BERLIN. Ein Jahr nach der Veröffentlichung einer viel beachteten Arbeitszeitstudie für Berliner Lehrkräfte verschärft die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) den Konflikt mit der Bildungsverwaltung. Weil der Senat bislang weder ein Pilotprojekt noch ein verbindliches Verfahren zur Arbeitszeiterfassung eingeführt hat, kündigt die Gewerkschaft nun rechtliche Schritte an. Mitglieder sollen ihre Ansprüche künftig systematisch dokumentieren und geltend machen können.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) Berlin erhöht den Druck auf den Berliner Senat, ein verbindliches Verfahren zur Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte einzuführen. Ein Jahr nach Veröffentlichung einer Arbeitszeitstudie der Universität Göttingen kündigt die Gewerkschaft an, Musterverfahren vorzubereiten und ihre Mitglieder dabei zu unterstützen, Ansprüche wegen geleisteter Mehrarbeit geltend zu machen.
„Mehr als zwei Millionen Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Jahr sind kein Randproblem, sondern ein massiver Missstand. Diese Arbeit entsteht nicht nebenbei, sondern im Kern des schulischen Alltags: bei Korrekturen, Elternkommunikation, Dokumentation, Gremienarbeit und Schulentwicklung. Solange diese Arbeitszeit nicht erfasst wird, bleibt sie unsichtbar und was unsichtbar bleibt, wird nicht begrenzt, nicht anerkannt und nicht ausgeglichen“, erklärt Gökhan Akgün, Vorsitzender der GEW Berlin.
Hintergrund der aktuellen Forderungen ist eine Studie von Wissenschaftlern der Georg-August-Universität Göttingen, die im Juni 2025 mit Unterstützung der GEW vorgestellt wurde. Die Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass Berliner Lehrkräfte im Durchschnitt rund 100 Stunden pro Jahr mehr arbeiten als die für Berliner Beschäftigte mit einer 40-Stunden-Woche vorgesehene Jahresarbeitszeit.
Die Studie stützte sich auf die Erfassung der tatsächlichen Arbeitszeit über ein gesamtes Schuljahr. Demnach überschreiten während der Unterrichtswochen durchschnittlich 30 Prozent der vollzeitbeschäftigten Lehrkräfte regelmäßig die gesetzliche Arbeitsschutzgrenze von 48 Wochenstunden. Insgesamt leisten nach den Ergebnissen 64 Prozent der Lehrkräfte mehr Arbeit als vorgesehen. Besonders betroffen sind laut Untersuchung neben Schulleitungen und Gymnasiallehrkräften auch Teilzeitkräfte.
„Lehrkräfte dürfen bei der Arbeitszeiterfassung nicht zur Ausnahme gemacht werden. Das Land Berlin muss jetzt handeln“
Besonders auffällig ist nach Angaben der Autoren die Situation von Teilzeitkräften. Je geringer der Beschäftigungsumfang, desto höher falle häufig die zusätzliche Arbeitsbelastung aus. Die damalige GEW-Landesvorsitzende Martina Regulin erklärte bei der Vorstellung der Studie, die Ergebnisse deuteten darauf hin, dass viele Lehrkräfte Teilzeit wählten, um die Aufgabenflut zu bewältigen und damit faktisch ihren Arbeitsschutz selbst finanzierten.
Die Untersuchung zeigt zugleich, wie stark sich der Arbeitsalltag von Lehrkräften inzwischen über den Unterricht hinaus verlagert hat. Nur 31 Prozent der Arbeitszeit entfallen demnach auf den eigentlichen Unterricht. Weitere 32 Prozent werden für Vor- und Nachbereitung aufgewendet. Der verbleibende Anteil umfasst Aufgaben wie Dokumentation, Elternkommunikation, Konferenzen, Schulentwicklung oder organisatorische Tätigkeiten.
Nach Berechnungen der Wissenschaftler wären mehr als 1.300 zusätzliche Vollzeitstellen erforderlich, um die ermittelte Mehrarbeit auszugleichen. Studienleiter Frank Mußmann bezifferte die jährlich anfallende unbezahlte Mehrarbeit auf mehr als zwei Millionen Stunden. Sein Kollege Thomas Hardwig sprach bei der Vorstellung der Ergebnisse von der „Spitze des Eisbergs“. Die Arbeitszeit lasse sich nicht allein durch eine Reduzierung von Stundenkontingenten senken; notwendig seien auch Veränderungen der Arbeitsbedingungen an Schulen.
Die GEW sieht sich durch diese Ergebnisse in ihrer Forderung nach einer systematischen Arbeitszeiterfassung bestätigt. Nach Angaben der Gewerkschaft hat die Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie bislang weder ein verbindliches Verfahren eingeführt noch einem vorgeschlagenen Pilotprojekt zugestimmt.
„Wenn das Land Berlin keinen verbindlichen Weg zur Erfassung eröffnet, werden wir unseren Mitgliedern diese Möglichkeit geben“
Deshalb stellt die GEW ihren Mitgliedern nun ein Aufforderungsschreiben zur Verfügung, mit dem sie ihre Ansprüche gegenüber dem Arbeitgeber geltend machen können. Sollte die Bildungsverwaltung weiterhin keine Lösung vorlegen, will die Gewerkschaft ihren Mitgliedern zum kommenden Schuljahr zusätzlich ein eigenes Instrument zur Arbeitszeiterfassung bereitstellen.
„Die Senatsverwaltung kann das Thema nicht länger aussitzen. Wir schaffen jetzt konkrete Wege, damit Kolleg*innen ihre Arbeitszeit sichtbar machen und ihre Ansprüche geltend machen können. Wenn das Land Berlin keinen verbindlichen Weg zur Erfassung eröffnet, werden wir unseren Mitgliedern diese Möglichkeit geben“, sagt Sven Dudkowiak, Leiter des Vorstandsbereichs Beamten-, Angestellten- und Tarifpolitik der GEW Berlin.
Parallel dazu gewinnt die Auseinandersetzung eine personalvertretungsrechtliche Dimension. Nach Angaben der GEW hat der von der Gewerkschaft geführte Personalrat der allgemeinbildenden Schulen in Tempelhof-Schöneberg bereits am 27. Mai 2025 einen Initiativantrag zur verbindlichen Einführung einer Arbeitszeiterfassung ab dem zweiten Schulhalbjahr 2026 gestellt. Weitere Personalräte hätten sich dem Vorstoß inzwischen angeschlossen.
