DÜSSELDORF. Seit Anfang August verdienen Lehrkräfte im Eingangsamt an Grund-, Haupt- und Realschulen in Nordrhein-Westfalen nach A13 – genauso viel wie Kolleginnen und Kollegen im bisherigen ersten Beförderungsamt. Zwei Lehrerverbände wollen sich mit dieser Konsequenz der lange geforderten A13-Reform nicht mehr abfinden. Der VBE NRW und lehrer nrw haben Betroffene für Musterverfahren gewonnen, eine Kanzlei eingeschaltet und wollen die Kosten der Verfahren übernehmen. Damit wird aus dem politischen Streit um fehlende Aufstiegsperspektiven nun auch ein rechtlicher.

Der Verband Bildung und Erziehung Nordrhein-Westfalen (VBE NRW) und lehrer nrw ziehen im Streit um die Besoldung von Beförderungsämtern an Grund-, Haupt- und Realschulen vor Gericht. Zum Beginn des neuen Schuljahres haben die beiden Verbände nach eigenen Angaben betroffene Lehrkräfte für Musterverfahren gewonnen und eine Kanzlei mit deren rechtlicher Vertretung beauftragt. Die Verfahren sollen von den Rechtsabteilungen der Verbände begleitet werden; VBE NRW und lehrer nrw übernehmen die entstehenden Kosten.
Damit verschärfen die beiden Organisationen einen Konflikt, der sich ausgerechnet aus einer Reform ergibt, für die Lehrerverbände lange gekämpft haben. Seit dem 1. August 2026 ist die schrittweise Überführung der Eingangsbesoldung von Lehrkräften der Primarstufe und Sekundarstufe I nach A13 abgeschlossen. Das bisherige erste Beförderungsamt wurde jedoch nicht entsprechend angehoben. Eingangsamt und erstes Beförderungsamt liegen damit in derselben Besoldungsgruppe.
Über diese Konsequenz hatte lehrer nrw bereits zum Schuljahresbeginn geklagt. Der Verband warnte davor, dass Lehrkräfte kaum noch einen Anreiz hätten, zusätzliche Aufgaben zu übernehmen, wenn eine damit verbundene Beförderung nicht mehr zu einer höheren Besoldungsgruppe führt. Besonders für kleinere Haupt- und Realschulen könne damit ein wichtiges Instrument der Personalentwicklung an Bedeutung verlieren. Auch mögliche Auswirkungen auf die Gewinnung von Lehrkräften hatte der Verband geltend gemacht.
Nun wird aus dieser politischen Kritik ein juristisches Verfahren. Dabei geht es zunächst nicht darum, die Anhebung der Eingangsbesoldung infrage zu stellen. VBE NRW und lehrer nrw bezeichnen A13 ausdrücklich als wichtiges Ziel, für das sie selbst lange eingetreten seien. Streitpunkt ist vielmehr, ob mit der Aufwertung des Eingangsamts auch die darüberliegenden Beförderungsämter hätten angepasst werden müssen.
Die Verbände hatten die Landesregierung nach eigenen Angaben bereits im ersten Quartal 2026 gemeinsam zum Handeln aufgefordert. In einem offenen Brief an Schulministerin Dorothee Feller verlangten sie, aus der höheren Eingangsbesoldung Konsequenzen für die gesamte Besoldungs- und Laufbahnstruktur zu ziehen. Eine Lösung für die Beförderungsämter an Grund-, Haupt- und Realschulen sei bislang jedoch ausgeblieben.
Dass sie den Rechtsweg einschlagen, verstehen VBE NRW und lehrer nrw offenbar auch als Druckmittel in einer weiterhin politischen Auseinandersetzung. Denn nach Darstellung der Verbände hat die Landesregierung inzwischen bei anderen Funktionen auf Folgewirkungen der A13-Reform reagiert: Verbesserungen seien für bestimmte Schulleitungen sowie für Fachleitungen angekündigt worden. Dies bewerten die Verbände als Schritt in die richtige Richtung. Die Beförderungsämter an Grund-, Haupt- und Realschulen blieben davon jedoch unberührt.
„Wer zusätzliche Verantwortung übernimmt und dafür befördert wird, muss diese Verantwortung auch in seiner Besoldung wiederfinden“
Für Sven Christoffer, Vorsitzender von lehrer nrw, geht es deshalb um die grundsätzliche Frage, welchen Stellenwert zusätzliche Verantwortung innerhalb einer Schule haben soll. „Wir haben frühzeitig auf diese Entwicklung hingewiesen und immer wieder das Gespräch gesucht. Wer zusätzliche Verantwortung übernimmt und dafür befördert wird, muss diese Verantwortung auch in seiner Besoldung wiederfinden. Seit dem 1. August ist genau das bei den betroffenen Beförderungsämtern nicht mehr gewährleistet. Wenn die Politik hier bislang keine Lösung findet, müssen wir andere Wege nutzen, um Klarheit für unsere Kolleginnen und Kollegen zu schaffen.“
Der Konflikt reicht damit über die unmittelbar betroffenen Lehrkräfte hinaus. Beförderungsämter sind Teil der Laufbahnstruktur und eröffnen Möglichkeiten, innerhalb einer Schule zusätzliche Funktionen und Verantwortung zu übernehmen, ohne unmittelbar in die Schulleitung wechseln zu müssen. Fällt die höhere Besoldungsgruppe als sichtbarer Bestandteil einer solchen Beförderung weg, stellt sich die Frage nach der Attraktivität dieser Funktionen.
Gerade diesen Zusammenhang stellen die beiden Verbände in den Mittelpunkt. Schulen seien darauf angewiesen, dass Beschäftigte bereit sind, besondere Aufgaben zu übernehmen – in Beförderungsämtern und Schulleitungen ebenso wie in anderen Funktionen oder als Fachleitungen in der Lehrkräfteausbildung. Eine Laufbahnstruktur müsse deshalb nicht nur den Einstieg in den Beruf attraktiv gestalten, sondern auch Entwicklung nach dem Einstieg ermöglichen.
