich genauso!

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Neugierig

Gewissenhaftes Führen eines Hausaufgabenheftes ist Pflicht, zumindest noch in der Unterstufe (auch) des Gymnasiums, in Bayern!

Stichproben, besonders bei den jeweiligen „PappenheimerInnen“ und auch anlassbezogen, ob Eintrag vollständig. Von jeder Fachlehrkraft.
Ggf. Rückmeldung an Elternhaus, d.h. Kurzmitteilung ans Elternhaus gleich ins Hausaugabenheft, mit der Bitte um Kenntnisnahme per Unterschrift.

Wenn konsequent von Anfang an eingefordert, eingepflegt, läuft’s wirklich! Dann meistens „lange Leine“, aber abhängig von der Klasse. Meine Erfahrung über Jahrzehnte.
Doch sicher auch abhängig von Schulart und Elternklientel.

(Und die Zeiten ändern sich, auch Schule hatte sich schon in den Jahren nach meiner Pensionierung – vor Corona – verändert.
Auch die Einstellung mancher Eltern ist kontraproduktiv, unterläuft, sabotiert die Bemühungen der Schule, unbewusst oder sehr bewusst Lehrkraft gibt dann resignierend auf.)

SchülerInnen wissen sehr schnell, bei welcher Lehrkraft was geht oder auch nicht. dass ggf. und sporadisch auch später noch kontrolliert wird, dass Schlampern auffliegt und Konsequenzen drohen.

Und bereits dies ist ein kleines Indiz für Arbeitshaltung! Evtl. Korrelationen mit Leistungsbereitschaft und – vermögen ablesbar..

Ist ja wirklich arbeitsaufwendig, mühsam für Lehrkraft, kostest auch wertvolle Unterrichtszeit, doch es zahlt sich aus. („Vertrauen ist gut, doch Kontrolle ist besser.“)
Buchführung durch LehrerIn, Listen, empfiehlt sich.

Später herrscht dann Eigenverantwortung, da Selbststeuerung des Arbeitens ja teilweise sowieso Ziel (Erstellung von wöchentlichem Lernplan)

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Bei uns kriegen alle Schüler:innen für das aktuelle Schuljahr ein Schülerbuch.

Da sollen u.a. die Hausaufgaben eingetragen werden.

Jede Woche soll dort die Unterschrift eine(r/s) Erziehungsberechtigten sein.

Je nach Situation befindet sich das Buch zu Hause – Hausaufgaben aufschreiben geht also nicht.

Der Eintrag von gestern soll heute kontrolliert werden. Praktischerweise ist es dann leider zu Hause vergessen worden….

Boykott von allen Seiten.

Nur die Lehrkräfte halten sich an die Vereinbarungen und machen sich zum Narren…

Mein-Senf
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Diese Erfahrungen kann ich teilen. Die Eltern sollen bei uns auch jede Woche unterschreiben, dass sie die Aufgaben gesehen haben. Selbst nach der 3.Woche gibt es noch 50% fehlende Unterschriften, deren Kontrolle mir Zeit raubt.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ja, ist mir auch sehr bekannt. Leider!

Aber ich habe dennoch unermüdlich versucht, meinen eigenen Werten und Überzeugungen so weit wie möglich treu zu bleiben!
Manchmal wirklich erfolgloser, sinnlos anmutender Kampf gegen Windmühlen. Doch „steter Tropfen“ … funktioniert manchmal auch noch.

Aber Fehlschläge genauestens dokumentieren! Ist wieder Zusatzarbeit, aber u.U. (mit)entscheidende, wertvolle Nachweise!
.
Erfolgserlebnisse gibt’s jedoch auch. Es gibt aber auch noch sehr vernünftige Eltern, die dankbar mitziehen.
Ich spreche (aber) vom Gymnasium – in Bayern. Evtl.noch „eine Insel der Seligen“?

Ich bin – und bleib – wirklich unverbesserIiche Idealistin, ich weiß.

Michael Felten
2 Monate zuvor

Ausgezeichneter Ausgangsbeitrag (ebenso treffend wie feinfühlig) und kundige Kommentare – eben aus der Praxis.

Je unmotivierter die Schüler, desto wichtiger der Hinweis: „Ihr müsst es hinbekommen, dass die Kids für euch lernen.“

Da pädagogische Beziehungskompetenz in Studium wie Ausbildung immer noch ein Randdasein führt, sei dieser Hinweis erlaubt:

http://www.eltern-lehrer-fragen.de/beziehungssache.html

SB von Süden
2 Monate zuvor

Im Endeffekt sind wir Lehrer an dem Punkt den ich immer zu meinen Referendaren sage:

Ihr müsst es hinbekommen, dass die Kids für euch lernen.

Beziehungsarbeit ist mittlerweile bei vielen unmotivierten Kids der einzige Weg.
Andere Förderungen der Motivation gibts oft nur wenige, selbst meine sozial benachteiligten Kids sind bereits übersättigt weil eigentlich alle Wünsche sofort erfüllt werden… man muss sich ja für nix anstrengen….

Nichtschonwieder
2 Monate zuvor
Antwortet  SB von Süden

Das sehen viele Lehrer:Innen leider noch nicht so. Die fantasieren immer noch von Zug und Druck. Klappt halt nicht bei Kids, denen Zensuren egal sind. Dann wird lieber gejammert, wie furchtbar die Kids sind.
Mein Professor in Erziehungswissenschaften hat mir vor fast 20 Jahren schon erklärt, dass Lernen nur über Beziehung funktioniert. Scheint leider immer noch nicht angekommen sein im Land der Leistungsfanatiker.
Ist übrigens garnicht so schwer sich für die Kids und ihre Lebensrealität zu interessieren. Meiner Meinung nach gibt es in Hauptschulklassen dazu keine Alternative.

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

Ihr Kommentar hört sich fast so an, als ob durch die positive Beziehung zum Lehrer kein Leistungsdruck entsteht. Man lernt vielleicht motivierter, aber man muss trotzdem arbeiten. Die Gefahr besteht, dass ein Lehrer zu sehr „Everybody’s Darling“ sein möchte und die Kids nicht gut vorbereitet, die Noten werden „nachgeworfen“. Und Lehrer, die nicht so beliebt sind, bekommen hinterher oft das Prädikat „Bei dem hat man aber was gelernt“. Ich denke, es gehört auch zu den wichtigen Erfahrungswerten des Schülers, mit Lehrern aller Art auszukommen, wir Lehrer müssen das ja auch mit den Schülern so praktizieren. Im späteren Leben ist dann ebenfalls nicht alles „Ponyhof“, und darauf sollen die Schüler letztendlich vorbereitet werden. Das sollten auch die Eltern beherzigen und nicht immer springen, wenn das Kind sich beschwert. Es muss bei gewissen Dingen selbst lernen, die Sache zu klären. Dann klappts auch wieder mit der Motivation.

Nichtschonwieder
2 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Schon Mal an einer Hauptschule gearbeitet? Hört sich nicht so an.

Was haben Sie denn für eine Lösung für die Kids, denen Noten eigentlich egal sind? Und den Eltern auch?

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

Das ist ein Gesamtproblem unseres Schulsystems und der Zusammenarbeit mit den Eltern, was ja nun meinem Beitrag durchaus zu entnehmen ist.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

Ja, wir am Gymnasium sind immer noch irgendwie auf „einer Insel der Seligen“, wenn wir die besonderen Herausforderungen und Probleme an den Hauptschulen, besonders in sozialen Brennpunkten, mit unseren vergleichen.

Überaus schwierige, missliche Lage! Ich ziehe meinen Hut vor allen KollegInnen an dieser „pädagogischen Front“!

Viele bewährte Praxistipps, Ratschläge von erfahrenen GymnasiallehrInnen ziehen bei Ihnen rein gar nicht, laufen wohl an der Hauptschule völlig ins Leere. Ich ahne es.

Selbst an der Berufsschule zeigt sich inzwischen leider ein ähnliches Bild! Nach Corona noch eklatanter.
Meine Schwester, immer VollblutlehrerIn mit Leib und Seele, jahrzehntelang im Schuldienst in BaWü, leidet am „Niedergang“.

Ça me fatigue
2 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Natürlich entsteht immer ein Leistungsdruck, sobald Leistungen verglichen werden, das ist doch klar. Aber die Leistungen können gesteigert werden, wenn die gesamte Atmosphäre positiver ist. Die Angst davor, etwas leisten zu müssen, wird kleiner, wenn ich der Leistungsüberprüfung mental positiv gegenüber stehe. Und das beginnt schon mit den Gedanken der SuS, die sie haben, wenn sie an Schule denken.

