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Gastkommentar: Warum die Schulpflicht mehr bedeutet als Wissensvermittlung allein

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BERLIN. Die Debatte über die Zukunft der Schulpflicht hat durch die Homeschooling-Pläne der AfD in Sachsen-Anhalt neue Dynamik gewonnen. Udo Beckmann, ehemaliger Schulleiter und einer der profiliertesten Bildungsexperten Deutschlands, warnt davor, die öffentliche Schule auf die Vermittlung von Fachwissen zu reduzieren. In seinem Gastkommentar für News4teachers plädiert er dafür, die Schulpflicht als Grundpfeiler von Bildungsgerechtigkeit, Demokratie und gesellschaftlichem Zusammenhalt zu verteidigen.

Udo Beckmann., Illustration: News4teachers

Die Schulpflicht ist ein Versprechen an jedes Kind

In den vergangenen Monaten ist immer häufiger darüber diskutiert worden, ob die Schulpflicht noch zeitgemäß ist oder durch eine allgemeine Bildungspflicht ersetzt werden sollte. Ich halte diese Debatte für falsch, weil sie den Kern der öffentlichen Schule verkennt.

Meine Überzeugung speist sich nicht aus theoretischen Überlegungen. Sie ist das Ergebnis vieler Jahre als Schulleiter einer Hauptschule in einem Sozialraum mit besonderen Herausforderungen. Dort habe ich erlebt, wie unterschiedlich die Voraussetzungen sind, mit denen Kinder ihren Bildungsweg beginnen. Ich habe aber auch erlebt, welche Kraft Schule entfalten kann, wenn sie ihrem Auftrag gerecht wird.

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Die Schulpflicht ist weit mehr als eine gesetzliche Verpflichtung. Sie ist ein Versprechen unserer Gesellschaft an jedes Kind: Unabhängig von Herkunft, Einkommen, Religion oder den Lebensumständen der Familie erhält jedes Kind Zugang zu Bildung, zu Gemeinschaft und zu der Chance, den eigenen Lebensweg selbst zu gestalten.

Gerade diejenigen, die heute eine Lockerung der Schulpflicht fordern, übersehen häufig die Lebenswirklichkeit vieler Kinder. Nicht jedes Elternhaus kann Bildung gleichermaßen unterstützen. Manche Familien leisten Außergewöhnliches, andere sind mit ihrer Situation überfordert. Kinder dürfen jedoch niemals von den Möglichkeiten oder Grenzen ihres Elternhauses abhängig sein, wenn es um ihr Recht auf Bildung geht. Deshalb übernimmt der Staat Verantwortung – nicht anstelle der Eltern, sondern gemeinsam mit ihnen.

Aus meiner Sicht wird in dieser Debatte noch ein weiterer wichtiger Aspekt unterschätzt. Die Schulpflicht schützt Kinder auch davor, ausschließlich in einem einzigen Weltbild aufzuwachsen. Öffentliche Schulen bringen junge Menschen mit unterschiedlichen Menschen, Kulturen, Religionen, Meinungen und Lebensentwürfen zusammen. Sie lernen dort, Argumente auszutauschen, Widerspruch auszuhalten, wissenschaftliche Erkenntnisse von Behauptungen zu unterscheiden und sich eine eigene Meinung zu bilden. Genau darin liegt eine der großen Stärken unserer demokratischen Schule. Sie soll nicht vorgeben, was Kinder denken müssen. Sie soll sie dazu befähigen, selbstständig zu denken.

Wer Schule auf die Vermittlung von Fachwissen reduziert, unterschätzt ihre gesellschaftliche Bedeutung. Schule ist der erste Ort, an dem Demokratie täglich gelebt wird. Hier lernen Kinder, Regeln gemeinsam auszuhandeln, Verantwortung zu übernehmen, Konflikte friedlich zu lösen und Menschen zu respektieren, die anders denken oder leben als sie selbst. Diese Erfahrungen lassen sich weder digital ersetzen noch vollständig in das private Umfeld verlagern.

„Nicht die Schulpflicht ist reformbedürftig, sondern die Rahmenbedingungen, unter denen Schulen ihren Auftrag erfüllen“

Natürlich ist unser Bildungssystem nicht frei von Problemen. Lehrkräftemangel, unzureichende Ausstattung, soziale Ungleichheit und wachsende Herausforderungen im Schulalltag verlangen entschlossenes politisches Handeln. Daraus jedoch den Schluss zu ziehen, die Schulpflicht sei das Problem, bedeutet Ursache und Wirkung zu verwechseln. Nicht die Schulpflicht ist reformbedürftig, sondern die Rahmenbedingungen, unter denen Schulen ihren Auftrag erfüllen.

Ich denke dabei an viele ehemalige Schülerinnen und Schüler, die mit schwierigen Startbedingungen zu uns kamen. Manche galten schon früh als aussichtslos. Doch weil Lehrkräfte, Schulsozialarbeit und Schulleitung nicht aufgegeben haben, konnten sie Schulabschlüsse erreichen, Ausbildungen beginnen oder ihren eigenen Weg finden. Solche Geschichten entstehen nicht zufällig. Sie entstehen dort, wo Schule präsent ist, wo Beziehungen wachsen und wo Erwachsene Verantwortung übernehmen.

