Start Praxis Beleidigungen und Bedrohungen durch Schüler und Eltern: Wie Lehrkräfte reagieren sollten

Beleidigungen und Bedrohungen durch Schüler und Eltern: Wie Lehrkräfte reagieren sollten

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ERFURT. Hakenkreuze auf dem Schulklo, Beleidigung im Klassenzimmer, teils auch Gewalt: Der Thüringer Lehrerverband (tlv) sieht eine Zunahme solcher Probleme (auch) im Freistaat. Der Verband fordert mehr Unterstützung aus der Politik – mit Schulsozialarbeitern und Schulpsychologen an den Schulen. Was er darüber hinaus betroffenen Lehrerinnen und Lehrern rät.

Stopp. (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Erst vor wenigen Tagen belegten Zahlen auf Bundesebene einen besorgniserregenden Trend: Lehrerinnen und Lehrer werden in Deutschland immer häufiger Opfer von Körperverletzung und anderen Formen von Gewalt. Nach einer Auswertung der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS), die einen Zeitraum von zehn Jahren umfasst, stieg die Zahl der Fälle, in denen Lehrkräfte als Opfer vorsätzlicher einfacher Körperverletzung aktenkundig wurden, 2024 auf 1.283 Fälle. In den Jahren 2015 bis 2023 meldeten die Polizeibehörden der Länder zwischen 717 und 1.017 Fälle an das Bundeskriminalamt (BKA).

«Das größte Problem sind tatsächlich die Beleidigungen und die Bedrohungen», sagte tlv-Chef Tim Reukauf mit Blick auf Thüringen. Dabei seien Lehrerinnen und Lehrer diesen verbalen Attacken nicht nur von ihren Schülern, sondern auch von Eltern ausgesetzt. Das empfiehlt der Verband Betroffenen:

Sofort Handeln: Reukauf rät Lehrkräften, sich die Zeit zu nehmen, um solche Fälle zu klären – im Beisein der Schulleitung oder des Beratungslehrers. «Das passiert an den Schulen tatsächlich zu wenig und deswegen eskaliert das, glaube ich, auch», sagt der Verbandschef und ergänzt: «Es muss quasi im Keim schon erstickt werden, damit das alles funktioniert.»

Melden: Lehrerinnen und Lehrer sollten nach Ansicht des tlv Vorkommnisse immer melden. «Weil nur dann haben wir auch mal verlässliche Zahlen.» In Thüringen werden sogenannte besondere Vorkommnisse erfasst, die von den Schulleitern an die Schulämter gemeldet werden. «Da haben wir viel Sand im Getriebe», sagte Reukauf. Das Dunkelfeld sei groß. Zudem wünschten sich Schulleitungen eine Rückmeldung, wenn sie ein besonderes Vorkommnis anbringen.

Aufklärung: Laut Reukauf gibt es an Thüringer Schulen auch immer wieder Probleme mit verbotenen und verfassungsfeindlichen Symbolen – zum Beispiel Hakenkreuze auf der Schultoilette. Sein Rat: Lehrkräfte sollten nicht darüber hinwegsehen. «Dann sage ich immer zu den Kollegen: Stopp. Jetzt kann Unterricht nicht vorgehen. Jetzt müssen wir diesem Problem auf den Grund gehen, weil sonst geht das immer weiter.»

Der Verband fordert von der Politik, dass es an jeder Thüringer Schule mindestens einen Schulsozialarbeiter gibt. Außerdem sollten einige Lehrkräfte zu Schulpsychologen fortgebildet werden. Reukauf nennt hier Bayern als Vorbild, wo dies schon gängige Praxis sei. Der tlv fordert auch mehr Prävention und für die Lehrer im Berufsalltag mehr Zeit, um sich mit solchen Fällen auseinanderzusetzen. News4teachers / mit Material der dpa

Polizeiliche Kriminalstatistik: Zahl der Gewalttaten gegen Lehrkräfte – auch schwerste Fälle – binnen zehn Jahren nahezu verdoppelt

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Realist
1 Monat zuvor

Reukauf rät Lehrkräften, sich die Zeit zu nehmen, um solche Fälle zu klären – im Beisein der Schulleitung oder des Beratungslehrers.”

Ich nehme mir gerne Zeit für alles, solange es nicht schon wieder Teil meiner Freizeit sein soll. Dank Unterricht, Vor- und Nachbereitung, Korrekturen, Dokumentationen, Konferenzen, Aufsichten, Fortbildungen, Lernstandsergebungen, IT-Problemen usw. usf. ist der dafür vorhandene restliche Zeitanteil aber so klein, dass er unmöglich ausreicht um alle Probleme, welche die Gesellschaft von außen in die Schule hineinträgt, zu lösen… und ja, die “Ferien” habe ich da schon berücksichtigt: Auch Lehrkräfte haben gesetzlichen Urlaubsanspruch, dürfen mal krank werden (und müssen die Arbeit dann trotzdem oft nachholen), und “offfiziell” nur eine 40- bzw. 41-Stunden-Woche im Durchschnitt über das Jahr.

