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Prien streicht Bildungsprojekte zusammen – und stellt zur Begründung den Rassismus in Deutschland mal eben infrage

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BERLIN. Ist antimuslimischer Rassismus in Deutschland ein ernstes gesellschaftliches Problem – oder lediglich ein „politischer Kampfbegriff“? Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) stellt die Existenz öffentlich infrage und streicht Organisationen wie Claim, die auch Lehrkräfte darüber aufklären, die Förderung. Deren neues Lagebild sowie mehrere repräsentative Studien zeichnen jedoch ein anderes Bild: Sie dokumentieren tausende Übergriffe, ein großes Dunkelfeld – auch an Schulen – und  verbreitete antimuslimische Ressentiments. Verschwindet das Phänomen, indem man es ignoriert?

Eilig unterwegs: Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU). Foto: Shutterstock / EUS-Nachrichten

„Muslime und Musliminnen werden in Deutschland viel diskriminiert. Ihre Rassismus- und Unterdrückungserfahrungen betreffen alle Lebensbereiche. Eine Auseinandersetzung mit dem Thema Islam ist in Deutschland stets emotionsgeladen. Sei es der Bau von Moscheen oder das Tragen des Kopftuches. Seit den Ereignissen vom 11. September 2001 stehen Muslime unter Generalverdacht, die Feindseligkeit und antimuslimische Ressentiments haben massiv zugenommen.“

Die Quelle dieses Zitats: der „Adenauercampus“, eine Plattform für politische Bildung der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Doch offenbar verbreitet sie Desinformation – jedenfalls, wenn man aktuelle Aussagen der Bundesbildungsministerin und CDU-Vize-Vorsitzenden Karin Prien ernst nimmt. Die spricht in einem aktuellen Interview mit der Zeit von „sogenanntem antimuslimischen Rassismus“, von einer „Überdehnung des Begriffs Rassismus.“

Damit begründet Prien, warum sie Organisationen wie Claim, die antimuslimischen Rassismus in Deutschland dokumentiert und (auch Lehrkräfte) darüber aufklärt, die Fördermittel aus dem Programm „Demokratie leben!“ gestrichen hat. „Alle Projekte können sich wieder bewerben. Das müssen sie ohnehin jährlich tun: Jede Förderung steht unter Haushaltsvorbehalt“, erklärt sie dazu – hat aber dafür gesorgt, dass etwa Claim (und womöglich auch andere Organisationen wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“, die in Schulen über Rassismus aufklären) wohl dauerhaft außen vor bleiben. „Wir ändern die Förderkriterien, das steht mir als Ministerin wie meinen Vorgängerinnen zu.“ Und: „Vielfalt allein ist aus meiner Sicht kein ausreichendes Förderziel.“ Das Programm habe zuletzt eine zu starke Minderheiten- und identitätspolitische Perspektive gehabt, meint Prien. „Ich will mehr die stille Mitte erreichen.“

Weiter erklärt sie: „Wir konzentrieren uns noch mehr auf Sicherheit im Netz, Demokratiebildung und Extremismusprävention. Dabei haben wir den Rechtsextremismus weiter besonders im Blick, weil von ihm die größte Gefahr ausgeht. Aber auch Linksextremismus, Islamismus und Antisemitismus nehmen wir mehr in den Fokus. Das zielt vor allem auf junge Menschen, die das Vertrauen in unser System zu verlieren drohen.“ Rechtsextremismus bekämpfen – ohne die Wurzel Rassismus zu benennen?

Sie sei „allergisch“ gegen „Identitätspolitik“, so Prien, „weil ich glaube, dass Identitätspolitik den universalistischen Konsens über Menschenrechte und Menschenwürde zerstört“. Wie das mit einem Kampf gegen Antisemitismus zusammengehe, der selbstverständlich das Jüdischsein in den Blick nehmen muss? Kryptische Antwort: „Das geht, wenn man eben nicht den Kampf gegen Antisemitismus immer gleichsetzt mit Muslimfeindlichkeit. Und Juden auch nicht auf ihr Jüdischsein reduziert.“

Mit Identitätspolitik wird ein politischer Ansatz bezeichnet, der die Interessen und Erfahrungen bestimmter gesellschaftlicher Gruppen – etwa aufgrund ihrer Herkunft, Religion, ihres Geschlechts oder ihrer sexuellen Identität – besonders in den Mittelpunkt stellt und daraus spezifische politische Forderungen ableitet. Kritiker sehen darin die Gefahr einer Spaltung der Gesellschaft, Befürworter halten sie für notwendig, um Benachteiligungen sichtbar zu machen und ihnen entgegenzuwirken.

„Mein Eindruck ist, dass Claim weniger zur Versachlichung der Debatte beiträgt, sondern zunehmend selbst Teil einer politischen Agenda ist“

Dass das keine Einzelmeinung der Ministerin Prien ist, machte unlängst die CDU-Bundestagsabgeordnete Caroline Bosbach deutlich. Antimuslimischer Rassismus sei „längst zu einem politischen Kampfbegriff“ geworden, sagt sie gegenüber der FAZ. „Mein Eindruck ist, dass Claim weniger zur Versachlichung der Debatte beiträgt, sondern zunehmend selbst Teil einer politischen Agenda ist.“ Mit rund 625.000 Euro jährlich wurde die Arbeit von Claim zuletzt gefördert.

Kurz zuvor hatte die Organisation – die von der AfD massiv angefeindet wird – Zahlen zum antimuslimischen Rassismus in Deutschland veröffentlicht. Danach wurde mit 4.096 dokumentierten antimuslimischen Vorfällen 2025 ein neuer Höchststand registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Anstieg um 33 Prozent. Durchschnittlich wurden damit nach Angaben des Netzwerks mehr als elf Vorfälle pro Tag erfasst. Dazu zählen Beleidigungen, Bedrohungen, Diskriminierungen und tätliche Angriffe ebenso wie Sachbeschädigungen oder Angriffe auf religiöse Einrichtungen.

