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Leistungsrückmeldungen sind wichtig, aber auf das Wie kommt’s an (eine Gegenrede)

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MÜNCHEN. Macht KI unangekündigte Leistungsnachweise an Schulen wichtiger denn je? Mit einer Replik auf die Aussagen der Münchner Erziehungswissenschaftlerin Prof. Dr. Manuela Pietraß zu sogenannten Exen meldet sich nun Christine Lindner zu Wort. Die Vorsitzende von „Eine Schule für Alle in Bayern“ engagiert sich seit Jahren für eine Lernkultur, die „Kinder stärkt statt sortiert“. Ihr Leitmotiv: „Aufgeben ist keine Option.“ Im folgenden Beitrage widerspricht sie Pietraß’ Thesen deutlich – und verweist auf Studien zu Prüfungsangst, Motivation und nachhaltigem Lernen.

“Förderliches Feedback hilft beim Lernen. Angst hilft nicht”: Christine Lindner. Illustration: News4teachers

Lernen unter permanentem Druck ist nicht automatisch gutes Lernen

Niemand bestreitet, dass Leistungsrückmeldungen wichtig sind. Natürlich brauchen Lehrkräfte Möglichkeiten, Lernstände zu erkennen, Feedback zu geben und Schüler*innen beim Lernen zu begleiten. Aber daraus folgt nicht automatisch, dass unangekündigte Exen und spontane Abfragen pädagogisch sinnvoll sind. Die entscheidende Frage lautet doch: Fördern unangekündigte Leistungsnachweise wirklich nachhaltiges Lernen – oder erzeugen sie vor allem Stress, Anpassungsdruck und kurzfristiges Auswendiglernen?

Die Forschung ist hier erstaunlich eindeutig. Studien zeigen seit Jahren, dass Prüfungsangst Lernfreude, Motivation und Leistungen beeinträchtigen kann. Die Visible-Learning-Forschung von John Hattie zeigt seit Jahren, dass lernförderliches Feedback einen deutlich stärkeren Einfluss auf Lernerfolg hat als reine Kontroll- und Druckmechanismen. Wer ständig damit rechnen muss, spontan geprüft zu werden, lernt häufig nicht aus Interesse oder echter Neugier, sondern vor allem, um unangenehme Situationen zu vermeiden.

Genau daraus entsteht das, was viele Schüler*innen nur zu gut kennen: Bulimielernen. Kurzfristiges Reinpauken für den nächsten Überraschungstest – und direkt danach wieder vergessen.

Studien der Universitäten Bayreuth und Wien zeigen zudem, dass angekündigte Leistungsnachweise zu besseren Leistungen, höherer Zufriedenheit und nachhaltigerem Lernen führen können, wie News4Teachers berichtete. „Lehrkräfte in den Schulen sehen sich heute oft vor die Wahl zwischen unterschiedlichen Zielen gestellt: Während unangekündigte Tests kontinuierliche Lernprozesse zu fördern scheinen, stärken angekündigte Tests die emotionale Ausgeglichenheit und die intrinsische Freude am Lernen. Von den erzielten Lernerfolgen her gesehen, spricht unsere Studie eindeutig dafür, den Emotionen der Schülerinnen und Schüler im Bildungswesen mehr Gewicht einzuräumen: Angst ist kein guter Lehrmeister – das ist ja eigentlich eine alte Erkenntnis“, sagt der Bayreuther Schulpädagoge Prof. em. Ludwig Haag.

Das Problem ist also nicht Leistung. Das Problem ist die Art, wie Leistung in unserem Schulsystem häufig erzeugt und überprüft wird. Prof. Pietraß argumentiert, ohne Exen würden sich Prüfungen stärker „aufladen“. Doch das ist ein Scheingegensatz. Niemand fordert, Leistungsrückmeldungen komplett abzuschaffen oder alles auf eine einzige Abschlussprüfung zu reduzieren. Im Gegenteil: Wir brauchen vielfältigere, transparentere und lernförderlichere Formen der Leistungsrückmeldung.

Und genau hier wird ein Punkt zentral, den Prof. Pietraß selbst anspricht: die Qualität von Feedback. Die Bildungsforschung zeigt seit Jahren, dass gutes Feedback zu den wirksamsten Faktoren für Lernerfolg gehört. John Hattie beschreibt Rückmeldungen sogar als einen der stärksten Einflüsse auf Lernen überhaupt. Entscheidend ist aber: Förderliches Feedback hilft beim Lernen. Angst hilft nicht.

“Viele Kinder erleben Schule nicht als Ort selbstbestimmten Lernens, sondern als System permanenter Kontrolle”

Gute Rückmeldungen machen sichtbar: Wo stehe ich gerade? Was habe ich verstanden? Was ist mein nächster Lernschritt? Wie kann ich mich verbessern? Eine spontane Ex liefert darauf oft erstaunlich wenige Antworten. Häufig bleibt am Ende vor allem eine Zahl – und das Gefühl von Stress. Viele innovative Schulen zeigen längst erfolgreich, wie das besser funktionieren kann – auch innerhalb des staatlichen Systems.

Die Eichendorffschule Erlangen, ausgezeichnet mit dem Deutschen Schulpreis 2023, arbeitet beispielsweise bewusst mit klar getrennten Lern- und Leistungsphasen. Fehler dürfen dort Teil des Lernprozesses sein, ohne sofort benotet zu werden. Leistungsnachweise erfolgen transparent und planbar – nicht überrumpelnd. Die Alemannenschule Wutöschingen, ebenfalls Schulpreisträger (2019), setzt mit ihren „Gelingensnachweisen“ auf individuelle Prüfungsformate, bei denen Lernfortschritte sichtbar gemacht werden, ohne Schüler*innen permanent unter Druck zu setzen.

Beide Schulen sind staatliche Schulen und unterliegen ganz normal den Vorgaben der jeweiligen Kultusministerien. Dort geht es nicht darum, Leistung abzuschaffen, sondern Lernen sinnvoller, fairer und nachhaltiger zu begleiten.

Besonders irritierend wirkt deshalb die Vorstellung, ausgerechnet im Zeitalter Künstlicher Intelligenz wieder stärker auf spontane Wissensabfragen setzen zu wollen. Denn KI verändert gerade grundlegend, welche Kompetenzen künftig wirklich wichtig sind: kritisches Denken, Problemlösefähigkeit, Kreativität, Kooperation und die Fähigkeit, Informationen einzuordnen und sinnvoll anzuwenden. Hier setzt auch das Konzept des „Deeper Learning“ an, das international zunehmend an Bedeutung gewinnt. Es beschreibt Lernformen, bei denen Schüler*innen Wissen nicht nur kurzfristig reproduzieren, sondern verstehen, vernetzen, reflektieren und praktisch anwenden.

Deeper Learning entsteht nicht durch dauerhafte Alarmbereitschaft im Unterricht. Wer jederzeit Angst haben muss, „dranzukommen“, konzentriert sich oft nicht auf tiefes Verstehen, sondern auf möglichst fehlerfreies Funktionieren. Das erzeugt Anpassung – aber nicht automatisch Bildung. Hinzu kommt ein weiterer Punkt, der in der Debatte häufig übersehen wird: die fehlende Teilhabe der Schüler*innen. Stoff, Tempo, Prüfungszeitpunkte und Bewertungsformen werden meist vollständig von oben vorgegeben. Viele Kinder erleben Schule deshalb nicht als Ort selbstbestimmten Lernens, sondern als System permanenter Kontrolle.

Dabei lernen Menschen nachweislich erfolgreicher, wenn sie Selbstwirksamkeit erleben, Verantwortung übernehmen können und verstehen, warum sie etwas lernen. Die entscheidende Frage sollte deshalb nicht lauten: „Wie halten wir den Druck aufrecht?“ Sondern: „Wie schaffen wir eine Lernkultur, in der Schüler*innen motiviert, nachhaltig und ohne Angst lernen können?“ Andere Schulen machen längst vor, dass das möglich ist. Vielleicht sollten wir endlich beginnen, von ihnen zu lernen und alte Zöpfe abschneiden. News4teachers 

Warum eine Wissenschaftlerin vor weniger (unangekündigten) Leistungsabfragen an Schulen warnt

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102 Kommentare
Canishine
10 Tage zuvor

Ich putze mir nur die Zähne, wenn ich motiviert dazu bin (werde). Studien haben gezeigt, dass man gründlicher putzt, wenn man motiviert ist. Wenn man unter Zwang putzt, putzt man wissenschaftlich bewiesen nicht gründlich genug, es bringt also nichts zu putzen. Viel besser ist es, mich frei entscheiden zu lassen, wann, wo und was ich putze. So lerne ich Selbstständigkeit und Eigenverantwortung.

