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KMK-Kommission sagt 20 Jahre Lehrermangel voraus – sie empfiehlt: Mehrarbeit für Lehrkräfte, Hybridunterricht, größere Klassen

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Den Schulen in Deutschland steht nach Experteneinschätzung beim Personal noch eine sehr lange Durststrecke bevor. «Das Problem des Lehrkräftemangels wird aller Voraussicht nach in den kommenden 20 Jahren bestehen bleiben», heißt es in einer am Freitag vorgestellten Stellungnahme von Bildungswissenschaftlern für die Kultusministerkonferenz (KMK). Der Mangel bedrohe die Sicherstellung der Unterrichtsversorgung und beeinträchtige auch die Qualität des Unterrichts. Vorgeschlagen wird eine ganze Liste von Maßnahmen, von denen jede einzelne höchst umstritten sein dürfte: von der Mehrarbeit für Lehrkräfte über Hybridunterricht bis hin zu größeren Klassen.

Es brennt im deutschen Bildungswesen. Foto: Shutterstock

Die Ständige Wissenschaftliche Kommission der Kultusministerkonferenz (SWK) empfiehlt zur Bekämpfung des Lehrkräftemangels unter anderem Schritte zur Rückgewinnung von Lehrkräften aus dem Ruhestand oder zur Weiterbeschäftigung von Lehrerinnen und Lehrern über die Altersgrenze hinaus. Die Experten sprechen sich zudem für eine Begrenzung der Möglichkeiten für Teilzeitarbeit aus. Fast die Hälfte – 49 Prozent – der Lehrkräfte arbeiten laut SWK in Teilzeit, hier liege das größte Potenzial, Ressourcen zu erschließen. Die SWK spricht sich dafür aus, die Möglichkeit zur Teilzeitarbeit zu begrenzen, die Reduktion auf unter 50 Prozent der Arbeitszeit etwa sollte nur aus besonderen Gründen möglich sein, ebenso sollten Sabbaticals befristet eingeschränkt werden.

«Selbstverständlich sollte jede Lehrkraft die Möglichkeit haben, ihre Arbeitszeit zu reduzieren, etwa, wenn sie kleine Kinder betreut oder Angehörige pflegt. Eine maßvolle Erhöhung der Arbeitszeit, die vereinbar ist mit Familienverantwortung, hätte jedoch erhebliche Effekte. Viele Bundesländer bemühen sich außerdem darum, Lehrkräfte aus dem Ruhestand in den Schuldienst zurückzuholen. Auch aus Sicht der SWK ist dieser Ansatz lohnenswert und könnte verstärkt werden», erläutert Prof. Olaf Köller, wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für die Pädagogik der Naturwissenschaft und Mathematik (IPN) und Co-Vorsitzender der SWK.

«Erheblichen Pensionierungswellen stehen kleine Geburtskohorten gegenüber, aus denen Lehramtsstudierende gewonnen werden können»

Auch sollte nach Ansicht der Wissenschaftler eine befristete Erhöhung der Unterrichtsstunden von Lehrern pro Woche geprüft werden – mit finanziellem Ausgleich oder Abgeltung durch weniger Arbeitszeit in späteren Jahren (wie gerade in Sachsen-Anhalt als erstem Bundesland praktiziert, News4teachers berichtet). Eine bessere Anerkennung der Abschlüsse von Lehrern aus dem Ausland wird ebenfalls vorgeschlagen.

Empfohlen wird zudem die Erprobung von Hybridunterricht und Selbstlernzeiten in der gymnasialen Oberstufe. «Diese Formen des Unterrichts sollten in einer digitalisierten Welt unabhängig von Mangelsituationen eine zentrale Rolle spielen. Sie setzen allerdings voraus, dass die Schüler:innen vorher Kompetenzen zum Selbstlernen erworben haben und auf hochwertiges Material zurückgreifen können. Beides ist Aufgabe einer qualifizierten Lehrkraft», führt Köller aus.

Die Kommission, die regelmäßig Empfehlungen für die Bildungspolitik abgibt, ist sich nach eigenen Worten bewusst, dass ihre Vorschläge «eine zusätzliche Belastung für Lehrkräfte mit sich bringen». «Deshalb müssen die hier vorgeschlagenen Maßnahmen befristet werden», heißt es.

Das Gremium mahnt aber auch: Allen Akteuren im Schulsystem müsse klar sein, dass die Gesellschaft vor einer historischen Herausforderung stehe, die größte Anstrengungen erfordere. Als Ursache für den Lehrkräftemangel wird unter anderem die Bevölkerungsentwicklung genannt: «Erheblichen Pensionierungswellen stehen kleine Geburtskohorten gegenüber, aus denen Lehramtsstudierende gewonnen werden können.»

Prof. Felicitas Thiel, Professorin für Schulpädagogik und Schulentwicklungsforschung an der Freien Universität Berlin und Co-Vorsitzende der SWK, erklärt: «Die aktuelle Situation ist besorgniserregend. Erst vor wenigen Monaten hat der IQB-Bildungstrend gezeigt, dass immer mehr Kinder die Mindeststandards in Deutsch und Mathematik am Ende der vierten Jahrgangsstufe nicht erreichen. Der Lehrkräftemangel verschärft die Situation.»

In manchen Regionen sei die Unterrichtsversorgung nicht mehr sichergestellt und die Qualität des Unterrichts leide. «Wir können das Problem nicht lösen, indem wir Studierende und fachlich sowie fachdidaktisch nicht ausreichend qualifizierte Seiteneinsteiger:innen als eigenverantwortlich arbeitende Lehrkräfte beschäftigen. Eine bessere Strategie wäre es, die Verantwortung qualifizierter Lehrer:innen zu stärken, die bereits im System sind, und ihnen Assistenzkräfte zuzuordnen. Dafür sind allerdings neue Formen der Unterrichtsorganisation erforderlich», sagt Thiel.

Heißt konkret: Nicht-pädagogisches Personal soll Lehrkräfte von Aufgaben, die nicht direkt mit dem Unterricht zusammenhängen, wie die Betreuung von Fachräumen oder der IT-Infrastruktur, entlasten. Zum anderen könnten Lehramtsstudierende und weitere Vertretungslehrkräfte in begrenztem Umfang und unter Anleitung Unterrichtsstunden und pädagogische Tätigkeiten wie die Korrektur von Klassenarbeiten übernehmen. «Bei allen Maßnahmen gilt: Die Unterrichtsqualität ist entscheidend für den Lernerfolg der Kinder, daher muss die Verantwortung für den Unterricht bei einer qualifizierten Lehrkraft liegen, die ein Universitätsstudium abgeschlossen und ein Referendariat durchlaufen hat», so Thiel.

«Wenn andere Maßnahmen ausgereizt sind, darf in der Sekundarstufe I auch eine befristete Erhöhung der maximalen Klassenfrequenz nicht ausgeschlossen werden»

Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Ausschöpfung des Potenzials qualifizierter Lehrkräfte würden allerdings nicht ausreichen. Last but not least empfehlen die Bildungsforscherinnen und -forscher deshalb die «Ausschöpfung und Flexibilisierung der Klassengrößen an weiterführenden Schulen», im Klartext: die Klassen zu vergrößern.

So heißt es in der Empfehlung: «Die Erhöhung von Klassengrößen ist in Deutschland umstritten. Lehrkräfte nehmen große Klassen als Belastung wahr. Gleichzeitig zeigt die Forschung, dass Effekte der Klassengröße auf die Leistungen der Schülerinnen und Schüler eher gering sind. Zudem variieren die Klassengrößen innerhalb von Schulen und Ländern. Vor diesem Hintergrund empfiehlt die SWK, zunächst die definierten Obergrenzen auszuschöpfen. Wenn andere Maßnahmen ausgereizt sind, darf in der Sekundarstufe I auch eine befristete Erhöhung der maximalen Klassenfrequenz nicht ausgeschlossen werden. Grundschulen und Schulen in besonderen Lagen sollten davon ausgenommen sein.»

