Start Leben “Ungerecht”: Warum so viele Kinder aus Migrantenfamilien mit dem gegliederten Schulsystem hadern

“Ungerecht”: Warum so viele Kinder aus Migrantenfamilien mit dem gegliederten Schulsystem hadern

113
Anzeige

KONSTANZ. Jugendliche mit Migrationsgeschichte fühlen sich beim Übergang auf die weiterführende Schule besonders häufig zu niedrig eingestuft und ungerecht behandelt – selbst dann, wenn ihre Leistungen durchschnittlich sind. Ein neues Policy Paper des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ zeigt, wie Informationsdefizite, Schulstigmatisierung und hohe elterliche Erwartungen dieses Gefühl befeuern – und warum mehr Transparenz und mehrsprachige Beratung nötig wären, um fairere Chancen und realistische Bildungswege zu ermöglichen.

Unter Druck. (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

Ein wichtiger Moment für viele Familien ist die Entscheidung, auf welche weiterführende Schule Kinder nach der Grundschule gehen. Diese Schulart entscheidet häufig über spätere Qualifikationen, Anschlussmöglichkeiten und Berufsbiografien. Zugleich bestehen deutliche Unterschiede darin, wie Schüler*innen diesen Übergang bewerten. Besonders Jugendliche mit Migrationsgeschichte nehmen ihre Einstufung häufig als zu niedrig wahr – auch unabhängig von ihren tatsächlichen Leistungen. Das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, kann wiederum die Lern- und Leistungsmotivation negativ beeinflussen und dadurch soziale Ungleichheiten verstärken. Das zeigt ein neues Policy Paper des Exzellenzclusters „The Politics of Inequality“ an der Universität Konstanz.

Basierend auf einer Umfrage mit über 3.000 Schülerinnen aus drei deutschen Bundesländern wird deutlich: Knapp 25 Prozent der Befragten mit Migrationsgeschichte sind der Ansicht, eigentlich auf einen höheren Schulzweig zu gehören, während das unter Jugendlichen ohne Migrationsgeschichte nur jeder Zehnte so sieht. Claudia Diehl, Professorin für Mikrosoziologie an der Universität Konstanz und Co-Sprecherin des Exzellenzclusters, erläutert: „Wir sehen, dass das Gefühl auf einen höheren Schulzweig zu gehören, unter Jugendlichen mit Migrationsgeschichte selbst bei denjenigen ausgeprägt ist, deren eigene schulische Leistungen eher durchschnittlich ausfallen.“

„Das Gefühl, unfairerweise auf einem zu niedrigen Schulzweig gelandet zu sein, ist gerade unter Hauptschüler*innen verbreitet“

Besonders ausgeprägt sind Unfairnesswahrnehmungen an Hauptschulen – einer stigmatisierten Schulform: „Das Gefühl, unfairerweise auf einem zu niedrigen Schulzweig gelandet zu sein, ist gerade unter Hauptschüler*innen verbreitet. Dort sind schulische Frustrationen und der Eindruck vorherrschend, vom Bildungserfolg dauerhaft ausgeschlossen zu sein“, so Katja Pomianowicz, Postdoktorandin am Exzellenzcluster und Ko-Autorin des Papers. Jugendliche mit Migrationsgeschichte sind von dieser Dynamik besonders betroffen, weil sie überproportional häufig eine Hauptschule besuchen. „Angesichts der Diskriminierungserfahrungen, die viele Schülerinnen und Schüler mit Migrationsgeschichte im Laufe ihrer Bildungskarriere machen, liegt eine solche Interpretation ihres schulischen Misserfolgs durchaus nahe – selbst dann, wenn im konkreten Fall keine Ungleichbehandlung vorliegt.“

Aber auch vergleichsweise höhere Bildungserwartungen zugewanderter Eltern prägen die Wahrnehmungen ihrer Kinder. Dass zugewanderte Eltern für ihre Kinder besonders hohe Bildungserwartungen haben, ist ein gut gesicherter Befund der empirischen Bildungsforschung. Zugewanderten Eltern ist meist sehr wichtig, dass es ihre Kinder „einmal besser haben“ und studieren, bevorzugt prestigeträchtige Fächer wie etwa Jura oder Medizin. Dies gilt in Deutschland besonders für die Gruppe der Türkeistämmigen – und zwar unabhängig vom Geschlecht der Kinder.

Diese hohen „Bildungsaspirationen“ sind darauf zurückzuführen, dass Einwanderer häufig besonders ehrgeizig und anstrengungsbereit sind. Gleichzeitig mussten sie selbst durch die Migration häufig einen Statusverlust hinnehmen – etwa, weil ihre Abschlüsse im Zielland nicht anerkannt wurden, oder weil sie im Herkunftsland nicht die Gelegenheit hatten, einen höheren Bildungsabschluss zu erwerben. Im Hinblick auf diese hohen Aspirationen unterscheiden sich Eltern deutschstämmiger und zugewanderter Kinder erheblich. Nur 28 Prozent der Eltern deutschstämmiger Nicht-Gymnasiasten geben an, dass ihr Kind einmal Abitur machen soll. Bei Kindern mit Migrationsgeschichte wünschen sich dies 54 Prozent der Eltern.

„Wenn Schüler*innen überzeugt sind, ungerecht behandelt worden zu sein, kann dies ihre Lern- und Leistungsbereitschaft beeinträchtigen“

Wenn der schulische Erfolg hinter den familiären Erwartungen zurückbleibt, wird ein ausbleibender Aufstieg häufiger als ungerecht wahrgenommen. Thomas Hinz, Professor für Empirische Umfrageforschung und Mitglied des Exzellenzclusters, ergänzt: „Wenn Schüler*innen überzeugt sind, ungerecht behandelt worden zu sein, kann dies ihre Lern- und Leistungsbereitschaft beeinträchtigen. Wer das Gefühl hat, trotz eigener Bemühungen keine fairen Chancen zu erhalten, investiert häufig weniger in schulische Aufgaben, verliert Vertrauen in schulische Entscheidungen und sieht weniger Perspektiven für den eigenen Bildungsaufstieg“.

Aus den Ergebnissen leiten die Forschenden klare Handlungsempfehlungen für Schule und Bildungspolitik ab. Um Jugendliche mit und ohne Migrationsgeschichte sowie deren Eltern besser zu unterstützen, müsse bereits in der Grundschule offen kommuniziert werden, welche Kompetenzen für den Übergang auf das Gymnasium ausschlaggebend sind. Mehrsprachige Informationsmaterialien, transparente Erläuterungen von Übergangsempfehlungen und verpflichtende Beratungsgespräche zwischen Grund- und weiterführenden Schulen könnten dazu beitragen, realistische und zugleich ambitionierte Bildungswege zu eröffnen – selbst dann, wenn der direkte Übergang aufs Gymnasium zunächst nicht gelingt. News4teachers 

Hier geht es zum vollständigen Policy Paper.

