OECD-Bericht zur Bildung in Deutschland – Schleicher: Wie der Lehrerberuf für junge Menschen attraktiver werden könnte

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BERLIN. Die OECD stellt dem deutschen Bildungssystem in einem Bericht erneut ein durchwachsenes Zeugnis aus. Die Schere geht immer weiter auseinander: Es gibt einerseits mehr junge Menschen mit höheren Abschlüssen, andererseits aber auch mehr, die weder Ausbildung noch Arbeit haben. Der Lehrermangel in Deutschland hat angeblich weder mit zu wenig Geld noch mit einer zu hohen Unterrichtsverpflichtung zu tun – PISA-Koordinator Prof. Andreas Schleicher mahnt mehr Karriereoptionen und Teamwork für Lehrkräfte an.

«Es geht weniger daum, den Lehrerberuf finanziell attraktiver zu machen, das ist er schon“: PISA-Koordinator Andreas Schleicher. Foto: OECD

Der Anteil jüngerer Menschen mit einem hohen Bildungsabschluss hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten nach OECD-Angaben in Deutschland deutlich erhöht. Allerdings ist zuletzt auch der Anteil derjenigen gestiegen, die ohne Ausbildung und Arbeit dastehen. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) legte am Dienstag in Berlin Zahlen dazu vor. Der jährliche Bericht «Bildung auf einen Blick» enthalte «wie immer Licht und Schatten», sagte Kornelia Haugg, Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium.

2021 hatten demnach 36 Prozent der 25- bis 34-Jährigen in Deutschland einen sogenannten Tertiärabschluss, im Jahr 2000 waren es noch 22 Prozent. Als Tertiärabschluss wird etwa ein Abschluss an einer Universität oder Fachhochschule bezeichnet oder ein Meister im Handwerk. Als Gründe für den Anstieg werden eine steigende Nachfrage nach hochqualifizierten Fachkräften genannt und bessere Verdienstmöglichkeiten – von einem «Akademisierungswahn», der immer wieder beklagt wird, kann also keine Rede sein. OECD-Bildungsdirektor Andreas Schleicher sprach von einem «sehr hohen Einkommensbonus» bei höheren Abschlüssen. «Bildung zahlt sich aus», sagte Schleicher.

«Tertiärabschlüsse sind häufig mit besseren Beschäftigungsaussichten verbunden. Deutschland bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme»

Das lässt sich anhand der Zahlen nachweisen. Im Schnitt der OECD-Länder verdienen Vollzeitbeschäftigte mit Hochschulabschluss oder Meister demnach rund 50 Prozent mehr als Arbeitskräfte mit Berufsausbildung oder Abitur und fast doppelt so viel wie Arbeitskräfte ohne berufliche Ausbildung oder mit mittlerem Schulabschluss. Hochqualifizierte sind zudem seltener von Arbeitslosigkeit betroffen. So heißt es in dem Bericht: «Tertiärabschlüsse sind häufig mit besseren Beschäftigungsaussichten verbunden. Deutschland bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. In der Altersgruppe der 25- bis 34-Jährigen war die Beschäftigungsquote der Arbeitskräfte mit Tertiärabschluss 2021 in Deutschland um 29 Prozentpunkte höher als die der Arbeitskräfte ohne Abschluss des Sekundarbereichs II und um 5 Prozentpunkte höher als die der Arbeitskräfte mit einem Abschluss des Sekundarbereichs II oder einem postsekundären nichttertiären Bildungsabschluss.»

Auch wenn Deutschland bei den Tertiärabschlüssen einen beträchtlichen Anstieg verzeichnet, bleibt dieser jedoch deutlich unter dem OECD-Durchschnitt – der bei 21 Prozentpunkten liegt (nämlich von 27 auf 48 Prozent). «Durch diesen vergleichsweise langsamen Anstieg der Tertiärabschlussquote hat sich der Abstand zwischen Deutschland und den meisten anderen OECD-Ländern weiter vergrößert. Während der
Anteil der 25- bis 34-Jährigen mit Tertiärabschluss in Deutschland im Jahr 2000 noch
5 Prozentpunkte unter dem OECD-Durchschnitt lag, waren es 2021 bereits 12 Prozentpunkte.»

Andererseits: Fast jeder zehnte junge Mensch in Deutschland geht dem Bericht zufolge aber auch weder einer Ausbildung noch einer Arbeit nach. Der Anteil der 18- bis 24-Jährigen, die das betrifft, ist von 8,2 vor Corona auf 9,7 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), Karin Prien (CDU) sieht eine Ursache in der Zuwanderung der vergangenen Jahre. Sie nannte die Entwicklung «erklärbar, aber nicht befriedigend». Man müsse sich diesen Jugendlichen und jungen Menschen offensichtlich noch intensiver zuwenden.

Von der Grundschule bis zur Universität gibt Deutschland dem Bericht zufolge mehr Geld für jeden Bildungsteilnehmer aus, als der OECD-Durchschnitt – in absoluten Zahlen allerdings nur. 2019 waren es umgerechnet 14.632 US-Dollar (OECD-Schnitt 11.990 Dollar). Pro Schüler oder Schülerin kamen vom 6. bis zum 15. Lebensjahr umgerechnet 121.000 Dollar an Bildungsausgaben zusammen (OECD-Durchschnitt 105.502 Dollar).

«Die Attraktivität des Lehrerberufs hängt von zahlreichen Faktoren ab. Das Gehalt und die Unterrichtsverpflichtung spielen dabei eine große Rolle»

Setzt man die deutschen Bildungsausgaben allerdings in Relation zur Wirtschaftskraft, sehen die Zahlen anders aus – Deutschland liegt deutlich unter dem Durchschnitt: «2019 gaben die OECD-Länder im Durchschnitt 4,9 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Bildungseinrichtungen vom Primar- bis zum Tertiärbereich aus. In Deutschland lag der entsprechende Anteil bei 4,3 Prozent.» Auch in Relation zu den Staatsausgaben zeigt sich das mäßige Engagement: «Die öffentlichen Bildungsausgaben vom Primar- bis zum Tertiärbereich machen in Deutschland 9,2 Prozent der öffentlichen Gesamtausgaben aus und sind damit niedriger als im OECD-Durchschnitt (10,6 Prozent).» Zur Einordnung: Zur OECD gehören Industrieländer wie die USA, Dänemark und Japan – aber auch Schwellenländer wie Kolumbien, Costa Rica und die Türkei.

Der Lehrkräftemangel in Deutschland hat nach Einschätzung der Experten allerdings nichts mit fehlendem Geld zu tun. Die Durchschnittsgehälter in der Mittelstufe in Deutschland etwa zählten den Angaben zufolge zu den höchsten im OECD-Raum.