Für mich gehört die Schulpflicht deshalb zu den unverzichtbaren Grundlagen unseres Bildungswesens. Sie schützt das Recht jedes Kindes auf Bildung und gesellschaftliche Teilhabe. Sie stärkt den sozialen Zusammenhalt und schafft Räume, in denen demokratische Werte nicht nur vermittelt, sondern erlebt werden.

Wenn wir Bildungsgerechtigkeit ernst meinen, sollten wir nicht darüber diskutieren, wie wir die Schulpflicht abschaffen oder aufweichen können. Wir sollten darüber sprechen, wie wir unsere Schulen so stärken, dass sie ihrem Auftrag für jedes einzelne Kind gerecht werden.

Die Schulpflicht ist kein Relikt vergangener Zeiten. Sie ist Ausdruck einer demokratischen Gesellschaft, die keinem Kind den Zugang zu Bildung überlässt, sondern ihn garantiert. Genau deshalb darf sie nicht zur Disposition gestellt werden.

Zur Person

Udo Beckmann ist Grund- und Hauptschullehrer, leitete zehn Jahre eine Hauptschule in herausfordernder Lage mit einer Schülerschaft, die zu 80 Prozent aus Familien mit Migrationshintergrund stammten. Er war zudem 16 Jahre Vorsitzender der zweitgrößten Lehrergewerkschaft in Nordrhein-Westfalen (des VBE) und 13 Jahre Bundesvorsitzender. Heute ist er Leiter des Programmbeirats beim Deutschen Schulleitungskongress.

AfD will Schulpflicht faktisch abschaffen – Juristen warnen vor Angriff auf demokratische Bildung

 

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63 Kommentare
Hansjoachim
12 Tage zuvor

„Die Schulpflicht ist kein Relikt vergangener Zeiten. Sie ist Ausdruck einer demokratischen Gesellschaft,…“
Aber in Kanada gibt es Homeschooling, ist das keine demokratische Gesellschaft mt einem sogar vorbildlichen Schulsystem? In etlichen demokratisch regierten Ländern auch. Natürlich muss es eine staatliche Kontrolle darüber geben. Bei Problemfällen  („Nicht jedes Elternhaus kann Bildung gleichermaßen unterstützen“) wird wohl keine Genehmigung erteilt werden können. 

„Die Schulpflicht schützt Kinder auch davor, ausschließlich in einem einzigen Weltbild aufzuwachsen.“ 
In Privatschulen ist dieser Schutz sehr relativ. Es gibt in Deutschland Privatschulen, denen auch Google nachsagt, dass sie von der Gülen-Bewegung betrieben werden. Das sind sozusagen „gebildete Edel-Islamisten“. Privatschulen von Scientology wurden zum Glück nicht genehmigt. Aber manche können das umgehen, laut Google:
„Die bekannteste im Zusammenhang mit Scientology in Dänemark stehende Einrichtung ist die Sønderjyllands Internationale Skole in Bjerndrup bei Aabenraa (Tinglev) nahe der deutschen Grenze.“
„Zielgruppe: Die Einrichtung wurde unter anderem von Eltern aus Deutschland genutzt, die ihre Kinder nach Scientology-Grundsätzen erziehen lassen wollten.“
Das weiß Herr Beckmann sicher auch. Also:
Was tun gegen religiöse und pseudo-religiöse Privatschulen?

blau
11 Tage zuvor
Antwortet  Hansjoachim

Nun die wenigsten gehen doch auf eine Privatschule. Für die öffentlichen Schulen trifft es jedenfalls zu, dass viele Weltbilder aufeinandertreffen.

blau
11 Tage zuvor
Antwortet  Hansjoachim

In Kanada gehen auch über 90% der Kinder auf eine öffentliche Schule. Ob die Demokratie dort noch funktionieren würde, wenn das nicht so wäre, wissen wir nicht.
Ich finde die Vorstellung, dass Kinder in privat organisierte Schulen mit rechtsextremer Gesinnung gehen können, jedenfalls apokalyptisch.

Bildungsfreiheit
12 Tage zuvor

„Die Schulpflicht ist ein Versprechen an jedes Kind.“ Dann hat der Staat unserem Kind gegenüber sein Versprechen gebrochen. 

Die Schulpflicht wurde vor reichlich 100 Jahren eingeführt, um Kinder vor Ausbeutung zu schützen und Grundbildung für alle zu sichern. Diese Ziele waren Anfang des 20. Jahrhunderts sinnvoll und wichtig. Heute ist das Problem aber nicht mehr fehlende Beschulung, sondern fehlende passende Beschulung. Das System ist leider viel zu stark auf Homogenität ausgelegt, die Realität ist aber heterogen. Es gibt neurodivergente Kinder, Kinder mit schweren chronischen Erkrankungen oder hochbegabte Kinder, um nur einige Gruppen zu nennen. Für diese Kinder ist die Schulpflicht keine Chance, sondern eine Belastung. Denn sie müssen in ein System, das sie nicht auffängt und mehr verhindert, als ermöglicht. Der Anspruch, den Herr Beckmann in seinem Artikel formuliert, steht leider in keinem Verhältnis zur Realität. Lehrkräftemangel, überfüllte Klassen, steigende psychische Belastungen, fehlende Ressourcen und zunehmende Überforderung in der Erziehungsverantwortung vieler Familien.

