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Studierfähigkeit von Abiturienten: Hochschulverband beklagt “zunehmend eklatante Mängel” (und fordert von Schulen “Qualität vor Quantität”)

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BERLIN. Der Präsident des Deutschen Hochschulverbands sieht wachsende Defizite bei Studienanfängern und warnt vor einer schwindenden Aussagekraft des Abiturs. Immer häufiger müssten Hochschulen grundlegende Kenntnisse nachvermitteln, während gleichzeitig immer mehr Bestnoten vergeben würden. Er stellt die Funktion des Abiturs als verlässlichen Leistungsnachweis infrage – und fordert mehr Auslese. Aus der Hochschulrektorenkonferenz waren allerdings im vergangenen Jahr noch andere – differenziertere – Töne zu hören.

Hä? (Symbolbild.) Foto: Shutterstock

Zum Start der Abiturprüfungen hat der Präsident des Deutschen Hochschulverbands, Prof. Lambert Koch, deutliche Kritik an den Kompetenzen vieler Studienanfänger formuliert. Das Abitur bescheinige die Studierfähigkeit zwar formal, garantiere sie jedoch immer seltener, sagte Koch dem „Münchner Merkur“. Hochschullehrende beobachteten „zunehmend eklatante Mängel“, insbesondere bei mathematischen Vorkenntnissen, im Leseverständnis sowie im allgemeinen Ausdrucksvermögen.

Zwar gebe es weiterhin „hochmotivierte und leistungsstarke junge Menschen, die nach dem Abitur ein Studium aufnehmen und vom ersten Semester an brillieren“. Gleichzeitig aber wachse der Anteil derjenigen, die aus Sicht der Hochschulen nicht ausreichend vorbereitet seien. Die Universitäten reagierten darauf mit Brückenkursen und zusätzlichen Unterstützungsangeboten. Doch diese Maßnahmen stoßen nach Einschätzung des Hochschulverbands an Grenzen. „Den Universitäten fehlen die Kapazitäten, um dauerhaft Bildungsaufgaben der Schulen zu übernehmen“, erklärte Koch.

In diesem Zusammenhang warnte er vor „freigiebig vergebenen Bestnoten“ und forderte, der „fortschreitenden ‘Noteninflation’ durch eine konsequente Ausschöpfung des Bewertungsspektrums Einhalt“ zu gebieten. Es brauche eine „Rückbesinnung auf das Prinzip ‘Qualität vor Quantität’“, damit das Abitur wieder als verlässlicher Leistungsnachweis dienen könne. Heißt dann wohl: mehr Aussieben!

Prof. Ulrich Bartosch an, Vizepräsident der Hochschulrektorenkonferenz und Präsident der Universität Passau, widerspricht der These eines generellen Leistungsabfalls allerdings – und stellt infrage, wie belastbar die zugrunde liegenden Annahmen überhaupt sind.

„Ich habe nicht gewarnt, da fühle ich mich missverstanden“, sagte Bartosch im vergangenen August in einem Interview mit Zeit Campus – anlässlich der alarmistischen Berichterstattung von Medien wie der „Bild“-Zeitung, die Bartosch als Kronzeugen für einen allgemeinen Verfall der Studierfähigkeit zitiert hatten. „Ich wollte sagen: Wir müssen genau hinschauen, welche Schwierigkeiten Studienanfänger heute haben. Das ist keine Kritik an den Schulen oder am gegenwärtigen Abitur. Es gibt aus meiner Sicht keine empirische Grundlage für die These, das Abiturniveau sei immer schlechter geworden.“

Bartosch verweist darauf, dass die Wahrnehmung von Schwierigkeiten unter Lehrenden zwar verbreitet sei, aber nicht durch aktuelle, belastbare Studien abgesichert werden könne. „Es wäre schön, wenn wir eine bessere Datengrundlage hätten. Ich kann die Wahrnehmung meiner Kolleginnen und Kollegen nicht näher durch Studien belegen. Aber es gibt diese Beobachtung nun mal, und darauf muss ich reagieren.“

„Die Fähigkeit, abstrakt zu denken, komplexe Dinge zu durchdringen oder zwischen Korrelation und Kausalität zu unterscheiden und logisch zu argumentieren, all das braucht man im Studium“

Konkrete Probleme sieht auch er insbesondere in den MINT-Fächern. Dabei gehe es zum Teil um grundlegende Fertigkeiten. „Gerade in der Mathematik und in den Naturwissenschaften gibt es offenbar Probleme, auch das schon seit Jahren. Da geht es nicht um höhere Mathematik, sondern teils um Grundlagenfertigkeiten wie Bruchrechnung oder Potenzregeln.“ Darüber hinaus nennt er Anforderungen, die über Fachwissen hinausgehen: „Die Fähigkeit, abstrakt zu denken, komplexe Dinge zu durchdringen oder zwischen Korrelation und Kausalität zu unterscheiden und logisch zu argumentieren, all das braucht man im Studium.“

Als zentrale Ursache beschreibt Bartosch veränderte Bedingungen, unter denen Studierende heute lernen. „Studierende stehen heute vor ganz anderen Herausforderungen als früher. Hinter ihnen liegt eine katastrophale Schulphase in der Pandemie. Das wirkt sich auf die Studierfähigkeit aus, bei manchen auch auf Fachkenntnisse.“ Zudem habe sich die Zusammensetzung der Studierendenschaft verändert, da inzwischen deutlich mehr junge Menschen eine Hochschulzugangsberechtigung erwerben.

Auch die Rolle digitaler Technologien hebt er hervor. „Digitalisierung und künstliche Intelligenz […] verändern das Lernen und die Wissensvermittlung radikal. KI macht es viel schwieriger, junge Studierende zu motivieren, Aufgaben und Probleme eigenständig zu lösen.“ Für die Bewertung der Studierfähigkeit misst Bartosch vorhandenen Wissensbeständen nur begrenzte Bedeutung bei. „Es ist ein Irrglaube, dass man zum Studieren alles schon können und wissen müsste.“ Entscheidend sei, wie Studierende mit neuen Anforderungen umgehen.

Die Abiturnote hält er deshalb für kein verlässliches Auswahlkriterium. „Denn im Einzelfall hat sie überhaupt keine Aussagekraft. Man kann ein schlechter Schüler sein und später im richtigen Studienfach den Schalter umlegen und aufblühen.“ Handlungsbedarf sieht Bartosch vor allem beim Übergang von der Schule zur Hochschule. Studieninteressierte benötigten bessere Orientierungsmöglichkeiten. „Vielen fehlen die nötigen Informationen, um ausreichend einzuschätzen, ob ein Studienfach zu ihnen passt.“ Als mögliche Instrumente nennt er unter anderem Self-Assessments, Orientierungsprogramme und Schnupperstudien.