Fritze Flink
1 Monat zuvor

Meine Reaktion wäre: Strafanzeige.

Mariechen
1 Monat zuvor
Antwortet  Fritze Flink

Sehe ich genauso. Hab ich auch schon nach Ankündigung von Schlägen so gehandhabt. Mein damaliger Schulleiter war entsetzt darüber, dass ich eine Anzeige gemacht habe. Jahrzehntelang war es gewünscht solche Dinge bloß nicht zu melden.

Monika, BY
1 Monat zuvor

Ja, den Lehrer ist schon einiges erlaubt.

mankannesnichtfassen
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Entschuldigen Sie, aber ich verstehe Ihren Beitrag rein sprachlich nicht. Was möchten Sie mitteilen?

Monika, BY
1 Monat zuvor

Nicht falsch verstehen, es gibt durchaus viele wunderbare Lehrkräfte – wirklich rationale, realistische und objektive Menschen, echte Pädagogen. Aber es gibt eben auch die anderen.

mankannesnichtfassen
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Nicht falsch verstehen, es gibt durchaus viele wunderbare Schülerinnen und Schüler und auch Eltern – wirklich rationale, realistische und objektive Menschen, echte Vorbilder. Aber es gibt eben auch die anderen. Und nun? Wenn sie nicht rational, objektiv usw. sind, rechtfertigt das dann Gewalt?

Fritze Flink
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Und mit dieser Unkerei soll wieder was gesagt oder unterstellt sein?

Monika, BY
1 Monat zuvor

Wir haben den Fall eines Kindes, das nicht nur anderthalb Jahre jünger ist als seine Mitschüler, sondern aufgrund seiner intellektuellen Fähigkeiten, die seine emotionale Reife deutlich übersteigen, sehr schnell zur Zielscheibe von Mobbing geworden ist. Mein Kind und noch ein Junge haben sich auf seine Seite gestellt und wurden dadurch ebenfalls zum Opfer von Mobbing, bis schließlich der einzige Lehrer an der Schule eingegriffen hat, der dem Ganzen ein Ende gesetzt hat.

Die anderen haben den Kopf wie Strauße in den Sand gesteckt und den Kleinen im Grunde ständig herausgepickt und mit Verweisen bestraft – sowohl dann, wenn es nötig gewesen wäre, als auch dann, wenn es überhaupt nicht nötig war. Lehrkräfte folgen oft einem bestimmten Muster, und manchmal hat man sogar den Eindruck, dass sie eher auf der Seite der Mobber stehen als auf der Seite des Opfers.

Letztlich sind Lehrer auch nur Menschen. Nur weil jemand Lehrer ist, heißt das noch lange nicht, dass er ein guter Mensch ist. Das ist durch den Titel keineswegs garantiert.

Fritze Flink
1 Monat zuvor
Antwortet  Monika, BY

Und der Kontext zur Überschrift ist welcher?

HarneEinrichson
1 Monat zuvor

“sollten einige Lehrkräfte zu Schulpsychologen fortgebildet werden”

Gut das Psychologen eigentlich ein langes Studium und eine anschließende Ausbildung durchlaufen – muss wohl vollkommen unnötig sein, wenn es auch eine Fortbildung tut – wann auch immer die jetzt genau geschehen soll.

potschemutschka
1 Monat zuvor
Antwortet  HarneEinrichson

Vielleicht gibt es ja auch bald bei den (Schul-)Psychologen Quer- und Seiteneinsteiger. Das hat sich doch schon in anderen Bereichen bewährt, oder? 🙂

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  HarneEinrichson

Ich wollte mich jetzt zum Gehirnchirurgen fortbilden lassen und dann den Quereinstieg wagen. Kann doch nicht so schwer sein.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Haben doch schon die Vorfahren in der Jungsteinzeit gemacht.

Hans Malz
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Genau, da ging es doch aus. Alternativ lasse ich mich zum Druiden umschulen.

Fräulein Rottenmeier
1 Monat zuvor
Antwortet  Hans Malz

Ich war in MERS eine Druidin…..das lässt sich doch bestimmt locker übertragen, oder?

Hans Malz
1 Monat zuvor

Absolut! Das wird zumindest angerechnet.

HuGo
1 Monat zuvor

Es werden auch hier wieder Probleme beschrieben, wie sie bundesweit vorkommen. Die Ursachen werden offenbar nicht so benannt wie angegangen. So müssen die “TäterInnen” ausfindig gemacht und psychologisch professionell zur Reflexion angeleitet werden, ohne Rücksicht auf die Eltern oder Erziehungsberechtigte oder Angst vor ihnen, denn, kein Kind kommt von sich darauf, sich wie geschildert (vermutlich antisozial oder gar religiös-politisch) zu benehmen oder entsprechende Aktionen zu veranstalten, ohne ” Anleitung und Rückhalt”. Das ” Stockholmsyndrom ” darf hier nicht zur Regel werden. Es steht zuviel auf dem Spiel, auch, weil sich das (wahrscheinlich antisoziale und politisch- religiös geprägte) “Verhalten” der betreffenden Kinder/ Schülerinnen später auf die Gesellschaft auswirken wird!