Nach den Grünen fordert auch die GEW einen Verzicht auf klassische Hausaufgaben (und aufs Sitzenbleiben)

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BERLIN. Die Grünen finden, dass Hausaufgaben nicht zu Hause, sondern in der Schule erledigt werden sollten. Das sieht auch die Gewerkschaft GEW so und begründet das nun.

Sind Hausaufgaben sinnvol? Zweifel daran sind erlaubt. (Symbolfoto) Foto: Shutterstock

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GWE) unterstützt den Vorstoß der Berliner Grünen-Fraktion, auf klassische Hausaufgaben für Schüler zu verzichten. Nötig und sinnvoll sei vielmehr, vertiefende Aufgaben zum Unterrichtsstoff im schulischen Kontext und mit entsprechender pädagogischer Unterstützung zu lösen, sagte der Berliner GEW-Landesvorsitzende Tom Erdmann. Dann hätten Schülerinnen und Schüler die nötigen Ressourcen, die ihnen zu Hause in ihren Familien oft fehlten. Dieser Punkt sei wichtig, um Bildungserfolg von der Herkunft zu entkoppeln.

Erdmann verwies darauf, dass alle Grundschulen in Berlin Ganztagsschulen seien, ebenso viele weiterführenden Schulen und einige Gymnasien. «Da ist es nur folgerichtig, dass Hausaufgaben in der Schule erledigt werden müssen.» Für andere Schulen forderte Erdmann zumindest freiwillige Angebote, um Schüler bei den Hausaufgaben zu unterstützen. «Dafür brauchen wir aber auch zusätzliche personelle Ressourcen», unterstrich er. «Dem Thema müssen sich Schule und Pädagogik stellen», fügte er hinzu. «Alles andere wäre ein Konjunkturprogramm für private Nachhilfe.»

Tatsächlich ist auch die Wissenschaft skeptisch, was den Wert von Hausaufgaben betrifft. „Gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser, und schlechte Schüler begreifen zu Hause durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben“, sagt etwa Prof. Hans Gängler von der TU Dresden, der zum Thema geforscht hat, gegenüber dem medienhaus nord. Sein Fazit: Hausaufgaben hätten keine Auswirkung auf die Schulleistung.

Ähnlich wie die GEW hatten auch die Grünen im Berliner Abgeordnetenhaus argumentiert, die ihren Vorschlag am vergangenen Mittwoch unterbreiteten. «Hausaufgaben sollen das im Unterricht Erlernte vertiefen, aber nicht einfach den Unterricht in die Freizeit auslagern. Denn das nimmt den Kindern und Jugendlichen die Zeit für Erholung und Familie», sagte der schulpolitische Sprecher der Fraktion, Louis Krüger.

Gleichzeitig sei das ein Beitrag zur Bildungsgerechtigkeit. «Das Bildungsniveau der Eltern und die häuslichen Rahmenbedingungen dürfen nicht entscheidend sein für die Erfüllung schulischer Aufgaben», so Krüger. Für falsch halten die Grünen auch den Ansatz, Schüler wegen schlechter Zeugnisnoten das Schuljahr wiederholen zu lassen: «Nachdem schon an Integrierten Sekundarschulen und Gemeinschaftsschulen das verpflichtende Sitzenbleiben abgeschafft wurde, schlagen wir vor, auch an Gymnasien nur noch auf freiwilliges Wiederholen zu setzen», sagte Fraktionschefin Bettina Jarasch vor einigen Tagen. «Statt auf Druck zu setzen, stärken wir so Verantwortungsbewusstsein und Selbsteinschätzung.»

Auch hinter diesen Vorschlag stellte sich die GEW. «Sitzenbleiben war noch nie eine pädagogisch kluge Maßnahme, da es für die betroffenen Schülerinnen und Schüler immer einen Versagensmoment beinhaltet und die Lernmotivation langfristig schmälern kann», sagte ein Sprecher. Vielmehr müssten auch die Gymnasien in die Lage versetzt werden, deutlich mehr individuelle Unterstützung und Förderung anzubieten.

Auch hier zeichnen Studien ein klares Bild: Sitzenbleiben hat keinen Effekt auf den Lernerfolg, wie die Zeitschrift «Spektrum der Wissenschaft» berichtet. Sitzenbleiber stünden in ihren Leistungen einige Zeit später weder besser noch schlechter da, als wenn sie nicht wiederholt hätten. News4teachers / mit Material der dpa

Grünen-Fraktion spricht sich gegen Hausaufgaben aus – und gegen das Sitzenbleiben

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Lehrer aus Berlin
1 Monat zuvor

Früher dachte ich mal, die GEW wäre eine Gewerkschaft für die Beschäftigten aus Erziehung und Wissenschaft. Also eine Art Interessensvertretung, eine Art Berufsverband.

In dieser Rolle nehme ich sie seitdem nicht wirklich wahr, daher war ich froh, mit meinem ersten Gehalt die Kündigung eingereicht zu haben.

Dies wird bei jeder „Meldung“ bestätigt.

Meiner Meinung nach wird in diesen Argumenten verschiedenes vermischt und ich erkenne dort einige richtige Aussagen wie „Vertiefende Aufgaben sollten in der Schule stattfinden“ und auch einen nicht fundierten Quatsch. Aus meiner Erfahrung als Musikerkind würde ich jedem der sagt, es muss nicht regelmäßig geübt und wiederholt werden, ein großes Fragezeichen entgegen werfen. Dies gilt im Musikinstrumentenbereich, und das gilt sicher auch für Fächer wie Mathe oder Englisch (z.B. Vokabeln üben).
Sorry, Hausaufgaben sind weiterhin wichtig. Und nur um Bildungsgerechtigkeit zu schaffen, diese von zu Hause abzuschaffen, halte ich für falsch.

Teacher Andi
1 Monat zuvor

Aber Sie werden sehen, das wird durchgezogen, so wie alle anderen unpädagogischen und fragwürdigen Reformen auch. Vielleicht kommt danach dann wieder die berühmte Rolle rückwärts.

Frau_Freitasch
1 Monat zuvor

Aus genau diesem Grund bin ich vor drei Jahren aus der GEW aus- und dem VBE beigetreten. Letztgenannte Gewerkschaft kümmert sich um die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte!

447
1 Monat zuvor

Die GEW ist letztlich eine politische Vorfeldorganisation mit Gewerkschaftsanstrich.

Cuibono
1 Monat zuvor

Die GEW sieht sich vor allem als Gewerkschaft der Sozialarbeiter. Was auch völlig logisch ist, da die meisten Lehrer Beamter sind.

Schlaubi
1 Monat zuvor

Wenn dies «Das Bildungsniveau der Eltern und die häuslichen Rahmenbedingungen dürfen nicht entscheidend sein für die Erfüllung schulischer Aufgaben» das Ziel ist, dann schlage ich vor, alle Kinder unmittelbar nach ihrer Geburt den Familien zu entreißen und in die Obhut staatlicher Aufsicht zu geben.
Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in der Geschichte einen solch radikalen – ich meinte bildungsgerechten Vorschlag je gegeben hat, der krachend scheiterte.

Mika
1 Monat zuvor

Die GEW rafft einfach nicht, dass sie die Interessen der Arbeitnehmer vertritt, die in ihr organisiert sind. Statt das zu tun, tönt sie über Hausaufgaben und Wiederholen… kein Wunder, dass da nix bei rumkommt für die Lehrkräfte.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Hausaufgaben und Wiederholende tangieren Ihren Schulalltag gar nicht?

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

Zeigen Sie mir die Mehrheit der in der GEW organisierten Lehrkräfte, für die das Abschaffen von Hausaufgaben und Sitzenbleiben das drängendste Problem bei der Verbesserung der Arbeitsbedingungen der LEHRKRÄFTE ist.
Ich lese aus dem Beitrag übrigens nicht heraus, dass die GEW sich mit den benannten Forderungen für eine Arbeitserleicherung der Lehrkräfte einsetzt. Da geht’s ausschließlich um die Schüler.

Onkel Thomas
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Viel Interessanter ist doch die Frage wie die GEW in 4 Tagen eine Position beziehen kann, aber es nicht Schaft sich darum zu kümmern, was eine der Primären Aufgaben ist. Arbeitsschutz, Arbeitszeiterfassung, … Einfordern.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  Onkel Thomas

Nicht nur einfordern, sondern einklagen!! So macht es der PhV in Baden-Württemberg.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Das würde mich aber sehr wundern, wenn die GEW dies nicht mehr fordern würde. Das Eine schließt hier das Andere ja nicht aus

uesdW
1 Monat zuvor

„Versagensmoment beinhaltet und die Lernmotivation langfristig schmälern“
Ob die Lernmotivation langfristig erhalten bleibt bzw. gesteigert wird, wenn ich in einem Fach überfordert bin, müsste auch erst einmal nachgewiesen werden.

Jette
1 Monat zuvor

Keine Frage, die Idee ist verlockend, macht man sich als Partei oder Gewerkschaft gleichermaßen bei Eltern und Kindern beliebt. Evtl. sogar bei Lehrern, denen das Nachschauen der Hausaufgaben oft lästig ist. Durchdacht sind diese Absichten jedoch nicht:

  1. Allen Beteiligten ist klar, dass es für Hausaufgaben in der Schule keine personellen Ressourcen gibt, auf die man zurückgreifen kann.
  2. In den Ganztagsschulen, in denen eine Lernzeit eingeplant ist, läuft es so ab, dass Kinder, die keine Lust auf Aufgaben haben, die Lernzeit absitzen, ohne etwas zu tun. Wenn es keinerlei Druck gibt, funktioniert das Ganze in der Regel eher nicht.
  3. Hausaufgaben, die eigentlich auch individuell -also am Lernstand der Kinder angepasst sein sollen, basieren nicht auf dem Verständnis von Lernstoff, sondern beinhaltern ein Üben von „Basics“, d.h. Einmaleinsreihen, Lernwörter, Lesetraining, Schreibübungen etc. Die sollten so gestaltet sein, dass sie ohne elterliche Hilfe durchgeführt werden können, was in der Regel auch der Fall ist.
  4. Wenn es weder Sitzenbleiben noch Schulwechsel bei Minderleistungen oder Leistungsverweigerung gibt, sitzen alle SchülerInnen im Gymnasium und blockieren das komplette System.
  5. Es gibt in vielen Fällen in Schulen eine Hausaufgabenbetreuung, die von der Caritas, dem Kinderschutzbund oder anderen Institutionen angeboten wird für Kinder, die es sonst -aus welchen Gründen auch immer- nicht schaffen. Dieses System ist durchaus erfolgreich.
  6. Es kann nicht sein, dass man alles abschafft, was Eltern und Kindern Stress machen könnte und nichts, aber auch gar nichts mehr einfordern darf. Dann darf man auch nicht verlangen, dass Kinder pünktlich in die Schule kommen (setzt Eltern, die morgens nicht aus dem Bett kommen zu sehr unter Druck), dass Kinder gefrühstückt haben, dass sie ihre Schulsachen dabei haben, dass sie ausreichend geschlafen haben, etc. Nach der Logik muss man Eltern alles abnehmen und eine 24/7 Betreuung anbieten.

