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Warum Niedersachsens Kultusministerin jungen Lehrkräften (zunächst) vom Beamtenstatus abrät

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HANNOVER. Der Lehrkräftemangel bleibt eine der größten Baustellen der Bildungspolitik. Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg (Grüne) sieht ihr Bundesland dennoch auf einem guten Weg und verweist auf eine steigende Unterrichtsversorgung sowie Tausende neu geschaffene Stellen. Um Lehrkräfte auch für schwer zu besetzende Schulen zu gewinnen, setzt das Land inzwischen auf einen ungewöhnlichen Ansatz: Berufseinsteiger sollen zunächst auf eine Verbeamtung verzichten.

„Kein Selbstläufer“: Niedersachsens Kultusministerin Julia Willie Hamburg. Foto: Simona Bednarek / Julia Hamburg

Trotz des anhaltenden Lehrkräftemangels an Niedersachsens Schulen sieht Kultusministerin Julia Willie Hamburg deutliche Fortschritte bei der Unterrichtsversorgung. «Wir werden in dieser Legislaturperiode über 5.600 zusätzliche Lehrkräftestellen schaffen und zum allergrößten Teil mit top ausgebildeten Lehrkräften besetzen, das ist eine tolle Entwicklung», sagte die Grünen-Politikerin.

Allein zum neuen Schuljahr nach den Sommerferien sind Hamburg zufolge mehr als 2.000 Stellen ausgeschrieben. Die Besetzung laufe derzeit, und die Besetzungsquote sei mit gut 75 Prozent vergleichbar mit den Vorjahren. «Wir werden wieder mehr Lehrkräfte einstellen können als aus dem Dienst aussteigen», sagte Hamburg. Mit dem neuen Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung sowie zusätzlichen Stunden für Basiskompetenzen steige allerdings auch der Personalbedarf. Auch die Schülerzahlen stiegen zuletzt.

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Welche Lehrer eine «Einstellungsgarantie» bekommen

In ihrer Amtszeit sei die Unterrichtsversorgung bislang von 96,3 Prozent auf 97,2 Prozent gestiegen, sagte Hamburg weiter. Der Wert gibt an, ob es für das Soll an Pflichtstunden genügend Lehrkräfte gibt. Wegen des bundesweiten Fachkräftemangels und gestiegener Anforderungen sei es indes zu einfach zu suggerieren, man könne morgen bei 100 Prozent sein. «Diese Steigerung war und ist kein Selbstläufer, sondern wir müssen richtig arbeiten, das Niveau zu halten», sagte Hamburg. «Aber wir tun alles dafür, die Unterrichtsversorgung mindestens zu stabilisieren, wenn nicht sogar zu verbessern.»

Besonders hoch ist der Lehrkräftemangel der Ministerin zufolge in Mathematik und Naturwissenschaften, aber auch in Sport und Kunst. «Und wir haben einen besonders hohen Bedarf an den Haupt-, Real- und Oberschulen. Jeder, der überlegt, Lehramt zu studieren, hat mit dem Lehramt für Haupt-, Real- und Oberschulen auf jeden Fall eine Einstellungsgarantie, wo immer sie wollen.»

Ministerin: Gehaltsanhebung für bestimmte Schulformen wirkt

Zu Beginn der Wahlperiode hatte Rot-Grün die Gehälter für die Lehrkräfte genau dieser Schulformen ebenso wie die der Grundschulen auf die Tarifstufe A13 angehoben, um die Stellen attraktiver zu machen. Mittlerweile zeige dies Wirkung, sagte Hamburg. «Vorher hatten wir die Situation, dass die Menschen nach Hamburg ausgewandert sind, nach Nordrhein-Westfalen oder auch nach Hessen, weil sie dort mehr verdienen konnten. Jetzt gehen die Lehrkräfte eben nicht mehr über die Landesgrenze weg, sondern derzeit kommen sogar mehr Menschen zu uns als zu unseren Nachbarn gehen.»