Sorgt die frühe Aufteilung der Kinder für Ungerechtigkeit in der Bildung? Das gegliederte Schulsystem – Streitthema im Bürgerrat-Talk

 

Anzeige

Info bei neuen Kommentaren
Benachrichtige mich bei
113 Kommentare
Inline Feedbacks
View all comments
unfassbar
4 Monate zuvor

Wenn es Ungerechtigkeiten gibt, könnte man stattdessen gerne ein objektiveres Kriterium als den Elternwillen für den Übergang auf die unterschiedlichen weiterführenden Schulformen einführen. Am einfachsten sind die Fachnoten (ggf. ergänzt um Kopfnoten), gefolgt von Eignungstests an den weiterführenden Schulen, gefolgt von zentral gestellten Abschlussprüfungen an den Grundschulen (ggf. ergänzt um Kopfnoten), gefolgt von tatsächlichen Intelligenztests wie sie von MENSA eingesetzt werden. Ich befürchte allerdings, dass mit jeder Stufe die gefühlte Ungerechtigkeit noch intensiver wird, die tatsächliche Ungerechtigkeit hingegen abnimmt. Abgesehen davon sind falsche Zuordnungen bis einschließlich Klasse 6 durch Schulformwechsel nach oben problemlos korrigierbar.

Markus Reiter
4 Monate zuvor
Antwortet  unfassbar

Nicht in jedem Bundesland.

ed840
4 Monate zuvor

Besonders ausgeprägt sind Unfairnesswahrnehmungen an Hauptschulen.

Jugendliche mit Migrationsgeschichte sind von dieser Dynamik besonders betroffen, weil sie überproportional häufig eine Hauptschule besuchen”

Diese Schulart existiert nach meinen Informationen allerdings nur in einem der drei Bundesländer in denen die Daten erhoben wurden und verzeichnet dort auch die mit Abstand geringsten Schülerzahlen aller Sek 1 Schulen.
Gemeinschaftsschulen Sek1 wären dort mehr als doppelt so stark besucht, Realschulen mehr als 5 * so viel.

müsse bereits in der Grundschule offen kommuniziert werden, welche Kompetenzen für den Übergang auf das Gymnasium ausschlaggebend sind. “

In einem der Bundesländer brauchte man für den Übertritt der Befragten 7. Klässler*innen aufs Gymnasium auch eine Bildungsempfehlung auf Basis eines mind. 2,0er-Schnitts in den Fächern Deutsch, Mathematik und Sachunterricht in der Grundschule oder einen schriftlichen Aufnahmetest + Beratungsgespräch am Gymnasium.

Wäre also interessant gewesen zu erfahren, ob sich zwischen Bundesländern auch Abweichungen bei den Ergebnissen gezeigt haben oder nicht.

Küstenfuchs
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Ihr berechtigter Hinweis, dass nur in einem untersuchten Bundesland noch Hauptschulen mit wenigen Schülern existieren, macht diese ganze Studie reif für den Papierkorb, weil hier offenbar Ergebnisse schon vor der Untersuchung festgestanden haben.

Kleopas
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Es gibt doch KMK-Bildungsstandards für die Grundschule von 2004. Die wären im Zweifel maßgebend. Da steht z.B. was von der Beherrschung der vier Grundrechenarten. Tatsächlich aber können Kinder mit dem Elternwillen aufs Gymnasium, auch wenn sie die nicht erfüllen. Was genau ist da nun ungerecht? Die Schule oder die Eltern?
Ich denke doch, bei einer Hochschulzugangsberechtigungsquote von mittlerweile
50-60 % kann man nicht mehr von entscheidenden Bildungsbarrieren sprechen. Wirklich ungerecht waren die bis 1945 bestehenden Schulgebühren.

“Nur 28 Prozent der Eltern deutschstämmiger Nicht-Gymnasiasten geben an, dass ihr Kind einmal Abitur machen soll. Bei Kindern mit Migrationsgeschichte wünschen sich dies 54 Prozent der Eltern.”
Wünschen kann man sich vieles, man kann aber auch immer die Fähigkeiten der eigenen Kinder überschätzen. “Mein Kind ist hochbegabt” — das ist doch eine häufige Fehleinschätzung geworden. Und dieselben Leute, die noch mehr Kinder ins Gymnasium schicken wollen, verfügen dann, dass nicht “abgeschult” werden darf. Wenn man so weitermacht, dann wird eines Tages das Gymnasium zur neuen Hauptschule. Böse Zungen behaupten das jetzt schon.

Markus Reiter
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Selbstverständlich hätten sie das, denn die Maßstäbe sind quasi in jedem Bundesland anders. Der grad wäre allerdings interessant. Bei den Abi-Abschlüssen und die NC-Einstufungen /Abi Bayern vs Abi Hessen z.B.) für die meisten Studiengänge sieht man das ja am oberen Rand schon. Das ist die Krux, die durch den Föderalismus in der Bildung verursacht wurde.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  Markus Reiter

Bayern und Hessen waren nicht Teil der Umfrage.
Aber die Unterschiede zwischen Sachsen und SH beim Übertritt ans Gymnasium und dem Abstand zwischen Schüler*innen mit und ohne Migrationshintergrund sind schon ziemlich groß.
Ob da ein Mittelwert besonders sinnig, kann man sich schon fragen.

Canishine
4 Monate zuvor

Die Schüler finden die Schulzuordnung ungerecht, generell die Benotung und die Schule im Allgemeinen, die angestellten Kollegen die Bezahlung gegenüber den verbeamteten, diese ihre Alimentation und ihre niedrigen, zweijährlichen Lohnerhöhungen, alle ihre Arbeitszeit und fehlende Wertschätzung. Andere finden wiederum, dass Lehrer oder Schüler dies oder das zu Unrecht ungerecht finden. Wenn sich das dann alles auf die Leistungsbereitschaft auswirkt, dann haben wir endlich die umfassende Erklärung für Deutschlands Bildungsmisere.
(Von all den anderen empfundenen Ungerechtigkeiten wage ich gar nicht zu sprechen.)

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Canishine

Wobei laut Artikel die Zuordnung der Schüler zur Schulform durchaus den gezeigten Leistungen entspricht – es sich also um ein nicht gerechtfertigtes Ungetechtigkeitsempfinden handelt. Anders bei der Bezahlung angestellter vs. verbeamteter Lehrer – hier ist der Unterschied des Lohns für gleiche Arbeit bei gleicher Ausbildung erheblich und vor allem: nachweisbar!