Dass die GEW als Gewerkschaft für ERZIEHUNG auf diesen Zug aufspringt, finde ich besonders enttäuschend, denn die sollten die Realitäten an den Schulen und die zur Verfügung stehenden Ressourcen eigentlich kennen!

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  Jette

Volle Zustimmung!

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Jette

Es kann nicht sein, dass man alles abschafft, was Eltern und Kindern Stress machen könnte“

Hausaufgaben KÖNNTEN Eltern und Kindern keinen Stress machen. Sie MACHEN Eltern und Kindern Stress. Teilweise sogar ganz extremen Stress. Und sie sind NACHWEISLICH (fast) komplett irrelevant für den Lernerfolg. Aber Lehrer*innen sind halt die Einzigen die keine Kosten/Nutzen Analyse machen sondern halt einfach anordnen.

Jette
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Wenn das Lesetraining oder Schreibübungen „ganz extremen Stress“ auslösen, ist vorher in der Erziehung schon ganz viel schiefgelaufen.
Und dass sie „NACHWEISLICH (sic.)… irrelevant für den Lernerfolg“ sind, ist so nicht richtig, es gibt unterschiedliche Ergebnisse zum Sinn von Hausaufgaben, bitte nachlesen unter: Trautwein, Ulrich; Köller, Olaf; Baumert, Jürgen: „Lieber oft als viel: Hausaufgaben und die Entwicklung von Leistung und Interesse im Mathematik-Unterricht der 7. Jahrgangsstufe“, Zeitschrift für Pädagogik 47 (2001) 5, S. 703–724
Auch die Auswirkungen von Hausaufgaben auf lernschwache Kinder wird dort anders beurteilt: „Eher überraschend, scheinen lernschwächere Kinder von umfangreicheren Hausaufgaben zu profitieren, weil dadurch die Leistungsdifferenz innerhalb einer Klasse etwas reduziert werden kann. Die Autoren kommen daher zu dem Schluss, dass ein Verzicht auf Hausaufgaben sozial und kognitiv benachteiligten Kindern eher schadet als nutzt. Die Studie enthält auch keinen Beleg für die These, dass Kinder mit höherem sozioökonomischen Hintergrund in besonderem Maße von Hausaufgaben profitieren.“
Ebenfalls unverständlich ist, dass selbstorganisiertes Lernen, momentan so hoch gepriesen wird, Hausaufgaben aber verteufelt werden. Was anderes sind Hausaufgaben, wenn nicht selbstorganisiertes Lernen? Das beginnt in der 1. Klasse mit ein Bild zu Ende malen, Zahlen schreiben, Buchstaben und Wörter lesen und wird dann in der weiterführenden Schule fortgesetzt, gern auch mit digitalen Übungsformen.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Mit dem „nachweislich“ ist es wie immer nicht so ganz einfach. Mich interessieren bei Aussagen wie Prof. Gängler schon mal die Hintergründe, so dass ich kurz recherchiert habe: Auffällig ist, dass man die Aussage von Gängler auf mehreren Bildungsseiten (und anderen) zum Thema findet, teils wortwörtlich wie oben. Die Aussage ist aus 2008 (!) und scheint sich ein wenig selbst zu befruchten. Sie basiert auf Befragungen (!) von Schülern, Lehrern und Eltern.
Eine andere Internet-Seite gibt auch komplett gegenteilige internationale Studienergebnisse wieder, die deutliche Steigerung bescheinigen.
https://www.herder.de/es/themen-und-ideen/tagesablauf/sind-hausaufgaben-notwendig/
Es gibt also auch andere Befunde. Im Hattie-Mittel kommt natürlich ein schwacher Effakt dabei heraus.
Man kann also vermuten, dass gezielte, konzentrierte Hausaufgaben wohl wirkungsvoll sein können, aber natürlich die Realitäten des nachlässigen, ziellosen Stellens und der unkonzentrierten oder schlampigen Bearbeitung viel verwischen.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Nochmal kurz bei Hattie gewesen:
https://web.fhnw.ch/plattformen/hattie-wiki/begriffe/Hausaufgaben: Effekt-Stärke 0,29, was wirklich nicht viel ist, allerdings gibt es deutliche Altersunterschiede, so dass für ältere Schüler eine nennenswerte Stärke nachgewiesen wird.
Die einzige auf der Seite verlinkte Studie sieht unter gewissen Umständen ebenfalls durchaus Effekte (lieber häufig als viel). Und man findet die Aussage, dass es keine Hinweise dafür gibt, dass der sozio-ökonomische Status Einfluss auf die Wirksamkeit hat.
Man fragt sich also, woher denn die Sicherheit kommt, mit der gewisse Behauptungen geäußert werden. Eine differenziertere Betrachtung scheint angemessen.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Sie haben bestimmt total recht und bewegen sich da auch voll im mittleren Fahrwasser.

Genau darum gibts bei mir keine Hausaufgaben mehr – Hausaufgabenerlass macht es möglich.

So freuen sich alle, was ja das wichtigste ist: Emotionen. Darum geht es ja in der Schule – Emotionen von Kindern und Eltern. Das ist der Maßstab, das ist wichtig.

Die SuS, weil sie nicht mehr böse gestresst werden – ich, weil ich es nicht kontrollieren muss.

P.S.: Grob 5 bis maximal 10% je Klasse/Kurs wollen freiwillig Aufgaben.
Ich würde ja sagen: „Raten Sie mal, wer besser abschneidet…“, aber das brauche ich garnicht: Faktenfecheckte Bildungswissenschaft belegt ja, dass „Hausaufgaben nix bringen“.

Von daher…ist ja alles prima. 🙂

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  447

These/Behauptung: Die 5 bis 10% je Klasse/Kurs, welche freiwillig Aufgaben wollen, wären/sind allerdings auch bei Pflichthausaufgaben mit Sicherheit ganz vorne dabei und schneiden besser ab.
Ich würde sogar behaupten, dass diese auch ganz ohne Schulhausaufgaben wahrscheinlich besser wären, da sie einfach von sich selbst aus üben und lernen …

Also, sooo einfach ist das jetzt dann auch nicht …

Ulla
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Das wäre toll, wenn wir Lehrer anordnen könnten. Wir sind extrem eingeschränkt durch die Vorgaben von oben. Und wenn die Ministerien anordnen, dass die Hausaufgaben in der Schule gemacht werden sollen, setzen wir das um. Auch wenn wir es nicht für sinnvoll halten.

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

Nein das wäre ganz sicher nicht toll wenn man sich diesen ganzen antiwissenschaftlichen Mist hier so durchliest.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Jette

Sie geben echt viel auf die Wirkungskraft von Hausaufgaben

Schade
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

Ja, und da bin ich zu 100% bei Jette. Als Lehrerin kann ich nämlich in jeder Lerngruppe dabei zusehen, wie Kinder mehr und mehr zurückfallen, wenn die Hausaufgaben nicht oder nur sehr unregelmäßig erledigt werden. Lesen muss man üben, Schreibschrift muss man üben, das Einmaleins muss man üben usw. Weder jetzt noch in den letzten 30 Jahren waren dafür in der Schule genug zeitliche und personelle Ressourcen vorhanden! Wie das in Zeiten von Lehrkräftemangel, übervollen Klassen und diversen gesellschaftsbedingten Herausforderungen in die Schule „umgelagert“ werden soll, ist mir ein absolutes Rätsel.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Schade

Ich widerspreche Ihnen nicht, dass gute Schüler:innen ihre Hausaufgaben meistern. Den Rückschluss, der Erfolg würde an den Hausis liegen, teile ich nicht.
Vor 30 Jahren lagen die Ressourcen bei den Familien zudem günstiger: da konnte noch die Ausb… kostenfreie Unterstützung der Mütter vorausgesetzt werden

Gefrustete Lehrertante
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

Der sozioökonomisch hohe Status vieler Familien hat oft damit zu tun, dass Mutti mit arbeiten geht. Da ist oft wenig Zeit zum Üben. Also ich weiß nicht, woher immer das Bild vom Heimchen am Herd kommt.

Anekdotische Evidenz aus dem Umfeld: Kinder von Eltern mit hohem Bildungsstatus geben ihre Kinder oft in die Hausaufgabenbetreuung, weil die Frauen arbeiten. Dort lernen die Kinder in der Gruppe, dass Hausaufgaben gemacht werden müssen, ohne Geschrei. Dann gibt es die Kinder, deren Eltern Betreuung ganz schrecklich finden. Da ist mittags oft das Geschrei und Geheule. Weil Mutti der Kragen platzt, das Kind weiß, wie es seine Grenzen ausreizt oder Mutti weiß macht, wie unverschämt die Hausaufgaben sind, weshalb Mutti zum Lehrer rennt und sich über den täglichen Streit wegen den Hausaufgaben beschwert.
Unsere Hausaufgaben-Betreuer berichten ähnliches. Meist laufen die Problemfälle dort eher in der Spur als daheim.

RainerZufall
1 Monat zuvor

Also Hausis funktionieren, werden kompensiert oder funktionieren nicht…
Klingt ausbaufähig

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

Ja, komisch. Bei uns hat die häusliche Unterstützung den Unterschied zwischen erfolgreichen und nicht-so-erfolgreichen Schülern ausgemacht.
Und genau „das“ ist doch die vielgeschmähte soziale Ungerechtigkeit.
Diese häusliche Unterstützung, eben bei den Hausaufgaben, korreliert erheblich mit dem sozioökonomischen Status.

Wenn die HAs abgeschafft werden, macht man es den Eltern schwerer, die sich bis jetzt gekümmert haben, aber ohne Vorgaben, was denn zu Hause gemacht werden soll ins Schwimmen kommen.

Die Eltern mit noch besseren Ressourchen werden sich auch bei abgeschafften Hausaufgaben nicht davon abhalten lassen zu unterstützen. Die laden sich den Lehrplan runter, sprechen mit LehrerInnen in Verwandt- und Bekanntschaft oder gehen gleich an die Privatschule.

Herzlich willkommen zurück im 19. Jahrhundert- 5% machen wieder ein Abitur, mit dem auch erfolgreich ein Studium nicht nur aufgenommen sondern zu Ende gebracht werden kann.
Toll, GEW.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Cuibono

Aber die thematisierte Gruppe von Eltern schafft es ja eben nicht. Die Länder könnten hier liefern, überlassen es aber „irgendwie“ den Lehrkräften und Eltern.