Jedoch gibt es auch Unterschiede zwischen den Regionen in Niedersachsen. «Ich glaube, vielen Lehrkräften ist nicht bewusst, dass wir Regionen haben, wo wir die Lehrkräfte so dringend brauchen, dass wir in den anderen, nachgefragteren Regionen gar nicht mehr ausschreiben», sagte Hamburg. «Die zocken zum Teil über Jahre und warten auf ihre Wunschschule und nehmen lieber einen Vertretungsvertrag, als sich wirklich an eine Stelle zu binden.»

Die Antwort des Ministeriums: Seit einigen Jahren werden Stellen in den nachgefragteren Regionen mit der Verpflichtung ausgeschrieben, erst mal drei bis fünf Jahre in unterversorgten Regionen zu arbeiten. Wenn die Lehrerinnen und Lehrer dann erst einmal da seien, wollten sie manchmal gar nicht wieder weg. «Viele Lehrkräfte merken dann, eine kleine Schule ist ja total schön oder das Kollegium ist supernett oder sie verlieben sich und bleiben vor Ort.»

Was neue Lehrer in unterversorgte Regionen locken soll

Ein weiterer Faktor: Viele Lehrkräfte wollen Hamburg zufolge nicht an schlechter versorgte Schulen, weil sie als Beamte verpflichtet wären, dort zu bleiben. «In diesen Fällen sagen wir seit letztem Jahr: Dann werdet noch nicht Beamte, sondern tarifbeschäftigte Lehrkraft. Das ist verlässlicher als ein Vertretungsvertrag und ihr bleibt flexibel und könnt euch später trotzdem noch in Hannover beispielsweise bewerben», erklärte die Ministerin. «Das bewerben wir gerade sehr offensiv. So langsam spricht sich das rum.»

Eine Quereinsteigeroffensive, wie sie CDU-Chef Sebastian Lechner fordert, sieht Hamburg dagegen als keinen großen Hebel. «Wir haben unser Potenzial an Quereinsteigenden ehrlicherweise ausgeschöpft», sagte sie. Lechner verkenne, dass es ausreichend Lehrkräfte gebe für die Stellen, die das Land ausschreiben kann. «Wenn wir jetzt Quereinsteiger einstellen würden, würden wir stattdessen eine Lehrkraft auf der Straße stehen lassen.»

Zwar schaue die Landesregierung, wie man den Quereinstieg vereinfachen und auch Pensionärinnen und Pensionäre länger beschäftigen könne. Allerdings stünden auch Quereinsteiger angesichts des Fachkräftemangels nicht auf der Straße und warteten nur darauf, Lehrkraft werden zu können. Oppositionsführer Lechner hatte der Schulpolitik der Landesregierung kürzlich «eine Fünf» ausgestellt und gesagt, bei Hamburg habe die CDU «die Hoffnung aufgegeben, dass sie noch etwas für Unterrichtsversorgung machen möchte».

Hamburg sieht das naturgemäß anders. Mit Blick auf ihre aktuelle Einstellungsbilanz sagte sie: «Hätte ich das zu Beginn der Legislaturperiode angekündigt, mir hätte das niemand geglaubt.» News4teachers / mit Material der dpa

Lehrermangel: Grünen-Politikerin Hamburg will Elektriker oder Erzieherinnen unterrichten lassen

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49 Kommentare
ed840
1 Monat zuvor

Wir werden wieder mehr Lehrkräfte einstellen können als aus dem Dienst aussteigen»

Müsste man noch wissen, ob das reicht um die Stunden der „Aussteiger“ zu kompensieren , falls der Trend in NI ähnlich ist wie in RLP.