Canishine
4 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Die gefühlte Ungerechtigkeit kann ein Indiz für tatsächliche sein, ist aber eben kein Beweis. Schüler können ungerechtfertigt einer „falschen“ Schulform zugeordnet worden sein, es muss aber nicht so sein. Quereinsteiger, die nicht mehr verbeamtet worden sind, wussten, worauf sie sich einlassen (, auch wenn ich ihnen gleiche Bezahlung sicherlich wünsche. Ich selbst hätte den Quereinstieg damals ohne neu eingerichtete Möglichkeit der relativ späten Verbeamtung vermutlich nicht gemacht.), bei angestellten Kollegen in Bundesländern, die wieder Neueinstellungen verbeamten, ältere Lehrer aber nicht, sieht die Sache anders aus.

Nicole Hündler
4 Monate zuvor

Also- ich finde die Darstellung übertrieben….es gab schon früher Migranten und schon immer das geteilte System…
Man könnte dann sagen, dass es ja für ALLE ungerecht sei.
Nicht nur für Migranten. Man muss ihnen nicht mit Gewalt jede Chance schenken. Das ist Schwachsinn und führt zu noch mehr Diskriminierung!

Stefan
4 Monate zuvor

„Das Gefühl, unfairerweise auf einem zu niedrigen Schulzweig gelandet zu sein, ist gerade unter Hauptschüler*innen verbreitet“

Ist ja auch logisch, dass man sich hauptsächlich in einem niedrigen Schulzweig zu tief platziert fühlt.
Und trotzdem schaffen dann viele leider nicht einmal diesen Abschluss.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  Stefan

Die Quoten ohne ESA unterscheiden sich zwischen den Bundesländern allerdings z.T. um mehr als 100%.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

in SH müssen S*S z.B. in den drei Kernfächern Mathe, Deutsch und Englisch (keine Auswahl!) Prüfungen absolvieren

Nach meinen Informationen erwirbt man in SH den ESA grundsätzlich durch Versetzung in die Jahrgangsstufe 10.

Nur Schüler*innen, deren Versetzung zum Halbjahr gefährdet wäre, können verpflichtet werden an der ESA-Prüfung teilzunehmen um auch ohne Versetzung einen Schulabschluss erwerben zu können.
Diese zusätzliche Chance gibt es in anderen Bundesländern in der Tat nicht.
Die Möglichkeit einen ESA im beruflichen Schulwesen zu erreichen, gibt es m.W. in allen 16 Bundesländern.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Ich habe geschrieben:

an der ESA-Prüfung teilzunehmen um auch ohne Versetzung einen Schulabschluss erwerben zu können.

Haben Sie das nicht gelesen oder wie kommen Sie zu Ihrer obigen Schlussfolgerung?

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

 “und Englisch (keine Auswahl!

Nach meinen Informationen können Schüler*innen Herkunftssprache nicht Deutsch ist, auf Antrag das Fach Englisch ggf. durch eine Prüfung in einer anderen Fremdsprache ersetzen.

Zur Auswahl der Sprachen siehe z.B. hier:

https://za.schleswig-holstein.de/?view=100&path=3%20ESA%7C4%20Herkunftssprachenpr%FCfung

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

dass diese S*S DREI Prüfungen absolvieren müssen

Aber das “müssen” betrifft nach meinen Informationen weiterhin nur Schüler*innen, die wegen zweifelhafter Chancen auf Versetzung in die 10. Klasse von der Schule zur Teilnahme an der ESA-Prüfung verpflichtet werden.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Stimmt. Mein Niveau wären belegbare Daten und Fakten.
Deshalb käme ich nie auf die Idee zu behaupte:

Manchmal liegt es auch daran, wie man in den verschiedenen Bundesländern einen Abschluss erhält. In SH müssen S*S z.B. in den drei Kernfächern Mathe, Deutsch und Englisch (keine Auswahl!) “

Ohne zu erwähnen, dass diese Prüfung nur für die Schüler*innen angeordnet werden kann, deren Versetzung in die 10. Klasse gefährdet erscheint und statt Englisch ggf, auch eine anderen Sprache gewählt werden könnte.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Wie gesagt, Sie müssten sich meinetwegen nicht mit Sachargumenten zurückhalten.

Zum Beispiel wie sich Möglichkeit, den ESA statt über Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 , alternativ mit der ESA-Prüfung und Muttersprache statt Englisch zu erwerben auf die Quote der Schüler*innen mit Migrationshintergrund auswirken könnte, die in SH mind. ESA erreichen.

Abdulla
4 Monate zuvor

Ein bisschen ratlos bin ich damit, was die Studie aussagen will. Ja, es gibt immer Kinder, die meinen, sie wären zu Unrecht nicht ans Gymnasium gekommen. Das gibt es bei “einheimischen” Kindern wie bei “Zuwandererkindern”. Die Studie besagt, dass es “Zuwandererkinder” öfter glauben. Ich vermute, das hat damit zu tun, dass Zuwanderer sich generell in einer “benachteiligten Position” sehen, die sich aus einer ablehnenden Haltung eines Teils der “Einheimischen” speist, die ja zum Teil auch real ist, sodass man Benachteiligung öfter vermutet, als es sie tatsächlich gibt, weil man einfach kritischer darauf schaut – also zumindest diese 25% der Zuwandererkinder. Heißt aber auch, dass es 75% von ihnen nicht so sehen und ganz sicher ist es bei einem Großteil der 25% ja eigentlich auch gerechtfertigt bzw. keine Benachteiligung, dass sie nicht ans Gymnasium kommen. Und das hat wiederum ganz andere Gründe als die vermutete Ablehnung bzw. Benachteiligung.

Abdulla
4 Monate zuvor

Eigentlich “hadern” diese 25% ja nicht mit dem gegliederten Schulsystem. Das ist ein bisschen irreführend. Sie hadern mit der Entscheidung, dass sie nicht aufs Gymnasium gekommen sind. Das ist für sich noch keine Infragestellung des gegliederten Schulsystems (wie der Titel klingt).

Thomas Höhmann
4 Monate zuvor

Im Text wird die Situation ja schon angesprochen: “…selbst dann, wenn im konkreten Fall keine Ungleichbehandlung vorliegt”. Wollen wir eine Schule, die auf die Gefühle Rücksicht nimmt? Oder wollen wir schulische Leistungen in den Fokus nehmen? Wie hätten mir in meiner Kindheit die Erwachsenen erklärt, dass ich jetzt leider keine gute Note kriegen kann, weil sich der Schulkamerad sonst ungerecht zurückgesetzt fühlen würde?

Rüdiger Vehrenkamp
4 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Selbst wenn Schulen nun nach Gefühl bewerten und benoten – die späteren Arbeitgeber tun dies nicht.

