Sozialer Status (auch der Klassengemeinschaft) beeinflusst Gymnasial-Empfehlung

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DORTMUND. Zum Ende der Grundschulzeit erhalten Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien deutlich seltener eine Empfehlung für den Wechsel auf ein Gymnasium als Kinder aus sozioökonomisch privilegierten Familien – auch bei gleichen Leistungen. Das geht aus einer Sonderauswertung der IGLU 2021 Studie des Dortmunder Instituts für Schulentwicklungsforschung (IFS) hervor. Studien- und IFS-Leiterin Nele McElvany fordert daher, Lehrkräfte für die systematischen Unterschiede bei den Übergangsempfehlungen zu sensibilisieren.

Kinder aus armen Familien haben deutlich geringere Bildungschancen. Symbolfoto: Shutterstock/Prostock-studio

Der Übergang von der Grundschule auf die weiterführende Schule stellt die Weichen für die weiteren Bildungskarrieren. Um Chancengleichheit und Bildungsgerechtigkeit zu gewährleisten, sollte der soziale Hintergrund für eine Gymnasialempfehlung keine Rolle spielen. Das Institut für Schulentwicklungsforschung, das im Mai 2023 die Internationale Grundschul-Lese-Untersuchung (IGLU-Studie) vorgelegt hatte, ist daher auf Grundlage der Daten der Frage nachgegangen, ob das tatsächlich auch in der Praxis der Fall ist – mit einem ernüchternden Ergebnis. Demnach erhalten Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien nur etwa halb so häufig eine Gymnasialempfehlung wie Kinder aus sozioökonomisch privilegierten Familien. Auch bei gleichen Leistungen ist die Wahrscheinlichkeit noch deutlich niedriger. Und: Die Wahrscheinlichkeit einer Gymnasialempfehlung steigt überdies für Kinder beider Gruppen, wenn sie eine Klasse mit im Mittel höherem sozioökonomischen Status besuchen.

Benachteiligung unabhängig der Leistungen

Die IGLU-Daten zeigen, dass Kinder aus sozial besser gestellten Familien mit knapp 63 Prozent etwa doppelt so häufig eine Gymnasialempfehlung erhalten wie Kinder aus sozial schlechter gestellten Familien (27 Prozent). Selbst vergleichbare Leistungen sorgen nicht automatisch für dieselbe Übertrittsempfehlung. „Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien werden also unabhängig von der erbrachten Leistung benachteiligt“, sagt IGLU-Mitarbeiter Dr. Ruben Kleinkorres. „Unsere Analysen zeigen, dass auch bei vergleichbarer Leistung mit Blick auf Lesekompetenz, kognitive Fähigkeiten, Schulnoten sowie das Arbeits- und Sozialverhalten, Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien weit seltener eine Gymnasialempfehlung erhalten als Kinder aus sozioökonomisch privilegierten Familien.“ Somit lasse sich der Unterschied bei der Gymnasialempfehlung nicht darauf zurückführen, dass Kinder aus Familien mit einem höheren sozioökonomischen Status bessere Leistungen erbringen, weil sie von mehr Unterstützung und besserer Förderung profitieren, heißt es von Seiten des IFS.

Doch nicht nur der individuelle sozioökonomischen Hintergrund hat Einfluss auf die Gymnasialempfehlung. Der IGLU-Sonderauswertung zufolge ist auch der durchschnittliche sozioökonomischen Status der Klasse entscheidend. „Wenn die Klasse einen insgesamt überdurchschnittlichen sozioökonomischen Status aufweist, erhalten Kinder häufiger eine Gymnasialempfehlung, als wenn die Klasse einen unterdurchschnittlichen sozioökonomischen Status aufweist“, so Kleinkorres. Im ersten Fall profitieren davon allerdings alle Kinder: Bei Kindern mit schwachem sozioökonomischen Hintergrund liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Gymnasialempfehlung dann rund sieben Prozent höher, bei Kinder aus bessergestellten Familien zwölf Prozent als in Klassen mit durchschnittlich niedrigem sozioökonomischen Status. Daraus ergibt sich allerdings auch, dass Kinder aus sozial benachteiligten Familien, die Klassen mit einem niedrigen durchschnittlichen sozioökonomischen Status besuchen, die geringsten Chancen haben, eine Gymnasialempfehlung zu erhalten.

Notwendig: Förderung der Kinder und Sensibilisierung der Lehrkräfte

„Für die Wahrung von Entwicklungs- und Teilhabechancen der Kinder selbst, aber auch für die Gesellschaft als Ganzes ist es wichtig, dass wir allen Schülerinnen und Schülern Bildungswege entsprechend ihrer Potentiale ermöglichen“, kommentiert Professorin Nele McElvany, Studienleiterin und Geschäftsführende Direktorin des IFS, die Ergebnisse. Dafür sei es einerseits notwendig Kinder aus sozioökonomisch benachteiligten Familien frühzeitig durch Zugang zu wirksamen Bildungsangeboten zu fördern, damit sich Unterschiede nicht manifestieren. „Andererseits gilt es Lehrkräfte für die systematischen Unterschiede bei den Übergangsempfehlungen für ein Gymnasium – auch bei gleichen Leistungen der Kinder – zu sensibilisieren.“ News4teachers

Wenn talentierte Schüler (aufgrund ihrer sozialen Herkunft) nicht an sich glauben

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Cuibono
1 Monat zuvor

Wenn bei gleichen Leistungen (wie wurde das ermittelt?) Kinder aus sozioökonomisch schwierigeren Verhältnissen tatsächlich deutlich weniger Empfehlungen erhalten, dann ist das ein Skandal.
Passiert das tatsächlich in Grundschulen? Es gibt keine Vorgaben wie in Bayern, mit welchem Notenschnitt welche Empfehlung ausgesprochen wird?
Und Schulleitungen lassen das zu?

Wie muss ich mir das vorstellen? Kinder aus ein und derselben Grundschulklasse – dieselben Leistungen und Noten und Mia-sophie erhält die Empfehlung, aber Murat nicht?

Da müssten die Lehrkräfte doch wegen Ungleichbehandlung zur Rechenschaft gezogen werden.

Uwe
29 Tage zuvor
Antwortet  Cuibono

Nein. Weil es ja pädagogisch begründet werden kann. Murat wird zu Hause nicht unterstützt und kann deswegen auf dem Gymnasium leider nicht mithalten. Dann wird noch was von besserer Förderung an der Realschule fabuliert und die klassistische Lehrer*innenseele hat ihre Ruh.

MB aus NRW
29 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Jetzt mal ehrlich: mich nervt dieses Grundschullehrerbashing unfassbar. Die sind in der Regel völlig unterbesetzt und der absolute Großteil arbeitet trotzdem mit Eifer und Idealismus und versucht aus unglaublich schlechten Voraussetzungen das Beste zu machen.
Und dann machen wir uns mal nichts vor – ein Kind aus einer Familie, die dahinter sitzt und sich kümmert, eventuell noch vernünftige (!!!!) Nachhilfe organisiert, wird es leider bei gleicher Intelligenz am Gymnasium mit deutlich höherer Wahrscheinlichkeit schaffen als jemand, der keine Unterstützung bekommt.
Das wissen auch Grundschullehrer und versuchen in der Regel, nach bestem Wissen und Gewissen zu entscheiden.
Und auf dem Gymnasium geht das Drama los: ist das Kind einmal auf dem Gymnasium, ist es unglaublich schwer, alternativ einen Platz an einer anderen Schulform (Gesamtschule oder die kaum noch existierenden Realschulen) zu finden – und wenn man einen findet, findet man eben eventuell nur einen an einer Schule, an die man das Kind nun wirklich nicht schicken möchte.
Für Kinder, die von Beginn an einfach völlig überfordert sind, gilt das erst recht (völlig unabhängig vom „sozialen Status“, wie auch immer der hier gemessen wurde).
Man „produziert“ traurige, einsame, völlig abgehängte Kinder, wenn man sie aufs Gymnasium schickt, obwohl sie an einer Real- oder Gesamtschule besser aufgehoben wären.

Und kommt mir jetzt nicht mit Gymnasiallehrerbashing. Da ist es ähnlich. Klassengrößen von 33 oder 34 Kindern, mindestens 4-5 mit LRS, ADHS etc., keinerlei Hilfe, keine Experten vor Ort, Eltern, die mit allem Möglichen ankommen, na klar gibt es überall „faule Äpfel“, aber die meisten Lehrer da setzten sich auch mit vollem Einsatz für ihre Schüler ein und versuchen, zu helfen, wo es nur geht. Dieses fürchterlich klischeehafte Bild vom „abgehobenen Gymnasialschnösel“ ist nun wirklich – bis auf Einzelfälle – völlig überholt. Nur geht es eben irgendwann nicht mehr.

Jetzt wäre es eben irgendwann mal angebracht, statt immer an den Menschen rumzumeckern, mal zu überlegen, wie man das System verbessern könnte.
Und ich persönlich (als Gymnasiallehrer) wäre SEHR offen für ECHTE Inklusion, für freies Arbeiten, für das Aufbrechen der „klassischen“ Strukturen und Schulformen – aber: was gemacht wird, ist doch nichts weiter als eine Mogelpackung, in der die Lehrer und vor allem (und noch viel schlimmer) die Kinder völlig allein gelassen werden.