VBE-Landesvorsitzender Stefan Behlau warnt deshalb davor, die A13-Reform isoliert zu betrachten. „A13 war ein wichtiger und richtiger Schritt. Jetzt müssen wir dafür sorgen, dass daraus eine stimmige Entwicklung für das gesamte System entsteht. Verantwortung muss sich weiterhin lohnen – für alle Kolleginnen und Kollegen in Schulleitung, in Beförderungsämtern und bei den Fachleitungen. Und wir brauchen insgesamt mehr Weiterentwicklungsmöglichkeiten für die Menschen, die unsere Schulen pädagogisch gestalten. Wer Verantwortung übernehmen will, muss darin eine Perspektive sehen können.“ News4teachers
A13 erreicht: Warum sich Beförderungen für viele Lehrkräfte nicht mehr lohnen










Zu klagen ist aktuell der einzig sinnvolle Weg. Das Ergebnis muss sein:
Weiterhin muss die Besoldung bei Grundschulen und SekI-Schulen bei den Beöfrderungen mindestens angepasst werden wie folgt:
Wissen Sie wie viele Grundschulen es im Lande gibt? Niemals ist das finanzierbar. Gerade in der heutigen Zeit. Waren in der Grundschule die Beförderungen nicht sowieso funktionslos?
Ich wette die Regierung arbeitet eher an Entbindungen als an finanziellen Besserstellungen. So gerne ich es den Leuten auch gönne, aber auch in Anbetracht wirtschaftlicher Probleme, wären solche teuren Abhebungen der Bevölkerung schwer vermittelbar
Ich bin Gymnasiallehrerin in Bayern und empfinde die Gleichstellung von Grundschul- und Mittelschul-Lehrkräften als Sauerei. Schon die Studienzugangsvoraussetzungen sind nicht vergleichbar (Fachabi vs. Allgemeines Abitur inkl. Latinum), ganz zu schweigen von der Studiendauer und dem Anspruch. Folgt man dieser Logik, müssten auch Bachelor- und Masterabsolventen gleichgestellt werden. Sowas kann doch nicht richtig sein. Diejenigen, die eine Abkürzung wählen, werden auch noch dafür belohnt und lachen sich heimlich ins Fäustchen.
… och, warum sollen es die StR denn besser haben als M. Eng., verstehe ich nicht.
Hö
Aus bayerischer Sicht ist das sogar nachvollziehbar, denn dort ist die Studiendauer beim Grundschullehramt tatsächlich geringer (7 statt 10 Semester). In der Mehrheit der Länder ist die Studiendauer jedoch identisch, da diese auf Master umgestellt haben. Ein Bachelor dauert übrigens nur 6 Semester und hat deutlich weniger ECTS als die randvoll gepackten 7 Semster Grundschullehramt, inklusive eigentlich aller Semesterferien für die zahlreichen Praktika und Blockveranstaltungen am Wochenende, um in der Regelstudienzeit zu bleiben.
Hinzufügen möchte ich, dass ein Fachabitur nach 12 Jahren mitnichten zum Lehramtsstudium in Bayern qualifiziert. Sie meinen die fachgebundene Hochschulreife nach 13 Jahren, die sich von der allgemeinen Hochschulreife nur dadurch unterscheidet, dass man keine zweite Fremdsprache (lange genug) hatte.
Also, deswegen von einer Sauerei zu sprechen, finde ich sehr kleinkariert.
Sie haben 1984 vermutlich nicht gelesen.
Alle Tiere sind gleich, nur Schweine sind gleicher. – Schweinerei eben.
Ich habe ein allgemeines Abi von 1,2 samt großem Latinum in BW. Ich habe GHS-Lehramt an der PH in BW studiert, samt einem zusätzlichen Fach. Ich habe außerdem eine Beratungslehrerausbildung als Zusatzqualifikation. Sie sind also der Meinung, ich hätte eine gleiche Besoldung wie ein Gym-Lehrer nicht verdient, nur weil ich an einer PH und GHS-Lehramt studiert habe? Sind Sie auch der Meinung, zwei gute Abteilungsleiter einer Firma hätten nicht dasselbe Gehalt verdient, wenn der eine einen Realschulabschluss und eine Ausbildung hatte und der andere ein Studium? Wie wäre es, endlich mal anzuerkennen, dass alle Lehrer dieselbe schwierige Arbeit (mit unterschiedlichen Schwerpunkten) leisten und deshalb dasselbe Gehalt verdient haben. Und dann können wir uns über die Besoldung von Menschen mit Zusatzqualifikationen und -aufgaben unterhalten. Aber immer dieses „Als Gymnasiallehrer bin ich per se etwas Besseres“ geht mir sowas von auf den Sack!
Die Abschlüsse von Fach-/pädagogischen Hochschulen und Hochschulen/Universitäten sind bezüglich der Bachelor- und Masterabschlüsse gleichwertig. Das gilt unabhängig von der Regelstudienszeit, zumal die wenig über die durchschnittliche Studienzeit ausssagt.
Man muss in BY zum ABI generell ein Latinum ablegen oder eines abgelegt haben, wenn man Lehramt für GeSa/Gym studieren möchte? Bei allen Fächerkombinationen?
Und man kann mit Fachabi ein Lehramtsstudium an der Uni aufnehmen?
Man kann mit einem Bachelor ins Referendariat gehen?
Das war mir alles neu.
Hoffentlich werden die BY-Lehrkräfte in Zukunft in den anderen BL noch anerkannt und müssen nicht nachqualifiziert werden.
Das stimmt so nicht. Da irrt die Kollegin… Latinum war zu meiner Studienzeit Voraussetzung, wenn man eine Sprache im Hauptfach studiert hat (übrigens auch beim Lehramt GS oder MS). Daran hat sich meines Wissens nichts geändert. Ich verstehe nicht, warum manche Gymnasialkollegen den Grund- und Mittelschullehrkräften nichts gönnen können. Die Überleitung hin zu A13 ist außerdem noch lange nicht abgeschlossen, das soll bis Januar 2028 soweit sein. Es wird also sehr viele Kolleginnen und Kollegen geben, die A13 aufgrund von Pensionierung oder Dienstunfähigkeit nicht erreichen werden. Wegen des sogenannren „Piazolo-Pakets“ müssen sehr viele ihre Teilzeit auf 24 Wochenstunden aufstocken. Nennt sich bei uns immer noch Teilzeit, ist aber mehr als die Unterrichtsverpflichtung eines bayerischen Gym-Lehrers in Vollzeit.
