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“ABC-Klassen” vor der Einschulung: Landesregierung nimmt Grundschulen für frühkindliche Sprachförderung in die Pflicht

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DÜSSELDORF. Nordrhein-Westfalen greift tief in den Übergang von der Kita in die Grundschule ein. Ab 2028 sollen Sprachdefizite verbindlich früher festgestellt und in schulischer Verantwortung aufgearbeitet werden. Mit einheitlichen Sprachtests, verpflichtenden ABC-Klassen im Jahr vor der Einschulung und erweiterten Fördermöglichkeiten in der Schuleingangsphase reagiert die Landesregierung auf seit Jahren schlechte Befunde zur Sprachentwicklung von Schulanfängern. Der VBE fragt allerdings, woher das Personal dafür kommen soll. 

“Ein neuer Maßstab”: Hendrik Wüst und Dorothee Feller auf dem Weg zur Pressekonferenz. Foto: Land NRW / Martin Götz

Nordrhein-Westfalen steht bildungspolitisch seit Langem unter Druck. Untersuchungen zeigen, dass ein erheblicher Teil der Kinder mit unzureichenden sprachlichen Voraussetzungen in die Schule startet. Schulministerin Dorothee Feller verweist auf aktuelle Befunde: „Die Ergebnisse der jüngsten Schuleingangsuntersuchungen zeigen, dass etwa ein Drittel der Kinder nicht über hinreichende deutsche Sprachkenntnisse verfügt, um später aktiv am Unterricht teilzunehmen.“ Für die Grundschulen bedeutet das, dass regelmäßig zentrale Voraussetzungen für das Lernen erst im Unterricht der ersten Klasse geschaffen werden müssen.

Mit der Einführung der sogenannten ABC-Klassen setzt die Landesregierung nun deutlich früher an. Das Kabinett hat für die notwendigen schulrechtlichen Änderungen bereits grundsätzlich grünes Licht gegeben, der Gesetzentwurf befindet sich derzeit in der Verbändeanhörung. Die neuen Regelungen sollen erstmals für Kinder gelten, die ab dem 1. August 2029 schulpflichtig werden. Entsprechend starten die ersten verpflichtenden ABC-Klassen im Schuljahr 2028/29.

Kern der Reform ist eine zeitliche Vorverlagerung der schulischen Verantwortung. Bislang findet die Schulanmeldung im Herbst vor der Einschulung statt, die Schuleingangsuntersuchung folgt im darauffolgenden Frühjahr. Künftig wird die Schulanmeldung auf das Frühjahr vor dem letzten Kita-Jahr vorgezogen. In diesem Zuge sollen erstmals alle Kinder landesweit nach einem einheitlichen Standardverfahren auf ihre deutschen Sprachkompetenzen getestet werden. Dieses neue Sprachscreening ist ausdrücklich von den medizinisch ausgerichteten Schuleingangsuntersuchungen der Gesundheitsämter zu unterscheiden, die weiterhin bestehen bleiben.

„Ziel ist es, alle Kinder auf ein möglichst vergleichbares Sprachniveau zu bringen“

Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) begründete den Schritt mit den ungleichen Startbedingungen vieler Kinder. „Alle Kinder müssen Zugang zu guter Bildung haben“, erklärte er bei der Vorstellung der Pläne in Düsseldorf. Ziel sei es, „alle Kinder auf ein möglichst vergleichbares Sprachniveau zu bringen“. Die bisherigen Schuleingangsuntersuchungen zeigten, dass dies bislang nicht gelinge. Auf Grundlage der Befunde könnten künftig etwa 50.000 Kinder an einer ABC-Klasse teilnehmen.

Die neue Sprachstandsfeststellung im Frühjahr dient künftig als verbindliches Steuerungsinstrument. Wird dabei festgestellt, dass ein Kind nicht über die notwendigen deutschen Sprachkenntnisse verfügt, um aktiv am Unterricht teilnehmen zu können, ist die Teilnahme an einer ABC-Klasse verpflichtend. Die Entscheidung über den Förderbedarf fällt damit rund anderthalb Jahre vor der Einschulung.

Die eigentliche Förderung setzt nicht unmittelbar nach dem Test an, sondern mit Beginn des darauffolgenden Schuljahres. Die ABC-Klassen sind als schulische Vorkurse im gesamten Schuljahr vor der Einschulung konzipiert. Die Kinder besuchen parallel zu ihrem letzten Kita-Jahr in der Regel zweimal pro Woche jeweils zwei Stunden eine ABC-Klasse. Die Förderung endet kurz vor dem regulären Schulbeginn.

„Der nächste große Schritt, damit alle Kinder bei der Einschulung gut genug Deutsch können, um erfolgreich am Unterricht teilzunehmen“

Laut Feller wird das Land damit bundesweit zum Vorreiter. „Mit verbindlichen ABC-Klassen setzen wir in Nordrhein-Westfalen einen neuen Maßstab für die frühzeitige schulische Sprachförderung“, erklärte sie. Aufbauend auf dem Schwerpunkt zur Stärkung der Basiskompetenzen mache das Land „jetzt den nächsten großen Schritt, damit alle Kinder bei der Einschulung gut genug Deutsch können, um erfolgreich am Unterricht teilzunehmen“.

