DÜSSELDORF. Die FDP-Landtagsfraktion in Nordrhein-Westfalen will der schwindenden Hauptschule eine neue Perspektive geben. Mit einem Antrag schlägt sie vor, Hauptschulen zu eigenständigen „Praxis-Schulen“ weiterzuentwickeln – mit Langzeitpraktika, stärkerem Lebensweltbezug und enger Verzahnung mit Betrieben, sozialen Einrichtungen und dem Sozialraum. Ziel ist es, Schülerinnen und Schüler gezielt auf Ausbildungsberufe vorzubereiten – insbesondere im Handwerk, in der Industrie, in der Pflege oder in der Gastronomie. Unterstützung kommt vom Verband lehrer nrw, der in dem Konzept eine Alternative zur jüngst beschlossenen Schulrechtsänderung sieht.

Wie kindgerecht ist es, schon Zehnjährige auszusortieren, um sie für eine spätere Arbeit in unterbesetzten Branchen wie der Pflege oder der Gastronomie heranzuziehen? Für Prof. John Hattie, den weltweit wohl berühmtesten Bildungsforscher, ein Unding. „Ich kann nicht verstehen, wie man so viel Talent vergeuden kann“, sagte der Neuseeländer vor gut einem Jahr – und erklärte das deutsche gegliederte Schulsystem zum „ungerechtesten Schulsystem, das ich kenne“ (News4teachers berichtete).
Er argumentiert, dass Kinder oft mehr Zeit benötigen, um ihre Fähigkeiten voll zu entfalten. Das gegliederte Schulsystem beruhe auf der Annahme, dass homogene Klassen das Lernen erleichtern. Doch Hattie widerspricht: „Diese frühzeitige Trennung ist nicht im Interesse der Schülerinnen und Schüler. Einige Kinder brauchen eine zweite, dritte oder vierte Chance, um Dinge besser zu verstehen, und zwar über die Grundschulzeit hinaus.“ Deutschland stehe mit der frühen Aufteilung der Kinder weltweit nahezu allein da.
Die (oppositionelle) FDP in Nordrhein-Westfalen ficht das nicht an. „Die Schulvielfalt ist kein Auslaufmodell, sondern Voraussetzung für bestmögliche individuelle Bildung für alle Schülerinnen und Schüler“, erklärt Franziska Müller-Rech, stellvertretende Vorsitzende der Landtagsfraktion. Der „schrittweisen Abwicklung der Hauptschulen“ wollten die Freien Demokraten „entschieden entgegen“ treten. Statt weiterer Schwächung solle die Hauptschule „zu modernen Praxis-Schulen weiterentwickelt“ werden. Dort sollten junge Menschen „nicht nur Wissen erwerben, sondern auch Fähigkeiten, Selbstvertrauen und klare Perspektiven für ihren Start ins Berufsleben“.
„Denn es besteht ein großer Bedarf an Fachkräften in Branchen, die Hauptschulabsolventen einstellen“
In ihrem Antrag beschreibt die FDP die Ausgangslage der Hauptschule als Ergebnis langjähriger politischer Entscheidungen. Die Schulform habe zwar „seit Jahrzehnten einen wichtigen Beitrag zur Bildungsbiografie vieler junger Menschen“ geleistet, sei aber durch Standortschließungen, fehlende Investitionen und politische Weichenstellungen zugunsten integrierter Systeme geschwächt worden. In den Kommunen zeige sich zugleich, dass dort, wo Hauptschulen erhalten geblieben seien und auf „engagierte Kollegien, funktionierende Kooperationen und eine enge sozialräumliche Einbindung“ setzen könnten, stabile Entwicklungen möglich seien.
Vor diesem Hintergrund wendet sich die FDP, die mit Yvonne Gebauer noch bis Juni 2022 die Schulministerin in Nordrhein-Westfalen stellte, ausdrücklich gegen die im 17. Schulrechtsänderungsgesetz beschlossene Öffnung der Realschulen für den Hauptschulbildungsgang. Diese Maßnahme drohe, so heißt es im Antrag, „die Profile der Schulformen weiter zu verwässern und die funktionale Klarheit des gegliederten Schulsystems zu untergraben“. Statt einer organisatorischen Verlagerung solle die Hauptschule selbst gestärkt werden – als eigenständige Schulform mit klarem Profil.
Kern des FDP-Konzepts ist die Umwandlung von Hauptschulen in „Praxis-Schulen“. Diese sollen sich durch „ein eigenes pädagogisches Profil, Lebensweltbezug und konsequente Berufsorientierung“ auszeichnen. Wörtlich heißt es im Antrag, Langzeitpraktika in den höheren Jahrgangsstufen sollten „als integraler Bestandteil des Curriculums und als gleichwertiger Bildungsbestandteil“ verankert werden. Praktikumsleistungen sollen verbindlich bewertet und gemeinsam mit den Partnerbetrieben nach pädagogisch abgestimmten Kriterien in die Zeugnisse einfließen.
Darüber hinaus fordert die FDP curriculare Freiräume, um schulinterne Schwerpunkte in den Bereichen Berufsorientierung, Lebenspraxis, soziale Kompetenz und Alltagsbewältigung setzen zu können. Unterricht und Lernen sollen stärker mit außerschulischen Lernorten verzahnt werden – etwa mit Werkstätten, Höfen, Sportvereinen oder Jugendzentren. Ergänzt werden soll dies durch sogenannte „Bildungslotsen für Praxis und Lebenswelt“. Diese sollen ihre Berufs- und Lebenserfahrung in den Schulalltag einbringen und Lehrkräfte „in der praktischen Bildung sowie in sogenannten ‚Life-Lessons‘ begleiten“.
Dass es ihr dabei insbesondere um die Interessen der Wirtschaft geht, daraus macht die FDP keinen Hehl. „Denn es besteht ein großer Bedarf an Fachkräften in Branchen, die Hauptschulabsolventen einstellen, sei es im Handwerk, in der Industrie, in der Pflege oder in der Gastronomie“, so heißt es in der Begründung.
„Das ist traurig. Ich möchte doch, dass mein Handwerker eine ebenso exzellente Schulbildung genossen hat wie mein Arzt“
Rückendeckung für diesen Kurs kommt vom Verband lehrer nrw. In einer Pressemitteilung bezeichnet der Verband das FDP-Konzept als „sinnvolle Alternative“ zur Institutionalisierung der Realschulen mit Hauptschulbildungsgang. „Eine derart profilierte Hauptschule wäre mit ihren ohnehin schon vorhandenen Stärken – u. a. kleine Systeme, individuelle Förderung, intensive Erziehungs- und Beziehungsarbeit, regionale Einbindung und die Möglichkeit, Bildungsanschlüsse nutzen zu können – dauerhaft ein wichtiger Baustein in der nordrhein-westfälischen Schullandschaft“, erklärte der Vorsitzende Sven Christoffer in einer Expertenanhörung.
Christoffer sieht in der Stärkung eigenständiger Hauptschulen ebenfalls eine Antwort auf den Fachkräftemangel. Die Schulen könnten „dringend benötigte Fachkräfte für Mangelberufe in Handwerk, Industrie, Pflege oder Gastronomie heranbilden“. Für die Schülerinnen und Schüler eröffne das neue Perspektiven – „anders als an den Realschulen mit Hauptschulbildungsgang, in denen sie vielfach den Anschluss verlieren würden“.
Dabei verweist lehrer nrw auf bereits vorliegende Zahlen. Wie der Städte- und Gemeindebund NRW mitgeteilt habe, verließen viele Schülerinnen und Schüler im Hauptschulbildungsgang an Realschulen die Schule ohne Abschluss. Die Landesregierung habe diese Quote in einer Antwort auf eine Kleine Anfrage der FDP mit 18,6 Prozent beziffert. „Das ist ein Fiasko mit Ansage“, warnt Christoffer. Deshalb sei es „umso dringlicher, dass die Landesregierung ihren im 17. Schulrechtsänderungsgesetz eingeschlagenen Kurs korrigiert“.
Der politische Hintergrund ist eine Schulgesetzänderung, die im Frühjahr 2025 beschlossen wurde und es Realschulen erlaubt, dauerhaft einen Hauptschulbildungsgang einzurichten (News4teachers berichtete). Kritiker – darunter lehrer nrw – sehen darin einen Schritt, der das „Sterben der Schulform Hauptschule“ beschleunigen könnte, weil Kommunen aus schulplanerischer Sicht keinen Anreiz mehr hätten, eigenständige Hauptschulen zu erhalten. „Ein Irrweg“ – meint lehrer nrw (ein Verband, der vor allem Realschullehrkräfte vertritt). Die FDP stellt ihrem Antrag nun bewusst einen anderen Ansatz entgegen: nicht die Verlagerung des Hauptschulbildungsgangs an andere Schulformen, sondern die Profilierung und institutionelle Stärkung der Hauptschule selbst.
Ziel sei eine „neue Kultur der Wertschätzung für praxisorientiertes Lernen als bewusst gewählte, qualitativ hochwertige Bildungsform“. Hauptschulen müssten Orte sein, „an denen Jugendlichen nicht nur Wissen, sondern auch Können und Zutrauen vermittelt wird“. Um das zu ermöglichen, fordert die FDP mehr pädagogische Freiheit, flexible Schulbudgets und rechtliche Sicherheit für schulische Innovationen. Kommunen und Schulträger sollen ermutigt werden, eigene Konzepte zu entwickeln, etwa in Form von Schulcampus-Modellen mit Kitas, Jugendhilfe, Betrieben und sozialen Einrichtungen.
In ihrem Antrag stellt die FDP unter anderem fest, dass die Hauptschule „als praxisorientierte Schulform eine eigenständige Rolle und wichtige Funktion im System“ habe. Die Öffnung der Realschulen für den Hauptschulbildungsgang „untergräbt die Profilklarheit des gegliederten Systems“. Der bessere Weg liege in „attraktiven, eigenständigen Hauptschulprofilen mit klarer Berufs- und Lebensweltorientierung“.
Hattie meinte dazu vor gut einem Jahr: Einem derart gegliederten Schulsystem fehle es an Chancengerechtigkeit, weil Kinder damit de facto frühzeitig und dauerhaft von Bildungsinhalten ausgeschlossen würden. „Das ist traurig. Ich möchte doch, dass mein Handwerker eine ebenso exzellente Schulbildung genossen hat wie mein Arzt.“ News4teachers









“und erklärte das deutsche gegliederte Schulsystem zum „ungerechtesten Schulsystem, das ich kenne“
Kennt er denn alle 16 genau und findet sie alle gleich ungerecht oder differenziert er zwischen den 16 Systemen der Bundesländer?
Wenn ich mich nicht irre, stammt von ihm auch das Statement:
“‘Es macht unterm Strich keinen Unterschied, ob die Kinder getrennt oder gemeinsam lernen.’”
Kein Widerspruch: Letzteres bezieht sich auf das Leistungsniveau einer Lerngruppe – ersteres auf die Chancengerechtigkeit.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Chancengerechtigkeit.“
Wird bei PISA mit dem Abstand von unterer und oberer sozialer Schicht gemessen. Land B gilt also gerechter als Land A, wenn die untere Schicht in Land A zwar niedrigere Punktwerte aufweist als die Pendants in Land B, die obere Schicht in Land B aber noch weiter hinter den Pendants aus Land A zurückliegt.
Das ist Quatsch. Es werden Systeme nach Leistung und Chancengerechtigkeit verglichen – und entsprechend ausgewiesen. Hier nachzulesen: https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/543509/pisa-2022-wie-leistungsniveau-und-chancengleichheit-in-schulsystemen-zusammenhaengen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Auch dort steht zu lesen, dass DE zu den Ländern mit hoher Bildungsungleichheit zählt, während z.B. Italien bei den Ländern mit hoher Bildungsgleichheit steht. In Italien ist der Anteil der high-performer nicht nur kleiner als in DE, sondern liegt auch unter dem OECD-Schnitt. Auch der Gesamtschnitt war niedriger als in DE-16, trotz lediglich 11% Schüler*innen mit Migrationshintergrund , 3% = 1. Generation, also nur ein Drittel des Wertes in DE-16.
Bei dem Punkt des gegliederten Schulsystems muss auch nicht unbedingt zwischen den Bundesländern differenziert werden. Am Ende werden in allen Bundesländern die Kinder nach 4 (bzw 6 in Berlin) Jahren aufgeteilt.
Aber je nach Bundesland auf unterschiedliche Schularten.
In manchen BL auf Gymnasium/Realschule/Hauptschule + ggf. Förderschule, in anderen BL auf Gymnasium und eine zweite Schulart, die aber auch zum Abitur führt.
Die Bundesländer, in denen die Quoten der Schüler*innen ohne Abschluss am höchsten sind, und bei Schüler*innen mit Migrationshintergrund sogar bis über 30% betragen, haben z.B. zweigliedrige Systeme.
Ach Hattie…. Der meint ja auch Klassengrößen sind im Prinzip egal…..
Meint er nicht. Gerne nachlesen, was Hattie selbst dazu sagt („Ich weiß nicht, wer sich ausgedacht hat, dass in einer Klasse 30 Schüler sitzen sollen. Das war keine gute Idee“): https://www.news4teachers.de/2024/12/das-ungerechteste-schulsystem-das-ich-kenne-warum-bildungsforscher-hattie-glaubt-dass-deutschland-ohne-bildungsreformen-nie-an-die-pisa-spitze-kommt/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“nie an die PISA-Spitze kommt”
Wie stuft es Herrr Hattie ein, dass die Schüler*innen ohne Migrationshintergrund aus NZL bei PISA-2022-Mathematik um -16 Punkte schlechter abgeschnitten haben als die Pendants aus DE im Schnitt der 16 Bundesländer?
Wie hat Herr Hattie die Platzierungen von Bayern bei den damaligen PISA-E-Erhebungen beurteilt? Bayern lag damals in Mathematik 1 Punkt hinter Japan, aber noch vor Kanada.
War es nicht seine Analyse, bei der rauskam, dass die Klassengröße kaum Effekt auf Lernerfolg hat und stattdessen die Lehrperson hauptsächlich prägend ist?
Das ist ja immer die Universalentschuldigung für Schulamtsräte warum 34 Kids in Klassen kein Problem sind und es eigentlich nur auf meinen Unterricht ankommt.
Nein. Ergebnis von Hatties Analyse ist, dass Klassengröße allein keinen Unterschied macht, wenn sich der Unterricht dadurch nicht ändert. Gerne hier nachlesen: https://deutsches-schulportal.de/bildungswesen/eine-erhoehung-der-klassengroesse-wuerde-zu-massivem-protest-fuehren/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wenn also zu einer 20er-Klasse “10 Stühle dazustellt” und die Lehrkraft den Unterricht so weiterführt wie bisher, machen die +10 keine Unterschied?
Lesen Sie doch einfach das von uns verlinkte Interview mit Prof. Zierer dazu – darin finden Sie die Antwort. Herzliche Grüße Die Redaktion
Ich dachte es ginge um die Einschätzung von Herrn Hattie, nicht um die Meinung Herrn Zierers?
Welche Lehrkräfte an welchen deutschen Schulen in den letzten Jahren Klassenstärken von 40 ebenso gut unterrichtet haben wie 20er Klassen, wäre aber schon interessant zu erfahren.
Zierer und Hattie haben zusammen Bücher geschrieben, in denen die Ergebnisse der Hattie-Studie erklärt werden. Hier etwa: https://paedagogik.de/alle-anzeigen-paedagogik/product/kenne-deinen-einfluss-1011/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Das mag ja alles richtig sein, doch ist die Belastung des Personals auch zu beachten: Korrekturzeiten, Orgaangelegengeiten, Gesprächs- und Dokumentationsaufkommen steigen. Das kann man nicht einfach ignorieren, es gibt Dienst- und Arbeitsrecht auch zum Schutz von Lehrern. Und die persönliche Betreuung der Kinder ist heute- da sich die familiären Bezugspersonen oft ausklinken, immens gestiegen.
Herr Herr Zierer kann sich gehackt legen!
Dann machen wir doch einfach eine Schule ohne Schüler – ganz nach Gusto (Scherz). Herzliche Grüße Die Redaktion
Ach, die SuS kannse ja notfalls noch verknusen, aber datt die Blagen auch immer noch Eltern haben müssen.
Von mir aus.