In Hamburg war und ist ein Germanistikstudium auf Lehramt OHNE Latinum möglich.
Mit einem Bachelor-Degree erfolgt der Vorbereitungsdienst als Anwärter. Ziel ist dann die Inspektorenlaufbahn, die es im Schulbereich nicht gibt. Ausnahme die bayrischen Fachlehrkräfte.
Die Zugangsvoraussetzungen sind gleich und ich lege sogar noch einen drauf: mit der Hochschulzugangsprüfung brauchen Sie gar kein Abi oder Fachabi mehr und da wird auch schon lange kein Unterschied mehr zwisch Sekundarstufe 1 und 2-Lehrern gemacht.
Echt jetzt? DIE Nummer?
NRW: SEK1/GS: 28 Pflichtstunden/Woche.
Gymnasium: 24.
Ermäßigungsstunden gibts an GS/Sek1 kaum, am Gym sehr viele.
Voraussetzung zum Studium ist IMMER das Abitur. Ein FH Studium ermöglicht keine spätete Verbeamtung auf A13 Niveau.
Ich kenne alle Schulformen von Innen. Am Gym ist es fachlich anspruchsvoller, in der Sek 1 pädagogisch.
Vielleicht einfach mal 2 Wochen an ne Realschule gehen und hinterher überlegen, ob das wirklich so n Pillepalle Job ist.
NRW: GY 25,5 Wochenstunden. ganz so billig lässt die Feller die nun auch nicht wegkommen.
Das ist ein unheimlich toxisches Anspruchsverhalten, das jeder Realität des echten Lebens entbehrt. Entlohnt/Besoldet wird niemals die Vergangenheit, sondern ausschließlich der Dienst und Umfang.
Bei solch hohen Einkünften, Beihilfe, Pension und Zulagen nun immernoch nicht genug im Hals. Nun soll auch noch der selbstgewählte Bildungsweg belohnt werden. Das ist eine Sauerei, welches Anspruchsdenken manche in absoluter Selbstsicherheit und -Überhöhung hier in die Welt Posaunen. Eine Sauerei, was sich im Beamtenstand zum Teil herum drückt.
Gehen sie in die Wirtschaft, setzen sie sich echtem Wettbewerb aus, und versuchen sie bitte mit ihrem Abitur und ihrem Seepferdchen ein entsprechend höheres Gehalt zu verhandeln.
Lehrer007: Ihrem Kommentar ist inhaltlich nichts hinzuzufügen. Der Kommentar zeichnet eine völlig haltlose Situation für Gymnasiallehrer auf, die dringenst einer Lösung bedarf, schon allein aus Motivationsgründen für diesen Berufsstand.
Erstaunlich für mich ist nur, dass sich die Gymnasiallehrer nicht vehement gegen diese durch nichts zu rechtfertigende Ungleichbehandlung mit Abschluss mäßig geringer zu bewertenden Lehrkräften, ggf. auch unter Beschreibung des Rechtsweges, wehren.
Und zum Abschluss: Ich bin von meinem Beruf her KEIN Gymnasiallehrer.
„Der Kommentar zeichnet eine völlig haltlose Situation für Gymnasiallehrer auf,..“
… die es nicht gibt.
Der Kommentar, dem angeblich „inhaltlich nichts hinzuzufügen“ ist, enthält leider grobe Missverständnisse, die ich hier
https://www.news4teachers.de/2026/08/a13-erreicht-befoerderung-entwertet-lehrerverbaende-ziehen-wegen-besoldung-vor-gericht/#comment-833835
Der Kommentar zeichnet vor allem eine Situation
ja schon aufgezeigt habe.
Wie viele Studienräte gehen eigentlich mit A13 in Pension?
Also mal schön locker bleiben.
Grüße vom Tiefbau an die Zimmermänner
Machen wir uns nichts vor. Die schlechte Bezahlung von Grundschullehrerinnen ist nichts anderes als eine systematische Diskriminierung von Frauen. Die Qualifikation ist gleich, also kein Argument mehr, aber Politiker meinen halt immer noch, dass die Arbeit mit kleinen Kindern weniger Wert sei als die Arbeit mit Abiturienten. Die Basteltanten halt. Das gerade Sie als Lehrerin es Ihren Kolleginnen nicht gönnen, angemessen bezahlt zu werden, lässt sehr tief blicken.
Damit habe ich die Wahrheit einfach mal ausgesprochen.
Oder A13Z wird das erste Beförderungsamt
Tja, wäre schön…..im nächsten Leben vielleicht…. 😉
Beamte können den Hals einfach nicht voll genug bekommen trotz luxuriöser Bezahlung und Zuschlägen und privater Krankenversicherung. Von den Pensionen fangen wir gar nicht erst an….
So toll ist private Krankenversicherung nicht. Du darfst da ganz schön viel selbst zahlen…
Interessante These: Sie sind also auch der Meinung, eine Person der freien Wirtschaft, die sich anstrengt, Zusatzqualifikationen erwirbt und Zusatzaufgaben übernimmt, kriegt den Hals nicht voll und soll sich gefälligst mit demselben Gehalt begnügen wie jeder andere Mitarbeiter auch? Es geht hier nicht um die Frage, ob das Gehalt zu hoch ist, sondern wie man mit unterschiedlichen Qualifikationen und Zusatzaufgaben umgeht!
Ok, Boomer
Ganz genau, endlich schreibt das mal jemand! Wir sind komplett einer Meinung. Leben wie die Maden im Speck und können nichts.