Statistik-Amt meldet: Teilzeit-Boom bei jungen Lehrkräften – Plus von 140 Prozent – News4teachers

Walhai
1 Monat zuvor

So schlau ist es nicht, auf die Verbeamtung zu verzichten, denn Mindeste-Pension (nach 5 Jahren?) und die berühmten 71 Prozent Pensionsanspruch bekommt man ja in Abhängigkeit von der Dauer der Verbeamtung, also z.B. 40 Dienstjahre.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Walhai

Bei der derzeitigen öffentlichen Meinung ist es sogar clever auf die Verbeamtung zu verzichten, solange die Nachteile nicht überwiegen. Ich prognostiziere: Niemand, der jetzt noch verbeamtet wird, erhält ein Pension in dieser Höhe. Selbst beim Bestand ist das alles andere als sicher.
Als Angestellter kann ich viel leichter gehen … das wird auch Frau Hamburg noch merken.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Die Pension stelle man sich einfach als „nicht existent“ vor.

Das Argument für Verbeamtung, wenn man JETZT als Lehrkraft neu anfängt (dumme Idee, btw.):
Das deutlich höhere Netto komplett von Anfang an in langfristige und mittelfristige Anlageformen mit tiefem TER pumpen.

Einfach durchgehend so leben, als man X% weniger verdienen würde.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Mal abwarten, wie lange das Netto noch höher ist…

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Das ist noch eine andere Frage, klar.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Die Pension stelle man sich einfach als „nicht existent“ vor.“

Der einzig sichere Weg.

Wer glaubt, dass die aktuelle Renten- und Krankenkassenreform das Ende der Fahnenstange sein, der glaubt wahrscheinlich auch an den Zitronenfalter…

Mein wahrscheinlistes Szenario ist immer noch, dass so ab Mitte der 2030er ein deutscher Milei auftaucht und dem „Sozialstaat“ wie wir ihn kennen ein Ende setzt. Europa wird gerade wirtschaftlich zwischen den USA und China zerrieben und hat dabei 50% der weltweiten Sozialausgaben. Not sustainable…

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Und bald heisst es:
„India joined the chat“
eventuell
„BRICS joined the chat“

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  447

„Festung Europa“ wird schon dafür sorgen, dass wir unerwünschte Einflussnahme, Fake News und Wohlstand aus dem Kontinent heraushalten.

Kubanisierung voraus???

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

So extrem vielleicht nicht – denke eher „slow decline“, Abstieg zum 1.9-Welt-Land halt.
Jedes Jahr irgendwas ein bissl schlechter, paar Schlaglöcher mehr, paar Stromminuten weniger…

GBS-Mensch
1 Monat zuvor
Antwortet  Walhai

Man liest doch hier ständig, dass es am allerschlausten sei in die freie Wirtschaft zu gehen, da es dort neben Dauerhomeoffice, Dreitagewoche und Highendgoodies Spitzenbezahlung gebe und man ohnehin Lehramtsausgebildete mit Kusshand nehme, wahrscheinlich schon von Schulhöfen und aus Lehrerzimmern schleift.

Da sind Abwägungen zwischen Lehrer angestellt oder Lehrer berbeamtet absolut nachrangig, wenn nicht gar unnütz.
Also höchstens angestellt, damit man den hürdefreien Absprung in die oberen zehn Prozent der Beschäftigungsverhältnisse störungsfrei tätigen kann.

Namina
1 Monat zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Ihr Schlussfolgerung stimmt aber nur, wenn Ihre Ausgangsthese richtig wäre und das ist sie ja nicht. Also stimmt auch Ihre Schlussfolgerung nicht.

Didi
1 Monat zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Und Angestellte dürfen STREIKEN!!!

447
1 Monat zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Während Ihre Aussage zu Recht gewisse Dinge verspottet (Sprachenlehrer braucht etwa in der BRD kein Mensch wirklich, also gibts dafür in der Wirtschaft nix) – sind Sie mit den „Vorteilen“ schon auf der richtigen Spur.

Die sind nur hochgradig verschieden und vielleicht auch nicht in der Masse ausrechenbar.
Selbstbestimmtheit, kreative Jobkombos, „Kunden“ schlicht sagen können „****** Dich!“, zusätzliche Naturalien- oder Nebenverdienstmöglichkeiten im nicht versteuerten Bereich…

Der einzige echte Vollverlust (muss man so zugeben) sind die langen Sommerferien und (sofern wir sie noch kriege, was ich bezweifel) die Pension.