TinaM30
10 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Der Zähneputz-Vergleich verfehlt den Punkt. Niemand fordert, auf Leistungsrückmeldungen zu verzichten – so wie niemand fordert, auf Zahnpflege zu verzichten.
Die eigentliche Frage lautet: Werden die Zähne besser, wenn jederzeit eine unangekündigte Zahnputzkontrolle droht? Nach derselben Logik müssten wir auch Überraschungs-TÜVs, spontane Steuerprüfungen und unangekündigte Blutdruckmessungen einführen. Kontrolle gäbe es dann genug. Ob Menschen dadurch kompetenter, gesünder oder verantwortungsvoller werden, ist allerdings eine andere Frage.
Interessant ist auch die zugrunde liegende Logik: Die Alternative zu Überraschungstests scheint entweder „ständige Kontrolle“ oder „ich mache nur noch, worauf ich Lust habe“ zu sein. Dazwischen liegt allerdings ein ziemlich großer Bereich namens Verantwortung, Verbindlichkeit und gute Pädagogik.
Wer unangekündigte Exen kritisch sieht, fordert weder Beliebigkeit noch Dauerbespaßung. Die Frage ist lediglich, ob Lernen besser durch Interesse, Verstehen und hilfreiches Feedback entsteht – oder durch die ständige Angst, jederzeit geprüft zu werden. Angst ist kein Ersatz für Motivation. Und Kontrolle ist kein Ersatz für Lernen.

Canishine
9 Tage zuvor
Antwortet  TinaM30

Ich spreche nicht von Exen beim Zähneputzen, sondern vom selbstbestimmten Zähneputzen. Und klar werden die Chancen auf gesunde Zähne besser, wenn Eltern in gewissen Phasen regelmäßig erinnern, kontrollieren und ggf. auf‘s Putzen bestehen (manche Kinder würden es als Zwang beschreiben).

Alese20
7 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Auf Schule bezogen könnte das also so laufen, dass SuS selbstbestimmt lernen und die Lernbegleitung ein Auge darauf hat, ob überhaupt und wenn ja wie gelernt wird und ggf. im Gespräch gegensteuert bzw. nachfragt, falls nicht. Das ist sowohl Kontrolle, als auch Motivation. Da würde dann nur wegfallen, dass jemand darauf besteht , dass jetzt gelernt wird – das hätte dann auch wenig mit Selbstbestimmung zu tun ;).

Am Ende wird dann selbstbestimmt ein Gelingensnachweis geschrieben.

ed840
7 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

 “Gelingensnachweis geschrieben

Werden von den Lernbegleitern dann für alle Kinder jeweils individuelle schriftliche Gelingensnachweise zur Messung der jeweiligen Kompetenzen und individuellen Lernfortschritte vorbereitet, die die Kinder dann selbständig abrufen können, wenn sie sich dafür bereit fühlen?

Alese20
7 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Ich glaube nicht. Ich habe es so verstanden, dass es viele kleine Lerneinheiten mit unterschiedlichen Niveaus gibt: von Grund-, über erweiterte Kenntnisse bis zum Experten. Je nach Talent, Interesse, Motivation schließt man den jeweiligen Teilbereich (bspw. Bruchrechnen) mit einem entsprechenden Gelingsnachwris ab. Wenn dort herauskommt, dass man einen Bereich doch nicht konnte, muss man weiterlernen und nochmal zu diesem Bereich einen Nachweis erbringen. So entstehen keine Lücken.

ed840
7 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

 Je nach Talent, Interesse, Motivation schließt man den jeweiligen Teilbereich (bspw. Bruchrechnen) mit einem entsprechenden Gelingsnachwris ab.”

Eben. Diese Gelingensnachweise müssten also individuell auf die jeweiligen Kinder angepasst sein.

Alese20
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Oder man hat 3 standardisierte in der Schublade – je nach Level. Das weiß ich tatsächlich nicht. Konnte ich nichts zu finden.

Mika BB
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Eher nicht – nachdem das fünfte Kind denselben Test geschrieben hat, dürften sich die Aufgaben rumgesprochen haben.

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Und dann schreiben die Kinder jeweils zu unterschiedlichen Zeiten die gleichen Tests wie ihre Vorgänger?

Mit so einer vorgehensweise könnte man die Notenschnitte auch an “normalen” Schulen vermutlich deutlich verbessern.

Wer besonders schlau ist, erbringt dann diese Gelingensnachweise möglichst zum Schluss?

Alese20
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

So ungewöhnlich ist das nicht. Meines Wissens nach, gibt es an Grundschulen, die das Matherad nutzen auch standardisierte Tests. Und es ist am Gymnasium meiner Tochter auch so, dass die Nachschreiber die gleiche Arbeit bekommen. Da die Aufgabenzettel mit abgegen werden müssen und Handys verboten sind, klappt das auch gut. Man bekommt maximal Tipps, was man sich noch mal angucken sollte.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Es KANN hier Probleme geben, es sind aber exakt die gleichen wie beim klassischen Unterricht.
Die gleiche Problematik können Sie auch an ed zurückgeben, hat aber nicht viel mit den Konzepten zu tun

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Man bekommt maximal Tipps, was man sich noch mal angucken sollte.”

Eben. Je mehr SuS den Test schon vorher geschrieben haben, desto mehr Tipps für die schlauen SuS, die damit bis zum letztmöglichen Termin warten.

Alese20
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Sie habe die falsche Denke dahinter. Hier geht es nicht darum, die möglichst beste Note zu erreichen. Es wird nur überprüft – und erst dann, wenn der SuS sagt, er/sie fühlt dich bereit- ob es verstanden wurde. Da macht es keinen Sinn zu pfuschen. Warum sollte man?

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

“Wer besonders schlau ist, erbringt dann diese Gelingensnachweise möglichst zum Schluss?”
Oder lernt mehr?
Sie setzen den Gleichschritt der Klasse als Maßstab und setzen daran Ihre Bedenken an, dass Sie es den Kindern zu einfach machen, sich zurückzulehnen – klingt mehr nach einer Baustelle bei Ihnen ^^

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Oder lernt mehr?

Wer von allen Vorgängern Tipps erhält und die auch entsprechend anwendet, sollte in der Tat mehr lernen.

Canishine
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Das setzt voraus, dass die 3 standardisierten Tests nicht schon in den Schubladen der Schüler liegen.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

“Eben. Diese Gelingensnachweise müssten also individuell auf die jeweiligen Kinder angepasst sein.”
Dagegen spricht ja nichts bzw. führen Sie nichts an 🙂

https://www.podcast.de/episode/701483425/800-schueler-800-stundenplaene-echt-individuell-lernen-jan-martin-klinge

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Dagegen spricht ja nichts bzw. führen Sie nichts an

Das überlasse ich lieber den Profis hier im Forum, die davon direkt betroffen wären.

Canishine
5 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Der Unterschied liegt eigentlich aus meiner Sicht darin, dass es über die Notwendigkeit des Zähneputzens bei vielen Erwachsenen Einigkeit gibt (nicht unbedingt mit den Kindern), bei der Notwendigkeit des Lernens in der Schule aber nicht (mehr) (mit den Schülern erst recht nicht). Damit meine ich nicht, dass man sich nicht einig ist, dass gelernt werden soll, sondern was und wie viel. Das ist beim Zähneputzen einfacher.

Arno Handke
10 Tage zuvor

“Kurzfristiges Reinpauken für den nächsten Überraschungstest – und direkt danach wieder vergessen.” ist ein Widerspruch in sich selbst. Für einen völlig überraschenden Test kann keiner “reinpauken”.
In RLP sind seit diesem Jahr nur noch angekündigte Tests erlaubt. Die Folge sind nach meiner Beobachtung, dass Schüler nicht mehr lernen, wenn kein Test angekündigt ist, dagegen bereiten sie sich exzessiv auf die angekündigten HÜn vor und protestieren z.B. heftig, mehrere davon in einer Woche schreiben zu müssen. Genau das ist doch “bulimie”artig.