Organisatorisch liegen die ABC-Klassen in schulischer Verantwortung. Sie können in Räumen öffentlicher Schulen, in Kindertageseinrichtungen oder an anderen geeigneten Orten stattfinden, die von einem Träger zur Verfügung gestellt werden. Durchgeführt werden sollen sie grundsätzlich von Grundschullehrkräften sowie von sozialpädagogischen Fachkräften aus der Schuleingangsphase. Das Schulministerium kündigt an, einen Grundlagenerlass sowie Materialien zur inhaltlichen Ausgestaltung zu erarbeiten und den Schulen frühzeitig zur Verfügung zu stellen. Auch erprobte digitale Tools zur Sprachförderung sollen landesweit bereitgestellt werden.

Die Zuweisung der Kinder zu einer konkreten ABC-Klasse erfolgt durch die Schulaufsicht nach Anhörung des Schulträgers. Die Eltern sind für die regelmäßige Teilnahme ihrer Kinder verantwortlich. Kinder, die eine Kindertageseinrichtung besuchen, sollen durch den Schulträger zwischen Kita und Förderort befördert werden. Für Kinder ohne Kita-Besuch werden die Fahrkosten für die wirtschaftlichste Beförderung erstattet. Die Details sollen in einer gesonderten Verordnung geregelt werden.

Ergänzt wird das Modell durch eine Ausweitung der Entscheidungsspielräume in der Schuleingangsphase. Mit der zusätzlichen Förderung „ABC Plus“ wird im Schulgesetz die Möglichkeit verankert, Kindern von Beginn an mehr Zeit für den Kompetenzerwerb zu geben. Schulleiterinnen und Schulleiter sollen bereits vor dem ersten Schultag entscheiden können, ob ein Kind die Schuleingangsphase in drei statt in zwei Jahren durchläuft. Diese Entscheidung bleibt anpassbar und kann im Verlauf der Schuleingangsphase korrigiert werden, wenn sich der Lernfortschritt anders entwickelt.

„Die Landesregierung sieht, dass die Einführung von ABC-Klassen eine neue Herausforderung für alle Beteiligten darstellt. Das Vorhaben ist jede Mühe wert“

Die Einführung der ABC-Klassen ist mit zusätzlichen Kosten für die kommunalen Schulträger verbunden. Das Schulministerium rechnet insbesondere mit Mehrausgaben für die Beförderung der Kinder, zusätzlichen Raumbedarf, Ausstattung, digitale Endgeräte sowie Lernmittel. Diese Mehrbelastungen sollen ab dem Haushaltsjahr 2028 über ein Belastungsausgleichsgesetz kompensiert werden. Das entsprechende Verfahren werde rechtzeitig in Abstimmung mit den kommunalen Spitzenverbänden vorbereitet, erklärte Feller. „Die Landesregierung sieht, dass die Einführung von ABC-Klassen eine neue Herausforderung für alle Beteiligten darstellt. Das Vorhaben ist jede Mühe wert.“

Politisch ordnet die Landesregierung die Reform in den „Schulkompass NRW 2030“ ein. Dieser setzt nach Angaben des Ministeriums auf eine systematische Qualitätsentwicklung von Schule und Unterricht mit klarem Fokus auf Basiskompetenzen, frühere Diagnostik und gezielte Förderung (News4teachers berichtete).

Mit der Reform verschiebt Nordrhein-Westfalen zentrale Förderentscheidungen deutlich nach vorne. Sprachdefizite sollen nicht mehr erst im Unterricht der ersten Klasse sichtbar und bearbeitet werden, sondern verbindlich im Schuljahr davor. Für Grundschulen bedeutet das eine stärkere institutionelle Verantwortung für die vorschulische Phase – und eine grundlegende Neuordnung des Übergangs zwischen Kita und Schule. Das Schulministerium geht davon aus, dass im Endausbau des Modells rund 1.600 Stellen für die ABC-Klassen notwendig werden – Lehrkräfte und Sozialpädagogen. Allein an Personalkosten müssen demnach etwa 100 Millionen Euro angesetzt werden. Hinzu kommen Kosten für Räume, Lernmittel sowie digitale Geräte. In NRW gibt es rund 2.800 Grundschulen.

„Schon heute fehlen an vielen Grundschulen sowohl Lehrkräfte als auch sozialpädagogische Fachkräfte“

„Dass Bildung vom Kopf auf die Füße gestellt“ werde – mit frühzeitiger Förderung – sei ein richtiger Ansatz, meint VBE-Landeschefin Anne Deimel dazu. „Fakt ist jedoch auch: Schulen benötigen hierfür die notwendigen Ressourcen und die Zeit, sich mit den neuen Anmeldemodalitäten auseinanderzusetzen und gleichzeitig die schulischen Anmeldungen an die individuellen Entwicklungsstände der Kinder anzupassen.” Das sei keine leichte Aufgabe. „Denn es darf nicht vergessen werden, dass Kinder bei der Schulanmeldung in ihrer Entwicklung bis zu drei Jahre auseinanderliegen.“