Wer aufs Gymnasium möchte, um mit dem Abitur einen Zugang zu Universitäten zu bekommen, muss die entsprechenden Leistungen erbringen. Ich möchte später von keinem Rechtsanwalt vertreten oder Arzt behandelt werden, der an Schule und Universität mit viel Gefühl seine Abschlüsse gemacht hat. Sie etwa?

Maybe
4 Monate zuvor

Ist doch übertrieben – was nützt es Ihnen, wenn der Arzt zwar summa cum laude abschließt aber kein Quentchen Fingerspitzengefühl, Empathie, ….hat.
So kommts dann zu noch mehr “Fleischfabriken” ++.

Rüdiger Vehrenkamp
4 Monate zuvor
Antwortet  Maybe

Gut, wir können jetzt natürlich einfach die Voraussetzungen umdrehen und jeder darf Arzt werden, weil er es gerade möchte. Dann gehen Sie gerne zu dem Mediziner, der in Schule und Studium die erforderlichen Leistungen nicht erbracht hat, aber sehr empathisch ist und ich geh zu dem Mediziner, der menschlich gesehen ein Wrack ist, aber sein Handwerk versteht.

Im Idealfall kann ein Mediziner natürlich beides. Eine 1,0 macht aus keinem Menschen einen guten Arzt, Architekt, Lehrer oder Sozialarbeiter, das dürfte jedem hier klar sein. Doch mit Gefühl alleine werden sie in keinem Beruf bestehen können. Grundlagen, Fachwissen und Expertise gehören nun einmal dazu.

potschemutschka
4 Monate zuvor

Also ich würde zu “Dr. House” gehen 🙂 Mein Mann nicht. Er verdrehte immer die Augen, wenn ich die Serie sehen wollteI Ich habe auch noch ein passendes Zitat von Dr. House:
“Hätten sie lieber einen Arzt, der Ihre Hand hält, während Sie sterben, oder jemanden, der Sie ignoriert, während es Ihnen besser geht?”

Susanne M.
4 Monate zuvor

Ich möchte aber auch von keinem Arzt behandelt werden, der nur Medizin studiert hat, weil er ein 1,0 Abitur gemacht hat

Opossum
4 Monate zuvor
Antwortet  Susanne M.

Noch weniger möchte ich von einem Arzt behandelt werden, der zwar sehr teilnahmsvoll ist, kennt abaer sein Fach nicht so gut, weil es zu anstrengend war, zu lernen.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  Susanne M.

Manchmal reicht nicht mal ein noch besserer Notenschnitt von für nen Studienplatz in Medizin.

Bester Abiturient im Interview : Abi mit 0,7 – aber keinen Studienplatz

Maybe
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Auslandsstudium ? z.B. derzeit beliebt, Rumänien.
Schön wäre es auch, wenn mehr Z.
B. vom Rettungssanitäter mit Klasse Abschluss zum Studium kommen würden. Das meinte ich u.a. auch oben, nur der NC reicht nicht aus.

Stine
4 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Auf die Gefühle der Kinder, die sich bereits in der Grundschule mit dem gemeinsamen Lernen unterfordert fühlen, schaut auch selten jemand. Die hadern dann eben mit dem gemeinsamen Lernen. Ein Bericht dazu, wie man das gerechter hinkriegt, wäre eigentlich auch mal schön.

Thomas Höhmann
4 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Zum zweiten Satz: Wenn wir Schüler nach Leistung benoten, außer mit “sehr gut”, entsteht bei ihnen ein negatives Gefühl, auf das wir keine Rücksicht nehmen können. Umgekehrt: Wenn wir darauf Rücksicht nehmen, dann müssen wir alle außer die Klassenprimusse ungerecht benoten. Wie man’s macht, macht man’s verkehrt.

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

„Wenn Leistungsansprüche und Beurteilungen transparent sind – und wenn Kinder als vollwertige Menschen und nicht nur als Erfüller (oder eben Nicht-Erfüller) schulisch definierter Leistungen gesehen werden -, dann gibt es das Gefühl, ungerecht behandelt zu werden, in dieser Form nicht.“

Nun wird jedoch im Artikel das Gegenteil beschrieben: SuS fühlen sich durch ihre Schulempfehlung ungerecht behandelt, obwohl diese von ihren Leistungen her korrekt ist.
Wollen Sie jetzt sämtlichen Schulen, sprich: den Lehrkräften, vorwerfen, sie wären instransparent in ihrer Benotung?

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Dafür allerdings, also dass die Anforderungen nicht transparent kommuniziert werden, bleibt der Artikel den Beweis schuldig. Oder haben Sie für Ihre Vermutung, dass die Anforderungen des Gymnasiums Familien mit Migrationshintergrund nicht transparent kommuniziert werden, einen validen Nachweis?

Fräulein Rottenmeier
4 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Nein, wir glauben bestimmt nicht, dass unsere Informationen bei Eltern, die unser Schulsystem wenig oder gar nicht kennen, ankommen.
Daher beraten wir und beraten und erklären und erklären….gerne auch mit Dolmetscher….aber selbst am Ende eines Beratungsgesprächs, wo wir in einfacher Sprache, auf alle Fragen eingegangen sind, können wir nicht sicher sein, dass die Infos auch verstanden wurden….
Der Hase liegt nicht nur in der Sprache im Pfeffer, manchmal scheitert es auch an ganz anderen Dingen…..auch kulturelle Hintergründe können da durchaus eine Rolle spielen….

Stine
4 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Also mal abgesehen davon, dass uns während der Grundschulzeit auch niemand direkt Anforderungen oder benötigte Kompetenzen mitgeteilt hat – und man erst am Gymnasium dann merkt, was eigentlich alles fehlt – die Kinder bekommen doch Zeugnisse, entweder mit Beurteilungen oder später mit Noten, und am Ende der Grundschule ein Gespräch mit dem Lehrer und eine Empfehlung für die weitere schulische Laufbahn. Das geht doch allen Eltern gleich, die sehen doch jahrelang die Entwicklung ihres Kindes. Wenn man Fragen dazu hat, stellt man sie. Dafür gibt es Lernentwicklungsgespräche. Das funktioniert bei uns, völlig unabhängig von Sprachproblemen. Sich um die schulische Laufbahn der Kinder zu kümmern ist keine Bringschuld der Lehrer, sondern der Eltern.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Macht aber m.M. wenig Sinn die Ergebnisse von drei Bundesländern zu vermischen, in denen sich die Voraussetzungen für den Übertritt aufs Gymnasium und die alternativen Schularten z.T. sehr deutlich unterscheiden.
Das könnte sich ja durchaus auch auf den Informationsstand der Eltern auswirken.

unverzagte
4 Monate zuvor
Antwortet  Thomas Höhmann

Wollen wir eine Schule, die auf die Gefühle Rücksicht nimmt? Ja, bitte. Ignorante Schulen, die zum Emotionen unterdrücken auffordern hatten wir schon – war absoluter Mist.