Zugleich fordert er eine stärkere Begleitung in der Studieneingangsphase sowie eine engere Zusammenarbeit zwischen Schulen und Hochschulen. Ziel sei es, den Einstieg ins Studium besser zu strukturieren und Anpassungsprobleme frühzeitig aufzufangen. Die pauschale Kritik an der Leistungsfähigkeit der jungen Generation weist Bartosch ausdrücklich zurück. „Was für ein Unsinn! Wer wäre ich, die jungen Leute so zu verurteilen?“

„Ein erfolgreicher Start ins Studium kann kaum gelingen, wenn die dafür erforderlichen Basisfähigkeiten nicht bereits in den Jahren zuvor erworben und kontinuierlich geübt wurden“

Eine Lernstandserhebung unter rund 2.100 Erstsemesterstudierenden an acht sächsischen Hochschulen hatte 2024 Defizite in grundlegenden Mathematikkenntnissen aufgezeigt (News4teachers berichtete). Nach Angaben des Studienleiters Prof. Max von Renesse von der Universität Leipzig traten Probleme insbesondere beim Umgang mit Brüchen, Potenzen und einfachen algebraischen Umformungen auf. Die Testaufgaben orientierten sich an den Lehrplänen der Mittel- und Oberstufe und sollten von Abiturientinnen und Abiturienten ohne Hilfsmittel lösbar sein.

Auffällig war, dass Teilnehmende mit Schulabschluss aus dem Ausland in diesem Bereich teilweise besser abschnitten. Auch sächsische Studienanfängerinnen und -anfänger mit einem Abitur aus dem Freistaat erreichten im Schnitt bessere Ergebnisse als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen mit Schulabschluss aus anderen Bundesländern. Sachsen liegt in Bundesländer-Vergleichen von Schülerleistungen seit Jahrzehnten an der Spitze, musste zuletzt aber (wie die anderen Bundesländer auch) Leistungseinbrüche konstatieren. „Ein erfolgreicher Start ins Studium kann kaum gelingen, wenn die dafür erforderlichen Basisfähigkeiten nicht bereits in den Jahren zuvor erworben und kontinuierlich geübt wurden“, betonte von Renesse. News4teachers / mit Material der dpa

Studierunfähig? „Unsinn!“ Warum die Debatte ums Abitur überzogen ist (und trotzdem über den Übergang auf die Uni gesprochen werden muss)

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Nick
1 Tag zuvor

Ist ein Ergebnis der ausufernden Gymnasialindustrie. Nahezu jede zweite weiterführende Schule ist ein Gymnasium. Die Eltern sehen in ihren Sprösslingen künftige Eliten und die dortigen Lehrer freut es, nicht in einer Resteschule mit dem dortigen rauhen Umfeld unterrichten zu müssen.

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  Nick

Abgesehen vom Umfeld ist es bis jetzt die Besoldungsgruppe im Eingangsamt gewesen.
Am Gelde hängt es, zum Gelde drängt doch alles.
A15 und A15-Stellen gibt es als Beförderungsstellen nur an GY, GE und BK für Lehrkräfte der SekI+II.

dickebank
1 Tag zuvor
Antwortet  dickebank

A14 und A15 als Beförderungsämter …

Susanne M
21 Stunden zuvor
Antwortet  dickebank

war früher mal mehr Wert, wir können froh sein, wenn wir die Lehrer halten und sie nicht in besser bezahlte Branchen mit den modernen Arbeitsformen abwandern. Bei der Jugend sehe ich schwarz. Wir haben Lehrermangel. Warum wohl?

PetraOWL
20 Stunden zuvor
Antwortet  Susanne M

Das passiert doch schon längst. Die letzte Bastion war die Verbeamt.
41 Stunden vs. 35 Stunden
0 Homeoffice vs. 3 Tage Homeoffice
normal Geld vs. viel Geld
kein Bonus vs. Bonus, 13. Zulagen
Ruhestand 67 vs. 62
usw.

PetraOWL
20 Stunden zuvor
Antwortet  Susanne M

wie könnte man es noch unattraktiver machen?? 🙁

Maybe
18 Stunden zuvor
Antwortet  dickebank

In Bayern sind die beruflichen Schulen Laufbahn- und soldmäßig gleichgestellt und an FOS, BOS, BFS, FAK sind in den Zeiten als GymnasialLK noch sortiert wurden einige dort gelandet 🙂 und manche auch geblieben.

ed840
1 Tag zuvor

“Auch sächsische Studienanfängerinnen und -anfänger mit einem Abitur aus dem Freistaat erreichten im Schnitt bessere Ergebnisse als ihre Kommilitoninnen und Kommilitonen mit Schulabschluss aus anderen Bundesländern.

Wenig verwunderlich, da u.a. auch bei IQB-2024-Mathematik bei den SuS an Gymnasien die Probanden in allen anderen Bundesländern, außer Bayern, erheblich niedrigere Punktzahlen aufwiesen und der Anteil, die nicht mal die Standards für den MSA erreichten, auch sehr deutlich höher war.

Opossum
1 Tag zuvor

Vielleicht sollte man Aufnahmeprüfungen einführen, dann wären Abiturienten gezielter ausgewählt.

Götz
1 Tag zuvor
Antwortet  Opossum

Sinnvoll, aber nicht zeitgeistgemäß (repressiv etc.).

JonasG
23 Stunden zuvor
Antwortet  Opossum

Oder einfach wieder dafür sorgen, dass das Abitur eine Wertigkeit besitzt?

Alese20
21 Stunden zuvor
Antwortet  JonasG

Oder einfach dafür sorgen, dass wieder weniger Unterrichtsausfall besteht oder man nicht durch alle Themen durchhechelt. Alle 6 Wochen ein neues Thema, wie soll sich da was in den Köpfen fest verankern. Da wird einfach für die Arbeit gelernt und danach wieder vergessen. Ich beobachte das bei meiner Tochter auch. 6 Monate nach der Arbeit konnte sie nicht mehr auf Anhieb alle Regeln der Bruchrechnung, obwohl sie in der Arbeit eine 1 hatte.