Da die Senatsverwaltung dem Antrag bislang nicht gefolgt sei, soll die Angelegenheit nun vor der Einigungsstelle verhandelt werden. Dort werden Streitfragen zwischen Dienststellen und Personalvertretungen behandelt, wenn keine Einigung erzielt werden kann. „Dass die Arbeitszeiterfassung jetzt vor der Einigungsstelle landet, ist ein wichtiger Schritt. Es zeigt: Die Frage ist nicht nur politisch offen, sondern auch personalvertretungsrechtlich hoch konkret. Lehrkräfte dürfen bei der Arbeitszeiterfassung nicht zur Ausnahme gemacht werden. Das Land Berlin muss jetzt handeln“, betont Akgün.
Die Debatte um die Arbeitszeiterfassung von Lehrkräften wird bundesweit seit Jahren geführt. Auslöser sind unter anderem Entscheidungen des Europäischen Gerichtshofs und des Bundesarbeitsgerichts, die Arbeitgeber grundsätzlich verpflichten, Arbeitszeiten systematisch zu erfassen. Wie diese Vorgaben auf den Schulbereich übertragen werden sollen, ist allerdings weiterhin ungeklärt. Zwei Bundesländer, Bremen und Sachsen, haben zumindest den Start von Pilotprojekten angekündigt. Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) meint, dafür mindestens drei Jahre zu brauchen – bis zur nächsten Landtagswahl im Freistaat 2029. Die GEW spricht von einem „Spiel auf Zeit“ (News4teachers berichtete). News4teachers









Das wird jetzt allerhöchste Zeit. Wenn ich sehe, dass die beim Rundfunk auch nur noch 36 Stunden Woche haben und Nachbarn ihre Autos nicht mehr bewegen, weil sie im Homeoffice sind. Keiner redet dann darüber, was sie an Geld und Zeit sparen. Die Digitalisierung läuft der Schule so schnell davon, es hat sich einfach so viel geändert mit tablets, Bildschirmen, Ki und Co. Die Arbeitsbedingungen müssen sofort besser werden, Wir brauchen die 4 Tage Woche mit Digitalunterricht und die 35 Stunden Woche wie andere auch. Fertig.
Mein Mann hat es auch so und der hat alles richtig gemacht. Gen Z wird es nicht mehr mitmachen und einfach einfordern und die Schule ist sonst als Arbeitsplatz völlig unattraktiv.
🙂
Hallo Petra, danke dass du das so offen ansprichst. Es ist völlig richtig.
Warum sollen Lehrer auch doppelt arbeiten und pro Woche 15 Stunden mehr als andere und als Dank? Tja, dann gehts 6 Jahre später in Ruhestand.
Der Ausbau von Digitalunterricht ist sogar essentiell, sogar sehr
richtig so,
Deputat zwischen 17 und 19 passt sich der heutigen Zeit mit 35 Stunden Woche, 9 Wochen Jahresurlaub und Homeoffice langsam an.
Lehrer brauchen die Homeofficeentschädigung!
Das muss dringend auf die 35 Std. Woche runter. In der Welt von Homeoffice, Gleitzeit, Flexiurlaub und workaway sind die Lehrerarbeitszeiten absolut nicht angepasst worden und das muss dringend nachgeholt werden 😀
Hallo Petra,
Schön von dir zu hören.
Hast du jetzt schon dein „Einzelzimmer“ bekommen oder mußt du dich immernoch mit deiner Zellengenossin rumärgern?
Chantal-Kleopatra ist ja eine ehemalige Schülerin von dir, wie wir alle wissen. Sie macht dir schwere Vorwürfe – gibt dir eine Mitschuld an ihrer missratenen Schulaufbahn die sie in die Kleinkriminalität, und letztendlich dahin geführt hat, wo sie jetzt ist: In einer Zelle mit dir, liebe Peti.
Keine gute Basis für eine innige Knastfreundschaft.
Aber du kriegst das hin. Du bist so eine tapfere Kämpferin.
Wir alle hier drücken dir ganz fest die Daumen.
Außer Cordula. Die verübelt dir immernoch, dass du Hasi bei der Beseitigung von Schnuckis Leichnam geholfen hast.
Aber Chantal Kleo ist doch nach einem bösen Sturz unter der Dusche auf der Krankenstation, weshalb Petra die Zelle für sich hat.
Du bist nicht auf dem Laufenden.
Danke, dass Sie mich auf den neuesten Stand gebracht haben.
Das mit Chantal Kleos Sturz war mir tatsächlich noch nicht bekannt.
Wenn ich mich nicht irre, kommt Kleo ja sowieso bald raus.
Waren schließlich nur ein paar kleinere Delikte, die sie begangen hat. Aber wegen ihrer Vorstrafen war diesmal leider keine Bewährung mehr drin.
Kleopatra hat sich halt kurz vor ihrer Haftentlassung mit der Falschen angelegt. Da kommt es schon mal zu Unfällen in den Sanitärräumen. Hätte sie mal die Klappe gehalten.
Zwei Dumme – ein Gedanke. 😉
Kaum hatte ich auf Senden gedrückt, viel es mir wie Schuppen von den Augen.
Viel – Hirnbatsch! Muss natürlich fiel heißen.
@Marion
Ich habe vorhin beim Einkaufen eine Freundin von Petis Muddi getroffen.
Muddi macht sich bittere Vorwürfe, weil Peti so geendet ist, aber Peti sei schon früher der Typ Stubenhocker gewesen und war auch als kleines Mädchen nur schwer zum morgendlichen Schulbesuch zu bewegen – im wahrsten Sinne des Wortes.
Noch als Teenagerin fragte sie – daumennuckelnd mit „Bin das Baby!“-Blick ihre Muddi „Maaaamiiiiiii, trägst du mich auf deinem Rücken zur Schule, will Ponyreiten ssssssspiiiiiieeeelen!“
Jeden Tag das immer gleiche Lamento!
Aber dass es mal so enden würde!
Wer konnte das ahnen?
Muddi nicht.