Gleichzeitig fordert die Kommission mehr Angebote der Gesundheitsförderung für Lehrkräfte, um mit der Belastung im Schulalltag besser umzugehen. News4teachers / mit Material der dpa

Hier geht es zur vollständigen Stellungnahme der SWK.

Lehrermangel: „Wir stehen vor einem Flächenbrand“ – GEW will Klassenarbeiten und Lehrplan-Inhalte zusammenstreichen

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vhh
3 Jahre zuvor

Wisst ihr, was außerhalb dieser netten Blase passiert? Ich empfehle die Kommentare bei Spiegel Online: Dann lernen die faulen Säcke endlich mal was Arbeit ist.
Volkes Stimme, qualifiziert und informiert. Sie zeigt den KM, dass der Versuchsballon genau dort gelandet ist, wo es erhofft war. Jetzt noch ein paar kosmetische Änderungen um öffentlichkeitswirksam auf die “Bedenken der Verbände” einzugehen, dann ein Appell an die gesellschaftliche Verantwortung, Nebenton “sonst Egoisten”. Schon sind wir bei temporärer (bundesweiter, damit niemand ausweichen kann) Stundenerhöhung, Teilzeit mit Minimum halbe Stelle usw. Vermutlich werden diese Zumutungen dann noch etwas erhöht, um in der nächsten Tarifverhandlung Verhandlungsmasse zu haben, 2% reichen doch, denn 10% Inflationsverlust sind doch für überbezahlte faule Lehrer eigentlich noch zu wenig.
Es reicht nicht, selbst zu wissen, dass die Bedingungen unterirdisch sind. In weiten Teilen der Bevölkerung sind das keine Zumutungen, sondern überfällige Anpassungen. Wir können eigentlich kommunizieren, aber warum wird dann Kritik von LuL immer erfolgreich als “Jammern auf hohem Niveau” diffamiert ? Irgendwie kommt die reale Situation nur als subjektive Wahrnehmung von arbeitsscheuen Weicheiern an. Wäre es anders, würden wir solche irrationalen Kommissionen und ihre Vorschläge überhaupt nicht haben. Man stelle sich vor, die Chefs der Autohersteller würden in ähnlicher Form Verantwortung für Produktionsprobleme auf ihre Mitarbeiter schieben: Chipmangel, aber wir haben 5 Mio Waschmaschinen zum Ausschlachten gekauft, nur unsere Mitarbeiter weigern sich, das in unbezahlten Überstunden zu machen. Absurd ? Nun ja, der Vergleich hinkt, aber nicht so sehr…

Kein Name
3 Jahre zuvor
Antwortet  vhh

Dass die allgemeine öffentliche Stimmung immer gegen uns Lehrer ist, macht mich wirklich hoffnungslos.

Wann kommt eigentlich eine echte Arbeitszeiterfassung? Gab es dazu nicht ein Gerichtsurteil und muss das nicht auch irgendwie umgesetzt werden?

Dil Uhlenspiegel
3 Jahre zuvor
Antwortet  vhh

Das hierzulande kollektiv vorwiegende Bildungs- und damit eng verknüpfte LuL-Bild, mit dem es sich die Gesellschaft schon ewig gut eingerichtet hat, kommt natürlich bei jeglichen Verschlechterungen in der Bildung gelegen wie Manna vom Himmel: Man hat was zum Beißen. Das lenkt ab von der Tatsache, dass es zunehmend wüst wird.

Andre Hog
3 Jahre zuvor
Antwortet  vhh

Ja…das war so zu erwarten! Und das ist den meisten hier auch klar….tröstlich finde ich lediglich, dass auch Der Spiegel nicht die Mehrheitsmeinung abbildet….untröstlich werden wir sein, wenn nächste Woche exakt die von dir angeführten Argumentationen in der Bild mindestens als Wochenthema auftauchen werden. Die KMK wird entsprechende Hinweise zur Publikation ihrer Vorschläge schon an die BildRedaktion gegeben haben. Da bin ich leider uiemlich sicher.

vhh
3 Jahre zuvor
Antwortet  Andre Hog

Das ist unsere Chance! Es gibt Leitmedien, die haben einen gewissen, inzwischen manchmal unberechtigten, Vertrauensvorschuss. Dann gibt es noch Medien, die denkende Menschen eher leiden lassen, da wissen aber auch alle, dass man etliche Prozent abziehen muss. Vielleicht leidet eher die Glaubwürdigkeit der KMK…? Die Hoffnung stirbt zuletzt, Menschen “kaufen” eher die einfache, bequeme Lösung.

Anna
3 Jahre zuvor
Antwortet  vhh

Heute Nachmittag… Deutschlandfunk “Campus und Karriere” …da durfte immernoch jemand (wahrscheinlich ein Experte) unwidersprochen behaupten,
– die deutschen Lehrergehälter seien (mit) die höchsten in Europa,
– die Zahl der Unterrichtsstunden sei vergleichsweise auch nicht zu hoch
Punkt
Alles gern verglichen mit Finnland.
Wenn ich Äpfel mit Melonen vergleiche, bekomme ich bei letzterem tatsächlich mehr …pro Stück. Aber auch zum gleichen Preis?

Soweit ich mich erinnere, bekommen finnische LuL wirklich weniger Geld – aber für wirklich weniger Stunden.
Sie können ihr Gehalt aber freiwillig aufstocken mit Dienstleistungen rund um den Unterricht.

https://www.deutschlandfunk.de/campus-und-karriere-warum-lehrkraefte-kuendigen-komplette-sendung-dlf-1cc98441-100.html

Last edited 3 Jahre zuvor by Anna
Dil Uhlenspiegel
3 Jahre zuvor
Antwortet  Anna

Ist ein wenig wie “Corona 2.0” gerade … viele Experten mit Fakten und elegant, wie sich alles zusammenfügt so plötzlich.

Makkaroni
3 Jahre zuvor
Antwortet  Anna

Vermutlich hat der wahrscheinliche Experte Recht.

Mo3
3 Jahre zuvor

Das gar nicht der Vorschlag kam, die Schuljahre zum Abitur auf 12 Jahre zu verkürzen verwundert mich. Ein Jahrgang an Gymnasien weniger würde doch viele Lehrerstellen einsparen.
Spaß beiseite …
Kein Vorschlag bezieht sich auf die Organisationsstrukturen. Wenn man beispielsweise die Vorraussetzungen zur Bildung einer Oberstufe heraufsetzt, gäbe es weniger, was auch Stellen einsparen könnte. An unserer Gesamtschule melden sich im Moment jährlich gerade mal um die 40 Schüler zur Oberstufe an und das Potential wird nicht größer mit mehr als 5 weiteren Gesamtschulen in 10-20 km Umkreis und ebensovielen Gymnasien, an die man ebenfalls in die Oberstufe wechseln könnte. Ist es also wirklich sinnvoll, diese Oberstufe mit Ihrem Lehrerbedarf zu erhalten, wenn überall die Hütte brennt oder ist es zumutbar, dass sich diese Schüler auf die umliegenden Oberstufen verteilen, ohne dass diese “überfüllt” werden und die Schüler gegebenenfalls sogar aus einem größeren Fächerangebot wählen können. Für das Prestige der Schule natürlich nicht so gut, aber wir können uns das anscheinend nicht mehr leisten. Auch Gymnasien haben schon vor 25 Jahren Kooperationen in der Oberstufe gebildet, um mehr Wahlmöglichkeiten zu bieten.
Ist bestimmt nur ein Tropfen auf den heißen Stein, aber das wäre vielleicht ein Ansatz ohne großen Qualitätsverlust (eher Gewinn für die Schüler) und es würden sich wahrscheinlich auch die Kursgrößen d.h. die Lehrerbelastung nicht übermäßig erhöhen.

Dil Uhlenspiegel
3 Jahre zuvor
Antwortet  Mo3

Da ist gar nicht so viel Spaß dabei, finde ich.