Hans Malz
39 Minuten zuvor
Antwortet  Alese20

Naja, es gibt einen Lehrplan? Außerdem wird doch überall immer die Eigenverantwortung gefordert … Lehrer nur als Lernbegleiter und so…

Chefdenker
20 Stunden zuvor
Antwortet  Opossum

Unsere Schule ist im Grenzgebiet zu NRW und da zu einigen BBS. Uns verlassen regelmäßig nach der 10 Schülerinnen und Schüler in diese Richtung. Häufig mit der Argumentation, dass es dort wesentlich einfacher gute Noten gibt. Scheint tatsächlich so zu sein und ist dann argumentativ schwer gegen anzukommen.

Das Argument, dass man es mit einem “etwas” anspruchsvolleren Abitur besser durchs Studium schafft, kommt man nicht weit.
Eventuell sollten zumindest größere Teile der zulassung von Eignungstests abhängen und nicht vom NC. Dann bringt es etwas, wenn man mehr gelernt hat und nicht einfach nur gute Noten hat.

Sporack
18 Stunden zuvor
Antwortet  Chefdenker

Der NC (Numerus Clausus) hängt aber nicht primär von der Note ab.
Sondern umgekehrt. NC=Note ist das “marktwirtschaftliche Ergebnis” von Angebot und Nachfrage.

Ministerium setzt die Zulassungszahlen auf Antrag der Hochschule fest. Wenn mehr Bewerbungen als Plätze vorliegen, werden die Plätze nach den vorgesehenen Auswahlregeln verteilt, und daraus ergibt sich der jeweilige NC-Wert als Grenznote.
Deswegen ändern sich NC-Werte für gleichen Studiengang an gleicher Hochschule je nach “Stellenbesetzung” und “Bewerberlage” auch mal zwischen unterschiedlichen Zulassungsjahren.

Deutlich vereinfachtes Beispiel:

Also Hochschule meldet x vergebbare Plätze für Studiengang Y und ebenso x vergebbare Plätze für Studiengang Z.

Annahme: Es bewerben sich jeweils mehr als x Personen auf die Zulassungsbeschränkten Studiengänge. Zufällig haben x Bewerber/innen für Studiengang Y einen Notendurchschnitt von 3,7 alle anderen Bewerber/innen liegen bei 4.0 ; dann hat Y einen NC von 3,7.

Für den Studiengang Z sei die Notenverteilung durchmischt. Sortiere Bewerbungen nach Noten, die ersten x erhalten einen Platz. Schlechteste dieser Noten bestimmt den NC.

vhh
1 Tag zuvor

Reichten meine Mathefähigkeiten vor 40 Jahren für ein NW-Studium? Für den Anfang, ja. Später sicherlich nicht mehr.
Hätten meine Englischkenntnisse gereicht, um literarische Texte in einem Seminar zu behandeln? Ebenso sicher nein.
‘Es fehlen den Unis die Kapazitäten…’ – ja, aber wir haben Massenbetrieb in Schulen und Universitäten. Die Entscheidung, politisch gefällt, war ‘Verbesserung des Bildungsniveaus in der Breite’, nicht ‘eine kleine Elite bestimmt das Niveau’.
Wir könnten bei Qualität vor Quantität mit der Hälfte der Studienplätze und Professuren auskommen… Bis zum Ende denken?

Opossum
1 Tag zuvor
Antwortet  vhh

Was ist mit Ihren Mathefähigkeiten, dass sie für ein NW-Studium nicht reichen würden? Da lernt man viel neues und jeder- der heutige Abiturient als auch vor 40 Jahren – müsste sich anstrengen. Ich denke aber, dass Selbstdisziplin & logisches Denken hatte man auch früher gehabt.

Götz
1 Tag zuvor

So lange es am Gymnasium als Ausweis besonderer Attraktivität gilt, möglichst viele Grundschüler in seinen Hallen begrüßen zu dürfen und so lange die anderen Schularten abgewertet werden, wird sich die Lage nicht ändern. Das Gymnasium zehrt vom elitären Glanz vergangener Tage, aber was die Bildung betrifft, ist es mittlerweile weitgehend entkernt.

real_anka
17 Stunden zuvor
Antwortet  Götz

GINO: Gym in Name Only.

Einer
1 Tag zuvor

Witzig! Die Bildungsminister und KMK möchten seit Jahren, dass jeder einen Abschluss bekommt. Also Sorten wir dafür, dass wirklich jeder einen Abschluss bekommt. Echtes Abi und Gesamtschul-Abi ist nun mal nicht das Gleiche. Da liegen Welten zwischen. Dazu kommt noch der normale Verfall, der schon immer da war und der Verfall der Leistung bedingt durch die Nutzung der digitalen und asozialen Medien. Also alles so gewollt.

Muxi
21 Stunden zuvor
Antwortet  Einer

Auch das “echte Abi” ist kein “echtes Abi”.
Ich weiß doch was meine Schüler können und auch dieses Jahr werden einige die Hochschulreife bekommen, die immer wieder 5 Min brauchen um zu erkennen, dass k*(e^x) das Gleiche ist wie (e^x)*k. Gerade heute früh wieder mehrfach gehabt. Das sind eigentlich auch clevere Leute, nur haben die in Mathe manchmal richtige Blockaden. Ich weiß zwar wie man die Auflösen kann, aber dafür braucht es etwas, das in den Schulen nicht im Angebot ist, nämlich Zeit.
Ich hätte kein Problem damit, diesen Leuten ein “alles, nur kein MINT-Fach”-Abi zu geben. Das ist auch nicht abwertend gemeint. Wenn ich in 15 Jahren einen davon als Arzt treffe würde ich mich ohne Sorge operieren lassen. Nur wenn di als Mathematiker auftauchen würde ich stutzig werden.

blau
15 Stunden zuvor
Antwortet  Einer

Soso Gesamtschul-Abi ist doch dasselbe Abi. Zumindest die Prüfung und auch die Inhalte im Lehrplan sind gleich. Ich habe ein Gesamtschul-Abi (Jahrgangsbeste) und im Studium gehörte ich weiterhin zu den Besten, obwohl alle anderen vom Gymnasium kamen.

dickebank
2 Stunden zuvor
Antwortet  blau

Nun ja, die GOSt an einem GY und die Abt. III einer GE unterscheiden sich gravierend, wobei Themen und Aufgabenstellungen die gleichen sind.