Im Pensionsalter reisst man aber eh keine Bäume mehr aus und chillt grösstenteils.

GBS-Mensch
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Nicht nur die. Bloß weil man ein paar Jahre Achtklässlern die Grundlagen von Chemie beizubringen versucht bekommt man auch keinen Job in der FuE- Abteilung bei Roche oder in der Materialforschung bei KMW und tüftelt an der neuesten Generation der Leopard II herum.

Am meisten verdient man ohnehin im Vertrieb (von hochpreisigen Gütern), aber dazu wird sich wohl kaum einer hier herablassend oder die Fähigkeiten mitbringen.

Aber klar…Ausweiskontrollen per Videochat, um SIM-Karten freizuschalten ist 100 Prozent Homeoffice.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Das ist es ja: Es kommt drauf an.

Vertrieb? Klingt z.B. für mich wie Schule 2.0.

Wenn über „Ausstiege“ aus dem Lehrerberuf gesprochen wird, stelle ich mir eher vor, dass die Leute dann was komplett anderes machen.

Schotti
1 Monat zuvor
Antwortet  Walhai

Auch die KV wird mit einem späteren Einstieg dermaßen teurer. Sehr clever diese Frau.

Marie
1 Monat zuvor
Antwortet  Schotti

Wenn man vorhat, sich irgendwann verbeamten zu lassen, sollte man nach dem Ref seine PKV als Anwartschaft weiterlaufen lassen. Kostet zwar ein paar € im Monat, sichert aber eine wieder auflebende Versicherung ohne neue Gesundheitsprüfung und zum früheren Beitrag.

Schotti
1 Monat zuvor
Antwortet  Marie

Auch bei einer Anwartschaft zahlt man den höheren Beitrag bei einem späteren Eintrittsalter. Es wird lediglich der Gesundheitszustand eingefroren.

Marie
1 Monat zuvor
Antwortet  Schotti

Also bei meiner KV galt damals das „alte“ Eintrittsalter aus dem Ref, als ich sie bei der Verbeamtung wieder aufleben ließ. Das machte durchaus einen deutlichen Unterschied im Beitrag.

Didi
1 Monat zuvor
Antwortet  Walhai

Doch, doch! Dann darf man streiken!
Niemand will im goldenen Käfig gefangen sein und dem Dienstherrn auf Gedeih und Verderb ausgeliefert sein!

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor

Ja, genau! Lasst euch doch nicht verbeamten.

Dann könnt ihr für deutlich weniger Geld an unattraktiven Schulen arbeiten.

Meiomei
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Eben genau nicht. An die unattraktiven werden ja dann nur die Beamten versetzt. Steht so zumindestens im Text.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  Meiomei

Im Text steht, dass man leichter von unattraktiven Schulen wegkommt.

„Viele Lehrkräfte wollen Hamburg zufolge nicht an schlechter versorgte Schulen, weil sie als Beamte verpflichtet wären, dort zu bleiben. «In diesen Fällen sagen wir seit letztem Jahr: Dann werdet noch nicht Beamte, sondern tarifbeschäftigte Lehrkraft. Das ist verlässlicher als ein Vertretungsvertrag und ihr bleibt flexibel und könnt euch später trotzdem noch in Hannover beispielsweise bewerben»“

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Die Einstellungsmöglichkeiten wurden generell geändert, nicht nur für die restlichen Stellen. Jede hätte auch bei der Einstellung an der beliebten Schulform eine Anstellung als Angestellte wählen können.

Jetzt sind noch viele Stellen über und auch Bewerbende, die nicht ihren Wunschort erhalten haben.
Sie können nun überlegen, ob sie Vertretungen annehmen, die oft für weniger Stunden und nur bis zum Halbjahr ausgeschrieben werden, oder als Angestellte auf eine freie Stelle gehen, um später auf eine Stelle im Wunschort wechseln zu können. Da müssten aber die Wechselbedingungen transparenter sein.
Stellen mit Bedingungen (3 Jahre Hinterland, dann Stadt)sind auch noch offen.