In der hier und da immer noch überlebenden Logik des G8, sollte doch der frühere Abschluss durchweg vorteilhaft sein. Scheinbar gab und gibt es hier und da Probleme mit dem Leistungsdruck, habe ich mir sagen lassen. Naja, gehen wir überall auf “G8-langsam”, streichen das letzte Schuljahr komplett, machen Abi12 auf Niveau von Kl. 12, was häufig gleich oder noch höher liegt als etwa nordamerikanische high school diploma, und es werden nächstes Schuljahr viele Zimmer und LuL frei. Evtl. nötige “Lernbrücken” hinüber in gewissen Hochschulfächer scheinen mir an der Stelle viel sinnvoller angebracht.

Streichen wir bei den meisten Nebenfächern die Hälfte der Stunden und wir werden es überleben, befristet (um das schöne Wort hier zu gebrauchen). Streichen wir künstlich aufgeblähte Ganztageskonzeptionen und wir werden es überleben. Streichen wir Evaluationen und Leistungsstanderhebungen, die dasselbe ergeben, wie man nach zwei Wochen von alleine erkennt, und wieder segelt der Kutter etwas leichter.

Es gibt aus meiner Sicht absolut keine Chance den vollkommen seeuntüchtigen Kahn mit der angesammelten Überfracht durchzubringen, indem man sich ausdenkt, wie man die skorbutige Crew noch anpeitschen könnte. Es geht doch nicht um ein paar Monate, Himmel nochmal, sondern um Jahrzehnte, wie man ja mitterweile selber offen zugibt. Es muss ganz viel weg oder deutlich reduziert werden. So sähe eine realistische, “historische” Rettungsaktion aus: Man setzt das Arbeitskräfte-Ist als gegeben und passt den Rest daran an. Natürlich aber versucht man wieder das Gegenteil und erzählt davon, wie das gewünschte Soll an Arbeitskraft rauskommen könnte. Wieso wird das nie bei Rohstoffen, wohl aber bei Menschen gemacht?.

Carsten60
3 Jahre zuvor
Antwortet  Mo3

Bei der Einführung von G8 wurde aber behauptet, dass nicht weniger unterrichtet wird als vorher, sondern in der Summe genauso viel, halt nur mehr pro Schuljahr und pro Woche. Das war aber vermutlich nur so dahergeredet.

1234
3 Jahre zuvor

Wenn ich solche Nachrichten lese, wird mir ehrlich Angst und Bange zu Mute. Ich habe keine Kinder oder pflegebedürftige Angehörige, arbeite dennoch 75 %, um dem Berg an Arbeit gerecht zu werden und noch etwas wie Privatleben zu besitzen. Mehr kann ich aktuell nicht leisten. Sollten diese Maßnahmen umgesetzt werden, werden Teilzeitler wie ich ohne “valide Gründe” als erstes daran glauben müssen. Ich werde mit einer Vollzeitstelle wohl schon vor dem 35. Lebensjahr mich in den Burnout verabschieden. Kann man sich als Beamter nicht zur Wehr setzen?! Haben wir absolut keine Arbeitnehmerrechte? Ich fühle mich wie ein Leibeigener, mit dem nach Gutdünken verfahren kann. Ich höre immer wieder, dass in NDS vor meiner Zeit vor Jahren durch Androhungen von Klassenfahrtenausfall erfolgreich die Deputatserhöhung abgeschmettert wurde. Könnten die LuL in ganz Deutschland nicht etwas ähnliches wieder versuchen?! Mich macht diese ganze Situation hilflos und gleichzeitg unbeschreiblich wütend.

Ragnar Danneskjoeld
3 Jahre zuvor
Antwortet  1234

Kann man sich als Beamter nicht zur Wehr setzen?!”

Doch, können Sie. Als erstes besorgen Sie sich ein Attest, in dem sinngemäß steht, dass Sie psychisch und physisch am Anschlag sind und dass gesundheitliche Folgen bei Vollzeit wahrscheinlich sind. Dann widersprechen Sie damit dem abgelehnten TZ-Antrag – und falls dieser erneut abgelehnt wird, stellen Sie eine Überlastungsanzeige. Und dann müssen Sie eben auch nachweislich überlastet sein, sprich: sammeln Sie Krankheitsstage, dokumentieren Sie solche auch während der Ferien und wenn Sie bei dreißig innerhalb eines Jahres sind, haben Sie Anspruch auf BEM. Dann stellen Sie erneut einen TZ-Antrag.

Grüße von einem ehemaligen TZ-Kollegen ohne valide Gründe (außer Überlebenswille), der nur wegen inständiger Bitten seiner SL für dieses Jahr auf VZ aufgestockt hat und aktuell angespannt auf Genehmigung des TZ-Antrags wartet.

RD

Tom
3 Jahre zuvor

https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/lehrermangel-115.html

Endlich wird es mal offen gesagt, es besteht ein eher Überangebot an Gymnasiallehrkräften… Will hier nur keiner hören…

Dil Uhlenspiegel
3 Jahre zuvor
Antwortet  Tom

Doch. Sagen Sie mal bitte, was man darin erkennt.

Tom
3 Jahre zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Was erkennt man wohl, wenn sich mal jemand verinnerlicht, das aktuell nahezu je ZWEITE weiterführende Schule ein Gymnasium ist? Ist das ein untrügliches Zeichen für höhere Standards der heutigen Schülerschaft?… Ah, da gibt’s ja noch die IQB-Erkenntnisse…

Last edited 3 Jahre zuvor by Tom
Dil Uhlenspiegel
3 Jahre zuvor
Antwortet  Tom

Ah jetzt verstehe ich Sie.

dickebank
3 Jahre zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Ist wie mit den Fliegen. Millionen Fliegen können sich nicht irren bezüglich des Geschmacks von Verdauungsendprodukten.
Aber wer braucht eigentlich die gesamten “Nacktlernenden”?

vhh
3 Jahre zuvor
Antwortet  Tom

Dann beheben wir also das kleine Problem mit zu wenig Haus- und Kinderärzten durch Zwangsabordnung von Kardiologen und Orthopäden? Klingt wirklich durchdacht, will nur kein Kardiologe hören.
Dahinter steckt vermutlich der Gedanke, “was mit Kindern” bräuchte man nicht wirklich zu lernen, aber dann bitte ehrlich: Alle Eltern die das möchten, dürfen in den Grundschulen unterrichten, lesen, schreiben und rechnen lernen Kinder sowieso irgendwie.
Kindheits- und Jugendphase werden übrigens von allen Entwicklungspsychologen voneinander unterschieden, nach Aufnahme- und Verarbeitungsfähigkeit und diversen anderen, völlig nebensächlichen Faktoren. Aber was weiß ich schon, vermutlich gab es die verschiedenen Studiengänge nur aus Statusgründen.

Tom
3 Jahre zuvor
Antwortet  vhh

Habe mich auf eine aktuelle Meldung der Tagesschau bezogen und kann sie nachvollziehen.

Selbst hier bei n4t stellen Vertreter nicht in Abrede, dass bei weitem nicht jeder der heutigen Schüler auf ein Gymnasium gehört.

Dann gibt es hier bei n4t eine jüngste Meldung, nach der immer mehr fertige Abiturienten einen Ausbildungsberuf erlernen…

Die Lösung kann doch einfach nur so sein: Umwandlung vieler Gymnasien in Gesamtschulen (ohne Ortsveränderung). Die Gymnasiallehrer werden zu Gesamtschullehrer. Auf die verbliebenen Gymnasien gehen dann nur noch die Schüler, die das notwendige Rüstzeug mitbringen.

Welche alternative Lösung können Sie (oder meine Kritiker) anbieten?

Hans Maiaer
3 Jahre zuvor
Antwortet  Tom

Allein die Vorstellung vieler Gymnsiallehrkräfte, Gesamtschullehrkraft werden zu müssen, löst doch schon Schnappatmung aus.

dauerlüfterin
3 Jahre zuvor
Antwortet  Tom

Sie glauben sonst auch an den Osterhasen?

Tom
3 Jahre zuvor
Antwortet  dauerlüfterin

Die Gymnasien sind faktisch bereits Gemeinschaftsschulen geworden. Das ist die Einschätzung einiger Foristen an anderer Stelle- die ich teile.