Muxi
23 Stunden zuvor

Man könnte fachgebundene Eingangsprüfungen an Unis einführen, mit der Möglichkeit sich genau darauf vorzubereiten. Schon wären wir das Problem los.
Und ja, ich weiß dass das auf das faktische Ende des Abiturs hinausläuft, was ich begrüßen würde. Dieser jetzige Zustand – Abitur als Massenphänomen, während man gleichzeitig so tun muss, als wäre das eine Elitenveranstaltung – tut niemandem gut.

Die Politik hat sich entschieden, dass möglichst viele Leute Abitur bekommen. Also muss man sich von der Idee der “allgemeinen Hochschulreife” verabschieden, es haben nicht 50% eines Jahrgangs die Fähigkeit jedes (!!) Fach studieren zu können. Fachgebundene Eingangsprüfungen lösen das, dann müssen die Leute nur noch zeigen, dass sie das Fach können.
Warum sollte auch ein angehender Literaturwissenschaftler die Fähigkeit für ein Physikstudium mitbringen? Oder umgekehrt..

wombatlover
20 Stunden zuvor
Antwortet  Muxi

Ohne den Aufwand von Prüfungen würde es schon reichen, mal nach England zu gucken. Dort wird geguckt, wie die Noten in bestimmten Fächern sind, bevor Uniplätze vergeben werden. Dann könnte man z.B. Medizin mit einem LK in den Naturwissenschaften, eine zweite Naturwissenschaft als Prüfungsfach und eine dritte durchgehend belegt mit bestimmten Noten voraussetzen und die Noten in Kunst und Sport würden nicht mehr viele geeignete junge Leute von einem Studium ausschließen.

Muxi
18 Stunden zuvor
Antwortet  wombatlover

Eine Möglichkeit:
A,B,C Kurse in den Schulen.
A für diejenigen, die das Fach wirklich lernen möchten (ja, die gibt es).
B für diejenigen, die das Fach für ein Studium als Werkzeug brauchen.
C für diejenigen, die nichts davon wissen wollen, denen man dann aber sagen kann: Dieses Minimum verlangen wir von euch.
Und wer sich später umentscheidet, kann an der Uni das in einem Vorstudium nachholen.

Meiomei
7 Stunden zuvor
Antwortet  Muxi

Die brauchen an den Unis keine Eingangsprüfungen im Mint-Bereich. Die Regeln das über ihre Semesterprüfungen. Und solange sie ihr Geld für die eingeschriebenen Studenten bekommen, würden sie ja an ihrem Geldhahn dehen.

Katze
23 Stunden zuvor

„In diesem Zusammenhang warnte er vor ‚freigiebig vergebenen Bestnoten‘ und forderte, der ‚fortschreitenden Noteninflation‘ durch eine konsequente Ausschöpfung des Bewertungsspektrums Einhalt zu gebieten.“
Ach, herrlich.
Jetzt also Alarmstufe Rot, weil das Abitur langsam den Aggregatzustand von Zuckerwatte annimmt.
Und wer hätte das gedacht – die Defizite der Studienanfänger kommen nicht von allein, sondern von einem System, das seit Jahren so tut, als sei Leistung ein optionales Add‑on.
Währenddessen sitzen wir „Oldschoolkollegen“ da und denken:
Willkommen im Jahr 2035 – offenbar hat die Bildungsinitiative Schland 2035 schon früher zugeschlagen, als geplant.
Ziel: 100 % Abiturquote, 0 % Stress, 0 % Realität.
Denn wer sich der Noteninflation entgegenstellte, bekam nicht etwa Rückhalt, sondern eine pädagogische Breitseite:

  • Eltern, die „nur das Beste“ wollten – und „das Beste“ war erstaunlich oft eine Note, die man eher im Wunschkonzert als im Klassenraum findet.
  • Schulämter, die sich in einer Art vorauseilendem Gehorsam wanden und Sätze produzierten wie: „Wir müssen uns stärker an den Erwartungen der Familien orientieren.“ Übersetzung: Standards sind flexibel, Hauptsache niemand beschwert sich.
  • Schulleitungen, die lieber die Temperatur im Lehrerzimmer niedrig hielten als die Standards hoch.
  • Kolleginnen und Kollegen, die irgendwann kapitulierten und lieferten, was bestellt wurde – wie ein pädagogischer Lieferservice.

Und dann gab es die anderen.
Diejenigen, die sich weigerten, das Abitur als Bonuskarte zu behandeln.
Diejenigen, die sich anhören mussten, sie seien „zu streng“, „nicht mehr zeitgemäß“ oder „demotivierend“.
Diejenigen, die abends heimkamen und sich fragten, ob sie eigentlich die letzten Dinosaurier sind, die noch an realistische Leistungsbewertung glauben.
O‑Ton Kollege: „Ich möchte doch noch in den Spiegel schauen können.“
O‑Ton Schulamt: „Wir müssen doch den Eltern etwas anbieten.“
Ja – was denn?
Das Abitur im Abo-Modell? Mit Gratis‑Upgrade auf 1,0?
Und jetzt, Jahre später, stellt man fest, dass das alles vielleicht doch nicht so brillant war.
Dass ein Abitur, das man wie Rabattmarken verteilt, irgendwann an Aussagekraft verliert.
Dass Studierende an Hochschulen ankommen, die nie gelernt haben, mit echter Anforderung umzugehen.
Dass man Standards nicht beliebig weichkochen kann, ohne dass am Ende nur noch eine fachlich fade Brühe übrig bleibt.

laromir
7 Stunden zuvor
Antwortet  Katze

Das trifft den Punkt. Gleiches Spiel hier. Am Anfang dachte ich immer noch, liegt das mir, der einzelnen Schule, unserer Elternschaft… Aber mit den Jahren merkt man, dass alles kein Einzelphänomen ist, sondern der Trend im ganzen Schulsystem, wie es scheint auch länderübergreifend.

unfassbar
23 Stunden zuvor

Geliefert wie von der Bildungspolitik bestellt. Das Niveau wurde der Abiturientenquote geopfert.

ed840
21 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

So doof finde ich die Frage gar nicht. Zumindest auch nicht doofer als die Frage, woher die Lehrkräfte z.B.im Jahr 1995 kamen, als es noch deutlich mehr SuS gab, aber nur gut halb so viele junge Menschen ein Studium begannen als 2025

ed840
20 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann müssten rein recherisch die Klassenstärken an Gymnasien ja im Vergleich zu 1995 ganz massiv gesunken sein.

Laut KMK waren es 1995 ca. 25,8 SuS je Klasse.