“Das bisschen Schule macht sich von allein, sagt mein Kumi,
das bisschen Schule kann so schlimm nicht sein…” 🙂
Nicht-Boomer verstehen meinen Kommentar vielleicht nicht 🙂 deshalb als Erklärung dieser link:
https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=das+bisschen+haushalt+macht+sich+von+allein&&mid=7F928ED981FF9709F25A7F928ED981FF9709F25A&churl=https%3a%2f%2fwww.youtube.com%2fchannel%2fUChtGtG0GZg6e5VSyJWuiyyQ&FORM=VAMGZC
Tatsächlich bin ich in Trier in der kaufmännischen Privatschule Eberhard in einer 40er Klasse gewesen, und jeder von uns konnte/wusste nach dem Jahr wesentlich mehr als die Leute in den kleinen Klassen der öffentlichen Schule.
Leider meldete “das Eberhard” vor drei Jahren Konkurs an.
Sagt nichts darüber aus, ob Sie als Lehrkraft eine Klasse mit 20 Schüler*innen an der öffentlichen Schule ebenso gut unterichtet haben wie eine Klasse mit 40 SuS an der gleichen Schule.
Nein, da haben Sie die Interpretation der verantwortlichen Bildungspolitik im Kopf, nicht die Ergebnisse, geschweige die relativ eindeutigen Empfehlungen Hatties 😉
“Deutschland stehe mit der frühen Aufteilung der Kinder weltweit nahezu allein da.“
Das gibt es im Herkunftsland von Herrn Hattie nicht, dort besuchen die Schüler*innen bis zum 16 Lebensjahr die gleiche Schule.
Nach meinen Informationen erreichten im Schuljahr 2023/24 im Schnitt der DE-16 ca. 92,2% der Absolvent*innen mind, einen Schulabschluss auf Niveaustufe 2 = Berufsreife.
In Neuseeland erreichten laut Bildungsstatistik im Jahr 2024 ca. 84% der Abgänger mind. NCEA Stufe 1 (= Grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten für eine Arbeit) oder besser.
In der Statistik der NEETs liegt der Schnitt der DE-16 deutlich unter dem OECD-Schnitt, während der Wert in NZL schlechter als der OECD-Schnitt ist.
Laut Statistik fallen 70% der Schüler*innen, die in NZL die Schule ohne NCEA-1 verlassen im Jahr nach der Schule in die Kategorie NEET, mit NCEA-1 sind es immer noch 50%. Wohl gemerkt in einem Land wie NZL, in dem die Zuwanderer das Bildungsniveau sehr deutlich anheben.
Muss man aber bei der der Beurteilung von Bildungssystemen nicht berücksichtigen, wenn man nicht möchte.
Vielleicht teilen wir früh auf, aber das hieß bisher immer, dass Kinder entsprechend ihrer Begabungen auf der für sie passenden Schulart gefördert und gefordert werden konnten. Das System ist durchlässig, höhere Schulabschlüsse im Anschluss jederzeit möglich. Das wird leider selten erwähnt.
Ich sehe in einer solchen Aufteilung mehr Sinn, als alle heterogen im selben Raum zu beschulen, was eine Lehrkraft alleine überhaupt nicht leisten kann, auch wenn sich das viele Schulen auf ihren Homepages auf die Fahnen schreiben.
“… als alle heterogen im selben Raum zu beschulen, was eine Lehrkraft alleine überhaupt nicht leisten kann.” Das wird offenbar im Rest der Welt (und an Grundschulen in Deutschland) anders gesehen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Tja, dann fragen Sie mal Grundschullehrer, wie sich die immer größer werdende Heterogenität in ihren Klassen auf den Lernerfolg des einzelnen Kindes auswirkt. Oder gucken Sie in die VERAs oder TIMMs.
Und fragen Sie Grundschullehrer gern auch, welchen Einfluss der Faktor „Heterogenität der Lerngruppe“ auf ihr Belastungsempfinden hat.
Wollen Sie deshalb auch schon Grundschüler sortieren? Herzliche Grüße Die Redaktion
Nein. Wir wollen mehr Personal, mehr Sonderpädagogen, mehr Förderunterricht in kleinen Gruppen usw.
Ich glaube, Sie überschätzen die Anzahl an Kindern mit Sonderpädagogischem Förderbedarf in Ihren Klassen.
Die Zeit und die Lernvoraussetzungen sind nicht mehr dieselben wie früher, aber Sonderschulen können nicht die Verweigerung zur Veränderung seitens der Regelschulen auffangen.
DASS es mehr Unterstützung und Personal erfordert, damit Sie die Herausforderungen bewältigen – nicht aussortieren – können, da stimme ich Ihnen zu 🙂
Und die Kinder fragt man am besten auch mal… auch die belastet es tatsächlich
Was in der Regel daran liegt, dass die Lehrkräfte nicht genügend Zeit für alle haben, weil es zu viele betreuungsintensive Kinder in den Klassen gibt.
Als Kind ist es einem wichtig, dass man gesehen wird. Wenn die Lehrkraft aber immer mit Fritzchen und Seraphina zugange ist, dann hat sie weder Zeit noch Muße, die anderen 25 Kinder zu sehen.
Früher (vor 50 Jahren) gab es in den Grundschulklassen ja auch eine große Spannbreite die Leistungsniveaus betreffend, da aber die meisten Kinder von ihren Verhaltensweisen ähnlich waren und als Individuen nicht so viel Aufmerksamkeit brauchten (z.B. weil altersangemessene Kompetenzen fehlen) und einforderten(z.B. weil sie zuhause immer im Mittelpunkt stehen), war es einfacher heterogene Gruppen so zu unterrichten, dass sie genügend lernten und sich wohlfühlten.
Ich habe damals jedenfalls nicht darunter gelitten, dass wir auch leistungsschwache Kids in der Klasse hatten.
Ich habe nicht einmal darunter gelitten, dass wir vier Jahrgangsstufen in einem Zimmer ( Dorfschule) waren. Trotzdem hatte die Lehrerin beispielsweise Zeit, mir ein neues Kinderbuch zum Ausleihen mitzubringen, weil sie wusste, dass ich gerne las, aber wenig Zugang zu Büchern hatte.
Trotz der unterschiedlichen Begabungen gingen fast alle später auf die Hauptschule danach, das war so Usus Anfang der Siebziger.
Jetzt aber die Hauptschule, nachdem sie zur ” Resteschule” geworden ist, wieder hervorzuholen, hat doch etwas von Leichensynode.
Auch Landvolksschule? Erstes bis Viertes im EG, Fünftes bis Achtes im OG. Tempo passati.
Der Rest der Welt hat aufgrund dessen aber nicht zwingend bessere Ergebnisse. International am weitesten vorne finden sich die Drillschulen asiatischer Länder. Mit einem klar gegliederten System aus den 2000ern waren wir in der Bildung jedenfalls weiter vorne als heute.
Waren wir nicht – siehe PISA 2000.
“Die mäßigen Ergebnisse, die die deutschen Schülerinnen und Schüler bei der ersten Untersuchung im Jahr 2000 erzielten, lösten den bereits angesprochenen ‘PISA-Schock’ aus: In allen drei Leistungsbereichen lagen die deutschen Schülerinnen und Schüler jeweils unterhalb des OECD-Durchschnitts; sie landeten auf dem 20. oder 21. Rangplatz und waren damit weit entfernt von Spitzenländern wie Finnland, Japan oder Kanada. In keinem anderen westlichen Industrieland hingen zudem die Kompetenzen der Schülerinnen und Schüler so stark von ihrer sozialen Herkunft ab wie in Deutschland. Kurz: Zur Überraschung von Politik und Öffentlichkeit zeigte das deutsche Schulsystem im internationalen Vergleich unerwartet große Leistungs- und Gerechtigkeitsdefizite.” Quelle: https://www.bpb.de/themen/bildung/dossier-bildung/208550/pisa-co-eine-kritische-bilanz/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich habe mich etwas missverständlich ausgedrückt. Damals waren wir schlecht, ja. Dennoch hatten die Schüler anfangs der 2000er in Sachen Bildung mehr drauf, als die Schüler heute. Das heißt: Unterm Strich ist die Bildung in Deutschland noch schlechter geworden.
Aber doch nicht für alle. Migrantenkinder, die kein oder kaum Deutsch sprechen (und sprachlich nicht ausreichend gefördert wurden), klar, haben nach zwei Einwanderungswellen den Durchschnitt nach unten gedrückt. Insgesamt steht Deutschland im internationalen Vergleich aber heute besser da (im statt unter dem Durchschnitt).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“haben nach zwei Einwanderungswellen den Durchschnitt nach unten gedrückt.“
In Ländern wie UK oder Kanada war es umgekehrt.
Dort hat die Zunahme der ethnischen Minderheiten unter der Schülerschaft die Schnitte bei PISA nach oben gezogen.
In Kanada werden eingewanderte Schülerinnen und Schüler ja auch obligatorisch sprachlich gefördert – zusätzlich zum normalen Unterricht. Und Großbritannien hat Einwanderung aus Commonwealth-Staaten – also null Sprachhürden. Herzliche Grüße Die Redaktion
Ist wie so oft Ansichtssache, ob man glauben will, dass es vor allem am Schulsystem liegt, dass z.B. Schüler*innen, die in Afrika geboren wurden, häufiger höhere Bildungsabschlüsse erwerben als der kanadische Durchschnitt und ca. dreimal so häufig wie PoC , deren Eltern in Kanada geboren wurden.
Oder dass in UK die ethnische Gruppe “white british” bei den attainment -8-scores nur auf Rang 10 rangiert.
Englisch zu lernen ist deutlich einfacher als Deutsch.
Kommen nach Kanada auch so viele Menschen, die leider weder die Landessprache(n) sprechen noch mit dem lateinischen Alphabet vertraut sind?
Wie sind denn da die Zahlen so im Vergleich zu Deutschland?
Ist es nicht so, dass es viel einfacher ist eine adäquate Sprachförderung anzubieten, wenn es nicht so viele Menschen gibt, die eine solche überhaupt brauchen?
Kurzum: Darf man Deutschland und Kanada diesbezüglich überhaupt vergleichen?
“Ist es nicht so, dass es viel einfacher ist eine adäquate Sprachförderung anzubieten, wenn es nicht so viele Menschen gibt, die eine solche überhaupt brauchen?”
Zweifellos. Dummerweise braucht Deutschland – angesichts der Demografie – viele Einwanderer, um die vielen Senioren versorgen zu können und das Wohlstandsniveau zu halten. Gerne hier nachlesen: https://www.diw.de/de/diw_01.c.936260.de/nachrichten/deutschland_braucht_400.000_migranten_____pro_jahr.html
Um mit dem Bundeskanzler zu sprechen: “Deutschland ist ein Einwanderungsland”. Gerne hier nachlesen: https://www.zeit.de/news/2025-02/07/merz-deutschland-ist-ein-einwanderungsland
Allerdings benötigt man dafür dann aber eben auch die notwendigen staatlichen Strukturen (aka obligatorische schulische Sprachförderung).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wenn man das rein pragmatisch betrachtet (Versorgung von Senior*innen), dann bräuchte man aber nur Leute, die auch tatsächlich in der Pflege arbeiten wollen und nicht lauter Leute, die das nicht wollen.
Wenn man aber lauter Leute versorgen (auch mit Sprachförderung) muss, die das nicht wollen, dann bekommt man ein Problem. Denn dann gibt es nicht genügend Kapazitäten, die diese Förderung auch wirklich wollen, weil sie verstanden haben, dass sie notwendig ist.
Mehr geht zwar immer, aber die OECD hebt in ihrem Bericht zur Integration von Zuwanderern hervor, dass sich die Sprachkenntnisse von Zuwanderern in DE stärker verbessert hätten als in den meisten anderen EU-Ländern und führt dies auf die umfassende Sprachförderung in DE zurück.
Von den 10 Hauptherkunftsländern der Zuwanderer nach Kanada ist in 7 Englisch eine der Amtssprachen, in zwei Französisch.
Nur im Herkunftsland China ist weder Englisch noch Französisch Amtssprache. Allerdings sind die Bildungserfolge der Zuwanderer aus China in Kanada noch höher als die der Zuwanderer aus den anderen neun Ländern.
Bei dem im Vergleich zu DE relativ geringen Anteil von “refugees” in Kanada, weisen laut UNHCR mehr als 50% “high-skilled profession” aus.
Bei PISA-2022-Mathematik waren die Ergebnisse der Schüler*innen ohne Migrationshintergrund in Kanada auf ähnlichem Niveau wie in DE-16. Im Vergleich zu Bayern oder Sachsen also deutlich niedriger.
Tja, keine Ahnung, wer solche Vergleiche anstößt, wo sich Migrant*innen erstmal den Flug über den Fluss leisten können müssen bzw. wo quasi keine Flüchtlinge hinkommen… (https://www.news4teachers.de/2026/01/fdp-will-die-sterbende-hauptschule-wiederbeleben-als-praxisschule-die-kinder-fuer-die-spaetere-arbeit-in-gastronomie-oder-pflege-heranziehen-soll/#comment-769738)
Aber hatten Sie nicht auch Ihre eigene Schulzeit als Beispiel angeführt?
(https://www.news4teachers.de/2026/01/fdp-will-die-sterbende-hauptschule-wiederbeleben-als-praxisschule-die-kinder-fuer-die-spaetere-arbeit-in-gastronomie-oder-pflege-heranziehen-soll/#comment-769851)
Es passt halt nicht genau, aber damit im Hinterkopf lässt sich ja hoffentlich ein produktiver Vergleich anstellen, um etwas daraus zu gewinnen. 🙂
https://www.change-magazin.de/de/kanada-deutschland-willkommenskultur-einwanderung
“Aber hatten Sie nicht auch Ihre eigene Schulzeit als Beispiel angeführt?”
Verstehe ich in diesem Kontext nicht.
Naja, Ihre eigene Schulzeit liegt wahrscheinlich ein wenig zurück. Wenn wir da ein Auge zudrücken wollen, warum nicht beim kanadischen Schulsystem heute?
“Damals waren wir schlecht, ja. “
Bayern und Sachsen waren damals im Vergleich zu anderen OECD-Ländern nicht schlecht (siehe PISA-E) und sind es auch heutzutage nicht. Siehe IQB-2024-Mathematik.
Und genau das sind Bundesländer mit klarer Grundschulempfehlung und leistungsdifferenziertem Schulsystem. Ebenso ist es nach jedem Abschluss gut möglich, den nächsten auf einer passenden Schule zu erreichen – und deshalb bitte mit dem absolut dummen Geschwätz aufhören, dass durch eine Grundschulempfehlung “der Lebensweg vorbestimmt sei”! Wer sowas verbreitet, hat entweder null Ahnung oder lügt bewusst und mit Absicht. Beides beweist ideologische Steuerung.
Ich würde mein Hand auch nicht dafür ins Feuer legen, dass Herr Hattie bei seinem Spruch die jeweiligen PISA-E oder IQB-Ergebnisse der 16 Bundesländer kannte , die unterschiedlichen Schularten und Abschlüsse, die Quoten der Schüler*innen ohne ESA, die NEET-Quoten usw.
Genau. Ist eine tolle Sache. Wer sich später zB nach einer Ausbildung für Abitur und Studium entscheidet und das teilweise abends durchzieht, ist auch bei Arbeitgebern im Übrigen beliebt. Zeigt Zielstrebigkeit und echtes Interesse. Mit 16 weiß man ja unter Umständen gar nicht, was man später tun will, das System bietet so allen “Spätentscheidern” aber beste Chancen.
“das deutsche Schulsystem “
Welches der 16 Schulsysteme war damit konkret gemeint?
Bei PISA-E betrug der Unterschied zwischen den Bundesländern bis zu 62 Punkte, das entspricht dem Kompetenzstand von ca. 2 Schuljahren.
Anders versucht zumindest. Wer Kinder an der Grundschule hat, weiß dass es meist eben nicht gut läuft…
Mag sein, dass das im Rest der Welt anders gesehen wird … Aber, wenn ich die Kommentare der letzten Jahre hier bei n4t und meine Berufserfahrungen der letzten Jahre so ansehe …. sehe ich es wie Rüdiger V.:
“…alle heterogen im selben Raum zu beschulen, was eine Lehrkraft alleine überhaupt nicht leisten kann,…” – auch und erst recht nicht an den Grundschulen! Warum können denn immer mehr Kinder immer weniger? Warum klagen die weiterführenden Schulen immer mehr darüber, dass Dinge, die Schüler früher beherrschten, heute nicht mehr als selbstverständlich vorausgesetzt werden können? Und wenn man es ganz genau nimmt, beginnt es schon bei der Schulreife/Schulfähigkeit …. also schon in der Kita, mit den gleichen Problemen, die Rüdiger beschreibt – zu wenig Fachkräfte, für zuviele unterschiedliche Kinder!