Es gibt also genug Auswahl, man hofft, damit weitere Einstellungen tätigen zu können.

Didi
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Aber Streiken!!!

Ich_bin_neu_hier
1 Monat zuvor

Ein weiterer Faktor: Viele Lehrkräfte wollen Hamburg zufolge nicht an schlechter versorgte Schulen, weil sie als Beamte verpflichtet wären, dort zu bleiben. «In diesen Fällen sagen wir seit letztem Jahr: Dann werdet noch nicht Beamte, sondern tarifbeschäftigte Lehrkraft. Das ist verlässlicher als ein Vertretungsvertrag und ihr bleibt flexibel und könnt euch später trotzdem noch in Hannover beispielsweise bewerben» […].

Sicher, bewerben kann man sich dann noch…

…aber wird man da auch noch genommen, wenn man bereits eine andere, schwerer zu besetzende Stelle ausfüllt und allen Beteiligten das auch bewusst ist?

Ich frage für einen Freund oder wahlweise für alle aktuellen Berufseinsteiger.

«Das bewerben wir gerade sehr offensiv.»

Warum nur überrascht mich das nicht?

Kanzler27
1 Monat zuvor

Ich verstehe den Ansatz nicht. Diese Verträge müssten ja befristet sein, denn sonst käme man ja nicht aus einer unterversorgten Region heraus. Wenn man kündigt, stellt einem das Ministerium nicht wieder ein. Also nur Halbjahresverträge? Wie wird man da nur eingesetzt? Bestimmt nicht vorteilhaft.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  Kanzler27

„Wenn man kündigt, stellt einem das Ministerium nicht wieder ein.“
Das war einmal … mittlerweile geht das schon.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Einstellen tut die Bez.-Reg. – und die ist eher nachtragend.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Auch da haben sich die Zeiten geändert. Ist halt niemand mehr da.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ist das die Zeitenwende, von der der ehem. BK Scholz gesprochen hat?

Ich_bin_neu_hier
1 Monat zuvor
Antwortet  Kanzler27

„Die Antwort des Ministeriums: Seit einigen Jahren werden Stellen in den nachgefragteren Regionen mit der Verpflichtung ausgeschrieben, erst mal drei bis fünf Jahre in unterversorgten Regionen zu arbeiten.“

In Schleswig-Holstein heißt diese Variante – drei Jahre „Verschickung“ und dann (zurück) in die eigentlich gewünschte Region – „Abordnung Plus“:

https://www.ndr.de/nachrichten/schleswig-holstein/abordnung-plus-nachwuchslehrkraefte-kehren-sh-ruecken,abordnungplus-100.html

Das Problem dabei aus der Perspektive der Betroffenen dürfte sein, dass man nach Studium und Referendariat bestenfalls Mitte, eher zweite Hälfte 20 ist, dass man häufig schon an einen Partner/eine Partnerin gebunden ist, für den eventuell ein Ortswechsel realistisch nicht möglich ist, dass man endlich im Berufsalltag und im „normalen Leben“ ankommen und nicht mehr vagabundieren möchte, und häufig natürlich auch ein Haus bauen und Kinder bekommen möchte (oder sie schon hat).

Und dann das: Nochmal drei (oder fünf!) Jahre warten/überbrücken. Soweit ich weiß, gibt es keine Härtefallregel, weder in SH noch in Nds., z.B. für Personen, die bereits verheiratet sind oder Kinder haben.

«Die zocken zum Teil über Jahre und warten auf ihre Wunschschule und nehmen lieber einen Vertretungsvertrag, als sich wirklich an eine Stelle zu binden.»

Das ist dann die logische Folge, wenn man durch Partner/-in oder Kinder bereits ortsgebunden ist.