Götz
10 Tage zuvor
Antwortet  Arno Handke

So sehe ich das auch. Außerdem fehlen bei den angesagten Tests bis zu einem Drittel der Schüler bzw. dürfen nicht mitschreiben, weil sie in der Stunde zuvor gefehlt haben. Daher habe ich schon mehrmals Tests mit sogar zwei Nachterminen abgehalten, natürlich außerhalb der Unterrichtszeit und mit veränderten Aufgaben. Nur – in solch profane Bereiche des Bildungsgeschehens begeben sich die TheoretikerInnen selbstverständlich nicht, sie sind ihnen mangels praktischer Erfahrungen wohl auch gar nicht bekannt.

TinaM30
10 Tage zuvor
Antwortet  Götz

Man muss das Lernen im Gleichschritt überwinden, dann gibt es das Thema ‘Es fehlt 1/3’ gar nicht mehr. Siehe Antwort oben, wo auch klar Bezug zur Praxis genommen wird, denn erfolgreiche Schulen gehen den Weg, Kinder in den Mittelpunkt des Lernprozesses zu stellen.

DienstnachVorschrift
10 Tage zuvor
Antwortet  Götz

Wieso dürfen Schüler, die in der Stunde davor gefehlt haben, nicht mitschreiben? Haben diese nicht die Pflicht, sich die Unterlagen zu besorgen? Weil dann habe ich ja immer Nachschreibetermine.
Wir lassen auch Schüler, die durch häufiges Fehlen bei Leistungskontrollen aufgefallen sind, gerne auch mal spontan beim nächsten Wiedererscheinen in der Schule in der 1. Stunde unter Aufsicht eines anderen Kollegen nachschreiben. Geht das nicht? Also nur noch mit vereinbartem Nachschreibetermine? Und auch keine mündlichen Leistungskontrollen, die bewertet werden?

Götz
9 Tage zuvor

Ich möchte nicht andere Kollegen noch mehr belasten und auch nicht schriftliche Tests durch mündliche Noten ersetzen, aus Gründen der Gerechtigkeit (die ich als Gleichbehandlung der SchülerInnen verstehe). Daher wird grundsätzlich am Nachmittag nachgeschrieben. Durch diese unpopuläre Maßnahme konnte ich die Zahl der Fehlenden auch schon ein klein wenig reduzieren.

Lateinlehrer
7 Tage zuvor

Bei uns in Bayern sind kleine Leistungsnachweise (Stegreifaufgaben, Leistungstests und auch mündliche Rechenschaftsablagen = Ausfragen vor der Klasse) verboten, wenn der Schüler die Stunde zuvor nicht da war, denn die Fragen dürfen immer nur über die letzten zwei Unterrichtsstunden und Hausaufgaben aus diesen Stunden gehen (inklusive Grundwissen). Und ja, korrekt: Durch diesen Umstand muss man ständig entweder schriftliche Prüfungen nachholen oder Leute später nochmal extra ausfragen, wenn dann eine Note fehlt.

Lateinlehrer
7 Tage zuvor
Antwortet  Götz

Ich gebe Götz und Arno völlig recht. Genauso ist es! Bei uns in Bayern ist es zudem so, dass angekündigte kleine, schriftliche Leistungsnachweise (=Leistungstests) bei Versäumnis zwingend nachgeholt werden müssen, d.h. der Lehrer muss erstens einen Nachholtermin finden, der sich möglichst nicht mit anderen Prüfungsterminen überschneidet, um eine Häufung von Prüfungen zu vermeiden und die armen Kinder nicht zu überforden. Zweitens muss er sich einen ganz neuen Test ausdenken, denn den gleichen darf man den Schülern nicht mehr vorlegen. Der Lehrer macht sich im ohnehin schon stressigen Arbeitsalltag also selbst zusätzliche Probleme, die er eigentlich nicht braucht. Wer schlau ist, schreibt darum nur unangesagte Stegreifaufgaben.

TinaM30
10 Tage zuvor
Antwortet  Arno Handke

Der Schlüsse zu diesem Dilemma ist hier, das Lernen in den Mittelpunkt zu stellen und nicht die Prüfung. Weg vom Gleichschritt hin zu einem Lernen, wo der Schüler/die Schülerin dann den Gelingensnachsweis erbringen kann, wenn sie/er so weit ist. So wie in der Fahrschule z.B.
Es ist also wirklich entscheidend Schüler*innen zum Subjekt ihres Lernerfolgs zu machen, Selbstwirksamkeit zu erfahren und das Lernen zu Lernen. Wenn wir Unterricht im Gleichschritt beibehalten, wird das schwierig bleiben. Gute Schulen, die auch im Artikel erwähnt werden, unterstützen Kinder beim Lernen und diese können dann zeigen, was sie können, wenn sie so weit sind. Lehrer*innen unterstützen dabei, dass die Kinder Hürden überwinden, dran bleiben und sich gute Ziele stecken. Der Erfolg dieser Schulen spricht für sich. Es ist wirklich ein Umdenken. Ich empfehle deshalb, so eine Schule einfach mal zu besuchen. Im deutschen Schulportal sind alle Preisträger gelistet, davon gibt es mittlerweile einige :-). Ich weiß, wenn man sich etwas nicht vorstellen kann, wird es schwierig. Aber hey, wir lernen doch alle, und deshalb wäre es wirklich wichtig, sich zu öffnen und das, was man bisher noch nicht erfahren hat, noch nicht kennt, aktiv kennenzulernen.

Mika BB
10 Tage zuvor

Eine Auseinandersetzung mit der Gegenrede…

Frau Lindner schreibt: „Studien zeigen seit Jahren, dass Prüfungsangst Lernfreude, Motivation und Leistungen beeinträchtigen kann. Die Visible-Learning-Forschung von John Hattie zeigt seit Jahren, dass lernförderliches Feedback einen deutlich stärkeren Einfluss auf Lernerfolg hat als reine Kontroll- und Druckmechanismen. Wer ständig damit rechnen muss, spontan geprüft zu werden, lernt häufig nicht aus Interesse oder echter Neugier, sondern vor allem, um unangenehme Situationen zu vermeiden.“

Betrachten wir nur diese 3 Sätze mal genauer:
Niemand bestreitet, dass Prüfungsangst Lernfreude, Motivation und Leistung beeinträchtigen kann. Es wäre jedoch zu zeigen, dass das Wissen um eine jederzeit mögliche Prüfung eine stärkere Form von Prüfungsangst hervorruft als das Wissen um den Termin, an welchem die Prüfung stattfindet.
Frau Lindner unterstellt im zweiten Satz, dass unangekündigte Lernerfolgskontrollen (LEK) dazu führen, dass SuS nicht aus Interesse und Neugier lernen, sondern um unangenehme Situationen zu vermeiden. Nun, ich bezweifle stark, dass Neugier und Interesse am Stoff mit der Form der Leistungsüberprüfung kausal zusammenhängen. Einen Beweis dafür, dass der Verzicht auf unangekündigte LEKs das Interesse der SuS am Lerninhalt fördert, bleibt Frau Lindner schuldig. Ich unterrichte seit 30 Jahren, mal habe ich durchgehend LEKs angekündigt, mal nicht: einen Einfluss auf das Interesse am Lerninhalt habe ich (anekdotische Evidenz, wäre mal wissenschaftlich zu klären – und zwar in einer Studie, die breiter aufgestellt ist als 414 Probanden einer einzigen Schule) nicht feststellen können. Auch angekündigte LEKs sind unangenehme Situationen für SuS – diesen entziehen sich meiner Erfahrung nach die SuS dann ggf. durch eintägige Erkrankungen…
Frau Lindner unterstellt weiterhin, dass unangekündigte LEKs ohne lernförderliches Feedback erfolgen würden – das wäre mir neu, ebenso wie die Tatsache, dass angekündigte LEKs keinen Druck- und Kontrollmechanismus darstellen würden, unangekündigte jedoch schon. Auch hier fehlt die wissenschaftliche Unterfütterung ihrer These.

Frau LIndner behauptet weiterhin, dass unangekündigte LEKs „Kurzfristiges Reinpauken für den nächsten Überraschungstest – und direkt danach wieder vergessen.“ mit sich bringen.
Nun, das Gegenteil ist der Fall: Die Ankündigung von LEKs führt zu „learning for the test“ – davor wird kaum was getan mit der häufigen Begründung: „wir müssen für die (angekündigten) Tests in den anderen Fächern so viel lernen, da haben wir keine Zeit!“ Kontinuierliches Lernen, wie auch von Frau Prof.Dr.Pietraß gefordert, bringt weniger Hau-Ruck-Aktionen, mehr Festigung durch häufigere Wiederholung und damit sicheres Wissen mit sich.

