BERLIN. Mit nahezu deckungsgleichen Botschaften (wenngleich in getrennten Pressemitteilungen verkündet) haben der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ihre Positionen vor Beginn der Tarifrunde der Länder dargelegt – und Einigkeit demonstriert. Beide Bildungsgewerkschaften verlangen in der anstehenden Einkommensrunde deutliche Verbesserungen für Beschäftigte an Schulen, Kitas, Hochschulen und in der Verwaltung.

Die zentrale Forderung lautet: 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro pro Monat, ergänzt durch eine Laufzeit von zwölf Monaten. Der VBE betont zusätzlich die Forderung nach einer 20-prozentigen Erhöhung der Zeitzuschläge. Am 3. Dezember 2025 starten die Verhandlungen mit der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) unter Leitung des Hamburger Finanzsenators Andreas Dressel (SPD).
Nach üblicher Praxis werden Tarifabschlüsse später auf die Landesbeamtinnen und -beamten sowie Versorgungsempfänger übertragen – allerdings hat die bayerische Landesregierung bereits angekündigt, dies nur mit Zeitverzug von sechs Monaten tun zu wollen (News4teachers berichtete).
„Wir sind bereit!“ – VBE stellt Auftakt klar unter das Zeichen des Fachkräftemangels
Für den dbb, der den VBE am Verhandlungstisch vertritt, formuliert Andreas Hemsing, zweiter Vorsitzender und zuständig für Tarifpolitik, die Ausgangslage unmissverständlich: „Verbesserungen bei Bezahlung, Arbeitsbedingungen und Personalpolitik stehen im Fokus.“
Hemsing warnt, dass der Personalmangel den öffentlichen Dienst zunehmend schwäche und die Attraktivität gegenüber Bund, Kommunen und Privatwirtschaft sinke. Die Folgen seien bereits spürbar – in Kitas, Schulen und Verwaltungen.
Auch der VBE selbst begründet die Forderungen vor allem mit der enormen Belastungssituation im Bildungsbereich. Rita Mölders, stellvertretende Bundesvorsitzende für Tarifpolitik, macht deutlich: „Der enorme Fachkräftemangel prägt das Geschehen in unseren Schulen und Kindertageseinrichtungen, die Belastungen steigen mittlerweile ins Unermessliche.“
Nur mit fairen und modernen Rahmenbedingungen ließen sich Beschäftigte halten und neue gewinnen, betont Mölders. Die Forderungsfindung sei ein „Auftakt in eine kämpferische Einkommensrunde“. VBE-Bundesvorsitzender Gerhard Brand knüpft daran an: „In den letzten Jahren sind Lehrkräfte, aber auch Erzieherinnen und Erzieher weit über ihre Belastungsgrenze hinaus gegangen. (…) Jetzt ist es an der Zeit, dies zu würdigen.“
GEW: „Preise steigen weiter – Beschäftigte brauchen mehr Einkommen“
Auch die GEW stellt die wirtschaftliche Lage der Beschäftigten in den Mittelpunkt. GEW-Vorsitzende Maike Finnern betont bei der gemeinsamen Pressekonferenz der Gewerkschaften in Berlin: „Wir brauchen deutliche Gehaltserhöhungen. (…) Die Beschäftigten benötigen dringend mehr Einkommen, um ihren Lebensstandard zu halten.“
Finnern verweist darauf, dass der Tarifabschluss für Bund und Kommunen Anfang 2025 Maßstäbe setze, an denen sich die Länder orientieren müssten. Besonders im Blick hat die GEW dabei die Beschäftigten im Sozial- und Erziehungsdienst: „Auch auf die Verbesserungen für die Beschäftigten im kommunalen Sozial- und Erziehungsdienst (…) warten die Erzieherinnen und Sozialpädagogen auf Länderebene.“ Damit solche Verbesserungen möglich sind, fordert die GEW ein Sonderkündigungsrecht für die entsprechenden Regelungen im TV-L.
Ein weiterer zentraler Punkt der GEW: eine tarifliche Regelung für die rund 300.000 studentischen Beschäftigten, konkret ein „TV Stud“ innerhalb des Tarifvertrags der Länder.