So heißt es in dem Bericht:

  • «Viele Länder haben Schwierigkeiten, eine ausreichende Zahl qualifizierter Lehrkräfte einzustellen und zu halten. Die Attraktivität des Lehrerberufs hängt von zahlreichen Faktoren ab. Das Gehalt und die Unterrichtsverpflichtung spielen dabei eine große Rolle. Im Hinblick auf diese beiden Aspekte bietet Deutschland im Vergleich zu vielen anderen OECD-Ländern gute Bedingungen. Die Durchschnittsgehälter von Lehrkräften des Sekundarbereichs I (…) sind mehr als doppelt so hoch wie im OECD-Durchschnitt.»
  • «Die tatsächlichen Gehälter von Lehrkräften sind im Schnitt immer noch in fast allen OECD-Ländern und in fast allen Bildungsbereichen niedriger als das Erwerbseinkommen der Arbeitskräfte mit Tertiärabschluss. Deutschland stellt in dieser Hinsicht eine der wenigen Ausnahmen dar. Die Lehrkräfte des Sekundarbereichs I (allgemeinbildender Zweig) verdienen in Deutschland fast genau so viel wie die übrigen Beschäftigten mit Tertiärabschluss im Durchschnitt.»
  • «Die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeit von Lehrkräften ist mit 1.795 Stunden pro Jahr hoch, das jährliche Unterrichtspensum von Lehrkräften des Sekundarbereichs I beträgt jedoch nur 641 Stunden, verglichen mit einem OECD-Durchschnitt von 711 Stunden. Dadurch haben Lehrkräfte in Deutschland mehr Zeit für die Unterrichtsvorbereitung und für Interaktionen mit den Schüler*innen außerhalb des Unterrichts, was auch der Unterrichtsqualität zugutekommt.»
  • «Zwischen 2015 und 2021 sind die gesetzlichen bzw. vertraglich vereinbarten Gehälter von Lehrkräften des Sekundarbereichs I (allgemeinbildender Zweig) mit 15 Jahren Berufserfahrung und den häufigsten Qualifikationen im OECD-Durchschnitt real um 6 Prozent gestiegen. In Deutschland belief sich der Anstieg auf 10 Prozent und lag damit über dem OECD-Durchschnitt.»
  • «Die Arbeitszeit von Lehrkräften umfasst neben dem Unterricht auch andere Tätigkeiten wie Unterrichtsplanung und -vorbereitung, Bewertung von Schülerleistungen, sowie Kommunikation und Zusammenarbeit mit Eltern bzw. Erziehungsberechtigten. Für solche Tätigkeiten werden in Deutschland im Sekundarbereich II formal 66 Prozent der Arbeitszeit der Lehrkräfte veranschlagt. Im OECD-Durchschnitt sind es 56 Prozent.»

Um mehr junge Menschen für den Beruf zu begeistern, muss dieser Schleicher zufolge attraktivere Karrierechancen und -wege bieten und Möglichkeiten, professionell im Team zu arbeiten, etwa bei der Entwicklung von Unterricht.

Positiv hervorgehoben wird, dass viele Kinder in Deutschland an frühkindlicher Bildung teilnehmen. 39 Prozent der unter Dreijährigen besuchten 2020 in Deutschland eine Kita oder eine andere Tageseinrichtung. Das ist deutlich über dem OECD-Schnitt (27 Prozent) und mehr als eine Verdopplung im Vergleich zu 2005 (17 Prozent). Bei den drei- bis fünfjährigen liegt die Quote bei 94 Prozent, was ebenfalls überdurchschnittlich ist. Deutlich besser ist auch das Betreuungsverhältnis: In Deutschland kümmert sich den Angaben zufolge ein Erzieher oder eine Erzieherin um sieben Kinder, im OECD-Mittel sind es 13 Kinder pro Fachkraft.

Auch mit einem Märchen räumen die Expertinnen und Experten auf: nämlich dass in Deutschland auf dem Höhepunkt der Pandemie die Schulen mit am längsten geschlossen gewesen seien. Wörtlich heißt es in dem Bericht: «Wie in den meisten anderen OECD-Ländern wurden auch in Deutschland die Schulen im Schuljahr 2021/22 nicht vollständig wegen der Covid-19-Pandemie geschlossen. Mit höchstens 85 Tagen vollständiger Schulschließungen während der gesamten Pandemie (bezogen auf den Sekundarbereich I) bewegt sich Deutschland in der Nähe des OECD-Durchschnitts.» News4teachers / mit Material der dpa

Schleicher im Interview: „Eine Technologie des 21. Jahrhunderts passt nicht mit einer Pädagogik aus dem 20. Jahrhundert zusammen“

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Orionus
1 Monat zuvor

Ja und warum wollen dann in Deutschland immer weniger Menschen Lehrer*in werden, wenn doch alles gar nicht so schlimm ist?…
Fehlende Karrierechancen sind irgendwie nicht der Grund, wir steigen halt schon relativ hoch ein.
Und um bessere Teams zu bilden, bräuchte man auch mehr Leute, die im Team arbeiten können.

Last edited 1 Monat zuvor by Orionus
Georg
1 Monat zuvor
Antwortet  Orionus

Oder zeitliche Kapazitäten, so etwas organisieren zu können.

Lakon
1 Monat zuvor

Schleicher ist seit 2 Jahrzehnten eine der prägenden Personen und mitverantwortlich für den Weg, den Bildung in Deutschland derzeit nimmt.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Lakon

Solche Leute fühlen nie eine Verantwortung für das, was sie früher gesagt oder gemacht haben. Das ist genau das Problem mit Schulreformen. Niemand übernimmt Verantwortung, wenn eine Reform ein Flop wird.

Realist
1 Monat zuvor

Immer der Quatsch mit dem „OECD-Durchschnitt“ beim Gehältervergleich: Mit dem „OECD-Durschschnitt“ kann man sich in einer deutschen Großstadt keine Wohnung leisten. Es zählt nicht der ominöse „OECD-Durchschnitt“ bei den Lehrergehältern, sondern der Durschschnitt der Gehälter, die man in Deutschland bei vergleichbarem Bildungsabschluss (fünf Jahre Uni-Studium und anschließend mind. 1,5 Jahre Referendariat) erreichen kann. Keinen interessieren die Gehälter in Rumänien (die auch in den „OECD-Durschschnitt“ einfließen)

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Das wird aber Kaufkraft-bereinigt. Das gilt auch für das durchschnittliche Pro-Kopf-Einkommen in einem Land.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Das Durchschnittseinkommen ist ein statistisches Totschlagargument ohne jegliche Beweiskraft.
Aussagekräftiger ist da der Median- oder auch Zentralwert. – Nur den verstehen meist nur die Eingeweihten.
Beispiel gefällig?

A verdient 2 EUR, B verdient 3 EUR und C erhält 100 EUR.
Das arithmetisches Mittel (Durchschnittswert) 105 / 3 = 35 EUR für jeden.
Der Median (Zentralwert) liegt aber bei 3 EUR. D.h. A verdient genau einen Euro weniger, C aber 97 EUR mehr.

Die Frage ist also, wie hoch liegt das Einkommens einer Lehrkraft über dem Median aller sozialversicherungspflichtig beschäftigten Arbeitnehmer eines Landes. Dabei interessiert allerdings aufgrund der unterschiedlichen Beschäftigungsverhältnisse (angestellt vs. verbeamtet) der Nettobetrag der gezahlten Entgelte.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Wieso gerade der Median? Was ich meinte, war eine Anpassung nach dem Preisniveau in den unterschiedlichen Ländern.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Der OECD-Durchschnitt für die SekI wird ein Mittel aus A12, A13 und A14 + Angestellten-Tarife bilden, da die Lehrkräfte ja unterschiedlich bezahlt werden. Aber so kann man dann weiter erzählen, dass die Gehälter über dem Durchschnitt wären, während man weiterhin in einigen BL vielen Lehrkräften der 1.-10. Klasse A13 versagt, obwohl Master + 2. Examen vorliegen.