Gefühle ernst nehmen, darüber reden und bestenfalls auch zeigen ist eine nicht zu unterschätzende Leistung, die auch weiterhin gefördert gehört .

Tauschen Sie also Ihr “oder” durch ein “und” ein.

Thomas Höhmann
4 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

In dem Augenblick, wo ich, als Lehrer, einem Schüler eine Note gebe, außer einer Eins – setze ich mich über seine Gefühle hinweg. Klar: Wir können die Noten abschaffen, oder jedem eine Eins geben, was auf dasselbe hinausläuft. Dann verletzen wir keine Gefühle unserer Schüler. Aber dann müssen wir beiden uns bald mal zusammengesetzen und überlegen, in welchem Land die Leute, die uns im Krankenhaus operieren, auch richtige Ärzte sind. Dahin wandern wir aus und überlassen den Rest der Bevölkerung dem Chaos, das Sie gerade vorgeschlagen haben.

Maybe
4 Monate zuvor
Antwortet  Thomas Höhmann

Wenn ich einem Schüler begründet eine 3 gebe, setze ich mich nicht über seine Gefühle hinweg,
– wenn die peers nicht versäumten Grundregeln zu berücksichtigen, eine wichtige: Von nix kommt nix.
Dann wird er/ sie sich vielleicht über die 3 ärgern und nach oben verhandeln wollen; wenn aber z.B. die Eltern durch überzogene Ansprüche oder ein der Lehreristschuld Gefühle schüren, wirds problematisch.

Thomas Höhmann
4 Monate zuvor
Antwortet  Maybe

Auch Gefühle ohne Grundregeln bleiben Gefühle. Haben Sie niemals eine andere Note als eine Eins gekriegt? Und wenn Sie nur eine Drei hatten haben Sie sich über das gerechte Urteil gefreut?

Maybe
4 Monate zuvor
Antwortet  Thomas Höhmann

Sollte das eine Antwort auf meinen Kommentar sein, so verstehe ich den Zusammenhang nicht.
Unsere Kids haben häufig kein
“Gefühl” mehr für ihre Leistungen, schätzen sich übertrieben gut oder auch schlecht ein, weil die Mitte nicht mehr zählt – egal ob eltern- oder netgesteuert; dies führt unter anderem z.B. zu Verlust von Grundvertrauen, Sicherheitsfanatismus, bei einigen zu psychischen Erkrankungen…..
Sie fragen, wies bei mir war. Ich war gute Mitte und v.a. konnte ich gut meine Schnitte berechnen und wusste, wann ich mehr tun musste. Denn eigentlich habe ich erst vor dem Abitur richtig was getan, weil ich einen NC brauchte 😉

unverzagte
4 Monate zuvor
Antwortet  Thomas Höhmann

Als wenn SuS sich und Ihre Leistungen nicht selbst realistisch einschätzen könnten.

Sorry, aber ich kann Ihren Kommentar nicht ernst nehmen.

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Dann ist es allerdings merkwürdig, dass laut Artikel SuS mit Migrationshintergrund sich ungerecht behandelt bzgl. ihrer Schulformzuweisung fühlen, obwohl die gezeigte Leistung die Zuordnung bestätigt.
Für mich spricht das eher dafür, dass eben nicht alle SuS ihre Leistungen realistisch einschätzen können.

unverzagte
4 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Es gibt offensichtlich unterschiedliche Wahrnehmungen von Realität und Gerechtigkeitsempfindungen.
Und ja, das gelingt den einen und anderen weniger.

Maybe
4 Monate zuvor
Antwortet  Mika

Genau so, ich würde nur idF nicht differenzieren. Das dürfte bei Kids aller Nationalitäten so sein.

Thomas Höhmann
4 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Ich bettele nicht darum, von den Großen ernst genommen zu werden, sondern liefere Denkanstöße für die, die welche brauchen.

Feirefiz
4 Monate zuvor

Viele meiner Schüler sind verzweifelt, wenn sie das Fachabitur oder das Abitur nicht schaffen, weil ihre Eltern wünschen, dass das Kind studiert. Das kommt daher, dass die duale Ausbildung im Herkunftsland der Eltern oft unbekannt ist oder als zweitklassig wahrgenommen wird.
Die Cousins und Cousinen in der Türkei studieren, dann muss ich es auch, so ein häufiger O- Ton meiner Schüler.
So quälen sie sich mit wenig Lust durch die Oberstufe, sind unglücklich, wenn die Noten nicht gut ausfallen. Darunter sind viele, die in einer Ausbildung sehr gut performen könnten, den Gedanken aber gar nicht zulassen können.
Schade.

Götz
4 Monate zuvor

Es wären neutral und anonym durchgeführte und digital bewertete Intelligenz- und Fähigkeitstests nötig, um zu einer objektiven Einschätzung des Leistungspotenzials zu gelangen und dem Gefühl, wegen des persönlichen Hintergrunds benachteiligt zu werden, wirksam begegnen zu können.

Rüdiger Vehrenkamp
4 Monate zuvor
Antwortet  Götz

Ich erlebe im Übrigen eher, dass Lehrer mehr Kinder aufs Gymnasium empfehlen, als es die Leistungen hergeben – einfach, um Vorwürfen und Diskussionen mit den Eltern aus dem Weg zu gehen.

Fräulein Rottenmeier
4 Monate zuvor

Nein, das erlebe ich nicht.

Mika
4 Monate zuvor

Ich regelmäßig…

Guy
4 Monate zuvor

Das, habe ich persönlich auch schon vor fast 50 Jahren, mehrfach miterlebt! Obwohl es zu diesem Zeitpunkt, noch sehr wenig Schüler mit Migrationshintergrund gab. Es betraf fast ausschließlich deutsche Schüler.

Dazlehrer an der Grundschule
4 Monate zuvor

Warum migrantische Kinder am gegliederten Schulsystem scheitern?
Ganz einfach! Die weiterführenden Schulen, insbesondere das Gymnasium! schaut nicht auf die intelektuellen Fähigkeiten der Migranten, sondern ausschließlich auf den ‘Jetzt-Stand’ der Deutschkenntnisse! Förderung ist am Gym eh einFremdwort und die Perspektive, dass ein intelligentes Kind, das zwar gerade noch nic1ht, aber bald genügend Deutsch kann, ist denen ganz offenbar fremd! Unsere Gymnasien sind eine einzige Schande, was das betrifft!

Beispiel aus der Praxis gefällig? (Ich unterrichte seit 10 Jahren Daz an einer Grundschule!)