Und wie gesagt, wir erleben am Gymnasium die Kinder, die es am Gymnasium trotz Förderung, trotz organisierter Nachhilfe (samt Organisation der Kosten für diese), trotz andauernder Differenzierung im Material, trotz zusätzlicher Angebote (Apps wie ANTON, Abgeben von Aufgaben, …) einfach nicht schaffen, weil ihnen z.B. das Tempo einfach zu hoch ist und diese Kinder sehen wir tagtäglich leiden und ja – die „Anna Sophies“, wie sie hier genannt wurden, können auch richtig mies mobben und ja, da sind wir Lehrer in unserer Freizeit auch noch hinterher (Schülergespräche, Elterngespräche, Elternabende, Disziplinarkonferenzen) und trotzdem können wir das nicht immer verhindern und wir bekommen diese Kinder, die es eben einfach nicht schaffen dann nicht an den Schulen unter, die für sie einfach viel, viel besser wären.

Wenn dann ein Grundschullehrer sieht, dass es wahrscheinlich besser wäre, das Kind an der Gesamtschule oder einer guten Realschule (gibt es leider immer weniger) unterzubringen und keine Gymnasialempfehlung ausstellt, wird ihm noch nur Schlechtes unterstellt und blind drauf los geschimpft.

Vielleicht denken hier einige ja mal ein bisschen an die Menschen, ehe sie hier lospoltern.

Hysterican
29 Tage zuvor
Antwortet  MB aus NRW

Lieb(r) MB aus NRW …. du glaubst kaum, wie sehr ich dir in deinem Kommentar zustimme…ein ganz herzliches Dankeschön aus dem just verregneten OWL.

H. F.
1 Monat zuvor

Schafft die Gymnasialempfehlung doch einfach ab und es wird Ruh. Dann dürfen endlich alle Eltern (oder Schüler?) frei entscheiden, wir müssen uns mit dem Thema nicht länger befassen und Forschungsgelder dafür verschwenden. Und ob nun noch ein paar mehr oder weniger ungeeignete Kinder auf dem Gymnasium aufschlagen, macht den Kohl nun auch nicht mehr fett. Stellt den Kindern mit 16 den Realschulabschluss und mit 18 das Abitur postalisch zu, die Zensuren können in Freifeldern selbst eingetragen werden.

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  H. F.

Ich bin dabei, denn der Kohl ist schon lange überfettet!
Freifelder bitte durch Leerfelder ersetzen. Lehrfelder mit Niveau hatten wir mal.
Abitur war mal Hochschulreife. Lang, lang ist’s her.
Wir müssen Schule neu denken.

Unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Die Abschaffung des Gymnasiums ist politisch gewollt, aber nicht durchsetzbar. Daher setzt man sie so indirekt durch. Irgendwann werden Aufnahmeprüfungen unumgänglich sein mit der Folge einer noch stärkeren sozialen Abhängigkeit bei des gymnasialen Zugangs.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Womit sie suggerieren, ärmere Kinder kämen eh nur aufs Gym, weil das Niveau gesenkt wurde?
Auweia!

Mika
29 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Nein. Das ist wieder mal Ihre höchst eigene, höchst eigenwillige Interpretation.

Hysterican
29 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Danke!!

Unfassbar
29 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Die Politik möchte eine höhere Akademikerquote und braucht dazu infolgedessen eine höhere Abiturquote. Da das bei gleichbleibendem Niveau nicht erreichbar ist, muss man zwangsläufig das Niveau senken. Mit Reichtum oder Armut der Familien hat das nichts zu tun.

PaPo
28 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Leider erzielen Zahlen auf dem Papier nicht die gewünscht Leistung.
🙁

Unfassbar
26 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Für die Kultusminister schon, weil die sich in den hohen Abiturientenquoten sonnen können.

PaPo
26 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Ja, das ist das Provlem… jeder kocht sein eigenes Legislaturperiodensüppchen, ohne Weitblick und tatsächliches Provlembewusstsein.

Hysterican
29 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Liebe Indra,
ich schätze dich für viele kluge und emphatische Kommentare … aber hier belegst du jemanden in der avisierten Intention falsch…

Ich könnte mal auf deinen kleinen Reithof in Melle kommen … da könnten wir uns mal unmittelbar zu diesen Themen austauschen…

Liebe Grüße aus der direkten Nachbarschaft. 😉

Indra Rupp
28 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Ja, mach man! 🙂
Aber, wenn du Kaffee willst, bring dir ’ne Kaffeemaschine mit!

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich komme auch. ^^

Indra Rupp
27 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Soviel Kaffee geht nicht…

PaPo
26 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Keine Sorge, ich trinke keinen Kaffee. 🙂

Indra Rupp
26 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Den brauchen auch eher wir, wenn Sie loslegen! 😉

potschemutschka
26 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Keine Sorge, wenn PaPo den Harald Lesch macht, wird es bestimmt sehr unterhaltsam. 🙂

PaPo
26 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ohne Trigger bleibe ich ruhig und höre zu… oder beschäftige mich mit den Tieren (ernsthaft), keine Sorge. Ist Tee i.O.?

Indra Rupp
26 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

OK, abgemacht! Ich meine das ernst!
Lasst mir etwas Vorlauf, bis ich meine Garten-Sitzgruppe mit Schirm habe, denn im Bauwagen ist kein Platz. 3.8.,15 Uhr. Wer kommen möchte, meldet sich vorher über Kleinanzeigen an, mit seinem Nick. Wer mich kennt, weiß diesbezüglich bescheid. Ich stelle dann ein paar Fangfragen, kenne euch ja, um sicher zu gehen, dass ihr das seit! Lade auch Marion, TaMu, Rainer Zufall, Uwe/uwe, derechteNorden, unverzagte, Riesenzwerg und ein paar, die mir gerade nicht einfallen, ein. Potschemutschka und Mika verbinden das am besten mit nem Urlaub (Marion auch), weil so weit weg. Hier gibt’s aber viel mehr zu sehen, als in Berlin oder München! Ihr könnt ja anschließend zu Varus oder nach Norddeich (vorher fragen, ob das Meer da ist). Herr Priboshek kann auch zu Besuch kommen und mit unseren geistreichen Gesprächen das Sommerloch füllen. Foto natürlich verpixeln! Und bringt alle was zu essen und Geschirr und so mit.
Bis dann! 🙂

Indra Rupp
26 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Sie waren auch gemeint, PaPo! Tee habe ich selber.

Indra Rupp
26 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Richtig geschrieben :Priboschek

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Katze

Was hat das mit dem Thema zu tun?

Katze
1 Monat zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ich habe H.F. geantwortet.

Uwe
29 Tage zuvor
Antwortet  H. F.

Das die freie Entscheidung der Eltern schlechter ist als die Lehrer*innenempfehlung ist ja nichts weiter als eine Behauptung (die der Artikel ja auch eher wiederlegt)

PaPo
29 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Nö.

Unfassbar
29 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

In welchem Sinne schlechter? Die Entscheidung für das Gymnasium wäre aber bei verbindlicher Schulformvorgabe seitens der Grundschule geringer, was jedes Bundesland mit abgeschaffter Verbindlichkeit bestätigte.

Philine
29 Tage zuvor
Antwortet  H. F.

Es wäre auch eine Option, wirklich neutrale, wissenschaftliche fundierte Intelligenztests durchzuführen und so auszuwählen – aber diese Option ist hierzulande viel zu hart und zu objektiv. In Zukunft wird es die Gemeinschaftsschule ohne Noten und Stress geben, eine Wohlfühloase mit Wellnessgarantie.

Unfassbar
29 Tage zuvor
Antwortet  Philine

Wäre ich für, z.B. Gymnasium ab IQ 105-110 oder so, darunter nur mit Aufnahmeprüfung. Nur wäre das Ergebnis politisch nicht nur unerwünscht, sondern eine Katastrophe, die niemand auch nur ansatzweise riskieren möchte.

Indra Rupp
28 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Jetzt seien Sie mutig, wenn Sie schon Andeutungen machen und sagen uns, was Sie glauben, wer im Falle von Intelligenztests das Nachsehen bezüglich Gymnasialempfehlung hätte. Migranten? Muslime? Frauen? Arme? Arbeitslose? Fußballer? BLÖD -Leser? Smartphone-Käufer? Ostfriesen?
Mir nebenbei egal mit der verbindlich – oder nicht Empfehlung, so lange es alle gleichermaßen betrifft. Kann man strenger machen – aber für alle. Vorurteile beeinflussen immer, ist menschlich, muss man aber hinterfragen. Deshalb ist es nicht egal, wenn scheinbar bestimmte Gruppen benachteiligt werden, weil doch eh zu viele hin dürfen. Das sind zwei Paar Schuhe! Wenn zu viele hin dürfen, dann nicht Migranten, Frauen, Arbeitslose ect woanders hin schicken, weil schon so viele Arzt-Söhne da sind, sondern nach objektiven Auswertungen. Heißt, dann muss der Arzt-Sohn eben auch nicht unbedingt hin dürfen.
PS: Wir haben uns bewußt gegen das Gym entschieden, Sohn macht jetzt trotzdem Abi. Aber darum geht es nicht, sondern um Gerechtigkeit. Gleiche Noten/Talente/Stärken = gleiche Chance!

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wie kommen Sie darauf, dass @Unfassbar das an einer Bevölkerungsgruppe festmacht? In denIintelligenztests haben diejenigen das Nachsehen, die den Text nicht ‚bestehen‘, weil sie die erfoderlichen kognitiven Eigenschaften nciht mitbringen – das betrifft einen Großteil (bei IQ 105 bis 110) aller „Migranten[,] Muslime[,] Frauen[,) Arme(,) Arbeitslose[,] Fußballer[,] BLÖD -Leser[,] Smartphone-Käufer[,] Ostfriesen“ etc., aber ebenso ‚Biodeutsche‘, Christen, Männer, Reiche, Werktätige, Schachspieler, F.A.Z.-Leser, Tabletkäufer, Bayern und Co.