Auch die erteilten Unterrichtssstunden sind unterschiedlich.
Unberücksichtigt bleibt die unterschiedliche Ausbildung und auch, dass Lehrkräfte in D mehr als 1 Fach unterrichten.

Dass die Zahl der Unterrichtsstunden vielen unrealistisch erscheint, haben sie schon geschrieben.

Der Schnack mit den Karrierechancen entspricht dem Gedanken, dass Menschen dann ja effizienter arbeiten. Ich warte nun sehnsüchtig auf diejenigen, die ganz effizient ihr Deputat ableisten und das bisschen Büroarbeit in der Behörde außerunterrichtlich erledigen.

Ann
1 Monat zuvor

Welchen Bildungsabschluss haben die Leute die diese Studie verfassen? Mehr als Grundschule kanns ja nicht sein, wenn logisches Denken hier fehlt. In anderen Ländern ist es noch beschissener, deswegen kann es hier ja auch kacke sein… Sich einmal anzuhören was die Lehrer hier sagen, die massenhaft den Beruf verlassen und dagegen zu lenken ist wohl zu schwer…

Gelbe Tulpe
1 Monat zuvor

Das 80-Stunden-Wochen-Referendariat, übermäßig viel eigenverantwortlichen Unterricht zum Löcher stoppfen und oft unklare Leistungserwartungen zeigen den jungen Menschen doch, dass sie nicht im Lehrerberuf erwünscht sind. Da studieren viele doch lieber etwas anderes. Vielleicht sollte man da ansetzen.

Chris
1 Monat zuvor

Karrierechancen sind nicht das Hauptproblem. Das Standing des Lehrerberufs in der Gesellschaft ist das woran es hakt. Wir als Lehrer müssen uns für jeden Scheiß rechtfertigen und bekommen eh nur zu hören, daß wir alle überbezahlte Faulenzer sind. Das Schmerzensgeld, das einem da jeden Monat überwiesen wird, gleicht bei vielen Studenten die Nachteile des Berufs einfach nicht aus.
Mit der Arbeitszeiterfassung ist es ähnlich. Ich bin mal gespannt, wie bei uns in Zukunft die konkreten Arbeitszeiten erfaßt werden und ob dann bei Klassenfahrten die Schüler im Drei-Schicht-Betrieb von uns Paukern beaufsichtigt werden. Schließlich habe ich als Lehrer auch bei einer mehrtägigen Klassenfahrt nach 8 Stunden (in Ausnahmefällen 10 Stunden) Feierabend und kann dann eben nicht mehr nachts für Ruhe in der Jugendherberge sorgen. Auch kann ich abends um 22 Uhr keine Eltern mehr anrufen oder mir sonntags den Vertretungsplan für Montag mehr ansehen, weil ich sonst meine 11-stündige Nachtruhe bzw. 36-stündige ununterbrochene Wochenendruhe nicht mehr einhalten kann. Das Lesen des Vertretungsplans ist Arbeitszeit, auch wenn es nur eine Minute dauert!

Polumin
1 Monat zuvor

Schlecht organisierte Schulen.
Volle und laute Klassen.
Verbeamtete Lehrer verdienen gut – das stimmt – aber nicht jeder ist verbeamtet oder möchte verbeamtet sein. Diese Menschen verdienen sicher nicht das zweifache des Durchschnitts.
Schlecht ausgestattete Schulen

Möchte auch gerne wissen WOHER der Herr die Arbeitszeiten nimmt.

Apocolocyntosis
1 Monat zuvor
Antwortet  Polumin

„Verbeamtete Lehrer verdienen gut – das stimmt“. Das stimmt tatsächlich in gewisser Hinsicht. Die Rechnung geht allerdings nicht mehr auf, wenn man lange Zeit aus familiären Gründen nur in Teilzeit arbeiten kann oder zu der ganz großen Mehrheit gehört, die vorzeitig vor Erreichen der regulären Pensionsgrenze aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst ausscheiden muss. Besonders gekniffen sind oft auch die Lehrkräfte so zwischen 50 und 60 Jahren, die es an Schulen kaum gibt: Sie hatten wegen des lange vorherrschenden Einstellungsstopps oft viele Jahre Gelegenheitsjobs ausgeübt, ehe sie beim plötzlichen Bedarf allerorten in die Schulen gerufen und dort ins kalte Wasser geworfen wurden, oft mit Funktionen überhäuft und so ebenfalls frühzeitig in die Dienstunfähigkeit wankend.

Marianne
1 Monat zuvor
Antwortet  Apocolocyntosis

Die Rechnung geht allerdings nicht mehr auf, wenn man lange Zeit aus familiären Gründen nur in Teilzeit arbeiten kann oder zu der ganz großen Mehrheit gehört, die vorzeitig vor Erreichen der regulären Pensionsgrenze aus gesundheitlichen Gründen aus dem Dienst ausscheiden muss.
Das stimmt. Aber: Wo zum Henker ist das anders?
Ist die Maxime: Vollzeitgehalt für alle, egal in welchem Umfang sie arbeiten, weil alles andere wäre ungerecht?
Ist in jedem Fall ein interessanter Ansatz.

Apocolocyntosis
1 Monat zuvor
Antwortet  Marianne

Das ist richtig, aber ich weiß von kaum einem anderen Beruf, in dem nur eine kleine Minderheit bis zur regulären Altersgrenze durchhält / durchhalten kann. Und ich weiß nicht, ob es in anderen Berufen auch so ist, dass diejenigen, die in Teilzeit arbeiten, so überdurchschnittlich viel unbezahlte Mehrarbeit leisten, wie es die wissenschaftlichen Arbeitszeitstudien für Lehrkräfte nachgewiesen haben.

Apocolocyntosis
1 Monat zuvor
Antwortet  Marianne

Leider ist der erste Versuch meiner Antwort hierauf verschwunden. Prinzipiell ist das richtig. Allerdings dürfte es kaum in einem anderen Beruf so sein, dass es nur eine kleine Minderheit bis zur regulären Altersgrenze durchhält. Ferner haben wissenschaftliche Arbeitszeitstudien nachgewiesen, dass es die Lehrkräfte sind, die in Teilzeit arbeiten, welche besonders viel unbezahlte Mehrarbeit leisten. Nicht Vollzeitgehalt für alle, egal in welchem Umfang sie arbeiten, aber das schwedische Modell der „kurzen Vollzeit“ würde nicht nur zu mehr Geschlechtergerechtigkeit führen können, sondern auch die Unterrichtsqualität verbessern. Momentan kämpfen wir aber ja weniger für eine Verringerung der Arbeitszeit, sondern nur endlich für die Einhaltung der geltenden Verträge, was schon kaum möglich erscheint. Ich weiß, dass es in weiten Bereichen der Arbeitswelt ähnlich schlecht aussieht, aber wenn dies das Argument ist, muss man sich über Fachkräftemangel nicht beschweren.