Claim weist allerdings selbst darauf hin, dass die gestiegenen Zahlen nicht ausschließlich auf mehr Vorfälle zurückzuführen seien. Das Monitoring sei deutlich ausgeweitet worden und erreiche inzwischen mehr Betroffene; gleichzeitig müsse weiterhin von einem erheblichen Dunkelfeld ausgegangen werden.

Den größten Anteil der dokumentierten Vorfälle machten mit 61,1 Prozent verbale Angriffe aus. Weitere 21,5 Prozent entfielen auf Diskriminierungen, 17,4 Prozent auf verletzendes Verhalten. Zugleich registrierte Claim eine Zunahme schwerer Gewalttaten: Die Zahl der dokumentierten Körperverletzungen stieg von 198 auf 214. Hinzu kamen zwei Tötungsdelikte, fünf Brandstiftungen sowie 320 Sachbeschädigungen. Ziel von Angriffen waren auch muslimische Einrichtungen: 61 Moscheen wurden im vergangenen Jahr attackiert.

„Hoch sind die Meldehürden im Schul- und Bildungsbereich – insbesondere dann, wenn Diskriminierungserfahrungen vom Schulpersonal selbst ausgehen“

Nach Einschätzung von Claim zeigt sich antimuslimischer Rassismus in nahezu allen Lebensbereichen – ausdrücklich auch im Bildungsbereich. Der Bericht nennt Schulen neben dem öffentlichen Raum, der Arbeitswelt, dem Wohnungsmarkt und dem Internet als Orte, an denen Betroffene Diskriminierung und Übergriffe erleben. In knapp zwei Dritteln der Fälle, in denen das Geschlecht bekannt war, richteten sich die Vorfälle gegen Frauen und Mädchen.

Gerade für Schulen sieht das Netzwerk ein großes Dunkelfeld. „Hoch sind außerdem die Meldehürden im Schul- und Bildungsbereich – insbesondere dann, wenn Diskriminierungserfahrungen vom Schulpersonal selbst ausgehen“, heißt es im Lagebild. Viele Betroffene verzichteten aus Angst vor negativen Auswirkungen auf ihre schulische oder berufliche Laufbahn darauf, Vorfälle zu melden oder Unterstützung zu suchen. Dadurch bleibe „ein erheblicher Teil antimuslimischer Diskriminierung unsichtbar und ohne Konsequenzen“.

Hinzu komme ein weiterer Effekt: Wiederholte Diskriminierungserfahrungen führten nach Beobachtung der Beratungsstellen zunehmend zu einer schleichenden Normalisierung. Alltägliche Formen antimuslimischen Rassismus würden deshalb seltener gemeldet – nicht, weil sie seltener vorkämen, sondern weil viele Betroffene sie inzwischen als Teil ihres Alltags hinnähmen. Dies mindere jedoch weder den Leidensdruck noch die Folgen für das Sicherheitsgefühl und die gesellschaftliche Teilhabe.

Vor diesem Hintergrund fordert Claim unter anderem unabhängige Beschwerdestrukturen im Bildungsbereich, verpflichtende Fortbildungen für Beschäftigte in Schulen und anderen öffentlichen Einrichtungen sowie einen weiteren Ausbau von Beratungs- und Meldestellen.

Einordnen lassen sich die Ergebnisse auch durch mehrere repräsentative Studien, die seit Jahren auf eine hohe Verbreitung antimuslimischer Ressentiments in Deutschland hinweisen. Nach dem aktuellen MOTRA-Monitor teilen 43 Prozent der Bevölkerung antimuslimische Einstellungen, knapp 29 Prozent weisen eine manifest muslimfeindliche Haltung auf – ein Wert, der seit 2023 kontinuierlich gestiegen ist. Auch die Leipziger Autoritarismus-Studie und die Mitte-Studie kommen zu ähnlichen Befunden: Beide sehen muslimfeindliche Einstellungen auf einem anhaltend hohen Niveau. Der Religionsmonitor der Bertelsmann Stiftung zeigt zudem, dass große Teile der nicht-muslimischen Bevölkerung Musliminnen und Muslimen pauschal Gewaltbereitschaft, Frauenfeindlichkeit oder mangelnde Integrationsbereitschaft zuschreiben. Für Claim sind die dokumentierten Vorfälle deshalb kein isoliertes Phänomen, sondern Ausdruck eines gesellschaftlichen Klimas, in dem antimuslimischer Rassismus weit über extremistische Milieus hinaus verbreitet ist.

Im Vorwort des Lagebilds mahnt Claim-Co-Geschäftsführerin Rima Hanano: „Antimuslimischer Rassismus verschwindet nicht von allein. Seine wirksame Bekämpfung braucht politische Entschlossenheit, wirksame Schutzmechanismen und die konsequente Anerkennung der Erfahrungen Betroffener.“

Oder – Methode CDU – man ignoriert ihn einfach (und wundert sich über AfD-Wahlerfolge).

Epilog. Die Bundesregierung – die angeblich keine Identitätspolitik mehr fördern will – stellt nach einer Ankündigung von Bundesforschungsministerin Dorothee Bär (CSU) innerhalb der nächsten vier Jahre 16 Millionen Euro für eine stärkere Erforschung jüdischen Lebens in Deutschland zur Verfügung. Ziel sei es, dass die jüdische Gegenwart in der Gesellschaft noch stärker sichtbar werde. Nach Angaben von Bär geht es um alle Aspekte des jüdischen Lebens, „wie sie sich in Kultur, Sprache oder den religiösen Gebräuchen“ derzeit darstellten. „Das wäre ein Beitrag zu zeigen, wie positiv und bereichernd das jüdische Leben für uns alle ist.“ News4teachers / mit Material der dpa

Gedenkstätten-Leiter fordert neue Erinnerungskultur (auch) an Schulen: „Der Rassismus ist nie weg gewesen“

 

 

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95 Kommentare
Walter Hasenbrot
25 Tage zuvor

Die AfD droht im Osten zwei Landtagswahlen zu gewinnen und Prien (CDU) streicht die Mittel für Organisationen, die sich gegen Rassismus einsetzen.