Bianca
19 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Möglicherweise braucht man gar nicht so viele Lehrer, wenn die Schüler nicht jahrelang zusätzlich an Schularten sind, deren Abschluss sie am Ende nicht oder nur deswegen bekommen, weil die Anforderungen absurd niedrig sind.

ed840
17 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Lag halt nahe, nachdem es im Artikel um die Studierfähigkeit von Abiturient*innen geht und es m.W. die einzige weiterführende Schulart ist, die es in allen 16 Bundesländern flächendeckend gibt.

Fritze Flink ist gierig
19 Stunden zuvor
Antwortet  Redaktion

Wieso? Quer- und Seiteneinsteiger nimmt man doch heute schon gerne. Abitur und Studium sind da obsolet- Hauptsache, es steht jemand in der Klasse.

Na ja
1 Stunde zuvor
Antwortet  Redaktion

Mal ‘ne doofe Antwort: Doofe Lehrer braucht auch keiner.

Pit2020
23 Stunden zuvor

„Den Universitäten fehlen die Kapazitäten, um dauerhaft Bildungsaufgaben der Schulen zu übernehmen“, erklärte Koch.

Elternhaus – Kita – Grundschule – weiterführende Schulen – Universität …
Das erinnert alles ein wenig an die Löschkette längst vergangener Zeiten, als man sich die Wassereimer vom Brunnen weiterreichte.
Allerdings war noch Wasser in den Eimern.
Heute sind die Eimer nicht leer – nein, nein! … “Eimer? Welche Eimer?” 🙁
Und jetzt wieder alle im Chor: “Die Schulen müssen …!”

potschemutschka
20 Stunden zuvor
Antwortet  Pit2020

Ich musste bei Ihrem Kommentar an ein altes Kinderlied denken:
Bing-Video
Beim googeln fand ich auch noch eine neue gendersensible Variante:
Bing-Video
Beide Varianten passen leider verdammt gut zur Bildungsmisere. 🙂

laromir
22 Stunden zuvor

Ach was. Ist das ganze jetzt in den Unis angekommen? Wir kämpfen seit geraumer Zeit ja schon mit Grundschülern, die nicht genügend Fähigkeiten und Biss für das Gymnasium haben. Sie sollen aber trotzdem brav durchgewunken werden. Wer das als LuL nicht macht, ist mies, gemein und doof, wird zur Leitung zitiert und darf sich von Eltern so allerhand anhören. Macht man eben nicht ewig mit. Irgendwann winkt man eben schulterzuckend weiter. War alles nur eine Frage der Zeit, bis sich die Unis mit dem Problem der nicht so studierfähigen Studis befassen muss, so wie wir uns zunächst mit den nicht oberstufengeigneten Oberstufen-SuS befassen müssten und dann mit den nicht gymnasialen Gymnasial-SuS. Und. Die Grundschulen sind jetzt bei den Kindergartenkindern, die eigentlich noch nicht schulfähig sind angekommen. Man reicht irgendwann einfach nur noch weiter, weil das wohl so gewünscht ist.

blau
15 Stunden zuvor
Antwortet  laromir

Wozu? Hier im Ort müssen die Gymnasien auch Kinder mit Hauptschulempfehlung aufnehmen und zwar vorrangig vor Schülern mit Gymnasialempfehlung aus dem Nachbarort.

Tanya
21 Stunden zuvor

Richtig, machen wir Qualität vor Quantität.
Senken wir die Deputate, machen wir in weniger Zeit mehr und werden effektiver.
1 – 2 Homeofficetage, alles optimierter und effizienter, nicht mehr von 8 bis 17 Uhr Anwesenheit und Präsenz.
Abi ist mit A13 für alle eh nicht mehr das.
Was ist das Abi?
Beim Autokonzern komme ich über die Ausbildung rein und verdiene hinterher mehr als Lehrer jetzt, 35 Stündchen pro Woche, 3 Tage HO, Dienstwagen, frühe Rentenmodelle.
Ich werde 5-7 Jahre länger arbeiten als meine liebe Frau! Tja, was ist dann noch das Abi?
🙁 🙁 🙁

Susanne M
21 Stunden zuvor
Antwortet  Tanya

Ich sehe ihren Punkt. Sie meinen also, weil die anderen Betriebe, Firmen und Konzerne auf 35 Stunden gesenkt haben, können wir dementsprechend und fair auch die Deputate auf 18 ziehen und dann 1 Homeofficetag für Lehrkräfte anbieten?
Hmm, da sind hier viele Anti.
Ich kann Ihnen sagen, es gibt Privatschulen, die machen das. Es gibt auch im Ausland Schulen die Stunden hybrid anbieten.
Es gibt einige Schulen, auch in unserem Land, die das probieren. Die Technik haben wir auch bei uns in der Schule.
Nur eine Präsenzpauschale, weil sie als wenige noch immer zur Schule hinfahren müssen und vor Ort arbeiten, gibt es noch nicht. Da sind sie in der Pflege schon deutlich weiter.

PetraOWL
20 Stunden zuvor
Antwortet  Susanne M

tatsächlich?
also Hasi auf alle Fälle, ach mein Schnucki hat es so gut erwischt. Quasi noch abgesprungen.
Kommt halt keiner mehr.
Mittelfristig wird man da schon Homeoffice und 4 Tage Woche anbieten und sich an den anderen Branchen orientieren. Die GenZ und Nachkommen fordern es schließlich lautstark. Ist ja wie in der Wirtschaft, sonst bist du nicht wettbewerbsfähig.

Marion
19 Stunden zuvor
Antwortet  PetraOWL

Achtung! Breaking News!

PetraOWL hat ‘nen Neuen. Heißt Schnucki. Und Hasi ist aus Verzweiflung wohl von irgendwo runtergesprungen.

Bleiben Sie dran.
Wir informieren Sie, sobald es neue Erkenntnisse gibt.

dickebank
19 Stunden zuvor
Antwortet  Marion

Von der Spitze des Hermanns, was Anderes kommt für’n echten Lipper nicht in Frage.

real_anka
17 Stunden zuvor
Antwortet  Marion

Ich freue mich auch schon auf Neuigkeiten aus dem Hinterland.
Bye bye Hasi, hello Schnucki.
Was macht der denn so beruflich auf der heimischen Terasse?

Realist
20 Stunden zuvor
Antwortet  Susanne M

Präsenzpauschale”

Und da beißt sich die Katze in den Schwanz. Lehrkräfte müssten wegen dem Präsenzzwang eigentlich mit als allererstes diese 1000€-Energieentlastungsprämie bekommen, aber das wird nach übereinstimmender Aussage der Länder nicht passieren.