Apocolocyntosis
1 Monat zuvor
Antwortet  Polumin

Ergänzung: Oder wie viele in Teilzeit zu arbeiten, weil die eigentliche Arbeit sonst gar nicht mehr leistbar wäre, mit der Folge, überdurchschnittlich viel unbezahlte Mehrarbeit zu leisten für unterdurchschnittlich wenig Gehalt / Einkommen plus Pension / Rente.

auchdasnoch
1 Monat zuvor

Wenn ich lese, wie gut es uns Lehrern hier in Deutschland geht, wundere ich mich, warum den Job kaum jemand noch machen will.

Und dann wundere ich mich, dass sich solche Leute wie der Bildungsdirektor Andreas Schleicher NICHT wundern.

Ach, sind ja Experten!

Canishine
1 Monat zuvor

Die Angabe zur Unterrichtsverpflichtung von 641 Stunden erscheint ungewöhnlich: Bei typischen 25,5 45-Minuten-Stunden kommt man eher auf etwa 750 Stunden, eine Angabe, die auch den Werten der OECD-Studie der Jahre vor 2015 entspricht.

Trübe Mohrrübe
1 Monat zuvor

Der Lehrermangel in Deutschland hat angeblich weder mit zu wenig Geld noch mit einer zu hohen Unterrichtsverpflichtung zu tun – PISA-Koordinator Prof. Andreas Schleicher mahnt mehr Karriereoptionen und Teamwork für Lehrkräfte an.

Na, ich weiß ja nicht, wenn wir mehr Aufstiegsmöglichkeiten hätten und mehr zusammenarbeiten würden, dann würden wir lieber Lehrer sein? Schulleiterposten sind jedoch kaum zu besetzen und in meinem Tun hindern mich vor allem die Kollegen, die es nicht mittragen, sondern anders wollen oder gar nichts wollen, außer schnell nach Hause nach ihrer letzten Stunde……………….

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Trübe Mohrrübe

Herr Schleicher: wie wär’s denn mal mit einer empirischen Erhebung bzw. einer repräsentativen Umfrage unter Lehrern, wie die das mit dem Lehrermangel sehen? Oder unter Abiturienten bzw. Lehramtsstudenten?

Joe
1 Monat zuvor

Das Gehalt ist zu niedrig.
Die Gebäude sehen teilweise wie Nazi-Bunker aus. Dank Digitalpakt jedoch Bunker mit Beamer. Wer will da gerne hin?

Carsten60
1 Monat zuvor

Was geht uns eigentlich dieses Zahlenspiel mit Vergleichen unter den OECD-Ländern an? Bei anderen Themen sind doch solche Vergleiche hier unerwünscht, wenn es etwa um das Thema „queer“ geht oder um Feindschaft gegen bestimmte Bevölkerungsgruppen (Minderheiten).
„Um mehr junge Menschen für den Beruf zu begeistern, muss dieser Schleicher zufolge attraktivere Karrierechancen und -wege bieten und Möglichkeiten, professionell im Team zu arbeiten, etwa bei der Entwicklung von Unterricht.“
Herr Schleicher: solches Blabla können wir uns auch ohne Ihre Hilfe ausdenken. Die prominenten Fußballtrainer erzählen auch gern „der Ball ist rund“. Sowas bringt gar nichts. Die Begeisterung der jungen Menschen wird sich wohl eher nach der erkennbaren Realität richten, und die können Sie nicht an Ihren Zahlen ablesen. Da geht es z.B. um den Einfluss der Bürokratie mit Vorschriften, was (angehende) Lehrer zu machen haben, oder eben die berühmte Autonomie der Schulen mit Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Lehrkräfte. Da geht es auch um die Machbarkeit dessen, was theoretisch alles gefordert wird. Sind solche Aspekte innerhalb der OECD eigentlich vergleichbar? Wie viele Landesinstitute für Schulentwicklung hat man denn im OECD-Durchschnitt?

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Lieber Carsten…vielen Dank für sie wahren Worte und die nüchterne Realität…

….btw…

Karrierechancen z.B. in Form von Beförderungsstellen sehen doch in der Realität zumeist so aus, dass eine SL z.B. eine A14 Stelle ausschreibt, fünf KuK ermuntert, sich darauf zu bewerben – natürlich mit dem Hinweis, dass alle sich schon mal richtig reinhängen müssen, um ihre Eignung und ihr Engagement zu beweisen -, diese dann 12 bis 18 Monate auf der „bekackten Hühnerleiter nach oben“ rödeln und auf die Konkurrenten einhacken und letztlich eine(r) das Rennen macht.
So hält man den Laden unter Spannung und generiert Überengagement – den „Verlierern“ vermittelt man dann geschickt, dass es beim nächsten Mal garantiert klappt. Vorleistung ist hier das Zauberwort.

Und beim Stichwort „Teamarbeit“ wird ganz dezent den KuK die Verantwortung für die scheinbar ausgemachte Misere in die Schuhe geschoben.
„Die LuL könnten doch im Team arbeiten – machen sie aber nicht, weil es asoziale Einzelkämpfer sind, die sich nicht in die Karten gucken lassen wollen und nicht kooperationsfähig sind!“

Da macht Herr „Schmittchen Schleicher mit den elastischen Beinen“ sich nen schlanken Fuß…herauslesbare Botschaft:
„Hört auf zu meckern – euch geht es im internationalen Vergleich doch Gold und an der Misere eurer Unzufriedenheit seid ihr doch selber schuld!“

Und sorry….wer ist seit gut 20 Jahren als Bildungsforscher für die sich immer stärker ausweitende Katastrophe mit verantwortlich, weil er die Politik seit Jahren berät?

Martin
1 Monat zuvor
Antwortet  Andre Hog

Wenn ich „Bildungsforscher“ höre, sträuben sich mir schon die Nackenhaare. Was die nicht alles in den letzten Jahrzehnten herausgefunden und der Politik (zum Schaden von Schulen, Lehrkräften und Schülern) nahe gelegt haben!
Man betrachte besser die Lehrkräfte als ständige Bildungsforscher und lasse sich von ihnen beraten.

FL62
1 Monat zuvor

Seit 20 Jahren lässt man diesen Scharlatan in der deutschen Bildung mitreden. Und was hat sich seither nicht alles verbessert.

Ron
1 Monat zuvor

Ich kenne eine Reihe von Lehrern, die eigentlich für ihren Beruf brennen, die gerne mit Kindern und Jugendlichen arbeiten und für die das Unterrichten immer auch eine Herzensangelegenheit war. Viele dieser Kollegen verbrennen mittlerweile im Angesicht des täglichen Wahnsinns an unseren Schulen. Übervolle Klassen, schlechte Ausstattung und Lerngruppen, die teils kaum noch ansprechbar sind, die auch im Unterricht weiter toben, pöbeln, sich verweigern oder selbst Opfer der Lautstärke und des fehlenden Respekts sind. Niemand kann sich vorstellen, wie anstrengen und nervzerreibend es ist, gegen eine Lärmwand anzureden, immer wieder zu unterbrechen, zu ermahnen und notgedrungen zu sanktionieren. Dazu eine immer größere soziale, kulturelle und physische Heterogenität der Schülerschaft. Mühsame Erziehung statt der Vermittlung von Wissen. Currikulare Vorgaben, die in diesem Umfeld nicht im Ansatz erreichbar erscheinen. Verantwortung ohne Durchgriffsrechte und eine vorgesetzte Schulverwaltung, die ihre Aufgabe darin sieht, Prozesse weiter zu bürokratisieren. Wer soll aus dieser Gewissheit heraus guten Gewissens den Job des Pädagogen empfehlen?!