Wenn das nicht so traurig wäre, müsste man fast lachen.

Die Konservativen haben aus der Geschichte offensichtlich nichts gelernt und wiederholen alte Fehler.

Ute
25 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

haben wir diese Woche gesehen, Toleranz ist mehr denn je gefragt.
Familie, Kinder, ist doch egal, ob Hetero oder Homo.
Familie ist Liebe und Verantwortung!

Jonas
25 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Bitte? Es gibt kein natürliches Recht darauf als NGO oder Verein vom Staat bezahlt zu werden. Eine Mehrheit der Bevölkerung steht diesen Vereinen und Organisationen auch äußerst kritisch gegenüber. Nicht zu Unrecht. Häufen sich doch Vorfälle mit Verbindungen weit in die linksextreme Szene. Dass dort jetzt genauer geschaut wird, ist richtig und wichtig.

Leo
24 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann sollten Sie das bitte recherchieren.

Walter Hasenbrot
23 Tage zuvor
Antwortet  Leo

Aufgrund Ihrer unbegründeten pauschalen Verdächtigungen soll irgendwer etwas für Sie recherchieren?

Sorry, aber um Ihre Verschwörungstheorien müssen Sie sich schon selbst kümmern.

Walter Hasenbrot
24 Tage zuvor
Antwortet  Jonas

Es geht doch nicht darum, ob es ein Recht darauf gibt, sondern darum, dass es dumm und fahrlässig ist, in einer Zeit, in der unsere Demokratie durch Rechtsextremisten bedroht ist, Mittel zur Förderung der Demokratie zu streichen.

Was Sie im zweiten Teil Ihres Kommentars schreiben, ist lediglich Ihre Angstfantasie, für die es in diesem Fall nicht den geringsten Hinweis gibt und was von der Ministerin auch nicht als Begründung genannt wurde.

Aber auch das kann man aus der Geschichte lernen: Schon in den 30ern erschienen den Konservativen die Linken gefährlicher als die Rechtsextremisten. Und schon damals haben sie sich gründlich geirrt. (SInd Sie überhaupt Konservativ, oder bringen Sie solche Geschichtchen ein, weil sie Sympathein für die rechtsextreme AfD haben?)

Opossum
24 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Unsere Demokratie ist nicht nur durch Rechtsextremisten bedroht, aber auch durch linksextremisten. Stromausfall im Berlin durch einen Brandanschlag auf eine Kabelbrücle, Bahn-Sabotage in NRW, Brandanschlag an einer der wichtigsten Bahnverbindungen in Nordrhein-Westfalen usw.

Opossum
23 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Das Ziel von Linksextremisten ist aber genau das gleiche – demokratische Grundordnung zu beseitigen. In Berlin sind die Linken ganz vorne. Ist es keine Gefahr?

Ich rede rechtsextreme Straftaten nicht klein, aber Angriffe auf kritische Infrastruktur finde ich genauso schlimm. Entgleiste Züge, Brandanschläge, Stromausfälle im Winter – Menschliche Opfer werden einfach in Kauf genommen.

Von allen extremisten muss gewarnt werden.

Walter Hasenbrot
23 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Insbesondere muss vor Leuten wie Ihnen gewarnt werden, die Menschen, die sich gegen Rassismus einsetzen als linksextrem bezeichnen.

Unser Grundgesetz ist weder rechts noch links und schon gar nicht linksexrem.

Ihre Kommenatare machen deutlich, wie sehr eine Förderung solcher Projekte nötig ist.

Rainer Zufall
24 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Das stimmt, ich habe große Angst vor den Linksextremist*innen im Bundestag, deren Wahlprogramm die Sabotagw von Infrastruktur vorsieht.
Nur die Partei der Taschendiebe sehe ich noch skeptischer! (augenroll)

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Haben Sie die Auswirkungen der großen Stromausfällle durch Brandstiftung in Berlin am eigenen Leib erfahren? Und wie beurteilen Sie das dadurch auch ausgelöste politische Dilemma vor der Wahl im September in Berlin (Krise der CDU, erstarken der AfD)? Mir macht das schon Angst! Der nächste Winter kommt bestimmt und die nächsten Anschläge auf die Infrastruktur (u. a. auch bei der Bahn) vermutlich auch.

Walter Hasenbrot
23 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Was schreiben Sie für eine Unsinn ?Im Artikel geht es um die Organsiation Claim. Laut Verfassungschutz handelt es sich nicht um eine linksextreme Organisation.

Gehen Sie der AfD auf den Leim, dass Sie jeden, der sich für unser Grundgestz einsetzt als libksextrem bezeichnen?

Pädagogische Fachkraft
22 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Ist das im folgenden von der Tagesschau zusammengestellte Material kein Anlass, über die terroristische Bedrohung unseres Landes nachzudenken?
https://www.youtube.com/watch?v=ldjXrPoanrI
Eine Chronologie der zunehmenden Häufigkeiten von Anschlägen durch Islamisten, welche sich ja der Sympathie und Unterstützung der Linken, besonders in Berlin, erfreuen, gerne auch hier nachlesen:
https://www.bpb.de/themen/linksextremismus/dossier-linksextremismus/556738/islam-linke-analytische-kategorie-oder-politisches-schlagwort/
https://www.nzz.ch/meinung/islamogauchismus-warum-sich-islamisten-und-linke-immer-naeher-kommen-ld.10003469
https://www.berliner-zeitung.de/article/verfassungsschutzbericht-berlin-linke-und-islamisten-hand-in-hand-wenn-es-gegen-juden-geht-2235760
Damit will ich definitiv NICHT die Bedrohung durch die rechtsextreme AfD kleinreden, aber leider sind viele auf dem anderen Auge blind.