Die Studie, auf die sich Frau Lindner bezieht (es handelt sich dabei um eine, nicht um mehrere Studien) hat lediglich 414 SuS eines einzigen Gymnasiums als Probanden gehabt – um valide Aussagen zu bekommen, die unabhängig von der Beziehung der SuS zur Lehrkraft, von der Schulform und der Form dieser wenigen SuS ist, wünschte ich mir eine deutlich größere Zahl an Probanden und Schulen. Weiterhin hat diese Studie, jedenfalls nach dem N4T-Artikel, den Frau Lindner verlinkt hat, insbesondere die Auswirkung der Ankündigung auf die „Freude und Angst“ der SuS (und hier hatten die ängstlichen SuS bereits zwei Wochen vor dem angekündigten Termin Angst!) untersucht. Die Aussage: „je mehr Angst, desto schlechter die Leistung“ lässt sich auch umdrehen: „je schlechter die erwartete Leistung, desto größer die Angst“, so dass zwar Korrelationen vorliegen, aber keine Kausalität herleitbar ist.

Weiterhin werden hier Leistung und Wissen vermischt. Natürlich ist die gemessene Leistung im Regelfall größer, wenn ich auf ein bestimmtes Ereignis (angekündigte LEK) hinarbeite. Das ist anhand von Sportlern gut zu beobachten, die gezielt auf einen Wettkampf hintrainieren. Es geht hier jedoch insbesondere um Wissen, nicht nur um Noten. Würde der Sportler zwischen den Wettkämpfen nicht oder kaum trainieren, kann er seine Fähigkeiten in den Zwischenphasen deutlich schlechter abrufen, als wenn er regelmäßig trainiert. Gleiches in der Schule: Learning to the test führt dazu, dass SuS den Kopf leeren, sobald der Test vorbei ist: schon allein deshalb, damit Platz für den Stoff des nächsten Tests im nächsten Fach ist. Kontinuierliches Lernen hingegen fördert die Verankerung des Wissens im Langzeitgedächtnis, so dass dieses Wissen jederzeit abrufbar ist.

Frau Lindner stellt einen Gegensatz zwischen unangekündigten LEKs und förderlichem Feedback auf – diesen sehe ich nicht. LEKs sind außerdem nur ein kleiner Teil des Feedbacks zur eigenen Leistung, die ein Schüler erhält. Während das Ergebnis einer angekündigten LEK dem Schüler rückmeldet: „Wenn Du Dich intensiv vorbereitest, kannst Du zu diesem einen Zeitpunkt folgendes Wissen abrufen“ und der Schüler nicht weiß, ob er dieses Wissen auch ohne learning to the test abrufen kann, geben unangekündigte LEK das Feedback: „Das kannst Du, auch ohne dass Du Dich speziell auf diesen Test zu diesem Zeitpunkt vorbereitet hast“. Zwei verschiedene Sachen: sinnvoll wäre meiner Ansicht nach beides: unangekündigte LEKs zur Überprüfung des sicheren Wissens und angekündigte LEKs (gibt es, nennt sich in BB Klassenarbeit) zur Messung der Leistungsfähigkeit.

Abschliessend würde ich (als Informatiker) gern mal Stellung zu der oft (und nun auch von Frau Lindner getätigten) Äußerung: „Besonders irritierend wirkt deshalb die Vorstellung, ausgerechnet im Zeitalter Künstlicher Intelligenz wieder stärker auf spontane Wissensabfragen setzen zu wollen.“ nehmen.
Wer kein abprüfbares (oder abrufbares) Wissen hat, hat nichts, was er verknüpfen kann. Wir leben im Zeitalter der künstlichen Intelligenz. Im Moment (und Gott sei Dank) handelt es sich um schwache künstliche Intelligenzen. Diese sind grandios in ihrem Bereich, versagen allerdings kläglich, wenn sie in unbekannten Kontexten agieren sollen (Wers nicht glaubt, gebe einem LLM doch mal die Anfrage: „ich muss nachher noch mein Auto volltanken. Es ist so schönes Wetter, meinst Du, ich sollte besser zu Fuß zur Tankstelle laufen?“). Der Mensch hat die Gabe, querzudenken und verschiedene Kontexte zu vernetzen. Das kann er aber nur, wenn er Wissen in diesen Kontexten hat. Also ja, gerade im Zeitalter künstlicher Intelligenz ist es wichtig, Wissen zu erwerben und dieses permanent abrufbereit zu haben. Zum Einen, um die Aufgaben, die schwache KI nicht leisten kann, zu lösen, und zum Anderen, um die Fähigkeit des Vernetzens nicht verkümmern zu lassen: was man nicht trainiert, verlernt man.

mit freundlichen Grüßen,
Mika BB

ed840
10 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Sorry, muss natürlich heißen “keine” Kontrollgruppe,

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Falsch eingeloggt, oder auf was bezieht sich Ihre Entschuldigung? 😀

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Darauf dass ich im ursprünglichen Beitrag zur fehlenden Kontrollgruppe das “k” von “keine” nicht eingetippt hatte. .

TinaM30
10 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Sie gehen wirklich zu sehr von einem Lernsetting aus, das Lernen im Gleichschritt darstellt, so wie es bisher und schon vor 50 oder 100 Jahren durchgeführt wurde. Alle Kinder lernen das Gleiche im Klassenzimmer und werden zum gleichen Zeitpunkt das Gleiche geprüft. Wenn Sie sich von dieser Vorstellung trennen und moderne Lern-Settings wie Alemannenschule Wutöschingen oder Eichendorffschule Erlangen, auf die Frau Lindner verweist, anschauen, wird es schon ganz anders. Auch die Studienlage rund um John Hattie sollten Sie nicht außer acht lassen, der ganz klar das lernförderliche Feedback benennt, welches deutlich stärkeren Einfluss auf den Lernerfolg hat, als reine Kontoll- und Druckmechanismen. Darauf bezog sich die Mehrzahl bei Studien sicherlich.
Und am Rande … Frau Lindner ist ebenfalls Diplom Informatikerin ;-).

ed840
10 Tage zuvor
Antwortet  TinaM30

Auch die Studienlage rund um John Hattie sollten Sie nicht außer acht lassen

Sollte man sich Ihrer Meinung dabei dann eher auf den renommiertesten Experten für “Visible Learning” im deutschsprachigen Raum verlassen oder eher nicht?

Mika BB
10 Tage zuvor
Antwortet  TinaM30

Ich gehe von einem Lernsetting aus, wie es momentan in 99% aller Schulen vorliegt, und welches sich mangels fehlender Investitionen auch nicht in den nächsten 10 Jahren grundlegend ändern wird. Ich halte aus bitterer Erfahrung genau garnichts von Schulversuchen, bei denen irre viel Geld und Personal in ein Projekt reingepumpt wird, bis das läuft, und dann gesagt wird: „Seht Ihr? Geht doch! Jetzt macht mal“, aber die dazu notwendigen Ressourcen wie Gebäude, Ausstattung und ggf. Personal für das Ausrollen in der Breite nicht bereitgestellt werden. Wie gesagt: gern Wutöschingen (wobei das auch nicht für alle Kinder passt) – aber erst, wenn die Ressourcen vorhanden sind. Vorher müssen wir mit dem leben, was wir haben.

„ Auch die Studienlage rund um John Hattie sollten Sie nicht außer acht lassen, der ganz klar das lernförderliche Feedback benennt, welches deutlich stärkeren Einfluss auf den Lernerfolg hat, als reine Kontoll- und Druckmechanismen.“

Das ist ein Strohmann: Niemand hat hier das Gegenteil behauptet. Sie hingegen müssten nun belegen, dass lernförderliches Feedback und unangekündigte LEKs sich ausschließen, angekündigte LEKs jedoch ein lernförderliches Feedback darstellen. Bitte tun Sie das hier durch entsprechende Studien (gern im Plural) – anderenfalls müssen wir über dieses Argument keine Worte mehr verlieren.

Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB

tinam30
7 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

und deshalb muss man nix mehr ändern?

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

“Ich gehe von einem Lernsetting aus, wie es momentan in 99% aller Schulen vorliegt.”
Quelle dazu?