Und auch wenn Sie die einzige Person meines Wissens sind, die gegen elitärere Gymnasien stimmt, könnten ein Fokus mit zugeschnittenen HA ja auch ein enormer Zugewinn für die Klassenbesten sein

Hauke Haien
1 Monat zuvor

Ich sehe das differenzierter. Wenn wir am Ende des Gymnasiums studierfähige Schülerinnen und Schüler haben möchten, dann müssen wir diese auch Schritt für Schritt dorthin bringen, dass sie selbst gesteuert lernen können und so viel Selbstdisziplin aufbringen, dass sie sich auch nachmittags an den Schreibtisch setzen. Aber es gibt auch Schülerinnen und Schüler außerhalb des Gymnasiums. In den unteren Niveaustufen an meiner Gesamtschule macht sowieso kaum jemand Hausaufgaben, sodass die meisten Kollegen auch keine mehr aufgeben. Es macht einfach keinen Sinn mehr. Daher könnte man hier die Hausaufgaben auch komplett abschaffen. Aber dadurch würde der Wechsel von einer Realschule zum Gymnasium noch schwerer werden, als er ohnehin schon ist. Eine zufriedenstellende Lösung fällt mir hier nicht ein. Eventuell Hausaufgaben ab Klasse 10?
Bei uns an der Gesamtschule kann man erst ab Klasse 9 sitzenbleiben. Also werden Schülerinnen und Schüler, die 2 Sechsen und 3 Fünfen auf dem Zeugnis haben, ständig mitgeschleppt. Besser werden die in der nächst höheren Klassenstufe nicht! In der Grundschule scheint es hier in RLP ähnlich zu laufen, da wir jetzt in der 5. Klasse schon Kinder haben, die nicht alle Buchstaben sicher beherrschen. Diese sind mit dem Stoff der 5. Klasse und der zusätzlichen Fremdsprache überfordert und kassieren nur Sechsen. Werden aber bis zur 9. durchgewunken, wo sie die Schule dann meist ohne Abschluss verlassen müssen. Diesen Kindern gibt niemand eine Chance, ihre Lücken aufzuarbeiten!!! Ich bin dafür, dass ein Kind die Lernziele einer Klassenstufe erreicht haben muss, um in die nächste Klasse versetzt werden zu können. Wer das Klassenziel auch nach Wiederholung nicht erreicht, sollte auf Förderstatus überprüft werden. Aber auch erst dann, nachdem man dem Kind diese Chance gegeben hat. Denn so, wie es jetzt läuft, bekommen auch Kinder den Förderstatus, die eigentlich nur Lücken haben (besonders, was die deutsche Sprache betrifft), aber im Grunde intelligent genug wären.

Küstenfuchs
1 Monat zuvor
Antwortet  Hauke Haien

Hausaufgaben erst ab Klasse 10? Bei der GEW und auch bei Ihnen steckt immer im Hinterkopf, die Guten auszubremsen, nur um Bildungsgerechtigkeit (hier: Wechsel von Realschule auf Gymnasium) herzustellen.

Es kann doch nicht unser Ernst, unsere klugen Köpfe zu bremsen, nur damit die Faulen und weniger Talentierten mehr Chancen haben.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Was lernen die Kinder bei den HA, was sie in der Schule nicht lernen?
Spricht ja schon für sowas wie eine Ganztagesschule

Schade
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

Ja, Ganztagsschule ist super! (Ironie off!) Ganztagsbetreuung läuft aktuell bei uns so, dass nichtpädagogisches Personal Lerngruppen in Klassengröße bei den Hausaufgaben betreut und seine liebe Not hat, für einigermaßen ausreichende Arbeitsruhe zu sorgen. Groß Zeit zum Helfen bleibt da nicht. Wer seine Hausaufgaben falsch macht oder hinschlurt, darf auf keinen Fall zum Verbessern gezwungen werden. Folge: alle Kinder, die zu Hause Hausaufgaben machen, haben nicht nur deutlich besser gemachte Hausaufgaben, ihre Leistung ist auch im Durchschnitt deutlich besser. Und bildungsinteressierte Eltern, deren Kinder im Ganztagsbetrieb sind, erwarten dann teilweise vom Nachwuchs, dass es die Hausaufgaben ein zweites Mal anfertigt und diesmal ordentlich! So toll läuft Ganztag!

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Schade

Geeeenausooooo!!!!!!

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Schade

Ja, so läuft das.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Schade

„läuft aktuell bei uns so, dass nichtpädagogisches Personal […] bei den Hausaufgaben betreut und seine liebe Not hat, für einigermaßen ausreichende Arbeitsruhe zu sorgen.“
Klingt doch nach ganz normalen Hausaufgaben 😉

Ja, durch unbezahlte Mehrarbeit der Eltern ist der Personalschlüssel besser, allerdings müssen Eltern sich dies leisten können/ wollen.
Wenn Kinder die Hausis nur unter Nachhilfe schaffen, können wir wirklich fest davon ausgehen, dass an den Hausaufgaben nicht zu schrauben wären?

mathea kühnel
1 Monat zuvor
Antwortet  Schade

Genau so läuft es auch an unserer Schule:
– viel zu große Lerngruppen
– Personal, das nicht helfen kann
– oft unmotivierte Kinder, die ihr Material nicht dabei haben und die Zeit nur absitzen und stören.
Hausaufgabenbetreuung in der OGS ist in meinen Augen absolut vertane Zeit und vertane personelle Ressourcen

uesdW
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

Sicherheit durch einüben, Geschwindkgkeit, konzentriertes Arbeiten, das es auch Aufgaben gibt, die man auch machen muß, wenn es einem nicht gefällt (Lebensschule), bei Transferaufgaben selber mal auf Lösungen kommen (Erfolgserlebnis).

Sicherlich muß man die Kirche im Dorf lassen.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  uesdW

Sie haben also ein Kind in einem Kinderzimmer an einem Schreibtisch vor Augen. Ein Elternteil ist da, um sich um das Mittagessen zu kümmern und am Ende einmal das Hausaufgabenheft durchzugehen, ggf. zu helfen…

Einer
1 Monat zuvor
Antwortet  Hauke Haien

Und wir haben dann Gesamtschüler an den Berufsschulen, die nichts können. Gerade dann, wenn sie die mittlere Reife an einer Gesamtschule gemacht haben. Es fehlen sämtliche Grundlagen in allen Fächern. Gesamtschule ist ein völliger Irrweg

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Hauke Haien

Ja, aber wenn man die Schüler*innen die immer 5en und 6en mitschleppen NICHT versetzt hat man irgendwann 16 jährige in der 7ten Klasse. Das habe ich an der Hauptschule erlebt. Bis man hat aus reiner Vernunft das Sitzenbleiben abgeschafft hat.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Das Problem ist dabei weniger, dass das Sitzenbleiben und entsprechend das Wiederholen des Lehrstoffs nicht sinvoll wäre.
Problematisch ist, wenn man die Ursache für das Nichtlernen nicht angeht.

Bei einem körperlich kranken Kind würde man doch zuerst eine medizinische Behandlung machen und es dann wieder in die Schule schicken.

Konsequenterweise müsste man also schauen, welche Probleme bei den Kindern vorliegen (sozial, familiär, Lernbeeinträchtigung, …) und das Wiederholen mit entsprechenden Fördermaßnahmen (z.B. Reha, Familienhilfe, Therapie, …) begleiten.

Das lässt sich aber bei den täglichen Anforderungen in der Schule nur schwer realisieren bzw. es bräuchte Fachkräfte dafür, die sich darum kümmern.

Betroffene
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Es bräuchte Fachkräfte dafür, die sich darum kümmern….

Kleine Gruppen. Zugewandte Lehrkräfte. Professionelles LRS- Training. Sozialarbeiterinnen. …damit wäre es möglich in Ganztagsschulen sinnvolle Lern- und Übungszeiten zu gestalten.

Ausgebildetes Personal ist kaum mehr zu bekommen und wird nicht bezahlt werden.

Horch
1 Monat zuvor
Antwortet  Betroffene

Nu ja. Wir haben jetzt eine solche Fachkraft. Die organisiert aber lieber Queer-AGn und solche Dinge.

A.M.
1 Monat zuvor

„Hans Gängler von der TU Dresden, der zum Thema geforscht hat, gegenüber dem medienhaus nord. Sein Fazit: Hausaufgaben hätten keine Auswirkung auf die Schulleistung.“

Was hat sich denn heute an den Kindern oder den Hausaufgaben so wesentlich geändert? Aus meiner Erfahrung als Kind muss ich leider sagen, dass es schon einen Unterschied gemacht hat, ob ich Formeln oder Vokabeln gelernt habe oder nicht. Als ich später Nachhilfe gegeben habe, habe ich auch gemerkt, dass Üben sehr wohl etwas bringt. Bedenkt man, dass hochbegabte Schüler mit der Diagnose Autismus in NRW noch durch fachliche Schulbegleiter im Unterricht im Lernen und Verstehen unterstützt werden, dann stellt sich mir auch die Frage, wie eine Abschaffung der Hausaufgaben mit der Inklusion vereinbar sein soll. Darf es dann für alle Kinder mit I-Status auch keine Hausaufgaben mehr geben oder sollen sie quasi diskriminiert werden und doch welche erledigen?

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  A.M.

Ja, da forscht ein Universitätsprofessor zu einem Thema, aber was ist das schon gegen die persönliche Erfahrung eines Individuums. NICHTS. Vielleicht sollten wir die Unis Abschaffen und auch sämtliche Forschungen, der gesunde Menschenverstand reicht doch völlig.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Manchmal ist die persönliche Erfahrung eben doch sinnvoller als eine aus dem Zusammenhang gerissene Aussage:

„Gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser, und schlechte Schüler begreifen zu Hause durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben.“

Es geht also – wie zu erwarten war – darum, welcher Art von Hausaufgaben man aufgibt.
Wenn man komplexe Aufgaben zum Anwenden und Transfer aufgibt, verstehen viele Schüler die Aufgaben vielleicht nicht – das ist dann unsinnig.

Aber bringt es Ihrer Meinung nach nichts, wenn die Schüler selbstbestimmt bis zu einem bestimmten Zeitpunkt eine Lektüre gelesen haben, damit man im Unterricht damit weiterarbeiten kann?
Bringt es nichts, wenn die Kinder zu Hause Vokabeln lernen?
Meine Schüler sind bspw. begeistert mit dem Rad durch die Gegend gefahren und haben Blätter gesammelt für ein Herbarium. Davon haben sie später berichtet…

Im oben verlinkten Artikel heißt es übrigens weiter:
„Hausaufgaben könnten schon fruchten – allerdings nur dann, wenn sie nicht als bloße Pflicht erledigt werden. Haben Schüler aus sich selbst heraus Freude an den Aufgaben, bleibt auch etwas hängen. Und: Älteren Schülern bringen Hausaufgaben eher etwa als Grundschülern.“

Ist auch das nicht eigentlich selbstverständlich?
Wenn Kinder zu Hause begeistert etwas basteln, einen Versuch machen, ein z.B. mathematisches Rätsel lösen, dann lernen sie natürlich mehr, als wenn sie etwas nur abhaken wollen…

Hirschlgruber
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Als Ergänzung: Auch Grundschülern bringen Hausaufgaben etwas, wenn z.B. Einmaleinsreihen eingeübt werden oder Lernwörter als Hausaufgaben geübt werden. Wie soll ein Kind unregelmäßige Präteritumsformen kennenlernen, wenn es sie nicht einübt? Kaum ein Elternteils spricht meiner Erfahrung nach in dieser Vergangenheitsform. Wie also darin sicher werden, wenn man es nicht einübt, wofür sich die Hausaufgaben doch optimal eigenen?!

