Start Digitale Bildung Digitalkompetenzen (gar KI-Basics) sind noch immer im Lehramtsstudium nicht Pflicht

Digitalkompetenzen (gar KI-Basics) sind noch immer im Lehramtsstudium nicht Pflicht

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GÜTERSLOH. In der Schülerwelt spielen digitale Medien eine Hauptrolle – für angehende Lehrer ist digitale Medienkompetenz aber immer noch nicht überall Pflicht. Besonders viel nachzuholen gibt es beim Thema KI.

Neuland. (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Noch immer müssen nicht alle angehenden Lehrer in Deutschland in ihrem Studium digitale Medienkompetenzen erwerben. Vor allem beim Thema Künstliche Intelligenz im Schulkontext setzte ein Großteil der Hochschulen im Wintersemester 2024/25 auf noch Freiwilligkeit. Das geht aus Daten des Monitors Lehrkräftebildung hervor, einem gemeinsamen Projekt von Bertelsmann Stiftung, Robert Bosch Stiftung, Stifterverband und dem Centrum für Hochschulentwicklung.

Zwar gebe es seit 2020 kontinuierliche Fortschritte bei der Verankerung des Themas «Medienkompetenz in einer digitalen Welt» als verpflichtender Bestandteil des Lehramtsstudiums. An gut einem Drittel der Hochschulen sind solche Lehrveranstaltungen oder Praxiskurse zu Bereichen wie Medienkritik, -kunde, -nutzung oder -didaktik aber weiterhin optional.

Verbindliche Vorgaben für Lehrkräfte von Morgen gefordert

Die Experten halten das für problematisch: Für einen nachhaltigen Kompetenzaufbau bei Schülerinnen und Schülern reiche es nicht, wenn im Studium der Lehrkräfte von morgen digitale Inhalte nur punktuell und auf freiwilliger Basis vorkämen, heißt es in einer Mitteilung. Vielmehr müsse das Thema gleichzeitig fest in den Lehrplänen der einzelnen Fachdidaktiken und Bildungswissenschaften verankert werden. Dies sei bislang in dieser Form nur an 43 Prozent der Hochschulen gegeben.

Bei der verbindlichen Vermittlung von KI-Kompetenzen für angehende Lehrkräfte stehe man ohnehin noch am Anfang: Im Lehrplan verankerte Angebote, in denen Künstliche Intelligenz im Schulkontext ein Schwerpunktthema darstellt, gab es 2024/25 nur an wenigen Hochschulen. Bislang fehle es aber auch in den meisten Bundesländern an verbindlichen Vorgaben dazu, bemängeln die Experten. In die Daten eingeflossen sind Angaben von 67 aller 71 lehrkräftebildenden Hochschulen. News4teachers / mit Material der dpa

Backlash? Lehrkräfte setzen digitale Medien im Unterricht deutlich seltener ein – und sind skeptisch gegenüber KI

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HarneEinrichson
1 Monat zuvor

Ich würde mir ganz andere Basics in meinem Studium wünschen, anstatt ständig nur über den potentiellen Nutzen von KI zu sprechen.

Sepp
1 Monat zuvor

In der Schülerwelt spielen digitale Medien eine Hauptrolle – für angehende Lehrer ist digitale Medienkompetenz aber immer noch nicht überall Pflicht. Besonders viel nachzuholen gibt es beim Thema KI.

Und wenn jetzt jemand argumentiert, dass in der Schülerwelt Döner, Videospiele und Pornos eine wichtige Rolle spielen, muss es im Studium eben um die Schwerpunktthemen “Döner”, “Videospiele” und “Pornos” gehen?

Wer heute im Studium ist, kennt sich vermutlich besser mit KI aus als so macher alte Prof.
Aber es gibt durchaus Fachdidaktiken, die sich u.a. mit der Nutzung von KI im Unterricht beschäftigen und das auch in Lehrerfortbildungen und im Studium an ihre Studenten weitergeben. Denoch sind das Themen, die man auch macht, ohne dass es ein “Schwerpunktthema” wird.

Um mal wieder das Zitat einer meiner damaligen Professoren rauszuholen:
“Sie studieren hier nicht Lehramt, sie studieren zwei Fächer – und wie man diese unterrichtet.”

In dem Sinne sollten Studenten eben vernünftig in ihren Fächern ausgebildet werden, gute Umsetzungsbeispiele aus der Schule lernen, aber nicht schwerpunktmäßig KI behandeln.

HerrLampe
1 Monat zuvor
Antwortet  Sepp

Richtig, vor allem wird hier wieder nur mit Buzzwords um sich geschmissen (ohne zu erklären, was überhaupt konkret gemeint ist) bis es den nächsten heissen Schei** gibt und dann mit dessen Buzzwords um sich schmeisst.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  HerrLampe

Es muss ja beim Bullshit-Bingo auch immer neue Challenges geben:)

GriasDi
1 Monat zuvor

Wie stand im Spektrum drr Wissenschaft:
“Chatbots können viele Dinge besser als Laien, was sie für den Großteil der Bevölkerung so beeindruckend macht. Aber wenn es darauf ankommt, schlagen sie keine menschlichen Experten, zumindest nicht hinreichend zuverlässig.”

KI ist zwar kreativ, nimmt es aber mit z. B. physikalischen Gesetzen nicht so genau. Aber das ist heutzutage wohl egal, Hauptsache kreativ.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

Bei aller Liebe: Are shitting me??
ICH erinnere mich noch an damals, lange her, vor 8 Jahren. Manche mögen sich an solche lange Zeiträume nur noch verschwommen entsinnen, aber Messengerdienste, Beamer, iPads und der ganze Bumms dazu, kam bei den allermeisten Schulen erst durch die beknackte Pandemie an!
Vorher habe ich den (!) Beamer im Täschchen in meine Klasse geschleppt und aufgebaut!

Was zur Hölle soll sich seitdem beim Lehramtsstudium verändert haben, dass voraus, nicht auf vorhandene (und bekannte) Ressourcen geplant wurde?
Ich fange jetzt – ausnahmsweise – nicht wieder mit der Inklusion an, aber das System ist unverändert, das bemerkt man u.a. an KI, bei KI liegt aber nicht das Problem -___-