Ich möchte hier gerne nochmal betonen, dass ich nicht für einen Kuschelkurs bin. Ganz im Gegenteil. Leistungsbewertung ist wichtig (wenn auch schwer zu bewerkstelligen).

Kinder brauchen Regeln und die Gewissheit, dass diese auch eingehalten werden.
Kinder müssen sich einordnen können im Vergleich mit den anderen (das übt die ganze Welt ja auch beim Fußball – Ironie an und aus).
Sie müssen gefördert und besonders auch gefordert werden. Das kann ich bei der heutigen Heterogenität der Schülerschaft nur in kleineren Gruppen verwirklichen.

Ich plädiere für eine effektive und solide Schulbildung, bei der man

– das Lernen lernt (das bis zum Lebensende andauert)
– Neugierde Neuem gegenüber zu schätzen lernt
– selbstbewusst wird (auf gesunde Art und Weise)
– lernt, sich auf Neues einzulassen
– eine fundierte Allgemeinbildung erwirbt, die man später als mündiger Bürger benötigt, um Richtiges und Falsches besser gegeneinander abwägen zu können (z.B. Aussagen über Corona)
– lernt, sich selbst zu hinterfragen (…habe ich das richtig verstanden?)
– lernt, eingefahrene Vorgehensweisen zu hinterfragen, zu verbessern und zu optimieren
– übt und lernt, wie man sozial und fair miteinander umgeht
– lernt und aktiv erfährt, was Demokratie ist
– lernt, wie man sich in einem Sozialstaat verhalten sollte, damit es ein Sozialstaat bleibt, der schwächsten Mitgliedern in ihrer Not beistehen kann
-lernt, seine Umgebung zu achten (egal ob Mensch, Tier, Pflanze, unsere Erde)
– sich traut, seine Meinung zu ändern, wenn neue Fakten das nahelegen
– …

… ich könnte diese Liste noch kilometerlang fortsetzen.

Es ist nicht förderlich, wenn wir uns in Schuldzuweisungen vergehen.
Die Lehrer müssen dies … die Eltern müssen das …

Es gibt solche Lehrer und solche Eltern … es gibt vermutlich nichts, was es nicht gibt.

Eltern und Lehrer sollten das gleiche Ziel haben: eine neue Generation darauf vorbereiten, mit den Problemen und Anforderungen, die auf sie zukommen, zurecht zu kommen.

Deshalb sollten wir GEMEINSAM überlegen, wie wir die Situation verbessern können.

Dazu helfen Fragen wie „Was kann ich tun?“ … oder auch „Was könnte der Staat tun, was ist finanziell realistisch?“ … das passt nicht nur zum Thema Schule.

Wie können wir es schaffen, dass Eltern (manche Eltern) nicht stolz auf ihre Sprösslinge sind, wenn sie in Computerspielen an vorderster internationaler Front mitspielen … wieso … er lernt dort so toll englisch (mitten in der Nacht!), sondern eher, wenn sie Matschkuchen servieren oder draußen herumtollen?

Wie schaffen wir es, dass kleine Kinder nicht mit dem Handy ruhig gestellt werden, sondern das Balancieren auf einem alten Baumstamm üben oder das Hüpfen über Pfützen? … was so wichtig für die Entwicklung der Motorik ist …

Wie schaffen wir es, dass es für zwölfjährige Kinder spannender ist, eine Spinne beim Bau ihres Netzes zu beobachten oder Bienen beim Einsammeln von Nektar, als einen Film zu schauen, der erst ab 16 ist?

Wie schaffen wir es, dass Kinder sich wieder trauen, Lieder zu singen, die nicht im Radio laufen, sondern die sie von einem Verwandten kennen (Pflege von Kulturgut)?

… dass Kinder einfach Kinder sind und nicht kleine Erwachsene ….

…. und dass sie ohne Programm etwas mit sich anzufangen wissen …

(Ich sage damit nicht, dass das alle Kinder/Eltern betrifft … es betrifft nach meiner Beobachtung zu viele Familien, das dürfte regional unterschiedlich sein)

Ich weiß auch, dass es in vielen Familien nur mit Anstrengung möglich ist, gemeinsame Zeiten zu finden, gemeinsam zu essen oder auch einmal zu spielen. Aber es lohnt sich, diese zu suchen und fest in den Alltag einzubauen. (Ich spreche aus Erfahrung mit eigene Kindern).

Ich weiß auch, dass sich manche Eltern über Vorgehensweisen von Lehrern wundern (freundlich ausgedrückt). Kann es sein, dass dann nicht alle Fakten offenliegen, die zu dem Handeln geführt haben?

Ich weiß übrigens auch, dass die Kinder in der Schule nicht unbedigt die „selben“ sind, wie die, die die Eltern zuhause haben, auch, wenn es tatsächlich die selben sind … das fällt oft schwer zu glauben …

Woher kommt dieses große Misstrauen der Schule gegenüber, das ich auch immer wieder in Chats lese? Wie können wir es beseitigen?
Wie können wir ein fruchtbareres Miteinander gestalten?

Da wäre uns schon viel geholfen.

Kinder sind keine „Dinge“, die man zeitweise in der Schule aufbewahrt … Kinder sind unsere Zukunft.

Lasst uns die Kinder gemeinsam so erziehen, dass sie später diese Zukunft vernünftig gestalten können.

Die Erziehung beginnt mit der Geburt!

Carsten60
2 Monate zuvor
Antwortet  Ça me fatigue

„Aber die Leistungen können gesteigert werden, wenn die ganze Atmosphäre positiver ist.“
Genau deswegen denke ich, dass talentierte und lernbereite Kinder auf einem Gymnasium besser aufgehoben sind als an einer Gesamtschule, weil sie dort eher mit anderen zusammenkommen, die lernbereit und lernmotiviert sind. Dabei ist mir durchaus bewusst, dass diese „Atmosphäre“ auch sehr vom Einzelfall abhängt (natürlich gibt’s auch gute Gesamtschulen). Also ist das ein sehr globales und pauschales Statement.

Das so häufig gelesene entgegengesetzte Statement „in sehr heterogenen Lerngruppen profitieren ALLE“ scheint mir dagegen schlecht begründet und zudem genauso pauschal zu sein. Was wird wohl passieren, wenn große Teile einer Klasse in den Pubertätsjahren demotiviert sind und das Lernen verweigern? Wird das die anderen runterziehen? Ich fürchte ja. Das ist dann aber ein „negatives Profitieren“, so wie im Wort „Minuswachstum“.

„Kinder brauchen Regen und die Gewissheit, dass diese auch eingehalten werden.“
Nach allem, was wir hier lesen, ist dieses Postulat illusorisch, wenn Missetäter eben keine wirklichen Konsequenzen zu befürchten haben. Und dafür habe die Schulbehörden gesorgt. Lehrer müssen 1000 Regeln befolgen, Schüler letztlich keine einzige.

In diesen beiden Punkten finde ich Ca me fatigue (das obligatorische Bekenntnis zur Heterogenität steht im Forums-Beitrag ja explizit da: nur in kleineren Gruppen) nicht so ganz glaubwürdig, aber ansonsten ist das sehr überzeugend. Bleibt in jedem Fall die Frage: Wie erreicht man das, was als wünschenswert erkannt ist? Einen Mangel an Listen von wünschenswerten Zielen haben wir gewiss nicht. Ich fürchte, ganze Bibliotheken mit pädagogischer Literatur sind schon voll von richtigen Postulaten, nur die konkreten Wege zur Realisierung bleiben vage.

Tobias Heubner
2 Monate zuvor
Antwortet  Ça me fatigue

„Wie schaffen wir es, dass es für zwölfjährige Kinder spannender ist, eine Spinne beim Bau ihres Netzes zu beobachten oder Bienen beim Einsammeln von Nektar, als einen Film zu schauen, der erst ab 16 ist?“

Ich … bin mir nicht ganz sicher, worauf das zielen soll. Natürlich finden die meisten Kinder den Film interessanter als das Spinnennetz. Allein schon, weil der Film einen Spannungsbogen beinhaltet (der Netzbau eher nicht …), unzählige Emotionen, Mimik/Gestik, Bilder/Symbole/Figuren usw. etc.
Natürlich ist das wieder stark vom Inhalt des Films selbst abhängig. Nur: Der Alterseinstufung würde ich nicht uneingeschränkt vertrauen.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Tobias Heubner

Spannungsbogen?