Doch Peti wollte sich lange Zeit nicht helfen lassen und die vielen Therapien haben leider keine Linderung gebracht – jedenfalls nicht den Therapeuten in ganz OWL, die allesamt aus den Ohren bluteten, weil Peti in Dauerschleife … naja, das kennen wir ja alle.
Seufz.
Muddi hat Peti einen Ausdruck von folgendem Link in ihre neue Residenz ohne Terrasse geschickt, natürlich laminiert, damit Peti das nicht wieder zerreißt so wie die Achtsamkeits-Ausmal-Mandalas (mit Motiven wie „Glücklich durch Bewegung“, „Deine Mitmenschen brauchen dich!“ oder auch „Pssssst! Lass‘ uns Ruhe genießen!“) , die sie von den Therapeuten früher bekam.
https://www.tagesschau.de/wissen/gesundheit/homeoffice-psyche-100.html
Nachtrag:
Omg!!!!
War der Sturz in der Dusche ein Unfall oder hat da etwa jemand nachgeholfen?……
Wir wissen inzwischen ja, dass Petis moralischer Kompass bisweilen ein wenig…nun ja,…ruckelt.
Als ob Peti da selbst Hand anlegen müsste. In OWL kennt man sich und hilft sich auch in „schwierigen“ Situationen. Hilfst du mir helf ich dir.
Und da Peti ja Latrinum hat
Manus manum lavat.
Wir stimmen Frau Petra bedingt zu. Die Arbeitsbedingungen müssen sich verbessern und die Arbeitszeit muss abgesenkt werden. Die Beispiele aus anderen Arbeitsfeldern zeigen dies definitiv auf (Beispiel: 35 Stunden, Homeoffice, Urlaubstage immer mehr oder Prämien). Aber Homeoffice wird nur bedingt klappen, das wird mal 1 Tag pro Woche gehen, aber nicht an 4 Tagen. 1 Tag Homeoffice wird für alle möglich werden dank der modernen Technik 😉
Lieben Gruß
Ich fordere bessere Haftbedingungen für Peti und jeden Tag ’nen frischen Blumenstrauß für ihr Zellenfensterbrett.
Da könnten Sie sich mit Ihrer Kegeltruppe auch mal ein bißchen engagieren.
Knastlilien
Vier-Tage Woche, 35 Stunden, Homeoffice.
Lassen Sie das nur nicht Friedrich Merz hören. 🙂
Bedeutet das, dass Sie aktuell 100% Ihrer Arbeitszeit vor Ort in der Schule leisten?
Ich möchte keinen Digitalunterricht, sondern den Kontakt mit den Schülern. Die Schüler unserer Brennpunktschule brauchen diese Beziehung, um lernen zu können.
1 Tag ist völlig, ok. Du kannst freiwillig an 5 oder 6 Tagen in deinem Gebäude arbeiten, wir als GenZ wollen das nicht mehr!! 😀
Vielleicht hättest du besser einen anderen Beruf gewählt?
Lerncoach statt Fachlehrer.
Ich wäre ja für Schichtdienst und 3-Tage-Woche. 3 Tage meine Fächer, die anderen 3 Tage die vom Partner – garniert mit Nebenfächern, um auf 6 Stunden je Tag zu kommen. Sorry, Fächern der Fächergruppe II.
bitte bitte, 4 Tage Woche ist für GenZ sowas von notwendig.
Wir sind auch digital, wir können tablet Unterricht!!
aber sofort 😀
Sie als Sprecher von GenZ scheinen also eher für den Umgang mit Informatik geeignet zu sein, viel Erfolg !
Als Schüler oder als Lehrer?
Liebe Petra, wechsel endlich deinen Job!!!!!!!!!
Ja, wir brauchen die Arbeitszeiterfassung. Erfassung für Korrekturen, besonders Abi, die Kollegin hatte jetzt 25 Deutscharbeiten und der Mathelehrer hatte nur 3 und die hat er in 2 Tagen durchgehabt. Wir brauchen geringere Deputate, mehr Gehalt. Warum nur noch Nullrunden? Wir müssen lernen, mit KI umzugehen und müssen lernen wie man Distanzunterricht richtig durchführt und es üben. Der Nachmittagsunterricht und der Freitag sollten generell nur noch im Distanzunterricht stattfinden. Das erspart und dann doch sehr sehr viel!
Wer keinen Bock auf Schüler hat, hätte nicht Lehrer werden sollen.
Wenn die Arbeitszeit erfasst und die Arbeitszeit dann ggf. reduziert wird, muss Ihnen der Kontakt mit Schülern am Nachmittag nicht erspart werden.
Solch ein Quatsch von dir Walter!
Die Nullrunden sind fact.
Die 41 Stunden zu viel und ich habe es allen vorgerechnet. Lehrer arbeiten viel zu viel. Andere Branchen, sogar der Rundfunk gingen auf 35 bis 36 Std. runter, die Schule nicht. Deputat zwischen 17-19 muss es sein,
KI und Digitalunterricht sind richtigerweise die Gamechanger.
Sorry, aber Quatsch kommt von Ihnen.
Ich bin ja damit einverstanden, dass Arbeitszeiterfassungen nötig sind, um ausufernde Arbeitszeiten zu verhindern.
Man kann auch zusätzlich in Tarifverhandlungen für eine Senkung der wöchentlichen Arbeiitszeit streiten.
Aber die Forderung nach Distanzunterricht passt nicht zu unserem Beruf. Corona hat gezeigt, dass wir gerade die schwachen Schüler im Distanzunterricht verlieren. Auch an unserer Schule, bei der Zoomkonferenzen wegen einer guten Ausstattung die Regel waren, war das der Fall.
Wer es für eine gute Idee hält, den Kontakt mit Schülern zu meiden, hat den falschen Beruf ergriffen.
Klar, du glaubst nicht, wie digital wir sind. 1 Tag Digitalunterricht ist ok und die 4 Tage Woche ist super. In der Firma von Papa haben sie auch nur noch online Besprechungen und Ton / Bild sind perfekt.
Oder die Lehrer, die noch in die Schule hinfahren, bekommen mehr Geld, so Art Geschenk, verstehst du?
@Tom Lö
„so Art Geschenk, verstehst du?“
Hattu Nutella-Brötchen geraucht?
Das IST ein Nutella-Brötchen, eins von der Sockenpuppenarmee.
