Start Praxis Aufregung um Sexualkunde-Unterricht: Achtklässler sollen „Puff für alle“ entwerfen

Aufregung um Sexualkunde-Unterricht: Achtklässler sollen „Puff für alle“ entwerfen

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DÜSSELDORF. Die Richtlinien des Landes Nordrhein-Westfalen für die schulische Sexualerziehung verlangen von Lehrkräften „Verantwortungsbewusstsein und pädagogischen Takt“. Ob das bei einer Unterrichtseinheit an einem Gymnasium im niederrheinischen Wallfahrtsort Kevelaer gelungen ist, sorgt derzeit für Diskussionen: Achtklässler sollten einen „Puff für alle“ entwerfen – inklusive Raumkonzept, sexueller Dienstleistungen und Preisgestaltung.

„Freudenhaus der sexuellen Lebenslust.“ (Symbobild.) Foto: Shutterstock

Der Fall spielt ausgerechnet in Kevelaer – einem der bekanntesten katholischen Wallfahrtsorte Deutschlands. Jahr für Jahr besuchen Hunderttausende Pilger die Marienstadt am Niederrhein. Religiöse Tradition und katholisches Bildungsverständnis prägen dort bis heute vielerorts das öffentliche Leben.

Was ist dort passiert? Die Aufregung begann mit einer konkreten Unterrichtsaufgabe. Schülerinnen und Schüler der achten Klasse am örtlichen (städtischen) Gymnasium sollten im Sexualkundeunterricht ein fiktives Bordell modernisieren. Unter der Überschrift „Puff für alle“ sollten die Jugendlichen unter anderem überlegen, „welches inhaltliche Angebot“ ein solches „Freudenhaus der sexuellen Lebenslust“ bereithalten müsse, „welche sexuellen Vorlieben“ dort „bedient“ werden sollten und wie Werbung sowie Preislisten gestaltet werden könnten.

Darüber berichtet die „Rheinische Post“ unter Berufung auf die vollständigen Arbeitsunterlagen, die der Zeitung vorliegen. Demnach erhielten die 13- und 14-jährigen Schülerinnen und Schüler insgesamt drei Aufgabenblätter mit detaillierten Fragen zur Ausgestaltung des fiktiven Bordells. Die Jugendlichen sollten sich auch damit befassen, „wer in diesem neuen Puff arbeiten“ müsse und „welche Fähig- und Fertigkeiten“ notwendig seien, „damit alle möglichen Menschen bedient und zufriedengestellt werden können“.

Die Schulleitung bestätigte gegenüber der „Rheinischen Post“, dass die Unterrichtseinheit zu Diskussionen innerhalb der Schulgemeinschaft geführt habe. Die Schulleiterin erklärte laut Zeitung, sie habe Gespräche mit der Lehrkraft, Eltern und der Klassenpflegschaft geführt. Die Lehrkraft habe die Hintergründe des Materials erläutert; Irritationen seien dabei ausgeräumt worden. Auch mit den Schülerinnen und Schülern sei die Stunde nachträglich eingeordnet worden.

Nach Angaben der Schulleitung sollte die Unterrichtseinheit „explizit zu Diskussionen anregen und Inhalte aufgreifen, mit denen Jugendliche in sozialen Medien konfrontiert werden können“. Eine Benotung habe es nicht gegeben. Die Arbeitsblätter seien der Lehrkraft im Rahmen ihrer Ausbildung vorgestellt worden. Gleichzeitig deutete die Schule an, dass die Einheit in dieser Form nicht wiederholt werden dürfte. „Alternative Unterrichtseinheiten“ seien bereits in Vorbereitung, berichtete die „Rheinische Post“ weiter. Künftig solle das Thema „Vielfalt der Lebensformen und der Sexualität“ in einem anderen Kontext behandelt werden.

„Sexualität bedarf in allen pädagogischen Zusammenhängen der besonders sensiblen Behandlung“

Die geltenden „Richtlinien für die Sexualerziehung in Nordrhein-Westfalen“ sind schon etwas älter. Sie traten zum 1. August 2000 in Kraft und gelten damit seit inzwischen mehr als 25 Jahren nahezu unverändert. Dort heißt es ausdrücklich: „Sexualität bedarf in allen pädagogischen Zusammenhängen der besonders sensiblen Behandlung.“ Lehrerinnen und Lehrer müssten sich bewusst sein, „dass sie in der Sexualerziehung mehr als in jedem anderen schulischen Vermittlungsprozess mit dem Nähe-Distanz-Problem konfrontiert sind“. Außerdem verpflichteten die Richtlinien zu „Verantwortungsbewusstsein und pädagogischem Takt“.