“Auch und erst recht nicht an den Grundschulen!”
Wollen Sie allen Ernstes Kinder schon im Grundschulalter nach Leistung sortieren? Wow.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die bekommen doch schon oft unterschiedliche Aufgaben (v. a. die mit Fö-Bedarf Lernen und GE), aber alle sitzen in einer Klasse. Trotzdem merken diese Kinder, dass sie “anders” sind, leichtere Aufgaben erhalten, langsamer sind als die anderen der Klasse… mehr Hilfe brauchen.
Sehe ich auch so. Faktisch kann man der Heterogenität gar nicht anders gerecht werden… und versucht es doch durch Trennung in Gruppen, die verschiedene Aufgaben bekommen. Was ist denn das, wenn nicht Trennung nach Leistungsstand? Vielleicht wäre eine tatsächliche Trennung für viele einfacher… dann kann man die einen gezielt fördern und die anderen fordern (und hätte mal Zeit, von den schwereren Aufgaben die Lösungen zu besprechen – dazu fehlte immer die Zeit, die Stärkeren fallen so am meisten hinten über…)
P.S.: wissen Sie, wie oft ich es bei Vertretungsstunden erlebte, dass die Fö-Kinder von vornherein “abschalteten” und sich Aufgaben gar nicht erst ansahen oder probierten zu lösen? Da kam ganz oft: “Das muss ich nicht machen! Ich bekomme immer andere Aufgaben!” Auch wenn es durchaus für sie lösbare und weniger Aufgaben waren und sie mehr Zeit zur Verfügung bekamen. Sie “kannten ihren Platz in der Klasse” und richteten sich bequem darin ein. Ich war dann “die Böse”, da ich diese Kinder ja aus dem Fö-Unterricht (Kleingruppe) kannte und sehr wohl wusste, was sie bewältigen konnten oder nicht. Bei anderen Vertretungslehrern erhielten sie dann oft Ausmalbilder o. ä., da diese die Schüler ja nicht so gut kannten und keine Zeit für Diskussionen und Experimente hatten (das ist kein Vorwurf an die Kollegen! Es geht praktisch oft nicht anders, v. a, bei sehr kurzfristigen und/oder fachfremden Vertetungen)
“P.S.: wissen Sie, wie oft ich es bei Vertretungsstunden erlebte, dass die Fö-Kinder von vornherein “abschalteten” und sich Aufgaben gar nicht erst ansahen oder probierten zu lösen?”
Krass! Fast so, als hätten die nen Förderbedarf! Schade, dass Sie das “oft erlebten”. Naja, jetzt ist es zu spät. Sie sind im Ruhestand. Andererseits überlegen sich Ihre Nachfolger*innen vielleicht erfolgreiche Strategien, dass die SuS nicht abschalten. Daumendrück 🙂
Wenn Sie sonderpädagogische Förderbedarfe heranziehen müssen, sollten Sie eigentlich merken, dass Sie kein Argument für das Groß der Grundschulen an den Tisch bringen.
Oder meinen Sie allen Ernstes, all diese Schüler*innen haben den Förderschwerpunkt Lernen?
Wenn Sie sich ernsthaft “fragen”, warum Kinder trotz jahrzehntelang fundiertem Lehrkräftemangel, süchtig machenden Digitalmedien und zuckerhaltigen Getränken, völlig veralteten Lehrplänen bzw. Ansprüchen bezüglich der Lernvoraussetzungen, psychischen Schäden durch Corona/ Fluchterfahrung/ wirtschaftliche Unsicherheiten der Familien/ Alltagsrassismus, Fakenews und kalter Hysterie, immer weniger können
(“Warum können denn immer mehr Kinder immer weniger?) …
Ich würde sagen, weil Sie jegliches Gefühl verloren haben, was die Lebensrealität dieser Kinder betrifft und sich Ihrer Nachhilfeschüler*innen nur bedienen, wenn Sie diese als Argumentationshilfe benötigen…
Oder was sagen DIE dazu, dass sie “weniger können”? :/
“Was sagen meine Nachhilfeschüler dazu?”
Meine Nachhilfeschüler (alle ü20) beneiden die Schüler in DE um die kostenlosen Bildungsmöglichkeiten und verstehen nicht, warum die nicht von allen genutzt werden. Sie hatten in ihren Herkunftsländern diese Möglichkeiten nämlich nicht. Sie verstehen auch nicht, warum manche andere Flüchtlinge die Sprachkurse “schwänzen”, bzw. völlig desinteressiert ihre Zeit dort absitzen. Sie verstehen auch nicht, dass manche von denen ihre Kinder nicht zum Lernen anhalten. Und sie alle hatten Fluchterfahrungen, kommen aus nicht priveligierten (armen) Familien, leb(t)en mit Alltagsrassismus und Vorurteilen (hier und z. T. in ihrer Heimat bzw. in Ländern , die sie auf ihrer Flucht “kreuzten”….)
Allerdings sind “meine” Nachhilfeschüler sehr bildungsaffin und nutzen jede Chance.
Mein Privileg dabei: da ich das ehrenamtlich in meiner Freizeit, ohne Bezahlung mache, kann ich mir meine “Schüler” aussuchen und wenn jemand “nicht möchte”, dann will ich auch nicht. Wenn jemand nicht kann, helfe ich dagegen sehr gern und investiere gern Zeit und auch mein eigenes Geld (für passende Lernmaterialien).
Aber das alles werden Sie wohl nie verstehen in Ihrer kleinen Blase.
“Meine Nachhilfeschüler (alle ü20) beneiden die Schüler in DE um die kostenlosen Bildungsmöglichkeiten und verstehen nicht, warum die nicht von allen genutzt werden.”
Ihre Ü20-SuS sollten weniger mit Schüler*innen abhängen, nur um Ihnen Argumente liefern zu können 😉
“Sie hatten in ihren Herkunftsländern diese Möglichkeiten nämlich nicht.”
Stimmt, dass hatten Sie letzten Mal far nicht beantwortet: Was hatten Ihre Schüler in der Ukraine nicht? Also kein verschwommenes, gefühltes “alles war besser” – was konkret?
“Allerdings sind “meine” Nachhilfeschüler sehr bildungsaffin und nutzen jede Chance.”
Außer jene, die schwänzen, nehme ich an. Weshalb Sie sich ja immer negative, fremdenfeindliche Dinge “fragen”, obwohl Sie doch immer gute Erfahrungen machen (augenroll)
Meine Nachhilfeschüler stammen nicht aus der Ukraine!
Achso, mein Fehler 😉
“Außerdem erlebte ich auch selbst noch Schüler aus Russland/Ukraine und führte Gespräche mit den Eltern.”
https://www.news4teachers.de/2025/12/etwas-weniger-streng-wie-eine-ukrainische-lehrerin-den-deutschen-schuldienst-erlebt/#comment-765130
Genau so nämlich! Danke für die klaren Worte!
Ein Stück weit wäre das tatsächlich notwendig.
Stichwort ABC-Klassen – da könnte so manch 10-Jähriges eingestuft werden.
@Redaktion
Sie haben übersehen, dass ich in meinem Kommentar den wesentlichen Knackpunkt extra fett und unterstrichen hervorhob! 🙂
Allerdings werden die Schüler innerhalb der Klassen, auch an GS, sehr wohl durch individuell angepasstes Differenzierungsmaterial “nach Leistung sortiert”. So what?
Doch, das tun wir natürlich…..Stichwort Lernstudio….was glauben Sie denn, was das de facto ist? Es ist ein gesondertes Förderprogramm für ganz leistungsschwache Kinder, die parallel Deutsch- und Matheunterricht erhalten….in einer Kleingruppe…..exklusiv…..
Und selbst dort ist es nicht möglich, allen Kinden individuell gerecht zu werden….
Ich schlage das Wort „individuelle Förderung“ und das Wort „Chancengleichheit“ zu den nächsten Unworten des Jahres vor……weil Bullshitbingo…..
Nein, das wird an Grundschulen auch nicht anders gesehen. Alle Kinder unter einem Dach, mit allen Förderbedarfen, mit Inklusion und Integration… Wir sind jeden Tag aufs Neue überfordert und kommen an unsere Grenzen. Nicht falsch verstehen, in der Grundschule sollen alle zusammen lernen. Aber in 30er-Klassen, mit nur einer Lehrperson? Es läuft nicht gut.
Das bestreitet hier niemand. Herzliche Grüße Die Redaktion
Doch. Die Redaktion hat weiter oben geschrieben, dass der gemeinsame Unterricht im Ausland und an deutschen Grundschulen gut funktioniert. Ja, er funktioniert. Aber eben nicht gut.
Das haben wir nicht geschrieben. Wir haben geschrieben, dass an deutschen Grundschulen (selbstverständlich) akzeptiert ist, dass Kinder unterschiedlicher Leistungsstufen und sozialer Herkünfte miteinander lernen.
Noch nie hat eine Partei oder ein Verband in der Bundesrepublik gefordert, das gegliederte Schulsystem ab Klasse eins beginnen zu wollen. Und die gemeinsame Grundschule existiert in Deutschland seit 1919. Aus guten Gründen.
Um mal den Bundespräsidenten zu zitieren: “Die Grundschule für alle war damals der Versuch, jedem einzelnen Kind, aber auch der jungen deutschen Demokratie den Weg in eine erfolgreiche Zukunft zu ebnen. Sie zählt zu den großen demokratischen Errungenschaften des Jahres 1919; sie steht für den Aufbruch in eine gerechtere Gesellschaft, genauso wie das Frauenwahlrecht oder die Betriebsverfassung. (…)
Die allermeisten Grundschulen in unserem Land sind seit vielen Jahren ein Ort, an dem das Miteinander ganz verschiedener Menschen Tag für Tag gelingt. Sie erleben das täglich, und ich habe es bei meinen vielen Schulbesuchen zwischen Flensburg, Greifswald und Berchtesgaden auch erlebt.
Und die Grundschulen leisten dabei unglaublich viel. Sechs- bis Zehnjährige mit den unterschiedlichsten Startvoraussetzungen lernen hier Lesen, Schreiben und Rechnen – oft schon schwierig genug. Aber sie lernen hier eben auch, mit kultureller und individueller Verschiedenheit umzugehen, einander zuzuhören und Konflikte zu lösen. Sie lernen sich zu artikulieren, zu argumentieren, digitale Technik zu beherrschen, Verantwortung für sich und Verantwortung für andere zu übernehmen.
An den Grundschulen in unserem Land werden die Grundlagen gelegt für die Zukunft unserer Kinder und Enkelkinder. Und, nicht weniger wichtig: Hier werden auch die Weichen gestellt für die Zukunft unserer Demokratie.” Gerne hier nachlesen: https://www.bundespraesident.de/SharedDocs/Reden/DE/Frank-Walter-Steinmeier/Reden/2019/09/190913-Grundschule-100-Jahre.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Danke für die soliden Werte.
Weitere Ergänzung zu
““Deutschland stehe mit der frühen Aufteilung der Kinder weltweit nahezu allein da.“”
> … und Deutschland steht mit den eigentlich lebenslangen, meist kostenlosen Möglichkeiten, weiterzulernen, schulisch aufzubauen und das nächste Ziel zu erreichen, weltweit ziemlich gut da.
( Drum brauchts ja den Gymnasialansturm durch meist elterngesteuerte ungeeignete Kids, die zB erst später merken, was sie wollen, aber inzwischen überfordert Schule ablehnen, nicht ):
Na dann, raus mit Ihnen. Veröffentlichen Sie eine (Meta-)Studie, warum Bildungssysteme wie das in Deutschland, welches sehr früh aussortiert, zu den Bildungsgewinnern gehört 😀
Warum sollte ed840 das tun? Weisen Sie doch nach, dass nichtseparierende Bildungssysteme zu den Bildungsgewinnern gehören, wenn Sie den Zahlen misstrauen.
Sinnvollerweise könnten Sie eine Studie durchführen, welche zwei Systeme vergleicht: in einem System gibt es leistungshomogene, im anderen leistungsheterogene Schülergruppen. Beide Systeme erhalten unter ansonsten identischen Bedingungen Unterricht (andernfalls können Sie den Einfluss des zu untersuchenden Faktors Heterogenität nicht sauber bestimmen). Jeweils nach einem Jahr vergleichen Sie den individuellen Lernzuwachs und werten aus.
Viel Erfolg!
Da wird ohne mein Mitwirken schon geforscht ^^
(https://www.br.de/nachrichten/wissen/laenger-gemeinsam-lernen-foerdert-bildungsgerechtigkeit,TjE2vvC)
“in einem System gibt es leistungshomogene, im anderen leistungsheterogene Schülergruppen.”
Allen Ernstes: Wenn Sie der erste und wahrscheinlich letzte Mensch sind, der jemals eine wirklich homogene Schülergruppe hatte, mein Beileid und gewöhnen Sie sich nicht dran.
SOBALD wir eines Tages mal aus dem Quark kommen, dass es keine homogenen Gruppen gibt, können wir uns wirklich um starke Schüler*innen kümmern, die sich langweilen und viel Zeit damit verlieren, nichts Neues zu lernen, während der Unterricht “funktioniert”. Inklusion kann in alle Richtungen gehen 😉
Ob man wirklich realistische Ergebnisse erhält, wenn man die Kompetenzstufen von Schüler*innen aus Bayern mit denen aus NRW, Baden-Württemberg, Hessen, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen vermengt und nicht misst, wie hoch die Kompetenzen an sich ausfallen, sondern wie hoch die Kompetenzzuwächse sind?
Angenommen bei zwei Vergleichsgruppen aus zwei Schulsystemen hätten sich die Schüler*innen der 1. Vergleichsgruppe von im Schnitt “mangelhaft” auf “voll ausreichend” verbessert, die andere Gruppe von auf “gut befriedigend” auf “noch gut” , dann kann man das natürlich als Erfolg der 1. Gruppe werden, da der Zuwachs höher war.
Aber ob ein potentieller Ausbildungsbetrieb das ähnlich sehen würde und lieber Absolventen aus der 1. Gruppe einstellen würde?
Tja, aus irgendeinem Grund, sind die Bayern da nicht so selbstgefällig, wie Sie es ihnen zugestehen möchten, sondern wollen sich tatsächlich verbessern (https://www.br.de/nachrichten/bayern/brachial-kritik-an-bayerns-pisa-offensive,UAmTMdi)
Ist aus meiner Sicht schon nachvollziehbar, dass es Bayern nicht reicht, wenn die Schüler*innen aus BY bei IQB-Mathe lediglich 17 Punkte besser abschneiden als z.B. die aus BW, aber die Werte im Vergleich zu früher gesunken sind.
In “The Länd” scheint man auf Meldungen wie unten in der Tat wesentlich gelassener zu reagieren.
https://www.news4teachers.de/2023/08/der-absteiger-kein-anderes-bundesland-hat-sich-im-bildungsmonitor-so-verschlechtert-wie-baden-wuerttemberg-warum/
Wenn Sie eine Haltung zum Thema haben, fühlen Sie sich gerne eingeladen, sich mit anderen dazu auszutauschen 🙂
…sagt der angeblich an einer Förderschule arbeitende Sonderpädagoge. Jaja, wenn der Blinde von den Farben redet…
Sie wären vielleicht tatsächlich überrascht, wie heterogen die Schülergruppen an Sonderschulen seien können.
Fragen Sie mal Kolleg*innen aus dem Bereich Geistige Entwicklung 😉
Oder fahren Sie vom Land in die Stadt bzw. umgekehrt und wundern Sie sich, wie erheblich die Unterschiede dieser Gruppen sind.
Das einzig homogene in den Klassen ist das Alter 😛
Versuchen Sie mal ein Land außerhalb von Fernost zu finden, in dem die Ergebnisse der Schüler*innen ohne Migrationshintergrund bei PISA-Mathematik ähnlich weit über dem DE-16-Schnitt lagen wie in dem Bundesland mit den höchsten Werten bei IQB-2024-Mathe, ein nicht-englischsprachiges Land, in dem die Sprachniveaus von Zuwanderern der 1. Generation ähnlich hoch über dem DE-16-Schnitt lagen, die Quote der Absolventen ohne mind. ESA , die NEET-Quote, die Jugendarbeitslosigkeit so niedrig, usw.
Sie meinen Diktaturen? 🙂
Belegen Sie mal, dass “aus”-sortiert wird. Das ist doch Ideologie.
Und erklären Sie bitte auch meinem Kind, warum es im dritten Jahr Englisch immer noch mit “my name is …”-Niveau gequält wird, was schon in der zweiten Englischstunde drankam.