Sie betont: „Diese grundlegende Änderung der Arbeit in den Grundschulen erfordert, dass in einem ersten Schritt die notwendigen Stellen besetzt und das Personal qualifiziert wird. Geplante Lehrkräftestellen reichen nicht aus, ebenso ist dringend eine Ausweitung der Stellen für sozialpädagogische Fachkräfte erforderlich.“ Woher die Fachkräfte dafür kommen sollen? Deimel zeigt sich ratlos: „Schon heute fehlen an vielen Grundschulen sowohl Lehrkräfte als auch sozialpädagogische Fachkräfte.“ News4teachers / mit Material der dpa

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Marie
1 Monat zuvor

So gut, wie ich die Idee finden – ein paar Fragen bleiben dann doch. Zuallererst: woher kommen die zusätzlichen benötigten Lehrerstunden? Je nachdem sind das ja 4 bis vielleicht 12, kommt – da sind wir bei Frage 2 – darauf an, wie viele Kinder in so eine ABC-Klasse gehen sollen. 5? 10? 20? Und falls die SoFa die Stunden abdecken soll, fehlen die ja dann in der Förderung in 1/2.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Marie

Naja, für die genannten Stunden benötigt man laut Herrn Urban (Staatssekretär NRW) 1650 Lehrerstellen…..natürlich vorausgesetzt, dass diese Stunden auch bedarfserhöhend sind.
Wir haben übrigens seit 3 Jahren ein Schulkindtraining im selben Umfang für die zukünftigen Erstis und wuppen das aus eigener „Tasche“….das geht schon, wenn man will….

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Dann schreiben Sie Herrn Urban doch ganz schnell, damit er weiß, dass die Schulen gar nicht mehr Personal dafür brauchen. Vielleicht liest er aber auch hier mit.
Die anderen Grundschulen in NRW werden es Ihnen bestimmt danken.
Wenn man es will, geht ja alles.
Ihnen ist schon klar, was Sie hier tun?
Sie lösen mal eben alle Probleme, die es so gibt. Man muss ja nur wollen (“… das geht schon, wenn man will ….”).//

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nein, wir bekommen endlich die Stunden als bedarfserhöhend zugesprochen, die wir jetzt schon leisten. Glauben Sie, das was wir jetzt tun, machen wir, weil wir Langeweile schieben? Wir sind zu 98,95 % ausgestattet, d.h. Wir können gerade so die Stundentafel halten….das was wir also bieten, tut uns wirklich richtig weh…..
Ich löse gar keine Probleme, ich bin aber froh, dass endlich Bewegung in die Sache kommt, das endlich nicht nur geredet wird, sondern auch mal umgesetzt wird.
Es geht bestimmt besser, aber das Geplante ist erstmal besser als nix!

Lachmöve
8 Tage zuvor

Ich gebe Ihnen vollkommen Recht. Fragen / Einwände/ kritische Anmerkungen….ja , das wird es immer geben….aber endlich will ein Ministerpräsident helfen, dann sollten auch wir das positiv sehen und zum Gelingen beitragen.

Schotti
1 Monat zuvor

Das wäre doch mal eine Idee für A14 Beförderungsstellen an Grundschulen. Natürlich mit Laufbahnwechsel. Würde das Lehramt Grundschule attraktiver machen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Schotti

Klar, die Sprachförderkräfte verdienen dann genauso viel wie eine SL…..kann man machen….

Schotti
1 Monat zuvor

Wer viele Kinder in die Welt gesetzt hat verdient doch jetzt sogar schon mehr als die Schulleitung und das stört die Landesregierung nicht.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Schotti

Aber mich stört es, wenn 4 Stunden Sprachförderung in der Woche zu einem Beförderungsamt würde….
Da würde ich mich schon fragen…..und so…..

Hanni
1 Monat zuvor

Da kann man sich aber auch bei dem einen oder anderen Pöstchen am Gymnasium fragen.

Ulla
1 Monat zuvor

Wieso sollte das passieren? Davon ist im Artikel keine Rede.

Lera
1 Monat zuvor

Natürlich brauchen wir Funktionsstellen an den Grundschulen.

Dass es bislang KEINE (genau: gar keine, NULL – SL zählt nicht) gibt, ist selbstverständlich ein Skandal.

Ganz offensichtlich werden Grundschulen dadurch ohne Grund gegenüber ALLEN anderen Schulformen benachteiligt.

Schön, dass Sie sich für Ihre Schulform und die darin arbeitenden Kollegen einsetzen, damit diese künftig IRGENDEINE Aufstiegsmöglichkeit haben, ohne gleich SL zu werden.

Es wäre wirklich erbärmlich, da nur auf sein aktuelles Gehalt und dessen Abstand zu schielen.

PS: SL brauchen an GS natürlich mindestens A15, der Unterschied zwischen 13 und 14 ist ja eher symbolisch und rechtfertigt in keinster Weise die Mehrarbeit – genauso wenig wie die lächerliche Ermäßigung von 12 (!) Unterrichtsstunden, da bleiben immer noch 16, die man als SL dann „nebenbei“ noch abreißt.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Lera

Da bin ich ganz bei Ihnen!
Danke!!