Aber nur, wenn dann alle Besoldungsklassen 15-25% weniger bekommen. Dieses zyklische „teurer klagen“ dieser absolut überpriviligierten Berufssparte kann sich dieses Land nicht mehr leisten. Beamte und Bauern waren schon Adenauer zu laut und teuer.. Was hier auch an unkündbaren Problemfällen mitgeschleppt wird, wäre in der freien Wirtschaft schon lange korrekterweise“ weg-evolutioniert“ worden… Vielleicht wird KI diesen Missstand via remote homeschooling korrigieren
Als ausländischer Lehrer im deutschen Schulsystem bin ich immer wieder schockiert, wie angestellte LehrerInnen als Sparschweine der Nation herhalten müssen und keiner kümmert’s… Da gäbe es ein viel größerer Reformbedarf.
Geliefert wie bestellt.
Es gab genug warnende Stimmen, die auf genau diese Problematik hingewiesen haben. Auch die Verbände haben es nicht hören wollen.
Wenn immer nur am unteren Ende gepampert wird, werden Beförderungen und Leistung entwertet.
Ein Aufstieg auf A14 wären für mich ~120€ im Monat. Entschuldigung, nein, ich bin nicht bescheuert.
Danke. Und während jetzt darüber diskutiert und geklagt wird, dass A13 als Beförderungsamt „entwertet“ wurde, bleiben Fachlehrer:innen weiterhin bei A9.
Dabei übernehmen wir im Schulalltag Verantwortung, unterrichten, fördern, planen Unterricht, führen Elterngespräche, arbeiten in multiprofessionellen Teams und tragen gerade an Förderschulen ganz selbstverständlich einen erheblichen Teil des Systems mit.
A13 für Lehrkräfte ist richtig. Ebenso richtig ist es, Funktions- und Beförderungsämter entsprechend anzuheben. Aber wer über eine gerechte Besoldungsstruktur spricht, darf diejenigen am unteren Ende dieser Struktur nicht einfach vergessen.
Für Fachlehrer:innen bedeutet die große Besoldungsreform bislang vor allem eines: Nullrunde.
Gleiche bzw. vergleichbare Arbeit und Verantwortung, aber weiterhin ein Abstand von mehreren Besoldungsgruppen. Ausgerechnet diejenigen, die vielerorts unverzichtbar dafür sind, dass Unterricht und Förderung überhaupt funktionieren, bleiben außen vor.
Eine Reform des Besoldungssystems sollte deshalb nicht bei A13 beginnen und dort enden. Fachlehrer:innen gehören endlich mit auf die Tagesordnung.
Fachlehrkräfte mit A9 gibt’s aber nur in ganz wenigen BL.
macht es nicht besser für diese, oder?
Länderspezifisch halt. Wo anders wären die Fachlehrkräfte mit ihrer Ausbildung keine Lehrkräfte.
Am Gymnasium ist es Standard, dass Studienräte umfangreiche Aufgaben ohne Beförderung übernehmen und ggf. dies nur mit Stundenentlastung „bezahlt“ wird. Vielleicht sollte man den Grundschullehrkräften die Arbeitsbelastung der Lehrkräfte mit A13 an einem Gymnasium mit Unterricht bis 15:45 mal vor Augen führen.
Gut, dass es an anderen Schulen bzw. Schulformen keine umfangreichen Arbeiten arbeiten gibt, die ebenfalls ohne Höhergruppierung erledigt werden müssen.
Die Menschwerdung beginnt eben doch nicht bei A13, sondern bei A13Z.
Sach ich doch, A13 für Kreti und Pleti bringt alles nur durcheinander:)
Ehm das ist keineswegs nur an Gymnasien so. Und auch an Real- und Gesamtschulen ist Unterricht bis spätnachmittags und unbezahlte Zusatzaufgaben zuhauf. Die Beförderungsämter sind aber mit mehr Arbeit verbunden genau wie am Gymnasium auch.
Lassen Sie sich gerne für 2 Jahre in die Grundschule abordnen – das ist bestimmt Schlendrian für Sie – aber vergessen Sie nicht, dort anzukündigen, dass Sie nicht geschont werden wollen, sondern als vollwertiges Mitglied des Kollegiums für alle notwendigen Aufgaben zur Verfügung stehen.
„Am Gymnasium ist es Standard, dass Studienräte umfangreiche Aufgaben ohne Beförderung übernehmen und ggf. dies nur mit Stundenentlastung „bezahlt“ wird.“
Ist in Sek-I-Schulen auch so, nur meistens ohne Stundenentlastung.
GY Deputat = 25,5 Stunden
GS Deputat = 28 Stunden
Wenn Sie jeden Tag bis 15.45 Uhr in der Schule sind, haben Sie 4,5 Freistunden pro Woche, also fast jeden Tag eine.
An der Grundschule gibt es jedoch maximal 25 reguläre Stunden in der Stundentafel, so dass man diese ALLE nehmen muss —> 5×5 Stunden ohne Unterbrechung PLUS noch 3x eine Zusatzstunde (Förder/DAZ/AG…).
Klingt gar nicht so entspannt, oder?
Zum Thema Entlastung für Zusatzaufgaben:
Sie beklagen, dass Sie „nur“ Stundenermäßigungen dafür bekommen.
Stellen Sie sich vor: Wir kriegen nicht nur nicht mehr Geld (es gibt ja gar keine Funktionsstellen außer SL), sondern auch keine Entlastung für irgendwas. Krass, oder?
Aber das ist aus Ihrer Sicht bestimmt gerechtfertigt, denn Sie haben ja vor 30 Jahren zwei bis drei Seminare mehr besucht.
Warum bekommen Fachlehrer bei einer Wochenstunde mehr nur A10 in bw? Gleiche Schule, gleiche Kinder wie die A13 Kollegen.
Selbe Arbeit selber Lohn!
Das ist immer noch die größte Sauerei!
Ich habe Fachlehrer bisher nur in beruflichen Schulen kennengelernt als Aufsicht in einer Werkstatt, ohne Unterrichtsverpflichtung. Mir sind andere Fachlehrer gänzlich unbekannt. Außerhalb der Berufskollegs kenne ich Fachlehrer nur als ganz normale A13-Lehrer ihres zu unterrichtenden Faches (z.B. Fachlehrer für Physik, Fachlehrer für Deutsch usw.).