Kaddrin
1 Monat zuvor
Antwortet  Ron

Die Verzahnung von Theorie und Praxis trägt m. E. auch dazu bei, dass der Nachwuchs ausbleibt. Wer schon in den ersten Semestern tiefe Einblicke in die tatsächlichen organisatorischen Abläufe und die Ausstattung an Schulen gewinnt, überlegt sich vielleicht doppelt, ob der „Goldene Käfig“ das passende Arbeitsumfeld ist.

Mika
1 Monat zuvor

Laut Bericht ist das Einkommen von SEK 1 – Lehrern in D immer noch geringfügig geringer als das Durchschnittsgehalt anderer Menschen mit Tertiärabschluss (Uni- oder FH – Abschluss bzw. Meisterbrief). Obwohl Lehrkräfte aller Schulformen in D das zweite Staatsexamen benötigen, sind sie also immer noch finanziell schlechter gestellt als im Durchschnitt aller Tertiärabschlüsse – trotz höherwertigeren Abschlusses. Und dann liegt’s auf keinem Fall am Geld, dass immer weniger auf Lehramt studieren? Der Schluss ist spannend.
Ich würde unter den jetzigen Bedingungen auf keinen Fall noch mal auf Lehramt studieren. Das liegt zum größten Teil an der Arbeitsbelastung, die den Stundenlohn allmählich in Bezug auf meine Qualifikation ins Lächerliche zieht, die kaum Zeit für ein Privatleben lässt und welche die vorgesehene Arbeitszeit bei weitem überschreitet. Dazu kommt die Rolle des Lehrers als Sündenbock für alles, was in D schiefläuft. Das I-Tüpfelchen sind die mangelhafte Ausstattung der Schulen mit sächlichen und personellen Ressourcen und ein Arbeitsschutz, der jeder Beschreibung spottet, verbunden mit der Fürsorge des Arbeitgebers, die in der gern zitierten Wirtschaft bereits justiziabel wäre. Aber man kann’s sich ja weiterhin schönreden.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Wahrscheinlich sind andere Berufe / Ausbildungen derzeit und vielleicht auch zukünftig attraktiver.

Wer allerdings auf Sicherheit setzt, wird sich zukünftig wieder vermehrt (?) mit der Frage nach einer Verbeamtung auseinandersetzen (müssen).

Ich würde keine Prognose wagen, ob die hohen Energiekosten die Wettbewerbsfähigkeit verschiedener Branchen nicht nachhaltig gefährden.

Dazu kommt noch die Inflation. Geraten viele Branchen in Not, wird es kaum einen Inflationsausgleich für die Beschäftigten geben. Die Logik geht nur auf, wenn die Unternehmen das refinanzieren können.

Eher das Gegenteil ist der Fall. Der Staat müsste die Kaufkraft durch Steuersenkungen erhöhen und / oder die Löhne SEINER Beschäftigten erhöhen.

In einer Rezession bin ich lieber beim Staat angestellt als in der Wirtschaft…

Last edited 1 Monat zuvor by Stromdoktor
Micky
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Wer auf Sicherheit setzt, kann sicher sein, ausgepresst zu werden wie eine Zitrone, heute und erst recht in Zukunft. In einer Rezession bin ich lieber nicht beim Staat angestellt, schon gar nicht lebenszeitverbeamtet. Außer ich will unbedingt Germanistik und Latein studieren und mir dafür allerhand gefallen lassen – hab ich mir dann so ausgesucht. Unsere Kinder jedenfalls sehen ihre Zukunft wenn beim Staat dann sicher nicht in der Schule.

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  Micky

Krisensichere Jobs / Rezession:

Platz 1 Mediziner
Platz 2 Bestatter

Platz 5 Sozialarbeiter
Platz 8 Lehrkräfte
Platz 9 Polizisten

https://www.finanzen.net/top_ranking/top_ranking_detail.asp?inRanking=1659

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Stromdoktor

Krisensichere Jobs mag sein, aber die Plätze 5, 8, 9 plus Pflegeberufe sind auch die, mit der größten Chance, sich die psychische und z. T. auch physische Gesundheit zu ruinieren. (Einfach mal das Klientel in psychosomatischen Reha-Kliniken anschauen!)

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Ja, mein Ausgangskommentar war auch bewusst allgemein (Verbeamtung) gehalten.

Generell würde ich sagen, dass die Konsequenzen einer Berufswahl sich erst mit den Jahren tatsächlich abzeichnen. Und da sind die Belastungen in den o.g. Berufen sicher extrem und führen dann im Extremfall auch dazu, dass man sich vielleicht nicht wieder für den Beruf entscheiden würde.

Allerdings gibt es auch Branchen und Berufe, die in existenziellen Schwierigkeiten stecken. Z.T. auch im Zusammenhang mit der Pandemie stehen und bei einer Rezession das Unternehmen nicht mehr fortführen können.

Es gibt in Krisen immer Gewinner und Verlierer. Man muss halt aufpassen, dass man im richtigen Unternehmen beschäftigt ist…

Stromdoktor
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sind wir mal ehrlich…die letzten 20 Jahre hatten wir quasi Vollbeschäftigung. Hartz 4, unsere Lohnzurückhaltung in vielen Branchen und unsere wirtschaftsorientierte / exportorientierte Politik haben das ermöglicht…auf Kosten der sozialen (nationalen / internationalen) Spaltung und gestiegener Belastung für den Einzelnen.

Ich errinnere mich noch gut an die Zeit vor der Jahrtausendwende, mit über 5 Millionen Arbeitslosen. Ich habe es auch miterlebt, wenn ganze Industriezweige verschwinden und Stadteile in 10 Jahren verarmten (Werften in Bremen).

Im Zuge der Energiekrise ist das absolut realistisch. Gestern habe ich noch in den Nachrichten dieses Beispiel gesehen:

https://www.swr.de/swraktuell/baden-wuerttemberg/karlsruhe/verpackungsfabrik-gernsbach-schliesst-100.html

Im Sommer bin ich noch durch das Murgtal geradelt und hatte mich gewundert…

Ich halte es für realistisch, dass sich die gesellschaftliche Krise, in der wir uns seit Jahren befinden, durch existentielle Krisen abgelöst wird.

Eyleen
1 Monat zuvor

Wichtig wäre vor allem auch die Möglichkeit, so ausgebildet zu werden, dass eine berufliche Um- und Neuorientierung möglich ist. „Einmal Lehrer, immer Lehrer“ ist nicht mehr attraktiv.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  Eyleen

Deswegen sind die Bachelorstudiengänge im Lehramt ja auch schon „polyvalent“. Andererseits ist ja gerade der Beamtenstatus geeignet, ein Ausbrechen als unattraktiv erscheinen zu lassen.