„Wir haben uns bewußt gegen das Gym entschieden, Sohn macht jetzt trotzdem Abi. Aber darum geht es nicht, sondern um Gerechtigkeit. Gleiche Noten/Talente/Stärken = gleiche Chance!“
Hat mit der Entscheidung gegen das „Gym“ jetzt was zu tun?

Indra Rupp
28 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Mal abgesehen davon, dass IQ-Tests fehlerhaft sein können und nicht gesagt ist, dass ein hoher IQ einem etwas bringt und ein niedrigerer nicht.

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Was heißt in diesem Zusmmenhang „fehlerhaft“?
Man kann einen Test durchaus derart konzipieren, dass er Kompetenzen prüft, die essenziell notwendig sind, um das Aufgabenniveau an einer bestimmten Schulform zu meistern.

Unfassbar
26 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Genau darauf könnte es tatsächlich hinauslaufen, idealerweise als Test, der echte Begabung von Teaching to the test unterscheiden kann. Wenn das kommt — und es ein wirklich ernsthafter Test ist, der Rückstufungen auf andere Schulformen und Klassenwiederholungen am Gymnasium nahezu ausschließt, erwarte ich politisch höchst brisante Ergebnisse.

potschemutschka
26 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Naja, ein Test an einem Tag kann schon fehlerhaft sein. Ein Test kann nicht alles Notwendige erfassen (meiner Meinung und Erfahrung nach), es hängt viel von der Tagesform, der Testumgebung, dem Tester und anderen Faktoren ab. Wenn schon Tests, dann mehrere verschiedene und an mehreren Tagen. Das kenne ich auch so von verschiedenen Firmen und auch noch von den Aufnahmeverfahren für die Hilfsschulen in der DDR (Sonderschule Lernen). Damals wurde eine „Testwoche“ durchgeführt. Die zu überprüfenden Schüler wurden eine Woche lang in der Sonderschule nach standardisierten Unterrichtsstunden beschult und es gab auch standartisierte Beobachtungsbögen für diese Woche. Alle Lehrer und Erzieher der Sonderschule beobachteten die zu überprüfenden Schüler eine Woche lang. Da bekamen wir schon einen ziemlich objektiven Eindruck davon, ob das Kind wirklich lernbehindert ist. Nach der Wende wurde das abgeschafft. Meine Erfahrungen mit den jetzigen Feststellungsverfahren zum Förderbedarf? – diese Tests sind fehleranfälliger. Das habe ich schon an anderer Stelle an Beispielen erläutert.

potschemutschka
26 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Genau so etwas hatte ich schon mal an anderer Stelle beschrieben: ein Schüler von mir, mit geringerem IQ war wesentlich lebenspraktischer/selbständiger als ein anderer mit höherem IQ. Das trifft auch auf manche „Asperger“ zu, die z. T. in lebenspraktischen Situationen „hilflos“ sind, trotz hohem IQ-Wert. Außerdem sollte man bei solchen Tests auch den EQ-Wert ermitteln (emotionale Intelligenz), der ist manchmal/oft? wichtiger. 🙂

Hysterican
29 Tage zuvor
Antwortet  Philine

„neutrale, wissenschaftliche fundierte Intelligenztests“…
die messen immer exakt das, wofür sie ausgelegt sind…schwer diskutierbar!!

Unverzagte
28 Tage zuvor
Antwortet  Philine

„Objektive Intelligenzteste“
Finde den Widerspruch!

AvL
26 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

https://www.deutschlandfunkkultur.de/iq-tests-intelligenz-und-vorurteil-100.html
Aus dem Beitrag des Deutschlandfunk vom 22.12.2022 :
Statt Wissen abzufragen, testen Intelligenztests, wie gut jemand sich neues Wissen aneignen kann. „Intelligenztests messen vor allen Dingen die Fähigkeit zum schlussfolgernden Denken, wie gut man aus bestehender Informationen, aus bestehendem Wissen neues Wissen ableiten kann und wie gut man eingehende Informationen integrieren kann.“ Intelligenztests messen also auch, wie gut man lernt.
Der Beitrag im Deutschlandfunk ist sehr gut in der Darstellung und der Vermittlung falscher Meinungen über Intelligenztests in der öffentlichen Wahrnehmung verschiedener Menschengruppen, die die Ergebnisse zum Teil für ihre rassistischen Denkansätze missbrauchen.

potschemutschka
26 Tage zuvor
Antwortet  AvL

Es gibt viele verschiedene IQ-Tests, die verschiedene Schwerpunkte abfragen.

AvL
26 Tage zuvor
Antwortet  Unverzagte

Sie werden nach dem Erfassen des Inhaltes feststellen,
dass Intelligenztests eher eine korrekte und dem
Lernpotential der Schüler entsprechend eine
leistungsorientierte Zuordnung der Schülerermöglichen.
Lehrer treffen in ihrer Entscheidung für die gymnasiale
Empfehlung eher falsche Entscheidungen.

Unfassbar
1 Monat zuvor

Wo ist das Problem? So lange die Empfehlung nicht verbindlich ist, ist es doch egal.

Wie ist das denn mit den Noten dieser Kinder?

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Artikel lesen!

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Unfassbar

Gerade benachteiligte Eltern glauben Lehrern, Sie Schlitzohr! Fast wären Sie damit durchgekommen.

PaPo
29 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

VIelen Dank für Ihre eindeutigen Quel… MOMENT MAL! Sie Schlitzohr!
Fast wären Sie damit durchgekommen – nicht.

Unfassbar
26 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Diese These ließe sich überprüfen, indem man von allen Absolventen die besuchte Schulform mit der Empfehlung vergleicht. Wenn bei Übereinstimmung zudem die Abschlussnote nicht sehr gut ist (wegen mir grob die besten 10% des Jahrgangs), dann war die Schulformempfehlung seitens der Grundschule richtig.

Peterchens Klo knarrt
1 Monat zuvor

So traurig das ist, vermutlich bildet diese Schieflage bei den Empfehlungen die reale Wahrscheinlichkeit für ein erfolgreiches Absolvieren des Gymnasiums ab. Will sagen, bei gleichen Leistungen hat ein Kind aus schwierigen Verhältnissen nunmal eine kleinere Chance auf gymnasialen Erfolg, als eines aus behüteten. Es wird also de facto eher das Gesamtbild und die daraus erwachsenden Chancen betrachtet, als nur die Leistungen des Kindes.

PaPo
1 Monat zuvor

Selbst vergleichbare Leistungen sorgen nicht automatisch für dieselbe Übertrittsempfehlung.“

Klingt ja nach den allg. Leistungen der Schüler, die hat IGLU aber nicht kontrolliert. Die Operationalisierung der Schülerleistungen erfolgte einzig über die Leseleistungen der Grundschüler. Dies erscheint unterkomplex, denn die Leseleistung ist allenfalls ein sehr spezifischer Unteraspekt der allg. Leistungen, um die es hier geht. Was bringt es, wenn die Leseleistung vergleichbar ist, die Leistungen in den anderen Fächern, Kompetenzen und Co. aber nicht?

Die IGLU-Studie dokumentiert zudem lediglich korrelative(!) Zusammenhänge in Form der Demonstration statistischer Signifikanz der evtl. Zusammenhänge (was selbst ein Problem ist), bspw. zwischen der sozialen Herkunft der Schüler – wohlgemerkt: gemessen an der Anzahl der Bücher im Haushalt, dem Berufsstatus (bzw. sozioökonomischer Stellung der Familie) u./o. dem Bildungsniveau der Personensorgeberechtigten – einerseits und ihrer Leseleistung andererseits.

Die Interpretation der Ergebnisseder Teilstudie erweisen sich bereits deshalb als… fragwürdig.

Sokrates
1 Monat zuvor
Antwortet  PaPo

Frei nach Morgenstern: Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?

Selbst wenn die Methodik problematisch ist, heißt dies noch lange nicht, dass das Resultat falsch ist. Dieses klingt durchaus plausibel, würde aber die gern behauptete Signifikanz der Selektion am Ende der Grundschule etwas fragwürdig aussehen lassen. Daher: s.o.

Übrigens sind auch Kausalzusammenhänge mathematisch gesehen nur korrelativ.

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Sokrates

„Selbst wenn die Methodik problematisch ist, heißt dies noch lange nicht, dass das Resultat falsch ist.“
Es heißt, dass das vermeintl. „Resultat“ nicht das Resultat der Studie ist:
Wenn ich ein Phänomen falsch resp. nicht hinreichend operationalisiere, hier (a) die sozioökonomische Stellung der Familie (unabhängige Variable) und ihr evtl. Einfluss auf die Schullaufbahnempfehlung (abhängige Variable) resp. (b) die allg. Leistung der Schüler (unabhängige Variable, ggf. auch als Moderatorvariable für die erste Alternative) und ihr evtl. Einfluss auf die Schullaufbahnempfehlung (abhängige Variable), dann messe ich es schlichtweg nicht, kann folglich gar keine „Resultat[e]“ dazu liefern, wie die unabhängige Variable auf die abhängige Variable wirkt, weil ich das dann gar nicht untersucht habe und niemand weiß, was eigtl. untersucht wurde. Auch

Und selbst wenn unabhängige (und die entsprechend moderierende) Variable probat operationalsiert worden wären, lässt die IGLU-Studie hinreichende Kontrollen von Drittvariablen, die einen eigenständigen Einfluss auf die Schullaufbahnempfehlung haben könnten, in ihrer primär bivariaten Ausrichtung vermissen.

