SAARBRÜCKEN. Der Verband der Lehrerinnen und Lehrer an Gemeinschafts- und Förderschulen im Saarland (VRB) sieht dringenden politischen Handlungsbedarf angesichts der hohen Zahl von Jugendlichen, die die Schule ohne Abschluss verlassen. Dabei richtet der Verband den Blick nicht nur auf Lehrkräftemangel, große Klassen oder fehlende Schulsozialarbeit. Die Landesvorsitzende Karen Claassen fordert vielmehr eine breitere Debatte über familiäre und gesellschaftliche Ursachen von Bildungsproblemen. Besonders in sozial belasteten Milieus fehlten häufig Unterstützung, Orientierung und Bildungsinteresse, erklärte der Verband. Die Politik müsse deshalb schneller und konsequenter reagieren – auch beim Umgang mit Schulabsentismus.

Der VRB äußert sich besorgt über die weiterhin hohe Zahl von Schülerinnen und Schülern im Saarland ohne Schulabschluss. Landesvorsitzende Karen Claassen fordert ein „entschlossenes und nachhaltiges Handeln der Politik“, um Bildungs- und Zukunftschancen junger Menschen zu verbessern. Zugleich kritisiert der Verband eine aus seiner Sicht verkürzte öffentliche Debatte. Zwar spielten Lehrkräftemangel, große Klassen und fehlende Schulsozialarbeit eine wichtige Rolle. Diese Faktoren erklärten die Problematik jedoch nicht allein, heißt es in der Stellungnahme.
„Wir müssen den Mut haben, auch gesellschaftliche Entwicklungen offen anzusprechen“, erklärt Claassen. Besonders problematisch seien fehlende Unterstützung und mangelndes Bildungsinteresse in einigen Elternhäusern, „vor allem in sozial belasteten Strukturen und bildungsfernen Umfeldern“. Fehlende Orientierung, geringe Förderung sowie ein „oftmals übermäßiger Medienkonsum“ erschwerten vielen Kindern und Jugendlichen eine stabile schulische Entwicklung erheblich.
Der Verband verweist zudem auf das soziale Umfeld vieler Schülerinnen und Schüler. Wenn Bildung und Eigenverantwortung im Alltag nicht ausreichend wertgeschätzt würden, wirke sich das negativ auf Motivation, Lernverhalten und Zukunftsperspektiven aus, erklärte Claassen.
Kritisch sieht der VRB auch bestehende Strukturen im Umgang mit Schulabsentismus. Bürokratische Hürden verhinderten häufig, dass Lernprobleme und Fehlzeiten frühzeitig und wirksam bekämpft würden. Hilfsangebote müssten nach Auffassung des Verbandes schneller greifen und enger zwischen Schulen, Jugendhilfe und Eltern abgestimmt werden.
Der Verband fordert deshalb ein umfassendes Maßnahmenpaket. Dazu gehören eine stärkere Förderung von Familien und Elternarbeit, frühzeitige Unterstützung gefährdeter Schülerinnen und Schüler, ein konsequenteres Vorgehen gegen Schulabsentismus sowie der Ausbau von Schulsozialarbeit und individueller Förderung. Außerdem verlangt der VRB eine bessere personelle Ausstattung der Schulen und eine „gesellschaftliche Stärkung von Leistungsbereitschaft, Bildung und Verantwortung“.
„Jeder junge Mensch ohne Schulabschluss ist einer zu viel. Bildung entscheidet über Zukunft, gesellschaftliche Teilhabe und berufliche Chancen. Deshalb braucht das Saarland jetzt ein gemeinsames und entschlossenes Handeln aller Beteiligten“, betont Claassen. News4teachers