Gemetzel, Gewalt und der Reiz des Verbotenem!

Inhalt – nicht verstanden. Aber spannend. Oder gerade deswegen?

Aber was sind schon die Wunder der Natur gegen das künstliche Hollywood?

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Das ist ein Problem, das wir leider auch haben.

Dann ist Lehrerwechsel und plötzlich brennt die Noten- und Leistungshütte.

Sabine2015
2 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

Stimmt, Kinder lernen über Beziehungen, je jünger, desto mehr!
Besonders Grundschulkinder lernen besonders gern für Lehrer, die sie mögen und zu denen sie aufschauen.
Lob ist wichtig, aber auch Tadel. Kinder wollen die Anerkennung und gute Meinung einer Lehrkraft genießen und nicht verlieren, deshalb ist es auch wichtig, dass Lob nicht leichtfertig und inflationär verschenkt wird, sondern dosiert eingesetzt wird und verdient werden muss.
Bei besonders wenig Anstrengung und Mühe ist auch der Tadel wichtig. Er zeigt, dass die Lehrkraft enttäuscht ist, weil sie mehr erwartet hat. Das bereitet dem Kind Unbehagen.

Lob und Tadel müssen an die Leistungsfähigkeit jedes Kindes angepasst sein, sonst sind sie kontraproduktiv. Ein lernschwaches Kind muss schon für eine geringe Leistung gelobt werden, für die es sich aber angestrengt hat. Für ein lernstarkes Kind muss die Latte höher liegen.

Erstaunlicher Weise verstehen die Kinder in der Regel diese scheinbare „Ungerechtigkeit“. Sie haben ein Gespür dafür, dass sie in Wirklichkeit gerecht ist.
Sie kennen einander gut und wissen ungefähr, was von jedem Einzelnen erwartet werden kann und was bei ihm gute oder schlechte Leistung bedeutet. Es verstärkt auch ihr Vertrauen zu einer Lehrkraft, die das sogar noch besser als sie selbst merkt und beim Werten berücksichtigt.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Sabine2015

Ermutigung, (auch emotionales) Fördern, aber auch Fordern, Einfordern von
Leistung!

Damit die SchülerInnen nicht unter ihren Möglichkeiten bleiben, ihre schlummernden Potenziale entdecken – und möglichst zur Blüte bringen.

Dann, nach erbrachter Leistung, verdiente Anerkennung – und weiterer Ansporn!

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

„Einfordern von Leistungen“

Gähn, nur Generve für die Schülerinnen!
Lenkt von den wirklich wichtigen Dingen des Schüler:innenlebens ab und geht somit gar nicht.

Das kann trotzdem die Beziehung fördern, doch so viel Zeit habe ich im Fachunterricht nicht.

Im Prinzip sehe ich das wie Sie – nur die genervte, weil leistungsmäßig geforderte Zielgruppe hat da gaaaanz andere Ansichten.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ja, ich weiß! Mach mir gar keine Ilusionen. Bitte dennoch nicht nachlassen …!

Sie, wirklich nur Sie ganz alleine, entscheiden, „welchen Schuh Sie anziehen“ – oder auch nicht!
Trotz aller Widrigkeiten!

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

Einspruch!

Leistung und Beziehung bedingen sich nicht!

Die Aussage viel zu pauschal, undifferenziert!

Der These Ihres Professors (von vor 20 Jahren), dass „… Lernen nur über Beziehung funktioniert.“ stimme ich überhaupt nicht zu!
Ist auch wissenschaftlich nicht unbestritten!

Intrinsische Motivation zählt!
Extrinsische Motivation erleichtert das Lernen, gute Beziehung zwischen LehrerIn und SchülerIn ist natürlich sehr förderlich, aber nicht unabdingbar.

Und in einem „Land der Leistungsfanatiker“ leben wir schon gar nicht in der Bundesrepublik Deutschland!

„Fördern und Fordern“! ist die Devise.

Nichtschonwieder
2 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Na dann zeig mir die intrinsische Motivation Mal bei Hauptschülern und Inklusionsschülern. Da bin ich aber gespannt.
Meine beruflichen Erfahrungen lügen ja nicht, was du da glaubst ist mir ziemlich egal Gabriele.

Cornelia
2 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

Der Artikel passt meines Erachtens hauptsächlich für Schüler der Sekundarstufe, aber auch nicht jeder Schulart. Grundschüler lernen noch eher aus extrensischer Motivation, Oberstufenschüler sollten aus eigenem Antrieb lernen, denn sie verstehen allmählich dass sie für sich lernen und niemand anders.
Überhaupt gefällt mir der Titel nicht: “ (mit) verantwortlich“ heißt ja: die Eltern sind verantwortlich (!) für die fehlende Motivation, in manchen Fällen sind sie nur MITverantwortlich! Nein! Alle Betroffenen teilen sich die Verantwortung, Eltern , Lehrer, Schüler…..Je nach Alter, Schulart, etc. ist die Gewichtung unterschiedlich!

Cornelia
2 Monate zuvor
Antwortet  Cornelia

„extrinsisch“ natürlich

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Nichtschonwieder

Jepp.

Alles prima machbar in überfüllten Klassen und etwa 1 1/2 Minuten Zeit pro Schüler:in in einer Stunde….

Mir wären Doppelstunden u.a. aus dieseem Grund sehr viel lieber.

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  SB von Süden

Genau das ist der Punkt. Nach Vorstellung der Eltern muss die Schule alles richten, was im Elternhaus nicht erarbeitet wird, Kinder sind oft nur noch zur Abgabe vorhanden. Schade.
Die Schule fühlen sich in der Pflicht und überschlagen sich in Förderangeboten, Nachprüfungen, 2. und 3. Chancen und sind sich offenbar nicht bewusst, dass sie dadurch die Leistungsbereitschaft noch mehr senken. Viele Eltern sind mittlerweile der Meinung, dass schlechte Noten immer die mangelnde Vorbereitung seitens der Lehrer/Schule ist, und so wird das dem Kind auch vermittelt. Damit ist keiner Seite ein Gefallen getan. Das Geschrei und Gejammer ist jetzt schon groß wegen diverser Krisen, aber es wird noch schlimmer kommen, denn es steht ein Krieg vor der Tür.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Jawohl! Kann mich Ihrem Gesamturteil aus eigener Erfahrung nur anschließen!

Die LehrerInnen „überschlagen“ sich, machen immer mehr „methodische Purzelbäume“, ackern immer mehr, bis zur Selbstausbeutung, mit allen gesundheitlichen Risiken!

Und (die meisten) SchülerInnen leisten immer weniger, weiter zunehmend weniger!

Nicht nur Aufmerksamkeitsspanne, Konzentrationsfähigkeit, auch Konzentrationsbereitschaft und Anstrengungsbereitschaft haben während Corona noch weiter – messbar! – abgenommen.

Auch hier ist eine „Zeitenwende“ also längst überfällig!

Bewusstseinsänderung und Umkehr!

Bei zahlreichen Eltern – und gesamtgesellschaftlich!

Ralf Scholl
2 Monate zuvor
Antwortet  SB von Süden

Dass Kinder für Ihre Lehrer(in) lernen, stimmt mit Sicherheit in den Klassenstufen 1 – 6. Mit der Pubertät, d.h. in Klasse 7 oder 8 kippt das. Und spätestens ab Klasse 9 oder 10 haben die Jugendlichen eine andere Motivation – oder eben keine.
Das ist jedenfalls meine persönliche Erfahrung.
Und ja: Interesse an ihnen, an ihrer Situation und ihrem Lernen ist natürlich hilfreich, um die Motivation zu erhöhen. Das ist keine Frage.
Auch eine gute Zusammenarbeit mit den Eltern ist ausgesprochen hilfreich. Das ist übrigens ein notorischer Schwachpunkt an den meisten Schulen, da das weder institutionalisiert ist noch eigentlich Zeit dafür fest eingeplant ist. (Ich meine damit insbesondere: im Deputat der Lehrkräfte.)
Unser Schulsystem ist marode, auch durch die ständige Überlastung der Lehrkräfte, die „alles“ richten sollen, was von Seiten der Eltern (die aufgrund des ökonomischen Drucks meist beide arbeiten) ebenso wie gesamtgesellschaftlich nicht mehr geleistet wird. (Stichwort: Erziehung) Unsere Schule ist aber nicht der Flickbetrieb der Nation. Das ist bei den derzeitigen Strukturen (und vielleicht auch absolut) eine totale Überforderung. Das ist m.E. einer der Hauptgründe, warum so viel Sand im Getriebe ist.
Wer in die Schulgesetze der Länder schaut, findet immer zweierlei: Einen Bildungsauftrag und einen Erziehungsauftrag. Beides lässt sich m.E. nur erfüllen, wenn man von den Schülern etwas verlangt. Insbesondere bei nicht-unterstützenden Elternhäusern: Wer soll den SchülerInnen denn positiv etwas zutrauen, wenn nicht wir, Ihre Lehrer?
Wenn ich Ihnen aber auch etwas zutraue, dann muss ich das auch von ihnen einfordern. Sonst bleiben sie immer unter ihren Möglichkeiten.

