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Digitale Lösungen sollen Lehrkräfte entlasten – machen aber mitunter viel zusätzliche Arbeit (ein wissenschaftlich dokumentierter Fall)

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GÖTTINGEN. Digitalisierung soll Schulen effizienter machen und Lehrkräfte von Arbeit entlasten. Doch neue technische Lösungen können Aufgaben nicht nur vereinfachen, sondern zugleich neue hervorbringen. Wie das konkret aussehen kann, zeigt eine ethnografische Fallstudie an einer Integrierten Gesamtschule. Ausgerechnet der Versuch, die Weitergabe von Unterrichtsmaterialien und Erfahrungswissen digital besser zu organisieren, entwickelt sich dort zu einer fortlaufenden, sich auswachsenden Aufgabe.

Lehrerkonferenz. (Symbolbild.) Illustration: News4teachers

Das Problem: Auf der digitalen Plattform einer Gesamtschule haben sich so viele Unterrichtsmaterialien angesammelt, dass eine Fachbereichsleiterin von „Datenmüll“ spricht. Sie berichtet, „dass auch unsere Kollegen uns rückmelden, dass sie unzufrieden sind damit, was da für, ich sag mal, Datenmüll […] rumliegt und keiner fühlt sich richtig verantwortlich dafür, das zu sortieren oder so“. Die Sorge: „Wissen [geht] verloren, weil die guten Ideen dann nicht weitergetragen werden.“ Weitergegeben werden sollen „die guten […] die zielführenden Sachen“ – im Kollegium ist bald von „Perlen“ die Rede.

Die vermeintliche Lösung: ein neues digitales Werkzeug, das sogenannte Curriculums Tool. Es soll einen zentralen, strukturierten Ort für bewährte Materialien schaffen. Doch damit beginnt eine Kette neuer Fragen. Wer entscheidet, was eine „Perle“ ist? Wer stellt die Materialien ein und beschreibt sie? Wer hält sie aktuell? Und vor allem: Wer löscht, was nicht mehr gebraucht wird?

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Diesen Prozess haben die Bildungsforscherinnen Prof. Kerstin Rabenstein, Prof. Andrea Bogner, Prof. Marta García García von der Universität Göttingen und Leslie Wathsack von der Universität Wuppertal untersucht. Für ihre Studie „‚Für jede Lösung ein Problem?‘ Eine Praxeographie zur Wissensweitergabe in einem Kollegium als Herausforderung der Schulentwicklung“ beobachteten sie 2022 und 2023 fünf Monate lang an mehreren Tagen pro Woche den Schulalltag der Integrierten Gesamtschule. Hinzu kamen unter anderem Interviews mit zwei Fachbereichsleitungen und acht Lehrkräften. Der Beitrag ist nun in der „Zeitschrift für Bildungsforschung“ erschienen.

Die Ausgangslage: Die Schule hat bereits feste Strukturen für die Wissensweitergabe. Eine davon ist die sogenannte Staffelübergabe: Am letzten Tag der Sommerferien übergibt ein Jahrgangsteam Materialien und Erfahrungen an das nachfolgende. Eine Lehrkraft schätzt diesen Austausch ausdrücklich: „dass es die überhaupt gibt, finde ich halt klasse. […] dass man diesen Zeitslot hat, ist ja Gold wert“.

Weitergegeben werden soll nicht nur Unterrichtsmaterial, sondern auch Erfahrungswissen. Eine Fachbereichsleitung nennt es „weiches Wissen“: „Also dieses weiche Wissen, das man auch nicht im Internet nachgelesen bekommt […] Wie ist es mit den iPads? Wie können wir die nutzen? Wie ist es mit den TG[Tischgruppen]-Arbeiten? Das steht halt so nicht in den Curricula, das steht nicht in den Lehrwerken, und das wären so die ja vielleicht so die wichtigsten Aspekte, weshalb wir die auch immer so betonen, dass die weitergegeben werden.“

„Weder Checklisten und Formulare noch das eingesetzte digitale Tool können die Entscheidung über das, was bleibt bzw. bleiben soll, und das, was nicht bleibt bzw. gelöscht werden soll, übernehmen“

Allerdings unterscheiden sich die Übergaben von Team zu Team. „Also es kommt auch sehr auf den Jahrgang an, der einem das gibt, wie organisiert und wie viel Material die teilen“, berichtet eine Lehrkraft. Die Schule reagiert mit Checklisten und Tabellen, um die Weitergabe stärker zu vereinheitlichen. Doch das Problem der wachsenden digitalen Materialmenge bleibt.