Last edited 3 Jahre zuvor by Tom
Ute Frank
3 Jahre zuvor

Als ich 1992 mein Lehrantsstudium Primarstufe beginnen habe, hieß es, wir würden alle eine Stelle bekommen. Dann wurden die Klassen vergrößert und der BDU eingeführt. Nur wenige von uns bekamen dadurch tatsächlich eine Stelle. Sehr viele haben etwas Anderes gemacht. Was sollten wir auch tun? Abwarten und Tee trinken? Und jetzt will man die Arbeitsbedingungen weiter extrem verschlechtern? Ich rate immer nur allen davon ab, heute noch Lehrer zu werden. Meinem Kindern habe ich es verboten.
Ich kenne übrigens einige Kolleginnen, die wohl ganz aufhören werden, wenn sie nicht mehr Teilzeit arbeiten dürfen. Das geht dann wohl nach hinten los.

Land-Ei
3 Jahre zuvor

An meiner GS sind allein 4 Lehrerinnen schwanger und im BV. Ersatz kommt nicht. Also fehlen offiziell keine Lehrkräfte, dennoch sind 4 Stellen (2 davon Vollzeit) faktisch unbesetzt. Aber hey, bei uns braucht man doch jetzt nur noch irgendeinen Bachelor, ist doch alles schicki! Hoch ja, man kann gar nicht so viel fressen, wie man kotzen möchte…

Karen Blümchen
3 Jahre zuvor
Antwortet  Land-Ei

Bei uns sind es 7 Schwangere und 4 Dauerkranke. Das sind bei uns 25% der Lehrkräfte. Offiziell sind alle da. Die, die noch da sind, werden verheizt, bis es kracht. Ist wie das Spiel Domino. Nur ernster.

GS in SH
3 Jahre zuvor
Antwortet  Karen Blümchen

Würde es nicht helfen, weibliche LK erst nach der Menopause einzusetzen?

Oder es so zu halten wie früher? Nur ein “Fräulein” durfte Lehrerin sein!
Heiratete das Fräulein so wurde sie entlassen, da sie jetzt ja Frau war.
Würde so ein Fräulein schwanger, war sie unmoralisch und wurde deshalb aus dem Schuldienst entfernt.

Old school
3 Jahre zuvor

Am schärfsten ist der Bericht im ARD- Videotext. Titel: Lehrer sollen mehr arbeiten. Aufgezählt werden Mehrstunden, Streichen von TZ, größere Klassen. Dann steht da, die Maßnahmen sollten den Lehrermangel beseitigen und “die Bestandslehrkräfte entlasten.”
Druckfehler oder gefühlte Realität der KMK?

Dil Uhlenspiegel
3 Jahre zuvor
Antwortet  Old school

Druck- oder Denkfehler, am ehesten Druckdenkfehler.

Sissi
3 Jahre zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Nein, die Leute außerhalb der Schule ( mit dem Wenigerurlaub und viel weniger Geld für viel mehr Arbeit ) glauben das.
” entlasten ” schürt solche Vorurteile und poliert die Gloriole.

dickebank
3 Jahre zuvor
Antwortet  Dil Uhlenspiegel

Nee, Ihr denkt nur, dass der Druck auf die Bestandslehrkräfte erhöht werden soll.
Die Entlastung besteht doch in weniger Freizeit- und Wohlstandsstress wegen Arbeitszeiterhöhung bei gleichzeitigem Lohnverzicht und hoher Inflationsrate, olle Meckerköppe:)

Dil Uhlenspiegel
3 Jahre zuvor
Antwortet  dickebank

So, ergibt es Sinn! Und nur so.

Last edited 3 Jahre zuvor by Dil Uhlenspiegel
Andre Hog
3 Jahre zuvor
Antwortet  Old school

Die setzen darauf, dass es bereits jetzt mit der Lesekompetenz in weiten Teilen der Bevölkerung schlecht bestellt ist…und niemand die widersprüchlichen Aussagen realisiert.

Auch die Medien werden sich noch wundern, wenn der Kahn – löchrig wie ein Schweizer Käse – in den weiten Fluten der künftigen Realität verschwindet. … bluppbluppblupp!!

Hello
3 Jahre zuvor

Ich studiere momentan Lehramt. Nichts hat mich bisher so schnell davon überzeugt das Studium abzubrechen wie diese Vorschläge.

Siehe oben
3 Jahre zuvor
Antwortet  Hello

Mein Tipp! Lassen Sie es sein! Im Zweifel machen Sie den Quereinstieg.

CS49
3 Jahre zuvor

Wie wäre es das grundsätzliche Studium zum Lehrer dual durchzuführen? Je nach fachsemester mit mehr Stunden in der schule. Dann könnte man sich das viel zu spät durchgeführte praxissemester sparen und auch das referendariat mit inkludieren im Masterstudiengang. Vorteil : studierende können finanziell entschädigt werden, lernen von den erfahrenen Lehrkräften als zweitlehrkraft frühzeitig die dinge, die im Alltag wichtig sind usw.
Bei Krankheit der klassenlehrkraft könnte die stellvertretung dann einspringen und wäre fachlich auf dem Stand, was auch die Vertretungsstd qualitativ erhöhen könnte. Aber dafür fehlt ja das Geld…

Wir hätten dadurch besser ausgebildete Lehrkräfte und Entlastung. Ausserdem wäre das Studium interessanter. Ebenso sollte die Studienfachwahl flexibler sein und nicht an gewissen Fächern gebunden sein. Mathematik an der Grundschule einbinden wollen, aber das Niveau so hoch schrauben, dass es vielen StudentInnen kaum möglich ist zu folgen oder zu bestehen , selbst wenn sie in den anderen Fächern sind. Das sorgt am Ende auch für Existenzängste und hohe Abbruchraten.

Siehe oben
3 Jahre zuvor
Antwortet  CS49

Klar, am besten als Ausbildungsberuf und dann mit A9 in den mittleren Dienst. Wer solche Vorschläge macht, gehört in die KMK.

Gabriele
3 Jahre zuvor

Das ist doch ‘ne Farce! Nur scheinbar d i e e i n f a c h e Lösung.
Kopfgeburt von SchreibtischtäterInnen mit Tunnelblick , “am Reißbrett” erdacht.

Auf eh schon seit vielen Jahren immer mehr Überlastete noch mehr draufsatteln!?

Dann drohen doch noch ganz andere Fiaskos!!!

Nicht nur persönlich!
Es droht eine Vielzahl weiterer familiärer Belastungen! Und dazu drohen unzählige negative gesamtgesellschaftliche Auswirkungen!

Wer macht denn dann die Familienarbeit und wer die Care-Arbeit (= Versorgung der älteren oder/und pflegebedürftigen Familienmitglieder, die nicht in einem Heim sind)?

LehrerInnen in Teilzeit sind doch im Normalfall Minderjährige versorgende, erziehende Mütter!
Sie machen doch nicht Teilzeit, weil sie mehr Freizeit für Muße, zum Chillen oder für Hobbys haben wollen!

(Nur nebenbei bemerkt: Teilzeit erfolgt ja immer auf Kosten der eigenen Altersvorsorge oder Pension!
Minderung des Deputats wegen jahrelanger Familienarbeit – erfolgt im Übrigen ja auch für die Gesellschaft! – führt zu erheblichen Abzügen bei den Pensionsansprüchen!)

Frauen schultern doch eh schon Doppel- oft auch Dreifachbelastung! Also mehrere Spagate!

Oder ältere KollegInnen müssen aus gesundheitlichen Gründen kürzertreten, um nicht ganz zusammenzuklappen, z.B. am Herzinfarkt oder Schlaganfall früh zu versterben – oder bei ggf. Überleben notgedrungen frühzeitig in den Ruhestand “katapultiert” zu werden.

Fazit:
Auch das gesamtgesellschaftliche Gewissen verbietet

  • den Teilzeitlehrerinnen -“Packesel” noch mehr aufzuladen, diese “Zitronen” – ohne Rücksicht auf Verluste – “noch mehr auszupressen”!
  • männlichen Teilzeitlehrern, die nachweislich Care-Arbeit und/oder anteilige, gleichberechtigte Familienarbeit leisten zur Erhöhung ihres Deputats, gar zur Vollzeit (z.B. als MINT-Lehrkraft), zu zwingen! (Ja, es gibt sie tatsächlich, die Männer, die sich ständig, sehr zeitintensiv um ihre alten Eltern kümmern, auch sogar Teil der täglichen “Pflege” übernehmen.)