Heinz
1 Monat zuvor

Attraktivere Karrierechancen? Welche sollten das denn sein, die gleichzeitig nicht dafür sorgen, dass Lehrer nicht mehr oder deutlich weniger unterrichten?
Sowas wie: Wer hart arbeitet darf die 10. Klasse unterrichten und bekommt eine Zulage? Oder meint er Amtsbezeichnungen in der Sek 1, wie es sie für viele andere Lehrer gibt? Das macht natürlich viel aus, statt Lehrer dann Oberlehrer oder so (gibt es übrigens wirklich!)

OMG
1 Monat zuvor

641 Stunden jährliches Unterrichtspensum ?
Die Zahl verstehe ich nicht so ganz.
Ich habe mal für eine Vollzeitkraft Sek. 1 für das letzte Schuljahr nachgesehen:
1007 reguiläre Stunden waren zu leisten, dazu kommen im jahresschnitt (Ausfallstunden sind verrechnet) 7 Mehrarbeitsstunden.
Bei uns tifft das fürdie drei Vollzeitkräfte ohne Krankheitstage also schon nicht zu.
Als Leiter einer mittelgroßen Schule komme ich für das letzte jahr auf 608 zu erteilende Unterrichtsstunden.
Also: Diese Zahl müsste nochmals erklärt werden.

Carsten60
1 Monat zuvor
Antwortet  OMG

Die zählen jede Stunde vermutlich nur zu 45 Minuten, also drei Viertel davon. In manchen Ländern haben wohl die Schulstunden 60 Minuten.

omg
1 Monat zuvor
Antwortet  Carsten60

Danke. Klint logisch. Man kommt bei einer Vollzeitstelle dann trotzdem (Beispiel letztes Jahr) auf 755 Stunden (1007*45min/60min. Also doch ein bissl mehr und über dem Schnitt – es war aber auch ein langes Schuljahr.

Walter
1 Monat zuvor

Seit 1994 ist auch HEUTE mal wieder Weltlehrertag … und keiner bemerkt es.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter

@Walter

Doch!
Natürlich!
Nachdem Sie mir das schon vor einigen Tagen als Antwort auf einen Post geschrieben haben, hatte ich eben 1 ganzen Keks zum Kaffee!
Und heute Abend zünde ich eine Kerze an.
Gut so?

Welche Bedeutung messen Sie persönlich denn dem Weltlehrertag (Ich bin so beeindruckt 😉 , ich habe es auch fett markiert.) bei?

Anders gefragt:
Warum ist 1 Tag – womöglich schon im Kaufkalender gedruckt – für Sie sooooo wichtig, dass Sie ausgerechnet das öfter ansprechen?
Hat 1 einziger Tag so viel Gewicht, das er irgendetwas rausreißen könnte?
Was wollen Sie uns tatsächlich in klaren Worten mitteilen?
(Bitte nicht falsch verstehen: Ich gönne Ihnen jeden Tag einen ganz persönlichen Weltlehrertag, egal was Sie dann daraus zaubern …)

Irgendetwas 😉 dazu verlinken müssen Sie nun nicht mehr, das erledige ich schon … wenn ich ohnehin beim Thema bin:
https://www.bildungsserver.de/nachricht.html?nachricht_id=753
http://www.kleiner-kalender.de/event/weltlehrertag/101134.html
https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/weltlehrertag/

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

In der DDR war der 12. Juni „Lehrertag“. Wenn ich mich recht erinnere (ist ja schon eine gefühlte Ewigkeit her), war an diesem Tag nach der 5. Unterrichtsstunde Schulschluss. Am Vormittag kamen Schüler und Eltern mit kleinen Blumensträußen oder etwas selbst Gemaltem oder Gebasteltem. Irgendwie wurden Lehrer und Erzieher damals mehr wertgeschätzt. Am Nachmittag trafen sich dann Lehrer und Erzieher zu einer kleinen Feier zur Stärkung des Kollektivs, Da gab es auch ab und zu mal eine Prämie für gute Arbeit..Okay, bevor jetzt wieder die Ideologie-Diskussion losgeht: Ja, vieles war auch dabei politisch/ideologisch gefärbt. Aber ich behaupte trotzdem, dass Lehrer und Erzieher von der Gesellschaft insgesamt respektiert und anerkannt wurden. Da gab es keine „faulen Säcke“-Diskussionen.

Pit2020
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

@potschemutschka

„Da gab es keine „faulen Säcke“-Diskussionen.“

Daran kann ich (NRW-Urgestein 😉 ) mich ebenfalls nicht erinnern.
Das gab es nicht im eigenen familiären Umfeld.
Das gab es nicht in den Familien meiner damaligen „Sozialkontakte“ (früher nannte man das einfach „Freunde“).
Das gab es auch nicht im weiteren Bekanntenkreis.
Wohlgemerkt: Dort gab es keine Lehrer in den Familien.

Man fand zwar nicht alle Menschen gut und man fand nicht alles gut, was Menschen taten und hat das durchaus benannt und ggf. auch mit diesen Menschen besprochen (zwecks möglicher Änderung) – aber man fand Fehler menschlich.
Und man fand, dass Lehrer ebenfalls Menschen sind, mit allen Konsequenzen.

Und weil das alles meine persönliche Lebenserfahrung ist, habe ich keine Studie parat.

Funfact 1:
Den Weltlehrertag hat man damals nicht gebraucht.
Für kluge Leser steckt die Antwort in den obigen Ausführungen.

Spezial-Funfact für @Walter:
Ich habe gerade erfahren, dass heute auch „Tag der Seifenblase“ ist. (Quelle? Ja bitte: „ARD-Buffet“, heutige Ausgabe).
Was uns das jetzt wohl sagen soll? … Mehr oder weniger Schaumschlägerei? … Frag doch mal die Maus! Oder doch besser den Pustefix-Bären? 😉

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Früher war eben mehr Lametta.
„Weltlehrertag“ und „Tag der Seifenblase“ am gleichen Tag? Das passt, wie Schule/Kita und KuMis.

Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Lieber Pit, you made my day 😉

….na dann werde ich heute Abend nach dem Spülen mit viel Seifenschaum mal ein Gläschen auf uns leeren äh…lehren …äh… scheiße, jetzt weiß ich schon nicht mehr – bei der ganzen Schaumschlägerei – wie es richtig heißt… 😉

Walter
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Für eine ordentlich studierte Lehrkraft aber ein durchweg noch ausbaufähiges Statement eher schwachem Niveaus.

Walter
1 Monat zuvor
Antwortet  Pit2020

Da bin ich ja echt froh, dass Sie nicht mich, sondern meinen aus der Versenkung wieder aufgetauchten Aliasnamensvetter anreden.
PS.: Auch ein ganzer Keks könnte bereits ansetzen und Wasser ist gesünder!