Die Vorgaben betonen zugleich, dass schulische Sexualerziehung nicht allein biologische Fragen behandeln solle. Sexualität werde ausdrücklich auch unter sozialen, kulturellen und ethischen Gesichtspunkten thematisiert. Jugendliche sollten lernen, unterschiedliche Lebensweisen zu respektieren und ein selbstbestimmtes Verhältnis zur eigenen Sexualität zu entwickeln. Dabei werden auch schwierige Themen ausdrücklich genannt. In Kapitel 5.8 der Richtlinien heißt es, die Schule müsse sich „den Themen sexuelle Gewalt, sexueller Missbrauch, Pädophilie, Pornographie und Prostitution stellen“. Die Behandlung dieser Themen könne „einen Beitrag zur Prävention leisten“.

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Gleichzeitig formulieren die Richtlinien deutliche Grenzen. Lehrkräfte dürften Schülerinnen und Schülern keine bestimmten Vorstellungen eines „gelungenen sexuellen Lebens“ aufdrängen. Vielmehr müssten sie zwischen der Vermittlung gesicherten Wissens und persönlichen Wertungen unterscheiden. Besonders hervorgehoben wird außerdem die Pflicht, „die Intimsphäre von Kindern und Jugendlichen, ihre unterschiedliche Entwicklung, ihre Scham und Unsicherheit zu achten“.

Auch beim Einsatz von Unterrichtsmedien formuliert das Land konkrete Anforderungen. „Schockierende oder stimulierende Darstellungen“ seien „für die Verwendung im Unterricht nicht geeignet“, heißt es in den Richtlinien. Zudem müssten Eltern über Ziele, Inhalte und Methoden der Sexualerziehung rechtzeitig informiert werden.

Bemerkenswert ist dabei, dass die maßgeblichen Vorgaben aus einer Zeit stammen, in der soziale Netzwerke, Pornoplattformen und digitale Jugendkulturen noch kaum eine Rolle spielten. Zwar sprechen die Richtlinien bereits von Einflüssen der „Medienwelt“ und warnen vor „Fehlinformationen und Fehleinstellungen“. Die heutige digitale Sexualkultur Jugendlicher – samt praktisch unbegrenzter Zugänglichkeit zu Pornografie – wird dort jedoch naturgemäß nicht konkret beschrieben. Die Schule in Kevelaer verweist gerade auf diesen digitalen Kontext. Die Unterrichtseinheit habe Themen aufgreifen sollen, „mit denen Jugendliche in sozialen Medien konfrontiert werden können“, erklärte die Schulleitung laut „Rheinischer Post“.

Wird womöglich Zeit für eine Überarbeitung der Richtlinien. News4teachers 

Hier geht es zu den Richtlinien für Sexualerziehung des Schulministeriums NRW. 

Seit nunmehr 50 Jahren gibt es Sexualaufklärung an Schulen – heute ist sie wieder umstritten

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32 Kommentare
Rainer Zufall
21 Tage zuvor

„Die Vorgaben betonen zugleich, dass schulische Sexualerziehung nicht allein biologische Fragen behandeln solle. Sexualität werde ausdrücklich auch unter sozialen, kulturellen und ethischen Gesichtspunkten thematisiert.“
Sagt einiges über Kevelaer aus… :/

Hans Malz
20 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Aufgabe:
Ein Bordell in der Großstadt soll modernisiert werden, das als „Freudenhaus der sexuellen Lebenslust“ alle Bedürfnisse bedienen soll. Allerlei sei zu bedenken, heißt es in der Aufgabenstellung, „verschiedene Lebensweisen und verschiedene sexuelle Praktiken und Präferenzen“. Es mache schließlich einen Unterschied, ob eine Prostituierte ganz konventionell einen weißen heterosexuellen Mann bedienen wolle oder Frauen mit muslimischer (oder katholischer) Religionszugehörigkeit oder Trans-Frauen,
die zugleich lesbisch sind.

In vier Kleingruppen sind die verschiedenen Aspekte zu bearbeiten:
(1) inhaltliches Angebot,
(2) Innenraumgestaltung,
(3) Personal,
(4) Werbung und Preisgestaltung.

Der Grundriss ist vorgegeben,
„Kopiervorlage, siehe unten“. Und noch ein Tipp an die Lehrer: „Jugendliche brauchen bei dieser Übung die Ermunterung, Sexualität sehr vielseitig zu denken.“ Diskutiert werden sollten zudem eine wichtige Frage: „Brauchen asexuelle Menschen überhaupt einen Puff?“

Auf geht’s Rainer. Ergebnisse bitte bei mir einreichen.