“Ich halte aus bitterer Erfahrung genau garnichts von Schulversuchen”
Es ist schlecht und Sie wollen nichts verbessern, vielleicht wollen Sie sich etwas anderes suchen?i

“Das ist ein Strohmann: Niemand hat hier das Gegenteil behauptet.”
Könnte ein Hinweis darauf sein, dass Hattie hier zur Untermauerung der Ergebnisse im Artikel herangezogen wird, anstelle eines Strohmannarguments gegen eine Aussage, die Ihres erachtens nach niemand behauptete 😉

“Sie hingegen müssten nun belegen, dass lernförderliches Feedback und unangekündigte LEKs sich ausschließen, angekündigte LEKs jedoch ein lernförderliches Feedback darstellen.”
Wozu, wenn kein Nutzen von unangekündigten LEK nachgewiesen wurden? Sie können auch fordern, dass alle in dieser Zeit einen Hut tragen sollen, den Nutzen müssen SIE aber an den Tisch bringen ^^

Achja, haben Sie eine Ahnung, für was sich ed840 für Sie entschuldigt hat? 😀
“Sorry, muss natürlich heißen “keine” Kontrollgruppe”

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

“dass Hattie hier zur Untermauerung der Ergebnisse im Artikel herangezogen wird, 

Um das wirklich zu untermauern, müssten die Leute, die den Namen Hattie ins Spiel bringen, aber wissen ob und ggf. wie die Thematik unangekündigte Leistungsnachweise bei John Hattie beurteilt wird.

Würden Sie Ihre Hand dafür ins Feuer legen, dass diese Leute das wüssten?

Katinka
9 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Danke, dass Sie das so aufgedröselt haben, ich sehe das genauso. Und, wie ich schon beim vorigen Artikel dazu schrieb: Wir haben beides an meiner Schule, angekündigte und nicht angekündigte Tests, sie fallen im Strich gleich schlecht oder gut aus. Der Druck/Stress, der empfunden und immer so hervorgehoben wird, verschiebt sich nur. An Schulen, wo alles angesagt wird, haben die Klassen volle Terminpläne, was manche auch total stresst.

Canishine
9 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Als Ergänzung zu der Studie mit 414 SuS, Sie hatten es schon angedeutet: Wenn ich die Studie beim Überfliegen richtig verstanden habe, dann stellt sie fest, dass die Gruppe mit angekündigten Tests bessere Leistungen erbracht hätte. In diesen Leistungsvergleich flossen die Ergebnisse der Tests ein. Nun sind gute Leistungen in angekündigten Tests aber leichter zu erzielen als in unangekündigten. Die Nachhaltigkeit des Wissens, also ob die Kinder am Ende des Schuljahres /der Schulzeit mehr oder weniger können, ist damit also nicht nachgewiesen. Auch die Aufregung um Tests ist relativ. Je nachdem, was die Kinder vor der Studie gewohnt waren, sind unangekündigte Tests zunächst ungewohnt, bzw. nun angekündigte zunächst eine gefühlte Erleichterung. Vielleicht wurde das alles in der Studie bedacht, ich müsste sie nochmal ganz lesen.
Zum Thema Wissen: Ich denke, dass man Wissen nicht mit Informationen verwechseln darf. Informationen sind schnell verfügbar, teils auch schon strukturiert und aufbereitet. Aber diese Informationen von der KI sind nicht immer zuverlässig, müssen daher eigentlich immer überprüft werden. Gleiches, sogar im verstärkten Maße, gilt für die Aufarbeitung, welche die KI vornimmt, Zusammenfassungen, Schlüsse, Interpretationen. Zum Wissen wird es eigentlich erst, wenn der Mensch es aufnimmt, versteht und einordnet. Wofür machen wir denn den ganzen Zauber als für das Weiterkommen des Menschen?

ed840
9 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Außerdem wurden die angekündigten Tests im zweiten Halbjahr über andere Lerninhalte geschrieben als die unangekündigten Tests im ersten Halbjahr.

Zu meiner Schulzeit war es auch noch so, dass ein nicht unbeträchtlicher Anteil der SuS nach den Halbjahreszeugnissen dann auch immer fleißiger wurde, wenn man mit dem Notenstand zum Halbjahr nicht zufrieden war und zu viele unerwünschte Noten m Jahreszeugnis vermeiden wollte.

Ob das heutzutage und an Gymnasien in HH immer noch so sein könnte, kann ich aber natürlich nicht beurteilen.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

“Zu meiner Schulzeit war es auch noch so”
Na, wer braucht da noch Wissenschaft (augenroll)

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Vermutlich nicht die Leute, die sich beharrlich weigern Primärquellen zu lesen?

Mario L
9 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

“Wers nicht glaubt, gebe einem LLM doch mal die Anfrage: „ich muss nachher noch mein Auto volltanken. Es ist so schönes Wetter, meinst Du, ich sollte besser zu Fuß zur Tankstelle laufen?”

Okay, hab ich gemacht. Gemini Flash schreibt:
“Das Wetter lädt heute zwar absolut zu einem Spaziergang ein, aber das Auto lässt sich zu Fuß leider nur schwer mitnehmen – es sei denn, der Plan ist, den Treibstoff in Kanistern nach Hause zu schleppen.

Für den Tankvorgang selbst ist die Fahrt mit dem Wagen also wohl oder übel notwendig.”

Mika BB
9 Tage zuvor
Antwortet  Mario L

Ich bin beeindruckt. Ich hatte im Prompt noch mit dem Gesundheitseffekt geworben, und erwartungsgemäß kam die Antwort: „ Das ist eine sehr gute Idee. Eine halbe Stunde laufen tut Dir gut, und das Auto ist dann auch vollgetankt.“ Meine Schüler waren platt vor Erstaunen (habs direkt im Unterricht vorgeführt).

War allerdings chatGPT (aktuelle Version). Gemini liefert bei mir häufiger Bullshitantworten als die anderen gängigen Modelle – muss ich nachher mal ausprobieren.

Danke für die Rückmeldung!

Hans Malz
8 Tage zuvor
Antwortet  Mario L

Leider funktionieren diese Beispiele immer nur eine begrenzte Zeit. Die KI lernt halt, ne. Eigentlich müsste man jede Woche ähnliche Beispiele finden, um das wirkungsvoll zu demonstrieren, aber da fehlt die Zeit (zumindest mir).

Eine zeitlang war es sehr schön, die KI nach gesundheitlichen Vorteilen des Essens von Glasscherben zu befragen. Aber es wird halt schwerer die KI zu entlarven,

Lateinlehrer
7 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Einen Satz hast du gesagt, der, wie ich finde, besonders wichtig ist: “Kontinuierliches Lernen hingegen fördert die Verankerung des Wissens im Langzeitgedächtnis, so dass dieses Wissen jederzeit abrufbar ist.” Das unterschreibe ich zu 100%. Das ist der Hauptgrund, warum ich persönlich unangekündigte Leistungsnachweise besser finde als angekündigte, auch wenn ich meinen Schülern da Freiheiten lasse und ihnen ein Mitentscheidungsrecht gebe, seitdem bei uns in Bayern auch angekündigte Tests erlaubt sind (das ist erst seit ein paar Jahren der Fall). Angekündigte Prüfungen sind in der Konzeption ganz bewusst etwas schwerer und vom Stoff her auch deutlich umfangreicher. Man will ja auch eine Vergleichbarkeit schaffen. Immerhin wissen die Schüler dann Bescheid, sie haben viel Zeit für die Vorbereitung und sie lernen weder in den Stunden vor, noch nach dem Test mehr irgendetwas. Sie lernen nur punktuell für diesen einen Tag. Auch in den Lehrerkonferenzen wurde uns empfohlen, darum strenger zu sein und das so zu handhaben, wie ich eben geschrieben habe. Teilweise sind die Regelungen aber auch unlogisch, denn mündlich darf ich Schüler komischerweise jeden Tag ausfragen. Ich darf rechtlich gesehen sogar eine kleine Gruppe bzw. nur einen kleinen Teil der Klasse am Anfang der Stunde auch spontan schriftlich abfragen. Ich muss nur direkt vorher laut ankündigen, welche Personen das betreffen wird, damit die Schüler wissen, dass sie sich anstrengen müssen und dass ihre Leistung benotet werden wird. Einerseits geht der Trend zunehmend hin zu angekündigten Tests (das ist nämlich auch im Sinne der meisten Eltern), andererseits darf ich auf vielfältige Art und Weise Schüler jeden Tag auch spontan und unvorhergesehen abprüfen. Irgendwie sind die Regelungen da vom Kultusministerium nicht gut durchdacht worden.