Repetitio est mater studiorum, aber man muss auch mal vorankommen!
“Und erklären Sie bitte auch meinem Kind, warum es im dritten Jahr Englisch immer noch mit “my name is …””
Ich wollte impulsiv etwas zynisches Schreiben, aber ich möchte annehmen, dass Sie es ernst meinen.
Wenn Sie nicht wissen, warum Ihr Kind das immer noch lernt, sprechen Sie bitte mit der Lehrkraft dazu!
Ich kenne Ihr Kind nicht, aber ich nehme stark an, dass die Lehrkraft hier etwas sieht/ nachgeht, was Sie dringend in Erfahrung bringen sollten.
WENN Sie dann einer anderen Meinung seien sollten, bitte sprechen Sie mit den Lehrkräften vor Ort, nicht (möglicherweise ausschließlich) in Internetforen.
Ich kann Ihnen Gründe nennen (Motivation, Erfolgserlebnisse/ Kompetenz im Sprachlichen, Lebensweltbezug, Teilhabe am Unterrichtsgegenstand, überschaubare Lerneinheiten usw.)
aber nicht den Grund, den die Lehrkraft hat. Tut mir leid. Viel Erfolg!
Na, fachlich nichts entgegenzusetzen? Dann wird halt versucht, den anderen lächerlich zu machen. Fällt nur leider auf einen selber zurück.
“Die meisten Glaubenslehrer verteidigen ihre Sätze, nicht weil sie von der Wahrheit derselben überzeugt sind, sondern weil sie die Wahrheit derselben einmal behauptet haben ” (Georg Christoph Lichtenberg)
So hart würde ich mit Ed840 nicht ins Gericht gehen.
Da ich mich nicht als Fachmann aufspielen möchte, verweise ich auf die mir bekannten, wie Hattie.
Ed840 kann gerne andere anführen. Ich persönlich kenne da keine, weshalb ich anregte, er solle selbst veröffentlichen, da er sich da sehr sicher schien.
Stellte sich heraus, dass er einfach ein Fan autokratischer Systeme ist (https://www.news4teachers.de/2026/01/fdp-will-die-sterbende-hauptschule-wiederbeleben-als-praxisschule-die-kinder-fuer-die-spaetere-arbeit-in-gastronomie-oder-pflege-heranziehen-soll/#comment-769898)
Wer hätte das gedacht?
Wer für nichts steht, fällt auf alles herein 😉
“ich persönlich kenne da keine“
Das glaube ich unbenommen.
“er solle selbst veröffentlichen, da er sich da sehr sicher schien.“
Wo eine betreffende Studie explizit für deutsche Bundesländer zu finden wäre ist kein Geheimnis, außerdem habe ich sie hier auch schon mehrmals verlinkt.
Allerdings wurden in dieser Studie tatsächliche Kompetenzstufen von Schüler*innen je Bundesland der drei Gruppen Hauptschulniveau, Realschulniveau und Gymnasialniveau auf Basis standardisierter bundesweiter Vergleichsarbeiten ausgewertet. Je höher die Kompetenzen der jeweiligen Gruppen , desto besser wurde das BL eingestuft. Wird natürlich nicht jedem hier als Beweis für schulischen Erfolg genügen.
Gibt ja auch Leute, für die jemand, der in Tests statt 99 Pkt. nur noch 96 schafft, als loser gilt, weil ja verschlechtert, während jemand, der sich von 20 auf 30 Punkte verbessert hat als strahlender Sieger vom Platz gehen sollte.
“Gibt ja auch Leute, für die jemand, der in Tests statt 99 Pkt. nur noch 96 schafft, als loser gilt, weil ja verschlechtert, während jemand, der sich von 20 auf 30 Punkte verbessert hat als strahlender Sieger vom Platz gehen sollte.”
Freut mich, dass Sie mit den PISA-Ergebnissen zufrieden sind 🙂
Besser für die Bildungsgerechtigkeit wäre, wenn erstgenannter Loser sich auf 30 Punkte verschlechtern würde…
Da wurden Sie wohl irregeführt, was den Begriff “Bildungsgerechtigkeit” betrifft.
Meinen Sie die bald jahrzehntealte Falschbehauptung, alle sollen Abitur bekommen?
Stimmt.
Wenn die Schüler*innen mit Migrationshintergrund bei IQB-2024-Mathe in BL A -11 Punkte unter dem Schnitt bleiben, in BL B -12 Pkt, gilt B als deutlich gerechter, wenn in B die Schüler*innen ohne Migrationshintergrund um -19Pkt unter dem Schnitt liegen, in A nur – 7 Pkt. Der Abstand zwischen beiden Gruppen ist in B ja dann deutlich kleiner. .
Die FDP – werauchimmer das ist – scheint zu übersehen, dass arbeitgebernahe Parteien imseit Jahren das Handwerk und Dienstleistungen in einen Billiglohnsektor drängten, dessen Rahmenbedingungen keinerlei gesellschaftliche, geschweige finanzielle Anerkennung finden.
Ist schon frech, dies als “neue” Politik verkaufen zu wollen, wenn das Problem eben im Egoismus und der Geringschätzung dieser Menschen liegt.
Ich dachte, blablabla dornige Chancen usw. Warum muss der FDP nach überhaupt irgendwer noch schlecht bezahlte Erzieherin werden? Die sollen doch “etwas richtiges” lernen und die Eltern sich selbst überlassen. Haben die kein Kindermädchen? (augenroll)
FDP, für Dumme passabel.
@dickebank
Aaaaber aber!
Immerhin hat die FDP erkannt, watt’n Kreis ist. (Und wie man im Kreis herumtollt, mit dem A**** etwas einreißt, was mal funktioniert hat, es dann wieder aufbauen … will (?) – oder einfach nur im Kreis palavert.)
Leider hat sie den Kreis nur erkannt – nicht erfunden – waren das nicht Schweizer aus Ricola? 😉
Und morgen,liebe Kinder in der FDP-Fraktion, lernen wir bis 5 (%) zählen.
Und nächste Woche lernen wir wie wir uns gaaaaanz doll aufblasen. 😉
Also datt mit den Kreis stimmt, nicht umsonst sind ja so viele Ärzte bei die FDP. Und datt alle Ärzte datt erkannt haben, ist jetzt so auch nich richtig, datt waren nur die Gynäkologen inne FDP, weil die ja innen Kreissal arbeiten tun. Und somit hat sich die Erkenntniss durchgesetzt, datt die Winkelsumme in so einen Kreissaal immer 360 Grad unabhängig von die Raumtemperatur is.
@dickebank
Hauptsache is abba datt sich die FDP mal ändern muss.
Zeit datt sich watt dreht!
Wennze FDP sich um 360° ändern tut kannse sich auch treu bleiben. 😉
ZACK!
Auch noch datt Perpetuum mobile erfunden, abba datt war ich gez – da hatti FDP nix mit zu tun und ich nich mitti FDP, is kla!
FDP – fabelhaft drehendes Perpetuum mobile.
@ Pit2020
Was für a Dialekt isn des ?
Bei uns perpetuumen zusätzlich die Freien Wähler ala Aiwanger und dessen Söderkniefällen, läuft…. ):
auch Richtung Wand
Regiolekt, kein Dialekt. Ruhri-Deutsch für Leute aussem Sektor. Anne Bude versteht dich so wenigstens jeder
Nich anne Kröte, sondern am Regio geleckt? Ja ich leech mich jehackt…
Leck mich fett
😉
Dat war nett jemeint, dickebank.
Jau, und nett ist die kleine Schwester von …
Aber nix für ungut, ich weiß schon wie es gemeint ist:)
Nix watt man mit nen “Hefeteilchen” anne Bude nicht regeln kann.
Übrigens gab es früher an den Trinkhallen 0,1-ltr-Gebinde.
„Das ist traurig. Ich möchte doch, dass mein Handwerker eine ebenso exzellente Schulbildung genossen hat wie mein Arzt.“
Also ALLE Kinder aufs Gymi, egal, ob sie die Inhalte verstehen oder nicht. Oder verstehe ich etwas falsch?
Meint Hattie damit, dass RS-, HS-Lehrer keine gute Arbeit leisten und die Kinder nicht bilden und dort abholen, wo sie stehen? Oder dass diese Schulen eine nicht exzellente Schulbildung liefern?
Ganz schön anmaßend, diese Aussage!
Hattie meint offensichtlich den ebenso schlichten wie korrekten Sachverhalt, dass Kinder an unterschiedlichen Schulformen in Deutschland mit verschiedenen Lehrplänen unterrichtet werden – die einen mit mehr Inhalt, die anderen mit weniger.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“die einen mit mehr Inhalt, die anderen mit weniger.“
Bundesländer, in denen ein größerer Prozentsatz der Schülerschaft nach Lehrplänen mit weniger Inhalt unterrichtet wird, werden dann aber hier oft für vergleichsweise niedrigen Quoten an Schüler*innen ohne mind. ESA gelobt, weil diese Schüler*innen bei der Ermittlung der Quote nicht mitgerechnet werden.
“…Kinder an unterschiedlichen Schulformen in Deutschland mit verschiedenen Lehrplänen unterrichtet werden…”
Ich habe wieder eine Verständnisfrage: Werden nicht z. B. Schüler mit kognitivem Fö-Bedarf in der Inklusion auch zieldifferent (also nach anderem Lehrplan, mit weniger Inhalt) unterrichtet als der Rest der Klasse? Also kann nicht der Lehrplan das Kriterium sein, sondern nur die Schulform? Irgendwie verstehe ich das nicht so ganz.
Auch unterscheiden sich die Lehrpläne der 16 Bundesländer, z. T. ganz schön. Auch das erschwert (bei Schulortwechsel) manchmal erheblich die Durchlässigkeit nach oben.
Hmmm, irgendwie stehe ich auf der Leitung …
Das hängt von den jeweiligen Bundesländern ab.
Bei IQB-2024 schwankte das zwischen den 16 BL von <1% bis zu 5%.
Je größer der Wert, desto niedriger fällt in diesen BL dann die Quote der Schüler*innen aus, die den Mindeststandard für den ESA nicht erreichen.
“Also kann nicht der Lehrplan das Kriterium sein, sondern nur die Schulform? Irgendwie verstehe ich das nicht so ganz.”
Was stellen Sie sich darunter vor, dass ein Kind in einem Inklusiven Bildungsangebot nach “Schulform” unterrichtet wird?
Das ist immer noch besser, als für ALLE die Lehrpläne immer weiter auszudünnen.
Das bedeutet im Umkehrschluss, dass jeder ans Gymi sollte und dort dann-gerechtigkeitshalber- mit weniger LP- Inhalten- unterrichtet wird, damit auch die lernschwachen oder sogar lernfaulen Kinder eine “gute Bildung” erhalten.
“Also ALLE Kinder aufs Gymi, egal, ob sie die Inhalte verstehen oder nicht. Oder verstehe ich etwas falsch?”
Ja, bitteschön 🙂
Die Hauptschule ist doch nicht daran gescheitert, dass ihre Methoden nicht zeitgemäß gewesen sind. Der Ausbildungsmarkt in den 90ern war absolut überszrapaziert. Es gab mehr Schulabgänger als Ausbildungsplätze nach der “Wiedervereinigung”. Also hat man die HS-Absolventen gnadenlos aussortiert. Das hat bei den Eltern von Kindern mit HS-Empfehlung die Akzeptanz dieser Schulform nicht gerade gesteigert. Die geringe Anzahl von GE konnte die vielen “Hauptschüler” nicht aufnehmen. Und so wanderten sie an die Realschüler ab, die Vollzeitschulpflicht musste ja eingehalten werden. Aus ideologischen Gründen musste also eine kosmetische Behandlung her, die zu Mittel-, Gemeinschafts-, Sekundar-, Oberschulen und zur RS plus geführt hat. Jedem Perteitierchen, sein Pläsierchen eben.
Merke:
Die Abschaffung einer bestimmten Schulform lässt ja die entsprechend empfohlene Schülerklientel nicht verschwinden. Die Empfehlung bezieht sich de jure ja nicht auf eine bestimmte Schulform sondern auf den prognostizierten ersten, erwartbar möglichen Schulabschluss. Und die FDP hat das jetzt auch schon herausgefunden, nachdem Yvonne vor Jahren ein Praktikum an der Völklinger Straße gemacht hat.
Vielen Dank für deine Richtigstellung – genau so habe ich das auch wahrgenommen…
Auch wenn gleich wieder der Vorwurf fehlender Evidenz erhoben werden wird, wage ich zu behaupten, dass mir viele meiner Mathe-G-Kurse mehr Spaß gemacht als so mancher E-Kurs mit SuS, die da mit viel Nachhilfe und Druck der Eltern gelandet sind. Die wenigen E-Kurse, die willig waren, gut kooperierten und in hohem Maße entspannt aber eben auch leistungsfähig gewesen sind, vergisst man natürlich auch nicht. Diesen Kurs hat es nicht einmal geschockt, dass ich sie probeweise die ZP10 des Vorjahres als als vierte KA im neunten Schuljahr habe schreiben lassen. Der Schnitt war übrigens 2,7. Im Gegenzug gab’s Pizza, nachdem ich sie aufgeklärt habe. Bis auf 5 Leutchen, die trotz FOR-QE nicht in die EF gegangen sind und eine Ausbildung gemacht haben, sind die anderen 22 alle in der GOSt gelandet. Diese haben 19 mit AHR und 3 mit FHR beendet. Ausnahmen gibt es immer wieder mal.
@dickebank
Hömma!
Mitti anektotische Evidenz am protzen?
Komm – geh wech!
“Komm – geh wech!” kannze hier bei die Ruhris in ein Atemzuch sagen, is’ kein Gegensatz, nur normaaler Aussagesatz. … Kulturelle Evidenz! 😉
Ich komm da wech, und deshalb weiß ich, datt normaal und Ruhri sich kulturell gegenseitig ausschließt. Und datt ist – ohne protzen zu wollen – ein Axiom, also janz weit wech von die anekdotische Evidenz. Und ne Fahrabteilung hat vieles, aber keinen Fahrdienstleiter
„ „Das ist traurig. Ich möchte doch, dass mein Handwerker eine ebenso exzellente Schulbildung genossen hat wie mein Arzt.“
Und wieso soll die Schulbildung an der neuen praxisorientierten Schule weniger exzellent sein wie die Bildung am Gymnasium? Die Inhalte sind andere, logisch. Fürs Studium muss man andere Dinge können als für eine Lehre. Die Form jedoch, wenn sie so kommt wie beschrieben, ist exzellent.
Dann kann mir der Klempner ja noch gleich den Blinddarm entfernen. .
Sie wissen schon das “richtige” Ärzte Chirurgen die Anerkennung als Mediziner verwehrt haben.
Der gute alte Bader. Obwohl ich damals lieber einen solchen “Wundarzt” rangelassen hätte.
Schlauch is Schlauch, stimmt. So sehen multiprofessionelle Berufe aus!
Installateur für Gas, Wasser, Shei … – fließende Medien. Studiert heißt der allerdings Gastroenterologe.
Wir sind doch multiprofessionelle Ein-Mann/Frau-Teams in den Schulen. Warum dann nicht auch andere?
Die Frage ist dann nur, ob die Eltern ihre Kinder überhaupt dort anmelden.
Die meisten Hauptschulen hier sind aufgrund sinkender Anmeldezahlen geschlossen worden, da die Eltern an dieser Schulform keine Perspektive für ihr Kinder gesehen haben.
Eltern sind enttäuscht, wenn ich ihrem Kind eine Hauptschulempfehlung gebe und viele wollen dann trotzdem an der Realschule oder am Gymnasium anmelden. Ich empfehle dann meist einen Gesamtschulbesuch.
Hier sind alle Hauptschulen geschlossen und durch die Realschulen übernommen worden. Es gibt außer den Berufskollegs keine Schulen, die den Fokus auf Praxisbezug setzen. Die anderen Schultypen sind abgespeckte Gymnasien, die keinen Mehrwert bieten.
ich finde die Idee einer praxisorientierten Schulart gut – nicht jeder will und kann auf dem Niveau einer Ärztin ausgebildet werden.
Und die werden dann Internistinnen, denn als Chirurginnen bräuchten sie mehr handwerklichen Fähigkeiten und Fertigkeiten.
Praxisbezogene Hauptschule – nannte man doch einst mal Förderschule Lernen… jedenfalls erinnert mich die Beschreibung im Artikel an meine Tätigkeit an einer solchen Schule. Schlecht war es nicht, aber zeitgemäß im Sinne von Inklusion und Teilhaberecht – neue Etikette – 20 Jahre Ruhe.