Peace
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Weil Forschung eben so funktioniert. Schaffen wir doch gleich alles ab. Neue Impfstoffe und Medikamente geben wir dann auch nach Bauchgefühl und „gesundem“ Menschenverstand.

mama51
1 Monat zuvor
Antwortet  Peace

Bei welchen Leuten vermuten Sie/wir noch „gesunden Menschenverstand“? Auch der scheint in der Minderheit zu sein…
… ansonsten gäbe es die Behauptung gar nicht, dass Wiederholen, Vertiefen und Ein-/ üben zusätzlich zum Unterricht in der Schule sinnlos wäre. ☹️

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  mama51

Wenn ich mich recht erinnere, gab es in irgendeinem Forum hier bei n4t eine Diskussion zum „gesunden Menschenverstand“ – den gibt es wohl gar nicht, nach Meinung der Redaktion und ein paar anderer Foristen (ist jedenfalls bei mir so hängen geblieben).

A.M.
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Es geht nicht um ein einziges skeptisches Individuum. Haben Sie die vielen Kommentare von Lehrkräften nicht zur Kenntnis genommen, die trotz der damit verbundenen Arbeit nicht auf Hausaufgaben verzichten wollen?

Möchten Sie, dass Ihre Mitmenschen bescheiden im Geiste alles hinnehmen, was als wissenschaftliche Erkenntnis präsentiert wird?
Einen Forschungsbedarf bestreite ich nicht. Allerdings kenne ich so viele Schulkinder, die durch die Erledigung ihrer Hausaufgaben, durch Lob für Aufsätze, Referate und andere Einzelleistungen Ermutigung erfahren haben und die in der offenen Arbeit noch freiwillig Schule gespielt haben, dass ich lieber Zweifel angesichts der Studie hege als sie als die reine Wahrheit zu akzeptieren.

Zumal man bei Studien leider auch berücksichtigen muss, ob die Interessen des Finanziers der Studie das Ergebnis beeinflusst haben. Es gibt zu wenig Personal für die OGS. Da passt es, wenn Hausaufgaben für entbehrlich gehalten werden. – Bis dann einer neuen Studie Glauben geschenkt werden muss… So wie früher vom Volk erwartet wurde, dass es der bevorzugten Religion des Landesfürsten folgte… „Cuius regio, eius religio“

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

„Forschung“ ist mittlerweile halt auch oft genug Narrativfabrik für den „Besteller“.

Aber hey, wenn ein Prof das sagt, dann ist es wohl faktenbildungswissenschaftlich bewiesen:
Ob man neue Vokabeln einmal durchliest oder (u.a. zu Hause) fünf mal lernt plus einmal ins Vokabelheft abschreibt oder kurz am Smartphone vorbei anschaut und gleich wieder vergisst…macht keinen Unterschied!

„FoLlIow dA ScieäNz, bro!“

Individualist
1 Monat zuvor

Das wird’s bringen!! Bildungsrepublik Deutschland.

Inselbegabung
1 Monat zuvor

Tom Erdmann, der Vorsitzende der GEW in Berlin, ist Mitglied der Linken. Die landeten bei der Europawahl bei etwa 2,7%, glaube ich. Ich finde, es muss aufhören, dass Minderheiten der Mehrheit ihren kruden Willen aufdrängen.

https://www.tagesspiegel.de/berlin/schule/bleibt-erdmann-das-gesicht-der-gew-lehrergewerkschaft-wahlt-neue-vorsitzende-10049023.html

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Inselbegabung

Geht’s noch schlichter?
Weil ein Vorsitzender bei den Linken ist, müssen alle GEW ler auch dieser Partei angehören?
Und was bitte wird wem aufgedrängt!?

Katze
1 Monat zuvor

Na klar weiter alles abschaffen, was mit Leistung, Anstrengung und Arbeit zu tun hat.                                 Wofür steht eigentlich das W in GEW? Wissenschaft oder irgendwas mit Wohlfühl?
Schule ohne Lernen, Sport ohne Wettbewerb, Abitur ohne Wissen, Studium ohne Abschluss, Arbeit ohne Stress das trainiert zukünftige Top Performer und Fachkräfte von morgen.       Homo sapiens sapiens wird zu Homo relaxed nixnutzius!
Mich gruselt.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

GEW – nicht die sogenannte „Bildungsgewerkschaft“ (Wer hat diese
für diese Gewerkschaft absolut unzutreffende Bezeichnung eigentlich erfunden?), sondern die Unbildungsgewerkschaft! Sie hilft tatkräftig beim Niedergang der Bildungsqualität mit.
DRINGENDE EMPFEHLUNG: Dazu einfach die beiden Bücher des exzellenten Autors Prof. Dr. Konrad Paul Liessmann lesen: „Theorie der Unbildung“ und „Praxis der Unbildung“. Schon vor vielen Jahren hat Prof. Liessmann so manche heutige Entwicklungen in der Bildungspolitik visionär beschrieben. Er hat so recht…

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Leseratte

Also das aktuelle System funktioniert zu schlecht, darum wollen Sie nichts an einem Bereich ändern, nach (mancher) wissenschaftlicher Meinung eingespart werden sollte, um sich auf effektivere Bereiche zu fokussieren?

Der Welt-Artikel spricht nach meiner Meinung doch eher dafür, etwas zu tun…

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Ich wundere mich tatsächlich nicht mehr, dass die GEW im Bezirk Detmold nur ein Drittel der Stimmen bei der BPR- Wahl bekommen hat und in unserer Stadt sah es noch schlechter aus….sie sollten eben nicht auf jedes tote Pferd aufspringen und etwas Realitätsnähe zeigen….

Individualist
1 Monat zuvor

Es fehlt der Hinweis, dass dieser Herr Erdmann auch für die Linkspartei aktiv ist.

Pädagogische Fachkraft
1 Monat zuvor
Antwortet  Individualist

Die GEW als Sprachrohr der Linken….
Wissen das die Mitglieder eigentlich?

RainerZufall
1 Monat zuvor

Schlimmer! Die Linken sind das Sprachrohr der GEW! 😉

Mika
1 Monat zuvor

Nö. Die GEW betätigt sich seit Jahren, auch schon vor Herrn Erdmann, als Möchtegern-Bildungspolitikerin und Anwalt nicht etwa ihrer Mitglieder, sondern angeblich benachteiligter Kinder und Jugendlicher.

Unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Das wäre mir als langjähriges Mitglied sehr neu, dass ich meine Interessen als durchaus Erwachsene nicht vertreten sehe…

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Das eigentlich skurrile ist ja, dass alle Vorschläge und Hypes der GEW tatsächlich vor allem den benachteiligten Kindern, Jugendlichen schadet und den verteufelten „Eliten“, sprich Eltern mit gutem sozioökonomischen Status, die sich tatsächlich um ihre Kinder kümmern, entgegen kommt, da „Konkurrenz“ aus der Mitte und Von unten überhaupt nicht mehr zu befürchten ist.
Lustig, das.

Unverzagte
1 Monat zuvor

Ganz schlimm, ich bin entsetzt und fassungslos… und wo verorten Sie sich politisch so?

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Individualist

Hat der nur Linke Daten erhoben? (Ich schätze, so funktioniert Wissenschaft fortan…)

Ich hoffe, dass Sie trotzdem noch den grünen Strom verbrauchen werden, statt im Sommer aus Prinzip einen Hitzschlag zu erleiden 😉

Canishine
1 Monat zuvor

Prima! Wenn die Schüler alle freiwillig zu Hause üben, brauche ich keine Hausaufgaben mehr aufgeben.
Nur irgendwie müsste man aus Gerechtigkeitsgründen noch verhindern, dass die freiwillig üben, die dabei Unterstützung bekommen. Kann man das dann als Lehrer verbieten? („Hast Du etwa Hausaufgaben zu Hause gemacht?“)

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Sie missverstehen enorm!
Es geht eben um die GERINGEN Zuwächse durch Hausaufgaben.

Die einen werden sich oft auch privat weiterbilden – interessengeleitet. Oder sie pauken für Tests etc.
Die anderen schaffen die Zusatzaufgaben nicht, schlagen sich Schlaf und sozialen Ausgleich um die Ohren und erledigen die HA – Schock! – morgens im Bus ohne jeglichen Wissenszuwachs.

Ich bin stark für Nachmittags- und (freiwillige) Bildungsangebote, aber was bringen Zwang und Kontrolle außer Frust, Hass auf Schule und Ausweichstrategien?
Die Starken müsseb gefordert werden, aber werden Hausaufgaben in ihrer jetzigen Form dem gerecht?

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

„Sie missverstehen enorm!“ Gern geschehen.
Auch gute Lehrer werden durch gewerkschaftliche, politische und universitäre Belehrungen nicht unbedingt besser, während schlechte es auch bei ständigen Wiederholungen ohne fachkompetente Unterstützung nicht unbedingt begreifen, wenn sie damit allein gelassen werden …

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Ok, ich habe mich wohl falsch und kränkend ausgedrückt, bitte entschuldigen Sie.

Ich hatte den Eindruck, dass Sie den HA einen Wert zumessen, den die Wissenschaft bei einem großen Teil der Schülerschaft nicht belegt.
Daher ist mein Appell, Lernangebote für daheim für jene starke Gruppen zu maßschneidern, schwächere Gruppen dagegen nicht unverhältnismäßig (für alle Beteiligten) zu frustieren. Hier wären ggf. Lerngruppen sinnvoller als stundenlanges Hinterherhetzen.

Was Ihren Beef mit Gewerkschaften angeht, bin ich irritiert, aber nicht betroffen

Bla
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

Uff, dass ich (in nächster Zeit) mal einer Meinung bzw. „Richtung“ mit Ihnen bin … Hätte ich nicht erwartet.
Und das – anscheinend – gegen die vorherrschende Meinung in den Kommentaren.

Kurzum:
– Hausaufgaben bringen etwas, wenn man massivst Ressourcen investiert und sich „alle Beteiligten“ an ein gutes Hausaufgabenkonzept halten.
– Ansonsten nicht.
Meistens ist es das Zweitere.

Auch wenn sich die meisten LuL dem entgegenstellen … Oft ist es nach einem Konzeptgespräch zu alternativen Formen von Hausaufgaben und der Darlegung, dass häusliches/kindliches Üben und Lernen eigentlich sowieso selbstverständlich sein sollte – mit oder ohne Hausaufgaben – sehr schnell ersichtlich, dass sich viele rein an „der Hoffnung der Wirksamkeit“ bedienen. Aber irgendeine Hoffnung brauchen viele. Leider zudem oft vergebene Mühe, Ressourcen und Ärgernis.