Viele Mitleser, einschließlich mir, werden also gar nicht wissen, worüber Sie überhaupt reden.
Lehrer haben den Vorteil, dass ihre ersten Verwendungen bereits sehr hoch eingestuft sind. Auf Bundesebene rechtfertigt ein Studium (Diplom/Master) die Einstufung ab A9 – je nach Studium bis A13 (z.B. Jura, Medizin).
Mangelnde Aufstiegsmöglichkeiten könnte man auch mit einer niedrigeren Ersteinstufung erreichen. Will natürlich niemand, weil schlechter als der Status Quo. Wäre trotzem die Regel im öffentlichen Dienst – nicht die Ausnahme. Immer gut die eigenen Privilegien auch zu kennen.
Quark, mit bestandenem Assessorenexamen erfolgt bei Übernahme die Eingruppierung zu A13. Die Eingruppierung in A9 liegt ein Bachelor Degree sowie eine erfolgreich abgeschlossene Anwärterzeit zugrunde.
Lustig, dass CB auch gerade die StEx-Abschlüsse aufzählt … In Bayern haben wir diese ja noch … Dass man das nicht selbst dann checkt.
… und dabei einen Haufen StEx-Abschlüsse unter den Tisch fallen lässt.
Bestätigt nur, dass Betroffene ihre Privilegien wenigstens kennen sollten.
Abschluss Master bspw. im GB BMVg führt nicht automatisch zur Einweisung auf A13 und Übernahme in den höheren Dienst. Hauptsache in der bequemen Echokammer rumgiften…
Omg, das ist in allen Geschäftsbereichen des ÖD so, da das Verzahnungsamt zwischen dem ersten und dem zweiten Einstiegsamt der Laufbahngruppe II mit A13 vergütet wird. Regierungsoberamtsräte der Landesverwaltung werden ebenso mit A13 vergütet wie junge Regierungsräte, die Höhe der besoldung unterscheidet sich lediglich durch die unterschiedlichen Erfahrungsstufen. Bei der Polizei das gleiche bei EPHK und PR, bei der Bw sind es der Stabshauptmann und der Major, Beüglich der Schulen, hier in NRW erhalten alle Lehrkräfte mit Master-Degree und bestandenem Eingangsamt jetzt A13, abhängig von der Schulform und der Lehrbefähigung für die SekI+II wird aber eine Strukturzulage (Ratszulage) gewährt. Die Betreffenden erhalten als im Gegensatz zu allen anderen Lehrkräften im Einstiegsamt A13Z.
Unsinn!
Ein Diplom(Univ.)/Master(FH/Univ.) rechtfertigt in jedem Bundesland und Behörde den Zugang zu A13.
Eine geringe Einstufung ist überhaupt nicht möglich, denn
a) dann müssten die Angestellten ebenfalls niedriger belohnt werden (wobei ich den ÖD bereits jetzt als unterbezahlt im Angestelltenverhältnis empfinde),
b) Wenn bei A13 gekürzt werden soll, dann muss es auch bei A12, A11, … , A1. Haben Sie das letzte Urteil hierzu verpasst?
c) Wie soll der ÖD überhaupt noch vernünftiges Personal finden, wenn er Dumpinglöhne zahlt? Bereits heute findet der ÖD nicht genügend Personal (und nein, Resterampe geht eben nicht immer klar)
Bei A14 mit halber Stelle bekomme ich für 8 Stunden Mehrarbeit im Monat ca. 70€ netto obendrauf. Ich finde nicht wirklich, dass sich das finanziell lohnt.
Also Mehrarbeit zählen aber nur Unterrichtsstunden, nicht der ganze Kram außenruum
Die Klage halte ich substanziell für richtig, da sonst die Perspektive für verantwortungsvolle Aufgaben fehlt.
Allerdings finde ich die Besoldung A13 für das Einstiegsamt für viel zu hoch bemessen, wenn ich das mit anderen Beamtenberufen wie Polizei und Feuerwehr vergleiche. Der Leiter einer Polizeidienststelle zB, der etwa 80 Mitarbeiter führen muss, verdient das gleiche wie ein Grundschullehrer. Das halte ich für ungerecht. Dazu kommen noch die Arbeitszeiten dazu. Oder sind Lehrer dafür bekannt, auch spät abends oder sogar nachts oder am Wochenende zu arbeiten?
Und von den zusätzlichen Urlaubstagen , ach ne, das heißt ja unterrichtsfreie Zeit, wollen wir mal gar nicht sprechen.
Polizeibeamte
„Oder sind Lehrer dafür bekannt, auch spät abends oder sogar nachts oder am Wochenende zu arbeiten?“
o.O
Wo liegt denn die Altersgrenze für Beamte des Wach- und Wechseldienstes – aka Streifenhörnchen, also die Jungen und Mädels, die morgens von Mami alle gleich angezogen werden.
Btw 80 Leute, das ist eine mittlere Polizeiwache. Eine Wache hat ca. 50 bis 150 Polizeibeamt*innen.
In der Regel wird eine Polizeiwache von einem EPHK (A13) geleitet, dabei wird er von Dienstgruppenleitern (POK oder PHK) unterstützt. Große Wachen werden manchmal auch von PR geleitet. Die Wachen unterstehen einer Polizeiinspektion mit eigener Leitung, die dem hD zuzurechenen ist.
„Oder sind Lehrer dafür bekannt, auch spät abends oder sogar nachts oder am Wochenende zu arbeiten?“
Ja, sind sie. Es gibt ja eine Menge Arbeitszeitstudien, die genau das gerichtsfest belegt haben. Das Land NDS hat die Studie, die vor 10 Jahren vorgestellt wurde, anerkannt. Entlastungen gab es aber nicht.
Aber da sich die Länder der Arbeitszeiterfassung erwehren, die sie nach EU-Recht längst hätten umsetzen müssen, wird die Arbeitszeit nicht erfasst und Überstunden nicht ausgeglichen
Ich freue mich über die Apps, die das in Hessen, Berlin und demnächst in Niedersachsen (für nach den Herbstferien angekündigt) mit großer Datenmenge belegen werden.