Ich frag mich ja, warum diese inhaltsleeren und erkennbar botarmeegenerierten Posts überhaupt veröffentlicht werden. Der Qualität des Forums ist das jedenfalls nicht dienlich – okay, ich spezifiziere: nicht, was MEINE Qualitätsansprüche betrifft.
Nee, Kakaopulver geschnupft. Der hohe Milchpulveranteil hat vermutlich zu allergischen Reaktionen geführt. Manche Komplikationen sind halt nicht vorhersehbar.
Die Musiklehrer freuen sich schon darauf, Online-Proben abzuhalten.
Technik-online-unterricht in der Coronazeit war ein echtes Highlight.
Garantiert nicht oder war das Ironie?
Der Mathelehrer hatte nur drei Deutschklausuren? Bei uns hat der gar keine!
Aber, Heiner, was mich viel mehr interessiert: Welche Erfahrungen haben Sie persönlich denn mit Distanzunterricht gemacht? Welche Klassenstufen, wie waren die Lernerfolge?
Das sieht an Grund- und Hauptschulen generell anders aus – außer beim Reli- Unterricht. Natürlich darf eine Lehrkraft mit Missio keine vertreten, die eine Vocatio hat. Klassenlehrerunterricht geht eben, Ökumene ist halt schwierig.
3 Mathearbeiten im Abitur??? Wie geht das denn? Ich habe in der Regel um die 50 Arbeiten im Englisch-Abitur und ungefähr genauso viel als Zweitkorrektur. Die Pfingstferien sind damit gebongt. Noch Fragen?
Was genau erspart „uns“ das genau? Kontakt mit echten Heranwachsenden?
Zugegeben, nicht wenige können richtig anstrengend sein. Aber das Ziel sollte doch nicht sein, einfach nur weniger Kontakt zu ihnen haben zu müssen, sondern umgekehrt mehr Beziehung aufbauen zu können. Distanzunterricht hilft da eben nicht weiter, sondern die Zeit in der Schule. Nur eben mit geringeren Deputaten, kleineren Lerngruppen und weniger Verwaltungskram.
Mich stört derzeit eigentlich am meisten, dass ich so wenig Gelegenheit habe, mit meinen S*S ausführlichere Einzelgespräche führen zu können.
Wenn ich die Berichte der inzwischen pensionierten Kolleg*innen über die Anfangszeit der Schule, an der ich unterrichte, höre, dann verstehe ich auch, weshalb ehemalige S*S ins Schwärmen geraten. Damals war Beziehung das A & O. Die Lehrkräfte hatten sogar Kapazitäten für besondere außerunterrichtliche Angebote.
Wir sollten aufgrund der vielen Probleme, die die Kids durch die moderne Technik erleben, gerade keinen Distanzunterricht durchführen.
Mal im Ernst, was soll denn dabei herauskommen, wenn Siebtklässlys zuhause an ihrem Gerät sitzen?
Das ist immer wieder ein Thema zum Kopfschütteln.
Man kann sicher darüber streiten, wie eine Arbeitszeiterfassung für Lehrkräfte konkret aussehen soll. Eine pädagogisch sinnlose Minuten-Stechuhr, die den Schulalltag nur noch bürokratischer macht, braucht niemand. Aber die Grundfrage ist aus meiner Sicht nicht mehr offen: Arbeitszeit muss systematisch sichtbar gemacht werden. Das ist europarechtlich und arbeitsrechtlich längst entschieden.
Umso problematischer ist es, wenn ausgerechnet der Staat als Arbeitgeber bzw. Dienstherr diese Pflicht jahrelang vor sich herschiebt. Von Schulen und Lehrkräften wird völlig selbstverständlich erwartet, dass sie Vorgaben, Fristen, Dokumentationspflichten und rechtliche Rahmenbedingungen einhalten. Dann muss dieser Maßstab auch für Bildungsverwaltungen gelten. Rechtsstaatlichkeit darf keine Einbahnstraße sein.
Ohne Erfassung bleibt ein großer Teil der Arbeit im Lehrerberuf unsichtbar. Korrekturen, Vorbereitung, Elternkommunikation, Dokumentation, Konferenzen, Klassenleitung, Inklusion, Förderpläne, Schulentwicklung und digitale Kommunikation verschwinden dann schnell hinter der reinen Unterrichtsverpflichtung. Genau dadurch entsteht ein verzerrtes Bild davon, was Lehrkräfte tatsächlch leisten.
Natürlich können Pilotprojekte sinnvoll sein, wenn sie helfen, ein praktikables und schulnahes Verfahren zu entwickeln. Aber sie dürfen nicht zur Ausrede werden, eine rechtliche Pflicht jahrelang nicht umzusetzen. Wenn ein Land bis 2029 braucht, um überhaupt belastbar zu testen, wirkt das nicht mehr wie sorgfältige Umsetzung, sondern eher wie ein Spiel auf Zeit.
Der Staat verspielt Vertrauen, wenn er von seinen Beschäftigten Loyalität, Flexibilität und ständige Mehrarbeit erwartet, seine eigenen Pflichten aber nur zögernlich oder gar nicht erfüllt.
naja abgesenkt, die Deputate wurden genannt. Ein Deputat von 18 sicherlich und 1 Tag Homeoffice 😉
Arbeitszeiterfassung würde sofort sichtbar machen, dass mind. 100.000 weitere Lehrkräfte fehlen oder massiv die Stundentafeln gekürzt werden müssen. Oder die Arbeitszeit aller Beamten auf 45 Stunden pro Woche erhöht werden müssten. Und zwar ALLER Beamten, da „Sonderopfer“ der Lehrer ein Verstoß gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz sind. Alles drei sind keine politisch möglichen Optionen. Also wird man weiter auf Zeit spielen, bis das System gegen die Wand fährt: Die älteren Lehrkräfte verabschieden sich in Krankheit oder Frühpension, von den Jüngeren kommen nur noch die nach, die nichts besseres finden: Auf 5-Tage-Präsenz mit selbstfinanziertem Abend- und Wochenende „Homeoffice“ und jahrzehntelangen Reallohnverlusten haben die keinen Bock mehr, jedenfalls alle außer den Verzweifelten und den Verblendeten.
aber sowaas von!! Wer macht das auch schon mit sich?
