BERLIN. Ist antimuslimischer Rassismus in Deutschland ein ernstes gesellschaftliches Problem – oder lediglich ein „politischer Kampfbegriff“? Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) stellt die Existenz öffentlich infrage und streicht Organisationen wie Claim, die auch Lehrkräfte darüber aufklären, die Förderung. Deren neues Lagebild sowie mehrere repräsentative Studien zeichnen jedoch ein anderes Bild: Sie dokumentieren tausende Übergriffe, ein großes Dunkelfeld – auch an Schulen – und verbreitete antimuslimische Ressentiments. Verschwindet das Phänomen, indem man es ignoriert?

„Muslime und Musliminnen werden in Deutschland viel diskriminiert. Ihre Rassismus- und Unterdrückungserfahrungen betreffen alle Lebensbereiche. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Islam ist in Deutschland stets emotionsgeladen. Sei es der Bau von Moscheen oder das Tragen des Kopftuches. Seit den Ereignissen vom 11. September 2001 stehen Muslime unter Generalverdacht, die Feindseligkeit und antimuslimische Ressentiments haben massiv zugenommen.“
Die Quelle dieses Zitats: der „Adenauercampus“, eine Plattform für politische Bildung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Doch offenbar verbreitet sie Desinformation – jedenfalls, wenn man aktuelle Aussagen der Bundesbildungsministerin und CDU-Vize-Vorsitzenden Karin Prien ernst nimmt. Die spricht in einem aktuellen Interview mit der Zeit von „sogenanntem antimuslimischen Rassismus“, von einer „Überdehnung des Begriffs Rassismus.“
Damit begründet Prien, warum sie Organisationen wie Claim, die antimuslimischen Rassismus in Deutschland dokumentiert und (auch Lehrkräfte) darüber aufklärt, die Fördermittel aus dem Programm „Demokratie leben!“ gestrichen hat. „Alle Projekte können sich wieder bewerben. Das müssen sie ohnehin jährlich tun: Jede Förderung steht unter Haushaltsvorbehalt“, erklärt sie dazu – hat aber dafür gesorgt, dass etwa Claim (und womöglich auch andere Organisationen wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, die in Schulen über Rassismus aufklären) wohl dauerhaft außen vor bleiben. „Wir ändern die Förderkriterien, das steht mir als Ministerin wie meinen Vorgängerinnen zu.“ Und: „Vielfalt allein ist aus meiner Sicht kein ausreichendes Förderziel.“ Das Programm habe zuletzt eine zu starke Minderheiten- und identitätspolitische Perspektive gehabt, meint Prien. „Ich will mehr die stille Mitte erreichen.“
Weiter erklärt sie: „Wir konzentrieren uns noch mehr auf Sicherheit im Netz, Demokratiebildung und Extremismusprävention. Dabei haben wir den Rechtsextremismus weiter besonders im Blick, weil von ihm die größte Gefahr ausgeht. Aber auch Linksextremismus, Islamismus und Antisemitismus nehmen wir mehr in den Fokus. Das zielt vor allem auf junge Menschen, die das Vertrauen in unser System zu verlieren drohen.“ Rechtsextremismus bekämpfen – ohne die Wurzel Rassismus zu benennen?
Sie sei „allergisch“ gegen „Identitätspolitik“, so Prien, „weil ich glaube, dass Identitätspolitik den universalistischen Konsens über Menschenrechte und Menschenwürde zerstört“. Wie das mit einem Kampf gegen Antisemitismus zusammengehe, der selbstverständlich das Jüdischsein in den Blick nehmen muss? Kryptische Antwort: „Das geht, wenn man eben nicht den Kampf gegen Antisemitismus immer gleichsetzt mit Muslimfeindlichkeit. Und Juden auch nicht auf ihr Jüdischsein reduziert.“
Mit Identitätspolitik wird ein politischer Ansatz bezeichnet, der die Interessen und Erfahrungen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen – etwa aufgrund ihrer Herkunft, Religion, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Identität – besonders in den Mittelpunkt stellt und daraus spezifische politische Forderungen ableitet. Kritiker sehen darin die Gefahr einer Spaltung der Gesellschaft, Befürworter halten sie für notwendig, um Benachteiligungen sichtbar zu machen und ihnen entgegenzuwirken.