Carsten60
2 Monate zuvor
Antwortet  Ralf Scholl

Und worin mag im Kern der Dissenz zwischen PhV und GEW bestehen?
„… wenn man von den Schülern etwas verlangt. Insbesondere bei nicht nicht-unterstützenden Elternhäusern.“
Das erinnert mich an den Berliner Schulleiter Michael Rudolph, der an einem Nicht-Gymnasium (sogar eine Brennpunktschule) strenge Regeln eingeführt hat und damit Erfolg hatte, bevor ihn die von SPD-Linken beeinflusste Schulinspektion abgekanzelt hatte wegen angeblich falscher Methoden. Der hat genau das gesagt, was in „…“ steht.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  SB von Süden

Vgl. Hattie-Studie!

Kompetente LehrerIn ist immer zentral, für guten, effizienten Unterricht auf der Höhe der Zeit, als Mensch aus Fleisch und Blut, in wertschätzendem, mitmenschlich zugewandtem Umgang. Doch Lehrkraft ist – bleibt – der Boss!

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Ist Hattie nicht auch der Meinung, dass es egal ist, ob da 5 oder 50 Kinder sitzen?!

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ja! Doch in diesem Punkt teile ich seine Thesen – aus meiner jahrzehntelangen Unterrichtserfahrung – überhaupt nicht!!!

DerechteNorden
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Nein, das ist nicht seine Meinung. Es ist nicht einmal das Ergebnis seiner Meta-Studie. Gern stellen Politiker*innen das so verkürzt dar. Im Kern ist das Ergebnis der Studie ein anderes: Lernen in einer kleinen Lerngruppe muss nicht immer gut funktionieren bzw. in einer großen Lerngruppe automatisch schlecht laufen. Das wird sehr gern als „Gruppengröße macht keinen Unterschied“ interpretiert.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Danke für die Klarstellung der sinnentfremdenden, sinnverfälschenden Verkürzung.
Hatties Kernaussage in dieser Zielsetzung war mir auch nicht mehr bewusst.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  SB von Süden

Sehe im Prinzip auch so.

Es gab aber auch schon Schüler:innen, die nach ihren Noten fragten und nach der sachlichen Erklärung sagten: „Ich dachte, Sie mögen mich.“

Voll die gute „Begründung“ für eine gewünschte gute Note – und oftmals auch die Erwartungshaltung der Kids.

Selbst in den höheren Klassen.

Die Kids glauben, wenn man sie/sich mag, spielt die Leistung keine Rolle.

Andersherum klappt es besser – schlechtes Verhalten, gute Leistung, gute Note.

Und nein – damit habe ich nicht gesagt, dass ich Schüler:innen mit schlechtem Verhalten nicht mag.

potschemutschka
2 Monate zuvor

In Zeiten von extremen Krisen (Überschwemmungen, Waldbrände, Kriege, drohende Armut …)sollten eigentliche alle Eltern ihren Kindern das mit auf den Lebensweg geben, was ich einmal von einer jungen Frau aus einer Flüchtlingsfamilie gehört habe. Ihre Eltern und Großeltern sagten ihren Kindern: „Lernt soviel, wie möglich. Man kann im Leben plötzlich alles verlieren, aber was du im Kopf hast und mit deinen Händen kannst, das kann dir keiner nehmen.“ Da fielen mir meine eigenen Großeltern (Vertriebene des 2. WK) ein, die haben das zwar nie so direkt gesagt, aber auch immer viel Wert auf die Schulbildung ihrer Kinder und Enkel gelegt und diese entsprechend motiviert. Sie haben uns gefordert und unterstützt.

KARIN
2 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sehe ich genauso! Auch meine Eltern waren beide Vertriebene und haben uns so gefördert und von uns Kinder Einsatz und Fleiss gefordert, so dass wir alle unser Leben ohne Ehepartner führen könnten oder geführt haben.

laromir
2 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Da kann ich nur zustimmen. Ich habe einige Flüchtlinge oder Zugewanderte, die nach kurzer Zeit trotz Sprachhürde inhaltlich besser sind als „Einheimische“. Diese sind teils völlig genervt von ihren unmotivierten und an Bildung desinteressiert Mitschüler*innen die nur abhängen und die Zeit nicht nutzen. Manchmal sind sie irritiert von so viel Ignoranz und Undankbarkeit ob der Ausbildungsmöglichkeiten die in Deutschland geboten werden. An diesen Stellen sieht man doch, dass bei den Kindern was falsch läuft. Wenn jemand in einer für ihn fremden Sprache bessere Leistungen erzielen kann als Menschen in ihrer Muttersprache, dann kann das Niveau nicht der Grund des Scheiterns der unmotivierten Masse sein. Es mangelt hier einfach an Motivation und der Einsicht, dass Bildung und Lernen Wertvoll sind. Es herrscht immer mehr der Eindruck, dass alleine die Anmeldung am Gymnasium in Klasse 5 schon das Abi beinhaltet und man sich nur 9 Jahre bis dahin durchsitzen muss. Stuhl warmhalten und physisch existent sein als Basis für die Zugangsberechtigung zur Uni. Ich stimme voll und ganz zu, wenn die Eltern nur schlecht über Schule sprechen und Lehrer*innen als Vollidioten darstellen, warum sollten die Kinder sich etwas sagen lassen und etwas lernen wollen. Ich habe gerade Feedback von Schüler*innen bekommen, dass der Unterricht doch bitte witziger sein soll und es viel schöner wäre wenn wir rausgehen würden zum spielen, ach ja und irgendwas auf dem IPad machen oder Filme gucken. Und nein, nicht in der Grundschule, sondern in Klasse 9. Da stimmt doch schon etwas an der Wahrnehmung nicht. Man geht morgens nicht zur Schule, damit der Vormittag zum größtmöglichen Entertainment beiträgt und man sich gut unterhalten fühlt, bei möglichst geringem Eigeneinsatz. Das ist irgendwie eine völlig verzerrte Wahrnehmung der eigenen Pflichten als Schüler*in und der Aufgabe von Schule. Hier liegt ebenfalls der Denkfehler! Lernen ist ein aktiver Prozess und kann nicht wie die 500 Netflixserie mal eben konsumiert werden.

Last edited 2 Monate zuvor by laromir
nurmalso
2 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Volle Zustimmung! Deckt sich mit meinen Erfahrungen. Mit Blick auf einige meiner DaZ-Schüler*innen habe ich schon mehrfach geäußert, dass unsere einheimischen sich bei ähnlichem Fleiß und Einsatz glatt zwei Schuljahre sparen könnten. Und das Rausgeh-und Spielebedürfnis findet sich auch noch im Jahrgang 10 kurz vor den Abschlussprüfungen.
Wenn der Blick auf den Stundenplan verheißt, dass mehrere Stunden bei Lehrkräften anstehen, die nicht zur Fraktion Rausgehen-Filmegucken-Handynutzen gehören, erscheinen Schüler*innen gerne mal nicht, weil sie unbedingt etwas mit anderen „klären“ müssen oder entwickeln heftiges Unwohlsein und müssen umgehend von Erziehungsberechtigten abgeholt werden. Hat den weiteren Vorteil, dass sie dann bei der nächsten Klassenarbeit bestimmte Aufgaben mit „KA (keine Ahnung), war nicht da“ meinen beantworten zu können.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  nurmalso

Schule als Ort der „Bespaßung“ könnte ja eh in diesem Punkt niemals mit dem Internet, Fernsehen etc. mithalten!