JonasG
1 Monat zuvor
Antwortet  Schotti

So ist es. Kinder kriegen ist das neue Beförderungsamt. Ganz ohne Revision und Prüfungsstress. Und mehr Spaß machts auch noch 😉

Lera
1 Monat zuvor

Sie meinen wohl: genauso wenig.

Hans Malz
1 Monat zuvor

Da die atomare Bedrohung durch Russland immer größer wird und man auch nicht weiß, welche Kampfstoffe da sonst noch so lagern, bin ich selbstverständlich für die Einführung von ABC-Klassen.

unfassbar
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Sehe ich auch so.
Eine andere Möglichkeit wäre natürlich die Beherrschung der deutschen Sprache bei in Deutschland geborenen Kindern als Grundvoraussetzung für die Schulreife.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  unfassbar

Und dann werden einige Kinder nie in die Schule gehen, oder wie jetzt?

Chris
1 Monat zuvor

Warum nicht gleich Nägel mit Köpfen machen, die Kinder bereits alle mit 5 Jahren einschulen und dann GS5, also 5 Schuljahre in der Grundschule bis zum Übergang in die Sek 1?
Dann hätte man neben der Sprachförderung auch genug Zeit, um den Kindern die Division beizubringen. 😉

Sporack
1 Monat zuvor
Antwortet  Chris

🙂

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Chris

Ich wäre ja für die Wiedereinführung des Schulkindergartens….da müsste man auch nicht früher einschulen….

Conny
1 Monat zuvor

Das wäre super. Aber bitte bis 17 Uhr weil wir brauchen unsere Fachkräfte wenigstens die 3 Jahre die die Kinder im Kindergarten sehr gut betreut sein können.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Conny

Der Schulkindergarten ist kein Kindergarten….es richtet sich sicherlich nicht nach Betreuungsbedürfnissen….

Petra
1 Monat zuvor

Ich bin zwar keine Grundschullehrerin, frage aber dennoch meine Lieblingsfrage: Gibt es Entlastung für diese Mehrarbeit?

Bisher fiel die Frau Ministerin nur durch Verschlechterung der Arbeitsbedingungen auf. Oder anders ausgedrückt: “Wer viel misst, misst Mist.”.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Petra

Es ist ja keine Mehrarbeit, sondern eine Kollegin und eine Sofa werden beauftragt innerhalb ihres Deputats und Arbeitszeit diese Aufgabe zu übernehmen….

Schotti
1 Monat zuvor

Die Standardgrundschule ist doch in der Regel unterbesetzt. Macht eine Kollegin vier Stunden Sprachförderung, dann unterrichtet sie folglich vier Stunden weniger. Diese Stunden müssen dann andere Kolleginnen übernehmen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Schotti

Nein, das Land NRW hat einen Stellenbedarf von 1650 errechnet, d.h. dass das den Schulen das Stundenkontingent zur Verfügung stehen soll….

HarneEinrichson
1 Monat zuvor

Die Frage wäre jetzt nur woher die Stunden im Deputat kommen oder ob neue Kolleginnen gedruckt werden müssen

DerechteNorden
1 Monat zuvor

Nichts für ungut, aber diese Kollegin würde sonst aber eine andere Lerngruppe unterrichten, oder nicht und die SoFa fehlt auch an anderer Stelle.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Bei uns würde sich die SoFa dann die sowieso stattfindende Sprachförderung in Klasse 1 und 2 sparen, denn so wie es jetzt läuft, muss doch auch eine additive Förderung stattfinden….oder glauben Sie, dass jetzt keine Förderung stattfindet und wir sich diese Kinder selber überlassen?

Ulla
1 Monat zuvor

Das war mal wieder eine typische Ministeriumsnummer: Vormittags ging die Information an die Schulen raus, nachmittags war es schon in den Medien. Keine Gelegenheit, nachzufragen.
Die Idee ist grundsätzlich gut. Wir hatten das aber vor einigen Jahren schon, dass 4-Jährige auf ihre Sprachkenntnisse getestet wurden. (Delfin-Test) Wenn Förderbedarf festgestellt wurde, wurde von den Kitas erwartet, dass sie die Förderung umsetzen. Völlig undenkbar bei der aktuellen Personalsituation.
Jetzt sollen es die Grundschulen richten. Das Ministerium hat auch schon ausgerechnet, wie viele zusätzliche Lehrerstellen dafür notwendig sind. Aber wo sollen die herkommen??? Wir haben doch sowieso viel zu wenige Leute.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

„Das war mal wieder eine typische Ministeriumsnummer: Vormittags ging die Information an die Schulen raus, nachmittags war es schon in den Medien. Keine Gelegenheit, nachzufragen.“

Seien wir doch froh, dass es nicht andersherum lief…..erst die Medien, dann die Schulen wie in Coronazeiten….

Ich halte das übrigens für einen wirklich guten Wurf…..es ist nicht das Optimum, aber es wird helfen, wenn es vernünftig umgesetzt wird.