Mithin, selbst wenn dies alles adäquat umgesetzt worden wäre, so beschränkt sich die IGLU-Studie auf die Demosntration von statistischen Signifikanzen und ignoriert damit die seit mind. ca. 1 1/2 Jahrzehnten wohlbekannte Kritik am mehr oder weniger alleinigen Abstellen auf die Demonstration statistischer Signifikanz als unterkomplexes, fehler- und (i.w.S.) manipulationsanfälliges Unterfangen, s. Simmons, Nelson & Simonsohn (2011): False-Positive Psychology: Undisclosed Flexibility in Data Collection and Analysis Allows Presenting Anything as Significant. Online: https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0956797611417632.Statistische Signifikanz verrät zudem überhaupt nicht, wie groß die erklärte Varianz hinsichtlich der durch die abhängige Variable bedingten abhängigen Variablen ist.

Spoiler
Ein fiktives Beispiel:Stellen wir uns vor, wir untersuchen experimentell den Einfluss der unabhängigen Variable A, des Brotkonsums, auf die abhängige Variable B, die Aggression der Brotkonsumenten. Jetzt haben wir eine robuste Studie, alle Störfaktoren ausgeschlossen etc. und können tatsächlich einen statistisch signifikanten Kausalzusammenhang zwischen A und B demonstrieren. Brotkonsum trägt zur Aggression bei. Ohne auf psychologische Messverfahren für Aggression einzugehen: Genauer gesagt demonstrieren wird damit nur eine statistische Überzufälligkeit des Zusammenhangs von A und B. Salopp formuliert können wir aber ohne Effektstärkemaße nicht differenzieren, ob der Brotkonsum jetzt bspw. 0,01 oder 100 Prozent des aggressiven Verhaltens erklärt… und da haben wir noch nicht davon gesprochen, wie hoch die Aggression denn überhaupt insgesamt ist, sondern nur davon, dass es hier um einen Prozentsatz der gemessenen Aggression geht.

Also doch, mit der MEthodik steht und fällt das Ergebnis der vorliegenden Teilstudie, mit „Weil nicht sein kann, was nicht sein darf?“ hat das so gar nichts zu tun. Und mithin, dass etwas plausibel klingt (wie hier der vermeintl. kausale Zusammenhang zwischen sozioöknomischen Status der Familie resp. der Lerngruppe), was ich persönlich btw hier auch nicht unterschreiben würde, und das etwas plausibel ist, sind zwei grundsätzlich verschiedene Paar Schuhe. Gerade dafür haben wir ja empirische Forschung, um uns nicht auf ‚Bauchgefühle‘ verlassen zu müssen.

„Übrigens sind auch Kausalzusammenhänge mathematisch gesehen nur korrelativ.“
*hüstel*… https://www.jmp.com/de_de/statistics-knowledge-portal/what-is-correlation/correlation-vs-causation.html

PaPo
1 Monat zuvor
Antwortet  Sokrates

[Korrektur] Durch ein vergessenes Leerzeichen funktioniert der Link nicht, hier der korrekte Link (ohne „.Statistische“):
https://journals.sagepub.com/doi/10.1177/0956797611417632

Sokrates
28 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Vielen Dank für die Hinweise und Links. Dennoch kann Statistik methodisch keine Kausalitäten beweisen, sondern im besten Falle durch einen hohen Korrelationsgrad nahelegen. Plausibilität hat für mich auch nichts mit Bauchgefühl zu tun, sondern mit Widerspruchsfreiheit und Nachvollziehbarkeit. Daher kann auch eine angreifbare Methodik dennoch zu Ergebnisse führen, die richtig sein können. Allerdings sollte man diese nicht zwingend zur Begründung heranziehen, sondern die Methodik verbessern.
Es bleibt aber der Verdacht, dass viele die Methodik angreifen, weil sie das Ergebnis nicht akzeptieren können oder wollen.

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  Sokrates

Nochmal: Die Studie hat nicht utersucht, was ihre Autoren behaupten, das sie untersucht hätten.

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Ergänzung: Und die Autoren versuchen mit Ihren entsprechenden Regressionsanalysen ihrer Korrelationen zudem eine Kausalität zu demonstrieren, gar die Höhe des Effekts der vermeintl. unabhängigen Variablen auf die vermeintl. abhängige Variable(!), was aber mit dieser Untersuchungsmethode eigtl. gar nicht möglich ist (ein Fehler, den immer noch unfassbar viele sozialwissenschaftliche Studie machen), weil der simple statistische Zusammenhang die Kausalbeziehung nicht demonstrieren kann, sondern eine solche für die Regressionsananlyse lediglich theoretisch angenommen wird. Alles, was die Studie präsentiert, sind am Ende statistisch signifikante Korrelationen, eine vermeintkl. ‚Überzufälligkeit‘ des Zusammenhangs von Variablen [wenn sie denn überhaupt das demonstriert, s. die kritik von Simmons, Nelson & Simonsohn (2011)]. Und hier wäre einzig plausibel, dass nicht der sozioöknomische Status der Schüler als eigenstäntiger Einflussfaktor die Schulformempfehlung der Lehrer bedingt, weil dieser Status den Lehrern ja i.d.R. opak ist, sondern allenfalls indirekte Effekte eines solchen Status (d.h. Effekte, die ein solcher Status auf die Leistungen der Schüler hat) hier Wirkungen zeitigen.

Hirschlgruber
1 Monat zuvor

sozioökonomisch privilegierten Familien … was ist damit eigentlich gemeint? Sofern damit die Familien gemeint sind, in denen die Eltern eine bessere Bildung haben und auch mehr finanzielle Ressourcen vorhanden sind, ist das Ergebnis meines Erachtens doch überhaupt nicht verwunderlich. Diese Eltern haben die Möglichkeit, sich über die Bildung ihrer Kinder Gedanken zu machen und fördern diese entsprechend der vorhandenen Möglichkeiten. Böse ausgedrückt könnte man auch sagen, sie „helikoptern“ ihre Kinder zum Abi.
Was ist daran verwerflich? Unser Bildungssystem kann in den Schulen nicht so effektiv sein, wie gezielter Einzelunterricht in Form von übenden Eltern oder gekaufter Kleingruppen- oder Einzelnachhilfe. Diese Möglichkeiten hat unser Bildungssystem nicht. Daran ändern auch Konzepte, wie z.B. das BISS-Konzept in BaWü nichts.

447
1 Monat zuvor
Antwortet  Hirschlgruber

Der Zusammenhang ist so einfach, dass wir Lehrkräfte ihn gerne übersehen, gerade WEIL er so unfassbar stumpf ist:

Fall 1:
Heisst „Kevin“, kommt aus sozial schwacher Familie, hat EIGENTLICH nen guten IQ und ein bissl Talent fürs computerisieren.

Fall 2:
Heisst „Lena“ und kommt aus einer Zahnarztfamilie, ebenfalls guter IQ, ebenfalls Talent für Zahlen.

Was TUN (konkret) Fall 1 und 2 jetzt im Laufe der Schulkarriere?

Nun, das ist häufig relativ einfach zu erklären:
1 lässt sich „nix sagen“ und nutzt seine Talente zum Online-Mobben, 2 schaut Lernvideos und kandidiert als Klassensprecherin.

Jetzt stellen Sie sich mal folgende Frage:
Wollen Sie ganz persönlich in einer Welt leben, wo Fall 1 auch noch BELOHNT wird?
Wollen Sie Fall 1 als Ihren Arzt haben?

Geistige Leistungsfähigkeit ist ein Werkzeug – WAS KONKRET wir damit „tun“ oder auch „anrichten“…das kommt aus Werten. Und die sind häufig sozial gebunden…

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Artikel gelesen?

SekII-Lehrer
1 Monat zuvor
Antwortet  447

Wenn ich mir dieses „Beispiel“ anschaue, bin ich froh, an einer Schulart gelandet zu sein ohne bornierte Kollegen, wie man sie an Gymnasien immer noch antrifft.
Wir unterstützen unsere Kevins, bringen ihnen Wertschätzung entgegen, befähigen sie, ihre Talente zu nutzen. Und wir wissen, dass auch die Lenas dieser Welt gerne mal mobben und lassen uns nicht von ihrem Hintergrund blenden. Und dann – unterstützen und fördern wir auch unsere Lenas. Weil das Jugendliche und Heranwachsende sind, die sich noch entwickeln, und weil es unser verdammter Job ist, genau das zu tun.
Funktioniert ganz gut.

447
29 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Das was Sie beschreiben ist das erwünschte und auch richtige Arbeiten.

Ich stimme Ihnen vollkommen zu, dass dies der Idealfall wäre bzw. ist: Wenn „Kevin“ sein Potential positiv verwirklicht.

Dazu braucht es (im Wortsinn) „Zu-wendung“.
Dazu braucht es Zeit.
Und(soziale) Begegnungsmöglichkeiten.

Nun lebe ich leider in der Realität des BRD-Schulsystems. Mit entsprechender Anzahl Korrekturkurse (= 100% meiner Kurse).

Dessen Konfiguration lässt mir genau zwei Wahlmöglichkeiten:

a) Alles (ernsthaft) pädagogische on top obendrauf auf alle anderen on-top-Sachen – und feste auf „null Lebensqualität“ + „burn out“ zusteuern (abba die Kindaaaah!)

b) Sowas wie „ein Leben“ haben, ABER eben auch nicht jeden „Kevin“ retten können.

