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“Hungrig in die Schule”: Volksinitiative für ein kostenloses Schulessen gestartet

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POTSDAM. «Kinder kommen hungrig in die Schule»: Mit einer Volksinitiative will ein Bündnis ein kostenloses Schulessen in Brandenburg durchsetzen. Es ist nicht der erste Anlauf.

Zu teuer? (Symbolfoto.) Foto: Shutterstock

In Brandenburg ist eine Volksinitiative für ein kostenloses Schulessen gestartet. Mindestens 20.000 gültige Unterschriften braucht das Bündnis, das vom Politiker Gregor Gysi (Linke) anwaltlich begleitet wird.

«Es ist ein wirksames Mittel gegen Kinderarmut und stärkt gleichzeitig das soziale Miteinander im Schulalltag», sagte die Vorständin des Bezirksverbands Potsdam der Arbeiterwohlfahrt (AWO), Jane Baneth. «Wir sehen, dass Kinder teilweise hungrig in der Schule kommen.» Ein Schulessen koste derzeit zwischen vier und fünf Euro. Eltern mit zwei Kindern müssten so zwischen 170 und 200 Euro im Monat aufbringen, so Baneth.

Das Bündnis fordert die Einführung eines gebührenfreien und gesunden Mittagessens für Schülerinnen und Schüler der Klassen 1 bis 6. Kommt die nötige Zahl der Unterschriften zusammen, muss sich der Landtag mit dem Vorstoß beschäftigen. Ein erster Anlauf für eine Schulessen-Volksinitiative 2024 war wegen Formfehlern abgelehnt worden. Nun können erneut ein Jahr lang Unterschriften gesammelt werden. News4teachers / mit Material der dpa

Günther-Wünsch: Lieber Gratis-Mittagessen streichen – als am Unterricht sparen

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Opossum
12 Tage zuvor

Ich bin dafür. Aber dann bitte tatsächlich für alle unabhängig vom Einkommen. Ich kenne so viele Familien, die zu viel verdienen, um irgendwelche Leistungen zu bekommen, aber können sich nicht leisten, ihre Kinder in die Kantine zu schicken, und müssen ihnen Brot mitgeben.

Mario
11 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Grundsätzlich gute Idee, aber wie beim Grundeinkommen bleibt halt etwas die Frage, warum auch für reiche
Würde ich aber unterstützen

Opossum
10 Tage zuvor
Antwortet  Mario

Was wäre “reiche” für Sie?

Wie gesagt, es gibt genug Menschen, die mehr als Grundeinkommen verdienen, können aber wegen hohen Mietpreisen usw kaum Mittagessen in der Mensa bezahlen. Diese Familien werden auch keinen Frühstück bezahlen können.

Oder soll es so sein, dass jemand sich selber um den Frühstück kümmern soll, und jemand kriegt es von der Schule?
Wäre die Bürokratie in diesem Fall nicht genau so teuer wie das Essen für alle?

Klabautermann
9 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Allen könnte es in der Schule angeboten werden, aber manche müssen mehr und manche weniger dazu zahlen, je nach Einkommen.

Das meiste Essen wird eh weggeworfen. Vor allem auch dann, wenn es kostenlos ist.

Susanne M.
9 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Ich bin auch dafür. In Skandinavien läuft es so, dass alle alles gleichermaßen bekommen. Besser, ein einziges Millionärskind erhält etwas, was es eigentlich nicht braucht, als dass zehn bedürftige Kinder durch bürokratische Hürden nichts bekommen.

Klabautermann
9 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Nein, eigentlich bitte nicht unabhängig vom Einkommen. Gestaffelt nach Einkommen wäre gerecht. Starke Schulten tragen mehr als schwache. Wer z.B. 8000,- Euro im Monat verdient, braucht nicht noch kostenloses Mittagessen.

Leute, von denen Sie da reden, die ihre Wohnungen nicht bezahlen können, gehören sicher nicht zu “den Reichen”.

Opossum
8 Tage zuvor
Antwortet  Klabautermann

Wenn es 8000 Brutto ist, dann bleibt mit den heutigen Preisen auch nicht besonders viel am Ende. In unserer kleinen Stadt, wo es keinen Job auser in Geschäften oder in Schulen gibt, findet man kaum eine 3-Zimmer Wohnung für weniger als 1000 Euro kalt. Man soll seit langem in Deutschland neu kalkulieren, wer zu den Besserverdienern gehört.

Rainer Zufall
12 Tage zuvor

Daumendrück! 😀

Spricht ja viel dafür und besonders, jene, die über erschwenderische Eltern klagen, sollten ja dafür sein – oder?

Indra Rupp
12 Tage zuvor

Bei uns erledigt das meine Tochter. Ein Freund hat oft zu wenig mit und eine Freundin regelmäßig gar nichts und ich könnte sie eh nicht davon abbringen, ihre Pausenbrote für die beiden aufzuteilen. Also gebe ich ihr etwas mehr mit, sonst hat sie selber nämlich zu wenig. Wenn bei uns das Geld mal wieder knapp ist, was regelmäßig der Fall ist, sage ich ihr eindringlich, das Essen soll sie nun aber für sich selber lassen. Klappt bedingt.