HarneEinrichson
1 Monat zuvor
Antwortet  Ulla

Das Gute an der Sache ist, dass es dem Ministerium total egal ist wo die Mitarbeiter herkommen, sie haben doch die Stellen geschaffen – mehr kann man da wohl nicht machen

Adiemus
1 Monat zuvor

Ich bin absolut sprachlos!
Und wieder liegt die Verantwortung bei den Schulen. Welche Schule kann diese Mehrarbeit überhaupt noch stemmen?
Es geht außerdem bei diesen Kindern auch darum, dass sie zum größten Teil sehr spezielle Bedürfnisse haben, z.B. traumatisiert sind. Welche “normal” ausgebildete Lehrkraft kann das noch auffangen?
In 5 Monaten werde ich pensioniert- ich wünsche meinen jüngeren KollegInnen den Mut zu haben NEIN!! zu sagen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Adiemus

Natürlich liegt die Verantwortung bei den Schulen, weil nur sie verpflichtend etwas umsetzen können. Bisher lief es ja so, dass Kinder, die kein Deutsch sprechen konnten zu einem Sprachkurs verpflichtet wurden, aber ob das Kind daran auch teilnahm, durfte nicht nachgehalten werden….
Da bin ich doch lieber beauftragt, diese Pflicht zu überwachen und ggf. zu reglementieren…..
Ja, ich halte das für einen sehr guten Entwurf!

HarneEinrichson
1 Monat zuvor
Antwortet  Adiemus

Tendenziell sind die Kinder ohne Kita auch das größere Problem, die werden bei dem Verfahren wohl auch weiter außen vor bleiben, also außer man kann sich darauf verlassen, dass die Eltern sie regelmäßig bringen

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor

Ja, endlich! Ein Schritt vorwärts…..endlich erkennt jemand, wie notwendig es ist, dass Kinder nur erfolgreich am Unterricht teilnehmen können, wenn sie auch ein Mindestmaß Deutsch können.
4 Stunden in der Woche sind nicht viel, aber es ist ein Anfang. Wir sind bereit noch weitere 4 Stunden (machen wir seit 3 Jahren sowieso) draufzusetzen und den entsprechenden Kindern wirklich ein Chance zu bieten…..

Carsten
1 Monat zuvor

Man tut so, als ob es den Artikel 6 des Grundgesetzes – Abs. 2: “Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuvörderst ihnen obliegende Pflicht” – gar nicht gäbe.

AlexB
1 Monat zuvor

Als Grundschullehrer finde ich es zunächst einmal gut und richtig, dass das Feld der Sprachförderung angegangen wird. Es gibt auch einige Elemente, die ich begrüße, wie die frühe Entscheidung über eine dreijährige Schuleingangsphase. Der Teufel liegt in den Details. Organisatorisch ist das zunächst eine riesige Herausforderung für die Schulleitungen, die doch eigentlich entlastet werden sollten.
Dann ist es eine riesige Herausforderung für die Lehrkräfte und die sozialpädagogischen Fachkräften (letztere müssen dann auch endlich entsprechend besoldet werden).
Auf die Kommunen kommt ebenfalls eine Welle an Organisation zu.

Und wenn ich mir vorstelle, 2×2 Stunden pro Woche eine vielleicht 10- oder 15-köpfige Gruppe von Viereinhalbjährigen “unterrichten” zu müssen, dann frage ich mich schon, wie das funktionieren soll. Wir sind nicht ausgebildet in Kleinkindpädagogik und -didaktik/-methodik. Wir haben dafür keine Möbel und keine Räume – und kein Repertoire. Die Kinder benötigen in diesem Alter vor allem ein vertrautes Umfeld und Rituale. Schon unter unseren Erstklässlern gibt es viele, die Anfangs große Angst haben, sich von den Eltern zu lösen und in die Schule zu gehen.Die sollen nun mit dem Sammelbus an den Kitas abgeholt und an der Schule “rausgeworfen” werden?

Ich hoffe sehr, dass auf diese schwerwiegenden pädagogischen und organisatorischen Fragen bei der Verbände- und Personalrätebeteiligung noch Antworten und vor allem Lösungen gefunden werden.

Und wie fast immer, wenn etwas aus Düsseldorf kommt, hätte ich mir gewünscht, dass die Landesregierung den notwendigen und hier teilweise sogar gesetzlich vorgeschriebenen Austausch mit den Kräften vor Ort, mit den Verbänden und Personalräten intensiv betrieben hätte, bevor man das Kozept mit all seinen Fragen und Schwächen lautstark veröffentlicht.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  AlexB

Ich sehe das tatsächlich sehr viel positiver.
Erstmal finde ich es wirklich gut, dass überhaupt etwas passiert, denn wie es jetzt gerade läuft, geht es einfach nicht mehr. Es geht gar nicht um neuzugezogene Kinder, sondern Kinder, die hier geboren wurden und aus x Gründen kein Wort Deutsch oder nur ein paar Brocken Deutsch sprechen. Bisher wurden diese Kinder zu einem Sprachkurs im Kindergarten verpflichtet. Das hat aber in den seltensten Fällen zu mehr Spracherwerb geführt…..auch aus x Gründen. Mal abgesehen davon, dass nach der Verpflichtung nichts mehr passierte, es wurde überhaupt nicht nachgehalten und aus Datenschutzgründen haben wir als Schule nichtmal erfahren, ob und wo das Kind gefördert wurde…..
So haben wir seit Jahren immer so 5 oder 6 Kinder dabei, die erstmal intensiv im ersten Schuljahr in DaZ gefördert werden mussten (übrigens auch ein wirklicher Zeitfresser, weil dies natürlich auch additiv geschah)