„Mein Eindruck ist, dass Claim weniger zur Versachlichung der Debatte beiträgt, sondern zunehmend selbst Teil einer politischen Agenda ist“
Dass das keine Einzelmeinung der Ministerin Prien ist, machte unlängst die CDU-Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach deutlich. Antimuslimischer Rassismus sei „längst zu einem politischen Kampfbegriff“ geworden, sagt sie gegenüber der FAZ. „Mein Eindruck ist, dass Claim weniger zur Versachlichung der Debatte beiträgt, sondern zunehmend selbst Teil einer politischen Agenda ist.“ Mit rund 625.000 Euro jährlich wurde die Arbeit von Claim zuletzt gefördert.
Kurz zuvor hatte die Organisation – die von der AfD massiv angefeindet wird – Zahlen zum antimuslimischen Rassismus in Deutschland veröffentlicht. Danach wurde mit 4.096 dokumentierten antimuslimischen Vorfällen 2025 ein neuer Höchststand registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 33 Prozent. Durchschnittlich wurden damit nach Angaben des Netzwerks mehr als elf Vorfälle pro Tag erfasst. Dazu zählen Beleidigungen, Bedrohungen, Diskriminierungen und tätliche Angriffe ebenso wie Sachbeschädigungen oder Angriffe auf religiöse Einrichtungen.
Claim weist allerdings selbst darauf hin, dass die gestiegenen Zahlen nicht ausschließlich auf mehr Vorfälle zurückzuführen seien. Das Monitoring sei deutlich ausgeweitet worden und erreiche inzwischen mehr Betroffene; gleichzeitig müsse weiterhin von einem erheblichen Dunkelfeld ausgegangen werden.
Den größten Anteil der dokumentierten Vorfälle machten mit 61,1 Prozent verbale Angriffe aus. Weitere 21,5 Prozent entfielen auf Diskriminierungen, 17,4 Prozent auf verletzendes Verhalten. Zugleich registrierte Claim eine Zunahme schwerer Gewalttaten: Die Zahl der dokumentierten Körperverletzungen stieg von 198 auf 214. Hinzu kamen zwei Tötungsdelikte, fünf Brandstiftungen sowie 320 Sachbeschädigungen. Ziel von Angriffen waren auch muslimische Einrichtungen: 61 Moscheen wurden im vergangenen Jahr attackiert.
„Hoch sind die Meldehürden im Schul- und Bildungsbereich – insbesondere dann, wenn Diskriminierungserfahrungen vom Schulpersonal selbst ausgehen“
Nach Einschätzung von Claim zeigt sich antimuslimischer Rassismus in nahezu allen Lebensbereichen – ausdrücklich auch im Bildungsbereich. Der Bericht nennt Schulen neben dem öffentlichen Raum, der Arbeitswelt, dem Wohnungsmarkt und dem Internet als Orte, an denen Betroffene Diskriminierung und Übergriffe erleben. In knapp zwei Dritteln der Fälle, in denen das Geschlecht bekannt war, richteten sich die Vorfälle gegen Frauen und Mädchen.
Gerade für Schulen sieht das Netzwerk ein großes Dunkelfeld. „Hoch sind außerdem die Meldehürden im Schul- und Bildungsbereich – insbesondere dann, wenn Diskriminierungserfahrungen vom Schulpersonal selbst ausgehen“, heißt es im Lagebild. Viele Betroffene verzichteten aus Angst vor negativen Auswirkungen auf ihre schulische oder berufliche Laufbahn darauf, Vorfälle zu melden oder Unterstützung zu suchen. Dadurch bleibe „ein erheblicher Teil antimuslimischer Diskriminierung unsichtbar und ohne Konsequenzen“.
Hinzu komme ein weiterer Effekt: Wiederholte Diskriminierungserfahrungen führten nach Beobachtung der Beratungsstellen zunehmend zu einer schleichenden Normalisierung. Alltägliche Formen antimuslimischen Rassismus würden deshalb seltener gemeldet – nicht, weil sie seltener vorkämen, sondern weil viele Betroffene sie inzwischen als Teil ihres Alltags hinnähmen. Dies mindere jedoch weder den Leidensdruck noch die Folgen für das Sicherheitsgefühl und die gesellschaftliche Teilhabe.
Vor diesem Hintergrund fordert Claim unter anderem unabhängige Beschwerdestrukturen im Bildungsbereich, verpflichtende Fortbildungen für Beschäftigte in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen sowie einen weiteren Ausbau von Beratungs- und Meldestellen.