Es müssen Mittel und Wege erschlossen werden um drastisch zu entlasten, zu delegieren und zu verlagern.

Dem eigentlichen Kerngeschäft der LehrerInnen muss wieder Vorrang eingeräumt werden!!

Dazu muss aber auch das immer weiter gestiegene Anspruchsniveau der Eltern – und tendenziell der Gesellschaft – gegenüber der Schule ganz drastisch in die Schranken gewiesen werden!

Bürokratie, Dokumentationspflichten und Verrechtlichung müssen zurückgefahren werden, viele Zusatzaufgaben und -pflichten ersatzlos gestrichen werden.

Priorisieren ist jetzt die Devise! Doch an den richtigen Stellen!

Motivierte
3 Jahre zuvor
Antwortet  Gabriele

Konzentration auf das Kerngeschäft!

M.T.
3 Jahre zuvor

Größere Klassen…auch das ist Mehrarbeit für die Lehrer!!! Leien sollen Klassenarbeiten kontrollieren…Aufsätze, Mathearbeiten,….
Na klar und nach dem Yogakurs sind die Lehrer alle wieder völlig entspannt. Am besten die Kultusminister gehen mit gutem Beispiel voran und leiten mal für ein Jahr eine Klasse mit mindestens 35Kindern.Es ist eine Frechheit und respektlos allen Lehrern gegenüber solche Vorschläge zu unterbreiten.

M.T.
3 Jahre zuvor

Der Gesundheitsbeauftragte ist auch ein Lehrer.
Und
Wenn die Technik nicht funktioniert, sollen die Lehrer im Handbuch nachlesen.

Heidger Brandt
3 Jahre zuvor

Bereits die Besetzung der Kommission offenbart, dass die Verantwortlichen, die wechselweise regierenden Politiker aller Parteien, für das mittlerweile seit Jahrzehnten immer weiter expandierende Bildungs-, Schul- und Lehrerdesaster nach wie vor keine Verbesserung der Situation anstreben, sondern mit dem aktuellen Minimalaufwand einer dramatischen Unterfinanzierung unseres Bildungssystems und seinen verbliebenen Ressourcen lediglich das Weiter-so betreiben wollen.

Wenn es wirklich um die Suche nach Lösungen für die Verbesserung der unterrichtlichen und schulischen Miseren ginge, wäre es doch selbstverständlich, aktive Lehrer/innen in die Kommission zu berufen, zumindest Vertreter der Lehrerverbände. Stattdessen wurden Leute von einer „unabhängigen Findungskommission“ ausgeguckt, die zum einen lediglich die Aufgabe haben bzw. diese darin sehen, den Erwartungen der Regierenden zu entsprechen, indem sie die Maßnahmen „vorschlagen“, die ganz offensichtlich bereits in den Ministerien vorentschieden wurden, für die die Politik aber nicht die erwarteten „Prügel“ beziehen möchte. Also schiebt man das angeblich Unvermeidbare auf die angeblich unabhängigen „Wissenschaftler/innen“. In diesem Fall Leute, die ganz offensichtlich eine Schule das letzte Mal betreten haben, als sie sich ihr Abiturzeugnis abholten und seit ihrem Studium ohne relevanten Praxisbezug in ihren Elfenbeintürmen zu „Schule“ und „Unterricht“ “forschen“.

Um nur ein Beispiel zu nennen: Kommissionsmitglied Prof. Dr. Yvonne Anders ist Professorin für frühkindliche Bildung und Erziehung.

Zu diesem, für den Erfolg von Schule, Bildung, Wirtschaft und Gesellschaft in jeder Hinsicht existentiell wichtigen Bereich, taucht aber nicht eine einzige Bemerkung oder „Empfehlung“ auf. Dabei ist durch zahlreiche – tatsächlich wissenschaftliche – Studien bekannt, was jede Grundschullehrerin und jeder Grundschullehrer und die Kolleg/innen der Sekundarstufe I aus ihrer täglichen Praxis wissen: Kinder mit Migrationshintergrund und aus sogenannten bildungsfernen Familien, die zum Zeitpunkt ihrer Einschulung kein oder kaum Deutsch sprechen, können die damit verbundenen Defizite nicht mehr aufholen und entsprechend auch nicht die „Angebote“ des Unterrichts wahrnehmen. Sie gehören zu der – tatsächlich viel größeren – Gruppe derjenigen, die nach dem Verlassen der 4. Klasse weder die Minimalanforderungen in den Fächern Deutsch und Mathematik erfüllen, aber dennoch einfach an die weiterführenden Schulen „weitergereicht“ werden und diese in erschreckend hoher Zahl als funktionale Analphabeten und ohne Abschluss und Aussicht auf eine berufliche Perspektive, als für unsere Gesellschaft Verlorene mit überwiegend lebenslanger Daueralimentierung verlassen, mit katastrophalen persönlichen und langfristig auch dramatischen gesellschaftlichen Folgen. Auch dazu bzw. zu den Ursachen kein Wort.
Auch nicht zu dem Sachverhalt, dass hier die eine maßgebliche Ursache für das Scheitern von Unterricht und für den hohen Krankenstand liegt, für die zunehmenden Ausbildungsabbrüche, sobald die Studierenden mit ihrer zukünftigen Berufswirklichkeit in Kontakt kommen, für die vorzeitigen Pensionierungen und vielfach auch die Teilzeitflucht, um zu überleben, weil diese stetig wachsende Schülergruppe praktisch nicht beschulbar ist und ihre Defizite, was insbesondere Jungen betrifft, durch permanentes “Stören“ kompensiert, i.d.R. verbunden mit einer fehlenden Bereitschaft und Fähigkeit überhaupt lernen zu wollen.

Auch dazu und den hier notwendigen Maßnahmen im Betrieb kein Wort. Dabei sind diese Verhältnisse und das Politikversagen und die Folgen durch zahlreiche Publikationen u.a. der Lehrerin Ingrid Freimut (Lehrer über dem Limit – Warum Integration schon in der Schule scheitert und die Politik unsere Lehrer im Stich lässt) und Kirsten Heisig (Das Ende der Geduld) teilweise ebenfalls seit Jahrzehnten allgemein bekannt.

Entsprechend finden auch die hier notwendigen Maßnahmen keinen Einlass in die „Empfehlungen“: u.a. spätestens ab dem 4. Lebensjahr verbindliche Sprachtests und den Besuch einer Sprachkita im Falle von Defiziten vorzuschreiben.
Denn auch für solche Maßnahmen fehlt das Geld in den u.a. mit der „Modernisierung der Steuergesetze“ selbstgeplünderten Staatskassen, weshalb unsere achsosehr um das Gemeinwohl besorgten Politiker ja auch u.a. die Schule bzw. das Bildungssystem insgesamt und die Lehrer im besonderen als eines der größten Sparschweine ausgeguckt haben: durch die schon lange erfolgte ständige Vergrößerung der Klassenteiler, die Aufstockung der Pflichtstunden für Lehrer und Referendare, durch den Abbau und die Begrenzung der Studienplätze durch einen absurd hohen NC für das Grundschullehramt, durch die Nichteinstellung fertig ausgebildeter Lehrer trotz absehbarer Pensionierungswellen, durch das Kaputtsparen der schulischen und universitären Infrastrukturen bis hin zur Streichung des Weihnachtsgeldes, mit der seinerzeit die abermalige Absenkung der Unternehmenssteuern gegenfinanziert wurde, verkauft als „solidarischer Beitrag zur Konsolidierung der Staatshaushalte“. Und so geht es sehenden Auges ins Chaos. Und die „Ständige Wissenschaftliche Kommission“ dient unter dem Deckmantel vorgeblicher Wissenschaftlichkeit als williger Handlanger fürs Weiter-so.