Ein wirklixh fleißiger und intelligenter Junge wird ans Gym überwiesen. Dieses Gym rühmt sich mit extra Daz-Förderung, scheinbar ideal, oder.????
Nach einigen Monaten stellt sich heraus, der Junge wurde an die Hauptschule überwiesen. Die meldet sich an der Grundschule, weil die Schule meint, der Junge wäre an der Hauptschule völlig falsch!

Was war passiert? Das Gym hat Daz parallel zum Matheunterricht angeboten. Von dem Jungen wurde erwartet, dass er den kompletten Matheunterricht wie auch immer selbst und alleine nacharbeitet. Daran ist er gescheitert.

Ich könnte immer noch kotzen ob der unglaublichen Ignoranz der ach so hoxhbezahlten Studienräte!!!

Dererlei Geschichten gibt es unzählige! Die Komsequenz ist, dass erantwortungsvolle Grundschullehrer keine Migranten ans ignorante Gym vermitteln.

Das wiederum führt zu zahlreic hen Migranten, die unter Niveau lernen. Hautsaxhe die Gym Studienräte habens bequem!!! Und bloß nicht über den Tellerrand schauen! Oder Menschen im Blick haben!

Ich bin mittlerweile raus aus dem Job, die Ignoranz und die Unfähigkeit unser höchstbezahlten Studienräte auf Kosten der nachfolgenden Generation kotzt mich aber nach wie vor extrem an!!! Armes Deutschland!

unfassbar
4 Monate zuvor

Eine direkte Überführung vom Gymnasium an die Hauptschule ohne Zwischenstation finde ich merkwürdig. Und die Abstufen auf die Hauptschule nur wegen Mathe halte ich für noch merkwürdiger.

Rotstiftprofi
4 Monate zuvor

Und wissen Sie, was mich extrem ankotzt, um mal Ihr Lieblingswort zu zitieren? Ignorantes Gymnasium-bashing aus anekdotischer Evidenz heraus.

unverzagte
4 Monate zuvor
Antwortet  Rotstiftprofi

Mit Ihrer Kritik an Verallgemeinerungen aufgrund eigener Erfahrungen, die ansatzweise durchaus berechtigt wirkt, bestätigen Sie leider letztlich, worüber der Kollege sich nachvollziehbar empört.

Unverzagte
4 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Wieder im Plural unterwegs lässt befürchten, dass Sie sich selbst nicht genug sind…naja, wird schon noch.

Unverzagte
4 Monate zuvor
Antwortet  Unverzagte

Biete Ihnen und Ihrer Streitlust heute nicht mehr, nein, Sie finden sicher einen anderen Kommentar, an dem Sie sich abregen können.

Mika
4 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Inwiefern bestätigt rotstiftprofi die Anschuldigungen des Vorposters? Ich kann Ihrer „Argumentation“ nicht folgen und bitte um Erklärung.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika

dickebank
4 Monate zuvor
Antwortet  Rotstiftprofi

Ist aber auch gemein, auf am Boden liegende Schulformen bzw. SONDERSCHULEN wie dem GY herum zu trampeln.

Rüdiger Vehrenkamp
4 Monate zuvor

Sprache ist nunmal ein Türöffner. Ich habe im Rahmen meiner Arbeit schon Kinder erlebt, die innerhalb von zwei Jahren nach Ankunft in Deutschland fast perfektes Deutsch sprechen und im Umkehrschluss auch Kinder, die hier geboren sind und keinen geraden Satz hinbekommen.

Wer kognitiv dazu in der Lage ist, schnell eine komplizierte Sprache wie Deutsch zu lernen, hat sicherlich auch das Zeug dazu, am Gymnasium zu bestehen. Alle anderen eben (zunächst) nicht.

unverzagte
4 Monate zuvor

Türöffner ? Gibt eingewanderte Erwachsene, die nach mehreren Jahrzehnten leben in Deutschland, konsequent weiter amerikanisch sprechen. Scheint für niemanden ein Problem zu sein, da bereitwillig umgeswitcht wird.

unfassbar
4 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Natürlich gibt es die. Es gibt auch reichlich Menschen in Düsseldorf, die nur japanisch und kein oder kaum deutsch sprechen. Und dennoch werden sowohl die Amerikaner aus Ihrem Beispiel (trotz Präsident Donald) als auch die Japaner aus meinem Beispiel nicht als Belastung empfunden.

unverzagte
4 Monate zuvor
Antwortet  unfassbar

Wieso sollte sowas als “natürlich” oder gar “weniger belastend” gelten ?
Klingt mehr als schräg .

Rüdiger Vehrenkamp
4 Monate zuvor
Antwortet  unfassbar

Eventuell deshalb, weil Englisch eine Weltsprache ist und man keine Dolmetscher hinzuziehen muss, um sich mit diesen Menschen zu verständigen. Natürlich ist das weniger belastend. Könnten die Familien in unserem Umfeld wenigstens englisch, wäre uns im Rahmen der sozialen Arbeit schon sehr geholfen.

unfassbar
4 Monate zuvor

Die Japaner können auch nicht zwingend Englisch und wenn, dann oft mit einem so starken Akzent, dass es kaum verständlich ist.

Unfassbar
4 Monate zuvor
Antwortet  Redaktion

Sie sollten das schlechte Englisch beim Besuch eines Lokals in der Immermannstraße selbst erlebt haben.

Rüdiger Vehrenkamp
4 Monate zuvor
Antwortet  unverzagte

Auf Dauer ist dies natürlich ebenfalls nicht hinnehmbar. Der Unterschied ist jedoch der, dass ich mich meinen Beruf betreffend mit ihnen verständigen kann und keinen Dolmetscher brauche, den ich hinzuziehen muss.

Wobei ich sagen muss, dass mir amerikanische Familien mit dieser Prämisse in 15 Jahren im Beruf bisher sehr, sehr selten begegnet sind.