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

Die „Verschickung“ gibt es in NDS auch, 2 Std Fahrzeit je Strecke, also eher ein Umzug.
Für die Gym-Lehrkräfte gab es das für 1 Jahr, im Anschluss eine Stelle am beliebten Gym/Ort,
inzwischen ist man bei 2-3 Jahren (bei einer GS wären 2 oder 4 Jahre besser), aber auch diese Stellen bleiben unbesetzt.
Wie beschrieben: statt sich zu binden, kann man auf eine Vertretungsstelle gehen.

Davon wird es viele geben, zum 10.8. sind noch knapp 480 Stellen offen,
davon 236 an der Grundschule und etwa 70 Gym-Stellen an verschiedenen Schulformen. Und das zu Beginn des Schuljahres, Ausfälle im Schuljahr kommen noch dazu.
Den Gym-Lehrkräften empfiehlt man, auf eine GS-Stelle zu gehen, zu schlechterer Besoldung als am Gym, da die Zulage fehlt.

In den GS geht man vom Schülerrückgang aus und weiß, dass durch den damaligen Einstellungsstopp wenige Lehrkräfte zwischen 55-67 Jahren alt sind, also in den nächsten Jahren weniger in Pension gehen.

Jeder, der überlegt, Lehramt zu studieren, hat mit dem Lehramt für Haupt-, Real- und Oberschulen auf jeden Fall eine Einstellungsgarantie, wo immer sie wollen.“

Das kann ich mir nicht vorstellen, dann müssten einige Schulen extrem überversorgt sein oder man wird dort eingestellt und dann landesweit abgeordnet. „NDS. Das ist groß.“ …neuer Slogan, der für Abordnungen bitter ist.

Kanzler27
1 Monat zuvor
Antwortet  Ich_bin_neu_hier

In NDS sind das Stellen mit Abordnungslast (schönes Wort). Das ist aber nicht gemeint. Da steht die Zielschule und der Abordnungszeitrahmen ja schon fest. Das Regionale Landesamt lässt kündigen, neu bewerben und stellt dann wieder ein? Kann ich mir nicht vorstellen.

Ich_bin_neu_hier
1 Monat zuvor
Antwortet  Kanzler27

„Diese Verträge müssten ja befristet sein, denn sonst käme man ja nicht aus einer unterversorgten Region heraus.“

Unbefristeter Vertrag mit einer auf drei (bis fünf) Jahre befristeten Abordnung, nehme ich an. Kann ich aber nicht aus eigener Anschauung sagen. Zum Glück.

Perfekt
1 Monat zuvor

Was für ein verqueres Denken…
oder ist es Berechnung?

Micky
1 Monat zuvor

„Vorher hatten wir die Situation, dass die Menschen nach Hamburg ausgewandert sind, nach Nordrhein-Westfalen oder auch nach Hessen, weil sie dort mehr verdienen konnten.“
Aber jetzt können sie ja für ein Angestelltengehalt an schlecht versogten Standorten arbeiten. 😀

Schotti
1 Monat zuvor

Selten so einen Bullshit gehört. Ist das Satire?

Palim
1 Monat zuvor
Antwortet  Schotti

Nein, das ist echt,

und es ist die Wahl der Junglehrkräfte.
Sie können eine Stelle annehmen und dann sagen, dass sie verbeamtet oder angestellt werden wollen. Das geht bei jeder Stelle und trägt dem Rechnung, dass sich viele nicht festlegen wollen, was sie bei einer Verbeamtung sind.

Das gilt generell. Zum jetzigen Zeitpunkt sind noch Stellen offen und Bewerbende können sich etwas ganz anderes zum Jobben suchen oder eine Vertretungsstelle annehmen (angestellt, oft geringerer Stundenumfang, meistens auf ein Halbjahr befristet oder auf den „Sachgrund“ (kranke Kollegin, die Stelle entfällt, wenn die Kollegin zurückkommt).
Nun wird angeboten, dass man auch als Angestellte auf eine Vollzeitstelle gehen kann. Die Bedingungen sind an sich besser, aber es müsste klar geregelt sein, wie man sich auf weitere Stellen bewerben kann.