PaPo
1 Monat zuvor

Auch mit Blick auf den aktuellen BIldungsbericht 2022 und dem dort präsentierten Lehrerbedarf:

(a) Die Klassenteiler sind viel, viel, viel zu hoch. Was Ministerien als unterste Untergrenzen angeben, dürften maximal die Obergrenzen sein. Die Klassen müssten halbiert, wenn nicht gedrittelt werden, wenn Schule ihrer gesellschaftlichen Funktion hinreichend nachkommen, nicht lediglich eine (mehr oder weniger elaborierte) Betreuungsinstitutionen darstellen soll; i.V.m. der steigenden Heterogenität der Schüler (initial infolge unverbindlicher Schullaufbahnempfehlung seitens der Grundschulen), inkl. deren Disziplin-, Motivations- und Leistungsdefiziten, derogierenden Möglichkeiten der Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen und den aus all dem resultierenden kontraproduktiven Klassenklimata, zzgl. baulicher und technischer bzw. ausstattungsbezogener Mängel der regelmäßig überfüllten Unterrichtsräume, verunmöglichen diese absurden Klassenteiler, dass sich die Lehrer hinreichend jedem einzelnen ihrer Schüler widmen, diese angemessen selektieren und allokieren können. Hinzu kommen überbordende Stundendeputate, d.h. der Einsatz der Lehrer über zu viele unterschiedliche Klassen/Kurse hinweg, der mit hohen Schülerzahlen immens steigende Aufwand zur Klassenarbeits-/Klausurerstellung und -korrektur etc., zzgl. zu den immer weiter zunehmenden sonstigen Verpflichtungen von Lehrern außerhalb des eigentlichen Unterrichtens, so dass auch die Unterrichtsvor- und -nachbereitung massiv leidet. DAS sind Faktoren, die eine tatsächliche Bildungsungerechtigkeit hervorrufen! All das Gerede über ungleiche Startbedingungen von Schülern aus unterschiedlich vermögenden Elternhäusern u.ä. kommt ohne praktikable Lösungen daher, denn die eigtl. Lösungsansätze werden seit Jahrzehnten ignoriert… und einer davon ist die massive Herabsetzung der Klassenteiler.
Also eigtl. müssten die im BIldungsbericht 2022 angegebenen Zahlen eigtl. mindestens doppelt bis dreifach so hoch sein sind, alleine bei Lehrern an nicht-beruflichen Schulen also 34600 bis 51900 Lehrer… konservativ gerechnet.

(b) Und die Kalkulationen des BIldungsberichts 2022 fanden wohl exklusive der Würdigung einer dringend notwendigen Vertretungsreserve einerseits statt. Andererseits darf nicht ignoriert werden, dass z.B. aktuell Schulen mit einer Personalsituation von auf dem Papier(!) gar über 100% de facto weit darunter liegen, weil langfristig (d.h. auch über viele Jahre hinweg) fehlende Lehrer zur Belegschaft gerechnet werden, aber gar nicht zur Verfügung stehen (ganz ungeachtet dessen, dass hier auch nie beachtet wird, ob denn neben der puren Anzahl an Lehrern auch genügend Lehrer mit entsprechender Fakultas vorhanden sind, alle Fächer hinreichend abdecken zu können). Auch hier dürfte ein immenses Mehr an Lehrern benötigt werden.

Bildungsnation Deutschland… ist klar………
Mit den Zahlen aus dem Bericht näht man nur weiterhin auf Kante, bleibt weit(!) unter dem tatsächlichen Bedarf. Die eigentlichen Probleme geht man damit nicht an.

tl:dr
Also die notwendigen Maßnahmen in a nutshell:

  • Stellen einer Vertretungsreserve.
  • Deutliche Reduktion, Abschaffung bzw. Auslagerung von zusätzlichen Verwaltungsaufgaben, von der Erstellung von Förderplänen, über redundante Fachabsprachen zu Beginn eines jeden Schuljahres (bei uns gang und gäbe… geht jedes Mal ein ganzer Tag verloren, obwohl es doch nur copy & paste ist) und Konferenzen, die durch eine kurze E-Mail subsitutiert werden könnten, bis zu im Wesentlichen der Profession fremde Zusatzaufgaben (wie z.B. die IT-Verwaltung an der Schule durch Lehrer), einschl. Aufsichten (Pausen; Klausuren etc.) und Co. Vielleicht könnte man sogar einen Teil der Korrekturen outsourcen (Blindkorrekturen wären wohl auch i.S.d. Bildungsgerechtigkeit).
  • Deutliche Reduktion der zu unterrichtenden Klassen/Kurse (s.o.) i.V.m. deutlichen(!) Entlastungen für Lehrer, die von ihren Fächern her bereits mit einem deutlichen Mehraufwand bei der Konzeption und Korrektur von Klassenarbeiten/Klausuren belastet sind, die Klassenlehrertätigkeiten u.ä. übernehmen. Adäquate Entlastungen sind generell notwendig (*lol* eine Stunde für Digitalisierungsbeauftragte… ist klar).
  • Deutliche Vereinfachungen der Anwendung von Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen. Wenn ich für das Nachsitzen eines Schüler (a) meine persönliche Freizeit opfern und (b) auch noch das Einverständnis der Personensorgeberechtigten einholen muss, verpufft Dergleichen…
  • Zusätzlich zum letzten Punkt (und im Einklang mit den ersten beiden Punkten): Stärkung des dreigliedrigen Schulsystems und des Förderschulsystems, so dass auch de facto die Schulen durchlässig sind und es nicht (wie bei uns) zu der Situation kommen kann, dass bei zu schlechten Leistungen auf dem Gymnasium einem Schüler, der optimal für die Realschule geeignet wäre, tatsächlich nur noch die Hauptschule offensteht.
  • Regelmäßige (bedarfsorientierte) Instandsetzungen und Modernisierungen der Schulgebäude, ihres Interieurs, ihrer infrastrukturellen Ausstattung (aber wenn ich da an die IT-Infrastruktur in Gesamtdeutshcland denke… Kupferleitungen wtf?!), auch mit Lehr-/Lernmitteln etc.
  • Eine garantierte hinreichende Versorgung mit Lehr-/Lernmitteln, so dass nicht ganze Jahrgänge ohne Lehr-/Lernmaterial dastehen, Lehrer ihre eigenen Bücher selbst kaufen müssen u.ä.; damit einhergehend: Reformierung der rechtlichen Regelungen für die Verfielfältigung von Kopien im Rahmen der Lehre (die Mengen, die ich eigtl. nur kopieren darf, sind absurd).
  • Abschaffung der „Qualitätsanalysen“ u.ä. Quatsch.
  • Mehr Autonomie für Schulen und Lehrer… inkl. Abschaffung des Zentralabiturs?! Führte jedenfalls zu mehr Planungssicherheit seitens der Lehrer, gezielter vorbereitenden Unterricht u.ä.
  • Zurückhaltende, den Lehrern aber wohlgesonnene Kultusministerien/-minister, die einen (a) nicht für dumm verkaufen wollen (Stichwort: Schulen als „sichere Orte“ in der Pandemie; O-Ton Y. Gebauer), die (b) einfach mal die Füße still halten, statt wieder einem neuen pädagogischen/didaktischen Trend hinterherzulaufen (weil er kostengünstiger ist u./o. Wählerstimmen verspricht), die (c) zur Abwechslugn offen und ehrlich den Stand der Dinge kommunizieren, Schule nicht als Wohlfühlveranstaltung verklären, bei der jeder alles können und erreichen soll, sondern Schule als Selektions- und Allokationsinstanz würdigen und i.d.S. den Niveauverlust nicht weiter aktiv befeuern (s. „ausreichend minus“ statt schlechter bei 50 % falschen Leistungen). Wertschätzung und so… Bildungspolitik ernst nehmen und so…
  • Natürlich: Mehr Geld wäre auch schön.