-Es liegt am schlechter werdenden Gehalt
-massiver Präsenz, 5-6 Tage
-fehlender Wertschätzung
-fehlendem Bonus
-fehlendem Ruhestandseintritt ab 62
Sie haben das wirklich auf den Punkt gebracht!! 😀
Spamt doch bitte woanders herum! Danke.
Zur Kaiserzeit haben Gymnasiallehrer 18 Stunden pro Woche unterrichtet. Die allgemeine Wochenarbeitszeit lag bei 50 Stunden pro Woche.
Jetzt unterrichten Gymnasiallehrer (je nach Bundesland) ca. 25 Stunden pro Woche (+ den ganzen Extra-Zirkus, den es vor wenigen Jahrzehnten noch überhaupt nicht gab). Und die allgemeine Wochenarbeitszeit liegt so bei ca. 38,5 Stunden (IG Metall: 35 Stunden, ÖRR: 36 Stunden).
Also: Stockholm-Syndrom?
Und die KI wird dafür sorgen, dass die Arbeitszeit noch weiter sinkt, da vieles wegrationalisiert wird. Während sie bei den Lehrern immer weiter zu steigen scheint: Erste Forderungen nach Samstags-Unterricht tauchen schon wieder auf um die Kids zu beschäftigen, damit sie nicht nur bei Tiktok und Co. herumhängen.
Gehen Sie einmal vormittags durch die Einfamilienhaus-Siedlungen (sofern vorhanden) ihrer Schülerschaft: Sie werden erstaunt sein, wie vielen Erziehungsberechtigen im „Home Office“ sie dabei begegnen, die ihren Hund ausführen, zum Einkaufen gehen oder Sport treiben…
unmöglich und unfair 🙁 Warum???
38, 36 oder 35 passt besser als 50!!
Denken Sie eigentlich nie an die Gesellschaft als Ganzes?
Offensichtlich nicht.
Und für die Zukunft wird es so sein, dass Home Office bald durch KI ersetzt wird.
Da sind unsere Gedanken leider deckungsgleich. Eine Sauerei!
Sachsens Kultusminister Conrad Clemens (CDU) meint, dafür mindestens drei Jahre zu brauchen – bis zur nächsten Landtagswahl im Freistaat 2029. Die GEW spricht von einem „Spiel auf Zeit“.
Und natürlich geht es ausgerechnet um die Arbeitszeiterfassung, jenes Thema, das er den Lehrkräften erst mit Zwang verordnet, dann mit Maßnahmenpaketen verschlimmbessert und jetzt plötzlich in „freiwillige Arbeitszeitkonten“ verwandeln möchte.
Man könnte fast glauben, er hofft, dass niemand merkt, wie dreist hier die Verpackung gewechselt wird, während der Inhalt immer bitterer wird.
Erst die verpflichtende Zeiterfassung (so freiwillig wie ein Zahnarztbesuch ohne Betäubung), dann die Streichung von Altersermäßigungen und Anrechnungsstunden in der Sek II – und jetzt sollen wir Lehrkräfte dankbar sein, dass wir unsere Überstunden künftig „freiwillig“ sammeln dürfen.
Das ist ungefähr so großzügig wie ein Dieb, der nach dem Einbruch anbietet, beim Aufräumen zu helfen.
Und dann liest man in der Presse auch noch:
Tempo 81 in der 30er-Zone: Kultusminister muss wegen Raserei persönlich vor Gericht.
(https://www.news4teachers.de/2026/06/tempo-81-in-30-er-zone-kultusminister-muss-wegen-raserei-persoenlich-vor-gericht/)
Vielleicht rast er dann wenigstens nicht mehr durch die sächsische Bildungslandschaft – politisch wäre eine sofortige und nachhaltige Geschwindigkeitsbegrenzung nach einer Verurteilung jedenfalls dringend nötig.
Oder ob er generell lieber populistisch aufs Gas tritt, statt Verantwortung zu übernehmen.
Oder ob er schlicht glaubt, Regeln seien etwas für andere.
Wenn der Herr Clemens schon drei Jahre für ein Pilotprojekt braucht, dann hoffe ich sehr, dass er nach der nächsten Wahl keine Arbeitszeit mehr hat, über die er verfügen kann.
Dann hätte er endlich ein Arbeitszeitmodell, das wirklich funktioniert: Null Stunden im KuMi – und viele Lehrkräfte in Sachsen würden nur trocken sagen: Na endlich mal was, das nicht uns trifft, sondern dahin geht, wo’s hingehört.
Am Ende wirds keine Konsequenzen geben und er wird vermutlich Ministerpräsident oder Verkehrsminister im nächsten Landtag.
Liebe GEW, bitte solche Klagen auch in NRW aktiv unterstützen.
Vom PhV ist in dieser Hinsicht in NRW ja leider nichts zu erwarten.
Stimmt nicht, der PhV war schon zwei Jahre vor der GEW tätig, in BW, siehe weiter unten!
Ihre Antwort sagt nichts über NRW aus.
Auf der letzten Personalversammlung, auf der ich war, hat sich der Sprecher des PhV sehr deutlich gegen eine Arbeitszeiterfassung ausgesprochen.
Als ich ihn auf BW ansprach, antwortete er, dass der PhV das dort mittlerweile auch anders sehen würde, ebenso wie der Bundesverband. Der PhV sei sich einig, die Arbeitszeiterfassung sehr skeptisch zu betrachten. Ein Antrag an den Personalrat, die Arbeitszeiterfassung offensiv voranzutreiben, wurde von den offiziellen Vertretern des PhV deshalb auch nicht unterstützt. ( Von der GEW aber schon.)
Das schreiben ich hier als Mitglied des PhV.
Leider hat da jemand etwas Falsches geäußert: In BW sieht man das nicht anders! Sonst würde der Verband doch nicht die Klagenden unterstützen… Und nebenbei ist die Frage der Verpflichtung zur Erfassung der Arbeitszeit schon längst juristisch geklärt, denn der EuGH und das höchste deutsche Arbeitsgericht haben eindeutig und klar entschieden, dass für jeden Arbeitgeber die Messung der Arbeitszeit seiner Arbeitnehmer unumgänglich ist, ob ihnen das passt oder nicht. Gilt auch in NRW, und auch für Beamte! Es muss nicht das Ob, sondern nur das Wie geklärt werden. Das scheinen einige da in NRW noch nicht verinnerlicht zu haben.