Dafür werden die ganzen Bundes-Ministerialbeamten, die sowieso drei Tage pro Woche im Homeoffice sitzen, und die ganzen Homeoffice-Worker in der Industrie selbstvertsändlich diese Prämie demnächst erhalten. Für letzteres wird schon die IG Metall sorgen (die haben ja auch vor kurzem VW trotz “Krise” wieder eine fette Gewinnbeteiligung entlockt).

Lehramt lohnt sich unter diesen Bedingungen finanziell und arbeitsbelastungsmäßg echt nicht mehr. Wer das nicht sieht, leidet tatsächlich unter dem Stockholm-Syndrom. Außnahme: Verbeamtet mit mind. drei Kinder und dauerkrank…

Muxi
19 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Oder man betreibt keine Rosinenpickerei und bezieht Kündigungssicherheit, Pensionsanspruch und Lohnsicherheit per Besoldungstabelle mit ein und denkt sich: “In der Wirtschaft könnte ich vielleicht mehr verdienen. Aber ich könnte auch verlieren. Ich wähle die Sicherheit”

Alese20
6 Stunden zuvor
Antwortet  Muxi

Und Equal Pay nicht vergessen. Das ist in der freien Wirtschaft nicht überall zu bekommen. Es hat nicht jeder Betrieb einen Tarifvertrag und IG Metall im Rücken.

Muxi
1 Stunde zuvor
Antwortet  Alese20

Das meinte ich mit der Besoldungstabelle. Wir bekommen alle den gleichen Lohn. Ob hoch genug, da kann man immer diskutieren, aber schlecht versorgt sind wir nicht. Vor allem wenn man die Pensionsansprüche noch oben drauf rechnet.

DerechteNorden
9 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Ich frage mich gerade, von welchen super bezahlten Arbeitsplätzen in der Industrie Sie sprechen.
VW z.B. baut Arbeitsplätze ab. Automatisierungen werden noch weiter zunahmen. Und KI übernimmt immer mehr in Verwaltungen und anderen ähnlichen Bereichen.
Und ist es wirklich so, dass Lena und Finn, die auf Lehramt studieren, in die Industrie wechseln?
Tatsächlich haben wir an meiner Schule lauter junge examinierte Kolleg*innen, die unseren schönen Beruf richtig gern machen, aber derzeit keine unbefristete Stelle bzw. Planstelle erhalten.

GBS-Mensch
3 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

So eine Präsenzpauschale nennt sich gemeinhin Gehalt.

Stine
20 Stunden zuvor
Antwortet  Tanya

Wir kriegen gerade viele gute Bewerber vom Autokonzern. Werden alle da nämlich freigesetzt. Nehmen dann auch 40 Stündchen mit Präsenz und ganz ohne Dienstwagen… willkommen in der Realität.

Realist
19 Stunden zuvor
Antwortet  Stine

Klar, so ein Halbtagsjob, für den man nichts können muss, dafür aber dauernd Ferien hat und so lange krank sein kann, wie man will, ist ja auch verlockend…

Mika BB
19 Stunden zuvor
Antwortet  Stine

Berichten Sie bitte, wie viele nach einem Jahr noch da sind.

dickebank
19 Stunden zuvor
Antwortet  Stine

Genau. Die freigestellten Mitarbeiter*innen mit Hochschulabschluss haben doch einen Anspruch auf ALGI, der höher ist als die Bezüge, die das LBV ausreicht.

PapaHannesNRW
2 Stunden zuvor
Antwortet  Tanya

Diejenigen, die für das ganze Desaster verantwortlich sind, nämlich die nicht engagierten Lehrkräfte, setzten hier dem ganzen noch die Krone auf, indem sie dann auch noch gerne zu Hause bleiben wollen und den Kindern überhaupt nichts mehr beibringen. Wie faul kann man denn noch sein?

Tanya
21 Stunden zuvor

man hat auch in den Konzernen vor ein paar Jahren / so ungefähr 5, optimiert und fährt damit auch ganz gut. Homeoffice und flexibles Arbeiten ist in alle Bereiche vorgedrungen, die Arbeitswelt hat sich gewandelt, der Markt hat sich gegen Verbeamtung und Lehramt gedreht. Man hat es schon registriert, spricht aber sehr sehr ungern drüber 😀

GBS-Mensch
4 Stunden zuvor
Antwortet  Tanya
Realist
20 Stunden zuvor

Die Hochschullen müssen sich langsam umstellen und die Erfolgsrezepte der Schulen übernehmen:

  • Kompetenzorientierung statt sturem Wissenanhäufen
  • Individuelle Förderung
  • Nachteilsausgleiche
  • “Keiner darf verlorengehen”-Mentalität

Also, liebe Professoren und Professorinnen: Raus aus der Kuschelecke und etwas anstrengen. Nicht in der Beamten-Logik des vorletzten Jahrhunderts ausruhen, wo der Professor immer Recht hatte, unantastbar war und der Assisstent ihm den Koffer hinterhergetragen hat.

Muxi
19 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Zuerstmal würde ich die universitären Bildungsexperten verpflichten, selber jeden Studienanfänger zum Abschluss zu führen. Am besten unter Inklusionsbedingungen, also z.B. Studenten mit Downsyndrom auch zur Promotion zu führen. Und wenn die das nicht schaffen, dann gibt es halt lauter Fortbildungen.
Nach spätestens zwei Jahren fangen die an realistisch zu denken….

Hans Malz
17 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Verstehe ich auch nicht. Diese Forderungen kommen doch aus den eigenen Reihen, die haben die Kompetenz ja quasi im Haus. Ein paar Lehrstühle für Hochschulpädagogik hinzustellen und Studien machen, damit das auch alles wissenschaftlich belegt ist. Dann läuft der Laden wieder.