Frederik März
24 Tage zuvor
Antwortet  Jonas

Ja, ja, hauptsächlich Geraune, das hier geäußertes Geraune belegen soll? Sie meinen sicher diese obskuren NGO wie Caritas, Drot für die Welt, VdK, Verbraucherzentralebundesverband….
Tipp: letzte Folge Rechke Fernsehen!

Rainer Zufall
24 Tage zuvor
Antwortet  Jonas

„Eine Mehrheit der Bevölkerung steht diesen Vereinen und Organisationen auch äußerst kritisch gegenüber.“
Klingt ja fast so, als müsste diese Minderheit geschützt werden, um ihre grundgesetzkonformen Werte vertreten zu können, meinen Sie nicht? 😉

Carbonara
24 Tage zuvor
Antwortet  Jonas

Eine ganz große Mehrheit von Rechtspopulisten und Neonazis steht NGOs und demokratiefördernden Vereinen äußerst kritisch gegenüber, das ist korrekt.
Was den Rest der Bevölkerung betrifft, bezweifle ich Ihre Aussage – bitte verlinken Sie doch Ihre Quellen.

Im Übrigen wäre es in der Tat erfreulich, wenn der Staat seine Aufgaben in Bezug auf den Schutz der Demokratie, den Kampf gegen Rechtsextremismus und den Schutz von Minderheiten so gut erfüllen würde, dass es keine NGOs und Vereine bräuchte, welche dies übernehmen.

Hysterican
24 Tage zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Ich denke, man kann zu einer einzelnen Institution, wie claim stehen, wie man will – sich mit öffentlichen Mitteln unterstützte Organisstionen genau anzuschauen und über Förderwürdigkeit zu diskutieren finde ich im Grundsatz ok …ABER … Frau Prien ist bereits in der CoronaKrise durch ihre v.a. haushaltsgesteuerten Entscheidungen unangenehm aufgefallen. Es war (und ist offebnbar) immer das unnütz, überflüssig, unangemessen, was die klammen Haushalte belastet und Geld von „wichtigen lobbygesteuerten“ Entscheidungen abfließen lassen könnte.
Und dann erzählt Prien et cic halt das, was ihnen in den Kram passt.
Wofür haben die schließlich Staatssekretäre, die ihnen die augenscheinlichen Argumente für die Öffentlichkeit liefern, mit denen die politischen Entscheidungen untermauert werden?

Es ist unerträglich, dass hier so offensichtlich grundsätzliche Kürzungen bei Ausgaben vorgenommen werden, die an anderer Stelle zu anderen Zeiten gerade wegen der demokratiewahrenden Wirkung bewilligt worden sind.
Wundern die sich wirklich nicht mehr über die erodierende Politikverdrossenheit in weiten Teilen der Bevölkerung – inkl. der verheerenden Wirkung ihrer Entscheidungen und Handlungen – mit dem Ergebnis dieser katastrophalen Zzspruchsstimmung zu den faschistischen Blauen?

Naivität? Dummheit? Ignoranz? Inkompetenz? Mangelnder moralischer Kompass?
Was ist es, das unsere „etablierten Parteien“ dazu treibt, fast schon instinktsicher immer das Falsche zu tun?

Wir werden uns im September nicht wundern, sondern v.a. staunen, mit welchem Tempo demokratische Strukturen zerschlagen werden.

DerechteNorden
25 Tage zuvor

Der Epilog zeigt auf, wie falsch die Bundesregierung agiert. Merken die eigentlich gar nichts mehr?
Anstatt eine Bundesinitiative à la „Wir gehören alle zusammen“ ins Leben zu rufen, werden nun einige Organisationen (vielleicht sogar zu recht?) nicht mehr finanziert und dafür andere (vielleicht zu unrecht?) neu geschaffen und finanziert.
Ich denke, dass die vielen Einzelorganisationen nicht effizient sind, in Konkurrenz zueinander stehen und eher eine Spaltung durch „Wir gegen euch“ schaffen.

Frederik März
24 Tage zuvor
Antwortet  DerechteNorden

Nein.

Hysterican
23 Tage zuvor
Antwortet  Frederik März

Doch!

Frederik März
25 Tage zuvor

Wahrscheinlich ist’s Bockigkeit, weil wohl die Ilse Bundespräsidentin werden wird.

Hysterican
21 Tage zuvor
Antwortet  Frederik März

Die heißt Karin, du März!

Opossum
25 Tage zuvor

Ich stehe sehr kritisch der Identitätspolitik gegenüber. Meiner Ansicht nach bringt sie der Spaltung der Gesellschaft bei (zb „Safe Spaces“ nur für bestimmte Ethnien, Aufruf nach Quoten für Migranten in Behörden), macht eine Hierarchie von den unterdrückten Schichten (zb Frauen und Transmenschen), führt zum Verlust der universalen Werten, reduziert Menschen zu den Merkmalen wie Hautfarbe, Herkunft, Religion usw. Ich denke auch, dass Identitätspolitik einer der Gründe ist, warum extrem rechte Stimmen auch stärker werden.

Antirassismus ist auch ohne große Betonung auf Identitätspolitik möglich.

Opossum
24 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Es sind aber Juden in Deutschland, die ihre Identität verstecken müssen, deren Synagogen oder Schulen unter Polizeischutz stehen müssen, die ihren Rücken gerbrochen bekommen können, wenn sie mit den jüdischen Symbolen unterwegs sind (wie der Fall neulich), die an Universitäten massiv gestiegene Ausgrenzung, Bedrohung und Angst erleben.
Deutsche, Russen, Buddhisten, Sikh, Muslimen haben viel weniger Gefahr, wegen ihrer Identität angegriffen zu werden, und kämpfen sogar dafür, ihre Symbole im öffentlichen Dienst zu tragen.