Das neue Curriculums Tool soll deshalb nicht wieder zur bloßen Ablage werden. Bei einer schulinternen Fortbildung wird festgehalten: „Insbesondere soll das CT einen ‚Grundstock‘ mit bewährten Materialien geben und keine ‚wahllose Sammlung‘. Es gehe jetzt auch ums ‚Aufräumen‘ und dann würde der Versuch gestartet, […] mit Archiven zu arbeiten, um auch nicht Dinge zu ‚verlieren‘.“

Doch ein solcher „Grundstock“ entsteht nicht von allein. Lehrkräfte müssen auswählen, welche Materialien hineingehören, sie einstellen, Kompetenzen zuordnen und Unterrichtseinheiten strukturieren. Schon bei der Einführung wird die dafür notwendige Zeit zum Thema. Eine Beteiligte merkt an, „dass dieses Füllen des Tools aber nicht im laufenden Betrieb passieren, sondern dafür ein Termin gefunden werden müsse“. Bei einer späteren Reflexion heißt es, „dass das Füllen des Curriculums Tools Zeit brauche, dass es aber wenig Zeit […] gebe“.

Und selbst wenn Zeit vorhanden ist, bleibt die Auswahlfrage. Bei einem Treffen der Fachbereichsleitungen wird nach Kriterien für die „Perlen“ gefragt. Eine Beteiligte antwortet: „Wenn man etwas als Perle sieht, scheint das ja gewisse Kriterien zu erfüllen. Wenn wir Kriterien vorgeben, dann hemmt das die Leute vielleicht eher, etwas hochzuladen.“ Ohne Auswahl droht erneut eine übervolle Sammlung. Zu strenge Kriterien könnten wiederum verhindern, dass Lehrkräfte überhaupt Materialien einstellen. Die Entscheidung darüber, was bewahrenswert ist, kann das digitale Werkzeug nicht treffen.

„Wir haben eine dreiviertel Stunde diskutiert, dass nur Perlen hochgeladen werden und die Kolleg*innen haben am Ende trotzdem ganze Unterrichtseinheiten hochgeladen“

Noch deutlicher wird das, sobald die Sammlung wieder verkleinert werden muss. In einer Besprechung fällt die Frage: „wer schmeißt da auch mal was raus?“ Später berichtet eine Fachbereichsleitung, das Curriculum Modul sei bereits „relativ voll“. Materialien, die beispielsweise nicht mehr zum neuen Kerncurriculum passen, müssten irgendwann „getilgt“ werden. Doch auch das hat eine kollegiale Seite: „Damit tritt man dann jemanden auf die Füße.“

Denn mit dem Löschen wird über Material entschieden, das jemand anderes eingestellt hat. Die technische Pflege wird damit zugleich zu einer sozialen Aufgabe: Es braucht Zuständigkeiten und Entscheidungen darüber, was bleiben darf.

Wie schwer sich eine gemeinsame Linie herstellen lässt, zeigt eine weitere Szene. Das Kollegium hat darüber gesprochen, nur ausgewählte „Perlen“ hochzuladen. Danach geschieht aber etwas anderes. Ein Beteiligter berichtet: „Wir haben eine dreiviertel Stunde diskutiert, dass nur Perlen hochgeladen werden und die Kolleg*innen haben am Ende trotzdem ganze Unterrichtseinheiten hochgeladen. Da gibt es einfach unterschiedliche Arbeitsweisen.“

Die Fallstudie macht damit Tätigkeiten sichtbar, die in der Theorie leicht hinter dem technischen Werkzeug verschwinden. In der Praxis muss kommuniziert und organisiert, ausgewählt und beschrieben, geprüft, aktualisiert und gelöscht werden. Hinzu kommt die soziale Abstimmung im Kollegium. Kommunikative, organisatorische, redaktionelle und soziale Arbeit greifen ineinander – diese Einteilung ist eine journalistische Systematisierung der beobachteten Tätigkeiten, kein Kategorienmodell der Studie.