Die Schulpflicht zwingt Kinder in ein System, das ihnen gar nicht gerecht werden kann, und verhindert gleichzeitig Innovationen, die gerade für individuelle Bedarfe eine echte Alternative sein könnten.

Eine Bildungspflicht würde bedeuten, der Staat garantiert Zugang zu Bildung, Eltern müssen sicherstellen, dass Bildung stattfindet, aber die Form der Bildung wäre frei wählbar. Eltern, die sich mit dem Thema überfordert fühlen, sind doch dankbar, wenn die Schule diese Aufgabe übernimmt, und würden auch weiter am regelmäßigen Schulbesuch vor Ort festhalten. Darüber hinaus würde es aber flexible Modelle für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, individuellere Lernwege, neue pädagogische Konzepte, eine stärkere Einbindung der Eltern und eine Entlastung des Schulsystems ermöglichen.
Das führt zu mehr Verantwortung und Transparenz. Aber vor allem würde es das Recht auf Bildung stärken und nicht schwächen. Denn das Recht auf Bildung ist nicht an Präsenz und Gebäude gebunden, sondern ein Recht auf Lernen und gesunde Entwicklung in einem Rahmen, der sich an den Bedürfnissen des Kindes orientiert.
Die Schulpflicht, als Präsenzpflicht gedacht, grenzt aber viele Kinder aus und ist dadurch weder zeitgemäß noch inklusiv. Das ist im Übrigen auch eine Position, die in der internationalen Bildungsforschung zunehmend vertreten wird. 
Deutschland ist mit seinem Modell hier eher ein Sonderfall – und kein Vorbild.
Eine Bildungspflicht würde das Recht auf Bildung endlich real umsetzen, statt nur formal. 

Alese20
12 Tage zuvor
Antwortet  Bildungsfreiheit

Ich kann dem nur zustimmen!!! Wir haben das gleiche Problem und nicht alleine.
Siehe auch hier: https://susanneburzel.de/schulpflicht-statt-bildungsteilhabe/

ed840
11 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Keine Gesamtschule oder Gemeinschaftsschule in der Nähe?

Alese20
11 Tage zuvor
Antwortet  ed840

Leider alle zu groß und zu laut. Wir schauen, ob eine sehr kleine Ersatzschule (4-6 SuS pro Klasse) in der Nachbarstadt eine Alternative wäre. Ansonsten bliebe nur, auf dem Gymnasium bleiben und versuchen, dort irgendwie klar zu kommen. Dafür muss sie aber erstmal wieder schulfähig werden. Die jahrelange Anpassung hat zu Reizüberflutung, Burnout und Depressionen geführt.

Laie
12 Tage zuvor
Antwortet  Bildungsfreiheit

Meiner Meinung nach ist selbst für Kinder mit schweren Erkrankungen, Autismus oder Hochbegabung eine Schulpflicht sinnvoll. Es sollte nur mehr geeignete Möglichkeiten für diese Schüler geben eine Schule zu besuchen z.B. auch mehr (und leichter zugängliche) Schulformen bei denen Unterricht zeitweise online stattfindet, leichtere Zugänge zu Nachteilsausgleichen oder individuelle Absprachen mit der Lehrkraft (Schüler langweilt sich, okay, dann kann er nebenher in einem extra Arbeitsheft arbeiten) und narürlich wäre generell mehr Personal in den Schulen dafür hilfreich. Die Schule komplett in die Hände der Eltern zu übergeben und die Schulpflicht abzuschaffen, halte ich nicht für sinnvoll. Wer soll den kontrollieren, ob die Bildung durch die Eltern auch wirklich erfolgt? Auch wenn Eltern den Bildungsplan befolgen und die Kinder dabei sehr viel lernen und die Eltern sich viel Mühe geben, kann schnell etwas übersehen werden, insbesondere soft skills. Eltern sind a) nicht dafür ausgebildet zu unterrichten b) fehlt ihnen oft der Vergleich mit anderen Schülern c) zu zweit oder alleine ( evtl. sind noch vereinzelt Freunde, Nachbarn, Großeltern dabei) ich denke jedoch, dass viele Augen mehr sehen als nur zwei. Erkennen die Eltern nicht dass ein Defizit ( fachlich, sprachlich, sozial, motorisch etc.) besteht, sieht es vielleicht keiner. Sehen es die Eltern von einem Schulkind nicht, sieht es der Klassenlehrer, sieht der es nicht, ein Fachlehrer… . Jeder Mensch legt den Fokus ein klein bisschen anders, unterrichtet anders etc. Kinder und Jugendliche profitieren davon im Laufe der Zeit von verschiedenen Menschen zu lernen. Nicht zuletzt kann es auch bei gut informierten und engagierten Eltern passieren, dass sie Erziehungsfehler machen, die sich negativ auf die Gesundheit des Kindes auswirken. Ist gut, wenn das Kind dem dann zumindest nicht den ganzen Tag ausgesetzt ist.