Rainer Zufall
24 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

„Es sind aber Juden in Deutschland, die ihre Identität verstecken müssen“
Ist das nicht in IHREM Sinn? Sie sind doch gegen Identitätspolitik 😉

Susanne M.
24 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Ich auch. Ich gehe sogar noch weiter: Identitätspolitik zerstört den Klassenzusammenhalt oder weniger marxistisch ausgedrückt: die Solidarität in den unteren Schichten untereinander. In meinem Bekanntenkreis so geschehen: Eine Hermesbotin aus Ghana wirft einer anderen Hermesmitarbeiterin ungarischer Herkunft ihre “ weissen Privilegien,“ vor. Sie erkennt nicht, dass beide in einer schlechten Situation sind und nur etwas – eine Lohnerhöhung beispielsweise – erreichen können, wenn sie sich gemeinsam dafür einsetzen. Teile und herrsche, wussten schon die alten Römer.

Rainer Zufall
24 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Rassist*innen und Rechtsextreme (und Sie 😉 ) lehnen Identitätspolitik AB. Offenbar ist dies nicht der alleinige Grund für Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. Aber wenn Sie Quellen haben, wie PoC von Feministinnen oder Transmenschen zusammengeschlagen wurden, geben Sie bescheid (gähn)

Utopia
25 Tage zuvor

Bei so viel antimuslimischem Rassismus in Deutschland (selbst mehrfach erlebt!) finde ich Frau Priens Entscheidung sehr beunruhigend und möchte an dieser Stelle gerne ein paar Zeilen aus Hans Peter Richters Werk „Damals war es Friedrich“ zitieren, das ich als Schülerin lesen durfte:

„Damals waren es die Juden.
Heute sind es dort die Schwarzen, hier die Studenten.
Morgen werden es vielleicht die Weißen, die Christen oder die Beamten sein.“

Und ich möchte ergänzen: Heute sind es auch die Muslime. Danke, Frau Prien!

Helmi
24 Tage zuvor

 Identitätspolitik und Inklusion sind kein glückliches Paar.

Sepp
24 Tage zuvor

Ich hatte in meiner Klasse einige muslimische Schüler, die sich häufig danebenbenommen haben und jede Kritik daran als „Rassismus“ bezeichnet haben. Und das schon in der 5. Klasse!

Es brauchte ein Projekt mit Externen, um den Kids klarzumachen, was wirklich Rassismus ist. Denn wenn man jeder (auch berechtigter) Kritik mit der „Rassismus-Keule“ kommt, dann verliert man auch den Blick für echten Rassismus, dem viele Menschen noch immer ausgesetzt sind.

Maike
24 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Naa, gibt es nicht, das ist Traumtänzerei, sie können heute auch nicht mehr ansatzweise neutral über Rassismus sprechen.
Der Begriff “Toleranz” früher zentral wenn es um Rasissmus ging, ist seit den 2000er Jahren leider zunehmend verschwunden, und wurde ersetzt durch die Forderung nach Anerkennung von „Identitäten“.
Und nun wissen die Kinder, das sie sich nur auf eine als besonders schutzwürdig gelesene „Identität“ berufen müssen, falls sie eine vorweisen können, um einen besonderen Status zu erhalten.

Maike
24 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Das war sozusagen die Begründung um den Begriff nicht mehr weiter zu benutzen. Weil es *nur* Duldung sei, statt Anerkennung.
Toleranz ist ein Minimalkonsens, der die Freiheit zulässt etwas nicht zu mögen, aber wenigstens zu tolerieren.
Identitätspolitik stellt die Idee infrage, dass es eine neutrale, „universelle“ Perspektive gibt und damit erreicht sie keine Anerkennung, sondern ein Denken in Gruppenidentitäten.

Bla
24 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ob da der Umgang an der Thematik auch einen kleinen Zusammenhang spielt/hat?

Wie sehen Sie das?

DerechteNorden
23 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Eben, und deshalb alle gemeinsam intolerant gegen Rassismus, anstatt jede Identitätsgruppe irgendwie nur für sich.

DerechteNorden
23 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Schade, dass Sie hier den Bogen nicht hinkriegen: Alle sollten sich doch für Gleichberechtigung einsetzen, nicht nur Frauen.

DerechteNorden
23 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Der Punkt ist, dass es keine einheitliche Migrant*innenorganisation gibt, sondern sehr viele verschiedene, die nicht selten sogar gegeneinander arbeiten.
Ich erwarte von der Bundesregierung eine Initiative, die alle zusammenbringt, anstatt diesen ineffizienten Weg, irgendwelche Organisationen zu unterstützen und andere nicht.
Der Unterschied zwischen Antisemitismus und Islamfeindlichkeit ist für mich marginal. Rassismus dazu. Alle zusammenbringen.

DerechteNorden
22 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Nachtrag:
Es gibt dann eben marginalisierte Gruppen erster und zweiter Klasse. Den einen wird das Geld gestrichen, den anderen zehnfach zugeschoben.“

Das schrieb ich aber doch. Genau das kritisiere ich. Deshalb ist es sinnvoller, wenn sich alle zusammentun.
Sie tun es aber nicht, weshalb es von oben passieren muss, wenn man denn tatsächlich etwas gegen Rassismus bewirken will.
Machen wir uns doch nichts vor, sobald Organisationen/Vereine/Initiativen ihre Identität einzeln in den Vordergrund stellen, funktioniert es irgendwie nicht mehr. Wahrscheinlich kommt bei den meisten anderen an „Wir sind anders“, anstatt „Wir sind wie alle anderen“. Das ist frustrierend.
Man kann Menschen, bei denen Letzteres ankommt, dann gerne vorwerfen, dass sie rassistisch, antisemitisch, islamophob (you name it) seien, aber das Problem wird man nicht los, wie wir sehen.
Je identitärer unsere Gesellschaft geworden ist, desto mehr schlägt das Pendel in die falsche Richtung aus, oder nicht?
Offensichtlich muss man also einen anderen Weg gehen.