“zeitgemäß im Sinne von Inklusion und Teilhaberecht “
Es gibt z.B. die Bundesländergruppe A in denen SPF-Schüler*innen überwiegend an Förderschulen unterrichtet werden, in Gruppe B überwiegend an Gemeinschaftsschulen.
Es gibt Bundesländer aus Gruppe B, wo allein die Quote der SPF-Schüler*innen ohne ESA schon höher ist als die Gesamtquote aller Schüler*innen ohne mind. ESA in Bundesländern aus Gruppe A.
Wo sollen Kinder, die später mal einen praktischen Beruf lernen, denn die nötigen Kompetenzen erwerben? Meine Eltern haben einen Handwerksbetrieb und waren früher mit den Azubis aus der örtlichen Hauptschule sehr zufrieden. Jetzt sitzen die zukünftigen Bäcker (die dringend gebraucht werden) mit den zukünftigen Ingenieuren in der Schule. Meine Eltern beklagen, dass die neuen Azubis die einfachsten Fertigkeiten nicht mehr beherrschen.
Und das Schulsystem kann bei Zehnjährigen schon wissen, welcher davon später mal einen praktischen Beruf ergreift? Herzliche Grüße Die Redaktion
Die Grundschullehrkräfte können die aktuell vorliegenden Fähig- und Fertigkeiten ihrer Schützlinge schon ganz gut einschätzen – und allein diese sind Basis für die Empfehlung zur weiterführenden Schule.
Wagen wir zu bezweifeln – Grundschullehrkräfte selbst (im VBE organisiert) übrigens auch: “Das Übertrittsverfahren kommt zu früh, um die perspektivisch mögliche Entwicklung umfänglich erfassen zu können.” Gerne hier nachlesen: https://www.vbe.de/positionen/gesundheit-zufriedenheit/eckpunkte-grundschulempfehlung
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Der VBE kritisiert vor allem die Grundschulempfehlung aufgrund von Notendurchschnitten, sie plädiert für eine unverbindliche Empfehlung auf Beratung der Eltern fußend und bemerkt auch, dass Grundschullehrer aufgrund der langjährigen Zusammenarbeit die Kinder sehr gut kennen….und die Empfehlung eben die Gesamtentwicklung miteinbezieht …..
Es geht um die AKTUELL vorliegenden Fähigkeiten der SuS: Sie bezweifeln ernsthaft die Fähigkeiten der Grundschullehrkräfte, diese einzuschätzen?
„Perspektivisch mögliche Entwicklungen“ sind nie „umfänglich genug erfassbar“: das wäre Glaskugel. Das sind sie weder bei SuS, die aufs Gymnasium wechseln noch bei denen, die eine Realschule/Mittelschule/… besuchen, und dass sind sie weder nach der vierten noch nach der sechsten Klasse noch im Alter von 30 Jahren.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika
Hinweis an die Redaktion:
Da Safari keine Möglichkeit zur Fettung anbietet, dient mir Großschreibung zur Hervorhebung, nicht zum sogenannten „Schreien“.
Nein, wir bezweifeln nicht, dass Grundschullehrkräfte die aktuellen Leistungen eines Schülers einschätzen können. Bei der Schulformempfehlung geht es aber um eine Prognose. Herzliche Grüße Die Redaktion
Es geht um eine Prognose, die auf den aktuell vorliegenden Fähigkeiten beruht.
Man kann diese Prognose auch gern den Grundschullehrkräften aus der Hand nehmen und sie einer darauf trainierten KI überlassen – da würden dann jedoch keinerlei Softskills der Kinder reinspielen. Allein die durch die Notengebung (die jedoch subjektiv durch die Lehrkräfte geprägt ist) und zu absolvierende Tests als objektivierenden Faktor, welche durch die KI ausgewertet werden, gezeigten Fähigkeiten würden der KI zur Erstellung einer Prognose verhelfen. Da ist dann nix mehr mit Migrantenmalus und Arztkindbonus.
Nach meinen Erfahrungen sind die jetzigen Grundschulempfehlungen jedoch eher zu gut, so dass wir im Schnitt 20% Kinder bekommen, deren Leistungen nicht den Anforderungen des Gyms genügen. Eine KI wäre vermutlich deutlich rigoroser in der Empfehlung, weil sie eben nicht Vertrauen in sich noch entwickelnde Fähigkeiten (die eine Lehrkraft auch erkennen kann, wenn sie erst ansatzweise ausgeprägt sind) hat, die Softskills wie Beharrlichkeit, Wille usw. erfassen und werten kann.
Will man alle Kinder zusammen bis Klasse 10 lernen lassen (das war bis auf Spezialschulen in der DDR übrigens der Standard), braucht es dringend viel kleinere Klassen, eine angepasste Ausstattung der Schulen bzgl. Lern- und Lehrmittel/Räumen etc. und deutlich mehr Personal.
Diese Forderung erinnert mich sehr an die Forderungen im Zusammenhang mit Inklusion. Was seit 2015 diesbezüglich passiert ist, wissen Sie selbst: herzlich wenig.
Und jetzt frage ich mich schon, ob „unsere Kinder sind unsere Zukunft – wir brauchen daher gute Bildung“ gesellschaftlicher Konsenz auch dann ist, wenn der Nachsatz lautet: „Das erreichen wir nur mit mehr Personal, kleineren Klassen, angepasster Ausstattung, …, und wir als Gesellschaft WOLLEN das auch bezahlen.
Wenn Politik in Regierungsverantwortung den Willen der mehrheitlichen Gesellschaft repräsentiert, scheint Schulbildung nicht im Willen dieser unserer Gesellschaft zu stehen. Jedenfalls nicht, wenn man statt der Worte mal die Taten anschaut.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika
Man kann auch einfach – siehe Hamburg – der Entscheidung über die weiterführende Schule alles schicksalhafte nehmen, indem man ein zweigliedriges Schulsystem von Gymnasium (G8) und Sekundarschule, die ebenfalls im Erfolgsfall zum Abitur führt (dann als G9), anbietet. Funktioniert offensichtlich wunderbar, wie der Aufstieg von Hamburg in allen Bildungsrankings belegt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“der Aufstieg von Hamburg in allen Bildungsrankings belegt“
Das Hamburg, in dem Schüler*innen mit Migrationshintergrund bei IQB-2024-Mathematik sogar schlechter abgeschnitten haben als die Pendants in NRW und der soziale Gradient mit 51 Punkten bundesweit am höchsten war?
Genau dieses HH.
Ähnliches haben wir in Bayern – von der Mittel-früheren Hauptschule mit M10 weiter zur FOS 🙂
Worin genau besteht der Unterschied von „Gymnasium + Sekundarschule, welche ggf. in 13 Jahren zum Abitur führt“ zu „Gymnasium + Oberschule (10 Jahre) + ggf. Besuch der Abiturklasse eines Oberstufenzentrums, welcher in 3 Jahren zum Abitur führt“? Ich sehe keinen.
In welchen Bundesländern kann man denn nicht nach erfolgreichem Abschluss von Klasse 10 das dreijährige Abitur an einem Gym (dort dann mit Wiederholung von Klasse 10 und zweijährigem Abitur) oder an einer Einrichtung zur Berufsausbildung wie die Oberstufenzentren in BB ablegen?
Wir schon. Im ersten Fall führt jede Schulform zum Abitur, entsprechende Leistungen vorausgesetzt. Im zweiten Fall führt nur das Gymnasium direkt zum Abitur.
Warum immer wieder diese Krücken-Konstruktionen mit zig Schulformen sowie Plus- und Nebenstufen obendrauf, die kein Elternteil versteht? Unsere Vermutung: Um das Alleinstellungsmerkmal (und damit den Nimbus) des Gymnasiums als Schulform, die zum Abitur führt, nicht zu gefährden. Das groteske Ergebnis: In Deutschland gibt es je nach Zählweise 18 bis 25 verschiedene Schultypen, dazu noch euphemistische Umbenennungen wie Hauptschule in “Mittelschule” (Bayern). Und am Ende ein Schulsystem, das niemand mehr versteht und wegen dem Famlien kaum noch von Bundesland zu Bundesland umziehen können.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber das ist eigentlich ja auch chancenungerecht. Eine Eliteschule neben der Restschule. Wenn man konsequent sein wollte, müsste es EINE einzige Schule für alle geben und innerhalb dieser keine E-oder G-Kurse, weil man dadurch diesselbe „gute Bildung“ im E-Kurs für jeden einzelnen verwehren würde. Wie könnte man denn sonst einem Lernschwachen oder gar Lernbehinderten Kind erklären, dass es nicht in den E-Kurs darf, wo die „bessere Bildung“ stattfindet….
Die Prognose fußt auf einer täglichen Begleitung der Lernentwicklung eines Kindes in mehreren Fächern der letzten 4 oder 5 Jahre….
Über einen so langen Zeitraum ist eine Prognose schon weit mehr als ein Blick in die Glaskugel.
Na ja, Sie wagen ja einiges zu bezweifeln, was in der Praxis 1000fach belegt ist. Ich kann leider keinen Link zu irgendeinem Bildungsexperten anhängen. Wenn aber eine Grundschullehrerin nach vier Jahren gemeinsamen Jahren Lernen und Leben nicht weiß, ob ein Schüler eher ein Theoretiker oder ein Praktiker ist, ist irgendwas falsch gelaufen.
“1000fach belegt” sind sehr mäßige PISA-Ergebnisse seit 25 Jahren (vorher hat keiner gemessen), ein sozial ungerechtes Bildungssystem – und 60.000 Jugendliche, die ohne Abschluss die Schule verlassen. Pro Jahr. Ist das eine Bilanz, die keinen Zweifel am System erlauben würde?
Und: Was ist mit den anderen Lehrkräften, die ebenfalls aus praktischer Erfahrung eben nicht Ihrer Meinung sind – und das zu Positionen der beiden größten Lehrergewerkschaften in Deutschland gemacht haben? Was läuft bei denen falsch?
Zumal Ihre implizite These, Kinder würden aufgrund einer “praktischen Begabung” oder einer “theoretischen Begabung” auf Schulformen verteilt, längst überholt ist – gute Schülerinnen und Schüler zeigen meist gute Leistungen in Theorie (Schule) und Praxis (Musikschule, Sportverein), schlechte zeigen meist schlechte Leistungen (oder gar keine) in beiden der vermeintlich sauber trennbaren Bereiche.
“Dreierlei Menschen braucht die Maschine, lautete die gängige Begründung für die drei Schularten: den, der sie bedient, und in Gang hält, den, der sie repariert und verbessert, schließlich, den, der sie erfindet und konstruiert. Die viel zitierte Weisheit stammt aus dem Jahr 1955 und passte zum Wirtschaftswunderland, das soziale Herkunft und Bildungsbeteiligung nicht mehr ganz ungeniert verkoppeln konnte. Die verschiedenen Schulen dienten vorgeblich verschiedenen Begabungen, der Volksschüler war der praktisch, der Gymnasiast der theoretisch begabte Schüler, der eine je eigne Schulform brauchte. (…) Tatsächlich geht natürlich niemand auf die Hauptschule, weil nach der vierten oder sechsten Klasse eine besondere praktische Begabung bei ihm festgestellt wurde. Sondern weil er in Rechnen und Deutsch schwächer ist als die anderen.” Gerne hier nachlesen: https://www.tagesspiegel.de/meinung/wer-ist-der-hauptschuler-5514085.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“ 60.000 Jugendlich, die ohne Abschluss die Schule verlassen. Pro Jahr. Ist das eine Bilanz, die keinen Zweifel am System erlauben würde?”
Wo soll das denn so sein? In DE vermutlich nicht.
Zumindest konnte mir bisher noch niemand belegen, dass tatsächlich jedes Jahr 60.000 junge Menschen die Schullaufbahn in DE ohne mind ESA beenden.
Gerne hier nachlesen: https://www.spiegel.de/start/bildung-zahl-der-schulabbrecher-erreicht-hoechststand-seit-zehn-jahren-a-1ac62e82-07ff-4e97-91dd-d3c34c3b52ed
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Den praktischen Beruf kann man nicht vorhersagen. Ob das Abitur als Schulabschluss erreicht wurde, kann man aber testen:
Anonymisierte Grundschulzeugnisse Klasse 3 von vor 20 Jahren anschauen und auf Abitur oder kein Abitur einordnen. Die Kontrollgruppe rät einfach durch würfeln. Der maximale Schulabschluss ist bei allen Probanden ja bekannt. Wenn die Testgruppe nicht signifikant besser ist als die Kontrollgruppe, ist Ihre Frage mit einem “nein” beantworten.
Kennen Sie das Problem der sich selbst erfüllenden Prophezeihung? Gerne hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Selbsterf%C3%BCllende_Prophezeiung
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es geht bei meinem Vorschlag gerade nicht um eine Prophezeiung, sondern um bereits vorhandene Daten. Nochmal zur Klarstellung:
Man nehme Grundschulzeugnisse von Drittklässlern des Schuljahres 2005/06, anonymisiert sie, so dass nur noch die Fächer mit den Noten zu sehen sind. Dann befragt man Menschen, ob die Schüler mit den Zeugnissen 10 Jahre oder so später das Abitur geschafft haben oder nicht. Diese Daten sind ebenfalls bekannt, weil schon etliche Jahre her.
Die Kontrollgruppe rät durch würfeln. Wenn nun die Menschen nicht signifikant besser abschneiden als die Würfel, dann ist Ihre Frage mit “nein” zu beantworten. Kein Blick in die Zukunft, nur auf die Vergangenheit. Irgendwelche Vorurteile wegen Namen, Geschlecht, Schulstandort usw. gibt es wegen der Anonymisierung auch nicht.
Das heißt, es würde keine Spätstarter unter Schülerinnen und Schülern geben – sondern nur lineare Bildungskarrieren? Glauben wir nicht – aus Gründen: https://www.fr.de/wissen/als-kind-nur-durchschnitt-warum-genau-das-spaeter-zum-erfolg-fuehrt-zr-94091520.html
Dagegen spricht auch die schlichte Tatsache, dass Intelligenz keine Konstante, sondern entwickelbar ist (in beide Richtungen).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Klar gibt es Spätstarter. Typisch für Spätstarter ist, dass sich ihre Fähigkeiten erst später entwickeln. Diese SuS wären am Gym erst mal total überfordert.
Und genau für diese Spätstarter gibt’s die Möglichkeit, nach der zehnten Klasse der Mittel- oder wie auch immer -schule das Abitur in drei Jahren abzulegen (in BB an den Oberstufenzentren), das Abitur auf dem zweiten Bildungsweg entweder in Vollzeit oder berufsbegleitend abzulegen, nach drei Jahren im Ausbildungsberuf ein Studium dieses Zweiges zu absolvieren oder, ganz dreist, auch ohne Berufsabschluss Karriere zu machen (zum Beispiel als Bildungsminister, so wie Frau Willie Hamburg).
Daher sind Schulsysteme auch durchlässig
Auch für die 60.000 Schulabbrecher – pro Jahr? Herzliche Grüße Die Redaktion
Ja, ganz sicher auch für diese…..denn ich gehe davon aus, dass ein relevanter Teil dieser Schulabbrecher einst auf der falschen Schulform gelandet sind und sich jahrelang da gequält haben…..ein weiterer Teil der Schulabbrecher rekrutiert sich höchstwahrscheinlich aus Jugendlichen, die schon in der GS wenig bis gar kein Interesse gezeigt haben….
“… denn ich gehe davon aus, dass ein relevanter Teil dieser Schulabbrecher einst auf der falschen Schulform gelandet sind und sich jahrelang da gequält haben.”
Das wäre dann vorrangig die Förderschule, denn die entlässt die meisten Schülerinnen und Schüler ohne Abschluss. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/01/jeder-zehnte-ohne-abschluss-bildungsminister-bringt-weitere-absenkung-der-standards-ins-gespraech-kapitulation/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wie ist es in Bundesländern in denen SPF-Schüler*innen hauptsächlich an Regelschulen unterrichtet werden, aber nur ca. 10% der SPF-Schüler*innen einen ESA schaffen, während in anderen Bundesländern ca. 30% der Schüler*innen an Förderschulen den ESA erreichen? .
Wenn man den Zahlen von IQB-2024 glauben schenken will, gibt Bundesländer an denen bis zu 5% eines Jahrgangs an den allgemeinbildenden Schulen gar nicht erst mit dem Ziel “mindestens ESA” ausgebildet werden.
Die den Schulbesuch an einer weiterführenden allgemeinbildenden Schule abbrechen.