Mathelehrer J. STÖRER
3 Jahre zuvor

Sehr geehrte Damen und Herren, ich verfolge sehr aufmerksam die Diskussion und die versuchten Lösungsansätze über den Unterricht an den Schulen. Zu meiner Person wäre folgendes zu sagen, denn ich bin ein typischer Quer- und Seiteneinsteiger, der davor ein anderen Beruf erlernt hat (Dipl. Ing. für Informationstechnik). In dieser Tätigkeit habe ich dann ,an der der Berufsakadmie des Betriebs, die Kollegen unterwiesen und ausgebildet.
Nur durch einen Zufall bin ich seit mehr als 8 Jahre Lehrer für Mathematik und Physik, sowie für Informatik. Der Anstoß das ich Lehrer wurde, kam durch Schüler und Schülerinnen. Sie kamen zu mir zur Nachhilfe, den durch die betriebliche Neugliederung war ich gezwungen mein Leben neu zu organisieren. In dieser Zeit als Lehrer in 2 verschiedenen Bundesländern habe ich sehr viel lernen müssen und auch gelernt. Die Hilfen aus von meinen unmittelbaren und mittelbaren
Umfeld sahen sehr mager aus.
Ich hatte damals den Eindruck ,wir werden als Notlagel gebraucht. Den viele Lehrerin und Lehrer, die ich bei den Qualifizierunglehrgängen kennengelernt gelernt habe, sind theoretisch gut , aber von der Wirklichkeit sehr weit entfernt. Auch ich stieß auf pure Ablehnung, als ich nach fragte,warum im Abstellraum intellengent Schultateln sinnlos herumstehen, wir sind das so gewohnt mit der grünen Tafel zu arbeiten. Da fehlen einem , einfach die Worte.
Hier war eine Zusammenarbeit auf Augenhöhe nicht erwünscht. Aber das passiert mir auch nach einem Wechsel nach Berlin, auch hier war externe Hilfe nicht erwünscht und die Lehrerin und Lehrer waren auf der Flucht. Nun habe ich eine Schule gefunden IGS mit interierte gymnasialen Oberstufe , wo Hilfe und Unterstützung gern gesehen ist. Nach meiner Meinung muss das gesamte Konzept Bildung und und Schulen komplett neu gestaltet werden, daß schließt auf die Universitäten und Hochschulen ein.
Als Nachsatz, ich bin vielleicht altmodisch, aber wir haben als Lehrer und die Gesellschaft die Verantwortung, das wir der Jugend die bestmöglich Chancen geben , um eine gute Ausbildung zu bekommen. Leider erlebte ich dass die Stunden zwar gegeben werden, aber nicht fachspezifische Unterricht. Mathematiklehrer krank und dann 4 Wochen kein Mathematikunterricht ( d.h. 20 Unterrichtsstunden fehlen, also 1/5 des gesamten Schuljahr). In anderen Fächern wie Physik und Chemie ähnlich.
Mfg J.Störer

Anna Konda
3 Jahre zuvor

Wir Lehrerinnen geben unser Bestes, um Schülerinnen die best mögliche Bildung mit auf den Weg zu geben.
Tagtäglich!
Seit Jahr(zehnt)en!
Die Verantwortung, dies tun zu können, liegt bei der Politik.

Last edited 3 Jahre zuvor by Anna Konda
Marc B.
3 Jahre zuvor

Mal abgesehen davon, dass die ganze Entwicklung ein Sprung mit Anlauf in eine Katastrophe ist:

Im Vorschulbereich werden schon seit Monaten unqualifizierte Zusatzkräfte eingestellt und dieser Zustand als “vollkommen in Ordnung” verkauft. Und wir reden hier nicht von “Unterstützung”, sondern dem “Ersetzen” pädagogischer Fachkräfte. Ich kenne Einrichtungen, in denen an den meisten Tagen mehr Zusatzpersonal als Fachkräfte anwesend sind.

Das ist weder professionell noch spricht es für den selbst deklarierten hohen Qualitätsanspruch des deutschen Bildungssystems. Trotzdem scheint es für die Gesellschaft tragbar zu sein.

Haben die LuL wirklich geglaubt, sie blieben von dieser Trendwende verschont?

Last edited 3 Jahre zuvor by Marc B.
Wenigerbesserunterrichten
3 Jahre zuvor

“Zum anderen könnten Lehramtsstudierende und weitere Vertretungslehrkräfte in begrenztem Umfang und unter Anleitung Unterrichtsstunden und pädagogische Tätigkeiten wie die Korrektur von Klassenarbeiten übernehmen” – wer kann das denn gesagt haben, dachte ich beim Überfliegen. Leichter Schock: Die Person ist Professorin für Schulpädagogik und Schulentwicklungsforschung. Kann das sein, das man das ist, scheinbar ohne Kenntnis des Unterrichtsalltags bzw. des intimen Zusammenhangs zwischen gegebenem Unterricht und der Korrektur der daraus entstandenen Klassenarbeiten? Die auch ein Test für die Lehrperson sind, ob sie überhaupt geschafft hat, etwas zu vermitteln? Aus deren Korrektur die Lehrkraft Rückschlüsse darauf zieht, wie sie Ihren Unterricht weiterhin gestalten will?
Vor allem aber: Welche Assistenz der Assistenzkräfte sorgt denn dafür, dass “Unterrichtsstunden unter Anleitung” überhaupt vorbereitet, gegeben und nachbereitet werden können? Und das verstanden wird, WIE die Klassenarbeit korrigiert werden soll, welche Kriterien gelten, was erwartet werden kann, was wie gewichtet wird, wie zu kommentieren ist, welche SuS welche besonderen Lernvoraussetzungen haben, usw. – und welche Vertretungslehrkräfte überhaupt?
Bis ich als ‘reguläre’ Lehrkraft diese Unterrichtsstunden oder Klassenarbeiten identifiziert, gut jongliert, aufbereitet, erklärt, delegiert, zurück übergeben bekommen, überprüft, … und nachbesprochen habe, bin ich vor lauter Entlastung wahrscheinlich so entspannt, dass ich mir einen anderen Job suche …

Carsten60
3 Jahre zuvor

Die “‘Person” (Frau Thiel) hat nach ihrem Lebenslauf nie an einer Schule unterrichtet. Sie hat Erziehungswissenschaft und Soziologie studiert und stieg an “ihrem” Institut von einer wiss. Mitarbeiterin bis zur Professorin auf (gerade mal ein Semester war sie woanders tätig, somit war es kein Hausruf). Das ist nicht untypisch. Einige wenige aus der StäWiKo haben mal unterrichtet, aber meist nur kurz. Die Theoretiker überwiegen bei weitem. Das ist ja das Problem mit der Bildungs-wissenschaft, besonders wenn es um die Lösung eines praktischen Problems geht.

M.Szymanski
3 Jahre zuvor

Vorschlag: Herr Professor Merten wähle ca. 100 bis 150 junge Leute aus der Fankurve eines beliebigen Bundesligaclubs und unterrichte sie ca. 2 bis 3 Monate lang in 30-Klassenstärke in den Fächern Deutsch und Mathematik und dies 5 Tage die Woche von 8 Uhr bis 14 Uhr. Aber nicht zum Professorengehalt bitte!

Siegfried Schattinger, geb. Scheunemann
3 Jahre zuvor

Nur den Anfang habe ich gelesen, den Tenor des Gedankenguts eines Danebenstehenden begriffen und es blieb mir über derartiges Gedankengut die Luft weg.
Wohl kommt man mit derartiger Einstellung zu einer Funktiosstellung?
Ich frage nun, warum deratig Neunmalkluge für eiine zwingend erforderliche Basisnähe nicht an einem Tag oder bis zu zwei Tagen nur allein das eigenverantwortliche Unterichten mit Aufsichten und die Arbeit mit Eltern für ein Schuljahr übernehmen?
Das wäre auch ein Beitrag zum Abbau des Lehrermangels.
Dies fragt ein grundständig ausgebildeter Lehrer für Physik und Chemie unter seinem natürlichen Namen, betraut mit Sonderaufgaben wie Gefahrengutverantwortlicher, Fachleiter, Mentor mit Erfahrung seit 1961 in allen Schulformen allgemeinbildender Schulen und seit 2019, mit damals 76 Jahren, endgültig im Altersruhestand.

