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Gewerkschaften: Regierung plant, Altersermäßigung für Lehrkräfte deutlich einzuschränken

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WIESBADEN. In Hessen formiert sich Widerstand gegen eine offenbar geplante Änderung der Arbeitszeitregelungen für ältere Lehrkräfte. CDU und SPD wollen nach Gewerkschaftsangaben die bisherige Altersermäßigung deutlich einschränken und so zusätzliche Unterrichtsstunden mobilisieren. GEW und VBE warnen vor steigender Belastung und verweisen auf mögliche Folgen für den ohnehin angespannten Lehrkräftearbeitsmarkt. „Wenn Lehrkräfte die volle Stundenzahl in der Schule nicht mehr schaffen, werden sie künftig andere Wege gehen (müssen), um die Belastungen für sich zu reduzieren“, heißt es. 

Mehr arbeiten? (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Die geplante Neuregelung der Altersermäßigung für Lehrkräfte in Hessen stößt bei Gewerkschaften auf deutliche Kritik. Hintergrund ist ein Gesetzentwurf der Regierungsfraktionen von CDU und SPD, der am kommenden Dienstag im Hessischen Landtag beraten werden soll. Ziel ist es, die Zahl der von älteren Lehrkräften zu unterrichtenden Stunden zu erhöhen.

Bislang sieht die hessische Pflichtstundenverordnung vor, dass Lehrkräfte ab dem 55. Lebensjahr eine Stunde weniger unterrichten müssen, ab 60 Jahren reduziert sich die Pflichtstundenzahl um zwei Stunden. Künftig soll diese Entlastung erst ab dem 60. Lebensjahr greifen. Damit würde die Arbeitszeit für Lehrkräfte zwischen 55 und 60 Jahren faktisch verlängert.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Hessen lehnt diese Änderung ab und spricht von einer Verschlechterung der Arbeitsbedingungen. Der Vorsitzende der GEW Hessen, Thilo Hartmann, fordert ein Umdenken im Kultusministerium: „Statt einer willkürlichen Verlängerung der Arbeitszeit muss das Kultusministerium endlich die längst überfällige Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften auf den Weg bringen. Dann wird sich nach unserer Einschätzung zeigen, dass eine Reduzierung der Pflichtstundenzahl notwendig ist.“

Die GEW verweist in ihrer Argumentation auf Berechnungen zur Lebensarbeitszeit von Lehrkräften. Demnach liegt Hessen im bundesweiten Vergleich bereits im oberen Bereich der Gesamtarbeitsleistung. Besonders im Grundschulbereich sei die Belastung bis zum 60. Lebensjahr höher als in allen anderen Bundesländern. Durch die geplante Neuregelung würden Lehrkräfte in Hessen bis zum Ruhestand länger arbeiten als in den meisten anderen Ländern.

Die Datengrundlage basiert auf Modellrechnungen, die eine Vollzeittätigkeit über 40 Jahre bis zum Ruhestand mit 67 Jahren annehmen. Unterschiede zwischen den Bundesländern sind erheblich: Während Niedersachsen laut GEW auf eine um 300 Pflichtstunden höhere Lebensarbeitszeit kommt, liegt Thüringen rund 1900 Pflichtstunden darunter. Die Vergleichbarkeit ist dabei eingeschränkt, da unterschiedliche Regelungen zur Arbeitszeit und Entlastung gelten.

Auch der Verband Bildung und Erziehung (VBE) Hessen kritisiert die Pläne des Kultusministeriums und verweist auf mögliche Folgen für die Personalentwicklung. In einer  Stellungnahme warnt der Landesvorsitzende Stefan Wesselmann vor unerwünschten Ausweichreaktionen. So könnten betroffene Lehrkräfte vermehrt Teilzeit beantragen oder vorzeitig in den Ruhestand gehen. Dies würde die intendierte Wirkung der Maßnahme konterkarieren. Wesselmann formuliert die Konsequenz deutlich: „Das Land würde also genau jene Lehrkräfte verlieren, die es eigentlich an den Schulen halten möchte.“

Der Verband stellt die geplante Kürzung zudem in einen größeren Zusammenhang bildungspolitischer Maßnahmen der vergangenen Wochen. Neben Einsparungen bei integrierten Gesamtschulen, beim Sozialindex und in der Lehrkräftebildung sieht der VBE ein Muster, das im Widerspruch zu politischen Zusagen steht, nicht an der Bildung zu sparen.

Beide Organisationen argumentieren, dass die Attraktivität des Lehrerberufs durch die geplanten Änderungen weiter sinken könnte. Dies betreffe nicht nur ältere Lehrkräfte, sondern auch den Wettbewerb der Bundesländer um Nachwuchs. Die GEW weist ausdrücklich darauf hin, dass Hessen durch die steigende Lebensarbeitszeit im Vergleich zu anderen Ländern an Attraktivität verliere. News4teachers 

Gegen Lehrermangel: GEW fordert zehn Stunden Altersermäßigung für Lehrkräfte ab 55

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PetraOWL
22 Stunden zuvor

Ja, ist auch unfair.
Die Autobauer und Franzosen mit 62, Die Lehrer mit 67?

dickebank
21 Stunden zuvor
Antwortet  PetraOWL

Mit 67 Jahren und durchschnittlich 2 bis 3 Monaten.
Lehrkräfte treten erst am Ende des Schulhalbjahres in den Ruhestand, in dem sie die gesetzliche Altersgrenze erreichen. Geburtstagskinder aus Juli und Februar dürfen sich also besonders freuen.

blau
17 Stunden zuvor
Antwortet  dickebank

Du meinst wohl August. Ich werde bis 67,5 Jahre arbeiten müssen

dickebank
4 Stunden zuvor
Antwortet  blau

Offiziell fängt das Schuljahr ja mit dem 1. Juli an. Und wenn es darum geht, das Personal effektiv einzusetzen, ist die Landesregierung doch flexibel. Wozu hat man denn die rollierenden Ferientermine?