Einordnen lassen sich die Ergebnisse auch durch mehrere repräsentative Studien, die seit Jahren auf eine hohe Verbreitung antimuslimischer Ressentiments in Deutschland hinweisen. Nach dem aktuellen MOTRA-Monitor teilen 43 Prozent der Bevölkerung antimuslimische Einstellungen, knapp 29 Prozent weisen eine manifest muslimfeindliche Haltung auf – ein Wert, der seit 2023 kontinuierlich gestiegen ist. Auch die Leipziger Autoritarismus-Studie und die Mitte-Studie kommen zu ähnlichen Befunden: Beide sehen muslimfeindliche Einstellungen auf einem anhaltend hohen Niveau. Der Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung zeigt zudem, dass große Teile der nicht-muslimischen Bevölkerung Musliminnen und Muslimen pauschal Gewaltbereitschaft, Frauenfeindlichkeit oder mangelnde Integrationsbereitschaft zuschreiben. Für Claim sind die dokumentierten Vorfälle deshalb kein isoliertes Phänomen, sondern Ausdruck eines gesellschaftlichen Klimas, in dem antimuslimischer Rassismus weit über extremistische Milieus hinaus verbreitet ist.
Im Vorwort des Lagebilds mahnt Claim-Co-Geschäftsführerin Rima Hanano: „Antimuslimischer Rassismus verschwindet nicht von allein. Seine wirksame Bekämpfung braucht politische Entschlossenheit, wirksame Schutzmechanismen und die konsequente Anerkennung der Erfahrungen Betroffener.“
Oder – Methode CDU – man ignoriert ihn einfach (und wundert sich über AfD-Wahlerfolge).
Epilog. Die Bundesregierung – die angeblich keine Identitätspolitik mehr fördern will – stellt nach einer Ankündigung von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) innerhalb der nächsten vier Jahre 16 Millionen Euro für eine stärkere Erforschung jüdischen Lebens in Deutschland zur Verfügung. Ziel sei es, dass die jüdische Gegenwart in der Gesellschaft noch stärker sichtbar werde. Nach Angaben von Bär geht es um alle Aspekte des jüdischen Lebens, „wie sie sich in Kultur, Sprache oder den religiösen Gebräuchen“ derzeit darstellten. „Das wäre ein Beitrag zu zeigen, wie positiv und bereichernd das jüdische Leben für uns alle ist.“ News4teachers / mit Material der dpa










Die AfD droht im Osten zwei Landtagswahlen zu gewinnen und Prien (CDU) streicht die Mittel für Organisationen, die sich gegen Rassismus einsetzen.
Wenn das nicht so traurig wäre, müsste man fast lachen.
Die Konservativen haben aus der Geschichte offensichtlich nichts gelernt und wiederholen alte Fehler.
haben wir diese Woche gesehen, Toleranz ist mehr denn je gefragt.
Familie, Kinder, ist doch egal, ob Hetero oder Homo.
Familie ist Liebe und Verantwortung!
Bitte? Es gibt kein natürliches Recht darauf als NGO oder Verein vom Staat bezahlt zu werden. Eine Mehrheit der Bevölkerung steht diesen Vereinen und Organisationen auch äußerst kritisch gegenüber. Nicht zu Unrecht. Häufen sich doch Vorfälle mit Verbindungen weit in die linksextreme Szene. Dass dort jetzt genauer geschaut wird, ist richtig und wichtig.
Dafür hätten wir dann gerne konkrete Belege – von denen ist uns nichts bekannt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dann sollten Sie das bitte recherchieren.
Wir sollen recherchieren, was die Bundesbildungsministerin mitsamt ihren Ermittlungsbehörden nicht belegen kann (sonst hätte sie’s ja angeführt)? Klar – wir sind, erstens, die Drei Fragezeichen („lösen jeden Fall“) und, zweitens, die Hilfstruppe der Bundesregierung, wenn die mal wieder argumentativ nicht weiter weiß (Spaß). Kommt ja leider öfter vor (Ernst).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es geht doch nicht darum, ob es ein Recht darauf gibt, sondern darum, dass es dumm und fahrlässig ist, in einer Zeit, in der unsere Demokratie durch Rechtsextremisten bedroht ist, Mittel zur Förderung der Demokratie zu streichen.
Was Sie im zweiten Teil Ihres Kommentars schreiben, ist lediglich Ihre Angstfantasie, für die es in diesem Fall nicht den geringsten Hinweis gibt und was von der Ministerin auch nicht als Begründung genannt wurde.
Aber auch das kann man aus der Geschichte lernen: Schon in den 30ern erschienen den Konservativen die Linken gefährlicher als die Rechtsextremisten. Und schon damals haben sie sich gründlich geirrt. (SInd Sie überhaupt Konservativ, oder bringen Sie solche Geschichtchen ein, weil sie Sympathein für die rechtsextreme AfD haben?)