Maybe
4 Monate zuvor

Und ALLE StRs frühstücken jeden Tag ein Kind……lauter Simpson-Horrorlehrers unterwegs ….maybe..
….ist mir persönlich zu simpel.

petkue
4 Monate zuvor

Da in dem Artikel gerade Schüler mit türkischem Migrationshintergrund angesprochen wurden: Im Unterschied zu einigen anderen Nationalitäten sehe ich an der Berufsschule bei diesen Eltern und Schülern vielfach keine Motivation für Bildung, wohl aber immer wieder eine Larmoyanz der angeblichen Benachteiligung und eine Ablehnung von Schule. Das betrifft sowohl die beruflichen Fachklassen als auch die Berufsfachschule, BVJ- und EQJ-Klassen.
Beispielhaft für das Dilemma finde ich die folgende Darstellung einer Betroffenen, die ihren beruflichen Erfolg nur auf ihren eigenen Ehrgeiz zurückführt: https://www.schwaebische.de/regional/tuttlingen/tuttlingen/wenn-die-mutter-mit-der-tochter-unterwegs-ist-wird-ihr-mulmig-4161812
Auch an der Hauptschule habe ich vielfach erlebt, dass die Berufsträume der Schüler mit ihren abgrundtief schlechten Leistungen und geringen Anstrengungen wenig deckungsgleich waren. Das gilt allerdings auch für viele deutschstämmige Schüler.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  petkue

In Sachsen spielt dieses Herkunft laut z.B. Statista nur eine untergeordnete Rolle und liegt im Ranking der Herkunftsländer hinter Vietnam, Indien und CZE nur auf Rang 10.
Wäre interessant zu erfahren, wie die Ergebnisse dort ausgefallen sind, da Sachsen auch laut Bildungsmonitor 2025 den höchsten Anteil Abiturienten ohne deutsche Staatsbürgschaft hatte .
In den beiden anderen Bundesländern sähe es ganz deutlich schlechter aus.
In einem bleiben dazu auch noch auch weit überdurchschnittlich viele Schüler*innen mit Migrationshintergrund ohne mind. ESA.

real_anka
4 Monate zuvor

Unser Schulsystem ist ja auch soooooo undurchlässig. Als ob kluge und leistungsbereite SuS mit Migrationsgeschichte systematisch daran gehindert würden, an eine andere Schulform zu wechseln, wenn sie nach Klasse 4 (eindeutig zu früh) z.B. auf einer Hauptschule gelandet sind.
Genauso schwierig ist es, Eltern am Gym. klarzumachen, dass ihr Augapfel mit dem 4 bis 5er Notenild in der Klasse 5 es in den weiteren Jahren extrem schwer haben wird, am Gym. zu bestehen.
Ausweg: Weiterführende Schule erst nach der 6, Aufnahmeprüfungen.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  real_anka

In zwei der drei untersuchten Länder gibt es nur Gymnasium oder Gemeinschaftsschule / Oberschule, die ja auch zu höheren Bildungsabschlüssen führen können. In Baden Württemberg gibt es auch deutlich mehr Gemeinschaftsschulen als Hauptschulen/Werkrealschulen.

Stephan
4 Monate zuvor

In Bayern auf der Mittelschule (= Hauptschule) gibt es ab der 7. Klasse inzwischen fast überall den M-Zweig. Man macht nach der 10. Klasse die “Mittlere Reife” und darf auf eine Fachoberschule. Auch dort gibt es mehr und mehr Schulen die eine 13. Klasse anbieten um nach der Fachhochschulreife die allgemeine Hochschulreife anzubieten. Damit ist man GEANUSO schnell bei einer Uni-Bewerbung wie jemand der sich am Gymnasium in der Unterstufe gegen Aussieben und Powerlernen durchsetzen musste.
Manchmal hab ich das Gefühl dass hier in Bayern auf dem Land der letzte Fleck in Deutschland ist, bei dem man das 3-gliedrige Schulsystem noch versteht.

Rüdiger Vehrenkamp
4 Monate zuvor
Antwortet  Stephan

Und Bayern steht immer auf den vorderen Plätzen im Bereich Bildung im bundesweiten Vergleich. Vielleicht sollten sich andere Bundesländer davon was abschauen.

ed840
4 Monate zuvor

Trifft auch die Schüler*innen mit Migrationshintergrund in BY zu.
Bei IQB weist bei dieser Gruppe regelmäßig nur Sachsen noch höhere Durchschnittspunktzahlen auf.

unfassbar
4 Monate zuvor

Ich habe die Befürchtung, dass die Länder, die aktuell unten im Ländervergleich stehen, bei einer Orientierung an Bayern noch weiter abstürzen …

Rüdiger Vehrenkamp
4 Monate zuvor
Antwortet  unfassbar

Käme auf den Versuch an. Umgekehrt hatten wir es schon. Beispiel Baden-Württemberg, das bis zur damaligen Regierungsübernahme durch grün-rot ein ähnliches System wie Bayern fuhr und nach deren Reformen erst einmal von den vorderen auf die hinteren Plätze durchgereicht wurde.

Maybe
4 Monate zuvor

Die Stundenentwürfe der BWler z.B. waren auch in Bayern heißbegehrt und wurden kosmetisch verändert gerne auch in LProben verwendet.
Seit dort auch die Schulneuzeit angebrochen ist, die viele SuS z.B. mit Daueraktionismus und wenig Lernruhe überfordert, ebenso LuL ungeheuer viel Vorbereitung und oft durch wider jegliches Gefühlhandelnmüssen zermürbt, änderte sich das sehr zum Negativen, schade…

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  Stephan

Nach meinen Informationen stammen in Bayern ca. 60% der Studienberechtigungen eines Abschlussjahrgangs vom Gymnasium, ca. 40% von FOS/BOS. Die Abschlüsse von FOS/BOS werden in den gängigen Statistiken allerdings nicht berücksichtigt.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Na klar. Dass die gängigen Statistiken nur die allgemeinbildenden Schulen berücksichtigen, ist ja kein Geheimnis.
Dass es auch im Bereich der beruflichen Schulen erhebliche Abweichungen zwischen den Bundesländern gibt, dürfte ja auch bekannt sein.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Warum auch nicht? Wenn man konkrete Anhaltspunkte zu den jeweiligen Vergleichsgrößen hat, kann man die ja mit berücksichtigen.

Wenn z.B. weiß, dass in Land A >1% der Stichprobe bei der Ermittlung bestimmter Kennzahlen nicht mitgewertet wurde , in Land B dagegen 5%, kann man das bei der Beurteilung der Werte ja mitberücksichtigen.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Sie werden sicher Ihre Gründe haben, warum Sie keine konkreten Kritikpunkte nennen wollen.

Maybe
4 Monate zuvor
Antwortet  Stephan

So isses, danke für die Richtigstellung.

AvL
4 Monate zuvor

Wenn das Gefühl derart sich bemerkbar macht, dass man sich als Kind mit einem Migrationshintergrund schlechter beurteilt und leistungsgemäß schlechter beurteilt fühlt bedeutet für die Betroffenen, dass diese an ihrer Wahrnehmung arbeiten könnten.

ed840
4 Monate zuvor

Dass Sie persönlichen Erfahrungen an eine Schule für aussagekräftiger halten als die landesweiten Statistiken, ist ja bekannt.
Dass sich die Zahlen widersprechen ebenfalls.

Laut Bildungsmonitor 2025 gehört SH z.B. zu den Bundesländern mit ziemlich niedrigem Anteil Schüler*innen mit Abitur ohne deutsche Staatsangehörigkeit.
Dafür zu den Bundesländern mit extrem hohen Quoten an Schüler*innen mit Migrationshintergrund ohne mind. ESA.