Habe ich etwas vergessen?
Ach ja… vielleicht auch mal seitens der Politik etc. Lehrer in ein besseres Licht rücken?! Wäre doch was, oder?

* Hier die Klassenteiler für das Schuljahr 2019/20 nach Ländern: https://www.kmk.org/fileadmin/Dateien/pdf/Statistik/Dokumentationen/2019-09-16_Klassenbildung_2019.pdf?fbclid=IwAR1JB9BOIynQp0L1twEiXvCqTmIKuO8JWv3_oLZ_FWE5ZJQk1EFxVRf3c2A

Last edited 1 Monat zuvor by PaPo
Andre Hog
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Liebe Red.: …können wir diese umfängliche und faktisch Verbesserungen herbeiführende Liste von PaPo nicht mal dem „SchleicherSchmittchen“ zukommen lassen, damit der mal nen Eindruck von praktischen Forderungen aus der Basis bekommt, anstatt sich mit statistischen Zahlen zu berauschen und dann das eigentliche Problem wieder wirkungslos nach unten durchzuschieben?

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

„i have a dream …“

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Mea culpa, es muss natürlich „leistungshomogenere“ heißen. Danke fürs wohlwollende Richtiglesen!

Dil Uhlenspiegel
1 Monat zuvor

Wie der Lehrerberuf für junge Menschen attraktiver werden könnte:
Das Forum bei n4t schließen, man liest hier zu viel Realistisches über den Beruf.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Alles Fakenews …

Finagle
1 Monat zuvor

Dazu Gedanken zur Nacht:

Regelmäßig erarbeiten sich meine SuS in der 7 die Sensibilität des Durchschnitts (aka arithmetische Mittels) und die Immunität des Zentralwertes (aka Medians) gegenüber Ausreißerwerten. Interessierte SuS finsen in diesem Zusammenhang etwas zu der zwingend notwendigen Angabe der Streuung der Werte, um eine Durchschnittsangabe korrekt einordnen zu können.

Es ist dann immer wieder ein erhebendes Gefühl, wenn schülerseitig bei der Ausgabe der entsprechenden Arbeit gefragt wird, warum im Notenspiegel oder bei Zeugnissen dann der Notendurchschnitt und nicht der Median angegeben wird. Wenn sie es dann ausprobieren, erfahren sie dann meist der harten Reality Check, wenn sie den Einfluss der wenigen guten und sehr Noten erkennen und bevorzugen dann doch wieder das arithmetische Mittel.

Es bereitet so schön auf den Themenkomplex „Datenmanipulation“ in 10 vor. Corona und die Bildungspolitik bietet dafür einen nicht endenwollenden Fundus an Bezug zur Lebenswirklichkeit… den man halt immer erst erkennt, wenn man darum weiß. Die unbefriedigende Antwort auf die Frage: „Wozu braucht man das?“ – „Um zu erkennen, wann man dich verarschen will – auch wenn Du nichts dagegen tun kannst, weil keiner mathematische Argumente hören will.“

In diesem Sinne – gute Nacht, John-Boy!

kanndochnichtwahrsein
1 Monat zuvor
Antwortet  Finagle

„Die gesetzlich vorgeschriebene Arbeitszeit von Lehrkräften ist mit 1.795 Stunden pro Jahr hoch…“
Hoch? Ebenso nur Statistik.
Real ist: Schulwoche 50 Stunden und weit mehr, „Ferien“woche 20, 30, 40… Stunden. Urlaubswoche ergibt die Feststellungen, „die Zahl Null wurde noch nicht erfunden“ und „Schule verfolgt dich, wo immer du bist!“.
Man nehme 40 Schulwochen mit je 50 Arbeitsstunden und komme auf 2000…
Runterrechnen können selbst Siebtklässler die statistisch nicht, denn die sind ja vom Einzelnen geleistet und steigen mit jeder „Ferien“woche noch an.
Auf wie viele Kollegen trifft eine solche Bilanz zu und wie viele Lehrer müssten wie viel unterdurchschnittlich arbeiten, um diese Zahlen im arithmetischen Mittel zu drücken???
Wär doch mal eine lohnenswerte Aufgabe für die Redaktion: informelle Statistik der geleisteten Arbeitsstunden der hier aktiven Lehrer aufs Jahr hochgerechnet. (Und wenn einer signifikant weniger einträgt, arbeitet der in einem der 16 KM und hat sich in der Zeit eine neue Aufgabe für die Lehrer ausgedacht?)

Marius
1 Monat zuvor

Ich kenne GS Lehrkräfte, die in den Ferien (erklärtermaßen!) GAR NICHTS machen und während der Schulzeit „nachmittags vielleicht 2, 3 Stunden“ arbeiten. O-Ton: „Ich komme auf höchstens 35 Stunden pro Woche“. Und wie gesagt 0 in den Ferien. Na gut, 2x im Jahr kommt noch ein Elternabend dazu.

Die Rechtfertigung dafür: „Ich bin aber auch nur A12“.
Ja. Anekdotische Evidenz, aber aus erster Hand.

Denke, dass es noch ein, zwei weitere Lehrkräfte gibt, die so ihr Schuljahr rumbringen.

Es sei ihnen gegönnt, wenn sie guten Unterricht machen. Und ich schätze die Ehrlichkeit. Der Lehrkraft kann ja niemand was….

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Marius

Ja, diese 2 kenne ich auch. Sie haben auf eine halbe Stelle reduziert, aber dennoch eine Klassenleitung. Trotz Master+2.Examen werden sie auf A12 eingestellt und verbleiben da mit vielen zusätzlichen Beauftragungen – ohne Funktionsstellen und ohne Entlastungsstunden.

Wer sich auskennt, nimmt zur Kenntnis, dass die Teilzeitkräfte weit mehr als gefordert leisten. Das hat die Arbeitszeitstudie in NDS vor Jahren schon herausgestellt.

Marius
1 Monat zuvor
Antwortet  Palim

Mitnichten. Vollzeit. Ich wollte das einfach nur ergänzt haben. Klar, diese Lehrkraft ist die einzige, das müssen wir nicht extra betonen…

447
1 Monat zuvor

Aha.

Wie hoch ist das gesamte Nettoeinkommen (inklusive „ehrenamtlichen Aufwandsentschädigungen“, „Stiftungsvorträgen“, „Beratungen“ usw.) des Herrn Schleicher?

Danke, keine weiteren Fragen mehr.

Biene
1 Monat zuvor

Ich denke, jeder hier hat so seine besonderen Klassen. Ich schlage vor, die Herrschaften und Damschaften aus den unzähligen Elfenbeintürmen der Wissenschaft und der Bildung in diese besonderen Klassen über 6 Wochen unterrichten zulassen.
Die knallharte Realität dürfte diese 16 +x Herrschaften und Damschaften knallhart erschlagen. Es sollten sich im Anschluss Erkenntnisse ergeben haben, die dem Wunschergebnissen der Lehrkräfte entsprechen.
Nur totale Träume träumen weiter von ihren absurden Ideen aus dem Land der Leerträume.