Rainer Zufall
18 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Aha. Was sollte das jetzt, außer dass Sie sich keine männlichen Prostituierten vorstellen können und nur eine christliche Konfession kennen?

Wenn Sie den in Ihrem Hinterkopf nagenden Gedanken vielleicht direkt schreiben möchten, kann ich gerne Ihnen zu antworten versuchen.

Hans Malz
16 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Mir fehlt irgendwie die soziale Kompente des Millieus. Abhänigkeit, Gewalt, Zwangsprostitution kommt irgendwie nicht vor. Und was ist mit den Pädophilen oder Necrophilen? Werden da auch „Dienstleistungen“ angeboten?

Die ganze Frage einzig und alleine auf verschiedene Spielarten der Sexualtiät zu beziehen, erscheint mir etwas einfach. Aber ich bin ja kein Sexualwissenschaflter.

Aber um mal dabei zu bleiben, bei uns würden nachmittags nicht die Christen auf der Matte stehen. Der Aufstang wäre massiv und nachhaltig.

potschemutscka
16 Tage zuvor
Antwortet  Hans Malz

Eine soziale Komponente könnte/ müsste man, im Rahmen der Inklusion/ Teilhabe, auch noch berücksichtigen.
Sexualassistenz – Bundesverband Sexuelle Dienstleistungen e.V.

Angelika Mauel
21 Tage zuvor

Wenn das wirklich so war, interessiert mich nur: Wie viele Kinder haben den Unterricht wortlos verlassen?

Bildungsnah
16 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Interessante Frage. Vermutlich gar keins. Eine Mischung aus Vertrauen und Macht führt sicher dazu, dass Kinder auch dann den Unterricht nicht verlassen, wenn eine persönliche Grenze bei ihnen überschritten ist. Eltern sind in der Regel zu vertrauensselig und bereiten ihre Kinder nicht auf solche Situationen vor. Man vertraut der Schule, weil man aus seiner eigenen Schule so etwas nicht kennt.

Angelika Mauel
16 Tage zuvor
Antwortet  Bildungsnah

Auf so eine konkrete Situation kann man Kinder auch gar nicht vorbereiten. Aber wenn Eltern Kindern vorleben, dass Mitläufertum nix erstrebenswertes ist, dann sollte innerhalb einer achten (!) Klasse ein rebellisches Auflehnen gegen ein Gebot, worüber „nachgedacht“ werden soll, möglich sein. Vor allem bei der Förderung und den Kinderkonferenzen, die diese Kinder vermutlich schon – mit Zertifikat? -. hinter sich gebracht haben

Bildungsnah
15 Tage zuvor
Antwortet  Angelika Mauel

Die Kinder haben sicherlich genügend Workshops etc. gemacht und viele Zertifikate nach Hause gebracht, da gebe ich Ihnen vollkommen recht.

Mein Geld wette ich aber trotzdem auf: keines der Kinder hat den Unterricht verlassen. Auch wenn ich mir das anders wünschen würde. Bei Gesprächen konnten offenbar auch alle Irritationen bei Eltern wie Schülern beseitigt werden, so jedenfalls die Medienberichte. Offiziell existiert also keine Kritik zu dieser Unterrichtseinheit. Supi.

Auf so eine konkrete Situation kann man Kinder auch gar nicht vorbereiten.“

Das könnte man schon. Mir war es vorher ja auch nicht bewusst, aber diese Unterrichtsmaterialien geistern ja schon seit 2014 durch die Presse. Die Wahrscheinlichkeit ist also nicht gering, dass unsere Kinder früher oder später mit dem Material aus diesem Buch konfrontiert werden. Ich muss aber zugeben, dass ich das auch nicht so konkret gemacht habe, weil ich dann Dinge hätte ansprechen müssen, die aus meiner Sicht eben nicht altersgemäß sind.

Die Autorin sieht die Grenze, bei der Kinder den Unterricht verlassen offenbar auch wesentlich höher. Hier eine weitere pädagogische Aufgabe laut dem damaligen Bericht der SZ:

„Und bestimmt möchten 13-Jährige, so wie auf Seite 151 des Werks vorgeschlagen, im Plenum in frei gewählter Form – „als Gedicht, als Bild, als Skulptur, als Theaterstück, Sketch“ – ihr „erstes Mal“ in verschiedenen Bereichen vortragen. Dazu sollen sie Kärtchen ziehen: „Das erste Mal ein Kondom überziehen, das erste Mal ein Tampon einführen, das
erste Mal A***verkehr.““

Wie man sieht stellen Sie die komplett richtige Frage. Wieviele Kinder verlassen den Unterricht und, wenn die Quote unter 100% liegt, welche Möglichkeiten es gibt diese zu erhöhen.

ed840
21 Tage zuvor

Die Arbeitsblätter seien der Lehrkraft im Rahmen ihrer Ausbildung vorgestellt worden.“

Und sind eigentlich ein alter Hut, denn u.a. hat schon die SZ im Jahr in einem Artikel darüber berichtet.

ed840
21 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Sorry, fehlt noch die Jahresangabe. Der SZ-Artikel stammt aus 2014 .