Marie
1 Stunde zuvor
Antwortet  dickebank

In NRW beginnt das Schuljahr am 1. August.

dickebank
1 Stunde zuvor
Antwortet  Marie

Kann doch mit einfacher Mehrheit geändert werden.

Ale
8 Stunden zuvor
Antwortet  dickebank

Irre ich mich, ist es in BW zB nicht das ganze Schuljahr?

dickebank
4 Stunden zuvor
Antwortet  Ale

Weiß ich nicht. Ich bin NRWler.

Realist
21 Stunden zuvor
Antwortet  PetraOWL

Nicht nur die Franzosen. Habe neulich gelesen, dass das faktische Renteneintrittsalter in Österreich trotz offizieller Grenze von 67 Jahren bei 61-62 Jahren liegt. Und das bei deutlich höherer Rente als in Deutschland.

Und Lehrer (und andere) dürfen bei uns demnächst bis 70 ackern, wenn der März erst einmal durchgreift…

Tanya
18 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Also wenn ich bei den Autokonzernen bin oder bei der Ig, dann gehe ich voll 63 abschlagsfrei und als Lehrerin maloche ich bis 67,5 teilweise?
Das sind ganze 4,5 Jahre mehr! 🙁
Kann mir das mal jemand ausrechnen, was das finanziell und lebenstechnisch bedeutet??

Thomas
1 Stunde zuvor
Antwortet  Tanya

klar 200 000-300 000
Und 7 Lebensjahre

Fritze Flink ist gierig
21 Stunden zuvor
Antwortet  PetraOWL

Ich gehe mit 61,5.

real_anka
20 Stunden zuvor
Antwortet  PetraOWL

Ungleich ist nicht gleich unfair.
Ist das soooooooo schwer zu verstehen?

dickebank
18 Stunden zuvor
Antwortet  real_anka

Aber ungerecht. Schafft denn z.B. die Industrieproduktion eine höhere Wertschöpfung als Tätigkeiten in Sozialberufen?
Wie sollte denn die Betreuung und Versorgung der Kinder sowie der kranken bzw. pflegebedürftigen Angehörigen der Industriebeschäftigten Ihrer Meinung nach organisiert und vor allem vergütet werden? Die meisten haben doch schon Schwierigkeiten, wenn die Kita wegen Personalmangel die Betreuungszeiten reduzieren muss.

Thomas
1 Stunde zuvor
Antwortet  dickebank

ganz genau!

Tanya
18 Stunden zuvor
Antwortet  real_anka

hier aber schon Anke

Pluto
16 Stunden zuvor
Antwortet  real_anka

Bundestagsabgeordnete erhöhen gerade ihre Diäten. 12000 Euro im Monat. Aber Hauptsache, man kann auf den Lehrern rumhacken.

Thomas
1 Stunde zuvor
Antwortet  real_anka

das ist sogar sehr unfair und zeigt, Lehrer arbeiten nicht gut genug, um mit 60 abzutreten. Es schaffen doch auch nur 20% ins Ziel oder irre ich mich?

Thomas
1 Stunde zuvor
Antwortet  PetraOWL

Ja, weil sie bei den Autobauen auch irgendwo bei 50-70% landen und dort schon ab 60 in Rente sind. Diese ATZ Modelle sind fantastisch und fantastisch unfair für Lehrer.
Es scheint, die haben richtig gut geschafft und Lehrer überhaupt nicht.
7-7,5 Jahre schuften Lehrer mehr?!

Omg
20 Stunden zuvor

Felix Krull startet durch . Übrigens: wie hoch mag wohl die effektive Arbeitszeit des hessischen Kultusministers sein? Da könnte mN ordentlich Personalkosten sparen. Berücksichtigt man, dass die Arbeitszeit in Hessen immer schon mit am höchsten war, und was die Kolleginnen und Kollegen durch solche menschlichen Schwachpiepen im Leben mehr arbeiten müssen, während sich der menschliche Schwachpiepmatz seit Jahren in den Annehmlichkeiten der politischen Kaste fröhlich bedient, dem kommt es nur noch hoch.

Palim
18 Stunden zuvor

“Die Vergleichbarkeit ist dabei eingeschränkt, da…”
… die Arbeitszeit gar nicht erfasst wird.

blau
17 Stunden zuvor

Die sollen mal einen einzigen Tag als Lehrkraft arbeiten. Ich bin 40 und der Job ist so belastend, dass ich nicht weiß, wie ich ihn in 10 Jahren noch bewältigen soll.

Rainer Zufall
2 Stunden zuvor

Ist schon aussagekräftig bezüglich des Durchschnittsalters, wenn es ohne Mehrbelastung von 55- und 60-Jährigen nicht gehen soll.

Ich bezweifel, dass dies viel bringen wird, aber es sollte der Attraktivität des Berufs soweit Schaden, wie die anderen Ideen, die sich ausschließlich auf Mehrbelastung und nie auf Verbesserung stützen…

Schotti
2 Stunden zuvor

Interessant, dass die Gewerkschaft als mögliche Folge lediglich Teilzeit sowie Vorruhestand erwähnt. Dabei sind Erschöpfungskrankeiten die naheliegendsten Entwicklungen. Ich kenne viele Kollegen, die fehlen dann im Alter auch mal drei oder sechs Monate im Jahr. Das würde ich als Gewerkschaft auch jeden meiner Mitglieder offiziell empfehlen, da es finanziell ja viel sinnvoller als Teilzeit ist.