Susanne M.
11 Tage zuvor
Antwortet  Laie

In den Ländern, in denen es eine Bildungspflicht gibt, wird das Ganze schon überwacht. Einmal im Jahr müssen sich die Kinder einem Amt vorstellen und unter Umständen sogar ein Examen ablegen.

ed840
11 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Aber da geht es vermutlich mehr um um Lesen/Schreiben/Rechnen als um ideologische Prägung?

Bildungsfreiheit
11 Tage zuvor
Antwortet  Laie

„Meiner Meinung nach ist selbst für Kinder mit schweren Erkrankungen, Autismus oder Hochbegabung eine Schulpflicht sinnvoll. Es sollte nur mehr geeignete Möglichkeiten für diese Schüler geben eine Schule zu besuchen z.B. auch mehr (und leichter zugängliche) Schulformen bei denen Unterricht zeitweise online stattfindet, leichtere Zugänge zu Nachteilsausgleichen oder individuelle Absprachen mit der Lehrkraft…“ 
In viel zu vielen Fällen, so auch leider in unserem, wurde das in der Praxis nicht umgesetzt. Die Notsituation, in der sich Familien befinden, ist aber akut. Man kann keine Pausetaste drücken, bis sich das Schulsystem soweit reformiert hat, dass flexiblere Modelle für betroffene Kinder bundesweit umgesetzt werden. Daher sehe ich bei allen Bedenken, die man da sicher anbringen kann, den Wechsel hin zu einer Bildungspflicht als momentan einzige Möglichkeit, diese Kinder nicht zu verlieren. Es gibt jetzt schon online Bildungsangebote, die für betroffene Kinder eine echte Alternative wären, wegen der Schulpräsenzpflicht aber nicht genutzt werden dürfen.
„Wer soll denn kontrollieren, ob die Bildung durch die Eltern auch wirklich erfolgt?
Bildungspflicht heißt ja, dass es nicht unkontrolliert in den Händen der Eltern wäre. Es gibt wie in den meisten anderen Ländern, in denen das seit vielen Jahren gelebte Praxis ist, halbjährliche oder jährliche Überprüfungen. Sollten die vereinbarten Ziele nicht erreicht werden, kann diese Möglichkeit natürlich im Einzelfall auch wieder entzogen werden. 
„Kinder und Jugendliche profitieren davon im Laufe der Zeit von verschiedenen Menschen zu lernen.“
Dass Kinder von zu Hause aus lernen, schließt doch die Möglichkeit von unterschiedlichen Sozialkontakten nicht aus. Man trifft am Nachmittag Freunde, verbringt Zeit mit Tante/Onkel, Großeltern, ist im Sportverein oder Orchester etc.
Das Ziel sollte doch sein, dass jeder junge Mensch sich gesund entwickelt und seine schulischen wie persönlichen Ziele verwirklichen kann. Am Ende brauchen wir lebenstüchtige junge Erwachsene, die sich mit ihren Potentialen in die Gesellschaft einbringen. Unser Sohn hat mit der 8 Klasse auf eigenen Wunsch das staatliche Bildungssystem verlassen, 2 Schuljahre übersprungen, letztes Jahr im Rahmen einer externen Abiturprüfung an einem staatlichen Gymnasium sehr erfolgreich sein Abitur abgelegt und studiert nun im 2. Semester an einer privaten Hochschule. 
Wenn die Schulpflicht, so strikt wie sie momentan gehandhabt wird, Lebenswege verbaut, sollten wir mit Blick auf den gesamtgesellschaftlichen Nutzen unseren deutschen Sonderweg vielleicht überdenken und uns bei den europäischen Nachbarn gern mal anschauen, wie es auch anders geht.

Alese20
10 Tage zuvor
Antwortet  Bildungsfreiheit

„Unser Sohn hat mit der 8 Klasse auf eigenen Wunsch das staatliche Bildungssystem verlassen“
Leben Sie im Ausland oder wie haben Sie das hinbekommen?

Bildungsfreiheit
9 Tage zuvor
Antwortet  Alese20

Über eine Privatschule auf eigene Kosten…

Alese20
9 Tage zuvor
Antwortet  Bildungsfreiheit

Ah, da hatte ich es falsch interpretiert bzw. nicht richtig gelesen.

Adam
12 Tage zuvor
Antwortet  Bildungsfreiheit

Schade, dass sich jetzt auch sog. „Querdenker“ hier tummeln. Ihre Argumentation ist geradezu idealtypisch für diese Szene:

„Das ist im Übrigen auch eine Position, die in der internationalen Bildungsforschung zunehmend vertreten wird.“

Bitte belegen Sie diese schwammige Aussage anhand von seriösen Peer Reviews, schließlich ist das der Kommentarbereich eines Fachmagazins.

Sie stellen sich zudem gegen das Bundesverfassungsgericht.