Susanne M.
21 Tage zuvor

Der soziale Gesichtspunkt ist dann wohl die ökonomische Verwertbarkeit von Sexualität. Das lässt tief blicken und fängt den neoliberalen Zeitgeist wunderbar ein.

Küstenfuchs
21 Tage zuvor

Ich frage mich ernsthaft, was mit den Kolleginnen und Kollegen, die so einen Unfug verzapfen, nicht stimmt.
Solche Unterrichtsinhalte haben kaum einen besonderen pädagogischen Wert und man kann sich bezüglich der Elternarbeit und der Öffentlichkeit auch (im übertragenen Sinne) gleich eine geladene Waffe in den Mund schieben, irgendeiner wird ganz sicher abdrücken.

ed840
21 Tage zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Die Arbeitsblätter seien der Lehrkraft im Rahmen ihrer Ausbildung vorgestellt worden.

Wenn man das ihr so beigebracht hat und die Quelle als eines der Standardwerke der Sexualerziehung gilt, war sie vielleicht einfach nur zu unkritisch im Hinblick auf vermeintliche Expertenmeinungen.

Die Balkon
20 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Das richtige Wort heißt hier „wissenschaftsfeindlich“.

A.J. Wiedenhammer
18 Tage zuvor
Antwortet  ed840

„Unkritisch“ ist ein sehr nettes Wort dafür.

Bildungsnah
15 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Unkritisch? Hat sich die Lehrkraft an die Bestimmungen in ihrem Bundesland gehalten?

„Die Erziehungsberechtigten sind über Ziel, Inhalt und Methoden der
Sexualerziehung rechtzeitig zu unterrichten.“

Ist das angemessen erfolgt? Ich denke die Antwort kennen wir.

„Abweichendes Sexualverhalten (Sadomasochismus, Fetischismus, Sodomie etc.),
das unabhängig von der sexuellen Orientierung und Identität vorkommt, soll nur aufgrund von aufgeworfenen Fragen und altersangemessen behandelt werden.“

Wurde das hier berücksichtigt? Das „Standardwerk“ hat insgesamt einige Themenvorschläge aus dem Fetischbereich und die angegeben Altersstufen sind dabei mehr als fragwürdig.

Diese Lehrkräfte sollen durch ihren Unterricht unsere Kinder zu eigenständigen Denken befähigen, selber sind sie dazu aber offensichtlich nicht in der Lage. Sehr traurig.

447
20 Tage zuvor
Antwortet  Küstenfuchs

Die haben halt auf die „Experten“ gehört, die ihnen die Arbeitsmaterialien vorgelegt haben.
Follow the science!

Bildungsnah
21 Tage zuvor

Klar, warum nicht. Ist aber nur der Einstieg. Im Grundkurs können sie dann vertieft über weitere gesellschaftliche Themen sprechen und lernen, wie sie durch Menschenhandel, Drogenverkauf und Kreditkartenbetrug den Profit ihres Etablissements wesentlich steigern können. Normal halt.

Maybe
21 Tage zuvor
Antwortet  Bildungsnah

Und sie können dann wichtige Alltagswörter wie Pufffater ( wie Mutter ) Preserwatief, Biele, Kontomm….richtiger zu schreiben.

Hans Malz
20 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Die Puffotter nicht vergessen.

Bildungsnah
20 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Da haben sie vollkommen recht. Es geht nichts über gute Bildung. Vor allem, wenn die Lehrkraft den richtigen Fokus setzt.

Im Bewerbungsgespräch:

„Als erstes muss ich mal sagen, dass ich die Mathe-Aufgaben im Einstellungstest total nicht ok fand. Das hat bei mir Stress verursacht und die müssen sie dringend streichen. Lösen konnte ich die sowieso nicht, an meiner Schule gab es andere Schwerpunkte.

Bevor wir gleich über die Work-Life-Balance bei diesem Job sprechen, könnte ich ihnen alternativ meine gute Bildung beweisen, in dem ich ihnen 47 sexuelle Fetische aufliste oder erkläre, wie man einen Puff organisiert.“

A.J. Wiedenhammer
18 Tage zuvor
Antwortet  Bildungsnah

Kommt ja darauf an, WO und für WAS sich beworben wird 🙂 .