Horst Költze
3 Jahre zuvor

Roland Mertens Berussozialisation beweist, er hat keine Ahnung von Unterrichts- und Schulpraxis. Sein Pamphlet bezeugt seine INKOMPETENZ! Si tacuisses, philosophus mansisses!

Quiet Quitter01
3 Jahre zuvor

Wohl dem der zeitig dafür gesorgt, einen oder mehrere gute Ärzte sein eigen zu nennen.

ClaraOswald
3 Jahre zuvor

Ich bin selber keine Lehrerin, nur Erzieherin ohne akademischen Abschluss aber ich habe selber lange Zeit an Grundschulen gearbeitet. Zunächst als Schulbegleitung für einen herausfordernden Jungen und später im Nachmittagsbereich einer OGS.
Als Schulbegleitung war ich zwar ursprünglich nur für diesen Jungen da, wurde aber im Laufe der Zeit ein fester Bestandteil der Klasse und des Lehrerkollegiums. Ich habe Unterrichtsausfälle aufgefangen in dem ich mit der Klasse vorherige Lerninhalte geübt habe, war für Störungen zuständig, wurde gerufen wenn es Probleme mit anderen Kindern gab etc. Ich hab das gerne gemacht, weil ich gesehen habe, was die Kollegen alles bewältigen mussten und wäre auch gerne noch länger an der Schule geblieben, als mein Zögling dann in die weiterführende Schule kam, doch für so etwas gibt es keine Stellen oder die MA werden so mies bezahlt, dass man nicht von diesem Gehalt leben kann.
An der OGS war das erst eine ganz andere Situation, da hatte man das Gefühl, dass man als “Nicht-Akademiker” sehr gering geschätzt wird von vielen Lehrkräften. Es dauerte einige Zeit aber irgendwann nahm man auch hier die Anwesenheit einer zweiten Person im Unterricht als Bereicherung und als Chance wahr.
Ich hoffe tatsächlich, dass die allgemeine Haltung von Lehrkräften gegenüber anderen Berufsgruppen sich verändert und ich hoffe auch, dass die KultusministerInnen erkennen, dass nur mit einem multiprofessionellen Team, die Aufgabe zu schaffen ist. Dafür muss aber der gesetzliche Rahmen geschaffen werden, die Löhne müssen angepasst werden, die Lehrkräften müssen entlastet und ErzieherInnen eingestellt werden…
Mein Mann hat selbst Lehramt studiert, Mathe und Physik. Die Masterarbeit über irgendeine abstrakte Mathematik hat er aufgrund der Zweitprüferin, nicht bestanden. Tatsächlich hat er nachdem er soviel Arbeit und Zeit in das Studium investiert hat den Lehramtsberuf nicht ergriffen und studiert etwas anderes.
Ganz ehrlich verstehe ich nicht, wozu eine Lehrkraft für Haupt-und Realschule höhere Mathematik benötigt, da sollte doch besser die Pädagogik in der Masterarbeit im Mittelpunkt stehen und nicht so ein praxisferner Unsinn.
Vielleicht sollte das Lehramtsstudium generell deutlich dualer und praxisnäher gestaltet werden und auch wenn hier viele den Quereinstieg verteufeln, so frage ich mich warum? Meine beste Freundin ist Sozialpädagogin, weit gereist und fantastisch im Umgang mit Kindern. Sie hat für ein halbes Jahr afrikanische Kinder dort unterrichtet, war in Ländern deren Standort ich erstmal nachschlagen musste usw. Ihr wurde der Quereinstieg verweigert, weil ihr die nötige Qualifikation fehlte…
Ganz ehrlich? Weniger Bürokratie, mehr Autonomie, mehr Flexibilität und mehr Toleranz und es würde vielleicht klappen dieses kaputte System zu verändern. -Aber so?

Ich bange um die Zukunft meiner/ unserer Kinder

Birgit wendland
3 Jahre zuvor

Duale Lehrerausbildung würde ich befürworten

Humboldt
3 Jahre zuvor

Definitiv – die Lehrer sind schuld! – alle entlassen und Stellen neu ausschreiben!
Dann wird neu verhandelt !
Die Wiedergeburt teurer Privatschulen in Deutschland und die quasi Abschaffung der allgemeinen Schulpflicht wäre das Resultat … Good old England
Darwin calling !

Kathrin
3 Jahre zuvor

Anstatt die Lehrerausbildung zu reformieren, werden nur die Symptome bearbeitet auf Kosten anderer. Schade, dass nicht selbst Verantwortung übernommen und endlich aus den eigenen Fehlern gelernt wird.

Rainer Scheffzik
3 Jahre zuvor

Es wird hier gelogen und betrogen wie sonst was. Ein Punkt der stimmt ist: Es gibt kein Geld für Lehrerstellen, aber, es gibt jede Menge sehr gut ausgebildete Lehrer, die arbeitslos sind. Seid fast drei Jahren versucht meine Frau, sich auf eine feste Stelle zu bewerben, von der Realschule bis zum Gymnasium Oberstufe, jedoch ohne Chance. Und Vertretungsstellen sind ab einer bestimmten Anzahl nicht mehr möglich, da die Gefahr des einklagens besteht. Also hat sie den Lehrerberuf schweren Herzens an den Nagel gehängt und ist in die freie Wirtschaft gegangen, völlig problemlos, bei den Referenzen. Das Personalmanagement der Bildungsverantwortlichen ist eine reine Katastrophe!! Und es gibt sehr sehr viele arbeitslose Lehrer, die keine Chance auf eine feste Stelle bekommen!

Engelchen
3 Jahre zuvor

Kein Wunder, dass Lehrkräfte ausgebrannt sind bei Klassengrößen von bis zu 30 Kindern auf bis zu 4 Niveaus zu unterrichten!
Das kann man auf Dauer nicht leisten!

Ich bin kurz vor einem Burnout von einer IGS an eine Hauptschule gewechselt.
Und das war gut so!
Viel kleinere Klassen, 2-3 Niveaus, individuelle Förderung ist endlich wieder möglich, statt “Futter für Alle”.
Förderlehrer sind mit im Unterricht, was ich an der IGS nie hatte!

Will man Stellen sparen, gäbe es nur noch IGS.
Will man individuell fördern & fordern, gehört die IGS abgeschafft!
Meine Meinung!

Desweiteren sind die Abi-“Erfolgsquoten” an den IGS-en skeptisch zu betrachten, da sogar Schulleiterinnen sich über die üblichen Bewertungsmaßstäbe hinweg setzen & Noten willkürlich erteilen, damit einige Schüler ihr Abitur bekommen.

Das ist leider Schulalltag in Deutschland!

Karin Arnold
2 Jahre zuvor

Vor allem liegt es an zwei Komponenten, die unglücklicher Weise Zusammentreffen:
Mittelschichtkinder, die nie richtig arbeiten mussten, halten für einen coolen Job weil man viele Ferien hat und sie wählen dann ab der Uni Seminare aus, die 0 mit der Wirklichkeit zu tun haben. Dann kommt der Praxisschock und sie sehen, dass die Freunde viel mehr verdienen und schwupps sind sie weg..

Berenike
2 Jahre zuvor

Es ist für einen westlich gebildeten/ studierten Menschen eine indiskutable Zumutung, was diese “ Bildungs“kommission ernsthaft zu fordern wagt. Politiker/innen erhalten für denselben Stress 10.750€/ Monat, hohes Ansehen und alle paar Monate eine“ Diäten“ Erhöhung. Für Normalbürger ist die Definition von Diäten= Gürtel enger schnallen= fasten! Das sollten solche Beamten/ „ Fachleute im KMK auch mal tun. Damit erlebt mal nämlich, was wirklich wichtig ist und bekommt nicht nur den Magen , sondern auch den Kopf frei für Sinnvolle Zukunftsplanung!