Braucht sie aber per se auch nicht. Lernen kann aber trotzdem auch Spaß machen!

Spaß macht dort auch Lernen im sozialen Miteinander unter Führung einer engagierten Lehrkraft, die mit Leib und Seele unterrichtet, ein hohes Berufsethos hat und für Ihre Fächer – und ihre SchülerInnen! – brennt!

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Tja. Und an der Stelle sind wir bei vielen ausgeb r a n n t e n Lehrkräften, die ihr Engagement vor Jahren mit hohem Berufsethos einsetzten und nun blank sind.

Mit Leib und Seele ausgepowert.

Neue, junge KuKs – Fehlanzeige.

Und nu?

dickebank
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Dass die Lehrkräfte „ausgebrannt“ sind, trägt ja in hohem Maße dazu bei, dass sie keine Wärme mehr abgeben und so die Heizkosten der Kommunen als Schulträger in die Höhe treiben.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Ja, ich weiß!

Könnte heute, zu meinem sehr großen Bedauern, auch nicht mehr guten Gewissens für meinen „Traumberuf“ werben.

Folglich würde ich heute auch leider (!) nicht mehr aus voller Überzeugung einem jungen Menschen zuraten können, seiner inneren Stimme (Berufung) Richtung Lehramt zu folgen.

Das finde ich wirklich sehr, sehr traurig!

Ich unterrichtete mit Leidenschaft und Liebe meine drei Fächer über Jahrzehnte am Gymnasium.

Meinen ReferendarInnen habe ich die Begeisterung für das Unterrichten versucht nahezubringen.

Ich war immer mit Leib und Seele an meiner Schule. Sie war mein zweites Zuhause.

Was ich inzwischen, besonders auch während und jetzt (nach???! Corona) aus erster Hand – aus verschiedenen Schulen und Schularten, auch aus mehreren Bundesländern, höre, bestürzt mich sehr.

Ich habe das dumpfe Gefühl, dass man die KollegInnen im aktiven Schuldienst de facto ungeschützt an die „Corona-Front“ geschickt hat – und weiterhin schickt – überall „auspresst wie Zitronen“, sie wahrlich „verheizt“.

Fürsorgepflicht des obersten Dienstherren? Existiert de facto nicht mehr, steht nur noch auf dem Papier, meinem Gefühl bzw. Eindruck nach.

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Die Fürsorgepflicht hat noch nie bestanden, jedenfalls nicht in dem Sinne, wie ich sie verstehe. Entscheidungen werden immer nach Budget gefällt, nicht nach pädagogischen Gesichtspunkten und auch nicht aus Sorge um die Lehrer, denen mutet man immer mehr zu, da sie es ja machen.
Wenn man unter Fürsorgepflicht allerdings nur die Beamtenvorzüge versteht, naja, dann ist sie natürlich vorhanden. Aber die angestellten Lehrer sind damit erst recht auf dem Abstellgleis.
Hätten die vielen vielen Bildungspoltiker die Fürsorgepflicht ernst genommen, hätten wir heute nicht das Dilemma des Lehrermangels. Aber das möchte man selbstverständlich nicht zugeben. Die Prioritäten liegen eindeutig nicht in der Bildungspolitik, obwohl die Bildung zu Merkels Amtsantritt „unser höchstes Gut“ war. Danach wars auch schon gut mit dem höchsten Gut, außer unnötigen Reformen nicht viel bewegt.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Teacher Andi

Lieber Teacher Andi,

sicher Definitionsfrage, was man unter „Fürsorgepflicht“ versteht bzw. wie man sie verstehen will.

Ich fasse den Begriff nämlich sehr weit, verstehe nicht nur reine Lehrerbesoldung und Pensionsbezüge darunter.
In meinem Verständnis schwingt sehr viel Ideelles – als moralischer Maßstab – mit.

An den Gymnasien, an denen ich in BaWü und Bayern unterrichtet habe, durfte ich jedenfalls durch das Verhalten der Schulleitungen (!) auch sehr viel Wahrnehmung und Realisierung der „Fürsorgepflicht“ beobachten – und auch selbst erfahren.

Es liegt halt immer auch an den Menschen in den Führungspositionen, deren Ethos, wie sie innerhalb juristischer Korsette Interpretationsspielräume ausloten, entstehende Freiräume auszunutzen und Grenzen zum Wohle der KollegInnen auszureizen versuchen.

Es zählt immer und überall das individuelle Verhalten (!) jedes (!) einzelnen Menschen!
Besonders wenn man Macht ausübt, sei es als LehrerIn oder auch SchulleiterIn.
Mein Credo. Das macht den Unterschied.

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Ich sprach nicht von Schulleitern, die setzen die Fürsorgepflicht meist gut um, sondern von unseren „hohen“ Bildungsministern, viel an der Zahl, denen die Realität gänzlich abgeht.
Und die Bezugnahme auf Besoldung war ironisch gemeint, damit meint der Staat nämlich, die Fürsorgepflicht zu erfüllen.
Ich könnte so viele Beispiele aufzählen, bei denen man an der angeblichen Fürsorgepflicht stark zweifeln muss.

Katja
2 Monate zuvor
Antwortet  laromir

Oh ja, ich hatte dieses Schuljahr eine 3. Klasse übernommen. Und dort ist es 1 zu 1 wie sie es schildern. Da macht dann auch unterrichten 0 Spaß 🙁
Man kann ihren Wünschen und falschen Erwartungen ja nicht gerecht werden.
Und am Ende bin ich es als Lehrkraft, die versagt hat (nach einigen Eltern), wenn die Kinder schlechte 3 und 4en auf dem Zeugnis bekommen …

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

„Was du im Kopf hast, kann dir keiner nehmen!“

Das haben wir drei Mädels von unserem Vater, Heimatvertriebener aus dem Sudetenland, (Jahrgang 1928, von der Schulbank runter noch an die Front geschickt), ständig in unserer Kindheit und Jugend g e h ö r t !!

Durch emotionale Unterstützung, begleitenden Zuspruch und positives Denken wurde unsere Anstrengungsbereitschaft immer gestärkt.

Aber auch durch das übliche Diktat am Sonntag oder „Rechenbegleiterübungen“ in der Grundschule (= damals „Volksschule“) in der 4. Klasse am Sonntag, um die Aufnahme an eine höhere Schule zu schaffen.

Der Samstag war ja früher noch ganz normaler Schultag!

Auch zusätzliches Üben d a h e i m (ohne Nachhilfelehrer!) für Aufnahmeprüfung ins Gymnasium einschließlich Bestehen des anschließenden Probehalbjahres.

Nachhilfestunden gab’s damals gar nicht. Völlig unüblich für die „Normalbevölkerung“ – und hätte man sich eh nicht leisten können!

Es galt „Zur Decke strecken!“ und „Ohne Fleiß keinen Preis!“
Und nur wenige schafften es ans Gymnasium!

Das war in BaWü in den 1960er Jahren.

(Dass diese „Regel“ im Alter nur noch bedingt gilt (Demenz etc.), steht auf einem anderen Blatt. Bei unserer Mutti, Flüchtling aus Ostpreußen, mussten wir das dann später leider erleben.)

Carsten60
2 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Das sehe ich auch so. Mich wundert allerdings, dass Sie hier noch nicht so angeblafft wurden wie ich öfter angeblafft werde, wenn ich auf die Volksschule oder das Gymnasium vergangener Zeiten verweise. Dann heißt es nämlich, damals gab’s ja auch den Rohrstock und andere Strafen, die Schulen waren so eine Art Jugendgefängnisse, und ich wolle hier wohl Nazipropaganda verbreiten. Nein, heute müssen wir uns doch angeblich auf die veränderte Schüler- und Elternschaft einstellen und die Schule denen anpassen. Und dann könne man eben keine Anstrengungs-bereitschaft mehr verlangen, sondern könne nur freiwillige Förderangebote machen. Und heute seien die Eltern niemals mehr verantwortlich, wenn es an dieser Anstrengungsbereitschaft fehlt, sondern immer nur die Lehrer oder die Schule als ganze. Auch in dem obigen Artikel lautet das Zauberwort „Motivation“. Also dann: wir brauchen Motivation zur Anstrengungsbereitschaft!

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  potschemutschka

Kenne ich von meinen Eltern auch – dein Wissen kann dir keiner nehmen.