Dietmar
1 Monat zuvor

Und wer betreut die SuS, während sie in der Schule Hausaufgaben machen? In Zeiten des Lehrkräftemangels wohl kaum Fachlehrkräfte.

Aber selbst wenn Fachlehrkräfte zur Hausaufgabenbetreuung eingeteilt werden würden, dann beherrschen diese Lehrkräfte ja nicht alle Problemfächer gleichermaßen gut.

Ich selber habe mal an einer Schule mit Silentium gearbeitet. Dort wurde regelmäßig der Religionslehrer zur Beaufsichtigung des Silentiums eingeteilt. Doch der konnte den SuS in den meisten Fällen nicht weiterhelfen, berichteten die SuS. Was auch diesem Kollegen sehr unangenehm war.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Dietmar

Na, vielleicht generiert ja diese Art Schule zukünftige multiprofessionelle Lehrer, die alles eben mal relaxed und ohne Streß und mit überbordener Energie zum Einsatz über das gegorderte Maß hinaus wuppen.

Vielleicht auch nicht.

(Ach, was soll’s? Probieren wir’s halt einfach mal aus. Und wenn dann alles komplett gegen die Wand gefahren ist, ist keiner mehr da, der noch über so viel Fähigkeiten verfügt, es vielleicht wieder zu richten.
Vielleicht ist aber auch keiner mehr da, der die Fähigkeit hat zu erkennen, dass gerade die Wand gecrashed wurde. Dann passt es wieder.)

Katze
1 Monat zuvor

Genau so! Was nicht passt, wird passend gemacht.
Passt und läuft im deutschen Bildungssystem.

Lanayah
1 Monat zuvor

Übendes Lernen kann sehr gut zu Hause gemacht werden, besser als in der Hausaufgabenbetreuung im Übrigen, falls das Kind zu Hause mehr Ruhe hat. Hausaufgabenbetreuung ist Betreuung, nicht Hilfe und wird überwiegend von PMs betreut, die gar nicht unterrichten dürfen. Überwiegend ist man hier damit beschäftigt, für Ruhe zu sorgen. Ich habe schon viele wiederholende Kinder erlebt, und alle sind anschließend besser klargekommen, sofern sie nicht einen Förderbedarf Lernen hatten. Dass der Förderbedarf Lernen erst nach einer Wiederholung überprüft werden darf, wie es bei uns der Fall ist, das finde ich allerdings auch fragwürdig. Bei weiterhin zielgleicher Beschulung ist mir allerdiings nicht klar, wie ein Kind mit massiven Lücken den aufbauenden Stoff verstehen soll. Um solche Probleme aufzufangen bräuchte man mehr Lehrer*innen und einen Personalschlüssel in dem Förderunterricht eingeplant ist, und auch, dass Lehrkräfte Menschen sind und demzufolge auch mal krank werden.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

Ich denke, „zielgleiche Beschulung“ ist für Hernn Erdmann auch böse, böse, wurde nur hier platzeshalber nicht erwähnt.

Lanayah
1 Monat zuvor

Ist aber das, was ich machen muss, wenn kein Förderbedarf besteht.

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Lanayah

Ah, Sie meinen wie in den skandinavischen Ländern, von denen wir uns abschauen, wo zusammengelegt und gespart werden kann, aber die andere Hälfte geflissentlich auslassen, wo der Mehrbedarf steckt.

Hysterican
1 Monat zuvor

Nun ja, hier bestätigt sich die Einschätzung vieler pädagogischer Frontschweine … nämlich, dass die GEW seit vielen Jahren ein nicht unerheblicher Teil unseres Problems an den Schulen ist … und das Ganze immer noch – nach Jehren des Negativtrends – weiter in den Keller wirtschaften will.
Ich kann mittlerweile die KuK nicht mehr verstehen, die immer noch Mitglied sind.

Besseranonym
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Das geht mir mittlerweile mit eigentlich allen Lehrerverbänden, in Bayern speziell mit dem VLB so. Egal ob Gesamt- oder v.a. Einzelvertretung oder – beratung ists meist eine schwache Leistung. Man kann bessere Infos ergooglen.

Grüße von einem anderen Frontschwein 🙂

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Hausaufgaben sind also erheblicher Teil „unseres Problems an Schulen“?
Vielleicht ist es nur Ihres, also meins bzw. unseres ist es garantiert nicht.

Mit Ihrem letzten Satz würde ich mitgehen, allerdings umgekehrt.

Leseratte
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Bitte richtig lesen 😉

„[…] die GEW seit vielen Jahren ein nicht unerheblicher Teil unseres Problems an den Schulen ist …[…]“

Cuibono
1 Monat zuvor

Wer, bitteschön, soll denn im Hort oder Nachmittagsbetreuung diese Arbeit leisten?
Es gibt viel zu wenig Personal. Bei uns sah das so aus: es wurde ein Raum für HA/Übungen bereit gestellt, manchmal war eine Aufsichtsperson dabei – fertig.
Wir haben immer nach dem Hort, am späten Nachmittag die HA zu Hause gemacht, inklusive Lernen, 1×1, Leseübungen, Gedichte lernen, etc. Ist anstrengend, ja: geht aber und ist wichtig.

Und die engagierten und vor allem mit entsprechenden kognitiven Ressourcen ausgestatteten Eltern werden sich die Hausübungen nicht nehmen lassen, sprich: alle Unterlagen, Lehrpläne sichten und ggfs. selbst Übungen zusammenstellen und kontrollieren.
Wahrscheinlich auch, wenn finanzielle Ressourcen vorhanden sind: wenn möglich, an einer Schule anmelden, die entsprechende Ressourcen bereit stellt (fundierte HA-Betreuung mit Erklärung und Kontrolle und Rückmeldung ans Elternhaus). So etwas gibt’s- kostet Geld.
Alle anderen werden noch mehr abgehängt.

Mama hoch 3
1 Monat zuvor

Ich als Mutter finde es gut, wenn meine Kinder Hausaufgaben aufbekommen. Über den Umfang lässt sich ja streiten, aber durch die Hausaufgaben kann ich sehen, was meine Kinder im Unterricht machen, kann erkennen, wo es bei meinem Kind noch hakt und so gucken, wie wir bei Problemen Lösungen finden. Außerdem trage ich als Elternteil Verantwortung für mein Kind. Das gilt auch für die Bildung. Ich finde es schlimm, wenn immer mehr Verantwortung an den Staat abgegeben wird.
Klar ist, dass die Kinder, die Unterstützung brauchen, diese auch erhalten sollen, aber das muss nicht flächendeckend für alle Kinder sein und Eltern sollten ihrer Verantwortung auch nachkommen. Die meisten haben sich schließlich sehr bewusst für Kinder entschieden.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

Das ist ein sehr guter Einwand!
Und außerdem aus einer Richtung, die gerne übersehen wird. (Abgesehen vom Gerede von gestressten Eltern, denen man aber auch gar nichts zumuten kann.)
Als Mutter stimme ich Ihnen vollumfänglich zu und bedanke mich für diesen Beitrag.

Pauker_In
1 Monat zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

Ja klar, sie haben recht – aber gerade dieser Einfluss auf Ihr Kind soll Ihnen ja genommen werden! Sie dürfen Ihr Kind doch nicht mehr fördern als die, die sich einen Scheiß um Schule scheren.

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Pauker_In

So sieht’s aus.

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

Genau das ist aber in bestimmten Kreisen nicht erwünscht, weil das Interesse am und die Unterstützung des Kindes idR mit dem sozioökonomischen Status korreliert. Ergo: Ihre Kinder haben durch Ihre Unterstützung einen Vorteil (böse).

Wenn es keine HAs mehr gibt und die Schulsachen nicht mehr nach Hause gebracht werden (dürfwn) – war an unserer Grundschule so – dann fällt Ihnen die Unterstützung schon mal schwerer.
Aber: die Gerechtigkeit wird größer.

Tolle neue Schulwelt.
Ich tippe auf mehr Privatschulen in den nächsten Jahren – Hier gehen FDP und CDU sicher gern mit. Verursacht haben es aber linke Träumer.

Mama hoch 3
1 Monat zuvor
Antwortet  Cuibono

Ich finde es traurig, dass Förderung jetzt offenbar heißt, dass alle Kinder gleich wenig unterstützt werden sollen.
Engagierte Eltern werden ihr Kinder aber immer irgendwie fördern und sei durch das Erlernen eines Instruments, Besuche im Museum naturwissenschaftliche Kurse, Sport usw. Es wird nie klappen, dass alle Kinder die gleich Ausgangslage haben und es ist richtig benachteiligte Kindern zu fördern, aber anderen deshalb etwas zu verwehren empfinde ich als völlig falsch. Zumal wir uns ja alle über sinkendes Niveau bei den SuS beklagen.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Cuibono

Mein Sohn sagte mal in der GS zu mir, er habe heimlich Schulsachen nach Hause geSCHMUGGELT, damit ich ihm da etwas zu sagen könnte.

Entkriminalisierung der familären Hilfestellungen jetzt!
Legalisierung des Besitzes und Gebrauches von Lernmaterialien auch zu Hause! 🙂

SoBitter
1 Monat zuvor
Antwortet  Mama hoch 3

Wenn man in Wunschausen wohnt, kann man das so sehen. Die alleinerziehende Mutter mit zwei Jobs weint still ins Kissen, wenn sie sowas liest. Die Eltern, die nicht Mal richtig Deutsch können, verstehen eh nicht, was sie hier schreiben.

Mama hoch 3
1 Monat zuvor
Antwortet  SoBitter

Sie kennen meine Lebenssituation überhaupt nicht. Ich wohne nicht in Wunschhausen. Aber bei uns zu Hause wurde, schon als ich klein war, viel wert auf Bildung gelegt und so machen wir es nun auch mit unseren Kindern. Es ist doch wie so oft, dass es darauf ankommt, wie man seine Prioritäten setzt. Natürlich gibt es immer auch Kinder, die haben keine Chance und die müssen jede erdenkliche Förderung erhalten.

Realistin
1 Monat zuvor

Wir benötigen mehr Selbstlernzeit am Vormittag. Wir sollten auch digitaler werden.
Mit 4 Tage und 1 Selbstlerntag kann das klappen.
Manche Stunden machen wir remote,also mal aus dem Park oder von zuhause.

Arbeitsbedingungen finanziell und von der Last den anderen Berufen, z.B. in der Wirtschaft, angleichen.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Realistin

„Wir benötigen mehr Selbstlernzeit am Vormittag. Wir sollten auch digitaler werden.
Mit 4 Tage und 1 Selbstlerntag kann das klappen.“

Die Kinder sind nicht wegen einer „Selbstlernzeit“ in der Schule, sondern um dort „aufbewahrt“ zu werden. So wirkt es zumindest immer mehr so.

Ab welchem Alter würden Sie denn einen „Selbstlerntag“ für Schülerinnen und Schüler ansetzen?
Und wer betreut die Kinder dann zu Hause?