„Und von den zusätzlichen Urlaubstagen , ach ne, das heißt ja unterrichtsfreie Zeit, wollen wir mal gar nicht sprechen.“
Doch, wollen wir. Unterrichtsfreie Zeit ist eben kein Urlaub, sondern kann als Homeoffice angesehen werden. Während Schüler:innen Ferien haben, haben Lehrkräfte zwar keinen Unterricht, dennoch aber viele andere außerunterrichtliche Aufgaben. Innerhalb der unterrichtsfreien Zeit muss der Urlaub liegen und eigentlich müsste auch noch der Überstundenausgleich erfolgen.
Aber das Land erhebt ja die Arbeitszeit nicht, entsprechend findet kein Ausgleich statt. In einigen Bundesländern muss man seinen Urlaub für die Ferienzeit und die Abwesenheiten angeben und steht in der anderen Zeit für etwaige Aufgaben zur Verfügung. Die Aufgaben, die man selbstständig erledigt, legt man drumherum.
Gerechtigkeit ist eh nur eine Illusion :
Alle wissen doch, dass Lehrende vormittags recht und nachmittags immer frei haben.
Deswegen gibts auch keine freien Stellen mehr in Schulen.
„Allerdings finde ich die Besoldung A13 für das Einstiegsamt für viel zu hoch bemessen, wenn ich das mit anderen Beamtenberufen wie Polizei und Feuerwehr vergleiche.“
Sie wollen mitreden, haben aber nicht einmal eine Ahnung, wie die Eingruppierung im Öffentlichen Dienst funktioniert. Im gesamten Öffentlichen Dienst wird entsprechend der geforderten Ausbildung eingruppiert. Das ist bei der Feuerwehr, Polizei, Militär und eben Schulen nicht anders. Von einem Lehrer wird mindestens ein Master gefordert, von einem Streifenpolizisten nicht – dennoch gibt es auch bei der Polizei Stellen, die als Zugang einen Master erfordern und die bekommen natürlich auch eine Eingruppierung nach A13.
„Der Leiter einer Polizeidienststelle zB, der etwa 80 Mitarbeiter führen muss, verdient das gleiche wie ein Grundschullehrer.“
Was ist daran ungerecht? Lehrer betreuen oft mehr als 80 Kinder und tragen sogar mehr Verantwortung, denn Polizisten verhalten sich in der Regel nicht irrational. Die Betreuung von 80 Erwachsenen mit Ausbildung und Erziehung (nach überstandener Aussortierung für den Job), dem der Stiefel der Verbeamtung im Nacken sitzt (Disziplinarstrafe) dürfte ein easy going sein.
„Dazu kommen noch die Arbeitszeiten dazu. Oder sind Lehrer dafür bekannt, auch spät abends oder sogar nachts oder am Wochenende zu arbeiten?“
Das ist kommt bei Beamten der Polizei oben drauf. Lehrer bekommen weder Wochenend-, noch Nachtzulagen und Überstunden werden dem Lehrer auch nicht bezahlt…
„Oder sind Lehrer dafür bekannt, auch spät abends oder sogar nachts oder am Wochenende zu arbeiten?“
Passiert regelmäßig… nur im Gegensatz zur Polizei alles ohne Zulagen oben drauf.
„Und von den zusätzlichen Urlaubstagen , ach ne, das heißt ja unterrichtsfreie Zeit, wollen wir mal gar nicht sprechen.“
Wayne? so gleicht das die unbezahlten Überstunden (vielleicht) aus. Und was lernen wir nun daraus: jeder Beruf hat seine Vor- und Nachteile.
„Oder sind Lehrer dafür bekannt, auch spät abends oder sogar nachts oder am Wochenende zu arbeiten?“
Simple Antwort: JA, dafür sind wir bekannt.
Weiterführend: sogar in den Ferien.
Wenn ich richtig nachgelesen habe, beträgt eine A13-Besoldung zwischen 4.850 und bis zu 5.400 Euro. Und da wird sich drüber beschwert? Armes Deutschland, kann ich da nur sagen. Selbst unter der Berücksichtigung, daß man für diese Ausbildung viel unbezahlte Zeit investieren muß, ist das ein schönes Stück Geld, daß Millionen andere nicht bekommen.
Wie viel ist denn deiner Meinung nach Schulbildung wert? Ich finde die Besoldung für so viel Verantwortung noch zu wenig
Einzig sinnvolle Entscheidung:
– Keine Lehrer mehr verbeamten, denn es ist eine sehr wichtige, aber keine hoheitliche Aufgabe (sonst müssten auch alle Ärzte, Pflegekräfte und Müllabfuhr verbeamtet werden).
– Beamte in die Rentenkassen und GKV intigrieren (damit wird auch das 2 Klassen Gesundheitssystem abgeschafft, weil PKV ohne Beamte nicht überlebt)
Ok, Boomer
Springer gefällt das.
Und, rühren sich die „Lehrerverbände“ auch mal bezüglich der eklatanten Gehaltsunterschiede zwischen angestellten und verbeamteten Lehrkräften? Irgendwie ist da „still ruht der See“.
Sind Sie denn zumindest ein stilles Mitglied in einem der Verbände?
Unterschied ca. 275.000 Euro über ein Arbeitsleben. Bei gleicher Ausbildung, Aufgaben, Verantwirtung, Stundenzahl, Schüler etc.
Wie kann dieser Misstand weiterhin bestehen??
ich bin der selben meinung wie nico, 1.september geschrieben. Wer mit kindern arbeitet sollte es mit innerer einstellung und der liebe zu seinen beruf tätigen. Jedoch geht es nur ums geld und um das eigene ich. Lehrkräfte sind ein teil der arbeitenden gesellschafft, nicht mehr oder weniger. Den ihr studium wurde zum allergrößten teil vom steuerzahler finanziert. Also sollen sie nicht immer von dem hohen pferd jammern. Sie sind keine götter, wenn sich auch viele so aufspielen. Unser schulniveau sprich PISA spricht eine sprache des unqualifizierten und ignoranten lehrer/in. Hohe bezahlung, oft verbeamtung und viel mehr urlaub als der normalo. Diese jammerer können ja auch mal etwas anderes arbeiten. Körperlich, viel weniger bezahlung, weniger urlaub und dann noch mit 67 statt mit 58 jahren in rente gehen und die halbe rente erwarten. Mal sehen wie sie reagieren.