Und diese Arbeit endet nicht mit der Einführung der Plattform. Eine Fachbereichsleiterin sagt: „… das A und O wird sein, dass wir dranbleiben, dass wir es in Fachkonferenzen aufgreifen, dass wir es in Staffelübergaben aufgreifen und dass wir ja dem Teil Leben einhauchen. Das ist nicht so, das ist wie, wir haben es jetzt in (lacht) in die weite Welt geworfen, und das ist jetzt etabliert, und das wird jetzt gemacht, sondern es muss auch ständig dann wieder herausgeholt, überprüft, Qualitätskontrolle irgendwie vorgenommen werden, damit das funktioniert.“

Für die Autorinnen liegt darin ein zentraler Befund. Wissen und Materialien können nicht einfach gespeichert und weitergegeben werden, sondern müssen als bewahrenswert ausgewählt werden. Die Annahme, die Wissensweitergabe durch Digitalisierung rationalisieren zu können, bezeichnen sie als „Fiktion“. „Weder Checklisten und Formulare noch das eingesetzte digitale Tool können die Entscheidung über das, was bleibt bzw. bleiben soll, und das, was nicht bleibt bzw. gelöscht werden soll, übernehmen.“

Die Untersuchung belegt dabei weder, dass die Digitalisierung insgesamt mehr Arbeitszeit kostet, als sie einspart, noch, dass das neue Tool gescheitert ist. Eine Arbeitszeitbilanz oder eine langfristige Evaluation waren nicht Gegenstand der Studie. Sichtbar wird vielmehr zusätzliche Arbeit, die notwendig sein kann, damit ein digitales Werkzeug seinen Zweck erfüllt. Ob das neue System an der Schule langfristig für mehr Übersicht sorgt, blieb zum Ende der Feldforschung offen. Eine Fachbereichsleitung formuliert die Unsicherheit mit Blick auf das ursprüngliche Problem: „Mal gucken, frag mich in zehn Jahren nochmal, wenn alles vollgemüllt ist.“

Für die Forscherin Rabenstein und ihre Kolleginnen führt der Fall deshalb zurück zur Frage nach der verfügbaren Arbeitszeit: „Die mit der Nutzung eines digitalen Tools verbundene Intensivierung von Arbeit […] wäre darüber hinaus in der Bildungsforschung zu untersuchen und in der schulischen Praxis kritisch zu berücksichtigen, um entsprechende Zeitressourcen für die Pflege einer Sammlung von Wissen zum Zweck der Weitergabe von Wissen zur Verfügung zu stellen.“ News4teachers

Hier lässt sich die vollständige Studie herunterladen. 

Schule der Zukunft: Nimmt KI Lehrkräften die Arbeit weg? „Hoffentlich!“ – Warum Digitalisierung Schule menschlicher machen kann

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29 Kommentare
unfassbar
22 Tage zuvor

Noch zwei Aspekte fallen mir ein:

Man kann davon ausgehen, dass Lehrkräfte bei selbst erstellten Materialien nicht haarklein prüfen, ob das Urheberrecht vollständig eingehalten wurde. Wer haftet im Zweifelsfall in so einem Fall bei Verstößen?

Als befristet angestellte Lehrkraft würde ich einen Teufel tun, und mein schon selbst erstelltes Material über den Anstellungszeitraum hinausgehend bereitzustellen.