DerechteNorden
12 Tage zuvor
Antwortet  Bildungsfreiheit

Dann müsste im Gegenzug eine viel stärkere Kontrolle aller Familien mit Kindern am besten von Geburt dieser an durch den Staat erfolgen, so dass bei Fehlentwicklungen schnell gegengesteuert werden kann (So wie z.B. in DK und Norwegen).
Das wird hier immer gern in dieser Debatte von Gegner*innen der Schulpflicht vergessen.
Wären Sie dafür?

Bildungsfreiheit
11 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich finde die Konzepte in Dänemark und Norwegen durchaus sinnvoll. Gerade weil sie zusätzlich zur körperlichen Entwicklung den Fokus auf elterliche Kompetenz, Bindung und psychosoziale Entwicklung legen. Die Bildungspflicht wird dort ab dem Vorschulalter ebenfalls kommunal überwacht. Allerdings in Verantwortung für alle Kinder, egal ob sie eine Schule besuchen oder zu Hause lernen. Diese Gleichstellung finde ich besonders wichtig, da so in allen Varianten (reines Homeschooling, HS in Kooperation mit Lerninstituten, private Schulen oder staatliche Schule) unabhängig darauf geachtet wird, ob die Bildungs-/Entwicklungsziele erreicht werden.

DerechteNorden
10 Tage zuvor
Antwortet  Bildungsfreiheit

Und fehlt die elterliche Kompetenz, werden sehr schnell Konsequenzen gezogen. Da besteht ein sehr großer Unterschied zu Deutschland. Hier liegt aber auch der Knackpunkt. Wird immer gern vergessen zu erwähnen.

Muxi
12 Tage zuvor

Länder, die einen liberaleren Weg gehen als unsere „Schulgebäudeanwesenheitspflicht“:

Frankreich, Österreich, Belgien, Kanada, Australien, Irland, Spanien, Italien, Dänemark, Finnland, Polen, Schweinz, Neuseeland, Großbritannien…..

Entweder haben diese Länder keine Bildungsgerechtigkeit, keine intakte Demokratie und keinen gesellschaftlichen Zusammenhalt, oder der Herr sollte nochmal nachdenken.

DerechteNorden
11 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

Ich zitiere mich mal selbst:
Dann müsste im Gegenzug eine viel stärkere Kontrolle aller Familien mit Kindern am besten von Geburt dieser an durch den Staat erfolgen, so dass bei Fehlentwicklungen schnell gegengesteuert werden kann (So wie z.B. in DK und Norwegen).
Das wird hier immer gern in dieser Debatte von Gegner*innen der Schulpflicht vergessen.
Wären Sie dafür?“

Muxi
11 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja, ich bin dafür dass die Gesellschaft schaut was Eltern mit den Kindern machen, wie sie diese erziehen.
Aber ich bin für gegenseitige Kontrolle und damit auch dafür, dass Eltern schauen können was die Schule macht und sich ggf. dagegen entscheiden können, wenn Schule den Kindern nicht gut tut.
Ich mag diese Obrigkeitsgläubigkeit nicht, nach dem Motto: Der Staat (Schule/Behörden) kontrolliert die Eltern, aber umgekehrt nicht. Das widerspricht meinem Freiheitsverständnis, auch wenn es aktuelle Praxis ist.

DerechteNorden
11 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

Bei der Verwendung des Wortes „Obrigkeitsgläubigkeit“ in diesem Kontext bin ich raus.

Muxi
11 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ich überlege gerade, ob die „Obrigkeitsgläubigkeit“ damit bestätigt ist.

DerechteNorden
11 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

Nö, ich bin nur einfach keine Schwublerin.

Susanne M.
11 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ja. Aus dem Grund nämlich, dass es mit Schuleintritt oft schon spät ist, Fehlentwicklungen zu korrigieren..

Jerunda
11 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Beginnt jetzt in der Politik ein Umdenken?
«Der Fall zeigt, dass Problemlagen offenbar bereits früh erkannt worden sind. Gleichzeitig macht er deutlich, dass staatliche Hilfen an Grenzen stoßen können, wenn eine notwendige Mitwirkung des familiären Umfelds ausbleibt», sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch. «Wir müssen deshalb offen darüber sprechen, ab welchem Punkt bei einer erheblichen Kindeswohlgefährdung der Schutz des Kindes stärker zu gewichten ist als das Elternrecht».

(Zitat aus dem Nachbarartikel zum CSD-Attentäter)

Unfassbar
12 Tage zuvor

Die Schulpflicht ist das Versprechen des Staates an die Eltern, dass sie beide in Vollzeit arbeiten können, wenn sie wollen. Dank der hohen Steuern und besonders der Abgaben wird aus dem wollen schnell ein müssen.

DerechteNorden
11 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Ich finde es auch doof, dass Frauen den Männern die Arbeitsplätze wegnehmen. Ist doch echt unfair, erst sind sie in der Schule und im Studium besser und dann wollen sie nicht mehr zuhause bleiben. Jadda.//

Muxi
11 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Warum ist für Sie die Entscheidung seine Kraft einem Heim zu widmen weniger wert als die Entscheidung, seine Kraft einem Beruf zu widmen?

DerechteNorden
11 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

Weil man freiwillig nichts zur Solidargemeinschaft beiträgt, aber umgekehrt über sie finanziert wird.