Schöpke Annedore
2 Jahre zuvor

In 20 Jahren wird es keine ausgebildeten Lehrer mehr geben , diese werden dann durch Quereinsteiger ersetzt.

Petra Ulmschneider
2 Jahre zuvor

Und das zum Schnäppchenpreis von 35 Euro. Das ist mehr als lächerlich! Jeder Handwerker rechnet mehr ab.
Von der Grundidee ganz zu schweigen: politische Fehlkalkulationen müssen jetzt an der Basis ausgel8ffelt werden.

Karin
2 Jahre zuvor

Wie wäre es damit, das Studium und Referendariat auf seine MACHBARTKEIT zu überprüfen? Meine Tochter studiert LA Grundschule in BW. Da werden zum Teil Prüfungen mit 60% Durchfallquote generiert. Zudem war die Vorbereitung auf eine Prüfung katastrophal, nur als Power-Point-“Kurs” angeboten, und die aufgezeichneten Erläuterungen der Dozentin waren alles andere als verständlich (Ja, das kann ich beurteilen, ich habe das entsprechende Fach vertieft studiert). Man hat oft den Eindruck, vergraulen und rausprüfen ist ein Sport an den PHs.
Als Unterrichtsentwurf für eine (!!) Stunde werden im Ref bis zu 25 Seiten erwartet, für jede (!!) Stunde, nicht etwa nur für Lehrproben. Wer mal erkrankt, hat Pech, z.B. im Praktikum – wer mehr als 3 Tage fehlt, darf diese nicht nachholen, sondern muss das gesamte dreiwöchige Praktikum in den nächsten Semesterferien wiederholen…usw….

Holger Ries
2 Jahre zuvor

Das ist vielleicht für Niedersachsen etwas Neues. Die Gesamtschulen in NRW haben das Fach Naturwissenschaften in Jg. 5 und 6 schon seit mindestens 35 Jahren, ebenso das Fach Gesellschaftslehre von 5 bis 10. Sehr gute Einrichtung, wie ich aus eigener 30jähriger Berufserfahrung an einer Gesamtschule weiß.

potschemutschka
2 Jahre zuvor
Antwortet  Holger Ries

@Holger Ries
Wurde die Lehrerausbildung auch entsprechend angepasst? Oder heißt das, dass z. B. ein Bio-Lehrer nun auch gleichwertig? und gleichzeitig Physik und CHemie unterrichtet?

Humtata
2 Jahre zuvor

Bin froh, dass ich raus bin! Es wird alles nur noch irrer! Wohl dem, der da noch durchhält!

Marta
2 Jahre zuvor

Super. Während um neue Lehrer gebuhlt wird, verschlechtern sich die ohnehin haarsträubenden Arbeitsbedingungen noch mehr.

Pocahontas
2 Jahre zuvor

Anstatt Stunden aufzustocken sollten solidarisch alle ihre Stunden halbieren!!!
Frechheit sowas!!

Oma Elsa
2 Jahre zuvor

1988 habe ich mein 2. Staatsexamen mit der Note “gut” abgelegt, um anschließend festzustellen, dass ich damals in keinem Bundesland gebraucht wurde.
Ich habe dann 30 Jahre fachfremd in der Jugendhilfe gearbeitet.
2018 stand ein Umzug an und ich ergriff die Möglichkeit, die letzten Jahre doch noch als Lehrkraft zu arbeiten.
Kein Wunder dass kaum jemand Lehrer/in werden will. Die Arbeitsbedingungen sind grottenschlecht, die Wertschätzung der Schulbehörden nicht vorhanden.
Mangelnde Wertschätzung und schlechte Bedingungen lassen die Motivation auf den Nullpunkt sinken. Lehrer sind zu Verwaltungskräften geworden, Pädagogik spielt weniger eine Rolle.
Ich gehe nach diesem Schuljahr in Rente und bin froh, dass ich die überwiegende Zeit meines Berufslebens NICHT in der Schule gearbeitet habe.

Katharina
1 Jahr zuvor

Vielleicht sollte ich nach Deutschland ziehen… Hier in Österreich gibt es nach 7 Jahren als Lehrerin plötzlich keine Stunden mehr für mich…

AlexZ
1 Jahr zuvor

Abschaffen der Schulpflicht und nur noch die Kinder unterrichten, die Willens und fähig sind. Dann werden einige Eltern als Bittsteller und nicht mehr als Forderer auftritt. Die anderen Kinder können dann in Fabriken 6h am Tag Schrauben polieren, bis sie merken, dass lesen, schreiben und rechnen weniger ätzend ist. Dabei wird Pause und Essen nur gewährt, wenn eine Mindestleistung erfüllt wird. Oder Kindergeldzahlung.
Drei Kollegen fehlen langzeitigt.
Das wird sich auf alle Fälle verschärfen, wenn das durchgeht. Das Arbeitsschutzgesetz sagt aus, dass nicht mehr als 45 h pro Woche gearbeitet werden darf. Da bin ich mal gespannt, wie das Arbeitsgericht darauf reagiert. Wenn mehrere Hundert Lehrkräfte nachweisen, dass sie zwei oder drei Wochen am Stück nachweislich mehr als 45 h gearbeitet haben.
Unsere Kraftmeierkonferenzianer vergessen, dass die Lehrer fehlen, weil sie 35 Jahre lang zu wenige ausgebildet haben. Der Job auf Grund der immer mehr werdenden Arbeit immer unattraktiver wird und dass durch die immer stärkere Gängelung und Niveaubegrenzung und Restriktivität jede Art von Spaß an der Arbeit genommen wird.
Ich schlage vor die Experten und Kultusminister beginnen mal mit der Arbeit. Sie dürfen gerne meine Mehrarbeit übernehmen.

BlaueBlume
1 Jahr zuvor

Um noch weiter die Zweiklassengesellschaft in einer Schule zu fördern? Die Angestellten gehen mit weniger Geld und Rente nach Hause! Alle sollen einzahlen!

Xenonatmer
1 Jahr zuvor

Das Bild ist typisch. Löschen eines Brandes ist viel aufwändiger als ihn gar nicht entstehen zu lassen. Da haben viele teuer Bezahlte komplett versagt

Siva
1 Jahr zuvor

Eine EIN FACH LEHRKRAFT .
Ich komm vom Lachen nicht wech. Hören die sich im Ministerium/in der Politik auch zu? Wovon träumen die nachts?

Martina Simon
1 Jahr zuvor

Schülern und Eltern fehlt immer häufiger der Respekt vor den Lehrern. Die Motivation etwas leisten zu wollen, geht in den Familien verloren. Lehrer erhalten keine Unterstützung. Selbst Schulleiter stehen unter dem Druck der Schulämter.
Das Bildungssystem kapituliert, Lehrer geben zu gute Noten und Empfehlungen aus Angst vor Eltern. Auf Dauer kommen viele Lehrer mit dieser Situation nicht zurecht. Kein Lehrer kann gut unterrichten, wenn ihm eine Klasse mit 0,0 Interesse an seinem Thema gegenüber sitzt.

Marta
1 Jahr zuvor

Ich bin ein wenig überrascht, in welch unfertigen Sätzen sich hier Lehrkräfte äußern. Leute, achtet auf korrektes Deutsch.
Abgesehen davon ist weder Hybridunterricht noch komplette Onlinebespaßung auch nur ansatzweise vergleichbar mit person-to-person Unterricht. Eine anwesende Lehrkraft pro Lerngruppe muss die Regel bleiben.

Stefan
11 Monate zuvor

KMK-Kommission sagt 20 Jahre Lehrermangel voraus – sie empfiehlt: Mehrarbeit für Lehrkräfte, Hybridunterricht, größere Klassen

So ein Blödsinn….genau damit schreckt man neue Lehrkräfte noch mehr ab und verbrennt die aktuell aktiven Lehrkräfte, bzw sorgt dafür, dass noch mehr aufhören werden.

MHI
10 Monate zuvor

Es gibt Lehrer die die kämpfen müssen, dass ihre Verträge endlich entfristet werden. Schulleitungen müssen um entfristenden solcher Mitarbeiter kämpfen. In Zeiten des Mangels?