Unsere Demokratie ist nicht nur durch Rechtsextremisten bedroht, aber auch durch linksextremisten. Stromausfall im Berlin durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücle, Bahn-Sabotage in NRW, Brandanschlag an einer der wichtigsten Bahnverbindungen in Nordrhein-Westfalen usw.
„Unsere Demokratie ist nicht nur durch Rechtsextremisten bedroht, aber auch durch linksextremisten.“
Wir wüssten nicht, dass Linksextremisten davor stehen, eine Landesregierung in Deutschland zu übernehmen. Und was die Bedrohungsbilanz betrifft: Im Jahr 2024 wurden in Deutschland etwa 6-mal mehr rechtsextreme als linksextreme Straftaten begangen. Quelle: https://de.statista.com/statistik/daten/studie/4721/umfrage/vergleich-der-anzahl-von-rechten-und-linken-gewalttaten/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ja, ja, hauptsächlich Geraune, das hier geäußertes Geraune belegen soll? Sie meinen sicher diese obskuren NGO wie Caritas, Drot für die Welt, VdK, Verbraucherzentralebundesverband….
Tipp: letzte Folge Rechke Fernsehen!
Ich denke, man kann zu einer einzelnen Institution, wie claim stehen, wie man will – sich mit öffentlichen Mitteln unterstützte Organisstionen genau anzuschauen und über Förderwürdigkeit zu diskutieren finde ich im Grundsatz ok …ABER … Frau Prien ist bereits in der CoronaKrise durch ihre v.a. haushaltsgesteuerten Entscheidungen unangenehm aufgefallen. Es war (und ist offebnbar) immer das unnütz, überflüssig, unangemessen, was die klammen Haushalte belastet und Geld von „wichtigen lobbygesteuerten“ Entscheidungen abfließen lassen könnte.
Und dann erzählt Prien et cic halt das, was ihnen in den Kram passt.
Wofür haben die schließlich Staatssekretäre, die ihnen die augenscheinlichen Argumente für die Öffentlichkeit liefern, mit denen die politischen Entscheidungen untermauert werden?
Es ist unerträglich, dass hier so offensichtlich grundsätzliche Kürzungen bei Ausgaben vorgenommen werden, die an anderer Stelle zu anderen Zeiten gerade wegen der demokratiewahrenden Wirkung bewilligt worden sind.
Wundern die sich wirklich nicht mehr über die erodierende Politikverdrossenheit in weiten Teilen der Bevölkerung – inkl. der verheerenden Wirkung ihrer Entscheidungen und Handlungen – mit dem Ergebnis dieser katastrophalen Zzspruchsstimmung zu den faschistischen Blauen?
Naivität? Dummheit? Ignoranz? Inkompetenz? Mangelnder moralischer Kompass?
Was ist es, das unsere „etablierten Parteien“ dazu treibt, fast schon instinktsicher immer das Falsche zu tun?
Wir werden uns im September nicht wundern, sondern v.a. staunen, mit welchem Tempo demokratische Strukturen zerschlagen werden.
Der Epilog zeigt auf, wie falsch die Bundesregierung agiert. Merken die eigentlich gar nichts mehr?
Anstatt eine Bundesinitiative à la „Wir gehören alle zusammen“ ins Leben zu rufen, werden nun einige Organisationen (vielleicht sogar zu recht?) nicht mehr finanziert und dafür andere (vielleicht zu unrecht?) neu geschaffen und finanziert.
Ich denke, dass die vielen Einzelorganisationen nicht effizient sind, in Konkurrenz zueinander stehen und eher eine Spaltung durch „Wir gegen euch“ schaffen.
Nein.
Wahrscheinlich ist’s Bockigkeit, weil wohl die Ilse Bundespräsidentin werden wird.
Ich stehe sehr kritisch der Identitätspolitik gegenüber. Meiner Ansicht nach bringt sie der Spaltung der Gesellschaft bei (zb „Safe Spaces“ nur für bestimmte Ethnien, Aufruf nach Quoten für Migranten in Behörden), macht eine Hierarchie von den unterdrückten Schichten (zb Frauen und Transmenschen), führt zum Verlust der universalen Werten, reduziert Menschen zu den Merkmalen wie Hautfarbe, Herkunft, Religion usw. Ich denke auch, dass Identitätspolitik einer der Gründe ist, warum extrem rechte Stimmen auch stärker werden.
Antirassismus ist auch ohne große Betonung auf Identitätspolitik möglich.