Muxi
11 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Leute ohne (vollzeit)Erwerbsarbeit tragen einiges zur Solidargemeinschaft bei.
Erstens ist eine auch tagsüber lebendige Gemeinde etwas völlig anderes als eine Schlafstadt und zweitens sind das diejenigen jeder Gemeinschaft, an die man sich wenden kann wenn spontan und nicht dauerhaft Unterstützung nötig ist.

DerechteNorden
11 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

Matcha Latte mit den Buddies trinken statt zu arbeiten? Jo, das macht die Gemeinde lebendig. Und super wäre es, wenn das alle anderen arbeitsfähigen Personen dann auch so machten. Jadda//

Muxi
10 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Und Sie wollen keine Schwurblerin sein und wollen „Differenzierung, Differenzierung, Differenzierung“?

447
10 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Gerade zur Solidargemeinschaft im idealen Sinn trägt man so doch viel, viel mehr bei.

Einfach mal ausrechnen, was „Ehrenämter“ oder privates Engagement (von Kibdergruppe bis Obdachlisenhilfe, Tafel bis Vereine) kosten würde, sollte es Fachpersonal in offiziellen Arbeitsverhältnissen übernehmen…

Jerunda
10 Tage zuvor
Antwortet  447

Richtig! Aber oft werden diese Ehrenamttätigkeiten neben der eigenen Berufstätgkeit oder nach der Beendigung dieser, als Rentner, ausgeübt. Manche Menschen leisten doppelt für die Solidargemeinschaft. Gibt es erstaunlicherweise und zum Glück, nicht wenige. Ohne solche Menschen sähe es ziemlich mau aus an vielen Stellen.

DerechteNorden
10 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

Ich hatte nicht den Eindruck, dass das @Muxi das so meint.
„Warum ist für Sie die Entscheidung seine Kraft einem Heim zu widmen weniger wert als die Entscheidung, seine Kraft einem Beruf zu widmen?“ Das war der Ausgangspunkt.
Und das weitergedacht, würde uns kaum weiterhelfen, oder?

Jerunda
10 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Eben! Klar ist es nicht schlecht, seine Kraft seinem Heim, aber hoffentlich auch seinen Kindern zu widmen. Die Aussage von Muxi mit „Heim“ klingt schon seltsam, so nach die Frau macht den Haushalt und hält dem „Verdiener“ den Rücken frei. 🙂
Ich wollte aber eben auch betonen, dass nicht wenige voll arbeitsfähige Menschen mehreres schaffen und nicht jammern und nur fordern. Damit meine ich ausdrücklich nicht Menschen, die kleine Kinder, pflegebedürftige Angehörige haben, gesundheitlich beeinträchtigt sind … und kaum über die Runden kommen mit ihrem Verdienst. Care-Arbeit in der Familie gehört für mich auch in den Bereich „Ehrenamt und sollte mehr Anerkennung finden..
Ob diese Frauen (oder auch Männer?), die sich um das „Heim“ kümmern wohl auch nebenbei noch ehrenamtlich etwas für die Gesellschaft tun (wenn das Kind in Kita oder Schule ist und das Heim fertig geputzt und das Essen vorbereitet ist? 🙂

DerechteNorden
10 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

„Ob diese Frauen (oder auch Männer?), die sich um das „Heim“ kümmern wohl auch nebenbei noch ehrenamtlich etwas für die Gesellschaft tun (wenn das Kind in Kita oder Schule ist und das Heim fertig geputzt und das Essen vorbereitet ist?“

Es gibt bestimmt die eine oder andere Person, auf die das zutrifft.
Allerdings habe ich noch nicht eine kennengelernt oder von einer gehört.

Jerunda
9 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Vielleicht kann Muxi ja ein paar Beispiele bringen, was er/sie mit folgender Aussage meinte:
„Erstens ist eine auch tagsüber lebendige Gemeinde etwas völlig anderes als eine Schlafstadt und zweitens sind das diejenigen jeder Gemeinschaft, an die man sich wenden kann wenn spontan und nicht dauerhaft Unterstützung nötig ist.“
In den meisten „Schlafstädten“, die ich kenne (außerhalb des S-Bahn-Rings von Berlin) ist tagsüber „tote Hose“. Da ist wenig mit „lebendige Gemeinde“ – man sieht kaum jemand auf den Straßen, Angebote für Senioren gibt es wenige … Aber vielleicht sieht das in bestimmten Szenekiezen anders aus. Ach so, die Angebote, die es in meinem Kiez gibt, werden von Sozialarbeitern oder Rentnern geleitet.
Die Angebote in einer mir bekannten Kleinstadt (Veranstaltungen im Siedlerheim) und Dorfveranstaltungen in meiner Nähe, werden überwiegend von Berufstätigen (ehrenamtlich), Senioren oder von der Kirchengemeinde (ebenfalls meist schon Rentner, außer dem Pfarrer)) organisiert. Aber vielleicht lebe ich in der falschen Region. Deshalb würden mich Beispiele von Muxi interessieren. Von positiven Beispielen kann man ja immer lernen.

DerechteNorden
10 Tage zuvor
Antwortet  447

Wer ist hier tätig? Genau, Rentner*innen und Pensionär*innen.
Gerne.