Steißtrommler
22 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Das Urheberrecht spielt meines Wissens so lange keine Rolle, wie die Materialien nicht veröffentlicht werden.
(Da lasse ich mich aber gerne eines Besseren belehren!)
Sollten die Kollegen jedoch auf die Idee kommen, die Materialien auf eine Plattform zu bringen, auf die Schüler und Eltern nach Belieben zugreifen können, wäre ich auch ganz schnell weg.

Einer
21 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Unfassbar! „Mein selbst erstelltes Material dürfen andere nur nutzen solange ich an der Schule bin. Wäre doch unfassbar unverschämt. wenn die anderen vielleicht ein bisschen Zeit sparen durch meine Vorarbeit.“

Gott sei Dank arbeite ich mit Kollegen zusammen die anders sind. Wir fragen einfach in unsere Gruppe, ob jemand Material zu Thema X hat und dann kommt immer irgendwas. Entweder selbsterstellt oder aus dem Netz, aber irgendwas kommt immer. Auch immer mit Hinweisen, ob das Material funktioniert hat oder nicht. Ob und wie ich es einsetze hängt natürlich von mir und meiner Stunde ab.

Unfassbar
21 Tage zuvor
Antwortet  Einer

Gut, dass sie meinen Beitrag nicht gelesen haben. Es ist ein großer Unterschied, während der Dienstzeit Material weiterzugeben oder nach Ablauf der Dienstzeit Material zu hinterlassen.

vhh
21 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Warum? Soll das als eigenes Buch veröffentlicht werden? Meine Nachfolger kenne ich nicht, die dürfen nicht? Irgendwann ist es sowieso veraltet, wenn nicht, fragt vielleicht in 15 Jahren ein Referendar, wer denn so früh schon so etwas erstellt hat.
Bei vielen AG wird Material ‚hinterlassen‘, mit dem Aufgaben organisiert wurden. Meist gehört das sogar dem AG.

dickebank
21 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Ist sogar gesetzlich geregelt. Das Mitarbeiter erfindungsgesetz:
https://www.gesetze-im-internet.de/arbnerfg/BJNR007560957.html

unfassbar
21 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Nur kriege ich vom Arbeitgeber, in diesem Fall das Land, keinerlei Wertschätzung für das Material, das ich formal in meiner Freizeit in vielen 1000 oder 10000 Arbeitsstunden erstellt, durchgeführt und verbessert habe. Nach Ablauf und Nichtverlängerung des befristeten Vertrages soll dann Ihrer Meinung nach dieses Material am Arbeitsplatz bleiben.

Beachten Sie, dass ich durchweg aus der Sicht eines befristet angestellten Lehrers schreibe. Als unbefristet angestellter Lehrer wäre auch mir das Hinterlassen von Material mit der Pensionierung egal.

Nebenbei: Glauben Sie ernsthaft, dass ein Referendar in15 Jahren nach heute erstelltem Material fragen wird? Das wird nur noch sehr bedingt zum Lehrplan und noch weniger zur dann vorliegenden Schülerklientel passen.

Bla
21 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Das mit dem „gehört dem AG“ ist überwiegend Quatsch und oft nen Mythos. Gerade an Schulen.
Der AG hat (oft) ein Nutzungsrecht (für diejenige Schule, an der man AKTUELL ist). Erlöscht dann jedoch auch (normalerweise) mit dem Abgang/Versetzung/Rente/was auch immer … [Also: Unentgeltliches Nutzungsrecht zu Dienstzwecken …bei Beamten demnach wohl enger auszulegen auch? … Es bleibt aber beim einfachen, zweckgebundenem Nutzungsrecht am aktuellen Dienstort. Erlischt demnach auch bei Wechsel.]
Das war’s dann aber auch schon.
Das Urheberrecht bekommt der AG nicht so einfach … Auch wenn er es evtl. gerne hätte und als Mythos verstreut wird.
Artikel 7 Urhebergesetz (UrhG) spricht da
„Gesetz über Urheberrecht und verwandte Schutzrechte (Urheberrechtsgesetz)
§ 7 Urheber
Urheber ist der Schöpfer des Werkes.“
https://www.gesetze-im-internet.de/urhg/__7.html

Im Rahmen der kommerziellen Nutzung darf ich mein Material auch bei bspw. Eduki anbieten und verkaufen.
Je nach „Abmachung/Vertrag“ und Bundesland [insb. Beamtentum] kann es jedoch sein, dass man (theoretisch) eine Anzeige- und/oder Genehmigungspflicht dem AG über [dann] auch hat. Also bspw. dem Schulamt melden muss. Gilt (ab einem gewissen Betrag) als Nebenverdienst/Nebenjob. [Manche machen das als Hauptjob, aber sehr rar.]