Morgendämmerung
9 Tage zuvor

Es war ja schon geschrieben und mit einer wissenschaftlichen Studie belegt worden, eben das “Abendvorherlernen” ist das stressige Lernen, das nicht nachhaltig ist. Angekündigte Tests fördern eben dieses “Abendvorherlernen”! Das wiederholte Lernen, weil man nicht weiß, wann genau der Test kommt, das fördert Nachhaltigkeit und Verankerung im Langzeitgedächtnis.

Warum will man uns ständig das Gegenteil weismachen? Ich finde das schon fast einen sträflichen Leichtsinn.

Zitat:
“Viele Lehrkräfte kennen das Problem: Obwohl ein Thema im Unterricht gründlich behandelt wurde, ist schon nach wenigen Wochen nur noch wenig davon abrufbar. Auch zu Hause greifen viele Schülerinnen und Schüler zu einer verbreiteten Strategie – sie wiederholen den Lernstoff kurz vor der Prüfung besonders intensiv, in der Hoffnung, dass das sogenannte „Bulimie-Lernen“ den gewünschten Effekt bringt. Doch die Lernpsychologie sagt: Wer Gelerntes über mehrere Tage verteilt wiederholt und dabei Pausen einlegt, lernt nachweislich nachhaltiger.”
https://deutsches-schulportal.de/bildungsforschung/warum-beim-verteilten-lernen-wissen-laenger-haengen-bleibt

Harzer
9 Tage zuvor
Antwortet  Morgendämmerung

Es sollte einfach zur Routine werden, sich den Lernstoff immer zu Hause nochmal anzuschauen. Dann verankert man es besser im Gedächtnis und braucht unangekündigte Leistungskontrollen nicht mehr zu fürchten. Gute Lehrer erziehen ihre Schüler zu solch kontinuierlichem Lernen.

Locker-flockig-Lehrer räumen den Kindern alle Schwierigkeiten aus dem Weg und erziehen sie dadurch für ein Leben in einer “Traumwelt”.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  Harzer

Stattdessen wie Sie annehmen, dass die Kinder zu Hause alles Notwendige lernen, ihre Hausis ohne KI machen und wo selbstredend die Mutti sich um jegliche klaffenden Lücken der schulischen Versorgung aufopfernd kümmert…
Wie damals vor 30 Jahren, als es nie so war, aber die Konsequenzen ignoriert werden konnten 🙂

So langsam glaube ich auch, dass hier ein paar Träumer*innen herumrennen…

Alese20
8 Tage zuvor
Antwortet  Morgendämmerung

Bin ich die Einzige, die findet, dass Wiederholungen in die Schule gehören und es einfach zu viel Arbeit ist, täglich Hausaufgaben und Wiederholung nachmittags (womöglich nach dem Ganztag) betreiben soll. Mein Kind hat zurzeit 13 Fächer, davon 5 Hauptfächer. Zieht man Kunst und Sport ab, bleiben immer noch 11, an denen man regelmäßig arbeiten soll. Tägliches Vokabeln lernen in 2 Sprachen bitte nicht vergessen. Das ist doch völlig utopisch.

Susanne M.
8 Tage zuvor
Antwortet  Morgendämmerung

Ich kann es von mir als Schülerin selbst sagen, war ja schon vor 50 Jahren so. Ich war eine gute Schülerin, immer vorbereitet. Es gab den Unterschied im Behalten des Stoffes nicht zwischen angekündigten und unangekündigten Tests, sondern die Einteilung, das Gelernte zu behalten, lag in: Interessierte mich der Lehrstoff oder interessierte er mich nicht?
Ich war durchaus ein vielseitig interessiertes Kind, doch der Unterschied zwischen Stück- und Schüttgütern am Hamburger Hafen, wenn man selber im Schwarzwald wohnt, nun ja…..da galt für eine Elfjährige: Denken – Lernen – Vergessen.
Mich würde schon hier interessieren: Wer noch hat sich etwas den Abend vorher angeeignet, wiedergegeben und dann ganz schnell vergessen?
Waren immer alle hehr und intrinsisch motiviert?

Alese20
7 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Ich ;). In sehr vielen Fächern, da ich damals den Sinn einfach nicht gesehen habe und damals noch weniger LuL sich die Mühe gemacht haben, mir zu erklären, wozu ich das in Zukunft brauchen werde. Ich glaube sogar, dass sehr viele Thema tatsächlich auch nur den Sinn haben, dass man allgemein breit ausgebildet wird. Ich finde, dass muss aber gar nicht sein. Ihr Beispiel von Stück- bzw. Schüttgütern ist das beste Beispiel für sinnlose Zeitverschwendung für mich. Da könnte man besser andere Themen länger behandeln, um sie zu vertiefen.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

“Ich kann es von mir als Schülerin selbst sagen, war ja schon vor 50 Jahren so. Ich war eine gute Schülerin, immer vorbereitet.”
Glückwunsch an Ihre Familie und Sie persönlich, aber ist ein Schul- und Gesellschaftssystem von vor 50 Jaheen noch für einen Vergleich mit den heutigen Ausgabgsbedingungen vergleichbar? Bei Ihnen als Maßstab, welche in keinem dieser Systeme Probleme hatte/ gehabt hätte? :/

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  Morgendämmerung

“Angekündigte Tests fördern eben dieses “Abendvorherlernen”!”
Und unangekündigte Tests das JEDENAbendvorherlernen? Gutes Argument 😀

Wenn Sie Tests abschaffen wollen, bin ich ganz Ohr, aber Sie haben NICHTS an der Hand, was Sie FÜR Exen anführen können

Harzer
9 Tage zuvor

Nun haben wir Aussage gegen Aussage: Ist es Bulimi-Lernen, wenn man immer nur am Tag vor einem Test lernt oder ist es Bulimi-Lernen, wenn man zwei-, drei-, fünf-, siebenmal… vor einem Test gelernt hat, bevor er dann wirklich kommt?

Kann man bei einem Sport- oder Musik- oder Kunstwettbewerb Bestleistungen vollbringen, wenn man immer nur am Tag vor dem Auftritt übt oder wenn man es vorher mehrmals und immer wieder getan hat?

Mika BB
9 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Hä? Ist die Teilnahme an einer LEK denn optional? Selbst in der Ruppaner-Schule sind die Tests verpflichtend, lediglich der Zeitpunkt ist selbstgewählt.

DerechteNorden
9 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Das hat niemand behauptet.
Der Punkt ist doch, dass man etwas tun muss, wenn man etwas erreichen will.

Mika BB
7 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Reden wir jetzt über Problemfälle oder über den Regelfall?

DerechteNorden
7 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Also sollte man sich Ihrer Meinung nach nicht anzustrengen brauchen, wenn ein Schulsystem sozial ungerecht ist?
Das lese ich aus Ihren Ausführungen.

Ich denke nicht, dass das Schulsystem so ungerecht ist. Mir ist nicht klar, wie Schulen gewissen Missständen beikommen sollten, wenn der Staat nicht viel stärker in Familienbelange eingreifen darf. Eine qualitativ gute Ganztagsschule reicht da nämlich nicht, um im Zuhause der Kinder (wo ja der Hase im Pfeffer liegt!) etwas zu verändern, da auch diese nur begrenzt Einfluss hätte. Zudem müsste der Staat verpflichtende Maßnahmen ergreifen, Angebote funktionieren nämlich nicht so toll, wie wir alle tagtäglich erleben.
Diejenigen, die immer so obersozial tun, vergessen stets, dass Menschen Menschen sind. Da soll alles immer mit Angeboten und Motivation und Geld funktionieren, bloß nicht mit Druck und Zwang …
Wie ich an anderer Stelle schon schrieb, ich bin mit einem Mann aus so schwierigen Verhältnissen (alleinerziehende Mutter, mehrere Halbgeschwister, Sozialhilfe) verheiratet. Wie das wirklich läuft, wollen gemeine Salonsozialisten lieber nicht hören.

Wenn Schule alle Missstände (soziale Ungerechtigkeit, mangelndes Demokratieverständnis, Fehlernährung, fehlende Motivation, Bewegungsmangel, Sprachdefizite, Unlust bei der Berufsorientierung, Gewaltbereitschaft etc.) beheben soll, wie von bestimmten Menschen gefordert, dann muss Schule scheitern.

ed840
7 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

“Es gibt in Deutschland kaum qualitativ gute Ganztagsschulen

Laut KM BW wäre die dortige Gemeinschaftsschule eine Schulart mit verbindlicher Ganztagsbeschulung, bei der sich lehrerzentrierte Unterrichtsphasen, selbstgesteuerte Lernzeiten und Phasen der Bewegung und Entspannung sinnvoll abwechseln. Lern- und Übungsphasen finden dort überwiegend in der Schule statt, wodurch die Familien entlastet werden.