Ist in allen akademischen Berufen so, dass die Allgemeinheit und nicht der spätere AG die Kosten des Hochstudiums trägt.
Genau. Alle Menschen sollen aus Liebe zu ihrem Beruf arbeiten und bitte immer mit ihrer Bezahlung zufrieden sein! *Ironie off
„Wer mit kindern arbeitet sollte es mit innerer einstellung und der liebe zu seinen beruf tätigen.Jedoch geht es nur ums geld und um das eigene ich. Lehrkräfte sind ein teil der arbeitenden gesellschafft, nicht mehr oder weniger.„
Und die Fußballer sollten sich freuen Fussball spielen zu dürfen…
Die Maurer ihrer Ergebnis bewundern…
Den Ärzten sollte es Lohn genug sein Menschen geholfen zu haben…
Leben Sie mal weiter in ihrer Einhorn-Regenbogenwelt oder … oder sollte das gar ein schwacher Versuch einer moralischen Erpressung gewesen sein?!
„Den ihr studium wurde zum allergrößten teil vom steuerzahler finanziert.“
So wie bei jedem anderen auch, der oft sogar noch besser verdient.
„Sie sind keine götter, wenn sich auch viele so aufspielen.“
Also ich schon und die Frauen lieben mich.
„Hohe bezahlung, oft verbeamtung und viel mehr urlaub als der normalo.“
Klar, sonst hätte ich den Vertrag nicht unterschrieben. Messi spielte bestimmt auch nicht aus Zufall bei FC Barcelona und nicht bei der SG Wattenscheid 09.
„Diese jammerer können ja auch mal etwas anderes arbeiten. Körperlich, viel weniger bezahlung, weniger urlaub und dann noch mit 67 statt mit 58 jahren in rente gehen und die halbe rente erwarten.“
Warum sollte ich das tun? Ich habe einen Beruf erlernt, der absolut nachgefragt ist. Sie wissen schon, Angebot und Nachfrage und so…
„Mal sehen wie sie reagieren.“
Mit Häme natürlich.
Haben die Betroffenen ernsthaft gedacht, dass sich die Erhöhung der Eingangsämter bis zur Endstufe auswirkt und faktisch sämtliche Lehrkräfte befördert werden, nur um den Abstand zu den Eingangsämtern zu wahren? Ein Abstandsgebot gibt es nur in der untersten Stufe im ö.D. zur Sozialhilfe und keinesfalls in höheren Ämtern. Sie sollen mal die Kirche im Dorf lassen. Besondere Leistungen könnten durch Zulagen abgedeckt werden.
Es gibt ein Abstandsgebot zwischen den Besoldungsstufen. In NRW verliert man z.B. eine Erfahrungsstufe beim Beförderungsaufstieg – also z.B. von E11/6 zu E13/5. der Wechsel von E11 zu E12 ist nicht möglich, da es sich dabei eben um keine Beförderung handelt.
Ein weiterer Schlag ins Gesicht für alle Lehrer und Fachlehrer die an einem SBBZ arbeiten.
Von A/E 13 leider weit entfernt. Ausnahmen die Sonderschullehrer, aber allerdings auch die Grund-Hauptschul- Real- und Gymnasiallehrer die inzwischen an einem SBBZ arbeiten, fern einer sonderpädagogischer Ausbildung ihre bisherige Besoldung natürlich behalten.
Auch fachfremde Quereinsteiger deren einstige akademische Ausbildung anerkannt wird. werden in 13 eingestellt. Sind dann z.B. Praktikant bei einem sonderpädagogischen Fachlehrer/Klassenlehrer der zwischen A9 und teilweise A11 ist.
Weiter so.
Wieso genau sollten Geundschullehrer das gleiche verdienen wie Sek II-Lehrer? Nur weil die Berufsbezeichnung die gleiche ist? Wollen wir dann Kindergärtner und Professoren auch Lehrer nennen? Alles, nur um uns nicht eingestehen zu müssen, dass Gleichmacherei schon immer ein Irrweg war?
„Wieso genau sollten Geundschullehrer das gleiche verdienen wie Sek II-Lehrer? Nur weil die Berufsbezeichnung die gleiche ist?“
Nein, weil beide einen Hochschulabschluss auf Masterniveau haben und sich die Eingangsbesoldung ausschließlich (!) danach richtet.
„Wollen wir dann Kindergärtner und Professoren auch Lehrer nennen?“
Auf keinen Fall würde ich Hochschullehrer als Lehrer bezeichnen.^^
„Alles, nur um uns nicht eingestehen zu müssen, dass Gleichmacherei schon immer ein Irrweg war?“
Geil, schön noch einen rausgehauen, Cato wäre (gar nicht mal so) stolz auf Sie.
Gesamturteil: insinuierende und uninformierte Falschbehauptung im ersten Satz, peinliche Polemik, die komplett nach hinten losgeht im zweiten Satz und eine Springer-Parole im letzten Satz – heute leider kein Foto für Sie.
Da hilft nur eins: Keine Beamten mehr an Schulen und Hochschulen! Aber welche Regierung traut sich das zu??
Trauen – vielleicht. Aber welche Landesregierung kann das finanzieren? Aktiv sind sie billiger, aber wie wird man sie nach der Pensionierung los?
Keine Ärzte mehr in Krankenhäuser, die sind zu teuer!
Da frage ichmich doch , warum sind Erzieher nicht Verbeamtet? Haben sie doch eine höhere pädagogische Verantwortung als ein Lehrer meiner Meinung nach.!
Gut, wie viele Erzieher im Landesdienst kennen Sie? Und können die privaten Träger, die im Auftrage der Kommunen die Kitas betreiben, als Private ihr Personal überhaupt verbeamten?