Karo
2 Monate zuvor

„Wenn die Noten die einzige Motivation sind, wird nur saisonal gelernt und dann schnell wieder vergessen“
Naja, aber darauf basiert doch auch ein komplettes BWL Studium! Lässt man Statistik/Mathe für BWLer weg, geht es nur ums Auswendig lernen! Lässt man bei Wirtschaftsinformatik das Programmieren weg, ist es genauso! Bei Wirtschaftsingenieurswesen Mathe und Physik weglassen, die je nach Hochschule sowieso wenig unterichtet werden, auch nur Auswendig lernen!

Wirklich denken und verstehen muss man nur bei Mathe, Physik, Chemie und je nach Uni/Hochschule bei Informatik und Maschinenbau/E-Technik!

Die sind aber alle sehr trocken und ich verstehe, wenn keiner das studieren möchte!

Die Schule bereitet super aufs Studium vor! Alles gut!
Eigenständiges Denken und sich gar Dinge merken ohne zu googeln, nicht erwünscht in unserer Gesellschaft!

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Karo

Veto!

Hohe intrinsische Motivation ist gefragt! Innerer Antrieb!
Sie allein ist die Basis jedes andauernden, langfristigen (!) Erfolges!
Dies gilt doch überall im Leben.

Sog. „Bulimie-Lernen“ kann manchmal ja durchaus nötig sein sein: z.B. kurzfristiges „Anpauken“ von Fakten, Daten, Spezialwortschatz.
Dies hat durchaus seine sinnvolle Daseinsberechtigung.

Doch das ist ja nur für’s Kurzzeitgedächtnis.

Als „Dauerlernhaltung“ völlig ungeeignet!
Langzeiterfolg basiert u.a. wirklich nur auf dem Langzeitgedächtnis!

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Gabriele

Stimmt.

Interessiert aber Schüler:innen nicht.

Googeln ist leichter, schneller, verführerischer.

Lernen ist unnütz und wird vollkommen überbewertet.

Ich weiß schon gar nicht mehr, wann ich in einer Klassenarbeit das letzte Mal eine Transferaufgabe gestellt habe….. 20 Jahre?!

Heute wird überwiegend reproduziert.

Kids mit eigenen Ideen sind die absoluten Herz- und Seelenhighlights in der Schule.

Carsten60
2 Monate zuvor
Antwortet  Karo

Ist nicht Jura das trockenste Studium? Und dennoch wollen immer viele dorthin.

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Die wollen alle Gutes tun und Lehrer verklagen

So isses
2 Monate zuvor

Ich wünsche mir auch soviel, z.B. dass die Kinder und Jugendlichen auch mal Unterricht hätten , zu dem man sie als Eltern motivieren könnte. Ich weiß, dass die Schulen für den Lehrermangel nichts können, wir aber leider auch nicht. Und ob diese irrwitzigen Ideen (wir lassen Pensions- und Rentenanträge einfach liegen, ach Mensch, da kann ja mal wieder die Bundeswehr ran und aushelfen, eigentlich kann das ja jeder, wir zahlen ihm einfach Geld, dann brauchen wir das nicht für die Sicherheit der MA und SuS auszugeben). Wir haben uns mit den Kindern den A… aufgerissen während Homeschooling, die Fächer aufgeteilt zwischen Ex-Eheleuten, damit die Kinder keinen Nachteil hatten. Und?? War ne super Zeit. Seitdem sie wieder zur Schule müssen, sind sie unzufrieden. Klar treffen sie ihre Freunde und können wieder am Leben teilnehmen aber Schule? Sorry, ich sag’s immer wieder: wenn von 9 Std. Die erste und die fünfte Vertretung oder daddeln angesagt ist, alle anderen ausfallen, auf dem Dorf eh kein Mensch weiß, ob und wann ein Bus fährt, die Busfahrkarte ab der 10. Klasse stolze 500 – 600 Euro kostet (Bildung ist ja so wichtig), was will man da noch machen? Irgendwann hat man als Elternteil auch keinen Bock mehr und sagt zu seinen Kindern: Bleibt doch zu Hause und lernt hier, ich schreib euch ne Entschuldigung. Und ja, ich bin vulnerabel (wenn ich das schon höre) und meine Kinder leben jetzt bei ihrem Vater. Eigentlich könnte ich ja in der Schule aushelfen, komme immerhin aus einer Lehrerfamile. Qualifikation genug?

DerechteNorden
2 Monate zuvor
Antwortet  So isses

Sie beschweren sich über die falsche Institution.

Schulefuerkinder
2 Monate zuvor

Nur positive Gespräche über Schule und Lehrer*innen? Nö. Ich bin echt und authentisch gegenüber meinen Kindern.

Lera
2 Monate zuvor
Antwortet  Schulefuerkinder

Zumindest dann, wenn Ihre authentischen (das ist übrigens kein Wert an sich) Äußerungen für Sie persönlich (vermeintlich) keine negativen Auswirkungen haben, sondern nur für die Deppen in der Schule.

Großes Tennis.

Ça me fatigue
2 Monate zuvor
Antwortet  Schulefuerkinder

… nun, dann gehören Sie vermutlich auch zu der Fraktion, deren Familienangehörige und Freunde über Ihre Chefs und Kollegen herziehen, obwohl die nie bei Ihnen im Büro waren?

Vermutlich gehen Sie aber trotzdem gerne Ihrer Arbeit mit Ihren Chefs und Kollegen nach, egal, was die anderen sagen?

Bitte machen Sie sich den Unterschied verschiedener Betriebe klar:
SchulBERTIEB und WirtschaftsBETRIEB.

Beim zweiten gibt es eine Personalabteilung, die neue Kollegen einstellt. Wenn es gut läuft, reden die verschiedenen Abteilungen miteinander. Neue Mitarbeiter unterliegen normalerweise einer Kündigungsmöglichkeit, die beide Seiten betrifft: Betrieb und Mitarbeiter können kündigen.
Wenn in Abteilungen die Zusammenarbeit nicht klappt, gibt es entweder Kündigungen, Umverteilungen oder auch weniger feines „Rausmobben“. Das kennt vermutlich jeder, der in der Wirtschaft arbeitet.
Wenn mich das Umfeld in meinem Betrieb krank macht, dann wechsle ich den Betrieb. Notfalls fängt mich das Arbeitsamt auf.

Stellen Sie sich jetzt vor, es kommt ein Brief vom Staat, Sie müssen sich im Betrieb X melden und dort zum Ersten in drei Monaten anfangen. Vorher werden Sie noch zu einer obligatprischen Eignungsuntersuchung eingeladen. Sie lernen am ersten Tag Ihren Chef kennen und all die anderen Kollegen, die ebenfalls neu sind. Sie haben keine Kündigungsmöglichkeit und auch keine Möglichkeit, die Gruppe zu wechseln. Wenn Sie zuhause erzählen, dass Sie mit der neuen Situation nicht so gut zurecht kommen, fängt Ihre Familie an über Ihren Chef herzuziehen und über manche Kollegen. In ihrem Kummer haben Sie zuhause ein wenig übertrieben bei den Erzählungen … aber das merkt ja keiner.
Das blöde ist nur, dass Sie ja keine Wahl haben: Sie müssen heden Tag aufstehen und da hingehen … 9 Jahre lang … so lange ist es UNKÜNDBAR.

Vielleicht wäre es an dieser Stelle besser, Sie würden Ihrem Betrieb und Ihren Mitschülern … ääh – ne …. – äähh … Kollegen die Chance geben miteinander auszukommen.

Lernen Sie dabei, dass man sich alle Probleme sagen kann und darüber sprechen kann, solange Sie sich ruhig verhalten, den anderen achten, ihm in die Augen blicken und den Antworten ruhig zuhören. Gemeinsam nach einer Lösung suchen, die für alle tragbar ist. Jeder rpckt ein wenig vom „ich“ in Richtung „wir“.

Das ist die einzige Möglichkeit, wie man in der „Zwangsgemeinschaft“ Schule miteinander auskommen kann, voneinander lernen kann …

Unschöne Gedanken über ihre tägliche Arbeit, der Sie nicht entrinnen KÖNNEN, ausgesprochen von Personen, die NIEMALS DABEI WAREN, sind für Ihr Seelenheil in dem Moment nicht förderlich.