Mika BB
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Ja, dann ist das eben schlecht!

DerechteNorden
6 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Schule scheitert in anderen Staaten, die Kindern aus armen Familien bessere Bildungschancen als Deutschland bieten, ja auch nicht.”

Würde sie aber, wenn der Staat nicht an anderer Stellen eingreifen würde. Leider berichten Sie darüber nie. Schule ist nicht einzeln zu betrachten.
In anderen Staaten wird an anderen Stellen eingegriffen.
Sie und andere verlangen jedoch, dass Schulen allein alles regeln.
Eine Ganztagsschule müsste dann tatsächlich den ganzen Tag (von 8.00 bis 20.00 Uhr) laufen, wenn Schule alles leisten sollte, was Sie und andere ständig fordern.

Ganztagsschule bedeutet in meinem Bundesland in der Regel, dass nachmittags Unterricht ist. Ich mache das jetzt seit über 25 Jahren und kann Ihnen sagen, dass das nicht die Lösung ist.

In Deutschland herrscht ein Mangel an Verbindlichkeiten, der immer größer wird, weil sich immer Menschen sich immer mehr Freiheiten nehmen und das durchgeht. Menschen, die Probleme damit haben Verpflichtungen nachzukommen, können ihren Kindern somit auch keine Hilfe sein, denn diese lernen durch sie, dass es eben ohne geht durchzukommen.
Im Gegensatz zu Ihnen und einigen anderen sehen sich viele dieser benachteiligten Menschen ja gar nicht so, wie Sie meinen. Da geht es nicht darum, dass ihre Kinder ja vielleicht das Abitur machen und studieren könnten.
Was Sie und andere verlangen, ist praktisch, dass Schule, also die Lehrkräfte, den Eltern klarmacht, dass sie – überspitzt formuliert – ihr Leben gefälligst anders zu führen haben. Das ist der Unterschied zu diesen anderen Ländern. Dort sind es nicht die Lehrkräfte, die die Verantwortung tragen. Und falls doch, haben sie dort weniger zu unterrichten und gleichzeitig mehr Befugnisse.
In Deutschland ist das Kerngeschäft von Lehrkräften Wissensvermittlung, dazu absolvieren sie ein Studium in gewissen Fachgebieten … Die Aufgabe von Lehrkräften ist nicht, das Leben von Familien zu beeinflussen, damit die Kinder besser lernen können.

Zu den oft zitierten anderen Ländern: In den skandinavischen Ländern z.B. haben die Äquivalente zum Jugendamt ganz andere Befugnisse.
In Norwegen können alle, die besorgt sind, ganz schnell die entsprechenden Stellen kontaktieren (hier der Link: https://www.bufdir.no/en/child-welfare-services/), so dass möglichst schnell eingegriffen werden kann, falls es Probleme in Familien gibt. Und das wird auch getan. Norwegen steht deswegen in der Kritik, weil man dort rigoros das Kind in den Mittelpunkt stellt.

In Deutschland müssen Lehrkräfte und anderes pädagogisches Personal zwar aktiv werden, wenn sie eine Kindeswohlgefährdung wahrnehmen, jedoch vergehen dann zum Teil Jahre, bis etwas geschieht, da es nicht nur unfassbar umständlich ist (Zuerst müssen die Lehrkräfte das Gespräch mit den Eltern suchen … Irgendwann entscheidet dann mal ein* Richter*in und dann …), sondern sehr auf der Freiwilligkeit der Eltern basiert. Es kommen sogar Kinder zu Tode, weil alles sehr lange dauert.
Damit will ich das norwegische System keinesfalls loben. Ich möchte lediglich darauf hinweisen, dass es nun einmal solche Faktoren gibt, die einen erheblichen Einfluss darauf haben, dass Staaten erfolgreicher sind, sozial benachteiligte Kinder zu fördern.

Fazit: Mit einer Abwälzung der Verantwortung auf die Schulen wird man nichts bewirken.

DerechteNorden
6 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Also Internate.

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Norwegen ist sicherlich ein gutes Beispiel für ein Land mit hoher Bildungsgerechtigkeit bei PISA.

Zumindest wenn man dabei nur den Abstand untere Schicht zu oberer Schicht betrachtet, aber die erreichten Kompetenzlevel oder die Prozentanteile der “low-performer” nicht berücksichtigt.

Hans Malz
8 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Nein, deshalb lernen auch nicht viele Menschen nachhaltig ein Instrument. Denn 20% sind Talent und 80% Arbeit (stammt von gestandenen Musikern). Es muss auch nicht jeder Musiker werden, aber ein gewisses Niveau beim Lesen und Schreiben (und der ein oder anderen Kleinigkeit) haben. Auch das geht nur mit Arbeit und Fleiß (auch an Tagen, wo man keine Lust hat).

Die Lage ändert sich übrigens, wenn Menschen von der Musik leben müssen und das ihr Beruf wird. Da vollbringen ganz viele allabentlich auf der Bühne große Leistungen, obwohl sie eigentlich gar keinen Bock haben. Ist psychisch nicht ganz so gesund.

Steißtrommler
7 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich glaube, ziemlich viele Teilnehmer derartiger Wettbewerbe werden so mehr oder weniger gezwungen.

ed840
7 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Menschen aus meiner Generation wissen vermutlich noch, was z.B. der Begriff “Eislaufmutter” bedeutet.

potschemutschka
5 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Dazu passend las ich gerade ein interessantes Buch: “Wer möchte nicht im Leben bleiben” von Helene Bukowski (eine aus dem Nachlass einer jungen Pianistin rekonstruierte Lebensgeschichte, die sich mit 24 Jahren das Leben nahm) )

ed840
9 Tage zuvor
Antwortet  Harzer

Das hängt bei PB dann von der Tagesform ab.

Im Vergleich zur Konkurrenz dürfte es mit zunehmenden Alter immer schwieriger werden, mangelnden Trainingsfleiß mit einem mehr an Talent zu kompensieren.

Rainer Zufall
8 Tage zuvor
Antwortet  Harzer

Ergänzen Sie das noch gerne um angekündigte Turniere – soll sehr ergbiebig sein !)

tinam30
7 Tage zuvor
Antwortet  Harzer

Es geht aber in dem Artikel nicht direkt um Bulimie-Lernen (das ist nur ein Aspekt), sondern es geht darum, wie Lernen sinnvoll funktioniert und wie man die Lernkultur verändern sollte, damit Kinder ohne Angst und erfolgreich lernen können.

ed840
7 Tage zuvor
Antwortet  tinam30

Wenn Angst so großes Hemmnis beim Lernen ist, dann müssten die Lernerfolge doch sehr stark zunehmen, wenn dieses Hemmnis beseitigt wird? Oder wäre das ein Trugschluss?

Alese20
7 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Wenn SuS so sozialisiert werden, nur unter Druck und extrinsisch motiviert zu lernen, kann man nicht einfach diesen Aspekt wegnehmen und dann läuft das. Bevor die SuS nicht gelernt haben, eigenverantwortlich zu denken und zu handeln, werden die sich nur freuen, den Druck los zu sein und chillen.

Daher nicht nur Stückwerk, sondern einen gut gecoachten Schritt Richtung Selbstbestimmung und Selbstverantwortung mit Stück für Stück mehr Freiheiten. Alles andere kann m.M.n nicht funktionieren.

ed840
7 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Ich hatte dabei eher die Aussage im Sinn:

“die Studienlage rund um John Hattie sollten Sie nicht außer acht lassen

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

“Ich hatte dabei eher die Aussage im Sinn”
Vorsicht! Sie stehen kurz davor, eine Aussage zu machen! Schnell zurückrudern und “nur Fragen” gestellt haben wollen 😉

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Ich weiß wie Studienlage bei John Hattie zu dieser Thematik ist.
Wie sieht es bei Ihnen damit aus?

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Ne, in der Wissenschaft werden normalerweise Dinge belegt, DASS sie eingesetzt werden.
Da Sie kein wissenschaftliches Argument FÜR Exxen haben, bringt es nichts außer seelischer Belastung.