Indra Rupp
29 Tage zuvor
Antwortet  447

Es geht in dem Bericht nicht um die Unterschiede, die Lehrer zwischen auffälligen und unauffälligen Kindern machen. Das kann, aber muss nicht korrelieren bei dem Thema. Es wurde auch nicht getestet, inwiefern ESE benachteiligt. Es geht nur um den Sozialstatus! Was die Eltern machen, welche Karre man fährt, ob man BuT benötigt. All dies schafft unbewusste Vorurteile, denn die meisten wollen nicht bewusst diskriminieren. Auch kann es eine Rolle spielen, dass man das bevorteilte Kind mehr unterstützt sieht – oder auch mehr „Angst“ vor den „enttäuschten“ Reaktionen dieser Eltern hat.
Das man ein Kind benachteiligt, weil man nicht möchte, dass es dieser oder jener Charakter später zu etwas bringt oder man diesen später nicht in verantwortungsvoller Position sehen will, oder aus Rache ihm nichts gönnt – halte ich für absurd! Für so bodenlos schlecht würde ich Lehrer nie halten. Was zeichnen Sie da für ein Bild von diesen?
Außerdem geht es in diesem Bericht auch gar nicht um einen getesteten IQ, der nicht zum Zug kommt, weil das Kind asozial und faul ist und die Lehrer sich um dessen Willen nicht kaputt machen wollen. Es geht um tatsächlich erbrachte Leistungen, ob Mathe oder Sprachen oder Arbeits – und Sozialverhalten. Diese sind zB gleich mit einem Kind aus Akademiker Haushalt, werden aber im Verhältnis mehr unterschätzt.
Es geht hier nicht um unentdeckte Talente oder schlummernde Kräfte, die erst geweckt werden müssten.
Schön, dass ich helfen konnte – wenn Sie kein Lehrer wären, hätte ich es gar nicht erst versucht! 😉

447
29 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Wie etwa das Auto der Eltern oder deren Kleidung/Statusmarker bei mur Vorurteile aufbauen sollen, wenn mir diese nicht mal bekannt sind…na ja, in drölfzig Jahren können wir dann immer noch lesen, dass „sozialer Status“ einerseits nix mit niüscht zu tun hat, andererseits aber zu schweren Benachteiligungen führt…

PaPo
28 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Es geht nur um den Sozialstatus! Was die Eltern machen, welche Karre man fährt, ob man BuT benötigt.“
Nein. Genau das wurde eben nicht kontrolliert (s.o.).

Indra Rupp
28 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Werter PaPo, Sie glauben gar nicht, wie schnell man ein Etikett an der Stirn kleben hat. Ob das Etikett stimmt, sei man dahingestellt, aber man hat es!

PaPo
28 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

@447 hat es ja bereits formidabel erklärt:
Wir wissen i.d.R. recht wenig über unsere Schüler und deren sozioökonomischen Status – „[w]as die Eltern machen, welche Karre man fährt, ob man BuT benötigt“, das wissen wir regelmäßig nicht. Wie soll das dann einen direkten Einfluss auf uns haben, „unbewusste Vorurteile“ schaffen? Kleidung, Frisuren, Vornamen und Co. stehen ja auch nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit dem sozioökonomischen Status (von ein paar klischeehaften Ausnahmen abgesehen), das Sozialverhalten ebenfalls nicht.

Aber ungeachtet dessen:
Mein Kommentar bezog sich auf die IGLU-Teilstudie selbst, die hat sozioöknomischen Status nämlich gänzlich anders gemessen, als Sie offenbar vermuten (wie Ihr Kommentar selbst vermuten lässt). Die Studie differenziert in drei „verschieden[e] sozioökonomisch[e] Statusgruppe[n]“, differenziert das Phänomen dieser Statusgruppen aber nicht.

  • Gruppe 1 ist die Familie mit „[b]edeutsame[n] Buchbesitz“ und hier diferrenziert die Studie lediglich (a) in die Gruppe der Eltern mit einem heimischen Buchbesitz der Eltern von max. 100 Büchern und (b) die Gruppe von Eltern mit mehr als 100 Büchern.
  • Gruppe 2 ist die „Familie mit hohem Bildungsniveau“ und hier diferrenziert die Studie lediglich (a) in die Gruppe der Eltern, bei denen kein Elternteil mind. einen Fachhochschulabschluss hat und (b) in die Gruppe der Eltern, bei denen mind. ein Elternteil mind. einen Fachhochschulabschluss hat.
  • Gruppe 3 ist die „Familie mit hohem Berufsstatus“ und einzig hier wird tatsächlich ein Maß für den sozioökonomischen Status verwendet, nämlich der ISEI (International Socio-Economic Index of Occupational Status, s. https://metadaten.bibb.de/de/classification/detail/11).

Den hohen sozioökonomischen Status haben hier jeweils die Familien der (b)-Kategorie und es wirkt, als ob für die Teilstudie nicht einzig die Korrelation zwischen Gruppe 3 und der Schulempfehlung untersucht wurde, sondern ob (auch) hier auch Gruppe 1 und 2 zur Operationalisierung des sozioökonomischen Status eingeflossen sind (dafür müsste ich die Teilstudie einmal im Detail lesen). Aber das ist egal, weil der erste Absatz ja schon verdeutlicht, warum so ein bivariat-kausaler Zusammenhang zwischen dem sozioökonomischen Status der Eltern und der Schulempfehlung nicht plausibel ist. Hiinzu kommt die inadäquate Operationalisierung der allg. Leistung der Schüler, der Umstand, dass die Studie lediglich eine Korrelationsstudie ist u.ä.

PaPo
28 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Und ich bin kein Hellseher:
Die Schüler unterliegen einer gewissen Uniformität, tragen irgendwie alle (mitunter subkulturell divergierend) das Gleiche. Ob aber die Klamotten individuelles Luxusgut sind, die das Budget der Eltern (über)strapazieren, lediglich unter Verzicht auf ein anderes (dringend benötigtes) Gut erworben werden können, mittels Verschuldung finanziert oder gedankenlos aus der ‚Portokasse‘ bezahlt werden können, kann ich an den Klamotten nicht erkennen. Tatsächlich ist es so, dass dort, wo es uns bekannt ist, tendenziell insb. diejenigen, die es sich eigtl. nicht leisten können, vermehrt in ihre Optik investieren (von Kleidung bis zur Haarpflege).
Armut sieht man den Leuten auch nicht zwingend an, relative Armut insb. nicht und absolute Armut ist nicht derart das Problem hierzulande. Die Ausnahmen, die dann biosweilen auch bereits extreme Fälle darstellen, habe ich ja benannt, das sind dann Schüler, die aber nicht lediglch von Armut, sondern auch weitergehender sozialer Verwahrlosung betroffen sind (die hierzulande nicht zwingendes Resultat von realtiver Armut ist), von ungeplfegten (fettigen) Haaren, tagtäglich denselben Klamotten bis hin zur (sorry, aber das ist so der Fall) der Geruchsentwicklung (wo wir entsprechend auch – nach Elterngesprächen etc. – das Jugendamt einschalten).
Ihr Artikel beschreibt jedenfalls keine hellseherischen Lehrerkollegen, die anders als ich Ihren Schülern den sozioökonomischen Status an der nasenspitze ansehen könnten.