//Aber Sie haben natürlich recht, es muss niemand Geld verdienen, damit der Staat läuft und wir alle zu essen haben, medizinisch versorgt werden usw., das ist alles komplett überbewertet. Jadda//

Jerunda
10 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nicht nur Rentner und Pensionäre. Gerade in Sportvereinen und bei der Freiwilligen Feuerwehr machen das oft Menschen, die noch berufstätig sind und selbst oft Kinder haben (meine Beobachtungen).

DerechteNorden
9 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

? Es ging um die Leute, die nicht arbeiten.

Opossum
9 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Meine Beobachtungen sind wie bei Jerunda. Berufstätige Erwachsene mit oder ohne Kinder sind ehrenamtlich engagiert. Rentner sah ich nur in der Grundschule als Lesepaten oder bei AGs.

Über das Geld Verdienen sagt selbst die Arbeitsagentur, dass Arbeitslose das Jobangebot aus verschiedenen Gründen ablehnen dürfen: „Unvereinbarkeit von Arbeitszeiten und Öffnungszeiten der Kita, tägliche Pendelzeit bei längerer Arbeitszeit mehr als 2,5 Stunden übersteigt, das Nettoeinkommen niedriger ist als das Arbeitslosengeld oder das Gehalt sittenwidrig niedrig im Vergleich zur Branche ist“.
Wenn Eltern kein Geld vom Staat verlangen, ist die Arbeit, Kinder groß zu ziehen, auch sehr ehrenwert und keineswegs leicht. Vielleicht lesen sie mit ihren Kindern mehr und können mit Hausaufgaben helfen 😉

Dazu erwarten Grundschulen oft, dass Eltern bei zahlreichen Events mitmachen. Bei uns sind es 4 Events, plus Kuchen Verkauf bei allen anderen Ereignissen, plus das Brötchen Verkauf morgens. Wenn alle berufstätig werden, wird es noch weniger Helfer geben.

DerechteNorden
9 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Sorry, aber Kuchenbacken sollte nicht als Argument herhalten müssen. Die Grundschulen sind garantiert nicht die, die sowas erwarten, sondern die Elternvertreter*innen.
Meine ehemaligen Kolleg*innen in Pension sind alle ehrenamtlich tätig. Alle! Meine Mutter und ihre Mitstreiterinnen in der Kleiderkammer sind Rentnerinnen …
„Wenn Eltern kein Geld vom Staat verlangen, ist die Arbeit, Kinder groß zu ziehen, auch sehr ehrenwert und keineswegs leicht.“
Sorry, aber wo sind wir eigentlich inzwischen angekommen?! Kinder kriegen für Geld, also wie arbeiten?
Das zeigt aber sehr schön, was schief läuft in unserer Gesellschaft.

Susanne M.
11 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wenn die Frauen den Männern die Arbeitsplätze wegnehmen würden, wären sie durch die Politik gesteuert sehr schnell wieder zu Hause. Im Moment ist es so, dass Fachkräftemangel herrscht. Daher streicht man Krankenmitversicherung, Recht auf Teilzeit und Witwenrente, um die Frauen schnell dahin zu bekommen, wo man sie haben möchte.

DerechteNorden
11 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Warum sollten Ehepartner*innen denn mitversichert sein? Sorry, die Solidargemeinschaft sollte nur Kinder und Menschen, die nicht arbeiten können oder Pflegearbeit leisten, mitfinanzieren, sonst niemanden. Warum soll Herr Müller-Lüdenscheidt mit seinen Freund*innen Matcha Latte trinken gehen können, statt zu arbeiten, und über die Solidargemeinschaft krankenversichert sein? Warum sollte dieses Prinzip nicht endlich abgeschafft werden?!
Genauso verhält es sich mit der Verwitwetenrente, wenn jemand gearbeitet hat und eine eigene Rente erhält. Es geht hier im Übrigen nicht um Menschen, denen nachträglich etwas gestrichen werden soll. So viel Zeit, das zu erwähnen, sollte schon noch sein.
Das Recht auf Teilzeit kann man vielleicht aufheben, aber es wäre zweckfrei, nicht wahr? Deshalb hat man das ja auch noch nicht in ein Bundesgesetz gegossen.

Muxi
11 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

die Solidargemeinschaft sollte nur Kinder und Menschen, die nicht arbeiten können oder Pflegearbeit leisten, mitfinanzieren, sonst niemanden“
Wenn Sie das ernst nehmen, fordern Sie dann auch eine Arbeitspflicht für sämtliche Transfergeldempfänger die arbeitsfähig sind? Inkl. einer Umzugspflicht an einen Ort, an dem es z.B. für den arbeitslosen Juristen einen Job als Putzkraft gibt?
Oder ist die Solidargemeinschaft in dem Fall dann doch wieder in der Pflich?

DerechteNorden
11 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

Differenzierung, Differenzierung, Differenzierung.
Gerne.

Susanne M.
11 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Man kann auf diesem Weg weiter gehen. Irgendwann in naher Zukunft wird man feststellen, dass niemand mehr Carearbeit leistet oder in Vereinen tätig ist oder irgend etwas Informelles außerhalb der Lohnarbeit macht, und dass das alles wichtiger für die Gesellschaft gewesen war als jemals angenommen.