Mit Migrationshintergrund zuletzt 23%, ohne deutsche Staatsangehörigkeit 28,6 %.

Auch bei IQB-2024-Mathematik lagen die Ergebnisse der Migrant*innen in SH signifikant unter dem Bundesschnitt.

Lera
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Idee:

Alle Schularten abschaffen!

Wir erklären ganz SH zu einer Freiluft-Schule, dann sind wirklich immer alle unter keinem Dach. Mehr Inklusion geht nicht!

Und da mehr Inklusion automatisch bessere Leistungen bei allen Schülern bedeutet, dürfte das der bildungspolitische Stein der Weisen sein.

Gerne.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  Lera

Was konkret bemängeln Sie bei der Statistik Schüler*innen ohne ESA einer allgemeinbildenden Schule als “Äpfel-Birnen”?

Oder bei den Statistiken beim Bildungsmonitor ?

Bei IQB sind die Aufgaben in allen Bundesländern sogar genau gleich und für die Stichprobenziehung gelten auch die gleichen Regeln. Es lässt sich auch nachlesen, wie die Stichprobengüte in den BL war.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

“ist auch nach “gleichen” Regeln entstanden, oder nicht?”

Natürlich nicht.
Diese Umfrage hat mit den Datenerhebungen, Werten und Grundgesamtheiten wie man sie in den Schulstatistiken, bei IQB, Bildungsmonitor usw. findet überhaupt nichts zu tun.

Das kann man eigentlich auf den ersten Blick erkennen.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Wie gesagt, wenn Sie keine Sachargumente nennen möchten, kann ich das schon tolerieren.

Wenn Sie der Schulstatistik, dem Bildungsmonitor oder IQB misstrauen wollen, ohne konkrete Gründe dafür nennen zu können, steht Ihnen das natürlich auch frei,

dickebank
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Zahlen sind Zahlen und sollten nicht mit Kennwerten verwechselt werden.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Wie gesagt, Sie dürfen auch gerne auch mal konkrete Argumente nennen, warum Sie den Zahlen der Schulstatistik, von IQB, Bildungsmonitor usw. misstrauen.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Ich habe übrigens hier auch schon des Öfteren bestimmte Kennzahlenvergleiche kritisiert, allerdings anhand konkreter und belegbaren Kriterien.

dickebank
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Aber das Schöne am Benchmarking ist doch, dass sich so Äpfel prima mit Birnen an der Anzahl der Kerne vergleichen lassen.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  dickebank

Was würden Sie denn beim Vergleich von z.B. Abiturientenquoten oder Quoten der Schüler*innen ohne mind. ESA denn konkret als Äpfel und was als Birnen einstufen?

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Bundesländer in denen für ESA die Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 und Abschlussprüfung in Deutsch/Mathe/Englisch erforderlich ist = Äpfel?

Bundesländer in denen für ESA die Versetzung in die Jahrgangsstufe 10 oder Abschlussprüfung in Deutsch/Mathe/Englisch oder Muttersprache erforderlich ist = Birne?

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Nun, da Sie “ohne deutsche Staatsbürgerschaft” und “mit Migrationshintergrund” gleichsetzen”

Netter Versuch, aber durch solche Unterstellungen lasse ich mich nicht zu Antworten auf gleichem Niveau provozieren.

Sie dürfen aber auch gerne mal versuchen Sachargumente zu bringen.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Stimmt. Mein Niveau wären belegbare Daten und Fakten.
Unterstellungen und Provokationsversuche überlasse ich gerne anderen Leuten hier.

Sie können aber wie gesagt gerne mal versuchen Sachargumente gegen die Zahlen des Bildungsmonitors, der Schulstatistik, IQB usw. in Diskussion einzubringen.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Natürlich nicht. Hat m.W. auch auch niemand hier behauptet. Falls Sie die Unterschiede und Gemeinsamkeiten nicht kennen sollten, kann ich Ihnen gerne links zu den jeweiligen Definitionen der Statistik liefern.

Wenn Sie zu den angeblichen Äpfeln/Birnen-Vergleichen keine Sachargumente liefern wollen, kann ich das auch tolerieren.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  ed840

Ich habe geschrieben.

Mit Migrationshintergrund zuletzt 23%, ohne deutsche Staatsangehörigkeit 28,6 %

Sie schrieben:

Nun, da Sie “ohne deutsche Staatsbürgerschaft” und “mit Migrationshintergrund” gleichsetzen, “

C. Hoffmann
4 Monate zuvor

Der Übergang sollte ausschließlich auf Basis möglichst objektiver Eignungstests geschehen. Diese sollten besonders die kognitiven Fähigkeiten der Kinder in den Fokus rücken. Lernrückstände lassen sich aufholen, der Intelligenz sind nach oben hin hingegen enge biologische Schranken gesetzt. Letztendlich ist es auch im Interesse der Kinder ihren Grenzen entsprechend gefördert zu werden statt an zu hohen Ansprüchen zu scheitern.

ed840
4 Monate zuvor
Antwortet  C. Hoffmann

Es gibt Bundesländer in für den Übertritt entweder bestimmte Notenschnitte in der GS erforderlich sind oder erfolgreiche Teilnahme an standardisierten Eignungstests.

Paulo Gehrke
4 Monate zuvor

Einer der wesentlichen Unterschiede ist doch, dass insb. deutsche Akademikereltern besonders häufig Druck machen, um auch wenig begabte Kinder auf den höchsten Schulzweig zu kriegen und wissen, welche Schritte man gehen muss. Außerdem gibt es bereits einen Bias, der in diesen Fällen zur besseren Benotung führt. Das Gefühl der Benachteiligung ist also – entgegen des Subtexts eures Artikels – völlig berechtigt.

Unfassbar
4 Monate zuvor
Antwortet  Paulo Gehrke

Ist auch weniger Arbeit für die Lehrer…

Bernd droeschel
4 Monate zuvor

Ich hatte einen 15 jaehrigen russen zuhause.der war im gymnasialzweig.sehr faul und arrogant vertrat er die meinung besser als alle zu sein.wegen sprache wurde er in vielen faechern gar nicht bewertet.der lehrer bestaetigte mir das seine faehigkeiten eigentlich gar nicht zum gymnasium reichen aber das waere ja dann als diskreminisierung ausgelegt werden.deutsche schule,deutsche sprache und wer das nicht kann raus aus dem systhem.unsere toleranz geht zu weit wie in vielen bereichen

Rainer Tonscheidt
4 Monate zuvor

Die Frage ist:soll auch das Gymnasium in die Gesamtschule integriert werden?