Daher hat unfassbar meines Erachtens [und dem rechtlichen Rahmen her] absolut recht und Recht (darauf).

Wenn man versetzt wird (ausscheidet, was auch immer), dann kann man jedoch Schenkung oder Erlaubnis Materialien (offiziell) hinterlassen. „Früher“ hat man diese ggf. auch bei Übernahme/Übergabe etwas „rausgekauft“. Dies kann man (wie bei Verlagen auch) auch mit der Nennung und Beibehaltung des Namens als Urheber gestalten – oder halt auch nicht.

Das hatte „hier“ ein Prof. einer Uni auch mal so behauptet, dass das Recht bei der Schule bleibt … Nope. Ist halt nicht so. Da vertauscht man es maximal als Transfer mit Wissenschaftlichen Mitarbeitern. Aber klar … Auch die Uni hätte das gerne „oft enger“. Auch dort besteht der Mythos. Meistens eben Unwissen geschuldet. Und dann so weitergegeben. Macht es eben nicht richtiger.
Dass man sogar im Bereich von „Fortbildungen zu Urheberrecht“ diesen Mythos teilweise mit dabei hat … Ist eher ein Zeichen von Absurdität und zeigt wie stark sich der Mythos auch hält. Leider gibt es hier durchaus … Fobis unterschiedlicher Qualität und Richtigkeit. [Oft sind die sich auch nicht ganz einig … Aber Gesetze sind erstmal Gesetze. Soll man halt einklagen und sehr wahrscheinlich dann als AG verlieren … Good Luck.]

unfassbar
21 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Ergänzung: Dasselbe gilt natürlich auch für die Erstellung von Unterrichtsmaterialien, die an die digitale Umgebung der Schule gebunden sind. Wenn ich schon mit viel Aufwand Materialien selbst erstelle, sollen sie auch an einer anderen Schule ohne nennenswerten Mehraufwand noch 1:1 so funktionieren wie an der alten Schule.

Fräulein Rottenmeier
22 Tage zuvor

Sehr guter und treffender Artikel. Und geht uns genauso mit inzwischen zahlreichen Taskcards, auf denen alles mögliche eingestellt ist (ist es einmal drauf, wird es nicht mehr gelöscht ) und noch viel schlimmer mit unserer HP. Da sind auch sooo viele Rubriken und Sachen drauf, dass man – wenn man es wirklich ernst meint – mindestens Tage brauchen würde, um alles zu aktualisieren. Das ist im laufenden Betrieb einfach nicht leistbar.
Und bei Teams kommt noch hinzu, dass nur gelöscht werden kann, wenn man es auch selber eingestellt hat (es sei denn man hat die Adminrechte)…..auch wieder so ein Problem….

Realist
21 Tage zuvor

Noch schlimmer sind Tools, für die man Material entwickelt, und die dann vom Schulträger oder vom Land nicht mehr bezahlt werden, da „zu teuer“… so kann man Arbeitszeit auch verschwenden!

Unfassbar
21 Tage zuvor
Antwortet  Realist

Noch so ein Ding. Ich bin froh, das mein selbst erstelltes Material in weiten Teilen sogar noch analog funktioniert. Einen Ausfall des Netzwerks oder Internets kann ich somit kompensieren und bin nicht auf irgendwelche Plattformen angewiesen.