Sepp
1 Monat zuvor

Ich halte die Diskussionen für völlig undifferenziert:

An unserer Gesamtschule haben wir 2-3 Nachmittage Unterricht bis 15:30 Uhr. Es gibt es bis zur 8. Klasse 3-4 Übungsstunden pro Woche, in denen die Schüler ihre Aufgaben machen. Das betreuen wir Klassenlehrer bzw. pädagogische Mitarbeiter.
Wenn die Kinder sich organisiert haben, sollen sie 20 min in Stillarbeit arbeiten und können sich danach leise mit einem Partner über die Aufgaben austauschen. Das muss man erst richtig üben, bis alle Kinder es hinbekommen.
Zusätzlich müssen sie ggf. Vokabeln zu Hause lernen.

Sicher ist es nicht sinnvoll, jungen Schülern vertiefende Aufgaben mit nach Hause zu geben, die sie dann nicht verstehen. Das spricht doch aber nicht dagegen, zu Hause Vokabeln zu lernen oder andere Inhalte zu üben. Ebenso sollte man nicht vergessen, dass heutige Schüler über Unmengen an digitalen Ressourcen verfügen – es überfordert niemanden, einfach mal ein Erklärvideo zu Hause anzuschauen.
Fakt ist doch einfach: Wer sich mehr mit einem Thema beschäftigt und mehr übt, der lernt auch mehr!

Auch das Sitzenbleiben muss man sich genauer anschauen.

An unserer Schule können die Schüler nicht sitzenbleiben, das ist rechtlich nicht möglich. Das mag für ein pubertierendes Kind nett erscheinen, wenn man machen kann was man will und trotzdem mit seiner Klasse versetzt wird.
In Wirklichkeit ist das aber eine Katastrophe: Mehrere Kinder in unserer 8. Klasse haben, trotz deutlicher Anstrengungen des Kollegiums, massive Lerndefizite und schreiben nur 5en und 6en. Entsprechend unmotiviert sind sie auch und werden ihre Lücken nicht mehr schließen können. Sie werden in einem Jahr ohne Abschluss von der Schule gehen…

Es ist nicht schön, wenn man sitzen bleibt. Aber man hat die Chance, ein Jahr länger die Inhalte zu lernen und im Folgejahr mitzukommen, statt komplett abgehängt zu werden.

Ich verstehe auch die Aussage aus dem Artikel, dass Sitzenbleiben an sich noch keine Garantie für einen Erfolg ist. Aber dann muss man es ggf. durch weitere Maßnahmen ergänzen…

Individualist
1 Monat zuvor

„Sitzenbleiber stünden in ihren Leistungen einige Zeit später weder besser noch schlechter da, als wenn sie nicht wiederholt hätten.“
Das scheint so nicht zu stimmen. Zu meiner Schulzeit haben etliche Sitzenbleiber ein Jahr später doch ihr Abitur bestanden.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

@ Redaktion:
Es gibt doch unterschiedliche Gründe, warum ein Kind das Klassenziel nicht erreicht.

Manche sind vielleicht einfach faul und haben keinen Bock auf Schule, was in der Pubertät nicht ganz verwunderlich ist. Da kann es ganz hilfreich sein, rechtzeitig zu merken, dass es so nicht klappen wird und man eine Klasse wiederholen muss…

Bei anderen Kindern gibt es bspw. psychologische, familiäre oder sonstige Probleme, so dass sie sich nicht auf Schule und Lernen konzentrieren können.
Wir haben Kinder, bei denen z.B. ein Elternteil schwer krank war und schließlich gestorben ist. Natürlich habe ich als Schüler keine Nerven für Unterricht, wenn ich mich jeden Tag fragen muss, ob mein Vater noch lebt, wenn ich nach Hause komme…
Den Stoff, den man dann verpasst, kann man im Zweifelsfall bei einer Wiederholung des Schuljahres nachholen, wenn sich die persönliche Situation geklärt/gebessert hat.

In anderen Fällen bringt das Sitzenbleiben wenig, weil man die eigentliche Ursache (z.B. mit Therapie, Familienhilfe o.ä.) nicht angeht. Es ist aber unsinnig, deswegen davon auszugehen, dass das Wiederholen einer Klasse grundsätzlich nicht helfen kann.

Die korrekte Frage müsste doch sein:
Wenn Sitzenbleiben in einigen Fällen nicht hilfreich ist, ist es dann besser, die Kinder grundsätzlich mitzuschleifen, damit sie immer größere Lücken haben, diese gar nicht mehr schließen können, völlig demotiviert werden und am Ende keinen Abschluss bekommen?

Cuibono
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

So wird das ja z.B. in Schweden auch gar nicht gemacht. Da bekommen die Schüler gesonderten Förderunterricht, werden in bestimmten Fächern für einige Zeit aus dem Unterricht genommen und in 1:1 Unterricht wieder fit gemacht, bis die Lücken ausgemerzt sind und der Schüler wieder am Regelunterricht teilnehmen kann.
Sehr sinnvoll. Dann braucht’s auch kein sitzen bleiben.
Wo ist bei uns dieser Förderunterricht?
Dann gleich mal alles zu streichen (Ist eh billiger) mit der Behauptung: in Schweden machen sie das auch so, ist natürlich zynisch.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

In der Praxis ist es bei uns an der Schule ohnehin so, dass man meistens eine gewisse Notenflexibiliät ausschöpft, um ein Sitzenbleiben zu verhindern (, was ich auch für sinnvoll halte). Die Kinder hängen häufig an ihrer Klasse und die Rückstufung ist ihnen peinlich. Die drohende Nichtversetzung ist aber auch bei vielen ein Antrieb, sich endlich zu bewegen und sich mehr Mühe zu geben. Natürlich wird dies mit Druck verbunden gefühlt, der jedoch häufiger aus den eigenen Versäumnissen entstanden ist. Während die tatsächliche Nichtversetzung nicht unbedingt förderlich sein muss, kann die drohende auch schon heilsam sein.
@Cuibono: Ich wünschte mir auch mehr Ressourcen zur gezielten Unterstützung der Schüler als eine mögliche Alternative zum Sitzenbleiben.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Was ich mich schon frage ist, wie man beurteilen will, ob jemand mit oder ohne Sitzenbleiben erfolgreicher im Lernzuwachs ist. Die gleiche Person kann ja nur entweder wiederholen – dann kann man aber nicht aussagen, wie sich der Lernzuwachs ohne Wiederholen gestaltet hätte, oder weitergehen – dann aber entfällt die Aussage, wie sich der Lernzuwachs mit Wiederholung der Klasse entwickelt hätte. Verschiedene Personen zu betrachten ist problematisch hinsichtlich der Aussagenqualität, da diese Personen in ihren Lernmethoden und Motivationen übereinstimmen müssten – gibt’s nicht.

Egvina
1 Monat zuvor
Antwortet  Individualist

Ganz ernstgemeinte Frage: wie überprüft man, ob Sitzenbleiber einige Zeit später weder besser oder schlechter dastehen, als wenn sie nicht wiederholt hätten? Woher nimmt man den Referenzwert, wenn der Schüler doch sitzengeblieben ist?

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Egvina

Aus eigener Erfahrung wage ich zu behaupten, dass der vermeintliche Mehrwert beim Sitzenbleiben nicht unbedingt gegeben ist. Zumindest habe ich beim zweiten Durchlauf im siebten Schuljahr keine wesentlich besseren Leistungen gezeigt.

RSDWeng
1 Monat zuvor
Antwortet  Individualist

Ich kann nur zustimmen. Auch zu meiner Schulzeit schafften die Wiederholer das Abitur, einer davon wurde sogar promovierter Landesminister. Und in meiner doch sehr langen Tätigkeit als Lehrer sind mir nur sieben Fälle bekannt, in denen die Wiederholung nichts brachte.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor

„Erdmann verwies darauf, dass alle Grundschulen in Berlin Ganztagsschulen seien, ebenso viele weiterführenden Schulen und einige Gymnasien. «

Ja, und?
UND???

Hier fehlt jedem auch nur halbwegs logisch denkenen Menschen der zweite Teil, der in etwa so lauten sollte: “ …und wir haben nur positive Erfahrungen damit gemacht (subjektiv) und die Erfolge wurden in den oder den Studien (hoffentlich objektiv) bestätigt.“

Himmel, wenigstens den Anschein einer Argumentation könnte sich der gute Mann ja geben.
GEW? Kann weg. Oder sollte sich zumindest umbenennen.
Und bitte nicht allenhalben als Hort pädagogischen Expertentums und als angebliche Vertretung der großen Mehrheit der im Bildungswesen Beschäftigten hoffiert werden.

GriasDi
1 Monat zuvor

Wenn keine Hausaufgaben, dann mehr Unterrichtsstunden pro Fach. So einfach ist die Rechnung. Bin gespannt, welcher Politiker/Funktionär sich das dann auch sagen traut.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Ja, das klingt vernünftig….

ysnp
1 Monat zuvor
Antwortet  GriasDi

Genau. Irgendwie muss der Stoff eingeübt werden. Nicht umsonst nennen wir manche Stunde in der Grundschule „Übungsstunde“. Doch die vorhandene Unterrichtszeit ist viel zu gering, um den Stoff zu festigen. Deswegen braucht es bei Halbtagesschulen weitere Übungsmöglichkeiten.
Außerdem baut der Stoff in einigen Fächern aufeinander auf. Wenn die Wissens- Voraussetzungen lückenhaft sind, dann gibt es auch keinen weiteren Wissenszuwachs.Also Übung muss sein! Deswegen gab es ursprünglich die Hausaufgaben.

Anii
1 Monat zuvor

Wie groß wäre denn die Motivation der Erwachsenen hier noch zu Hause Aufgaben für die Arbeit machen zu müssen und zwar jeden Tag? Hausaufgaben wirken eher demotivierend auf Schule. Schaut euch doch mal Studien genauer an.

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Anii

Aus der Perspektive betrachtet bin ich natürlich für die Abschaffung der Hausaufgaben. Alle Arbeit sollte in der Schule während des Unterrichts erledigt werden können – auch die der Lehrer. Man möchte ja nicht länger als nötig in der Schule sitzen bleiben.

Anii
1 Monat zuvor
Antwortet  Canishine

Wenn das eine Anspielung darauf sein soll das Lehrer auch Arbeiten zu Hause erledigen müssen, stimmt das. Nur die Leute haben es sich bei der Jobwahl ausgesucht. Der Schüler hatte keine Wahl

Canishine
1 Monat zuvor
Antwortet  Anii

Die hätte er auch nicht, wenn er in der Schule üben müsste.

Egvina
1 Monat zuvor
Antwortet  Anii

„Wie groß wäre denn die Motivation der Erwachsenen hier noch zu Hause Aufgaben für die Arbeit machen zu müssen und zwar jeden Tag?“ – Geht mir sechs bis sieben Tage die Woche so, den anderen Lehrern auch.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Anii

@ Anni,
Viele Erwachsenen schreien doch nach homeoffice – das machen die Kinder schon lange mit Hausaufgaben. 😉

„Hausaufgaben wirken eher demotivierend auf Schule. Schaut euch doch mal die Studien genauer an.“
Es gibt doch zig verschiedene Aufgabentypen und Anforderungen, die man als Schüler als Hausaufgabe bekommen kann, vom einfachen Lernen von Vokabeln, über Fertigstellen eines Textes, das Schauen eines Erklärvideos, das Sammeln von Blättern für ein Herbarium, bis hin zu wirklich anspruchsvollem Vertiefen von Inhalten.