Lieber Herr Hasenbrot, mit Ihrer zumindest passiven Mitgliedschaft werden auch solche Klagen noch möglicher…oder sind Sie hoffentlich schon unter uns ?
„ oder sind Sie hoffentlich schon unter uns ?“
Wie viele sind Sie denn? Aber seien Sie versichert: so wie Sie hier auftreten, muss man schon sehr spezielle Vorlieben haben, um „unter Ihnen“ zu sein
Was soll die Pöbelei?
Wahrscheinlich persönlichen Frust abbauen.
Besten Dank für Ihr gelungenes Kompliment.
Bitte auch die angestellten Kollegen bzgl. der Besoldungsnachzahlung nicht vergessen. Sonst habt ihr bald niemanden mehr, der in eurem Auftrag streikt.
In erster Line streiken die angestellten Lehrkräfte für ihren eigenen Tarifabschluss.
Von einer Arbeitszeiterfassung würden angestellte Lehrkräfte übringens in besonderem Maße profitieren, da ihr Tarifvertrag eine niedrigere Wochenarbeitszeit als 41 Stunden vorsieht.
Es kann natürlich sein, dass eine Schulstunde mit 45min als 0,75 h gerechnet wird. Schulpausen werden bestimmt abgezogen.
Bevor da was abgezogen wird, muss der AG erstmal eine „Pause“ definieren. Sobald ich Aufsicht mache, kopiere oder anderweitig dienstlich tätig bin, ist es Arbeitszeit. Und ja, eine US sind 45 Minuten. Warum sollte die anders gezählt werden?
Gemeint ist vermutlich die 60-minütige Mittagspause im gebundenen Ganztag, die zwingend von SuS und Lehrkräften eingehalten werden muss.
Und die Schüler beaufsichtigen sich während der Mittagspause selber? Schon klar…
Das ist doch eine Quatschantwort. Die Lehrer, die dann Aufsicht haben, haben keine Pause. Die Lehrer, die dann keine Aufsicht haben, haben Pause. Das ist doch logisch.
Bei uns haben dann (abwechselnd natürlich) 3 Lehrer Aufsicht und 50 andere Pause.
Wenn ich da 60 Minuten reale Pause mache, muss es natürlich abgezogen werden. Hat man Mensa- oder sonstige Aufsicht, ist das Arbeitszeit. Bereite ich Unterricht vor, ist das AZ. Korrigiere ich – AZ. Wenn es zwangsweise als Pause abgezogen wird, wird dann halt auch nicht gearbeitet. Eigentlich ganz einfach.
Informieren Sie sich. Das ist alles in der Regel bereits geklärt (gerichlich und arbeitsrechtlich). Allerdings nicht durch Sie, indem Sie etwas behaupten. Sie würden sonst noch sagen: Sobald ich z.B. sogar im Urlaub am Strand im Strandkorb über einen Schüler nachdenke (der mir Sorgen macht), ist es Arbeitszeit.
„Das ist alles in der Regel bereits geklärt (gerichlich und arbeitsrechtlich).“ Das mag für jeden anderen Beruf gelten. Wie wir leider in Corona mehrfach deutlich erfahren durften, gilt dies jedoch nicht für LK, da gelten Schulen nämlich nicht als Arbeitsstätten.
Außerdem bezog sich meine Antwort nur auf Pausenregelungen, nicht auf „nachdenken am Strand“. Aber – und genau darauf haben die Ländern nämlich mal so gar keine Lust – der AG müsste erst mal definieren, was genau unter die AZ fällt, die ich erfassen soll. Darauf bin ich echt gespannt. Mit der Bezeichnung „außerunterrichtliche Tätigkeit“ kommen man da nicht weit, und alle Kollegen sollten so konsequent sein, nur noch die Arbeit zu erledigen, die auch als AZ erfasst wird.
Sie haben als Lehrer im Schulgebäude quasi eine permanente Aufsichtspflicht. Wenn Sie in der „Pause“ bemerken, dass die Silvia den Theo verprügelt oder Marc wieder einmal am offenen Fenster im zweiten Stock spielt, können Sie nicht einfach vorbeigehen und sagen: „Geht mich nichts an. Habe Pause“.
Sie müssen sich schon im Klo einschließen um echte Pause zu haben…
… aber Toilettengänge gehören zur Arbeitszeit, sie sind keine Arbeitsunterbrechung, die erfasst werden muss.
Wobei die Toilettensituation für Lehrkräfte ebenfalls eine spezielle ist. Die Anzahl der Toiletten und Urinale entspricht den gültigen Bauvorschriften, nur wird nicht berücksichtigt, dass alle Lehrkräfte mehr oder weniger in den gleichen Zeitfenstern gezwungen sind, diese Örtlichkeiten aufsuchen zu müssen.
U.a. ein Grund für verspäteten Unterrichtsbeginn.
Wobei Toilettengänge im Arbeitsrecht gar nicht als Pause zählen.
https://www.kanzlei-hasselbach.de/blog/gehoeren-toilettenpausen-zur-arbeitszeit/
Eine Unterrichtsstunde als 45 Minuten zu zählen, ist vollkommen in Ordnung. Am Ende gilt für Lehrkräfte eine Arbeitszeit von 41 (Zeit-)Stunden pro Woche wie für andere Landesbeamte auch. (Zumindest in NRW)
Allerdings zählen selbstverständlich auch die 5-Minutenpausen zur Arbeitszeit und wenn man in den großen Pausen im Leherzimmer regelhaft für Schüler, Kollegen und Schulleitung dienstlich erreichbar ist, gehören ach die großen Pauen zur Arbeitszeit. (Bei Pausenaufsichten sowieso)
Eine Pause zeichnet sich nämlich arbeitsrechtlich dadurch aus, dass man von allen Arbeitspflichten befreit ist.
So eine Pause im letzteren Sinne steht einem arbeitsrechtlich dann auch erst nach 6 Zeitstunden Arbeit zu. Das wurde hier schon oft diskutiert.
Das ist korrekt. Ab 9 Stunden müssen es sogar 45 Minuten sein.
Solche Tage gibt es ja, wenn nach dem Unterricht noch Konferenzen stattfinden, oder an Eltersprechtagen. (Oder während Klassenfahrten.)