Fräulein Rottenmeier
21 Tage zuvor
Antwortet  Unfassbar

Ja, wir haben in der Schule glücklicherweise eine Menge Themenkisten (va. SU) mit analogen Material. Und mir ist mein Mathebuch oder meine eigenen erstellten Werkstätten auch näher als so manches digitales Zeug. Zumal es oft nicht wirklich zu meinen Sachen passt.
Was ich aber Klasse finde ist die BiBox von Westermann, passend zum Mathewerk, Deutschwerk und Englischwerk….und unser Dealer stellt uns alles kostenlos zur Verfügung….
Aber daneben eben die Taskcards….erstmal gut, aber das Müllproblem….

Bla
21 Tage zuvor

Bibox und click and teach [Buchner] finde ich auch sehr gut.
Nicht nur in den Hauptfächern, sondern auch in anderen Bereichen [GPG, NT, usw.] ziemlich hilfreich.

Montessori-Materialien empfehle ich auch. Kann man einiges auch an Regelschulen sehr gut hernehmen. Sowohl „richtig“, als auch „zweckentfremdend“.
Sind nur oft eher teuer.

Das Problem mit dem „Müll-Clouding“ hat man dann gerne mal … Teufelskreis dann auch. Und entweder es wird „abgeschoben“ [Medienbeauftragter, oft ohne Deputat dazu] oder es liegt halt so rum.
Eine wirklich vernünftige und gute nachhaltige Struktur kostet eben Zeit, Aufwand und ggf. Nerven/Umsetzungsideen.
Ansonsten wären ja alle Plattformen diesbezüglich „unnütz/doof“.
Das sind durchaus professionalisierte Bereiche [wie meinunterricht/LB (Zusammenlegung)] mit Profis halt …
Wie kommt man auf die Idee, dass „jede Schule“ sowas „nebenbei“ aufzieht/aufziehen kann/aufziehen soll(te) … Dazu stehen eben oftmals einfach keine Kapazitäten bereit. Dazu durchaus Urheber und Rechtsebenen … Also müsste und muss man dies immer aktualisieren (auch rechtlich gesehen bei „Kollege/Kollegin verlässt die Schule – Nutzungsrecht da? Oder Löschung?“. Wer soll das dann prüfen, durchführen und aktualisieren?
Demnach braucht/bräuchte man auch hiermit ein Konzept. Bspw. „Nutzerlöschung“ … Allerdings hängen dann ggf. wieder andere Dateien als Verbund dran und man hat diesbezüglich auf Dateien keinen Zugriff, welche tatsächlich „der Schule gehören (würden)“.
Auch dieses Problem hatten wir schon zu lösen …
Alles halt nicht „so einfach“, wie man es sich teilweise vorstellt.

vhh
21 Tage zuvor

Taskcards sind eine absolute Katastrophe. Irgendwer, meist aus dem Leitungsbereich, arbeitet damit täglich und kennt seine Struktur genau. Alle anderen, die sie nutzen bzw füllen sollen, suchen ewig, in welcher Datei etwas wo eingestellt wurde.

Katinka
22 Tage zuvor

Digitalisierung zur Entlastung? Das würde ich mir lieber bzw. viel mehr bei Verwaltungsvorgängen wünschen, dass man z.B. das Einverständnis von Eltern digital einholen kann, wenn fehlende schriftliche Entschuldigungen bei Krankheit durch die Eltern fehlen, diese automatisch per Mail eingefordert würden (die Erfassung/Krankmeldung ist bei uns immerhin digital), dass man Zahlungen (Eintritt fürs Theater etc.) digital erledigen kann, dass man für eine Dienstreise nicht mehr 3 verschiedene Formulare ausfüllen muss, sondern ein einziges, und das digital. DAS wäre mal eine Entlastung…

mama51
21 Tage zuvor
Antwortet  Katinka

Ooooooh jaaaa! DAS wär`s! 🙂

Rainer Zufall
22 Tage zuvor

„Allerdings unterscheiden sich die Übergaben von Team zu Team.“
Ist halt so. Nicht selten versteigen sich manche Kolleg*innen bei teachersbüro oder whatever, da kann jede/r entnscheiden, wie weit man sich austauschen will
… ist an der Förderschule vielleicht auch nochmal was anderes