Für die Schulen mit Bedarf ist vieles wage: Vertretungsstellen sind mühsam und auch befristet, man schreibt jedes Jahr neue Vollzeitstellen aus und geht jedes Jahr leer aus, weil Schulen in der Stadt ohne Brennpunkt beliebter sind und die Bewerbenden die anderen Schulen ablehnen.
Bei Angestellten hat man dann zunächst jemanden, der oder die sich aber laufend umguckt.
Findet man niemanden für die offenen Stellen, muss man mit dem Mangel irgendwie klarkommen, es fällt Unterricht aus, Kinder werden betreut.

NetterMisanthrop
1 Monat zuvor

Angestellte Lehrkräfte wird man auch einfach wieder los, wenn es mal sein soll, gell Frau Hamburg?

Honi soit qui mal y pense…

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  NetterMisanthrop

Im ÖD ist das bei unbefristet Angestellten nach mehreren Jahren auch nicht mehr so einfach.

Micky
1 Monat zuvor

Angestelltenstellen an unterversorgten Standorten als Gegenmittel gegen die Abwanderung in attraktivere Nachbarbundesländer? 😀

vhh
1 Monat zuvor

Das könnte man ‚beinahe‘ schon Verars….. nennen. Monatlich knapp 1000,- weniger, gerade jetzt nach der Anpassung wg ‚amtsangemessener Besoldung‘, will sie wirklich Lehrkräfte, die so dämlich sind, darauf einzugehen? Für die unendliche Freiheit, selbst kündigen und auf eigene Kosten streiken zu dürfen? Kann schon sein, sie glaubt ja auch, 100% Versorgung würden ausreichen. Das reicht aber nur bei den üblichen Methoden, für Schwangerschaften kommt erst nach Monaten vielleicht eine Vertretung, Grippewellen mit 15% Krankenstand gibt es nicht, Leitungsstellen werden jahrelang kommissarisch verwaltet, dann ist das ein ausreichendes Ziel.
Die Frage, warum auch Quereinsteiger nicht Schlange stehen, wäre die nicht etwas mehr Überlegung wert? Besser nicht, das Ergebnis könnte die Verantwortlichen verunsichern…

Realist
1 Monat zuvor

Frau Hamburg ist doch auch Vertreterin des Landes Niedersachsen im Aufsichtsrat von VW, oder?

Und dort wurde doch gerade das Sparprogramm mit den Arbeitnehmerstimmen und den Stimmen des Landes Niedersachsen abgelehnt. In einem Konzern, dessen eigener Vorstand Insolvenzgefahr sieht…

Was das mit dem vorliegenden Fall zu tun hat?

Kann sich jeder selbst überlegen.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Realist

Nein, nicht drüber nachdenken.

„Bedauern“, „schockiert sein“, „mitfühlen“ usw. sind jetzt angebracht.

Realist
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Die tägliche Dosis Moralin also…

Aber gut, dass ich nicht der Moralist sondern der Realist bin. Das ist langfristig gesünder für den Verstand, die Finanzen und… man hat am Ende meistens Recht! Erfordert aber teilweise viel Geduld…

Ute
1 Monat zuvor

Vielleicht lieber Homeofficejobs mit 35 Std Woche 😉

Heide Blume
26 Tage zuvor

Die Jahre im Angestelltenverhältnis fehlen dir dann nachher für die Pension.

So geht es mir, wenn auch aus anderen Gründen. Ich gehöre zu den Jahrgängen, die einst wg. der Lehrerschwemme nicht eingestellt wurden. Da habe ich 4,5 Jahre bei einem privaten Bildungsträger gearbeitet, sozialversicherungspflichtig angestellt. Nur beträgt die Wartezeit für einen Rentenanspruch 5 Jahre, ich bekomme also keine Rente. Und jetzt bei der Berechnung des Ruhegehaltssatzes für die Pension fehlen mir diese Jahre, ich erreiche nicht den vollen Satz.

Ich glaube nicht, dass Frau Hamburg dies in ihren Ratschlägen berücksichtigt hat …