Mr X
11 Tage zuvor

Dann aber bitte frisch gekocht und gesund.

Nicht den tk Fraß, der kurz in den Konvektomaten kommt.

Ale
10 Tage zuvor

Wenn man wenigstens für die 5€ die obige Portion bekommen würde. Auf TGTG gab es mal eine Mannheimer Schule, welche die Reste mit 50%-70% Rabatt verkauft hat. Die Kritiken waren vernichtend: Preis kann doch nicht stimmen (doch den Zahlen die Eltern), das Essen ist nicht genießbar (Nudel verkocht), die Portionen sind ein Witz.
Wir kommen pro Kind für 5 mal Mittagessen in der Woche auf über 100€. Essen gibt es in der Schule gegen 13 Uhr, spätestens 15:00 Uhr sind die Kleinen wieder hungrig.
Aber es ist wie Überall: Familien sollen immer mehr buckeln und immer mehr leisten. Die Folgen sieht man in der Gesellschaft: Nachwuchs fehlt, sieht man in den Familien: immer öferts nur ein Kind. Und wenn ein Restaurant wieder “kinderfrei” wird, wird gejubelt.
Ich sehe leider keine Chance mehr, dass das ganze besser wird.
Und gab es in Lahr nicht eine Schule, die 7,x€ pro Mahlzeit verlangt hat? Also 40€ pro Woche?

ed840
10 Tage zuvor
Antwortet  Ale

gab es mal eine Mannheimer Schule,

Mannheim liegt in dem Bundesland in dem die Landesregierung von Politiker*innen einer Partei geführt wird, deren Parteikolleg*innen bei uns im BL in der Opposition regelmäßig kostenloses Mittagessen in Bioqualität für alle Schüler*innen fordern.

Konfutse
10 Tage zuvor

Eltern erhalten vom Staat Kindergeld und das sind ca. 250 Euro im Monat. Jetzt soll der Staat zusätzlich dafür sorgen, dass die SuS ernährt werden? Wann werden endlich mal Eltern in IHRE Pflicht genommen?
Wenn man klug wirtschaftet, kann man seinem Kind ein Pausenbrot mitgeben und am Ende vom Monat bleibt sogar etwas vom Kindergeld übrig. Ich schätze und weiß, dass viele Kinder aus ganz anderen Gründen als aus Armut hungrig in die Schule kommen.
Was unsere, auch aus prekären Verhältnis kommenden SuS täglich beim Schulbäcker raushauen, geht auf keine Kuhhaut. Wenn ich sehe, wie viele Pfandflaschen aus Bequemlichkeit in den Klassenräumen zurückgelassen werden, wie viele davon im Müllkorb landen, wie viele angeknabberten Brezeln, gekaufte Pausenbrote usw. einfach durchs Zimmer geworfen werden, könnte ich weinen.
Ich habe beobachtet, dass Dinge, die umsonst sind, nicht wertgeschätzt werden. Ein Beweis dafür ist z.B., wie mit dem unbezahlten Schulbesuch umgegangen wird….

Susanne M.
9 Tage zuvor
Antwortet  Konfutse

Ja, natürlich, die Kinder kommen unter anderem nicht nur hungrig zur Schule, weil die Eltern arm sind, sondern weil sie sich nicht kümmern. Da hätte man bei der großen vorgeburtlichen Chancenverlosung genauer hinschauen müssen, wo sich Seelchen denn inkarniert. Dumm gelaufen.

Klabautermann
9 Tage zuvor
Antwortet  Konfutse

Richtig. Schauen Sie in die Länder mit kostenlosem Mittagessen. Es wird sehr viel weggeworfen, außerdem gemeckert und genörgelt.

Klabautermann
9 Tage zuvor

Kostenloses Schulessen ist nicht wirklich kostenlos. Die Frage ist nur, für wen es kostenlos ist, also wer es dann zahlen soll. Kostenloses Schulessen zahlen wir dann alle über unsere Steuern, übrigens auch die Kinderlosen, die man alle Jahre wieder neu zur Kasse bittet.

Man kann das so machen. Die Schule selbst ist ja auch kostenlos für die Kinder bzw. ihre Familien. Das Schulessen kann man da mitdenken. Allerdings zeigt sich gerade auch beim Schulessen eine Wegwerfmentalität, die eben nicht wertschätzt, was (dem Einzelnen) nichts kostet. Es wird sooo viel Essen weggeworfen!!!

Und wenn das Mittagessen kostenlos ist, ist trotzdem nicht das Problem gelöst, dass manche Kinder hungrig zur Schule kommen. Dann müsste es ja auch ein kostenloses Frühstück geben. Ich meine, die DDR hatte das in Form der “Schulmilch”. Das war aber auch alles und je älter die Kinder, desto weniger wollten die haben.