Maybe
17 Stunden zuvor
Antwortet  Realist

Wir können dann ja trefflich die Schuldfrage erörtern.
Beispiel: Eine Studienkollegin schaffte vor 15 Jahren den Absprung zurück an die Uni. Eine der vielen Fragen: Was bringt ihr denen eigentlich im EDVbereich noch bei? Wenn sie mühevoll mit Word umgehen können ist das top und Excel ist ein 5-Sternehotel ? Erst war ich stinkig, aber es war so, deutlich ersichtlich.
Die Frage ist, wer ist “ihr” ?
Ich denke, @ Jaromir beschreibt es a.a.O richtig gut. Von Klasse 1 bis 13 wird irgendwann dann durchgewunken, – fort mit Schaden.
Die ganzen aufgesetzten spielerisch- ohne “Zwang”- tätschel-Olympiaden des Olymps ziehen sich von Klasse 1 bis 13 durch. Die Orientierung, das anfängliche Geführtsein bis zum eigenständigen Abschluss sind nicht mehr erwünscht, da sonst Jugendliche in Überforderung und Depression, wenn nicht gar Trauma abrutschen. ?
Das war jetzt schwarzironisch aber auch nicht so ganz, denn:
Wenn offensichtlich ist, dass die Schlaglöcher in einem Weg nicht mehr auszubessern sind, könnte man ja auf den Gedanken kommen, dass man einen anderen wählen sollte, um sich nicht alle (Bildungs)Knochen zu brechen……

Susanne M.
19 Stunden zuvor

Man kann sich nicht mehr darauf verlassen, dass das Gymnasium bis zur Studienfähigkeit in allen Fächern führt. Dazu wurde zu viel hartes Faktenwissen abgeschafft, wie beispielsweise der Mathematikleistungskurs. Das betrifft besonders Studiengänge, in denen das Gymnasium schon eine Vorbildung geben muss wie in Physik.
Dagegen beispielsweise ein Studienfach Sinologie, da fangen beinahe alle Abiturienten bei 0 an.
Warum für bestimmte Studiengänge keine Aufnahmeprüfungen an den Universitäten? Die müssten nicht überall gleich hart sein. In Berlin ist die Aufnahmeprüfung für Medizin auch schwieriger als in anderen Städten.

blau
15 Stunden zuvor
Antwortet  Susanne M.

Dazu gab es schon vor 20 Jahren einen Mathematik-Vorkurs für die Physikstudenten.

Harald
3 Stunden zuvor
Antwortet  Susanne M.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass man Schulphysik für ein Physikstudium nicht benötigt. In Mathematik sollte man fit sein.

Hans Malz
17 Stunden zuvor

Fordert von Schulen … ne ist klar. Falsche Adresse! Fordert lieber bei den Richtigen.

potschemutschka
17 Stunden zuvor

Bau-Posse in Blankenfelde-Mahlow
“Das können keine Studierten gewesen sein”

Blankenfelde-Mahlow: Unterführung fertig, aber nicht beenutzbar

Ing
3 Stunden zuvor
Antwortet  potschemutschka

Top Abi und bestes Ingenieurstudium sagt nichts über spätere Praxis und Arbeit aus! Immer noch nicht verstanden? Wer gut durchs Gymnasium und Studium kommt weiß ggf. wie man das Richtige für Prüfungen lernt, der kann Schule gut! Das sagt aber noch nichts über flexibles, praxisnahes Denken und Arbeiten aus. Ein Englischlehrer der zu Abizeiten top in Englisch war und gut durchs Studium kommt ist noch lange kein guter Lehrer. Es gibt genug Menschen, die in der Schule mit bestimmten Fächern (z.B. Englisch) arge Probleme hatten, im Beruf dann aber bestens zurecht kommen und dort auch regelmäßig in englischsprachigen Meetings ihre Arbeit vorstellen.

dickebank
14 Minuten zuvor
Antwortet  potschemutschka

Sie kennen den Unterschied zwischen TH-Ingenieuren und FH-Ingenieuren?
Der FHler konstruiert und baut eine Brücke, die tragfähig ist und Jahhrzehnte hält. Er ist aber nicht in Lage, zu berechnen, warum das so ist.
Der THler konstruiert eine Brücke, die nach kürzester Zeit kollabiert. Er ist aber in der komfortablen Situation, rechnerisch für Experten nachvollziehbar darzulegen, warum der Kollaps der Statik eintreten musste.

Und bevor das Bashing einsetzt; ich bin selbst Dipl.-Ing. (TU) – sogar mit der Befähigung für den höheren Staatsdienst einer technischen Fachrichtung. Tarifbeschäftigter Lehrer dann erst ab Mitte des Beruflebens.

Monika, BY
17 Stunden zuvor

Tja, auswendig lernen und Musterlösungen leifern. Kreativität wird mit 0 bewertet.

Monika, BY
17 Stunden zuvor

Ich weiß nicht, die Diskussion dreht sich immer wieder darum, dass zu viele Bestnoten vergeben werden. Noten haben aber kein Wert.

Nach dem, was wir in unserem Umfeld sehen, stimmt das zum Teil tatsächlich: Noten werden verschenkt, und sehr oft gerade an diejenigen, die ohnehin schon an der Spitze stehen. Ihnen fliegen die Einsen geradezu von selbst zu – manchmal verdient, manchmal eben auch nicht.

Was aber viel mehr beunruhigt, ist, dass diese Kinder oft jeder echten Kreativität beraubt sind. Sie lernen von Test zu Test, holen sich die Bestnote und erinnern sich schon am nächsten Tag an fast nichts mehr. Wirklich neugieriges, vertieftes Arbeiten gibt es am Gymnasium kaum – es ist praktisch auch gar nicht möglich.

Ich denke, jeder von uns kennt mindestens ein Dutzend Kinder, die im Gymnasium in z.B. Englisch nur Einsen haben, am Ende aber weder ein Gespräch auf Englisch führen noch aus dem Stegreif einen ordentlichen Text auf Englisch schreiben können.

Dahinter stehen viele Faktoren, vom Lehrplan bis zur Art, wie dieser umgesetzt wird. Wie der Input und Anforderungen, so der Output.

Monika, BY
16 Stunden zuvor

„Qualität vor Quantität“

Erstaunlich, dass das niemandem wirklich auffällt, denn genau darum geht es doch. Aus dieser übermäßigen Quantität ist das Bulimie-Lernen überhaupt erst entstanden. Die Kinder haben sich dem System angepasst. Die heutigen Gymnasien liefern vor allem sehr viel Quantität, aber kaum noch Qualität.

Monika, BY
16 Stunden zuvor

Und gerade die Lehrerschaft müsste endlich noch eines verstehen: Viele Noten und viele Formen der Leistungsbewertung an Schulen – auch am Gymnasium – wirken in der Praxis oft wie eine reine Pi-mal-Daumen-Bewertung. Also nicht wirklich präzise, nicht wirklich objektiv, sondern eher grob geschätzt und vom jeweiligen Lehrer abhängig.