Wie viele Schulräte gern auch interpretieren Sie die Regelung falsch. Nach SPÄTESTENS 6 Stunden stehen einem 30 Minuten (echte) Pause zu. Außerdem gilt natürlich, was Walter schrieb: wenn ich auf Abruf im LZ sitze, zählt dies nicht als Pause.
Und wann bereitet die GEW (vielleicht zusammen mit dem VBE) eine „Klage“ oder eine „Aktion“ vor, dass angestellte Lehrer eine Gleichstellung hinsichtlich der Nachzahlungen für die verbeamteten Kollegen bekommen? Das wäre mir nun eigentlich wichtiger. Aber da lassen uns die Berufsorganisationen im Regen stehen!
Das frage ich mich auch!
Die Frage ist vielmehr, ob Sie denn Mitglied einer Gewerkschaft sind ?
Ja. Bin ich. Und nun? Ich habe die GEW sogar gefragt. Antwort: keine.
Wow, trotz Ihres Engagements in Form einer ganzen Frage ?
Böse GEW !!
Ich hab unseren Obergewerkschafter der GEW in BB, Günther Fuchs, persönlich gefragt. Seine Antwort: keine Chance, weil die GEW sich in den Verhandlungen um den TVL, was die speziellen Lehrkräfteinteressen betrifft (beispielsweise die Streichung des Par. 44), nicht gegen die anderen Gewerkschaften durchsetzen kann. Das würde nämlich einen neuen Tarifvertrag bedeuten, und da spielen die anderen nicht mit.
GEW ist leider kein Wunschkonzert…Was hindert Sie daran, zumindest Ihre engagierten Kolleginnen mit einem Geldbeitrag passiv zu unterstützen im Einsatz auch für Ihre wichtigen Interessen ?
So so, die GEW ist aufgewacht: “Wir schaffen jetzt konkrete Wege” – ja sowas aber auch, das hat der Philologenverband BW doch schon vor über zwei Jahren gemacht! Im Februar 2024 wurden die ersten Klagen, die von PhV-Mitgliedern zum Thema überhöhte Arbeitszeit gegen das Land BW eingereicht wurden, vom Verband der Gymnasiallehrer unterstützt, siehe hier:
https://www.phv-bw.de/phv-bw-zum-thema-arbeitszeitklage/
Mit juristischen Spitzfindigkeiten schaffte es der Dienstherr, dass die Klage zunächst aus Verfahrensgründen zurückgezogen werden musste, aber nach „Abarbeitung“ der ganzen Formalien, die tunlichst in die Länge gezogen wurden, wurden die KLAGEN im Mai 2025 stark und kraftvoll wiederaufgenommen und sind jetzt auf dem Rechtsweg am Laufen, siehe hier:
https://www.phv-bw.de/phv-bw-zum-thema-arbeitszeit-von-lehrkraeften/
Da die juristischen Wege der Gerichtsbarkeit leider sehr lange dauern, warten alle noch gespannt, was dabei am Ende herauskommt! Die Aussichten dürften gut sein – für die Kläger. Es ist eine Schande, dass ein öffentlicher Arbeitgeber seiner mehrfach gerichtlich entschiedenen und geklärten Verpflichtung, die Arbeitszeit seiner Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im aktiven Schuldienst zu erfassen, nicht nachkommt – in den Ministerien wird aber die Zeit festgehalten… Nicht alle sind gleich, manche sind halt gleicher.
Sehr zu empfehlen auch der Podcast, der zu dem Thema „Arbeitszeit von Lehrkräften“ vom PhV BW erstellt wurde – alle mal reinhören:
https://www.phv-bw.de/podcast/maximilian-roehricht-im-gespraech-mit-cord-santelmann-klage-zur-erfassung-der-arbeitszeit-von-lehrkraeften/
endlich an die IG – Tarife anpassen und die echte 35 Std. Woche durchsetzen!!
kling sehr gut 😀
Danke für die Links!
Man merkt schon auch immer an den Kommentaren, ob gerade Ferien sind…
Ach, Entschuldigung. „unterrichtsfreie Zeit“ 😉
Ich frage auch, wer tut etwas für die angestellten Lehrer, die nun bei den Besoldungsnachzahlungen leer auszugehen scheinen. Wenn die Gehälter der Beamten zu niedrig waren, warum waren es dann die Gehälter der Angestellten nicht? Das ist eine schreiende Ungerechtigkeit!
GEW und VBE schweigen hartnäckig dazu. Der VBE hatte mal eine Petition gestartet, mit der er einen Ausgleich für die angestellten Lehrer ggüb. den verbeamtete erbat. Das war alles. Es war nichts weiter als eine Werbekampagne für sich selbst.
Die GEW knickt als Verhandlungsführerin mit den Arbeitgebern diesbezüglich permanent ein, aber streiken sollen die angestellten Lehrer dann in ihrem Auftrag.
War die Verdi nicht Verhandlungsführer?
Nach meinem Kenntnisstand (Hörensagen) wurden die Verdi Mitglieder gefragt, ob dem Tarifvertrag zuzustimmen ist.
Die GEW & dbb sind Verhandlungsführer bez. §44. Da standen meines Wissens aber keine Forderungen im Raum. Demnach hat es wohl auch keine Frage an die GEW Mitglieder gegeben, ob dem TV zuzustimmen ist.
Zurück zum Artikel. Dieser liest sich für mich danach, dass „nur“ die Überstundenvergütung für die Mitglieder eingeklagt wird, die auch eine lückenlose Zeiterfassung vorweisen können. Brennend interessiert mich weiter, wie ich unseren Personalratz dazu bewegen kann selbst einen Vorschlag zur Arbeitszeiterfassung zu stellen. Vor allem, ob die darin aktiven Personalräte Ihre Erfahrungen teilen können.
Wäre ja noch schöner, wenn sich Angestellte auch noch selbst für Ihre Interessen einsetzen müssten.
„ warum waren es dann die Gehälter der Angestellten nicht? „
Weil sie bei den Tarifverhandlungen von den Arbeitnehmervertretern für ausreichend befunden wurden, sonst hätten sie ja dem Tarifvertrag nicht zugestimmt.
Vielleicht sollte zusätzlich die Arbeitszeit der zuständigen Politik erfasst werden…
Das Anstrengen konkreter Klagen macht die GEW für mich glaubwürdiger.