Indra Rupp
28 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Hm, fettige Haare, gutes Beispiel.
Das kann eine Krankheit sein und bis in die Wechseljahre hinein ein Problem sein, welches einen „behindert“, weil man an der gesellschaftlichen Teilhabe gehindert wird. Die Haare sehen binnen 24h aus, wie bei Anderen nach 24 Tagen ohne Waschung, aufgrund zu hoher Talk Produktion. Dagegen gibt es Tabletten (eigentlich gegen Akne), die man auf keinen Fall in der Schwangerschaft nehmen darf und nur kurz. Davon wird die Haut sehr dünn und man bekommt Narben im Gesicht an den Stellen, wo die Akne schlimmer war. Dafür ist die Akne hinterher längerfristig deutlich besser. Die Haare aber nur für die Zeit der Tabletteneinnahme. Ganz ungewohnt, dass man nicht innerhalb von 24h wie ein Penner aussieht.
Könnte man an der Übernachtung im Zelt teilnehmen, wenn es da keine Dusche gibt? Für Andere kein Thema, ist doch nur eine Nacht.
Wie ist das mit einer Partnerschaft? Wäscht man sich abends die Haare, kann man entspannt morgens neben seinem Partner aufwachen, aber muss sich nachmittags schämen, wenn Freunde zu Besuch kommen. Wäscht man sich die Haare morgens, ist es tagsüber kein Problem, aber Nachts und am nächsten Morgen. Soll man das tatsächlich dauerhaft morgens und abends tun und seine Haarpracht anschließend wegschmeißen? Frauen haben nunmal meist gerne Haare auf dem Kopf.
Komisch nicht, über was für scheinbar absurde (und nebenbei tabuisierte) Dinge sich manche Leute Gedanken machen müssen.
Und dann ist irgendwann ein Säugling da und dann zwei Kleinkinder und man hat das mal einfach an einem Morgen nicht vorm Kindergarten geschafft. Oder jemand kam zum falschen Zeitpunkt zu Besuch, oder…
Und jetzt raten Sie mal, wie die Urteile da ausfallen! Was das in anderer Leute Augen für ein Beweis für einen asozial, psychisch belasteten, Kinder verwahrlosenden, ungepflegten, evtl zusätzlich suchtkranken, inkompetenten, bildungsfernen Menschen ist!
Einmal so morgens im Kindergarten oder sonstwo aufgetaucht, keine sozialen Kontaktmöglichkeiten mehr. Erst recht nicht zu Pädagogen, die meinen, genau sowas studiert zu haben. Es geht hier übrigens nicht um Haare, sondern eigentlich um Hautkrankheiten und das ist nicht die einzige, die stigmatisierend wirkt. Eine 50jährige mit Akne wie bei einer 15jährigen wird mitunter auch für weniger gepflegt, kompetent, gebildet gehalten und ernährt sich angeblich ganz schlecht. Gibt aber noch andere Hautkrankheiten, auf die so reagiert wird. Thematisieren kann man das nicht, weil das andere beschämt und es da angeblich um Unreinheiten geht. So von wegen, da will jemand erklären, warum er sich nicht wäscht. Will man nicht hören und schnell das Thema wechseln. Schlechte Zähne können auch sehr verschiedene Ursachen haben und verursachen ebenfalls Vorurteile. Mit Läusen kann man es sich da dagegen einfach machen. Das kann jeden treffen und wirkt nachweislich besonders auf frisch shampooniertem Haar. Aber die gehobenen Familien sind da ganz selbstbewusst, denn das haben dann immer die Assifamilien oder die Migranten eingeschleppt.
Man kann auch Probleme mit verstärktem Schwitzen haben, mit Inkontinenz oder chronische 8h Schmerzen nach Toilettengang. Dann geht man vielleicht nicht zum Elternabend oder meldet sich beim Hobby ab, danach, aber konnte trotzdem noch munter den Einkauf erledigen, davor, macht ja auch sonst keiner. Und schon ist man ein Lügner, der behauptet, krank zu sein, obwohl heute Nachmittag noch im E-Center. Soll man genau erklären, dass man täglich erst dann krank ist, wenn man auf dem Klo war? Nee, könnte man auch nicht, denn das wird nur hinterm Rücken besprochen.
Und was reicht schon, um als Bürgergeldempfänger bezeichnet zu werden? Alleinerziehend plus nicht mobil oder mit einem Job, unter dem sich andere nichts bodenhaftigendes vorstellen können.
Das Kinder auch erzählen, dass die Eltern Pflaschenpfand sammeln, noch nicht das Geld für den Ausflug parat haben können, erst wieder am Monatsanfang Stifte kaufen, mal ganz nebenbei. Und auch, ob BuT beantragt wird, ect wissen/erfahren Lehrer. Noch andere Beispiele:Mein Sohn ist in Klasse 11 der einzige, der auf Papier schreibt. Dann durfte er ein Tablet leihen. Jeder weiß, wie die Leihtablets der Schule aussehen, findet er peinlich und nimmt lieber Papier, bis es vielleicht doch nach einem Jahr für ein Tablet reicht. Warum kann er damit Zuhause nicht arbeiten? Kein WLAN-Anschluß.
Warum wohl jeden Tag dasselbe an Kleidung, warum guckt nach Wachstumsschüben zuviel Bein aus der Hose? Nur im Sport war es undurchsichtig. Er wollte lieber eine Note schlechter bekommen und dafür die Lehrerin glauben lassen, er würde ständig die Turnschuhe vergessen. In der Zeit brauchte es wirklich alle 3 Monate neue, bis hin zu Größe 49,die es auch nicht mehr günstig und selten second Hand
gibt. Also kurz, es gibt tausend Anhaltspunkte für den Sozialstatus.
Ich konnte mich immer gar nicht so schnell umsehen, da wusste die ganze Schule, dass wir arm sind.
Ich kann übrigens gut mit Kindern, bin bei Kindern auch beliebt, würde bei meinem Hobby die Kinderbetreuung übernehmen, um dort meinen Beitrag an Engagement zu leisten und in der GS für lau, obwohl ich, 500 Euro unter B.geldniveau lebend, echt ein Taschengeld gebrauchen könnte, lesen üben anbieten, oder für Kleingeld Alltagshelfer, Bundesfreiwilligendienst ect, Theater-AG, allein schon wegen sozialer Kontakte.
Biete alles seit Jahren an – kein Interesse! Und nein, habe keinem was getan, war keine Stressmutter zu meiner Zeit dort, im Gegenteil, und habe auch nicht blöd mit Kindern geredet oder so.
Und nun gebe ich bei Google mal Abiturienten ein und sehe reihenweise Klassenfotos mit makellosen Leuten mit makellosen Zähnen, ohne Hautkrankheiten, ohne optische Abweichungen, ohne Behinderungen. Keine Kleider-Ausnahmen…. und größtenteils blond, blauäugig, hochgewachsen. Zufall?
Ich würde sagen, dass das Barbiegirl aus der Zahnarzt Familie lebenslänglich im Vorteil ist, nicht nur wegen der besseren finanziellen Unterstützung und Förderung.

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Ungeachtet dessen, dass es um den Gesamteindruck und nicht lediglich fettige Haare ging, was einen derartigen Text eigtl. nicht hätte provozieren können sollen:
Sie erkennen,Lehrer erkennen den sozioökonomischen Status iihrer Schüler i.d.R. nicht, folglich kann dieser keinen Einfluss suf die Schulformempfehlung haben.

„Und nun gebe ich bei Google mal Abiturienten ein und sehe reihenweise Klassenfotos mit makellosen Leuten mit makellosen Zähnen, ohne Hautkrankheiten, ohne optische Abweichungen, ohne Behinderungen. Keine Kleider-Ausnahmen…. und größtenteils blond, blauäugig, hochgewachsen. Zufall?“

Keine Ahnung, welchem Bias Sie hier (wieder) erliegen, aber unsere Abiturienten und die aller anderen Gymnasien, die wir so bundesweit kennen, sind keine „makellosen Leut[e]“ ohne die / mit den Attribute/n, die Sie hier skizzieren und auch blonde, blauäugige Abiturienten, ja Schüler insg., sind unsere Ausnahme. Vielleicht versuchen Sie es mal mit authentischen Foos von Entkassfeiern, die veröffentlichen die Regionalzeitungen i.d.R. jedes Jahr…

Indra Rupp
27 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Genau diese Fotos meinte ich! Allerdings ist Gym in D ja nicht überall dasselbe. Bei uns gibt es weit und breit kein Brennpunkt-Gym. Kein Gym mit hohem Migrations Anteil. Kein gesamtschulartiges Gym. Weil bei uns 3 und nicht 2 Schultypen, nämlich Gym, Gesamtschule, Oberschule. Die Leute auf den Fotos der Abi-Entlassfeiern sehen aus, wie beschrieben.

Indra Rupp
27 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Es braucht schon emotionale Intelligenz-die haben Lehrer aber in der Regel.
Ich brauche einen Elternabend, um Ihnen den Sozialstatus und weiteres aller Anwesenden aufgrund von Erscheinung, Auftreten, Artikulation, Gesundheit, ect zu verraten und würde in 80 % der Fälle richtig liegen. Gut wäre das nicht, wenn ich das mache, allein schon um der 20% willen, bei denen ich mich vertue, aber auch um der Schlussfolgerungen, die ich daraus ziehen würde.
Beispiel : Frauen hört und sieht man es besonders an, wenn sie hohe Mengen Nikotin rauchen. Hautbild, Stimme. Eine dazu sehr schlanke Figur unterstreicht noch, dass Kalorien zweitrangig sind und der Nikotin die Oberhand hat. Die schlanke Figur durch das Hautbild hager. Stimme rau, tief. Wer diese Menge Nikotin nötig hat, muss sich scheinbar oft beruhigen =dünne Nerven. Wer so der Sucht erliegt, hat psychische Probleme und ist labil. Beruflich erfolgreich dann eher weniger, vermute ich, es sei denn, die Frau tritt fröhlich, selbstbewusst auf, wie Katharina Thalbach oder so. Kommt zu dieser Erscheinung eine mürrisch Grundhaltung, dann evtl eher nicht. Dünne Nerven = ignoriert die Kinder oder schreit sie an.
Stimmt das? Oft ja. Muss aber in diesem Fall nicht. Urteilen würde ich vielleicht nicht sofort, aber wenn ich diese Mutter dann auf dem Schulhof mit der kratzigen Stimme mit dem Kind schimpfen höre, passt für mich alles zusammen und das Etikett ist fertig. Problem : Die Einschätzung kann völlig subjektiv gewesen sein. Von einmal schimpfen gehört, kann man nicht auf Zustände Zuhause schließen. Und, moment mal: Fällt mir das mit dem aggressiven Schimpfen vielleicht aufgrund der Stimme nur mehr auf? Wirkt aufgrund der Stimmlage aggressiver und wenn nicht rauchende Frau mit zartem, hohem Stimmchen doppelt so oft schimpft oder lauter, registriere ich das gar nicht? Und selbst, wenn man mal schimpft, oder das auch wie schreien klingt, kann man die Welt ja nicht in schwarz-weiß einteilen. Die, mit den tatsächlich dünnen Nerven ist am Ende die empathischere , setzt sich gegen Unrecht ein, springt ins Eiswasser, um jmd zu retten, wer weiß…
Klischees, Stereotype, Vorurteile haben wir Menschen nun einmal. Lieber reflektieren als leugnen. Das es gelingt, davon völlig frei zu sein und alle Menschen ganz objektiv zu beurteilen, glaube ich eher nicht.
Aber für einen selber ist Menschen studieren natürlich auch interessant und macht Spaß. Meine ich ohne Hintergedanken. Ist das A und O eines Theaterspielers. Spaß macht auch: Berufe raten! Steigen Sie in den Bus und raten, wer welchen Beruf hat. Klischees passen nun mal oft (aber nicht immer), deshalb gibt es sie. Dann die Leute fragen und siehe da, richtig oder fast richtig gelegen. Wer mehr rechts oder links wählt, sieht man Leuten mitunter auch an. Mein Schwager sieht aus wie ein FDP-Wähler. Gefragt. Richtig! Er war aber ein bisschen beleidigt, weil er gar nicht so aussehen will.