Die das Bildungsystem ohne anerkannten Schulabschluss verlassen. Herzliche Grüße Die Redaktion
@Redaktion
Wieviele von denen sind “Spätentwickler” und holen den Abschluss später auf anderen Wegen nach?
“das Bildungsystem ohne anerkannten Schulabschluss verlassen.”
Das berufliche Schulsystem sollte man m.M. schon auch zum Bildungssystem zählen, denn auch dort werden anerkannte Schulabschlüsse vergeben. Übrigens auch an SPF-Schüler*innen oder Schüler*innen mit Migrationshintergrund, die das z.B. an Gemeinschaftsschulen nicht geschafft haben.
Macht man doch. Berufschulen/Berufkollegs sind Schulen der Sekundarstufe II für die die Schulpflicht gilt. Diese endet am Ende des Schuljahres, in dem der Schulpflichtige das 18. Schuljahr vollendet.
Bei der Zahl der angeblich 60.000 angebliche “Schulabbrecher” werden aber nur SuS gezählt, die eine allgemeinbildende Schule ohne ESA verlassen haben.
“in dem der Schulpflichtige das 18. Schuljahr vollendet.”
Wann die Schulpflicht endet, hängt vom jeweiligen Bundesland ab.
In manchen z.B. erst zum Ende des Schuljahres in dem das 21. Lebensjahr vollendet wird.
Wenn die Schulabbrecher während ihres Schulbesuchs durch ihre Leistung gezeigt hätten, dass sie eigentlich ans Gymnasium gehören: selbstverständlich! Wir nehmen regelmäßig SuS aus der Oberschule auf. Deren Leistungen sind jedoch so, dass sie entweder aus eigener Entscheidung oder der Empfehlung ihrer Lehrer wechseln.
Mal zum Verständnis: die Zahl 60.000 bezeichnet tatsächlich SchulABBRECHER, also SuS, die vor dem Ende von Klasse 10 die Schule verlassen, oder meinen Sie SuS, welche nach Klasse 10 die Schule ohne Abschluss verlassen?
Bezeichnet zumindest nicht die Anzahl der SuS , die ihre Schullaufbahn ohne mind. ESA beenden.
Einfach mal die Schulsysteme der 8 Bundesländer genauer betrachten, die bei der Quote an Schüler*innen ohne mind. ESA auf den Rängen 9 – 16 stehen.
Nu aber mal nich so kommen, ja?
Ja, viele sind in pädagogischen Maßnahmen und kommen dann später über die ehmalige “Abendrealschule” – jetzt Weiterbildungskolleg – zum Abschluss. Oder über die Reha Maßnahmen der Arge in Ausbildung.
Viele Azubis in Betrieben, die ich kenne, sind über 20.
Witzig, die meiste Zeit beschweren sich hier Lehrkräfte über die Durchlässigkeit ^^
Ich halte es für sehr unwahrscheinlich, dass es relevant viele Menschen gibt, die nach mehr als 20 Jahren ihr Abitur nachholen.
Brauchen die auch nicht. Nach einer Ausbildung (eventuell noch Meister oder Techniker) kann ich doch auch so studieren.
Ich glaube schon, dass ich als Lehrerin nach vier gemeinsamen Grundschuljahren abschätzen kann, in welche Richtung es geht. Und wenn nicht, ist unser Schulsystem entgegen aller Behauptungen auf dieser Seite durchlässig.
Ich habe in meinem Freundeskreis hauptsächlich Handwerker, die in ihrem Beruf sehr glücklich sind und teilweise sehr gut verdienen, vor allem wenn sie selbstständig oder an einem Betrieb beteiligt sind. Schade, dass bei Berufen oder Schullaufbahnen mit viel Praxisbezug so negativ berichtet wird.
Wir glauben nicht, dass Sie das in jedem Fall abschätzen können – bei allem Respekt. Gerade bei Migrantenkindern, die sprachlich in Deutsch (noch) nicht sattelfest sind, wird das Potenzial häufig verkannt. Gerne mal hinhören, was die GEW-Vorsitzende von Nordrhein-Westfalen (aus persönlicher Erfahrung) dazu sagt: https://www.news4teachers.de/2025/12/sorgt-die-fruehe-aufteilung-der-kinder-fuer-ungerechtigkeit-in-der-bildung-das-gegliederte-schulsystem-streitpunkt-im-buergerrat-talk/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Gerade bei Migrantenkindern,”
Es gibt Bundesländer, in denen nach der Grundschule z.B. auf Gymnasium oder Gemeinschaftsschule gewechselt werden kann, die ja beide den Weg zum Abitur bieten. Ich habe nicht mitbekommen, dass in diesen Bundesländern die IQB-Ergebnisse oder die Abiturientenquote dieser Kinder besonders hoch wären oder die Quote dieser Schüler*innen, die ohne ESA abgehen, besonders niedrig. Eher das Gegenteil.
Ganz ehrlich, natürlich kann ich das Potenzial auch von Kindern mit unzureichenden Deutschkenntnissen ziemlich gut einschätzen…..Ich sehe doch den Lernzuwachs in allen Fächern, ich sehe, wie schnell Kinder sich Kompetenzen aneignen. Die Sprache ist da nur eine Komponente….
Wir haben einige Kinder, die kommen bei uns im Laufe der Grundschulzeit so reingestolpert, können die Sprache nicht, sind nicht in unserer Schrift alphabetisiert und verlassen unsere Schule mit einer Gymnasialempfehlung, weil wir wissen, dass sie auch in kurzer Zeit im sprachlichen Bereich werden mithalten können…..weil sie in allen anderen Fächern richtig gute Leistungen zeigen.
Und es gibt Kinder, da wissen wir, dass sie sich nicht nur mit der Sprache schwertun, sondern auch mit allen anderen Inhalten….und die bekommen dann eben eine entsprechende Empfehlung….
Wir liegen mit unserer Einschätzung nur sehr selten falsch…. (Das wissen wir deshalb, weil wir viele Schulkarrieren unserer ehemaligen Schüler im Blick behalten….)
Es gibt dabei zwei Problemfelder, die eine noch so fundierte Prognose nicht aus der Welt bringt: Erstens, die sich selbst erfüllenden Prophezeihungen – wenn ein Kind aufgrund einer (möglicherweise falschen) Empfehlung auf einer Schulform landet, passen sich die Leistungen im Lauf der Zeit dieser an (was die falsche Empfehlung dann vermeintlich bestätigt). Was hätte werden können, wenn die Empfehlung anders ausgefallen wäre, ist damit eben nicht gesagt.
Zweitens: die Grenzfälle. Natürlich gibt es Kinder, die sich leicht einer Schulform zuordnen lassen. Es gibt aber auch viele, bei denen das nicht der Fall ist. Und dabei spielen dann bei der Empfehlung (wie man aus Lehrkräftebefragungen weiß) die äußeren Rahmenbedingungen eine Rolle, ob zum Beispiel – nach Einschätzung der empfehlenden Lehrkraft – die Familie in der Lage ist, einem Kind Unterstützung zu geben. So kommen dann am Ende die strukturell bedingten Chancenungleichheiten zustande, die wissenschaftlich vielfach belegt sind. Wie hier: https://www.ifo.de/pressemitteilung/2023-04-18/chancenmonitor-2023-bildungschancen-haengen-stark-vom-elternhaus-ab
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“Empfehlung auf einer Schulform landet, passen sich die Leistungen im Lauf der Zeit dieser an“
Nach dieser Logik müsste man alle Kinder aufs Gymnasium schicken, da die ja dann mit der Zeit auch Leistungen auf Gymnasialniveau zeigen würden.
Selbstverständlich führen anregende Umgebungen zu kognitiv positiven Entwicklungen – und umgekehrt. Ist doch wohl Binse.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Merkwürdig: wieso bekommt dann nicht jeder, der aufs Gym geht, dann auch das Abitur? Die „anregende Umgebung“ ist doch da?
Oder warum gibt es Bundesländer, in denen 30 % bis 40% der Schüler*innen an Gymnasien nicht mal die IQB-Standards für den mittleren Abschluss (MSA) erreichen.
Vermutlich, weil die anregende Lernumgebung des Gymnasiums nicht anregend genug für diese SuS ist 😉
Weil die Unterrichtsversorgung massiv eingebüßt hat, die Schulsysteme sich jahrzehntelang nicht moderniesierten und – anders als behauptet – die Standards hier eben nicht abgesenkt wurden?
„wenn ein Kind aufgrund einer (möglicherweise falschen) Empfehlung auf einer Schulform landet, passen sich die Leistungen im Lauf der Zeit dieser an…“
Bei völlig überforderten Kindern auf einem Gymnasium ist das leider nie der Fall….
Bei unterforderten Kindern schließe ich Ihre Behauptung nicht völlig aus…..Aber, unser Schulsystem ist durchlässig und eine Korrektur nach oben ist möglich…..abgesehen davon, dass bei uns die meisten Eltern wählen zwischen Gymnasium, Gesamtschule und Sekundarschule…..bei den beiden letzteren ist es quasi unmöglich die falsche Schulwahl getroffen zu haben….
Wären Sie denn dafür, dass Deutschland das gegliederte Schulsystem aufgibt, eine Gemeinschaftsschule bis etwa 15 Jahre macht, und dann ein dreijähriges Aufbaugymnasium für diejenigen, die die entsprechenden Noten und Neigung haben, dranhängt?
Nein. Wir wären für ein zweigliedriges System nach Hamburger Vorbild: Gymnasium neben Stadtteilschulen, die alle Abschlüsse anbieten.
Das Gymnasium lässt sich in Deutschland nicht abschaffen. Wir wären allerdings sehr dafür, es dann auch zu einer Schulform für wirklich leistungsfähige und -willige Schülerinnen und Schüler zu machen (und nicht zu einer sozial herausgehobenen Schulform, wie es sich derzeit in Deutschland darstellt).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Warum gerade eine Schulsystem in dem Kinder mit Migrationshintergrund bei IQB-2024-Mathematik deutlich schlechter abgeschnitten haben als der DE-16-Schnitt und sogar schlechter als die Pendants in NRW?
Vorsicht, Sie sind kurz davor eine eigene Meinung anzudeuten. Nicht dass jemand Sie fragt, welches System sie – konkret – für geeigneter halten 😉
In der IFO-Studie zur Bildungsgerechtigkeit belegte HH beim absoluten Chancenverhältnis zum Gymnasialübertritt untere /hohe Schicht Rang 11, beim relativen Wert der Chancengerechtigkeit Rang 6.
Bei IQB-2024-Mathematik hatte HH mit 51 den höchsten sozialen Gradienten aller Bundesländer, deutlich über dem Bundesschnitt von 40.
Die Schüler*innen mit Migrationshintergrund erzielten in HH mit 431 nicht nur signifikant schlechterer Werte als der Bundesschnitt von 439 Pkt, sondern lagen auch noch hinter BL wie NRW.
Das Problem daran ist bloß, die Stadtteilschulen möchten die meisten Eltern lieber meiden…
Womit wir beim Kernproblem des gegliederten Schulsystems wären: dem sozialen Dünkel. Herzliche Grüße Die Redaktion
Das ist allenthalben nur die halbe Wahrheit….
Sehr viele Eltern machen sich ganz, ganz viele Gedanken über die Schulwahl und sozialer Dünkel spielt da mMn nur eine sehr untergeordnete Rolle. Wenn die Schulform klar ist, dann geht es im nächsten Schritt Schulen der präferierten Schulform in den Blick zu nehmen. Wenn es dabei um sozialen Dünkel ginge, würden Eltern bei uns z.B. zwei Gymnasien in der Innenstadt wählen, die im Ruf stehen vor allem Unternehmenskinder, Juristenkinder, etc. zu unterrichten…..sie werden aber von unseren Eltern nur sehr selten gewählt…..gleiches Spiel bei den beiden Gesamtschulen in der Nähe…..da wird die gewählt, die tatsächlich darauf achtet, dass eine Drittelung stattfindet und nicht die, die den deutschen Schulpreis gewonnen hat…..
“… und sozialer Dünkel spielt da mMn nur eine sehr untergeordnete Rolle.”
Unserer Meinung nach nicht – und die können wir auch begründen: Was, wenn nicht Dünkel, treibt Eltern zu einer G9-Initiative an, wenn doch G9 für jeden Schüler über Stadtteilschulen möglich ist? Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2024/08/zerschlagen-eltern-ein-funktionierendes-schulsystem-initiative-will-volksbegehren-zur-rueckkehr-zum-g9-abitur/
Das Volksbegehren ist übrigens gescheitert.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Weil diese Eltern ihre Kinder eben nicht auf einer Gesamtschule sehen….daher eben die Petition für G9….
Um die wirklichen Beweggründe zu erforschen, muss man Eltern befragen….macht tatsächlich aktuell unser Schulträger…..um genau das zu untersuchen….und die Schullandschaft entsprechend vorzuhalten….
Und nur weil man kein Fan einer Gesamtschule ist, hat man noch lange keinen sozialen Dünkel…..
Mit Drittelung kannse eben keine Schulpreise gewinnen. Da werden dann die bedingt RS-Empfohlenen als Hauptschüler ausgegeben.
Genau. Es geht nicht um Dünkel, sondern um das, was besser für das Kind erscheint. In vielen Stadtteilschulen soll das Niveau einfach furchtbar niedrig sein. Ich habe da mit Lehrern gesprochen, die meinen, Kinder in der 8. Klasse können nicht 2 sinnvolle zusammenhängende Sätze mehr formulieren. Ich glaube das macht es verständlich, dass jeder sein Kind, das es vielleicht irgendwie am Gymnasium schaffen könnte, erstmal da anmelden will.
Meine Rede.
Allerdings sollten die GemS oder Gesamtschulen dann auch nicht mehr so stiefväterlich behandelt werden.
Um in jeder Sekundarschule die Klassen 11-13 bilden zu können, müssen die Klassen 5-10 entsprechend groß im Sinne von vielzügig sein – sonst hat man nicht genug SuS, um die Kurse in der SEK 2 aufmachen zu dürfen. Das ist in Stadtstaaten ohne weiteres möglich. In Flächenländern wie BB bedeutet das jedoch, dass die Kinder nicht mehr zur nächstgelegenen Stadt in die zweizügige Oberschule (im Schnitt höchstens 10km) fahren, sondern dass große Sekundarschulzentren entstehen müssen, die dann durchaus 30-40km oder noch weiter vom Wohnort entfernt sind. Fahrtzeiten zur Schule (einfache Strecke) mit dem Schulbus nicht unter einer Stunde….
Stadtstaaten und Flächenländer sind aus vielerlei Gründen nicht vergleichbar.
Gilt so für NRW nicht, da gehen die Sekundarschulen – als GE Light – nur bis zum 10. Jahrgang. Im Regelfall sind sie drezügig, da GE mindestens vierzügig sein müssen.
Ich bezog mich auf die Redaktion, die das Hamburger Stadtteilschulenmodell bevorzugt.
Warum schreiben Sie dann nicht auch Stadtteilschule?
Alle allgemeinbildenden, weiterführenden Schulen, die auf die Primarstufe aufbauen, sind Sekundarschulen, die einen Schulen der SekI, andere Schulen der SekI+II oder wie Berufliche Schulen Schulen der SekII.
Sekundarschule ist also in erster Linie eine Sammelbezeichnung. Lediglich in NRW ist Sekundarschule eine Bezeichnung für eine bestimmte Schulform. Das ist halt das Grundproblem des Föderalismus, besonders des Bildungsföderalismus, der Wirrwarr der Begrifflichkeiten.
Eine Gemeinschaftsschule in SH ist auch nicht dasselbe wie eine GemS in NRW. Aus diesem Grund fallen auch Diskussionen wie hier bei 4teachers so schwer, weil die Begrifflichkeiten tlw. unterschiedlich definiert sind.
Noch mal für arme, nichtverstehende dickebänke:
Die Redaktion würde am liebsten das Hamburger Schulmodell (Gym plus Sekundarschule, welche das Abitur anbietet) als Schulsystem allüberall eingeführt wissen, weil dieses ihrer Ansicht nach am gerechtesten wäre und am wenigsten Schulabbrecher und am meisten Abiturienten hervorbringen würde.
Ich führte daraufhin aus, welche Probleme dies in einem Flächenland wie z.B. BB mit sich brächte.
Jetze klar? 😉
LG, Mika
“am wenigsten Schulabbrecher”
Eigentlich eher das Gegenteil.