Jede einzelne dieser Aufgaben ist also demotivierend, solange ein Kinder diese nur zu Hause macht? Und das soll so absolut in Studien gezeigt worden sein?

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Anii

Meine Schüler erledigen z.T. die Hausaufgaben irgendwie, vielleicht kurz vor Unterrichtsbeginn. Aber vielen scheint diese Arbeitsmoral vorbildlich…

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Anii

Hundertausende Menschen in diversen Berufen machen ihre „Hausaufgaben“, da sich ständig was ändert.
Unter anderem Lehrer.
Oder meinen Sie, Klassenarbeiten korrigieren sich von selbst?

Und jaja, Mooootivatiiiiooooooon…klar, die größte Motivation wären sechs Monate Sommerferien pro Jahr, mit extra Schokoeis.

So ist die Wirklichkeit aber nicht.

Einer
1 Monat zuvor

Dann können wir auch gleich die Klassenarbeiten und andere Leistungsüberprüfungen und Noten insgesamt abschaffen. Vielleicht sollte irgendwer der GEW mal die einfache Formel „Keine Hausaufgaben + kein Sitzenbleiben = sinkendes Niveau“ erklären? Wer arbeitet eigentlich in der GEW? Das können doch keine wirklichen Lehrer sein. Wir dürfen den Kindern nicht die Versagensmomente nehmen! Denn nur so bereiten wir sie auf das echte Leben vor.
Ein Fußballer übt und trainiert, weil er den Versagensmoment vermeiden will.

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

 „Keine Hausaufgaben + kein Sitzenbleiben = sinkendes Niveau“ 
Sinkendes Niveau hat die (Un)bildungsgewerkschaft GEW noch nie interessiert.
Man gewinnt zunehmend den Eindruck, dass dies das propagierte Ziel ist.

„Dummheit ist nicht ‚wenig wissen‘, auch nicht ‚wenig wissen wollen‘, Dummheit ist ‚glauben, genug zu wissen.‚“
Konfuzius

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Steile These, würde mich mehr als wundern, wenn diese neben Ihrer persönlichen Vermutung tatsächlich mit Belegen bestätigt werden könnte…“man“ gewinnt lediglich den Eindruck, dass GEW bashing modern zu sein scheint.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Bei den Hausaufgaben würde ich widersprechen. Bezüglich des Sitzenbleibens fände ich es durchaus interessant, ob es wissenschaftliche Erhebungen dazu gibt.

Besonders in den Grundschulklassen sollte man unter jetzigen Bedingunges alles mitnehmen, denn das kommende Schuljahr wird dies voraussetzen.
Gleichzeitig gibt es einen nicht unerheblichen Altersdruck…

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Völlig überzogen. Offenbar fallen Ihnen auch nicht mehr Argumente für HA ein als: früher war es besser (?), darum sind HA unverzichtbar.
Zum Glück haben wir dafür nun Wissenschaft 😀

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

Ist das jetzt Konsens in der Wissenschaft oder die Meinung einiger weniger Wissenschaftler? Gibt auch Wissenschaftler, die an Verschwörungstheorien glauben oder den Klimawandel leugnen.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ich hasse mich selbst dafür aber die Hattie-Studie… X(

Einer
1 Monat zuvor
Antwortet  RainerZufall

In den Hausaufgaben werden Unterrichtsinhalte des Tages geübt und somit wiederholt. Jede einzelne Wiederholung führt zu einer Vertiefung und dazu, dass eine Tätigkeit schneller ausgeführt werden kann. Um das zu verstehen wird keine wissenschaftliche Studie benötigt. Wenn ich etwas einmal mache stolpere ich durch die Tätigkeit. Beim 5. mal bin ich schneller und sicherer. Beim 20. mal bin ich noch schneller und kann auch flexible auf auftretende Probleme reagieren. Und dabei ist es völlig egal ob es sich um Rechnen, Buchstaben schreiben, Elf-Meter-Schießen, Kuchen backen, Gedichte rezitieren oder Texte verfassen handelt.

Passend zur EM: Wieso üben Fußballer in jedem Training Standardsituationen? Sollte doch völlig ausreichen, wenn man denen das einmal erklärt und dann wird eine Situation einmal im Training ausgeführt. Im nächsten Jahr wir die Situation dann mit neuen Spielern nochmal wiederholt und vielleicht etwas erweitert. Der Trainer schreibt alles schön zusammen und macht sich einen Plan in welcher Trainingseinheit er welche Standardsituation vermittelt. Da hätten wir ein schönes Spiralcurriculum und die Fußballer haben die Kompetenz für alle Spielsituation. Ganz schön blöd, dass die beim DFB und der UEFA da noch nicht drauf gekommen sind. Vielleicht sollte einer unserer KUMIs da mal eine Fortbildung geben.

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Werden sie nicht. Sie sollen! Starke Schüler:innen gelingt dies, vielleicht fühlen sie sich sogar dadurch gelangweilt. Andere Schüler:innen schaffen die HA nicht und/ oder machen die halbherzig (morgens im Bus).
Die schreiben ggf. bei der gemeinsamen Kontrolle mit (während die Starken nichts Neues lernen) oder bekommen eine schlechtere Note, die sie mit „echten“ Leistungen halbwegs ausgleichen werden.

Ungeachtet dessen: individuelle Förderaufgaben (Buchstaben schreiben, Vortrag vorbereiten, etc.) halte ich – sofern umsetzbar – für sehr vielversprechend. Dies als Standard zu verstehen, halte ich aber für höchst frustrierend für uneingeschränkt alle -___-

Lernen geht anders
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Und genau da liegen Sie falsch. Ein Fußballer übt und trainiert, weil er besser werden will. Es mag auch solche geben, die aus Versagensangst besser werden wollen, aber das ist genau das, was nicht gut funktioniert. Hausaufgaben sind aufgezwungen und Zwang ist einfach ein schlechter Lernbegleiter. Scheint sich noch nicht so herumgesprochen zu haben

Canishine
1 Monat zuvor

Es gibt jeweils einen Unterschied zwischen Zwang, Pflicht und Notwendigkeit. Wenn man keine Lust zum Zähneputzen hat, muss man sich zwingen, sonst bringt einen die Not evtl. irgendwann dazu.
Man kann es jedoch auch so betrachten: Man erhält eine kostenlose Schulbildung (ca. 10000€ pro Jahr), wird von Profis in (in der Regel) trockenen, sauberen und geheizten Räumen unterrichtet, hat die Möglichkeit, sich mit faszinierenden Themen, Fächern und Inhalten zu beschäftigen, hat die Schule keine 5 km entfernt und hält sich für unglücklich, weil man Vokabeln lernen muss.

Einer
1 Monat zuvor

Also wollen unsere Schüler nicht besser werden und machen deshalb keine Hausaufgaben?

RainerZufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Sie haben andere Lebensschwerpunkte und die Hausaufgaben sind nicht das passende Werkzeug für alle.

Wie viele Kinder beschäftigen sich intrinsisch motiviert mit ihren Interessengebieten, hier ließe sich anknüpfen.
Starke Schüler:innen nehmen die HA als wichtige Wiederholung und Ergebnissicherung wahr.
Aber ein nicht unerheblicher Teil lernt anderes und profitiert nicht/ leidet schlechtestenfalls unter Hausis – das ist auch nicht der Sinn

ysnp
1 Monat zuvor

„Gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser, und schlechte Schüler begreifen zu Hause durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben“, sagt etwa Prof. Hans Gängler…
Meine Erfahrung aus der Grundschule:
Ich weiß jetzt nicht, welche Aufgaben Hans Gängler sich angeschaut hat, aber mir ist die Aussage zu undifferenziert. In der Grundschule kann man in M und D fast alles einüben und das braucht auch Übung um schneller und sicherer zu werden! Die Aufgaben werden so gestellt, dass es für die Schüler zu verstehen und zu bewältigen ist.
Es gibt manchmal auch etwas schwierige Aufgaben. Da finde ich wichtig, dass der Schüler sich mit den Aufgaben auseinandersetzt und Gedanken macht, egal wie dann die Lösung aussieht. Die werden dann so oder so besprochen.
Ich schreibe jetzt in der Kombination Halbtagesschule – Hausaufgaben.

Regelmäßige Hausaufgaben für alle sollten in einer Ganztagesschule nicht gegeben werden. Die Ganztagesschule sollte so konzipiert sein, dass die Übungszeit grundsätzlich ausreicht. Da sollte man höchstens das häusliche Lernen voraussetzen, was Halbtagesschüler zusätzlich auch machen und zuhause in der Schule vertrödelte Arbeiten fertig machen.

Uwe
1 Monat zuvor

Beides Unsinn, keine Frage. Ich bin 26 Jahre Lehrer, 24 Jahre habe ich keine Hausaufgaben mehr aufgegeben. Und Sitzenbleiben gibt es an unserer Schule auch nicht, wir versetzen alle aus pädagogischen Gründen.

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Sind Sie etwa auch noch in der GEW? Ihre Destruktion jeglicher Bildungsidee scheint gesinnungsgetreu zu passen.

Jaja, Ironie und so.

Sepp
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Ja, bei uns ist das mit dem Versetzen leider auch so.
Und daher ist leider abzusehen, dass mehrere Kinder aus meiner Klasse im nächsten Schuljahr ganz ohne Abschluss gehen werden, weil ihnen z.T. sogar Grundlagen aus der Grundschule fehlen…

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Tja, ohne Abschluss (und vermutlich auch ohne nennenswerte „Kompetenzen“)… Aber man hat wenigstens pädagogische Gründe dafür gehabt, na prima, dann kann man ja beruhigt schlafen.

Mich würde interessieren, wie diese Gründe konkret aussehen, bzw. eher, ob diese Gründe nicht vielleicht in Aufwägung mit den Einschränkungen, die ein fehlende Schulabschluss für das ganze weitere Leben mit sich bringt, nicht vielleicht eher marginal erscheinen würden.
(Die Frage geht natürlich an den Kommentator, auf den schon Sepp sich bezog.)

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Gibt es eigentlich auch Studien, wie sich die Zahl der Schüler ohne Abschluss, seit Abschaffung des „Sitzenbleibens“ entwickelt hat?

Jette
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Das klingt nach Waldorfschule! Im 8. Schuljahr können dann alle ihren Namen tanzen…

Solche Schüler (die von den Schulen, wo man nicht sitzenbleiben kann, keine Noten bekommt und keine Hausaufgaben machen muss),- lerntechnisch lagen die 1-2 Jahre zurück

Einer
1 Monat zuvor
Antwortet  Jette

Das ist auch meine Erfahrung. Wobei ich eher sagen würde es sind mindestens 2 Jahre Rückstand!