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  Indra Rupp

Kurze Replik: Ihr zweiter Absatz beisst sich mit Ihrem vorletzten Beitrag. Ich glaube, Sie obliegen hier eher Ihren eigenen Vorurteilen. Dass Sie „in 80 % der Fälle richtig liegen“ würden, das wissen Sie woher? Sie kommen von Äußerlichkeiten i.w.S. vom Stöckchen auf‘ Steinchen. Sie schreiben es ja selbst, die Einschätzungen können „völlig subjektiv gewesen sein“ – „Klischees, Stereotype, Vorurteile“ etc., weshalb man den Leuten ihren sozioökonomischen Status auch nicht per se ansieht und Sgl. deshalb keinen direkten Einfkuss auf die Schulenofehlung der Grundschullehrer haben kann, wekxhe sich derart in der Statistik niederschlagen würde. Mithin: Es geht um den sozioökonomischen Status, nicht den sozialen Status per se, einen vermeintl. Schichtenhabitus o.ä.; Sie bestätigen damit meine Kritik an der Studie.

Uwe
29 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

Das Lena mobben könnte ist im Weltbild von 447 eben nicht vorgesehen. Weswegen Mobbing grade am Gymnasium an der Tagesordnung ist (oft auch mit gravierender Gewalt) und von den Kolleg*innen da mit wachsender Begeisterung unter den Teppich gekehrt wird (der immer dickere Beulen wirft).

Mika
29 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Belegen Sie bitte Ihre Aussage „ Weswegen Mobbing grade am Gymnasium an der Tagesordnung ist (oft auch mit gravierender Gewalt) und von den Kolleg*innen da mit wachsender Begeisterung unter den Teppich gekehrt wird“ anhand von Studien. Ich finde dazu nur „alte“ Zahlen: die aber besagen, dass am Gymnasium von allen Schulformen am wenigsten Mobbingfälle auftreten. Ihre Pauschalverurteilung von Gymnasiallehrern ist unter aller Sau, aber so kennen wir Ihre Kommentare ja.

Uwe
29 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Ich geb ja zu ich mag die Schulform nicht, war ja auch als Schüler (GOTTSEIDANK) an einer Gesamtschule. Aber pädagogisch sind Gymnasiallehrer*innen nun mal durch die Bank Nulpen und bei Mobbing haben sie nur eine „Strategie“. Wegsehen.

Canishine
28 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Ich fühle mich gerade gemobbt, aber ich kann ja wegsehen.

potschemutschka
24 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

🙂

Pauker_In
27 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Sie haben völlig recht, so sind wir Gymnasiallehrer. Alle. Ohne Ausnahme. Und damn proud of it!!
Nur mit dem Mobben liegen sie falsch. Wir sehen nicht weg, wir nehmen es wahr – und dann FÖRDERN wir es! Fördern und fordern, wir nehmen es ernst!

Hysterican
29 Tage zuvor
Antwortet  Mika

Vielen Dank für die passende Replik!!

Wir haben gerade im noch laufenden Schuljahr massive Anstrengungen unternommen, massives Mobbing in (m)einer Lerngruppe zu unterbinden und funktionierende Gegenmaßnahmen zu ergreifen… was faktisch zu einer deutlichen Verbesserung der sozialen Dynamik in der Lerngruppe geführt hat…das war unfassbar anstrengend und sehr aufwändig (inkl. des hier immer wieder bemühten Multiprofessionellen Teams inkl. Sozialarbeit und Schulpsychologie) … im nächsten Schuljahr betreut jemand anderes die Truppe … da wird sich zeigen, ob sich der Aufwand gelohnt hat.

Diese Gym-Drescherei geht mir tierisch auf den Sack…war schließlich in der ersten Phase meiner beruflichen Karriere (12 Jahre) Lehrer an einer echten Brennpunkthauptschule … und habe bei meinem Übergang ans Gym sehr viele KuK kennengelernt, die sich tierisch für die ihnen anvertrauten Kids ins Zeug gelegt haben.

Schade, dass UWE offenbar nur sehr eingeschränkte Kontakte hatte.

PaPo
28 Tage zuvor
Antwortet  Hysterican

Und hat.

unverzagte
28 Tage zuvor
Antwortet  Mika

„Vielleicht rüsten Sie verbal mal etwas ab“ (aktuelles Zitat v. Mika)

Angesichts Ihrer bemerkenswerten Aufforderung stellt sich auch die Frage, warum Sie sich erlauben, Kommentare anderer derart pauschal zu verunglimpfen und zudem noch zu verallgemeinern ?

447
29 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Jaja, klar.

Deswegen sind die „Lenas“ in jeder, absolut jeder messbaren Metrik UND im inoffiziellen Ranking besser – ausser bei Uwe, der weiß genau, dass sie bourgeoise Hexen sind, alles nur geklaut! 😀

Banalität hoch 100: Es gibt auch massiv schlechte und/oder unsoziale Kinder aus högeren Gesellschaftsschichten.
ACH NEE, Fall für die Orly?-Eule.

Willkommen in der Realität:
Auf eine „böse Lena“ kommt ein x-faches an „bösen Kevins“.

ÄNDERN werden wir das nur mit:
– massiver Personalaufstockung
– massiver Investition in moderne, gut gepflegte Lernorte
– massiver Ausweitung der Zugriffsrechte von Lehrkräften/Jugendämtern

Dass davon was geschieht würde ich gerne erleben – glaube es aber nicht.

Grillsportler
29 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Wow! Nun haben Sie sich mit Ihren haltlosen und naiven Verallgemeinerungen und Rechtschreibfehlern („dass“, „gerade“, Zeichensetzung) selbst übertroffen, Uwe!
Sind Sie wirklich ein Kollege?
Schöne Grüße vom Gymnasium!

PaPo
29 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Uiiih! Jetzt wird es konspirativ…
*popcorn time*

Hysterican
29 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Wow … steile These!

Belegbar??

Mika
29 Tage zuvor
Antwortet  SekII-Lehrer

„ ohne bornierte Kollegen, wie man sie an Gymnasien immer noch antrifft.“
Wie wertschätzend Sie doch über Kollegen an anderen Schulformen sprechen… Bornierte Kollegen gibt es an allen Schulformen. Einen davon – einen, der seine „Kevins“ vorbildlich behandelt, aber verächtlich über Kollegen anderer Schulformen spricht – sogar an Ihrer Schule.

Ulrika
1 Monat zuvor
Antwortet  Hirschlgruber

Eltern mit geringerem Einkommen und Bildungsabschluss machen sich nicht minder Gedanken über Bildung, Schulabschlüsse und beruflichen Wegen ihrer Kinder!!!
Es ist frech, immer latent zu unterstellen, dass sich Menschen abseits der akademischen Milieus nicht für ihre Kinder interessieren, denen zustehende Mittel verschwenden und nur Blöd-TV zu schauen.

447
29 Tage zuvor
Antwortet  Ulrika

Das Problem ist nicht (reines) Einkommen oder (reiner) Bildungsabschluss – das Problem ist, dass man zahllosen … [selbstzensiert] … Menschen seit mindestens 40 Jahren erzählt, sie könnten ja auch selbst entscheiden, alles wäre gleich, blah-blah….kurzum: Relativismus.

Das Fass mag aber niemand aufmachen – ich auch nicht.
Also glauben eben zahllose Menschen mit (objektiv) dummen Werten und (objektiv) für ihre Kinder schädlichen „Lebensentwürfen“, dass ihre Meinung auch „zählt“ … und handeln entsprechend.

So einfach ist das.

Uwe
29 Tage zuvor
Antwortet  447

So einfach ist das.“ So einfach stellt es sich für sie da. Was sicher mehr über ihren Charakter als den zustand der Welt aussagt.

447
29 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Netter S.I.G.N.-Versuch.

Bringt nur nüscht, weil Internet.

Annemaus
1 Monat zuvor

In der Studie wird aber vernachlässigt, dass die wirtschaftlichen Verhältnisse, in denen die Kinder aufwachsen, sich im Laufe der Zeit auch ändern können. Sie können sich verbessern, wenn die Eltern die Karriereleiter hochklettern oder verschlechtern, wenn die Eltern eine längere Phase der Arbeitslosigkeit trifft.

Außerdem gibt es viele verschiedene Wege zum Abitur und Studium als sofort das Gymnasium zu absolvieren.
Und es gibt auch viele Möglichkeiten zum beruflichen Erfolg und guten Verdienstmöglichkeiten ohne Abitur.

Indra Rupp
1 Monat zuvor
Antwortet  Annemaus

Toll! Wissen wir!
Und warum sollten Schwarze vorne im Bus sitzen, hinten gibt es auch Plätze, mit denen man genauso ans Ziel kommt.
Jetzt verstanden?
Aber ich vermute, da kommt gleich einer, dem einfällt, dass er als Kind hinten sitzen ganz toll fand und das somit doch eine Ehre ist.
Wer’s nicht kapieren will, dem ist nicht zu helfen und ist mitunter empathisch beeinträchtigt.

Hysterican
29 Tage zuvor

Die Lösung liegt doch – bzgl der allgemeinen Bimdungsgerechtigkeit – ganz nahe:

Die Eltern legen bei den GS jedes Jahr ihre Vermögens- und Einkommensverhältnisse offen … und wenn diese dann als unterdurchschnittlich eingestuft werden, dann wird automatisch eine uneingeschränkte Gymnasialempfehlung vergeben.
Mit dem Übergang ans Gymnasium wird dann mit der Anmeldung das Abitur auf dem Dienstweg erteilt.

Den LuL – nicht nur an den Grundschulen, sondern grundsätzlich – ist nicht zu trauen – und diesem Misstrauen muss systemisch begegnet werden.

Das wäre doch ein weiteres Projekt für die GEW und parteipolitisch ein Aktionsfeld für die Grünen und die Spezialdemokraten.