Ich bin nicht bei Frau Prien, was ihre Begründung bezüglich CLAIM angeht, und finde es grotesk, dass an anderer Stelle dann sehr viel mehr Geld in die andere Initiativen gesteckt werden soll. Das ist geradezu verlogen!
Aber, um genau das in Zukunft auszuschließen, muss mehr in „Wir alle zusammen“ gesteckt werden, anstatt in Projekte zu stecken, die die Andersartigkeit betonen.
Nein, das bedeutet nicht, dass Andersartigkeit unterdrückt wird.

DerechteNorden
22 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich verstehe nicht, weshalb Sie das so interpretieren.
Was haben Sie gegen ein „Wir alle gemeinsam?“ statt „Wir sind alle unterschiedlich“.
Und warum bringen Sie andauernd Frauen als vermeintlich identitäre Gruppe ins Spiel?
Frauen sind keine Männer, ja. Aber Frauen können genau wie Männer und andere jüdisch, muslimisch, schwarz, deutsch, afghanisch etc. sein.
Wenn Sie nämlich so argumentieren, dann sind nur weiße Männer böse. Alle anderen sind nicht rassistisch, nicht muslimfeindlich, nicht antisemitisch, allgemein nicht menschenfeindlich.
Ich verstehe als Frau, die mit allen kann, die sich nicht bewusst rassistisch, antisemitisch, muslimfeindlich, allgemein menschenfeindlich äußern und verhalten, nicht, wo Ihr Problem genau liegt. Sorry.

DerechteNorden
22 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Es gibt aber zig Einzelorganisationen und wir haben mehr Rassismus, Antisemitismus, Muslimfeindlichkeit etc.
Da das nicht zu funktionieren scheint, sollte man mMn den anderen Weg gehen: Wir alle gemeinsam.

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Vielleicht lohnt ein Blick nach Neuseeland? Die Reaktionen dort auf den Versuch durch Extremismus die Gesellschaft zu spalten, sind mMn. beispielhaft.
Nach Christchurch-Anschlag: Wie Neuseeland den Hass besiegt
Neuseeland: Christchurch-Attentäter verdient “Stille auf Lebenszeit” – Jacinda Ardern begrüßt Urteil
Jacinda Ardern: „Christchurch Call“ – Aufruf gegen Terror-Propaganda im Netz – DER SPIEGEL
Neuseeland setzt auf Gemeinsamkeit der Gesellschaft, gegen Spaltung. Übrigens war NZ das 1. Land mit Frauenwahlrecht und das 1., welches sich bei den Ureinwohnern (den Maori) für begangenes Unrecht entschuldigte.

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Liegt es daran, dass er ein alter, weißer Mann ist? Oder sind die Neuseeländer einfach anders gestrickt, weil die schon immer ein Einwandererland sind?

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Naja, sooo rosig ist die Welt für Kinder/ Schüler in NZ auch nicht. Aber es werden große politische/ gesamtgesellschaftliche Anstrengungen unternommen, um Kinderarmut, Schulabsentismus … zu bekämpfen und es wird nicht nur darüber geredet, sondern gehandelt.
Bildungsungerechtigkeit für marginalisierte Schülerinnen und Schüler in Neuseeland – Humanium
neuseeland Schulabsentismus – Suchen
Neuseeland: So krempelt Jacinda Ardern ihr Land um – DER SPIEGEL
Warum sich Neuseeland von innovativen Bildungsansätzen abwendet | DIE FURCHE

Opossum
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Frauen haben aber auch einige Nachteile wegen Identitätspolitik bekommen. Zumindest früher hatte keiner Zweifel, was eine Frau ist.

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Opossum

Ich überlege auch schon die ganze Zeit, was meine Identität ist. Bisher dachte ich immer, ich bin ein Mensch. Aber das ist nicht zeitgemäß. Also, was bzw. wer bin ich wirklich? Bin ich Frau, Ossi, Boomer, Mutter, Oma, Pessimist, Optimist, Atheist, weiß, Berliner, Thüringer, Deutscher, Europäer, Radfahrer, Autofahrer, Freundin, Ehefrau, Lehrerin …. oder alles gleichzeitig? Das ist mir zu kompliziert. Ich bin ein Mensch und versuche alle anderen auch als Menschen zu behandeln, wenn diese sich wie Menschen benehmen.

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Sprechen Sie mir jetzt etwa meine Identität, als in der DDR geboren und aufgewachsener Mensch, ab? Das ist doch aber (meine) Realität!
Ich zitiere Ihre Aussage von weiter oben:

Redaktion
 1 Tag zuvor

 Antwortet  DerechteNorden
„Was haben Sie gegen ein ‚Wir alle gemeinsam?‘ statt ‚Wir sind alle unterschiedlich‘?“
Nichts – wenn am Anfang erstmal die Darstellung der Realität steht, dass es ein „Wir alle gemeinsam“ eben zu oft nicht gibt.

Ja was denn nun? Anerkennung aller verschiedenen Identitäten? Oder nur von bestimmten, die in Ihr Bild passen?

Opossum
20 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Selbst wenn Ostdeutsch als Identität hier repräsentiert sein sollte, wird die Diskriminierung nach dieser Identität offenbar. Wie oft lese ich, dass Ostdeutsche keine Demokratie verstehen sollten, für Diktatur seien, fremdenfeindlich seien usw. Diese Identität wird stark von den anderen als Argument gezogen, nicht von ostdeutschen selbst.

Sollten Organisationen diese Identität wie alle anderen nicht in Schutz nehmen?