Vor diesem Hintergrund finde ich die zukünftige Verbindlichkeit sehr gut. Ich finde es ebenfalls sehr gut, dass einheitliche Testverfahren angewendet werden sollen. Ich finde es weiterhin gut, dass das ganze ein Jahr vor der eigentlichen Einschulung geschehen soll.
Der Orga-Aufwand für die Schule ist eigentlich überschaubar.
Man benötigt einen Förderraum, mindestens eine Sofa und ggf eine Lehrkraft für die Förderung.
Aus der Erfahrung unseres Schukindtrainings (für Kinder, die nötige Vorläuferfähigkeiten nicht oder Z.T nicht haben), welches wir im halben Jahr vor Einschulung anbieten und welches die SoFas anbieten, weiß ich, dass Ihre Befürchtungen (Kinder brauchen Rituale, Struktur, haben Angst, können sich nicht lösen, Lehrkräfte bzw Sofas sind nicht dafür ausgebildet,…..) sich in keiner Weise bestätigt haben…..ganz im Gegenteil: Die Kinder kommen super gerne, machen toll mit und fühlen sich nach ganz kurzer Zeit heimisch….das Programm ist übrigens bei unseren zukünftigen Eltern überaus begehrt und wir haben immer wieder Anfragen, ob das Kind nicht teilnehmen kann…..wir wollen aber nur Kinder, die man noch fördern muss….geht also nicht….
Unsere SoFas können mit den jungen Kindern toll umgehen und für die Sprachförderung haben wir ein tolles Programm (KV DaZ von der Uni Dortmund übernommen), welches sich auch besonders für junge Kinder eigenet, weil es so handelnd ist…..
So, ich würde mir also von dem Vorhaben einiges versprechen……

Und natürlich habe ich auch etwas zu beanstanden: Ich denke, dass 2×2 Stunden in der Woche nicht reichen. Ich würde eher dafür plädieren dies mindestens 3 mal oder sogar 4 Stattfinden zu lassen.
Auch den ausschließlichen Fokus auf die Sprachförderung zu legen, halte ich für nicht hinreichend. Es geht auch um die anderen Kompetenzen (Zahlvorstellung, Feinmotorik, usw.), die bei vielen Kindern völlig desolat sind….
Kurz: eigentlich wäre es besser, die Kinder normal einzuschulen und dann ein Jahr in dem sog. Schulkindergarten zu fördern….das hätte die gleiche Verbindlichkeit mit dem Vorteil, dass der gesamte Orgaaufwand des Schulträgers entfällt und die Kinder 20 Stunden in der Woche gefördert würden mit der anschließenden Möglichkeit an der OGS teilzunehmen….
Das wäre mMn der ganz große Wurf…..

AlexB
1 Monat zuvor

Vielen Dank für Ihre Antwort und dass Sie hier eigene Erfahrungswerte teilen. Das finde ich hilfreich mit Blick auf meine Bedenken, auch wenn diese damit nicht vollständig ausgeräumt sind.
Ihrem Fazit, dass es besser wäre, die Kinder normal einzuschulen und dann ein Jahr in dem sog. Schulkindergarten zu fördern, kann ich jedoch vollständig zustimmen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  AlexB

Ich werde Ministerin Feller schreiben, das habe ich mir fest vorgenommen….denn scheinbar ist die Frau eher beweglich, als die Menschen davor…..Ich habe sie auf der Veranstaltung zum Startchancenprogramm kennengelernt und fand sie wirklich kompetent…..aber natürlich beugt auch sie sich dem Etat…..aber vielleicht geht noch was….

Ruhrgebiet
1 Monat zuvor

Den Schulkindergarten wieder einzuführen, halte ich ebenfalls für die beste Lösung.
Als er abgeschafft wurde, war ich fassungslos. Es war ein über viele, viele Jahre bewährtes und erfolgreiches System. Mit der Abschaffung desselben nahm die Talfahrt im Bereich frühkindlicher Bildung und Förderung an Tempo eklatant zu. Für mich war und ist das (und manches mehr) ein Vergehen an den Kindern.

Birgit Möller
1 Monat zuvor

Eine Frage, die ich auch nicht beantwortet sehe: was passiert, wenn die Kinder das Niveau dann auch nicht erreichen? Rückstufung, automatische Zuweisung Förderschule, Strafen? Man geht wie immer davon aus, dass die Maßnahme Erfolg hat, ohne zu wissen, wie. Auch wenn ich das Vorgehen wirklich gut finde, ist die Umsetzung zu kurz gedacht.

Biene
1 Monat zuvor

Da es höchstwahrscheinlich eine kostenneutrale Angelegenheit werden soll, Bildung soll den Staat ja nichts kosten, wird sich jemand eine kreative wie kostenneutrale und für Lehrkräfte höchst negativ-emotionale Idee samt ebenso kreativer Umsetzung überlegen.