Mimü
29 Tage zuvor

Wenn Forschende den sozioökonomischen Status der Familie grundsätzlich einfach so mit „Benachteiligung“ und „Privilegierung“ erklären, dann kann ich sie nicht ernst nehmen. Dann ist ja die Beantwortung Forschungsfrage schon in der Grundannahme vorgegeben. Das ist dann keine Wissenschaft, sondern Politik

Uwe
29 Tage zuvor
Antwortet  Mimü

Ja da liegt ein Irrtum vor. „Benachteilung“ und „Priviligierung“ ist das ERGEBNIS der Forschung, nicht deren Vorausetzung. Das eben ist der Unterschied zwischen Rechtsdullies wie ihnen, die ihre Vorurteile immer und immer wieder bestätigen und ernsthafter Wissenschaft.

PaPo
29 Tage zuvor
Antwortet  Uwe

Sie haben die Studie ja nichtmal gelesen.
😉 🙂

Und ‚geil‘, wie Sie alles und jeden immer komplett sinn- und verstandlos als „Rechtsdullies“ beschimpfen.

Sokrates
28 Tage zuvor
Antwortet  PaPo

Getroffene Hunde bellen

PaPo
27 Tage zuvor
Antwortet  Sokrates

Uuuuh… das ist ja ein Argument. Wenn man Sie also halt-, sinn- und verstandlos als XYZ bezeichnet und Sie sich im Anschluss darüber amüsieren oder echauffieren („bellen“), dann wird aus dem Anwurf eine Tatsache. Beeindruckende Argumentation. Dann erläutern Sie doch mal bitte, was @Mimü oder ich (Sie haben mich ja konkret adressiert) hier so schrieben, dass unsere Klassifikation als ‚Rechtsdullies‘ auch nur im Entferntesten legitimiert. Wird spannend. Oder ist das jetzt ggü. fundierter Kritik an der Teilstudie (wo die Teilstudie ja oberflächlich betrachtet evtl. zunächst da eigene Weltbild stützen könnte… bis es jmd. einreisst) Ihrerseits eine Attacke/-itüde frei nach Morgenstern: ‚Weil nicht sein kann, was nicht sein darf, lenke ich mit halt-, sinn- und verstandlosen Impertinenzen von der Realität ab‘? 🙂 🙂

Gefrustete Lehrertante
29 Tage zuvor

Sozioökonomisch Verhältnisse korrelieren oft auch mit bestimmten Verhaltensweisen oder auch Defiziten. Zum Beispiel Schwächen in der Konzentration oder der Verarbeitung von auditiven Inhalten. Das rührt aber nicht allein daher, dass die Eltern keine oder eine geringe Bildung haben. Oder auch zu wenig Gehalt. Es ist oft auch Wohlstandsverwahrlosung. Dann kommen auch Kinder aus sozioökonomisch, gut gestellten Familien in ein schulisches Umfeld, dass Ihnen Verhaltensweisen abverlangt, die sie nicht in ihrer jüngsten Kindheit eingeübt haben. Was Lehrer bewerten, ist dann natürlich nicht der Kontostand, sondern die an den Tag gelegten Verhaltensweisen.
Dann kommt es noch stark darauf an, ob die Eltern den Eindruck machen, positiv auf das defizitäre Verhalten des Kindes einzuwirken zu können oder eben nicht. Das eine kriegt dann eine bessere Prognose und darf aufs Gymnasium, das andere nicht. Weil man aus Erfahrung weiß, dass es das, was ihm bisher niemand beigebracht hat (Fokus halten, Frustrationstoleranz, Belohnungsaufschub) auf dem Gymnasium niemand mehr beibringe kann und zu Hause sich auch keiner darum kümmert, das zu kompensieren. Da kann man manchmal so ehrlich sein als Lehrer, wie man möchte. Das geht bei manchen Eltern zum ein Ohr rein, zum anderen raus. Bitte lesen Sie ihrem Kind mehr vor, unterstützen Sie es bei den Hausaufgaben oder melden Sie es, wenn sie das nicht können in der Lernwerkstatt unserer Schule an, in der es kostenlose Nachhilfe gibt. Die Kinder, die auch tatsächlich in die Landwerkstätten kommen, kann ich an einer Hand abzählen. Es sind leider die Kinder der Eltern, die eh schon unterstützen. Sollen wir die anderen Kinder etwa aus ihren Familien heraus reißen, nur damit wir in der Schule alles kompensieren können, was ein Elternhaus nicht mehr leistet? Müssen wir so langsam nicht mal ehrlich sein, dass wir manchen Eltern auch die Pistole auf die Brust setzen, damit sie mal ihren Arsch bewegen und den anderen die helfende Hand anbieten, wenn sie ihren Kindern keine Hilfe bieten können?

Aber wie sollte man es lösen? Wir wissen doch selbst, dass wir nicht die Kapazitäten haben, fehlende Erziehung in den Familien durch erzieherisches Einwirkung im Schulunterricht komplett auszugleichen. Vor allem bei solchen Basics. Meinte jemand im Ernst, nur weil ich ein Kind aufs Gymnasium schicke, sind all die Defizite weg?
Was ist falsch daran, das Kind auf eine Schulart zu schicken, in der es erst einmal etwas langsamer zugeht, aber etwas mehr Zeit für das einüben von Basiskompetenzen ist? Ich finde daran nichts verwerflich. Man kann auch auf einer Gesamtschule sein Abitur machen. Damit ist man (zumindest auf dem Papier, also bei der Zulassung zum Studium) allen Gymnasialkindern gleichgestellt. Niemand ist damit der Weg verbaut, im Gegenteil. Wer vom Gymnasium nach unten durchgereicht wird, verliert jegliche Motivation. Lücken werden unter Umständen nicht aufgearbeitet. Von daher bin ich der Meinung, man sollte das Kind auch immer in seiner aktuellen Verfassung beurteilen. Man sollte entscheiden, was gerade jetzt für das Kind gut ist und nicht immer soweit nach vorne in die Glaskugel schauen, was denn unter besten Voraussetzungen eventuell sein könnte.

Indra Rupp
29 Tage zuvor

Nochmal: Da steht nicht im Artikel, dass die Kinder, die benachteiligt wurden, Defizite im Gegensatz zu den Bevorteilten hatten! Allein, dass dies hier aufgrund der Beschreibung ( Sozioökonomisch benachteiligt) vorausgesetzt wird, zeigt eigentlich schon den Kern des Problems.

Peter Weber
28 Tage zuvor

Und selbst, wenn: Was genau ist schlimm daran? Es gab schon immer Unterschiede in den Elternhäusern und das wird immer so sein, es sei denn, wir leben mal in einer klassenlosen Gesellschaft.

AvL
26 Tage zuvor

Der Inhalt des Beitrag mit dem Ergebnis der Beschulung spiegelt wider,
was schon auch schon zu Kaisers Zeiten üblich war,
dass eben Kinder entsprechend ihrer sozialen Herkunft
eine Weiterempfehlung zu den verschiedenen Schulformen erhalten.
Anscheinend sind wir wieder da, wo wir eigentlich nicht hin wollten.
Es empfiehlt sich also besser die Kinder entsprechend ihrem
Lernpotential, dass mit Intelligenztests erfasst wird, weiterführenden
Schulen zuzuordnen.

Indra Rupp
25 Tage zuvor

Hier mal eine Anekdote :
Ich bin ja Puppenspielerin (mit Musik) auf der Straße, also Straßenmusikerin und habe meine Kinder, da ich sie lange gestillt hatte ( voll knapp 1 Jahr, insgesamt 3 Jahre) immer mitgenommen. Kind sitzt also im Kinderwagen und ist NICHT arm dran, denn ich spiele ihm ja quasi Puppen Theater vor. Hat Kind keine Lust mehr, kann ich auch nicht weiter machen, denn es lässt sich schlecht spielen und damit Geld verdienen, wenn daneben der Hosenmatz brüllt. Meist ging das 2x eine 3/4 Stunde am Tag, dazwischen ausgiebige Pause. Wenn Baby gut gelaunt, reagierte das Publikum idR so „Oh, schön, wie Kelly Family“ – heile Welt mäßig auf das Kind. Wenn das Kind aber schlechte Laune bekam, wurden die Blicke der Leute schnell… reißerisch und das Publikum auf einmal immer größer! Ich hatte es daher gut im Blick, wie lange Junior gute Laune hatte und hatte dann immer rechtzeitig Pause gemacht.
Nun zu dem Geschehnis : Mein Sohn, mit 1,5Jahren, war einmal etwas müde und verhielt sich entsprechend, als wenn er gleich „wegbubbert“. Ich bemerkte aus dem Blickwinkel, dass eine Frau ihn beobachtete. Etwa eine halbe Stunde später machten wir uns auf den Heimweg und warteten an der Bushaltestelle. Mein Sohn hatte seinen müden Punkt überwunden und flitzte herum, ich immer hinterher, wie das so in dem Alter ist, da stand auf einmal die Polizei vor mir! Sie waren von der Frau, die Erzieherin war, gerufen worden, weil diese meinte, ich hätte mein Kind „sediert“, damit ich meine Arbeit (Straßenmusik) ausüben kann. Die beiden Beamten schauten ihn sich an, sahen, wie er munter herumlief und schüttelte darüber nur den Kopf, zumal diese Frau Erzieherin war. Ich bestätigte, er sei vorhin nur etwas müde gewesen.
Worauf ich hinaus möchte : Die Frau wäre niemals auf die Idee gekommen, irgend ein anderes Kind für sediert zu halten, nur weil es im Kinderwagen mal etwas müde wirkt. Der einzige Grund sind Ressentiments ggü dem, was ich dort mache und was sie mit sozialen /finanziellen Notlagen, betteln-und somit Alkohol, Drogen, Obdachlosigkeit ect in Verbindung bringt.
Vorurteile sind real! Da kann sich niemand von ausnehmen und da reicht es auch nicht, ein netter Mensch zu sein und was auch immer studiert zu haben. Besser als Tatsache annehmen, um reflektieren zu können.