Katze
21 Tage zuvor

Wie in der Gesamtschule, so auch am Gymnasium:
Der digitale Datenmüll wächst wie ein pädagogisches Endlager – vollgestopft mit „Material_final“, „Material_final_neu“, „Material_final_wirklich_final“ und endlosen Kompetenzblubber‑PDFs, die fachlich so nahrhaft sind wie Luftpolsterfolie. In den MINT‑Fächern ist inzwischen alles so „materialgestützt“, dass selbst das Material nur verstanden wird durch ein Ergänzungszusatzmaterial und neuerdings sollen wir auch noch gamifizieren. Als ließe sich Fachlichkeit durch Materialschlachten und Klickrituale ersetzen.
Und irgendwo sollen angeblich „Perlen“ liegen. Welch seltenes Naturphänomen, das wohl nur durch lernbegleitende Perlentaucher unter Laborbedingungen in Lernlaboren nachweisbar ist.
Realität: Der digitaler Schrein für „Bewährtes“- die Dreifragehölle:

  • Perlenwahl – Wer bestimmt, was eine Perle ist?
  • Materialpflege – Wer pflegt den Schrott?
  • Altlastenlöschung – Wer löscht den Rest?

Antwort: niemand. Und niemand wird es tun.
Und überhaupt – „Bewährtes“ hat man vielen Oldschool‑Konservativlingen doch längst abgewöhnen wollen.
Für viele lagen die echten Perlen damals, als Unterricht noch vorrangig Wissen und Können vermitteln sollte – bevor vieles zu Klickarbeit und Kompetenzblubbern mutierte:

  • Im Fachlehrbuch, das ohne WLAN funktioniert und fachlich trägt.
  • Im analogen Unterrichtsgespräch, das Denken statt Daddeln erzeugt.
  • Im selbst entwickelten Arbeitsblatt, das strukturiert und fachlich klar das Wesentliche an den Schüler bringt – und das man den Kollegen einfach ins Fach legt, damit es nicht im digitalen Sumpf verrottet.

Generation Daddelfix könnte dabei sogar wieder lernen, sinnerfassend zu lesen und sich selbstwirksam in unterrichtliche Denkprozesse und Diskussionen einzubringen.
Aber nach diesen Perlen taucht ja niemand mehr.

unfassbar
21 Tage zuvor
Antwortet  Katze

Sie haben ein tragendes Fachbuch? Ich nicht, mir ist das aktuelle Verlagsmaterial zu wenig und zu einfach.

Biene
21 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Ich denke Katze bezog sich auf eine Zeit, in der das wirklich noch so war. Das Fachbuchmaterial heute? Ich stimme Ihnen zu, unfassbar, da muss auch auf Messen nach Perlen gesucht werden.

Steißtrommler
21 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Sie haben ein tragendes Fachbuch?
Leifi!!

Hans Malz
21 Tage zuvor
Antwortet  unfassbar

Es gibt ja noch die alten Auflagen, die man (wenn man clever war) nicht weggeworfen hat.

vhh
21 Tage zuvor

Die meisten Chemiematerialien der KuK können wir nur mit einigen Verrenkungen selbst verwenden. Nicht weil sie schlecht wären, einfach weil es so unterschiedliche Konzepte gibt, die alle ähnlich gut oder schlecht funktionieren. Zusammen mit der vorherigen Suche und Anpassung an Niveau und die Besonderheiten der Lerngruppe macht das meist mehr Arbeit als es spart. Vielleicht ist das in so einem Experimentalfach extremer, aber welche Praxisbeispiele und Schülerexperimente verwendet werden, wie stark die Theorie betont wird, das kann sich sehr unterscheiden, vermutlich mehr als beim Thema ‚Zeitformen‘ in Englisch. Es ist eine Abwägung zwischen Zeitaufwand und Nutzen für so einen Pool, wir haben das seit Jahren trotz ernsthafter Versuche nicht wirklich geschafft.