PS: Herr Müller – Lüdenscheid hat außer Matcha Latte trinken im Tierheim Hunde ausgeführt und wöchentlich für die kranke Nachbarin eingekauft. Dazu kommt er nun nicht mehr. Die 250 Euro für seine Krankenkasse verdient er mit einer halben Putzstelle.

DerechteNorden
10 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Dann könnten wir ja alle kündigen und unentgeltlich ehrenamtlich arbeiten und der Staat bezahlt uns von den Steuergeldern.
Super Idee! Jadda//

Susanne M.
10 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Verabreden wir uns in fünf oder sechs Jahren wieder hier? Dann können wir beurteilen ob sich die anstehenden Kürzungen eher positiv oder negativ auf unsere Gesellschaft ausgewirkt haben.

DerechteNorden
10 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Wer zahlt dann Steuern usw., wenn alle nur noch ehrenamtlich arbeiten?

Jerunda
10 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Da war doch mal die Idee vom „bedingungslosen Grundeinkommen“. Wurde das nicht sogar ausprobiert und sollte evaluiert werden? Irgendwie hört man davon nichts mehr. Hat das etwa nicht wie erhofft gewirkt?

DerechteNorden
10 Tage zuvor
Antwortet  Jerunda

In Finnland hat man das ausprobiert, evaluiert und verworfen.

Jerunda
10 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Wahrscheinlich, weil ja irgendjemand das Geld erst einmal erarbeiten muss.

Muxi
10 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Ist das Ihre schwurbelfreie Differenzierung?
Als „Gegenbeispiel“ ein offenkundiger Blödsinn, den niemand im Kopf hatte.

DerechteNorden
10 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

Ich sach‘ nur „Obrigkeitshörigkeit“. Klingt für mich nach Schwurbeln.

Susanne M.
11 Tage zuvor

Man könnte zumindest auch noch darüber diskutieren, dass die Abschaffung der Schulpflicht ein zutiefst neoliberales Projekt sein könnte. Wenn es keine Pflicht mehr gibt, ist der Staat auch aus der Pflicht genommen, die notwendige Infrastruktur bereit zu stellen. Das Bildungswesen wird dann privatisiert. Bildung bekommt derjenige, der dafür bezahlt. Der nächste Schritt wäre eine Aufweichung der Krankenversicherungspflicht zugunsten von Privatversicherungen oder eben gar keiner Versicherung.

Muxi
11 Tage zuvor
Antwortet  Susanne M.

Warum sollten Änderungen bei der Schulpflicht den Staat von der Pflicht entheben staatliche Schulen zu betreiben?
Dass es keine Pflicht gibt Autobahnen zu benutzen enthebt den Staat doch auch nicht von der Pflicht, die Infrastruktur dazu bereit zu stellen.

Susanne M.
11 Tage zuvor
Antwortet  Muxi

Das nennt man Kaputtsparen. Eigentlich sollte auch ein zuverlässiger und preiswerter öffentlicher Nahverkehr existieren. ( Nein, Sie müssen nicht Bus fahren)

Bummy
11 Tage zuvor

„Manche Familien leisten Außergewöhnliches, andere sind mit ihrer Situation überfordert. Kinder dürfen jedoch niemals von den Möglichkeiten oder Grenzen ihres Elternhauses abhängig sein, wenn es um ihr Recht auf Bildung geht. Deshalb übernimmt der Staat Verantwortung – nicht anstelle der Eltern, sondern gemeinsam mit ihnen. „

Die Eltern und Kinder die außergewöhnliches leisten, oder besser gesagt, leisten könnten, müssen trotzdem, in dem Punkt ist Deutschland sein kollektivistisches Denken nie losgeworden, – ins Schulsystem.

Xyz
11 Tage zuvor

Es müsste ein RECHT auf Bildung und Erziehung geben und daraus abgeleitet dann die unterschiedlichen Pflichten.
Warum muss man ein Recht über eine Pflicht legitimieren? Allenfalls andersrum ist es sinnvoll. Ein Recht löst verschiedene Pflichten aus.
Warum gibt es in unseren Bildungsgesetzen kein Recht auf Schule? Überall steht immer nur Schulpflicht. BildungsPFLICHT ist im Übrigen gleich falsch.
Wir haben auch ein Recht zu wählen. In der DDR gab es eine Wahlpflicht. Nur so als Analogon, wenn man Demokratie bemüht….

Jerunda
10 Tage zuvor

In Japan besteht eigentlich Schulpflicht. Aus gegebenem Anlass (Zunahme von Schulverweigerern, Zunahme psychischer Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen) wird das derzeit gelockert und Homeschooling unter bestimmten Voraussetzungen erlaubt. Aber was bedeutet das für die Eltern (meistens für die Mütter)?
Schulverweigerung zwingt viele Mütter in Japan aus dem Beruf
Für wohlhabende Eltern ist das sicherlich kein Problem, vermute ich.
Also ist meine Frage, wer profitiert von einer Abschaffung der Schulpflicht und wer verliert dabei?