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Einer

Jetzt kommt der nächste und sagt „sicher eher 10“ und keiner, wirklich keiner scheint zu merken wie unfassbar peinlich und lächerlich das ist. Wie kann man sich nur so grotesk überschätzen (die Impfung hat mir einen dicken Arm gemacht deswegen wirkt die nicht, Studien ist was für Idioten). Es gibt Studien die klipp und klar belegen: Hausaufgaben haben kaum einen Einfluß auf den Lernerfolg und Sitzenbleiben ist komplett sinnlos. Wer da seine persönliche Erfahrung für irgendein Argument hält ist Ignoranz, DAS Wesensmerkmal extrem dummer Menschen.

Jetre
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Sie vergessen zu erwähnen, dass es auch Studien gibt, die das Gegenteil Aussagen, s.o.
Und den Fremsprachenunterricht, der ohne Vokabel- lernen auskommt, möchte ich sehen!

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Jetre

Darum geht es aber nicht. Es geht hier um einen Kollegen , der alleine aus Erfahrung „weiß“: Schüler*innen die nicht Sitzenbleiben und keine Hausaufgaben bekommen sind MINDESTENS 2 Jahre zurück. Vermutlich weiß er auch (rein Intuitiv!!!!), das das für alle Fächer gilt, die Vergleichsgruppe (eine Schule an der es keine Hausaufgaben/kein Sitzenbleiben gibt) die fühlt er ja auch nur, er hat je keine, sich weiß er auch (ALLEINE AUS ERFAHRUNG!!!), das die fehlenden Hausaufgeban 6 Monate und 22 Tage Anteil an dem Rückstand haben und das fehlende Sitzenbleiben den Rest.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Unsere Schule hat mehrere Schüler aus einer Freien Schule mit einem Konzept ohne Hausaufgaben und verbindlich zu lernendem Stoffkanon (also ohne Sitzenbleiben) aufgenommen, nachdem die Eltern sie aus Sorge um den Schulerfolg innerhalb der Grundschulzeit aus der Freien Schule herausgenommen haben. ALLE diese Kinder wurden zwischen ein und zwei Schuljahre tiefer bei uns eingeschult, als sie eigentlich ihrer alten Schule nach wären. Ein Kind wäre statt in der vierten eigentlich in der ersten Klasse gelandet, wurde aber aus Altersgründen in die zweite eingeschult, und hat sehr mühsam das Wissen nacharbeiten müssen.
Das Fatale ist, dass diese Schule einen weiterführenden Zweig hat, so dass für manchen das böse Erwachen erst nach dem Verlassen der zehnten Klasse erfolgt, wenn er in der Lehre feststellt, was er alles nicht kann. Aber die Schulzeit war dafür sehr schön, mit viel Abenteuer und wenig „müssen“.

Uwe
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Mehrere Schüler*innen? Whow das flasht von einer derart riesigen Studie habe ich noch nie gehört.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

Ich korrigiere einmal:
‚Wow, das flasht, von einer Studie habe ich noch nie gehört.‘

Einer
1 Monat zuvor
Antwortet  Uwe

OK, dann sind es halt keine zwei Jahre. Ich unterrichte in NRW am BK und Fakt ist, dass seit der Einführung der Gesamtschulen das Niveau der Schüler, die mit der FOS zu uns kommen extrem gesunken ist. Ja, Corona-Homeoffice und die Migration sind auch ein Gründe, aber das Niveau sank schon vorher sehr stark und schnell. Von einem Schuljahr auf das andere könnte man in allen Fächern Inhalte nicht mehr als vorausgesetzt annehmen. Rechtschreibung, Zeichensetzung, Überhaupt das Verfassen von sinnvollen Texten, Aufnahme von Informationen US einen Text mit mehr als 10 Zeilen Länge, Physikalische Grundlagen (Lichtbrechung, Strom), Prozentrechnung, binomische Formeln, Auflösung von Formeln nach x, ….

RainerZufall
1 Monat zuvor

Oh nein! Die GEW teilt die Meinung einer Partei, dementsprechend IST sie diese Partei! =(
Ich schätze, jetzt müssen wir uns genau so wie an der Wahlurne für ein Team entscheiden!

Tut mir leid, TU Dresden, Deine Forschung ist ab jetzt absolut das Gleiche wie eine Privatmeinung =(

RSDWeng
1 Monat zuvor

Ich fordere die Abschaffung aller Schulen in Mitteleuropa!!

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  RSDWeng

Endlich mal eine Zielperspektive, die dazu beiträgt, dass Deutschland im europäischen Vergleich nicht immer im untersten Leistungsbereich aufploppt … ein hervorragender Beitrag zur ultimativen Bildungsgerechtigkeit.

Und wir LuL können uns endlich ausgiebig unseren – wenn möglich kostenneutralen – Hobbies widmen … 😉

Mimü
1 Monat zuvor

Ich glaube, die GEW macht hier einen eklatanten Denkfehler. Wenn man HA oder auch das Sitzenbleiben abschafft, dann verringert man nicht das soziale Erbe, man vergrößert es. Die Bildungsbürger üben natürlich trotzdem mit ihren Kindern und lassen das Kind auch bei schlechten Leistungen auf dem Gymnasium. Klar könnte man auch in der Schule üben. Das geht aber nicht in einem Klassenzimmer mit 28 SuS. Wenn man es gut machen will, wird es sehr teuer.

potschemutschka
1 Monat zuvor

Beim Stöbern in Büchern fand ich heute folgendes kleine Gedicht. Ich konnte nicht glauben, dass es 400 Jahre alt ist und habe sicherheitshalber gegoogelt 🙂 Es ist tatsächlich so alt, allerdings in modernisierter Form (die altdeutsche Form findet man im Netz):

Heutige Weltkunst

Anders sein und anders scheinen,
Anders reden, anders meinen,
Alles loben, alles tragen,
Allen heucheln, stets behagen,
Allem Winde Segel geben,
Bös und Guten dienstbar leben;
Alles Tun und alles Dichten
Bloß auf eignen Nutzen richten;
wer sich dessen will befleißgen,
Kann politisch heuer heißen.
(Friedrich von Logau 1604-1655)

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sehr schön und fatal treffend!!

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Das schlimme daran ist, dass sich in 400! Jahren anscheinend nichts geändert hat!
Einstein hatte wohl recht mit den zwei Dingen, die unendlich sind. 🙂

Mario
1 Monat zuvor
Antwortet  potschemutschka

Das ist eins von den vielen Zitaten, die Einstein in den Mund gelegt worden sind, um Weisheit vorzugauckeln, die er aber nie gesagt hat …

H. F.
1 Monat zuvor

Hier eine differenzierte (?) pointierte Betrachtung:

https://www.cicero.de/kultur/hausaufgaben-bildung-schule

Ulla
1 Monat zuvor

Und wie sollen die Hausaufgaben in der Schule „pädagogisch begleitet“ werden, wenn es jetzt schon an Personal fehlt? Wenn pro Klasse 4-5 Stunden jede Woche hinzu kommen, wären das in einer kleinen Grundschule 60 zusätzliche Stunden.

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

An unserer Ganztagsschule findet täglich nach dem Mittagessen eine gemeinsame Stunde für Hausaufgaben statt. Begleitet wird diese von uns Lehrer*innen.

Mika
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

In Ihrem Deputat bzw. den pflichtigen Aufsichtszeiten enthalten oder on top?

unverzagte
1 Monat zuvor
Antwortet  Mika

Ist im Deputat untergebracht.

Ulla
1 Monat zuvor
Antwortet  unverzagte

Es ist natürlich schön, wenn eine Schule das vom Deputat her leisten können. Wir könnten das nicht, müssten an anderen Stellen streichen.

Lernen geht anders
1 Monat zuvor

Uhhh, Hausaufgaben abschaffen. Ich habe sie als Schüler selbst gehasst und sie waren für mich betrachtet, zu 99% unsinnig. Ich unterrichte ein furchtbar lernintensives Fach (Pädagogik Psychologie: die Schüler müssen für das Abitur ca. 400 Seiten von 2 Lehrbüchern auswendig können, willkommen im anspruchslosen Bayern). Ich arbeite komplett ohne Hausaufgaben und das sehr erfolgreich.

Ich finde solche Veränderungen überfällig und richtig. Sie bestätigen meine Erfahrung als Lehrer.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor

War das jetzt Ironie?
(Besonders das mit „lernintersives Fach“?)

Lernen geht anders
1 Monat zuvor

Nein, keine Ironie. Die Schüler müssen im Ernstfall wissen, z.B. was auf S.89 Band 1, oben steht. D.h., sie müssen die Lehrbücher quasi auswendig lernen.

Das ist sinnloseste Anhäufung von Wissen, das ganz schnell wieder vergessen wird und keine Testung von Kompetenzen. Das bayrische Abitur in Pädagogik/Psychologie ist somit ein Lotteriespiel, wer was auswendig kann und es ist keinesfalls anspruchsvoll, da hier keine Kompetenzen begutachtet werden.

Hausaufgaben wirken nicht, weil die Schüler kein Interesse an veralteten Themen haben, die ihre Leben kaum berühren (Phallische Phase Freud, um nur ein Beispiel zu nennen).

Pober
1 Monat zuvor

Ich habe überhaupt kein Problem damit, Hausaufgaben abzuschaffen. Es braucht nur individuelle Lernorte, so dass die SuS dort selbstständig ihre Übungen bearbeiten sowie individuelle Betreuung, falls sie Schwierigkeiten haben.

Naja, träumen darf man ja.

Aber ich frage mich allen ernstes, wie SuS eigentlich noch das Alleine-üben lernen sollen, denn in Klassenzimmer läuft es so nur bedingt. Die eigenständige Auseinandersetzung mit Fachinhalten – ggfs mit Unterstützung – findet zumindest kaum noch in der Schule statt (s. Gruppenarbeiten, Gruppentische usw). Während ich das nicht problematisch finde (per se), sollte man nicht unterschätzen, wie wichtig die individuelle Auseinandersetzung für das Verständnis ist. Einmal selbst verstanden ist wirkungsvoller als fünfmal erklärt bekommen.

Annemaus
1 Monat zuvor

Als nächster Schritt sollte man die Familien auffordern, ihre Kinder nicht mehr zu fördern. Kein Vorlesen oder Anschauen von Dokumentationen, keine Besuche im Naturkundemuseum, Planetarium oder Zoo mehr.

A.J. Wiedenhammer
1 Monat zuvor
Antwortet  Annemaus

Glücklicherweise sind Eltern, die als das leisten, nicht dumm genug, um ihr Kind auf Aufforderung auf dem Altar der Bildungsgerechtigkeit zu opfern.

SoBitter
1 Monat zuvor

In meiner Hauptschulklasse gibt’s schon lange keine Hausaufgaben mehr. Läuft viel besser so. Da muss man sich auch nicht immer gleich so aufregen liebe Kollegen.