Oder wäre es lieber ein Akzent auf „wir Deutsche“ zu machen?

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Also wieder die Schule, die es richten soll? Die Kinder wirken dann ganz vorbildlich auf ihre Eltern, Familien und Nachbarn ein?

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wie gut dieses erzieherische Einwirken von Schulkindern auf die Eltern bzw. sich die frühe erzieherische Prägung auf die Zukunft auswirkt, konnte man 1989 in der DDR sehen. 🙂
Man muss möglichst alle Menschen einer Gesellschaft mitnehmen, wenn man eine Gesellschaft für alle Menschen möchte. Politische Parolen allein helfen nicht viel, um eine Gesellschaft zu einen.

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Nö! Ich bin für eine Gesellschaft und Politik, die nicht immer weiter spaltet, sondern die Gemeinsamkeiten statt der Unterschiede betont und für eine Politik, die alle Menschen mitnimmt und im Interesse aller Bürger handelt.

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Erziehung der Kinder, ohne Einbeziehung der Eltern/ der gesamten Gesellschaft funktioniert, nicht nur in einer Diktatur, selten.

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Klingt super! Nach 12 gemeinsamen Schuljahren entlässt man dann die Schüler in eine individualistische Ellenbogengesellschaft und hofft, dass die diese Gesellschaft dann nach dem Vorbild ihrer Schulzeit gestalten/ verändern? Die einen tun das dann entsprechend ihren Erfahrungen an einer Vorzeige- /Privatschule, die anderen entsprechend ihren Brennpunkt-Erfahrungen? Das Klima an deutschen Schulen ist sehr unterschiedlich (nicht nur wegen des Klimawandels) und mir scheint, das Bildungssystem driftet immer weiter auseinander (nicht nur wegen des Föderalismus, sondern nach dem finanziellen Vermögen und Bildungswillen der Eltern).
Da braucht es keine schönen Worte, sondern eine große gesamtgesellschaftliche und politische Kraftanstrengung, damit dieser schöne Traum nicht nur ein Traum bleibt.
Sorry, aber ich sehe da sehr pessimistisch in unsere Zukunft, nach den Entwicklungen in unserem Bildungssystem, welches ich in den letzten Jahren beobachten musste.

dickebank
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Dann sollen die Pessimisten die auch wegmachen (siehe Nachbarthread)

Jerunda
20 Tage zuvor
Antwortet  dickebank

Die Antwort, die mir jetzt auf der Zunge liegt, verkneif ich mir lieber!

Jerunda
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Wo plädierte ich für gesellschaftliche Verrohung? Ich plädierte für mehr Augenmerk auf Gemeinsamkeiten, statt auf immer weiteres gegeneinander aufwiegen, welche Identitäten wichtiger, interessanter als andere sind und mehr Aufmerksamkeit erfordern.

DerechteNorden
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

„Kinder gesellschaftsfähig zu machen, ist ein Kernauftrag von Schule – gerne mal ins Schulgesetz Ihres Bundeslandes schauen (ganz vorne).“
„Grau ist alle Theorie“ und „Papier ist geduldig“ fällt mir dazu nur ein.
Sorry.

DerechteNorden
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Reicht nicht! Ich arbeite seit inzwischen 26 Jahren an IGS bzw. GemS, weiß also, wovon ich schreibe.
Wir haben eine sehr heterogene Schüler*innenschaft und ab Jahrgang 5 legen wir sehr viel Wert auf „Wir alle gemeinsam“. Aber auch bei uns merken wir, wie sich der Einfluss von außen negativ bemerkbar macht.
Schule kann nicht gegen Elternhäuser, Communities und Social Media ankommen.
Die Politik muss also dafür sorgen, dass außerhalb von Schule Menschen aller Art weniger gegeneinander „antreten“.
Hier könnten sich unsere Sozialwissenschaftler*innen, Psycholog*innen etc. doch mal austoben.
Schule ist nur Spiegel der Gesellschaft, nicht der Ort, der die Gesellschaft in die gewünschte Richtung bringt.

DerechteNorden
21 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Also Internate ab dem vollendeten 1. Lebensjahr.

DerechteNorden
20 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Bei uns an der Schule wird Demokratie auch groß geschrieben. Nicht nur die Lehrkräfte, sondern auch die Schulleitung legt darauf sehr großen Wert, dass die Schülys von Anfang an mitgenommen werden.
An den meisten Grundschulen in meinem Bundesland ist das auch so. Kitas sind darauf ausgerichtet, Kinder mitbestimmen zu lassen. …

Sorry, aber auch hier kann ich nur wieder sagen, dass das Wunschträume sind.
Ich bin nicht gegen die Mitwirkung von S*S, sehe aber, dass das nicht den gesellschaftlichen Effekt hat, den sich Theoretiker*innen so zusammenreimen.

DerechteNorden
20 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion
  • Innerhalb der Klassen/Kurse: Klassenrat (Klassenausflüge, Klassenfahrten, Klassenveranstaltungen usw.) Lektüren, Form des Arbeitens, freie Projektwahl, Feedback an Lehrkräfte (in SH verbindlich!) etc.
  • Auf Schüler*innenebene: Schüler*innenparlament einmal im Monat > was wird in LK vorgestellt, wer geht in die Fachkonferenzen und zur Schulkonferenz, welche Probleme gibt es, welche Themen sollen in die oben genannten Konferenzen eingebracht werden
  • Auf Schulebene: Vorstellen von Themen in LK, Teilnahme an Fachkonferenzen und Klassenkonferenzen ( bei uns werden die Kids explizit nach ihrer Meinung gefragt!), Schulkonferenz (Handyregelung, Schultoiletten, wofür sollen Gelder ausgegeben werden, Medienscouts, Klassenpatenschaften, Teilnahme an verschiedensten Projekten mit Mitgestaltungsrecht, …

Sorry, aber Unterrichtsthemen können die S*S nicht mitbestimmen, weil sie gar nicht wissen, was wichtig ist.
Allerdings äußern die Kids bei uns durchaus frei ihre Wünsche und man bespricht mit ihnen, was sich davon gut sofort bzw. zeitnah behandelt werden kann. Bei aktuellen Anlässen reden wir abweichend vom Plan eigentlich immer sofort über diese.