A13 für Grundschulen finde ich schon zu viel. Ja, dort wird wichtige Arbeit geleistet. Grundlagen geschaffen. Aber trotzdem hat man an einer Grundschule weniger Belastung als an einer Berufsschule oder Gym-Oberstufe!
Wenn nun noch die Beförderungsstellen in den Grundschulen A14 oder Schulleitungen A15/A16 bekommen, läuft alles aus dem Ruder. Dann werde ich im nächsten Leben keiner Lehrer am BK, sondern mache A14 an der Grundschule. Im Vergleich zu A14 am BK ist das easy Money.
Stimmt, nur dann muss man die Anforderungen an das Berufsbild absenken. Um in der laufbahngruppe II, erstem Einstiegsamt mit A9 vergütet zu werden reicht als Hochschulabschluss ein Bachelor-Degree bzw. der Abschluss einer höheren Fachschule (staatl. gepr. Lehrkraft aka Fachlehrkraft (sihe BY).
Ehrlich gesagt stimmt an dem von Ihnen kommentierten Kommentar so ziemlich nichts. Haben Sie etwas gefunden, das stimmt? Was mag es sein?
„Aber trotzdem hat man an einer Grundschule weniger Belastung als an einer Berufsschule oder Gym-Oberstufe!“
Joah, das schreiben Sie hier so locker mit Ausrufezeichen hin. Haben Sie es persönlich ausprobiert?
Wir Grundschullehrer kennen alle die Fälle: abgeordnete Lehrer der „höheren“ Schulformen, die bei uns merken, das all die Dinge, auf denen sie sonst wie selbstverständlich aufbauen, erstmal vermittelt werden müssen, und zwar kleinschrittigst.
Sich auf das kindlichen Denken und Erleben von 25 kleinen Individuen einzulassen, ist nicht nur anstrengend – was jeder Mensch mit Kindern bestätigen wird, sondern auch höchst anspruchsvoll. Und da ICH tatsächlich den direkten Vergleich habe (ich hatte schon Lehrtätigkeiten in Hauptschule, Grundschule, Universität und Erwachsenenbildung) kann ich Sie versichern: Sie brauchen sich nicht grämen, wir machen machen gar nicht jeden Abend Party und lachen über Sie. Echt. Versprochen!
Auch bezüglich der „Beförderungsstellen“ kann ich Sie beruhigen: Es gibt pro Grundschule – egal welcher Größe ohnehin nur ZWEI, und zwar die Schulleitung. Also nix mit mal die Bücherei aufräumen und 10 Bücher bestellen für A14.
Für A14 an der Grundschule MÜSSEN sie in die Schulleitung, es gibt keine andere Möglichkeit.
Der Netto-Unterschied zwischen A13 und A14 beträgt je nach Stufe etc. so etwa 150-400 Euro.
Würden SIE dafür eine Schule leiten UND 16 Stunden Unterricht geben?
Für eine Schulleitung – ganz egal welcher Schulform – wäre A15 das blanke Minimum. Und man sieht es ja auch: Diese Stellen bleiben in der Grundschule sehr oft sehr lange unbesetzt, weil keiner so einen schlechten Deal macht.
Um Sie NOCH weitergehend zu trösten, möchte ich Ihnen abschließend noch einen Tipp für gute Laune geben. Schauen Sie in Ihr Amtsblatt nach den aktuellen Stellenausschriebungen und zählen Sie nach, auf wie viele Stellen im Ministerium oder im Landesinsititut sich Grundschullehrer so bewerben können. Tut gut, oder 😉
Ist das noch gerecht?
Über das gesamte Erwerbsleben gerechnet – Einkommen, Sozialabgaben und Altersversorgung zusammen – kommt ein verbeamteter A13-Lehrer gegenüber einer normalen Fachkraft in einer realistischen Modellrechnung auf einen wirtschaftlichen Vorteil von rund 2.000 Euro im Monat.
Da sollte sich jeder einmal die Frage stellen: Ist diese unterschiedliche Behandlung heute noch gerechtfertigt? Und vor allem: Warum müssen Lehrer überhaupt noch Beamte sein?
Lehrer sollen für ihre Arbeit ordentlich bezahlt werden – keine Frage. Aber Millionen andere Beschäftigte leisten ebenfalls unverzichtbare Arbeit, zahlen in die Sozialversicherungen ein, tragen Beschäftigungsrisiken und erhalten später eine gesetzliche Rente. Warum braucht ausgerechnet der Lehrer ein eigenes Besoldungs-, Absicherungs- und Versorgungssystem?
Die Antwort „Dann hätten Sie eben Lehrer werden können“ reicht nicht. Ein Systemunterschied wird nicht dadurch gerechtfertigt, dass theoretisch auch andere diesen Beruf hätten wählen können.
Wenn Sie das alles einkassieren, macht den Bums halt keiner mehr. Oder Sie erhöhen – was Sie wegen der SV sowieso schon massiv müssten – die Bezüge. Dann haben Sie aber nix gespart, im Gegenteil.
Bezüglich Ihres tief empfundenen Ungerechtigkeitsgefühls: Vielleicht hilft es auch, weniger Welt, nius und Bild zu konsumieren?
Warum brauchen Ärzte, Architekten, Rechtsanwälte, Steuerberater, Apotheker oder Landwirte ein eigenes Versorgungssystem?
Wir sind alle für unterschiedliche Aufgaben ausgebildet worden. Der Gymnasialkollege mit Mathe und Physik ist mit der Aufgabe einer Primarstufe das Lesen und Schreiben beizubringen genauso überfordert wie der Primarkollege mit der Klausurarbeit Physik in der Oberstufe. Wenn ich hier eine Wertung ansetzen würde, leisten die Kollegen in den Primarstufen die wichtigste Arbeit von der die Kollegen in der Oberstufe dann später profitieren.
Deshalb ist die Gleichstellung aller Lehrer mit den gleichen Beförderungsmöglichkeiten der einzig richtige Weg.
Vielen Dank für diese Stimme der Vernunft.