Steißtrommler
21 Tage zuvor
Antwortet  vhh

Bei uns scheitert es im MINT-Bereich schon daran, dass einige Kollegen ihre Arbeitsblätter und Klausuren mit LaTeX erstellen, wie sich das gehört, und einige Ewiggestrige immer noch mit Word oder ähnlichen Wysiwyg-Systemen herumstümpern.
Allerdings KÖNNTE man dieses Problem mittlerweile mit KI lösen, manche Systeme sind richtig gut darin, Dokumente umzuformatieren.

Sepp
20 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Bei uns scheitert es im MINT-Bereich schon daran, dass einige Kollegen ihre Arbeitsblätter und Klausuren mit LaTeX erstellen, wie sich das gehört, und einige Ewiggestrige immer noch mit Word oder ähnlichen Wysiwyg-Systemen herumstümpern.

Ich gehe davon aus, dass das Ironie ist bzw. es bei Ihnen an der Engstirnigkeit einiger Lehrkräfte scheitert, die sehr viel Meinung haben, „wie sich das gehört“ und was Stümperei ist.

Es lohnt sich vielleicht, die betreffenden Kollegen zu fragen, ob diese wirklich erwarten, dass alle MINT-Lehrkräfte, bis zu den Biologen und den Lehrern im Bereich Werken und Textil ihr Material in LaTeX erstellen. Dabei könnten Sie die Kollegen auch fragen, ob Kollegen die eine Geisteswissenschaft als zweites Fach haben dann zweigleisig fahren sollen oder doch lieber alles in LaTeX machen sollen, weil es sich für eine Hand voll Kollegen offenbar so gehört.

Sogar die Zentralabitur-Aufgaben werden in Word erstellt und als pdf rausgegeben – selbst im Fach Informatik!
Vielleicht ist das ja ein Argument für Ihre Kollegen, dass solche Systeme offenbar für die höchsten schulischen Prüfungen genutzt werden, also für normalen Unterricht vermutlich auch ausreichend sein könnten.

Die meisten Chemiematerialien der KuK können wir nur mit einigen Verrenkungen selbst verwenden. Nicht weil sie schlecht wären, einfach weil es so unterschiedliche Konzepte gibt, die alle ähnlich gut oder schlecht funktionieren. Zusammen mit der vorherigen Suche und Anpassung an Niveau und die Besonderheiten der Lerngruppe macht das meist mehr Arbeit als es spart.

Oft baut man ja Chemie-Einheiten so auf, dass bspw. vorher eine Methode kennengelernt wurde, diese später wieder genutzt wird, um eine neue Stoffklasse zu „entdecken“, Vorgänge zu erklären usw. Da kann man nicht einfach isoliert ein Arbeitsblatt nehmen und in die Klasse werfen.

Ansonsten finde ich es auch oft schwer, „fremde“ Chemie-Materialien zu nutzen, ohne die genaue Stunde zu kennen. Ich hatte schon Materialien, die sich mir überhaupt nicht erschlossen haben, nach Rücksprache mit der Kollegin und kleinen Anpassungen aber wunderbare Stunden ergeben haben.

unfassbar
19 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Streng genommen gehört sich ein gut aussehender Formelsatz in Klausuren. Viele meiner Kollegen kommen in Mathearbeiten sogar weitgehend ohne den Formeleditor von Word aus …

unfassbar
19 Tage zuvor
Antwortet  Sepp

Die Abiturklausuren sind wirklich nicht schön gestaltet. Außerdem gehen sie sehr verschwenderisch mit dem Papier um. Wenn ich die Aufgabe wörtlich abschreibe komme ich mit weniger als der Hälfte des Seitenbedarfs aus.

unfassbar
19 Tage zuvor
Antwortet  Steißtrommler

Ich verwende auch LaTeX, aber nur, weil ich es an der Uni lernen musste (wie die meisten meiner Kollegen ähnlicher Fachbereiche und meines Jahrgangs) und beibehalten habe (wie sonst niemand an meiner Schule).