4-Tage-Woche, Homeoffice, 35-Stunden-Woche… Ich fasse es nicht, was hier so von sich gegeben wird. Ich bin seit 34 Jahren Deutsch- und Geschichtslehrer an einem bayerischen Gymnasium. Der tägliche Kontakt mit meinen SuS ist doch das, warum ich überhaupt Lehrer geworden bin. Für ihre Sorgen und Nöte da sein, ihnen zu helfen, wenn es notwendig ist, mich mit ihnen zu freuen, wenn sie es geschafft haben. Da zähle ich doch keine Stunden. Wenn sie es zeitlich eng wird, korrigiere ich schneller und Stunden vorbereiten kostet mich jetzt auch nicht viel Zeit. Das Gejammer meiner jungen Kolleginnen und Kollegen geht mir ziemlich auf die Nerven.
1-2 Tage sind es doch nur 😀
3 Tage stehste doch noch am Pult !
Zwei Dinge zur Arbeitszeiterfassung:
1. Die ist bei Lehrern digital genauso möglich wie in anderen Berufen, in denen man teilweise im Home Office arbeitet. Wieso nicht?
2. Ja, eine Unterrichtsstunde hat nur 45 Minuten. Ein Schulvormittag hat aber komischerweise trotzdem sechs Zeitstunden, mit Anwesenheitspflicht 30 Minuten vorher (Vertretungsplan besprechen etc), Pausen, die selten Pausen sind usw. Heute Vormittag habe ich mal wieder nicht geschafft, zur Toilette zu gehen.
Eine Arbeitszeiterfassung wird überfällig. Immerhin hat das EuGH das schon 2019 angeordnet.
Zudem geht es um Gerechtigkeit: ein Sport-/Kunstlehrer lacht sich über die Korrekturen eines reinen Sprachenlehrers schlapp. Wie kann es hingenommen werden, dass der ein viele Stunden mehr arbeiten muss bei gleichem Gehalt.
Das andere ist, dass das Land den Lehrkräften immer mehr aufbürdet. Mach doch noch das bisschen, dann noch das, ach und das auch…bis es ein riesen Berg geworden ist.
Tja, Augen auf bei der Fächerwahl, sach ich da nur.
Liegt nicht am Fach. Gibt eher Engagierte und weniger Fleißige.
Also Doofe und Clevere.
Es gilt die gemachten Erfahrungen zu berücksichtigen. Wenn die Aufforderung „Freiwillige vor“ erschallt, immer mindestens drei Schritte zurück treten, um nicht als Einziger vorne stehengeblieben zu sein.
Wenn wir uns gegenseitig immer nur vorwerfen, zu wenig zu arbeiten, wird das nichts mit der Arbeitszeiterfassung. Ich bin Sportlehrerin, Anfang 50, und weiß nicht, ob ich den Job bis zur Pensionierung noch schaffe. Was dann?
Vermutlich sind genau diese unsinnigen Vorwürfe von oben nicht ganz unwillkommen, verhindern sie doch Solidarität und damit auch Stärke.
Was hat die AZE damit zu tun, ob sich Kollegen vorwerfen, zu wenig zu arbeiten? Die AZE findet ja nicht von Kollege A für Kollegen B statt, sondern jeder erfasst seine AZ individuell.
Seltsame Vorstellung von Kollegialität haben Sie – in Jahrzehnten an diversen Schulen ist mir nie (sic!) auch nur eine Lehrkraft begegnet, die sich über den Arbeitsaufwand einer anderen amüsieren konnte.
Weiter zeigen Sie eine befremdliche Vorstellung bezüglich komplexer, zusätzlichen Aufgabenfeldern von Kunst- und Sportkollegs.
Ich denke, Ihre Vorstellung ist verstörend. Sie finden es also in Ordnung, dass jemand für viel weniger Arbeit die gleiche Bezahlung erhält und sich dann noch mit Sprüchen wie „Augen auf bei der Fächerwahl“ darüber lustig macht. Ich nenne das asozial.
Hätten Sie bei Ablegen des Amtseides aber wissen können. Es ist nämlich in allen Teilen des ÖD so, dass Dienstposten unabhängig vom anfallenden Arbeitsaufkommen entsprechend der Eingruppierung vergütet werden.
Der Regierungsamtmann in der Bezirksverwaltung erhält die gleiche Grundbesoldung wie Polizeihauptkommissar in einem SEK.
Warum sollte das bei Lehrkräften anders sein, die Eingruppierung im Eingangsamt erfolgt aufgrund des Hochulabschlusses und der bestandenen Laufbahnprüfung unabhängig von den studierten Fächern.
Vorsicht, bitte keine Unterstellungen !
Apropos „asozial“: Halten Sie diesen Begriff für sozial ? Falls ja, wäre ich an Ihrer Begründung interessiert.
Merkwürdig, mir sind etliche von der Gattung untergekommen. Viele sagen das aber eben auch nicht offen – aus gutem Grund.
Wenn Sie die Aufgabenfelder von Sport und Kunst mit dem Korrekturaufwand von Sprachen vergleichen, dann haben Sie offensichtlich noch nie einen Aufsatz bewertet – schon gar nicht im Gymnasium.
Als Deutschlehrerin bin ich mit Aufsätzen in den Urlaub gefahren.
Haben Sie auch mehrere Sportveranstaltungen zeitgleich organisiert an Schulen mit Schwerpunkt Bewegungskultur ?
Vielleicht ist Arbeitszeiterfassung gar nicht die spannendste Frage. Spannender wäre doch, wer eigentlich kontrolliert, ob die Arbeitszeit sinnvoll eingesetzt wird.
In anderen Berufen gibt es Chefs. In der Schule gibt es pädagogische Freiheit.
Das Ergebnis sieht man dann manchmal ganz praktisch. Für den Wandertag wird ein halbes Jahr geplant, Klassenarbeiten werden auf das absolute Minimum reduziert, Korrekturen ziehen sich bis zu den Ferien und im Unterricht werden Arbeitsblätter aus dem letzten Jahrzehnt verteilt.
Und wenn die Ergebnisse schlechter werden, ist selbstverständlich der Personalmangel schuld.
Vielleicht bräuchte das System weniger Freiheit und etwas mehr Führung. Das wäre vermutlich wirksamer als die nächste Arbeitszeitstudie.