Gehen Sie doch nicht immer von Bayern aus!

DerechteNorden
19 Tage zuvor
Antwortet  Redaktion

Hier mal ein Anekdötchen von unserer Schule.
Da ja eine Weile die Forderung durch die Medien ging, dass S*S lernen wollten, wie man eine Steuererklärung macht, ist eine Kollegin dieser in einer 11. Klasse dann einfach mal nachgekommen.
Ergebnis: langweilig; das könne sich sowieso niemand merken, bis das dann tatsächlich mal notwendig wird; das würde sich ja auch immer mal ändern, hätte man gehört; das würde sowieso später ein Programm/eine KI machen

Faktenwissen macht sowieso nur einen geringen Teil aus. In meinem Bundesland setzt man genau wie woanders auf Kompetenzen.
Hier mal die Einzelkompetenzen für das Fach Weltkunde: Erschließungskompetenz, Sachurteilskompetenz, Bewertungskompetenz
Lediglich beim Teilbereich Geografie taucht die Bezeichnung „Fachwissen“ in den Fachanforderungen auf.

Woher Theoretiker*innen/Forscher*innen immer zu wissen meinen, dass die Schülys zu viele Fakten in pauken müssten, ist mir echt ein Rätsel.

Canishine
24 Tage zuvor
Antwortet  Maike

Der Begriff Toleranz ist ein wenig schräg in diesem Zusammenhang: Du bist zwar Jude, aber ich bin ja tolerant. (?)

Maike
22 Tage zuvor
Antwortet  Canishine

Du bist zwar *Gruppenzuordung*, finde ich schon schräg, weil ich ja nicht in erster Linie darauf schaue, sondern auf den Menschen, aber ok.
Die Kernaussage ist wir sind Nachbarn, ich mag zwar dies und das nicht, aber wir können hoffentlich irgendwie miteinander auskommen. Das wäre sozusagen der Minimalkonsens. Damit es nicht eskaliert.
Und Freiheit (zur Toleranz) beinhaltet dann auch (eigene) Grenzen zu kennen und zu wahren.

Rainer Zufall
24 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Angesichts der Statistik freue ich mich, dass Sie nur mit einem Kind diesbezüglich arbeiten mussten. Daumendrück! 🙂

Jerunda
24 Tage zuvor

Buchempfehlung für unsere Politiker (nicht nur für Frau Prien), aber auch für andere an menschlicher Politik interessierte Menschen:
„A Different Kind of Power“ von Jacinda Ardern – Buch – 2025 – die Premierministerin von Neuseeland hatte in ihrer Amtszeit viele Krisen zu bewältigen, brachte aber trotzdem sehr vieles für die Menschen ihres Landes auf den Weg, für die Maori, für Kinder und Familien,…
Ihr war der Zusammenhalt der neuseeländischen Bevölkerung sehr wichtig, egal ob Weiße, Maori, Muslime oder andere Religionen … auch ihre Corona-Politik war interessant.
Jacinda Ardern: Neuseelands Ex-Regierungschefin lebt jetzt in Australien – DER SPIEGEL

Rainer Zufall
24 Tage zuvor

Wer hätte es gedacht…
Jene, die nie strukturellen Rassismus sahen überspringen das Problem und landen direkt bei der Lösung des angeblich nie existenten Problems. (gähn)
Und garantiert haben die alle PoC als Freund*in usw. wer gibt noch was auf diese Worthülsen -__-

Vergesst den Blödsinn nicht, bis zum nächsten Mal, wo PoC im Kino zu sehen sind (https://m.youtube.com/shorts/BDLixucnZ-g)

Was meinen eigentlich die Landesväter Deutschlands zu Priens Aussagen? Könnte ich mit Markus und Co gar einer Meinung sein, was den Wert von Identitätspolitik betrifft? Ich meine, was sind die Chancen, dass die an dieser Stelle zufällig schweigen? 😀

myrle dziak mahler
24 Tage zuvor

Antimuslimischen Rassismus als „politischen Kampfbegriff“ abzutun, löst kein einziges Problem.Die Fakten sprechen eine andere Sprache: 2025 wurden bundesweit 4.096 antimuslimische Vorfälle dokumentiert – mehr als 11 pro Tag. Das entspricht einem Anstieg von 33 % gegenüber dem Vorjahr. Darunter:
214 Körperverletzungen, 61 Angriffe auf Moscheen und zwei Tötungsdelikte.
Beratungsstellen weisen zudem auf ein erhebliches Dunkelfeld hin, weil viele Betroffene Vorfälle gar nicht melden.
Der aktuelle MOTRA-Monitor zeigt zudem, dass muslimfeindliche Einstellungen in Teilen der Bevölkerung weit verbreitet sind und auf einem hohen Niveau verharren. Wer Rassismus bekämpfen will, muss ihn zuerst benennen.
Das gilt für Antisemitismus. Yep
Das gilt für antischwarzen Rassismus. Yep
Und das gilt auch für antimuslimischen Rassismus! Yo

Probleme verschwinden nicht, indem man die Begriffe streicht, die sie beschreiben. Frau Prien kommt hoffentlich noch zur Besinnung.

R. Ch
8 Tage zuvor

Danke für den wichtigen Artikel. Hier wird deutlich, dass eine Agenda betrieben wird, die Institutionen und Projekte in Frage stellt, die Misstände, von denen aie selbst oder die Mehrheit nicht hören möchte, aufgreifen und versuchen, sie sichtbar zu machen oder für sie zu sensibilisieren.