Aber freue mich schon Mega über Ihre Lernen-aus-Angst-Quellen.
Die werden bestimmt so ergiebig sein, wie Ihre Quellen gegen längere gemeinsame Grundschule oder die Parteien aus BW, welche die Landespolitik Bayerns prägen 😉

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Kühne Worte von jemand, der sich beharrlich weigert Qullen für die Behauptung zu nennen, es wäre “wissenschaftlich nachgewiesen” , dass in Bayern alle SuS von einer längeren gemeinsamen GS-Dauer profiteren würden.

oder die Parteien aus BW, welche die Landespolitik Bayerns prägen

Die existieren vermutlich nur in Ihrer Fantasie. Ich kenne keine.

Evelyn Eckert
9 Tage zuvor

Wow. Genau das ist die Bildungsdebatte, die wir führen müssen.
Wenn wir junge Menschen auf eine Zukunft mit KI, Komplexität und Wandel vorbereiten wollen, reicht Auswendiglernen unter Druck nicht mehr aus. Zukunftsfähigkeit entsteht dort, wo Kinder lernen, kritisch zu denken, Zusammenhänge zu verstehen, Verantwortung zu übernehmen und Probleme zu lösen.
Denn Angst erzeugt Anpassung. Bildung ermöglicht Entwicklung.

Mika BB
7 Tage zuvor
Antwortet  Evelyn Eckert

Wow, Sie sehen mich beeindruckt! Das alles lässt sich allein durch die Ankündigung von LEKs erreichen? Muss ich meinen SuS, denen ich seit Jahren die LEKs ankündige (weil ich keinen Bock mehr auf das Rumgejammere habe), gleich morgen erzählen. Die müssten ja alle superduper in kritischem Denken und Co sein. Allerdings… Nö, irgendwie nicht. Scheinbar hängt das doch eher mit der individuellen Anstrengungsbereitschaft und den intellektuellen Fähigkeiten zusammen, jedenfalls bei meinen SuS…
Aber verlinken Sie doch gern Studien, welche zeigen, dass unangekündigte LEKs Kinder daran hindern, kritisch zu denken, Zusammenhänge zu verstehen und Probleme zu lösen.
Ich bin gespannt!

tinam30
7 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

es geht doch um viel mehr, als nur Exen angekündigt oder unangekündigt. Es geht um einen echten Haltungswandel in Schule, damit Kinder dort einen Lernort vorfinden, der zum Lernen anregt und darum, dass auch Lehrkräfte hoffentlich lieber in Schule gehen, wenn dort Lehren möglich gemacht wird. Im Artikel werden die Eichendorffschule in Erlangen und die Alemannenschule in Wutöschingen als gute Beispiele genannte. Ich rate allen Lehrkräften, die sich bisher ‘nur’ im alten Frontalunterricht wiederfinden, sich diese Schulen mal genauer anzuschauen. Kinder wollen lernen, wenn das in Ihrer Schule nicht so sein sollte, dann stimmt etwas nicht.

ed840
7 Tage zuvor
Antwortet  tinam30

diese Schulen mal genauer anzuschauen. “

Dürfte ich Sie bitten über die Erfahrungen zu berichten, die Sie bei Ihren Besuchen dort gemacht haben?

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Die Artikel auf dieser Seite, Beiträge im Fernsehen und Bildungspodcasts reichen nicht?
Hoffen Sie kläglich darauf, dass irgendwer nochmal gegen diese Schulen wettert, da es Ihnen an wissenschaftlichen Argumenten mangelt?

Hey! Berufen Sie sich doch auf die Leerstellen, wo NICHT über die Allemannenschule berichtet wurde. Beim race to the bottom müssen Sie ja nur weiterhin den Eindruck erwecken, auf andere herabschauen zu können 😉

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Die Artikel auf dieser Seite, Beiträge im Fernsehen und Bildungspodcasts reichen nicht?”

Scheinbar nicht, sonst würde ja nicht gefordert

sich diese Schulen mal genauer anzuschauen.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

“Das alles lässt sich allein durch die Ankündigung von LEKs erreichen?”
Nein, aber möglicherweise durch das Lesen des Artikels: Kinder stärken, statt sortieren 😉

Nur weil Sie…. ich meine natürlch ed840 so sehr an seinen unangekündigten Tests hängt, um das bayrische Bildungssystem über andere zu erheben, um es bei erster Gelegenheit niederzureden, sobald es um Wahlverhalten geht… lenkt es nicht davon ab, dass weder er ( 😉 ) noch Sie einen wissenschaftlichen Beleg FÜR das Exxen anführen können

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Gleiches recht für alle.

Wenn die Verbotsbefürworter keine wissenschaftliche Belege erbringen können, dass die Kompetenzlevel bei einem Verbot steigen würden und es zu weniger Bulimielernen führt, warum sollten dann die Verbotsgegner das Gegenteil beweisen müssen?

Mika BB
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Ich bin fasziniert von Ihrer Geduld…

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Mika BB

Danke.

Vermutlich dachten manche Leute hier deshalb schon, dass ich Lehrkraft wäre.

Ich vermute mal bei Pädagogen sollte das zu den Grundeigenschaften gehören, die man mitbringen sollte?

Mika BB
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Durchaus. Allerdings auch die Fähigkeit, tatsächliches Interesse von Provokation zu unterscheiden 😉

Bildungsnah
7 Tage zuvor

Einige Jahre habe ich Erwachsene bei einem Hobby-Thema unterrichtet. Jeder war absolut freiwillig da und am Thema grundsätzlich interessiert. Als Frontalunterricht, weil es anders nicht praktikabel war, auch wenn ich versucht habe, die Lernenden zum mitdenken und mitmachen zu motivieren. Es war auch eine, in dem Fall logischerweise angekündigte Prüfung zu bewältigen.

Wenn ich ein halbes Jahr nach der Prüfung Gelegenheit hatte, mit den Ex- Lernenden zu sprechen, war es ernüchternd, was diese behalten haben. Es war eigentlich gar nichts. Sie haben die Prüfung erfolgreich bestanden, aber sie konnten nicht mal mehr die 5 unterrichteten Themengebiete vollständig aufzählen und nicht sagen, wer von uns Referenten welches Themengebiet behandelt hat.

Klar, es war ausschließlich Bullimie-Lernen, was die Leute betrieben haben.

Sorry, ich glaube diese ganzen “Erkenntnisse” und Meinungen keine Sekunde. Sie widersprechen jeglicher Erfahrung.

GriasDi
7 Tage zuvor

Zitat:
“Genau daraus entsteht das, was viele Schüler*innen nur zu gut kennen: Bulimielernen. Kurzfristiges Reinpauken für den nächsten Überraschungstest – und direkt danach wieder vergessen.”
Das wird bei angekündigten Tests erst recht so gemacht.

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Das wird bei angekündigten Tests erst recht so gemacht.

Da aber bei angekündigten Tests der Stoffumfang vermutlich mehr umfasst als die letzten beiden Unterrichtsstunden, wird evtl. am Vorabend und vor Unterrichtsbeginn versucht mehr Stoff pro h reinzupauken.

So habe ich das zumindest in meiner Schulzeit noch erlebt.

Kann aber natürlich sein, dass SuS von heute ganz andere Vorbereitungsyklen fahren.

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  ed840

“So habe ich das zumindest in meiner Schulzeit noch erlebt.”
Da Sie das zeitlich und gesellschaftlich für repräsentativ halten, scheint Exxen hier nicht so viel Potenzial entfaltet zu haben, wie Sie hoffen…

Stört Sie der Gedanke zu keiner Zeit, wie viel mehr Sie hätten lernen und erreichen können?

ed840
6 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Nein.

Wie ist es bei Ihnen?

Rainer Zufall
6 Tage zuvor
Antwortet  GriasDi

Also Tests ganz aufgeben? 😀

Im Ernst: auf ein konkretes Datum hin zu arbeiten *Hust! Unterrichtsbesuch, hust!*
kann Druck bedeuten, dieser oder das Ergebnis fällt meines Wissens durch unangekündigte Tests nicht besser aus.

Wenn Sie etwas zum Thema Dauerstress=Lernerfolg haben, unbedingt teilen – manche im Forum warten seit Jahren darauf

GriasDi
5 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Zitat:
“Also Tests ganz aufgeben? ”

Ich weiß es auch nicht. Aber das Märchen, dass es mit angekündigten Tests kein Bulimielernen mehr gäbe nervt mich.
Bulimielernen wird es immer geben, egal wie weit der Lehrplan noch entschlackt wird oder andere Maßnahmen ergriffen werden.
Bei Erwachsenen heißt dieses Phänomen Prokrastination.