An sich sollte eventuell überlegt werden, die Erzeuger der Kinder in die Pflicht zu nehmen. Schließlich liegt bei denen doch die Hauptverantwortung für die Haupterziehungsarbeit an ihrer Lendenfrucht. Die Erziehungsarbeit teilt sich erst später nach und nach auf und wird bis zum Erwachsenenalter immer weniger.
Dem entsprechend sollte es auch zur Fürsorge der Erzeuger gehören Filia und Filius einer angemessenen sprachlichen Förderung zuzuführen, im erzeugenden Haushalt!

Die Haken an der Sache:

  • Großwirtschaftliche Konsortien finden die Idee negativ-begeisternd, da ihnen so Arbeitskräfte in ihren manchmal arbeitsrechtlich interessant geführten Konsortien fehlen.
  • Das Schulsystem ist auf das patriarchale Versorgungsfamilienbild (-dringend zu erhalten – Ironie wieder einpacken) ausgelegt.
  • Das Betreuungs- (aktuell eher Verwahrungsangebot) für Kinder zwischen 6 Monaten und 4/5 Jahren ist so flexibel Plutonit.
  • Der Personalmangel und die Gruppengröße zeigen eine suboptimale Potenz an Sinnhaftigkeit für einen angemessenen Schlüssel, der mal wieder in einer Ebenholzschublade im vergoldeten Elfenbeinturmkeller vergessen wurde, der Gruppenaufteilung.

Ergebnis:
Wirtschaft und Politik bekommen ihre Bestellung freudig-entsetzt überreicht, und versuchen nun in panikartigem Aktionismus eine erneute (die n-te) Verschlimm-Katastrophierung von (Un-)Bildung und (Nicht-)Erziehung. Ausbaden dürfen dieses über Fortbildungsfolter gequälte wie bürokratisch- überlastete Lehrkräfte, die unter einem Zeitmangel für ihren Kernjob zu leiden, aber bitte alle geforderten Ergebnisse ihrer aus dem vergoldeten Elfenbeinturm weichgespülten Noten vorzuweisen haben. Weil die Erzeuger mit nicht vorhandenem Verständnis auf die Noten ihrer vor vermuteter, vermeintlicher, illusionistischer Genialität ihrer Lendenfrüchte reagieren wie ein Mentos in Cola, dürfen die Lehrkräfte aus Wählerfreundlichkeit ihrer politischen höchsten Vorsitzer aus dem vergoldeten Elfenbeinturm keine Ehrlichkeit zeigen. Die Folgen sind eine unglaubliche Ausbildungs- und Studierfähigkeit, die sich in den tiefsten Tiefen der tiefsten Tiefseegräben vorfinden lässt.

Lösungsansatz:

  • (Für wirtschaftsverliebte Politik nichts!) Statt der Wirtschaft Steuergeschenke in die Bildung stecken.
  • (Für wechselwindige Politik nichts!) Als politisch verantwortliche Persönlichkeit Eier/Eierstöcke in der Hose/dem Rock haben und sich hinter die bildungspädagogischen Frontkämpfer stellen und klare Kante gegen lustig-kreative Ideen aus der Wirtschaft und helikopternden, Rasen mähenden, pampernden, wattierenden, dauerklagenden Erzeugern zeigen.
  • (Für statusverliebte, unter Historiengeilheit leidende Politik nichts!) Die bildungspolitischen Säue mal im Stall oder auf der Wiese lassen und sie nicht von vergoldeten Elfenbeinturm-hörigen Idealisten durch das Dorf treiben lassen,nur weil sich jemand in den Annalen der Geschichte wieder finden muss. Die Säue sind doch von völliger Seligkeit erfüllt, wenn wir sie auf ihrem Biohof in Ruhe lassen! Und spätere Generationen Urteilen über die (Un-)Sinnhaftigkeit ihrer Vorfahren.
  • Erzeugern auch klar machen, dass sie auch Erziehende sind. Fünf Minuten Spaß haben nun mal Konsequenzen für 18 Jahre für beide Erzeuger. Die Konsequenzen für Fehlverhalten ihrer Sprösslinge mit selbigen besprechen und Fehlverhalten korrigieren.

Leider ein paar tolle Ideen dabei, aber nicht umsetzbar!

Vorsicht! Dieser Post enthält Ironie und Sarkasmus. Bei Risiken und Nebenwirkungen fragen Sie Ihren den Komiker oder Satiriker Ihres Vertrauens.

Kathi
1 Monat zuvor

Ich bin eine Erzieherin mit langer Berufserfahrung, habe eine Zusatzausbildung Sprachförderung. Damals habe ich den unsäglichen Delfin Sprachtest durchgeführt. Ich habe erlebt wie Kindertagesstätten immer mehr zum Sparmodell verkommen sind. Inklusion statt Integration sorgte als erstes zur Kündigung unseres Sprachheilpädagogen und der Motopädin. Die Einführung der offenen Arbeit führte zur Reduzierung der Vollzeitkräfte und die passgenaue Anpassung der Arbeitszeit an die Anzahl der anwesenden Kinder. Wenn ich jetzt lese das Vorschulkinder zur Sprachförderung in die Grundschule sollen, frage ich mich, ob überhaupt noch jemand an die Qualifikation von Erzieher:innen glaubt. Gibt es eine Bereitschaft die Voraussetzungen zu schaffen, damit wir unseren Beruf auch so ausführen können wie wir es in unserer Ausbildung lernen. Gute Rahmenbedingungen sind die Voraussetzung für Wohlbefinden und Lernbereitschaft bei den Kindern. Jetzt wird viel Geld investiert, aber nicht in die Förderung der Kitas. Mich beschleicht der Verdacht, dass ein Zusammenhang mit der Gehaltseinstufung unseres Berufsstandes besteht. Ich empfinde diese Regelung als großen Rückschritt. So wird es nie etwas mit der Überwindung der Einstellung vieler Bürger zu unserem Beruf: die spielen ja nur und trinken Kaffee.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Kathi