Kinder sind noch keine Erwachsenen, die eine gefestigte Meinung von etwas haben. Sie suchen noch und orientieren sich an ihrer Umwelt. Zwei starke Parteien sind dabei das Elternhaus und die Schule. Wenn beide gegeneinander arbeiten, befördert das die Kinder in einen psychologischen Zwiespalt, denn sie können sich aus keiner der beiden Parteien ausklinken. Sie MÜSSEN einen Konsens finden, mit dem sie leben können. … und sie werden dabei alleine gelassen …

Letztendlich kann soetwas bei Jugendlichen zu psychischen Problemen führen … an wem sollen sie sich denn orientieren … wer hat denn Recht… wie sollen sie sich verhalten?

Besser …
… wenn Kinder vom Angebot der Schule positiv profitieren, weil ihre Eltern sie immer wieder dahingehend auffordern und ihnen positiven Input und positive Rückmeldung geben, sie ein wenig in die richtige Richtung schieben (idealerweise die selbe wie die Schule), dann hätten die Jugendlichen einen Weg, der klar zu sehen ist. Der Weg ist nicht immer einfach, da muss man sich manchmal anstrengen, wenn man weiter kommen möchte, aber es lohnt sich. Man muss sich vielleicht auch mit anderen arrangieren, Kompromisse eingehen, zurückstecken … wenn das alle machen, gehört es einfach dazu.

Es ist immer wieder spannend, wenn man SuS in der Mitte der 7. Klasse vorrechnet, dass die ersten Mitschüler nach der 9. Klasse (also in 2,5 Jahren … das ist genau so lange, wie sie schon an der weiterführenden Schule sind), die Schule verlassen, um Arbeiten zu gehen.
Was sie dann machen wollen?
“ …auf der Schule bleiben, Abitur …“ ist die häufigte Antwort (nahezu egal, welche Noten sie haben).

Liebe Eltern, googeln Sie doch bitte einmal mit Ihren Kindern (die sich in der Unterstufe befinden) beim Arbeitsamt. Da gibt es tolle Berufsvorstellungen. Da kann man auch sehen, welche Voraussetzungen man erfüllen muss, um seinen Wunschberuf zu bekommen. Auch das motiviert und schafft eine positive Denkweise den Leistungsbewertungen gegenüber.

… da weiß man wenigstens, wofür man sich anstrengen soll … man hat ein Ziel …

So isses
2 Monate zuvor
Antwortet  Ça me fatigue

Genau und diesen Jugendlichen, die sich genau erkundigt haben, Ferienarbeit und Praktikum in einem Betrieb gemacht haben und den Arbeitsvertrag schon in der Tasche haben, wird vorher von der Schule noch einer „reindrückt“. Sitzenbleiber. Arbeitsvertrag im Ar…, Schuljahr wiederholen. Wie motivieren Sie den? Wie motivieren Sie die Kinder, bei denen der Lehrer sagt, „mit euch fahr ich nicht auf Klassennfahrt, ihr seid die schlimmste Klasse der Schule“? Wie motivieren Sie die Kinder, die viel soziale Arbeit Leisten (Streitschlichter, Paten, Fllüchtlingshilfe…, die sich um Kinder in häuslicher Gewalt kümmern)? Die sich trotzdem noch positiv über 2 vorhandene Lehrer äußern, in der Grundschule von 4 Jungs bedroht wurde (wir bringen deine Mama um) und verpflichtet wurde zum Kinderpsychiater zu gehen?Wenn ich das ganze Geschwafel schon höre. Irgendwann ist Schluss mit Motivation.

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  So isses

Von welcher Extremsituation sprechen Sie denn da? Dieses Horrorszenario kann ja wohl nicht die Regel sein und sollte schnellstens zu einer Krisensitzung führen mit allen beteiligten Eltern und Lehrern. schon mal mit Gesprächen probiert?

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  So isses

Miteinander reden!
Höflich, wertschätzend! Über lange Zeit, nicht erst urplötzlich kurz vor Torschluss zum allerersten Mal!

Bei uns gab’s das von Ihnen beschriebene Vorgehen nicht, niemals hab ich so etwas erlebt!

Im Gegenteil:
Ich erinnere einen Jungen, der sehr versetzungsgefährdet war, die Eltern uns hoch und heilig versprachen, ihr Kind würde sicher nach der 10. Klasse (Gymnasium) abgehen, wenn er doch nur … . Lehrstelle … !

Unsere Entscheidung:
Gnade vor Recht, überaus wohlwollend und schülerfreundlich, … . Aber dann! Schüler tauchte doch wieder bei uns im Unterricht auf, saß in der 11. Klasse.

Wer hat uns denn hier ausgetrickst, uns „verar…“?

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  So isses

Nun, hier scheint es um einen Einzelfall zu gehen.

Bei uns wird dann eher ein Auge zugedrückt.

Nicht auf Klassenfahrt – Selbstschutz der Lehrkraft.

Carsten60
2 Monate zuvor
Antwortet  Ça me fatigue

„Zwangsgemeinschaft“
Ja, die Schule ist für die Kinder eine Zwangsgemeinschaft, der man zwar durch einen Schulwechsel entkommen kann, aber dann in eine andere Zwangsgemeinschaft gerät. Das muss Auswirkungen auf die innere Einstellung haben, etwa so wie Sie beschreiben: ich bin hier, um Abitur zu machen, alles andere ist nebensächlich.
Aber dann sehe ich nicht mehr den tieferen Grund für das, was normalerweise „Klassengemeinschaft“ genannt wird. Wieso erwartet man das „zwangsläufig“ in einer Zwangsgemeinschaft? Ein gewisses Minimum an zivilisiertem Betragen den anderen gegenüber ist natürlich unvermeidlich und muss eingefordert werden, das würde ich als „Sozialkompetenz“ verstehen, also die Fähigkeit, da überhaupt mitzumachen. Aber wird die Idee einer „Gemeinschaft“ nicht oft überhöht als „soziale Einheit“ mit „Gemeinschaftsgefühl“ oder sogar „soziales Ballett“? Ist dieses Gefühl zwingend? Nicht selten gibt’s ja Cliquen, die dann auch noch um die Führung konkurrieren. Dann gibt’s eine Hackordnung statt einer Gemeinschaft. In einen Verein geht man freiwillig, da macht das Wort „Gemeinschaft“ viel mehr Sinn.

Teacher Andi
2 Monate zuvor
Antwortet  Schulefuerkinder

Authentisch? Warum sind Sie nicht authentisch, wenn Sie versuchen, Ihre Kinder für die 9 Jahre positiv zu rüsten? Meinen Sie vielleicht stattdessen arrogant oder egoistisch? Besserwisserisch? Das hilft dem Kind nicht. Lesen Sie mal gründlich den treffenden Beitrag von Ça me fatigue auf Ihren ausführlichen Kommentar hin. Da müssten Sie schon ein bisschen innehalten!

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Schulefuerkinder

„News for teachers“ (n4t) ist doch ein Forum für Lehrkräfte, oder etwa nicht?

Konstruktive (!!) sachliche Kritik ist sehr wohl immer erwünscht!
.
Natürlich höflich vorgetragen und auf wertschätzende (!) Zusammenarbeit von Elternhaus und Schule ausgelegt! Und Akzeptanz der Expertise der LehrerInnen.

Destruktive Kritik jedoch ist nicht hilfreich für Ihre Kinder!

Und somit überhaupt nicht förderlich, nicht zielführend für den Unterrichtserfolg und die Schulkarriere Ihrer Kinder!

Denn sabotierende Bemerkungen, die die fachliche und/oder persönliche Autorität bzw. Arbeit der Lehrkräfte untergraben, verunsicheren Ihre Kinder.

Was verstehen Sie denn unter „echt“, „authentisch“???

Etwa persönliches Urteil über Schule, Arbeit von LehrerInnen? Auf welcher Grundlage? Warum keine Wertschätzung, keine positiven Gespräche darüber?

Könnte es sein, dass Sie selber „schulgeschädigt“ sind, schulisch nicht das erreicht haben, was Sie sich erträumten?

Resultierender „Lehrerhass“ wäre dann echt ein sehr schlechter Ratgeber und Sie würden Ihren Kindern einen Bärendienst erweisen.

(Nur) negative Gespräche machen Ihre Kinder sicher nicht lernwilliger, leistungsbereiter und damit letztlich erfolgreicher! Wollen Sie das wirklich?

Riesenzwerg
2 Monate zuvor
Antwortet  Schulefuerkinder

Nun, wenn sich Lehrers hier echt und authentisch über bestimmte „Sorten“ von Kinderproduzenten – bewusst gewählter Ausdruck – äußern, sind sie unengagiert, nicht tragbar, faule Säcke, Lügner, an Kindern nicht interessiert, …..