Siehe als Beispiel Schleswig Holstein, mit Gym/GEM, wo die Quote ohne ESA so hoch ist wie keinem anderen Bundesland im Westen, kaum SPF-Schüler*innen den ESA an der Gemeinschaftsschule schaffen und auch extrem viele SuS ohne deutsche Staatsangehörigkeit die GEM ohne ESA verlassen. Von den 9,7% , die dort ohne ESA von der GEM abgehen, haben ca. 90% SPF oder Migrationshintergrund. Die SuS mit Migrationshintergrund schnitten dort bei IQB-2024 auch schlechter ab als die Pendants in NRW, obwohl der Anteil an der Gesamtschülerschaft in SH deutlich geringer ist.
Die Stadtteilschulen in HH, welche das Abitur anbieten, haben laut Liste (Wikipedia) in der Regel über 1000 SuS. In BB besuchen im Schnitt 320 SuS (Zahlen des MBJS für 2023/24) eine Oberschule. Sie müssen also mindestens 3 Oberschulen zusammenlegen. Die üblichen Städte haben eine Oberschule und meistens (nicht immer) ein Gymnasium.
Die SuS müssen also ab Klasse 7 unter Umständen nicht in die nächste, sondern die über- oder über-übernächste Stadt fahren.
Raum ohne Volk, ist leider in den östlichen Bundesländern so. Alle Fünf plus Gesamt- Berlin haben weniger Einwohner als NRW. Und eine Bevölkerungsdichte wie HH erreichen die Flächenländer ebenfalls nicht.
Das typische Beispiel ist die Polizeistärke in MV. Im Prinzip nicht mehr Einwohner als K/LEV., aber je 10.000 Ew. deutlich mehr Polizist*innen. Nur die Landkreise in MV haben flächenmäßig eine Größe wie andernorts Regierungsbezirke. Daher hinken – siehe Oberschulen – häufig direkte Vergleiche.
Fräulein Rottenmeier und ich sprechen aber aus der Praxis, nicht aus der Theorie.
Das tut der VBE – eine Lehrergewerkschaft, die insbesondere Grundschullehrkräfte vertritt – auch. Gerne nochmal: “Das Übertrittsverfahren kommt zu früh, um die perspektivisch mögliche Entwicklung umfänglich erfassen zu können.”
Die größte Lehrergewerkschaft in Deutschland, die GEW – bestehend aus Praktiker*innen -, meint dazu: “Keine der Methoden löst das Grundproblem: Bei zehnjährigen Kindern kann es keine eindeutige Diagnose für deren zukünftige Schullaufbahn geben. Das grenzt an Hellseherei.” Gerne hier nachlesen: https://www.gew-nrw.de/neuigkeiten/detail/wer-entscheidet-ueber-den-schulwechsel-nach-klasse-4
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Eine Kollegin von mir ist bei der GEW und gibt noch genau fünf Unterrichtsstunden pro Woche. Eine Klassenleitung hat sie deshalb nicht mehr und schreibt also auch keine Empfehlungen. So viel zur Praxis.
Soll heißen: GEW- und VBE-Mitglieder arbeiten alle gar nicht richtig – und nur Sie wissen, wie Praxis funktioniert? (Weshalb Sie natürlich immer richtig liegen!?)
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Personalrätin. Also nichts Anderes als ein Betriebsratsmitglied in der freien Wirtschaft. Die werden nämlich ebenfalls für ihre Arbeit als Betriebsräte freigestellt.
Ich bin seit 25 Jahren Grundschullehrerin und habe zu vielen ehemaligen Schülern noch Kontakt. Bei den meisten hat sich bestätigt, was ich nach der 4. Klasse eingeschätzt habe. Wenn man z.B. eine AG zu Holzarbeiten anbietet (zur Zeit personell leider nicht möglich) sieht man, wer mit Begeisterung und viel Geschick dabei ist und wem es eher nicht liegt. Das gleiche gilt für eher wissenschaftlich-theoretische Aufgaben. Ich sage “bei den meisten”, natürlich nicht bei allen.
Kinder mit Migrationshintergrund und sprachlichen Problemen sind ein völlig anderes Thema. Sie brauchen eine spezielle sprachliche Förderung, egal an welcher Schulform.
“Kinder mit Migrationshintergrund und sprachlichen Problemen sind ein völlig anderes Thema. Sie brauchen eine spezielle sprachliche Förderung, egal an welcher Schulform.”
Die müssen nicht in der Grundschule lernen, was sie später arbeiten können?
Zum wiederholten Male. Warum erkennen Sie nicht an, dass die Bildungswege vielfältig und vor allem durchlässig sind. Wenn ein Kind nach der 4. Klasse auf die Realschule oder auf die Hauptschule geht, bedeutet dies noch lange nicht, dass kein Abitur erreicht werden kann. Leider wird das viel zu wenig betont und auch den Eltern nicht vermittelt, sodass der Run auf das Gymnasium nach Klasse 4 ungebrochen ist, egal ob das Kind den Anforderungen gerecht wird oder eben auch nicht.
“…bedeutet dies noch lange nicht, dass kein Abitur erreicht werden kann.”
Nein, aber es bedeutet, dass der Weg zum Abitur deutlich komplizierter, aufwändiger und nicht ohne schwer zu nehmende Übergänge möglich ist.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Könnten Sie Ihre Auffassung „deutlich komplizierter, aufwändiger und nicht ohne schwer zu nehmende Übergänge“ bitte erläutern? Ich nehme das nämlich nicht so wahr.
Bei uns (BB) wechseln SuS vom Gym auf Oberstufenzentren, um das Abitur in 13 Jahren abzulegen, SuS der Oberschule nach Klasse 9 oder 10 auf Gymnasien (letztere wiederholen die Klasse 10), SuS der Oberschulen auf Oberstufenzentren.
Ihre Annahme, dass all diese SuS schon ein Jahr eher das Abitur hätten ablegen können, ist: eine nicht belegte Annahme. Diese SuS waren in Klasse 6 der Einschätzung ihrer Grundschullehrer eben nicht soweit, dass sie das Gymnasium erfolgreich hätten absolvieren können – Sie haben es an anderer Stelle beschrieben: Spätstarter.
Wie wollen Sie zum Beispiel migrantischen Eltern, die das deutsche Schulsystem nicht kennen, “Oberstufenzentren” erklären – während andere Kinder bis zum Abitur auf ihrer Schule bleiben können?
Zumal es diese Schulform nur in Berlin und Brandenburg gibt. Andernorts gibt’s wieder anderes (“Berufliche Gymnasien” etwa in NRW). Wer soll da durchblicken? Und: Was ist denn, wenn die Familie mal umziehen muss?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Man muss sich dann eben die Zeit nehmen, migrantischen Eltern das Schulsystem zu erklären….auch viele nicht migrantische Eltern haben keinen Überblick…..
Und: Umziehen ist für jeden Schüler schwierig…..Föderalismus lässt grüßen….
Die migrantischen Eltern wissen alle, was ein Berufskolleg ist und melden sich das auch ganz fleißig an. Viele gehen auch an Gesamtschulen … kein Problem. Was viele Eltern nicht kennen (und auch nicht kennen lernen wollen), ist die duale Ausbildung. Sie unterschätzen das ganz gewaltig. Vielleich sollte man doch auch die Stimmen aus der Praxis hörer?
Der Anteil, derer, die in den relevanten Zeiträumen umziehen, liegt im Promillebereich.
Wenn das Kind migrantischer Eltern in Klasse 6 die Fähigkeiten für das Gym aufweist (Notensummenkriterium, Grundschulempfehlung), bekommt es automatisch den Platz am Gym. Wenn dasselbe Kind in Klasse 10 diese Leistungen zeigt, wird es diesbezüglich von der Schule beraten und unterstützt. Das betrifft migrantische Kinder mit ihren Eltern genauso wie nichtmigrantische Kinder mit ihren Eltern. Der Faktor „Migrant“ ist da völlig unerheblich, da es um die gezeigten Fähigkeiten und Fertigkeiten geht.
Was für eine Vorstellung haben Sie eigentlich von unserer Arbeit?!
Wir berichten täglich darüber – sehen aber leider auch das Scheitern des Systems. Herzliche Grüße Die Redaktion
Sie vermengen in Ihrer Argumentation übrigens zwei Bereiche.
Der eine Punkt ist, dass Ihrer Ansicht nach jede weiterführende Schule (so wie in HH) das Abitur anbieten sollte. Dazu habe ich bereits etwas geschrieben, siehe hier:
https://www.news4teachers.de/2026/01/fdp-will-die-sterbende-hauptschule-wiederbeleben-als-praxisschule-die-kinder-fuer-die-spaetere-arbeit-in-gastronomie-oder-pflege-heranziehen-soll/#comment-770232
Der zweite von Ihnen angeführte Punkt ist hiervon jedoch völlig unabhängig, nämlich dass jedes Land Bildungshoheit besitzt („Wer soll da durchblicken? Und: Was ist denn, wenn die Familie mal umziehen muss?“).
Wenn Ihnen das missfällt und Sie eigentlich ein einheitliches Bildungssystem für ganz Deutschland wollen, sollten Sie das auch genauso benennen und ggf. eine Veränderung von Art. 70 Satz 1 des GG fordern.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika
Zu Ihrem ersten Absatz: Dolmetscher an die Schulen abordnen für die Eltern-Gespräche über die weitere Schullaufbahn.
Zum zweiten Punkt: Abschaffung des Föderalismus im Bildungssystem. (Das Problem haben alle, auch Familien ohne Migr.-Hintergrund)
Was für ein Gehampel, sorry, um ein völlig wirres Schulsystem irgendwie zu retten.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wieso lesen Sie aus meinem Kommentar heraus, dass ich dieses “völlig wirre Schulsystem” retten will? Ich wäre, als ersten Schritt, für die Abschaffung des Bildungs-Föderalismus. Das würde schon einmal die von Ihnen genannten Probleme ” (wie sollen Eltern da durchblicken” und “Umzug der Familie in ein anderes BL”) schon einmal enorm verringern. 🙂
Ja, was? Sie hat doch recht….
Um ein einheitliches Schulsystem zu schaffen, muss es raus aus dem Förderalismus…..sonst wird das nix…..Sie können das Gehampel nennen…..
Es geht nicht (nur) um diese Forderung – es geht um das Dauergewürge in Deutschland um die Schulstruktur: G8, G9, sechsjährige Grundschule, vierjährige Grundschule, dreigliedriges Schulsystem, zweigliedriges, mal mit, mal ohne Mischformen, Hauptschulen, die Mittelschulen heißen (Mittel zwischen was denn?), Sonderschulen (die Förderschulen heißen, als würde in anderen Schulen nicht gefördert) obendrauf…
Wie viele Ressourcen verbrennt dieses gigantische Durcheinander? Es wäre übrigens nur ein Länder-Staatsvertrag nötig, um hier mal aufzuräumen. Man muss nicht gleich die Länder abschaffen wollen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich gebe Ihnen da durchaus recht. Ich selber finde da auch schon lange nicht mehr durch und aus diesem Grund verweise ich immer auf die Informationsveranstaltung der Stadt, die das gerne für die Eltern auseinanderklamüsern darf…..bei mir hörte es tatsächlich bei den Sekundarschulen auf, da geriet ich in Erklärungsnöte auf dem Elternabend der vierten Schujahre, das System kompetent zu erklären…..nun kommt demnächst noch ein Bildungskampus dazu…..um die Verwirrung wirklich perfekt zu machen….
Übrigens:
„ Über 30 Prozent der Studierenden an der TU Darmstadt haben kein allgemeines Abitur. Der Weg über die Ausbildung ist inzwischen ein häufig begangener und erfolgreicher Weg.“
Gern hier nachlesen:
https://www.news4teachers.de/2026/01/unbesetzte-lehrstellen-unversorgte-jugendliche-schulen-sollen-gegensteuern-mit-verbesserter-berufsorientierung/
Zumindest sollte man nach vier Jahren einschätzen können, in welche Richtung es geht. Das sage ich nach 25 Jahren in der Praxis.
Und andere Praktiker*innen – siehe GEW, siehe VBE – sagen etwas anderes. Herzliche Grüße Die Redaktion
Die Schule kann einem Handweksbetrieb – in Ansätzen – ähneln,
wie zB die früheren Schulküchen, die kleine Betriebe waren, die Kenntnisse ( Ernährung, Gesundheit, Psychgrundlagen….) plus soziale Grundlagen ( mit anderen sprechen, interagieren, auch Konflikte ausleben [ Burger oder Vegetarisch, usw 😉
diese Möglichkeiten gaben.
Auch Kalkulation und Buchführung kamen nicht zu kurz; allesinallem war das klasse und
@ Hysterican “Yummi” Yummi 🙂
Arbeitslehre mit Technik und Hauswirtschaft ist doch Hauptschuldidaktik vom Feinsten und deshalb nix für RS und GY. Das reicht höchstens noch für Gesamtschulen und wird da auch immer theoretischer, weil kostet zu viele Lehrkräftestunden – wegen RiSU und so.
…..Und dann wundern wir uns, wenn unsere Handwerker und viele andere auch immer theoretischer werden oh men, oh women
PS: vor “oh men, oh women” war ein Verkehrte-Welt, nowerdings Kognitive-Dissonanz-Smiley 🙂
Warum ist es ein Problem, wenn Realschulen einen Hauptschulzweig anbieten? Hauptschulen gliedern im Jahrgang doch auch auf nach 10A mit dem Ziel eines HS-Abschlusses (EESA) und 10B mit dem Ziel der mittleren Reife (MSA). Beide Schulen bieten daher doch eh die selben Anschlussmöglichkeiten an.
Weil dann die Eltern ihre Kinder nicht mehr auf der Realschule anmelden … so oft gesehen.
Ja, ganz oft gesehen…..unsere Realschule im Quartier leidet darunter seit Jahren ganz massiv. Da nutzt es auch nicht, wenn die wirklich jedes noch so tolle Programm auf die Beine Stellen und anbieten…..die sind durch…..von unseren Kindern geht schon seit einigen Jahren wirklich niemand mehr hin….sehr, sehr schade für die Schule….es ist eine wirkliche Resteschule geworden….
Und das ist politisch ja auch so gewollt….indem man die Realschulen zwingt einen Hauptschulzweig anzubieten und die Kinder gemeinsam bis Klasse 6 unterrichtet werden (ohne Diff-Kurse), werden keine Kinder mit Realschuleempfehlung mehr angemeldet…..die flüchten an die Gesamtschule oder Sekundarschule oder an die private Realschule….
Man schwächt die Realschulen so massiv, dass man sie schließlich zumachen kann….wie die Hauptschulen es ja schon erlebt haben….
Ist das eigentlich auch eine “selbsterfüllende Prophezeihung”? Frage für einen Freund.
Tja, aber das wird irgendwie nicht so richtig öffentlich thematisiert. Wir wehren uns auf jeden Fall mit Händen und Füßen gegen einen solchen Zweig.
Sie wehren sich genau so lange, bis der zuständige Dezernent es einfach von oben bestimmt und schwupps, dann haben Sie Ihren Zweig…..und es wird Ihnen dann suggeriert, dass es doch einfach ist, jedes Kind bis Klasse 6 einschließlich individuell zu fördern……
Strukturen, wie an einer Gesamtschule mit Diff-Kursen, werden Ihnen vorenthalten und natürlich auch zusätzliche Ressourcen…..
Dann stehen Sie ab diesem Zeitpunkt mit dem Rücken an der Wand…..und Sie können dabei zuschauen, wie auch noch die letzten wirklichen Realschüler reißaus nehmen…..
Und natürlich wird dies nach Möglichkeit nicht öffentlich diskutiert, wenn es keiner in die Öffentlichkeit bringt….
Ist übrigens dasselbe Vorgehen, wie bei uns der Schulträger in seltener Allianz mit der Schulaufsicht beschlossen hat, dass bei uns alle Startchancenschulen GL- Schulen werden….mit der Argumentation, dass ja nun genügend finanzielle Mittel vorhanden seien…..ohne Rücksicht auf die individuelle Lage der einzelnen Schule, ohne auch nur einmal das Schulgebäude und die Räumlichkeiten in den Blick zu nehmen…..