Natürlich gibt es Bewertungsbögen, Kriterien und Erwartungshorizonte. Aber am Ende bleiben diese oft auslegbar. Derselbe Beitrag, dieselbe mündliche Leistung oder derselbe Aufsatz kann von zwei verschiedenen Lehrkräften ganz unterschiedlich bewertet werden. Genau darin liegt das Problem: Es wird der Eindruck von Objektivität erzeugt, obwohl in Wirklichkeit sehr viel vom persönlichen Maßstab, vom Wohlwollen, von Vorlieben und auch vom Bias der jeweiligen Lehrkraft abhängt.

Eine Professorin an der Universität hat darüber einmal gelacht und sinngemäß gesagt, dass so etwas an der Uni in dieser Form kaum vorstellbar wäre – wie soll man einen Schüler oder Studenten nach einem derart groben, teilweise schematischen Prinzip wirklich fair bewerten? Und genau das ist der Punkt: Vieles wird so behandelt, als sei Bewertung eine exakte Wissenschaft, obwohl sie in Wahrheit oft eher eine Pi-mal-Daumen-Entscheidung ist.

Die Kinder merken das mit der Zeit genauso wie die Eltern. Sie spüren sehr schnell, dass Noten nicht immer die tatsächliche Leistung, das echte Verständnis oder die wirkliche Fähigkeit abbilden, sondern oft nur, wie gut jemand die Erwartungen einer bestimmten Lehrkraft getroffen hat. Deshalb haben Noten auch nur eine sehr begrenzte Aussagekraft.

Denn Hand aufs Herz: Eine wirklich detaillierte, transparente und in jeder Hinsicht faire Bewertung sieht man in der Praxis viel seltener, als gerne behauptet wird. Und je jünger die Kinder sind, desto problematischer wird es oft noch, weil dort besonders schnell mit groben Eindrücken, Erwartungen und Vergleichen gearbeitet wird.

447
6 Stunden zuvor

Das klingt ja ganz arg!

Was sind das bitte für vorgestrige Professoren ?

Wie wäre es mal mit offeneren Lernlandschaften für Studenten?

Oder Gelingensnachweisen zu selbst gewählten Zeitpunkten, statt autoritärem Klausurdruck?!

Wieso gibt es keine Nachteilsausgleiche oder Inklusion im Studium?

Es ist wirklich typisch für diese Professoren:

Dickes Beamtengehalt, immer vormittags Recht haben, das halbe Jahr Semesterferien – und dann nicht mal die AN UNIVERSITÄTEN AUSGEBRÜTETEN UNSINNSIDE….ääähhhhhh… wissenschaftlich gesicherten Erkenntnisse dazu umsetzen, wie Menschen gut lernen!

Follow the science!

Chris
5 Stunden zuvor

Dann müssen die Universitäten halt selber Eingangstests einführen und den NC dafür über Bod werfen, weil der eh keine Aussagekraft mehr hat. Oder man macht es wie z.B. an der Universität Paderborn. In Informatik und Maschinenbau werden dort praktisch alle Studierwilligen aufgenommen, Abitur, Fachhochschulreife, Meisterbrief, alles egal. In den ersten beiden Semestern sortieren sie dann selber aus. Und ja, ich erinnere mich noch sehr gut an meine eigene Zeit dort, als in Experimentalphysik 13 Studenten (von 186) bestanden haben. Es gab 2x die Note 3,7 und 11x die 4,0. Der Rest war durchgefallen. Hat man bestanden, war das also eine echte Qualitätsaussage. 30 Minuten später saß man als angehender Berufsschullehrer dann zusammen mit den angehenden Grundschullehrern in den Erziehungswissenschaften und durfte sich anhören, dass die Note 1,0 schon Pflicht sei und eine 1,3 dazu führen würde, dass man im Primarbereich eh keine Stelle bekommen würde. Entsprechend war dort auch Noteninflation angesagt. Eine ganz andere Welt.

Unser Studium fing im Oktober an. Bereits nach den Weihnachtsferien war die Hälfte der Studenten nicht mehr da. die haben nie eine Klausur geschrieben sondern gleich eingesehen, dass das an der uni nichts wird. Nach den ersten beiden Semestern waren nur noch 20% der Studenten übrig.

Nur welches Gymnasium würde sich trauen solche Maßstäbe anzusetzen? Da würde doch die Schulverwaltung oder allerspätestens die Schulministerin im Quadrat springen, wenn weit über 50% eines Gymnasialjahrgangs wegen mangelnder Leistungsfähigkeit abgeschult werden.

Canishine
5 Stunden zuvor

Immer häufiger müssten Hochschulen grundlegende Kenntnisse nachvermittelt“
Kennen wir: Schuhe zubinden, Umgang mit einer Schere und – für Fortgeschrittene – Stichwortverzeichnis eines Buches nutzen, Mülltrennung, …

Mutti
4 Stunden zuvor

Ich als Mutter erlebe es leider häufig, dass es anderen Eltern nicht darauf ankommt, dass ihr Kind auch wirklich etwas lernt, um gut für ein Studium gerüstet zu sein.

Meist höre ich von ihnen, dass es nur darauf ankäme, überhaupt das Abitur zu bestehen. Denn nach dem Abitur Krähe Kein Hahn mehr danach, was man mal im Abi hatte. Ich verstehe das eher so: es ist egal, ob die Kinder etwas lernen. Hauptsache, sie haben das Abi. Leider ist Ihnen die Note dann doch nicht so egal, eher ob überhaupt was gelernt wurde oder nicht. Das spielt keine Rolle.

Ich traue mich schon gar nicht mehr, den Lehrern oder anderen Eltern gegenüber anzusprechen, dass ich es bedenklich finde, wenn Unterricht ausfällt oder der Lehrplan nicht durchgezogen wird.

Man ist die schlechteste Mutter auf dem Planeten, wenn man will, dass sein Kind etwas lernt.

Maybe
2 Stunden zuvor
Antwortet  Mutti

Bestimmt nicht – aber ein seltenes (schützenswertes) Exemplar, das am Aussterben ist.
Ihre Kinder haben Glück.

Muxi
1 Stunde zuvor
Antwortet  Mutti

Als Interna kann ich Ihnen sagen: Lehrer sehen das oft genauso, nur hängen wir in einem System fest, dass uns faktisch keine andere Möglichkeit lässt als zu akzeptieren, dass viele Schüler eher lernen sich durch Prüfungen zu mogeln, denn den Stoff wirklich zu verstehen.
Wir wollen ja nicht dauernd rausprüfen, dafür haben wir den Beruf nicht gewählt.