Schüler, die eine Lehrkraft heimlich fotografieren, riskieren einen schriftlichen Verweis

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BERLIN. Wer heimlich während des Unterrichts Fotos von seinem Lehrer macht und diese weiterleitet, riskiert einen schriftlichen Verweis. Auf ein entsprechendes Urteil des Verwaltungsgerichts Berlin (Az: VG 3 K 211/22) weist das Rechtsportal «anwaltauskunft.de» hin.

Heimlich eine Lehrkraft fotografieren? Bloß nicht (Symbolfoto). Foto: Shutterstock

Im konkreten Fall hatte ein Achtklässler während des Unterrichts mit einem Tablet unbemerkt Aufnahmen seines Klassenlehrers gemacht – wohl aus Langeweile. Die Bilder schickte der Schüler an eine dritte Person. So machten sie über diverse Messengerdienst schnell die Runde innerhalb der Schülerschaft. Nicht ohne Folgen: Dem Schüler wurde ein schriftlicher Verweis erteilt, der auch auf dem Jahreszeugnis vermerkt werden sollte.

Dagegen reichte der Schüler einen Widerspruch ein – allerdings ohne Erfolg. Das Verwaltungsgericht wies die Klage ab. Der schriftliche Verweis besitze als schulische Ordnungsmaßnahme keinen strafenden Charakter, sondern diene vorrangig pädagogischen Zwecken. Die Schule habe da einen Ermessensspielraum, der nur begrenzt einer gerichtlichen Überprüfung unterliege.

Das Gericht befand aber dennoch, dass die Maßnahme gerechtfertigt und verhältnismäßig ist, da der Schüler sowohl die Hausordnung der Schule missachtet als auch das Persönlichkeitsrecht des Lehrers verletzt hat. Auch die Eintragung des Verweises im Zeugnis sei angemessen. Das Urteil stammt vom 21. Juli 2023. News4teachers / mit Material der dpa

Lehrer heimlich im Unterricht fotografiert – Verweis zulässig (urteilt ein Gericht)

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Victoria Petermann
10 Monate zuvor

Schüler:innen oder andere, die mich heimlich oder gegen meinen Willen fotografieren oder aufnehmen, dies gar veröffentlichen, riskieren eine Strafanzeige und ggf. Zivilklage. Aus die Maus.

447
10 Monate zuvor

Dieses.

Natürlich kommt dabei nix rum, aber den Eltern entstehen Kosten und Stress, da liegt der Hebel.

Einer
10 Monate zuvor

Wieso riskieren?
Das ist doch eine logische Konsequenz und von mir kämen nich privatrechtlicje Schritte obendrauf.

Einer
10 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie bei jedem Vergehen, Ordnungswidrigkeit oder Straftat.

Heinz
10 Monate zuvor

Je nach meiner Einschätzung gäbe es bei mir eine Anzeige.

Riesenzwerg
10 Monate zuvor

Schriftlicher Verweis… WOW!

Ich lach mich schlapp – und die Schüler schon lange.

447
10 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Das eh.
Darum: Strafantrag, fertig.

Riesenzwerg
10 Monate zuvor
Antwortet  447

Ganz genau!

Bei uns: Gespräch, eine Woche (altes) Handy im Sekretariat abgeben, …

Zum Glück spielten die Eltern mit und machtem ihrem Sprössling sehr nachdrücklich klar, dass sie hinter uns stehen und sollte das nochmal geschehen, würden sie eine Anzeige mehr als befürworten.

Küstenfuchs
10 Monate zuvor
Antwortet  Riesenzwerg

Woher wissen Sie, ob es nicht zudem noch zivilrechtliche Konsequenzen gab? Diese werden nicht öffentlich.

Finagle
10 Monate zuvor

Diese Offensichtlichkeit – dass der Verstoss gegen ein juristisch geschütztes Persönlichkeitsrecht eine disziplinarische Maßnahme rechtfertigt – ist ein Meldung wert? Nunja, wenn es notwendig erscheint… sonst gerne auch im BGB (und ggf. im StGB) sowie dem Schulgesetz bzgl. Erziehungs- und Ordnungsmaßnahmen nachlesen, wie es hier immer so schön heißt.