Die Hauptschule ist nunmal ein Auslaufmodell! Es sei denn sie wird von der Schulaufsicht rechtswidrig gepuscht! Das Modell Realschule plus Hauptschulzweig ist eine Mogelpackung! In der Regel eine Hauptschule mit Realschulverästelung! Den Praxisbezug zu betonen ist sehr gut, nur werden sie dann halt im Theorieteil scheitern! So wie jetzt in der Fahrschule! Glaubt wirklich jemand, dass diese in der Pflege eingesetzt werden können! In welchem Handwerk? Gastronomie – ein wenig attraktiver Arbeitgeber und bei dem Gedanke, dass diese mit Speisen umgehen, hygienisch sauber arbeiten, am Wochenende, wer glaubt das schon? Bei einem der letzten Verfahren im Rahmen des Erhalts von Haupt- und Realschulen betonten die Befürworter (Gymnasialelternpflegschaft), dass man die Schulen zur Abschulung brauchen! Der Erhalt ist der Versuch der Wiederbelebung einer Mumie! Warum nicht gleich wieder die gute alte Volksschule einführen? Ein Schulleiter verstieg sich zu der Behauptung im Spiegel: “Nicht jeder muss Abitur machen!” Noch Fragen! Und diese Realschule hat nicht einmal Hauptschulniveau! Die weitere Aufspaltung ist also nicht zielführend!
Ich werte nicht die Hauptschule, sondern die Realschule das Auslaufmodell. Die eigentlich guten Realschüler sind heute mittelmäßige bis schwache Gymnasiasten auf dem Gymnasium. Die Lücke füllen Hauptschüler, die auf der politisch verbrannten Hauptschule nicht angemeldet werden. Somit sind bezogen auf die Klientel die verbliebenen Realschulen die früheren Hauptschulen.
Realien unterrichten auch heute schon die GY. Die RS ist so unnötig wie ein Kropf, zumal selbst die HS 10 Jahre dauert.
„Das ist traurig. Ich möchte doch, dass mein Handwerker eine ebenso exzellente Schulbildung genossen hat wie mein Arzt.“
Mir hingegen ist es völlig egal, ob mein Handwerker Gedichte interpretieren kann oder höhere Mathematik beherrscht.
Mittlerweile kann man sogar ohne Abi Arzt werden. Es wird hæufig vergessen, dass es im deutschen Schulsystem viele Wege zum Ziel gibt.
Man vergisst auch leicht, dass formelle Schulbildung nicht alles ist im Leben. Letztens war ein Handwerker bei mir, er war Hauptschüler gewesen, hatte dermaßen weitreichende Interessen: Politik, Geographie etc. Er verdiente gut und konnte sich sein Hobby, Reisen, leisten.
Er war voll zufrieden mit seinem Leben.
Aus meiner Grundschulzeit würde ich das bestätigen. Viele, die damals an der Hauptschule gelandet sind, sind heute Handwerker mit guter Auftragslage und Eigenheim…
Die Hauptschule auf dem Land vor 30 Jahren konnte das. Mittlerweile hat man sie so verkommen lassen, dass man ihren Schülern nichts mehr zutraut. Lange Zeit landeten dort die Problem-Schüler, die es anderswo nicht schafften. Jetzt hat die Realschule diese Rolle in NRW übernommen => Mehr Herausforderungen aber weniger Lehrer mit großen Klassen. Braucht man da ne Glaskugel?
Zur Behauptung,
“weil Kinder damit de facto frühzeitig und dauerhaft von Bildungsinhalten ausgeschlossen würden. „Das ist traurig. Ich möchte doch, dass mein Handwerker eine ebenso exzellente Schulbildung genossen hat wie mein Arzt.“”
Das ist dumme Polemik. Auch das mehrgliedrige Schulsystem ist durchlässig; schon wir hatten Mitabiturienten, die erst einmal in der Hauptschule waren.
Ist eine Schulbildung nur exzellent, wenn sie Gymnasialniveau hat? Sicher nicht. Im Gegenteil ist sie schlecht, wenn sie mit dem Dogma “Exzellenz für alle” sämtliche Kinder über einen Kamm schert und dabei die intellektuell besten langweilt und das weniger intellektuelle Drittel verliert (Frankreichs Schulsystem). Dieses System mutmaßlich nach Hatties Geschmack produziert zwischen 5% und 10% Abiturierte, die nicht richtig lesen und schreiben können, und treibt eine harte und unerbittliche Auslese bei den “conseils d’orientation”, wo die 14jährigen definitiv (!) einem Strang der weiteren Ausbildung zugewiesen werden, wobei oft mehr die Interessen der Établissements als die Interessen und Fähigkeiten der Schülerinnen und Schüler berücksichtigt werden. “Du bleibst hier, wir brauchen dich für eine gute Absolventenquote”, auch wenn das den Interessen der Schülerin komplett entgegensteht – jedes Jahr wieder in unserer Provinzstadt.
Mein Handwerker versteht sein Handwerk, aber nicht Latein und Griechisch. Ich verstehe Latein und Griechisch, kann (und darf) aber keine Gasleitung anschließen.
Jeder, was er für seinen Beruf braucht – Latein und Griechisch sind keine exzellente Bildung für Installateure, aber für Historiker und Philologen.
Man sollte den Notenschnitt zum Übertritt anheben, oder gar erst in allen Bundesländern einführen. Dann das Niveau an den Gymnasien wieder anheben. Viele Kinder sind gar nicht geeignet fürs Gymnasium und werden mit großer Anstrengung durchgeprügelt. Spätestens im Studium ist das Versagen dann vorprogrammiert.
Will man politisch nicht, weil das die Abiturquote pro Jahrgang senkt.
Von unseren Abiturienten will nur ca. ein Drittel überhaupt studieren. Der Rest macht ne Ausbildung.
Was für eine volkswirtschaftliche Verschwendung…
Das glaubst auch nur Du. Ob die, die allgemeinbildenden Fächer an ihrer “alten” Schule mit bekannten Lehrkräften oder am BK mit neuen machen, ist doch Latte. Und die Betriebe profitieren von den volljährigen Azubis über die Maßen. So iel zur volkswirtschaftlichen Verschwendung.
Abiturienten müssen trotzdem noch mindestens zwei Jahre zur Berufsschule, wenn sie eine Ausbildung machen.
Wegen des Fachunterrichtes. Und um auf die erforderliche Anzahl von Pflichtstunden zu kommen, kann Fachenglisch und der betriebswirtschaftliche Teil, der auf die spätere Meisterprüfung angerechnet werden kann, belegt werden. Dafür entfällt die Teilnahme am Englisch-, Deutsch- und Geschichtsunterricht, da diese Unterrichtsinhalte ja bereits in der SekII einer weiterführenden Schule absolviert worden sind.
Jo. Deutsch-Geschichte-Englisch sind dann mal 9h im Maximum. Vergleichen Sie gern mit der Stundenzahl am Gym.
Egal, ich verstehe einfach nicht, wo der Sinn liegt, das Abitur abzulegen, wenn man nicht studieren will. Der Hype der Betriebe, lieber volljährige Abiturienten in die Lehre zu nehmen, kam ja erst auf, nachdem diese nicht mehr studieren wollten. Für die Betriebe ist es natürlich viel einfacher, Lehrlinge zu haben, die nicht dem JSG unterliegen. Diejenigen ohne Abitur bleiben dann völlig auf der Strecke. Ein Irrsinn, das alles!
Weil Lernen Spaß macht. Weil man sich Ausbildungsverkürzungen rauslassen kann, weil es finanziell gescheit ist; schreit doch jeder Handwerk hätte goldenen Boden, und wenn man %Rechnen erst zum Abi kapiert kann, das für den eigen Laden doch nicht schaden.
Sonst wird die ganze Sache doch einfach nur maximal instrumentell…
Wenn die Eltern die Kinder vor Handy/TV setzen, bevor diese überhaupt ein Wort sprechen wundert doch wirklich nichts mehr. Weg von den Medien und mit den Kinder beschäftigen, vorlesen, das Leben erklären und Vorbild sein. Dann klappt es auch später mit der Schule.
Es braucht auch nicht jeder aufs Gymnasium zu gehen. Wenn man die Leistung nicht erbringen (kann), was auch völlig okay ist, geht’s halt eine andere Schulform. So läuft es später auch im Berufsleben. Nicht immer die Verantwortung auf andere abwälzen.
Ne,ne,ne … Medien wie TV, Smartphone, netflix und Co. sind unverzichtbar: 🙂
https://www.bing.com/videos/riverview/relatedvideo?q=das+bisschen+haushalt+macht+sich+von+allein+parodie&&mid=475184148B7CE435BA31475184148B7CE435BA31&churl=https%3a%2f%2fwww.youtube.com%2fchannel%2fUCaFPSY33V5mjNQlKXiWnXTA&FORM=VAMGZC
“So lag der Anteil der Jugendlichen ohne Abschluss im Jahr 2006 schon bei 8 Prozent (mehr als 75.000 Betroffene), wie aus dem letzten Nationalen Bildungsbericht hervorgeht, der 2024 veröffentlicht wurde.”
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/bildung-immer-mehr-verlassen-die-schule-ohne-abschluss-14465648.html
Nichts da mit Netflix. Ein seit Jahrzehnten ignoriertes Problem.
DANK moderner Medien, lässt sich sowas nun in Erfahrung bringen, was früher an Ihnen vorbeiging 🙂
“Nicht immer die Verantwortung auf andere abwälzen.”
Also mal richtige Bildungspolitik, um das Schulssystem zu modernisieren und Bildungsgerechtigkeit herzustellen, als die Verantwortung auf “die” Eltern abzuwälzen?
“Früher” gab es die Schulabbrecher auch schon.
“Beim Blick über einen längeren Zeitraum wird deutlich, dass es sich um ein Dauerproblem handelt: So lag der Anteil der Jugendlichen ohne Abschluss im Jahr 2006 schon bei 8 Prozent (mehr als 75.000 Betroffene), wie aus dem letzten Nationalen Bildungsbericht hervorgeht, der 2024 veröffentlicht wurde.”
https://www.tagesspiegel.de/gesellschaft/bildung-immer-mehr-verlassen-die-schule-ohne-abschluss-14465648.html
Wer war da schuld, dass die Gesellschaft sich in Gleichgültigkeit suhlen durfte? 🙂
Die FDP hat recht, Hauptschule muss der Standard für mindestens 70% aller Schüler sein, gekoppelt natürlich an eine verplichtende Grundschulempfehlung Bundesweit.
Warum?
Logisch problematischer. Kommentar:
Der Antrag der FDP ist keines Kommentars wert.
Welche Wertschätzung der FDP für den Pflegeberuf, das Handwerk oder die Landwirtschaft zeigt sich da? Junge Leute durch lange Praktika fit machen zum Scheiße räumen und Betten machen, zum Mist räumen und Trecker fahren, um verstopfte Toiletten frei zu machen anstatt ihnen die Bildung zu gewähren die auch für diese Berufe nötig ist? Die Pflegekraft, die nicht nur das Herz Kreislaufsystem und die Atmung tiefgründig verstehen muss, sondern auch z.B. auch die Biochemie der Zelle, die erst in den höheren Klassen dran ist. Fachkraft in der außerklinischen Intensivmedzin oder im OP ist kein Hilfsjob. Landwirte arbeiten mit modernster Technik und müssen komplexe Systeme von Boden, Klima, Tiergesundheit u.s.w. verstehen. Handwerker müssen nicht nur das Klo reparieren und eine Heizung einbauen können, sondern auch die Funktion z. B. einer Wärmepumpe verstehen und den Bedarf richtig berechnen können, dass die Anlage auch funktioniert. Da reichen ein paar lange Praktika wohl kaum für die Grundlagen. In der Pflege spricht man von zunehmender Akademisierung und von immer mehr ärztlichen Tätigkeiten die übernommen werden sollen und die FDP sieht es als Anlernberuf?
Ohne Vorkenntnisse geht ein Praktikum eben nur in einer der Landeszentralen oder der Bundeszentrale Fast-drei-Prozent Wählervereinigung der Freiberufler.
Lasst die Hauptschulen dicht. Möchte man mehr Praxisanteile braucht es dafür keine eigene Schulform. In der Gesamtschule kann man genauso nach Kurssystem Praxusanteile verknüofen. Der Vorteil ist, stellt sich für ein Schüler heraus, dass es sich für ihn nicht bewährt, kann dieser einen anderen Kurs besuchen, ohne gleich die Schule zu wechseln.
Kann man nicht nur, macht man in NRW auch. Technik und Hauswirtschaftslehre gibt es zwestündig als Epochalunterricht in jedem Doppeljahrgang und ab dem siebten Jahrgang als dreistündiges Wahlpflichtfach neben Französisch/Spanisch (zweite Fremdsprache), Naturwissenschaften sowie Darstellen und Gestalten.
Ich möchte, dass mein Handwerker sein Handwerk beherrscht und eine gute Erziehung mitbringt. Der Arzt muss sich in Naturwissenschaften auskennen, aber auch philosophische Themen kennen, da er Leben und Tod in seiner Hand hält. Früher war das Große Latinum die Voraussetzung für ein Medizinstudium. Ich denke, für solch unterschiedliche Erwartungen braucht man auch unterschiedliche Bildungsgänge.
Wäre vielleicht nicht schlecht, wenn der Handwerker auch etwas von Naturwissenschaften verstünde – damit er weiß, was er tut (und warum).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Optiker und Hörgeräteakkustiker sind Handwerker. Würde vermutlich niemand gutheißen, wenn die keinen Plan von Naturwissenschaften hätten.
Sieht selbst bei “Klärwerkern” nicht viel anders aus oder bei Brennern und Destillateuren. Bei manchen reicht der Erfahrungshorizont maximal vom Putz bis zur Tapete.
Auch eine Friseurin sollte gute Kenntnisse in Chemie und Mathe haben.
Ja, ausgeschlossen, dass eine Friseurin rechnen können muss (augenroll)
Bezüglich Chemie bin ich mir nicht sicher, ob Sie Allgemeinbildung nicht wertschätzen oder tatsächlich nicht auf dem Schirm haben, wie viel Chemie den Schüler*innen – auch Friseur*innen – im Alltag begegnet… :/
???
Offenbar habe ich Ihre Meinung mit Sarkassmus verwechselt. Das war voreilig und falsch.
Entschuldigung
“Ich denke, für solch unterschiedliche Erwartungen braucht man auch unterschiedliche Bildungsgänge”
> Genau Das ist das Problem.
So nötigt man Kids, mit egal welcher Ausgangsvoraussetzung, die Schablone zu erfüllen.
Mir gefällt es besser, wenn junge Menschen zB nach der Lehre sagen, ok, jetzt FOS, dann evtl. Studium.
Zwingt man sie zu früh zB ins elterliche Muster, so haben wenige die Chance, eigenständig ihren Weg zu gehen, zumal es meiner Meinung nach (auch mediengeschuldet ): auch immer mehr Spätzünder und auch Verweigerer gibt.
[Ich habe die 2 Großen in Latein und Altgriechisch; sie waren mir immer nützlich – aber auch hier sollte mMn vor allem die Neigung und nicht schon in der 5ten der angestrebte Beruf im Vordergrund stehen; das kann übelst schief gehen und zB eben zur Verweigerung führen]
Mit den bisherigen Schulformen wäre ich inhaltlich von meiner Intelligenz her (138%) völlig problemlos zurecht gekommen, wenn nicht ab der 6. Klasse Oberschule ein so intensiver Arbeitstempo-Druck angelegt worden wäre, daß ich froh war, in einer Hauptschule den Hauptschul-Abschluss zu bekommen. In der dann begonnenen Berufsfachschule kam wieder das Problem mit dem Arbeitstempo-Druck. Was ich angefangen habe, ist mir inhaltlich gut gelungen.
Wir alle wissen, dass nirgendwo der Bildungsweg so sehr vom Einkommen der Eltern abhängt, wie in Deutschland. Was für FDP fordert: Kinder aus armen Elternhäusern sollen von Anfang an darauf gedrillt werden, unterbezahlte Arbeitsdrohnen zu werden.
Um unser Schulsystem hat uns mal die ganze Welt beneidet, z. B. der amerikanische Nobelpreisträger Dick Feynman in seinem Buch: “Sie belieben zu schätzen, Mr. Feinmann”. Jetzt können die Abiturienten den Verbrauch auf 100 km nicht ausrechnen, wenn sie bisher gefahrene Wegstrecke und nachgetankte Menge kennen… Und junge Leute, welche praktische Lösungen gut finden, aber bei theoretisch-abstrakten Aufgaben “die Ohren auf Durchzug” stellen, in eigenen Schulen für praktische Berufe vorzubilden ist allemal vernünftiger, als diese viele Jahre frustriert durch eine “Realschule Plus” zu schleusen. Ich weiss wovon ich spreche, ich hatte mal einen Azubi, der hat bei mir in drei Wochen während der Handarbeit mehr “Mathematik” gelernt als in 10 Jahren auf der Schulbank!
Zitat: “Ich kann Prozentrechnen?!! Da habe ich immer gleich nur zum Schulfenster rausgeguckt. Und jetzt hast Du mir das so anschaulich und einfach nebenbei beigebracht. Unglaublich!”