A.J. Wiedenhammer
18 Tage zuvor
Antwortet  Maybe

Warum das denn? Im Sinne der Teilhabe müssten alle relevanten Infos zum Puff mit schönen Piktogrammen illustriert werden. (Extra Kleingruppe für die zeichnenbegabten SUS.)

Oh, Mist, jetzt habe ich die Blinden, ähm, die visuell eingeschränkten vergessen. Moment, wie wäre es mit Audiodateien zum Abspielen, damit man (m, w, d, +) weiß, was man für’s Geld kriegen kann.

Oh, Geld? Schon wieder „Moment“: Es braucht Teilhabegutscheine. Oder, noch besser: jeder gibt, was er kann oder will. Das schult auch sehr die ökonomischen und sozialen Kompetenzen.

potschemutschka
16 Tage zuvor

Siehe meinen Link zu :Sexualassistenz“ weiter oben, also wenn schon, dann richtig und bitte inklusiv.

Sigismund
20 Tage zuvor

Solange noch Zeit für dieses Thema ist, scheint es mit der eigentlichen Bildung ja ganz gut zu stehen. Offenbar sind die Lehrpläne bereits übererfüllt, Zeitnot dabei gibt es einfach nicht, das sind Fake News. 🙂

Opossum
20 Tage zuvor

Wären ähnliche Fälle ein Grund für Bildungspflicht statt Schulpflicht?

Bildungsnah
16 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Eine solche Unterrichtsgestaltung ist untrennbar mit der Schulpflicht verbunden.

Ein privater Sprachcamp-Betreiber, der den Kindern mehr Vokabeln aus dem Themenbereich der Zuhälterei nahebringen möchte? Ein Pfarrer, der findet, dass die jungen Konfirmandinnen bisher zu wenig mit Erwachsenen über sexuelle Fetische gesprochen haben und das in den Unterricht einbringt? Das ist doch undenkbar.

Das Arbeitsblatt geistert bereits seit 2014 durch die Medien und in BW haben sich 190.000 Eltern mit einer Petition gegen dieses und ähnliche Unterrichtsinhalte gewehrt. Geholfen hat es selbstverständlich nicht.

Dank der Schulpflicht sitzt ein 13-15 jähriges Mädchen wenige Tage, nach dem dieser Unterrichtsstoff bei ihr eine Grenze überschritten hat, wieder im Klassenzimmer und muss dieses Thema ein zweites Mal über sich ergehen lassen. Diesmal als sogenannte Einordnung, die die Belange dieses Mädchens selbstverständlich völlig ignoriert und nur der Schadensbegrenzung in der Öffentlichkeit dient.

Und es gibt innerhalb der Regeln nichts, was dieses Kind oder die Eltern tun könnten. Sie können nur „diese Unterrichtsinhalte machen uns krank“ etwas wörtlicher auslegen.

447
20 Tage zuvor

Ich verstehe die Aufregung garnicht:
Maximal inklusiv, maximal pervers, maximal Zauberwald…da lagen die durchführenden Lehrpersonen doch voll auf Linie…und haben „Experten“material verwendet.

Wo liegt das Problem?

A.J. Wiedenhammer
18 Tage zuvor

Nur ein Nebenschauplatz, ich weiß, aber worüber ich gestolpert bin, ist die Formulierung „wer dort arbeiten MUSS“ .
Ich bin sicher, es war folgendermaßen gemeint: Wer müsste dort arbeiten, damit alle möglichen Vorstellungen aller vorstellbaren Kunden erfüllt werden könnten?
Aber so klingt für mich deutlich (und sicher unbeabsichtig, wie ich fürchte) das Thema Zwangsprostitution durch.
Durchaus ein lohnendes Thema im schulischen Bereich, aber ich befürchte, hier liegt die durchaus verbreitete Vorstellung zugrunde, Prostitution wäre ein Beruf wie jeder andere und die Ausübenden würden ihn aus freien Stücken (Oder gar aus Neigung? „Belle de Jour“ lässt grüßen.) ausüben.

GBS-Mensch
17 Tage zuvor

Mich hätten jetzt die von den Schülern erarbeiteten Ergebnisse interessiert.

Angelika Mauel
16 Tage zuvor
Antwortet  GBS-Mensch

Was wäre los, wenn die Erziehungsberechtigten der Schüler die Antworten erfahren möchten? Und sich nicht abwimmeln lassen? – Der Elternabend könnte gut besucht sein.