Streit um „Sprach-Kitas“: Länder legen Kompromissvorschlag vor

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BERLIN. Im Streit mit dem Bund um die Fortsetzung des „Sprach-Kita“-Programms über das Jahresende hinaus haben die Länder einen Kompromissvorschlag vorgelegt. Er sieht nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur eine Weiterfinanzierung des Programms durch den Bund bis 2025 vor. Das gebe den Ländern Zeit, um nötige neue Strukturen für frühkindliche sprachliche Bildung zu schaffen und die „Sprach-Kitas“ in solche Konzepte zu integrieren.

Bis 2025: Die Länder fordern vom Bund eine längere Finanzierung der „Sprach-Kitas“. Foto: Shutterstock

Nur auf diese Weise sei eine Weiterentwicklung und Verstetigung der mit dem Bundesprogramm geförderten Ansätze sprachlicher Bildung sicherzustellen, heißt es in einem Brief der Vorsitzenden der Jugend- und Familienministerkonferenz, Berlins Ressortchefin Astrid-Sabine Busse (SPD), an Bundesfamilienministerin Lisa Paus (Grüne). Er liegt der dpa vor.

Über das Programm „Sprach-Kitas“ finanziert der Bund seit 2016 zusätzliches Personal an Kitas zur Sprachentwicklung. Ab kommendem Jahr sollen nach dem Willen der Bundesregierung die Länder selbst die Förderung übernehmen, da Kitas Ländersache sind. Zunächst wollte der Bund das Programm Ende 2022 auslaufen lassen. Die Länder protestierten lautstark dagegen. Mittlerweile hat Paus ihnen eine Übergangsfrist bis Mitte 2023 angeboten.

Die Bundesministerin argumentiert damit, dass die Länder über das vom Bund geplante sogenannte „Kita-Qualitätsgesetz“ in den kommenden zwei Jahren vier Milliarden Euro für Personal und Qualität in Kitas bekommen. Das Geld könne auch zur Sprachförderung eingesetzt werden. (dpa)

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3 Kommentare
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Echt
1 Monat zuvor

Der Streit über die Kosten ist, angesichts der gesamtgesellschaftlichen und persönlichen Folgen für jedes einzelne Kind, unwürdig. Der Antei an Kindern mit einem Migrationshintergrund wächst. Auch viele muttersprachlich deutsch geprägte Kinder, zeigen zunehmend Auffälligkeiten in der Sprachentwicklung. Die Verantwortung wird auf Kita und Schule abgewälzt. Dass das so nicht funktioniert, sollte spätestens seit der neusten Schulstudie endlich begriffen werden. Neben einer guten (und ausreichend finanzierten) Förderung in den pädagogischen Einrichtungen, sollten Ressourcen für die Familienarbeit zur Verfügung gestellt werden. Viele Familien mit Migrationshintergrund, in erster Linie oft die Frauen, sind zugänglich und dankbar für eine wertschätzende Unterstützung und Zusammenarbeit zum Wohl ihrer Kinder. Die Angebote müssen zunächst auch aufsuchend sein, um Ängste (häufig vor dem Jugendamt) abzubauen und Vertrauen aufzubauen. Es gibt einige ehrenamtliche Organisationen, die dieses tun. Das reicht aber nicht, wenn wir eine echte Integration anstreben.
Der Bund sollte hierfür gezielt Geld zur Verfügung stellen. Ansonsten fördern wir weiterhin Parallelgesellschaften und überfordern langfristig die Gesellschaft ohne etwas gewonnen zu haben. Das wird dann aber richtig teuer!

Lera
1 Monat zuvor
Antwortet  Echt

Wenn es so wichtig ist, sollten die Länder des Bundes vielleicht mal IHREN Aufgaben nachkommen, selbst mal was bezahlen (Kulturhoheit!) und nicht beim Bund rumschnorren – der hat das nur gnädigerweise und auf Zeit übernommen, weil die Länder es mal wieder nicht auf die Reihe gekriegt haben.

Schattenläufer
1 Monat zuvor

Kompromissvorschlag der Länder?

Wir wären bereit ihren Lohn zu kürzen, wenn Sie im Gegenzug bereit wären länger zu arbeiten.