Maja
2 Monate zuvor
Antwortet  Schulefuerkinder

Im Prinzip ist Authentizität auch richtig. Bei sehr jungen Kindern wäre ich mit Kritik an Schule und Lehrern aber vorsichtig. Vor allem Schulanfänger sind noch sehr abhängig von der Meinung der Eltern.
Wenn diese viel meckern und mosern, ist das zu Hause zwar unterhaltsam und oft auch tröstlich, doch den täglichen Gang zur Schule und die Bereitschaft zum Lernen erleichtert das nicht gerade.
Besser wäre ein 4-Augen-Gespräch mit den Lehrkräften wenn Sie irgendetwas negativ sehen.

Gabriele
2 Monate zuvor
Antwortet  Maja

Liebe Maja,

sehr gute Idee! Bei Problemen, auch um evtl. Missverständnisse zu klären, sehr hilfreich!
Nur so ergibt sich eine aufbauende Lernatmosphäre für die Kinder.
Eltern und LehrerInnen müssen zum Wohle unserer Kinder an einem Strang ziehen, ein wertschätzendes Miteinander anstreben.

Offene, klare, manchmal auch sehr deutliche Worte sind auf beiden Seiten nötig. Immer höflich im Ton, wohlmeinend aufeinander zugehen – und sehr diplomatisch vorgehen!
Im Berufleben ja auch unabdingbar, entsprechendes Kommunikationsverhalten mit ChefIn und KollegInnen zu pflegen. Nur das verspricht Konflikt- bzw. Problemlösung.

Ça me fatigue
2 Monate zuvor
Antwortet  Maja

Liebe Maja, ich bin der Meinung, dass das nicht nur für jüngere Kinder gilt. Gerade ältere Kinder sind sehr gut im „Parteien gegeneinander ausspielen“ und im „gekonnt Fakten weglassen“.
Klärende Gespräche sind IMMER wichtig, wenn es irgendwo „klemmt“.

Cosima
2 Monate zuvor

Gemeinsam? (Mit-)Verantwortung der Eltern? Motivation?

Ich bin mit meiner Jüngsten (7.Kl, Gy) in diesem Schuljahr viel außerschulisch unterwegs gewesen. Das kostet Zeit (Urlaubstage, weil Lernorte nicht unbedingt mit den Öffnis [zeitnah] erreichbar) und Geld. Das Ziel: stattgefundene Unterrichtsausfälle halbwegs einzufangen und Basics weiterzuentwickeln. Ich brings am Bsp.: Im Fach Englisch gab es zig Unterrichtsausfälle im Schuljahr, kompensiert (oder auch nicht, weil nicht nach Bildungsplan) durch u.a. zwei Workshops und einem Feriencamp, im Ergebnis mehr als 100 UE. Nebeneffekt: durchaus viel Spaß im Erleben und neue Freunde/ Peer-Gruppen… Ich würde mich gern auf den Partner Schule etwas mehr verlassen wollen, wenn denn der dortige Unterricht mal durchgängig stattfindet.
Was mag der kommende Herbst und kommende Winter in den Schulen mit sich bringen (Corona, Energie)?

Und NEIN@Carsten60, die Super-Kids sind nicht (zwingend bzw. vorrangig) auf den Super-Gymnasien zu finden.

Carsten60
2 Monate zuvor
Antwortet  Cosima

Wo soll ich behauptet haben, „Super-Kids“ seien auf „Super-Gymnasien“? Das Gymnasium kann man sich vielfach gar nicht aussuchen, weil es nur eins in erreichbarer Nähe gibt. Umgekehrt können sich die Gymnasien ihre „Kids“ auch nur sehr bedingt aussuchen. Aber ich gehe doch davon aus, dass Talente in der Grundschule auch entdeckt werden und dass dann eine Gymnasialempfehlung fällig ist. Was halten Sie denn von dem, was die Karg-Stiftung hier bei news4teachers zur Begabtenförderung von sich gegeben hat?.

Cosima
2 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Mein Ältester hat gerade sein Abi auf einem Wirtschaftsgymnasium gemacht, Schnitt 1,x. Er ist vor Jahren ganz ohne Empfehlung von einer Grund- in eine Gemeinschaftsschule gewechselt. Vorhin hatte ich die Zahlen für SH gelesen. Es gab eine Reihe von Gemeinschaftsschulern, die ihr Abi mit 1,0 gemacht haben. Was wäre da auf Gymnasien noch besser gelaufen?

Carsten60
2 Monate zuvor
Antwortet  Cosima

Dass man an Gesamt- oder Gemeinschaftsschulen auch ein Abitur machen kann, ist ja schon lange so und ist auch okay, und natürlich gibt’s auch da gute Leute. Aber Sie können nicht nur mit Einzelfällen argumentieren. Ein 1,9-Abitur ist in Berlin mit einem 2,1-Durchschnitt kaum noch überdurchschnittlich. Also ich würde auf einen Notendurchschnitt an einem beruflichen Gymnasium nicht so besonders stolz sein. Es ist bekannt, dass dort das Abitur am leichtesten erreichbar ist (so im allgemeinen, nicht in jedem Einzelfall). Gerüchte besagen, dass schwächere Gymnasiasten nach der Sek I gern auf berufl. Gymnasien wechseln. Entscheidend ist, was danach kommt, etwa bei einem BWL/VWL-Studium.
Was an einem Gymnasium für gute Schüler besser ist? Sie kommen eher und mehr mit anderen guten Schülern in Kontakt als an Gesamtschulen. Somit kommen sie auch in andere Cliquen und so. Das kann sich durchaus auswirken. Für die weitere Zukunft kann es besser sein, ein Abitur an einem anspruchsvollen Gymnasium mit 1,7 oder so zu machen als ein Discount-Abitur mit 1,3 anderswo. Wir haben eine Noteninflation so wie eine Immobilienblase mit irrsinnig hohen Preisen. Beides kann abstürzen.
Oder nehmen Sie als Vergleich den Profifußball: Ein Spieler in der ersten Mannschaft von Bayern München (auch wenn er kein großer Star ist) wird vermutlich mehr können als jemand in der 3. Liga, der dort ganz hoch gelobt wird. Dafür sorgen der „Markt“ und natürlich auch Unterschiede beim Training. Und auch bei Schulen gibt es einen „Markt“, und man kann das Abitur als „Training“ für ein Studium auffassen. An einem anspruchsvollen Gymnasium wird sozusagen auch „härter trainiert“. Wer nicht studieren will, der sieht das (auch mit Recht) anders.

Cosima
2 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Es ist natürlich alles eine Frage des Einzelfalls. Erfolg haben oder Scheitern kann man mit jedem Abiturzeugnis, egal von welcher Bildungseinrichtung. Das Zeugnis allein sagt sehr wenig aus. Interessant kann z.B. sein, was der Bewerber sonst noch so „mitbringt“, z.B. außerschulische Kompetenzen. Der Bewerber sollte im Vorstellungsgespräch rundum überzeugen können. Und natürlich kann auch das sog. „Vitamin B“ eine Rolle spielen.

Cosima
2 Monate zuvor
Antwortet  Carsten60

Habe schnell mal überflogen, was in dem von Ihnen benannten Beitrag steht. Ehrlich? Ist nicht mein Ding. Begabt/ Hochbegabt heißt nicht zwingend gleich intelligent/ hochintelligent. Nehmen Sie den (hoch-) begabten Fußballspieler in der BL. Der muss nicht zwingend ein Abi besitzen. Meine Erfahrung ist, außerschulische Curricula zu nutzen, wenn solche für die Kids angeboten werden. Sie kosten einen (Eigen-)Anteil und auch Zeit (oft Wochenenden), sind aber stärker an den realen Bedürfnissen draußen ausgelegt.

Georg
2 Monate zuvor
Antwortet  Cosima

Es gibt körperliche und kognitive (Hoch-) Begabungen. Am Gymnasium geht es um kognitive Begabungen, zu deren Rückbesinnung auch der Philologenverband aufruft.

Cosima
2 Monate zuvor
Antwortet  Georg

Die Rückbesinnung bzw. gar Rückkehr ist schon allein deswegen nicht möglich, weil es dafür keine wirkliche Lobby und auch keine Mittel gibt. Das mag vielleicht unschön sein, aber es ist so. Einfach mal nach vorn schauen.