Der Meinung kann man sein. Es ist ja stets unangenehm für eine Mehrheitsgesellschaft, mit den eigenen großen und kleinen Unmenschlichkeiten im Umgang mit Randgruppen konfrontiert zu werden – stiftet Unfrieden, so etwas (aus Sicht von Menschen jedenfalls, die Probleme lieber unter den Teppich kehren).
Dann aber bitte konsequent: Man kann nicht staatliche Identitätspolitik grundsätzlich ablehnen und gleichzeitig Millionen dafür aufwenden, jüdische Identität in Deutschland zu pflegen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Es sind aber Juden in Deutschland, die ihre Identität verstecken müssen, deren Synagogen oder Schulen unter Polizeischutz stehen müssen, die ihren Rücken gerbrochen bekommen können, wenn sie mit den jüdischen Symbolen unterwegs sind (wie der Fall neulich), die an Universitäten massiv gestiegene Ausgrenzung, Bedrohung und Angst erleben.
Deutsche, Russen, Buddhisten, Sikh, Muslimen haben viel weniger Gefahr, wegen ihrer Identität angegriffen zu werden, und kämpfen sogar dafür, ihre Symbole im öffentlichen Dienst zu tragen.
„Buddhisten, Sikh, Muslimen haben viel weniger Gefahr, wegen ihrer Identität angegriffen zu werden.“
Geht so: „Bei den rechtsextremistisch motivierten Körperverletzungsdelikten mit fremdenfeindlichem Hintergrund ist eine Steigerung von 7,5 % festzustellen (2025: 985, 2024: 916). Ebenso stieg die Zahl der fremdenfeindlichen Gewalttaten um 6,4 % (2025: 1.046, 2024: 983).“ Quelle: Verfassungsschutz, https://www.verfassungsschutz.de/DE/themen/rechtsextremismus/zahlen-und-fakten/zahlen-und-fakten_node.html
„Todesopfer rechtsextremer Gewalt in der Bundesrepublik Deutschland gibt es seit deren Gründung.“ Gerne hier nachlesen: https://de.wikipedia.org/wiki/Todesopfer_rechtsextremer_Gewalt_in_der_Bundesrepublik_Deutschland
Leider wollen Gerichte den rassistischen Hintergrund mitunter gar nicht so genau wissen – passt zur Linie der Bundesregierung. Gerne hier nachlesen: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/bgh-rassismus-mord-100.html
Oder hier: https://www.news4teachers.de/2026/03/schueler-rassistisch-beleidigt-erstochen-hohe-jugendstrafe-aber-gericht-verneint-rassismus-als-motiv/
Oder hier: https://www.news4teachers.de/2026/06/kein-mordversuch-aber-mehrere-jahre-jugendstrafe-nach-hammerangriff-auf-schueler/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Bei so viel antimuslimischem Rassismus in Deutschland (selbst mehrfach erlebt!) finde ich Frau Priens Entscheidung sehr beunruhigend und möchte an dieser Stelle gerne ein paar Zeilen aus Hans Peter Richters Werk „Damals war es Friedrich“ zitieren, das ich als Schülerin lesen durfte:
„Damals waren es die Juden.
Heute sind es dort die Schwarzen, hier die Studenten.
Morgen werden es vielleicht die Weißen, die Christen oder die Beamten sein.“
Und ich möchte ergänzen: Heute sind es auch die Muslime. Danke, Frau Prien!
Identitätspolitik und Inklusion sind kein glückliches Paar.
Ich hatte in meiner Klasse einige muslimische Schüler, die sich häufig danebenbenommen haben und jede Kritik daran als „Rassismus“ bezeichnet haben. Und das schon in der 5. Klasse!
Es brauchte ein Projekt mit Externen, um den Kids klarzumachen, was wirklich Rassismus ist. Denn wenn man jeder (auch berechtigter) Kritik mit der „Rassismus-Keule“ kommt, dann verliert man auch den Blick für echten Rassismus, dem viele Menschen noch immer ausgesetzt sind.
Naa, gibt es nicht, das ist Traumtänzerei, sie können heute auch nicht mehr ansatzweise neutral über Rassismus sprechen.
Der Begriff “Toleranz” früher zentral wenn es um Rasissmus ging, ist seit den 2000er Jahren leider zunehmend verschwunden, und wurde ersetzt durch die Forderung nach Anerkennung von „Identitäten“.
Und nun wissen die Kinder, das sie sich nur auf eine als besonders schutzwürdig gelesene „Identität“ berufen müssen, falls sie eine vorweisen können, um einen besonderen Status zu erhalten.
Toleranz gegenüber Rassismus – gibt es heute leider mehr denn je. Siehe Wahlergebnisse der AfD.
Herzliche Grüße
Die Redaktion