Ich denke nicht, dass jemand an den Kompetenzen der Erzieher zweifelt. Ich denke, es geht einzig und allein um die Verbindlichkeit, die in der Kita nicht gegeben ist. Wenn ein Kind zu einem Sprachkurs verpflichtet wird und erscheint dann nicht in der Kita, kann dies nicht nachgehalten, geschweige denn reglementiert und sanktioniert werden.
Wir erleben es jedes Jahr bei der Schulanmeldung aufs Neue, dass entsprechende Eltern angeben, dass ein Sprachkurs verbindlich aufgelegt wurde, das Kind aber leider, leider aus x Gründen nicht daran teilnahm. Wir rufen dann immer beim Schulträger an und fragen nach, was mit dem Kind passiert ist und erhalten immer diegleiche Antwort: Datenschutz…..können wir Nix zu sagen…..
Was heißt, dass wir als Schule den Murks ausbaden müssen…..

Das System der Förderung muss also raus aus dem unverbindlichen System der Kita und rein in die Gesetzeslage der Schule….was eigentlich bedauerlich ist, denn es wäre super, wenn man auf die Expertise der Erzieherinnen zurückgreifen könnte….

Conny
1 Monat zuvor

Merge Erfahrung ist, dass die Angebote leider nicht mit dem Familienalltag vereinbar sind. Nur ganz wenige Familien haben die Möglichkeit ihr Kind irgendwann vormittags in die Schule zu einem Kurs zu bringen und dann wieder abzuholen. Wie soll das gehen? Auch SVEs kann ich den Eltern für ich betreue nicht empfehlen, da dort um 12 Schluss ist. Sie sind da wirklich in einer Not.
Dafür leisten wir in der Kita wirklich viel an Sprachförderung, was durch solche Vorgaben gefühlt an Wert verliert.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Conny

Mir stellt sich dann gleich die Frage, warum das Kind denn in keine Kita geht….??? Wenn die Eltern doch so beschäftigt sind, dann sollte das Kind doch in die Kita gehen? Oder ist die Dringlichkeit im Schlafzimmer gegeben??

Hannah
1 Monat zuvor
Antwortet  Kathi

Danke, sehe ich genauso. Bin Erzieherin, Heilpädagogin und tiergestützte Pädagogin. Und Erzieherinnen aber auch Heilpädagoginnen und Sozialpädagoginnen wird wieder total die Qualifikation abgesprochen. Dabei weiß ich aus vielen Jahren Berufserfahrung, auch an Grund- und Förderschulen, dass Erzieherinnen definitiv viel besser im Bereich der Sprachförderung im Elementarbereich ausgebildet sind, als Grundschullehrerinnen. Und die Kinder sind in Kindergärten, dort sollte die Förderung stattfinden. Denn Sprechen und Sprache erlernen Kinder beim Spielen, bei den Mahlzeiten, im Morgenkreis, beim Vorlesen etc. Und Sprechen setzt immer eine Bindung und eine Beziehung vorraus und die haben Kinder zu ihren Erzieherinnen und nicht zu fremden Grundschullehrerinnen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Hannah

Wie gesagt….weiter oben….

D.S.
1 Monat zuvor

Ich bin eine sogenannte “SoFa”, allerdings zufälligerweise auch studierte ehemalige DAF/DaZ Lehrkraft. Andere “SoFas” sind das nicht. Es sind idR SOZIALPÄDAGOGEN. Die können dann viele Dinge, von denen ich keine Ahnung habe. Aber im Bereich Spracherwerb kann man sich das Wissen m.E. nicht durch die üblichen kurzen Fortbildungen aneignen. Jedenfalls erlebe ich oft, dass die Kollegen da auf dem Schlauch stehen, unsicher sind. Und jetzt sollen alle Sozialpädagogen auch noch DaZler werden?
Ich finde es mal wieder unglaublich, dass man den SoFas und den Kindern zumuten möchte , als Sozialpädagogin mal eben zur Fremdsprachenlehrkraft zu werden. Damit wird (mal wieder) auch mein ursprünglicher Beruf abgewertet. DaF/DaZ? Schüttelt man aus dem Ärmel, Muttersprache Deutsch reicht. Ich hoffe nur, dass es Fortbildungen hagelt und ein wissenschaftlich evaluiertes, modernes Programm, mit dem auch fachfremde Pädagogen klarkommen. Ich sehe allerdings schwarz, denn Delfin z.B ist in der Hinsicht auch bereits seit 20 Jahren katastrophal und immer noch im Einsatz. Das ist auch so “ein großer Wurf” des Ministeriums.