Auch Finnern macht den Fachkräftemangel als Haupttreiber der Forderungen aus: „Da muss dann zumindest das Gehalt stimmen – auch und gerade um viel mehr junge Menschen für die Bildungsberufe zu gewinnen.“ Mit Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung betonte sie, dass erwartete Wachstumsimpulse und steigende Steuereinnahmen finanzielle Spielräume eröffneten. Das Tarifergebnis müsse zudem zeit- und wirkungsgleich auf Beamtinnen und Beamte sowie Versorgungsempfänger übertragen werden, fordert sie.
Die Verhandlungen sind an folgenden Terminen geplant:
- 3. Dezember 2025 (Berlin)
- 15./16. Januar 2026 (Potsdam)
- 11.–13. Februar 2026 (Potsdam)
Ver.di führt die Verhandlungen für die DGB-Gewerkschaften, der dbb für die Mitgliedsgewerkschaften wie den VBE. News4teachers









Ich habe ehrlich gesagt mit deutlich weniger als Forderung gerechnet. Als Ergebnis halte ich 3-4% in zwei Stufen verteilt auf 2.5 Jahre und eventuell noch eine kleine Einmalzahlung für möglich.
Wie wollen Sie mehr durchsetzen mit Leuten, die maximal Petitionen schreiben, aber zu mehr nicht bereit sind? Das wüsste ich ja gerne mal. Haben Sie einen Tipp?
Man könnte sich überlegen, was man gerne haben möchte, z.B. +7% für 12 Monate, mindestens 300€. Und das verdoppelt man dann.
Oder noch unverschämter: Man vergleicht alle Abschlüsse mit den Inflationsraten und zusätzlichen Unterrichtsverpflichtungen. Den Unterschied in Prozent zuzüglich die +7%, mindestens 300€.
Mit so etwas hätte man dann realistischere Chancen, dass tatsächlich etwas wie +7% für 24 Monate rauskommt.
Ein geeignetes Druckmittel der Lehrer wäre ein echter Dienst nach Vorschrift. Nur leider leuchten die Kinderaugen zu sehr.
Mein Tipp:
5% auf 24 Monate ab 01.03.2026, übertragen auf die Beamten mit 6 Monaten Verzögerung.
“Bestes Ergebnis aller Zeiten” (wieder einmal…)
schlimm
Die letzte Verhandlungsrunde ist vor Karneval terminiert. Da wird es wie üblich noch nicht mal ein Angebot geben. Dann müssen Warnstreiks organisiert werden, dann wird ein Schlichter berufen, dann muss der was aushandeln…das zieht sich. Ich rechne nicht vor Juni 26 mit einer Erhöhung, Laufzeit natürlich nicht unter 24 Monate und insgesamt max. 4 %. Hoffentlich vergessen die Gewerkschaften nicht, zu erwähnen, dass der Mindestlohn bis Januar 27 dagegen um knapp 14% steigt.
Ja, apropos Warnstreiks. Wer ist dabei? Sie sind dabei? Oft macht kaum einer mit.
… und in Hessen zum 01.02.2026 und dann auf den 01.08.2026 noch mal verschieben
Und warum soll es für die Beamten schneller und besser gehen? Die beteiligen sich ja nicht mal an den “Arbeitskämpfen”, sondern gehen weiterhin brav zur Arbeit.
15 % müssen es sein,
35 Std Woche, auf 4 Tage verteilt, Deputat dann bei 18
und ein richtiges 13. Monatsgehalt.
Die Inflation frisst alles auf. Welche benefits haben Lehrer noch?
🙁
ja, über 15% und nicht immer 2-3%
Die Lebensmittelpreise sind über 25 % rauf!!
Warum nicht mal nur mit Festbeträge, anstelle mit %Werten.
Das würde ein Auseinanderdrifften der Gehälter mal einbremsen.
Die Lebensmittelpreise steigen doch für alle gleich.
Ja. Sehr gutes Argument.
Leider steigen die Krankenkassenbeiträge(GKV) prozentual abhängig vom Einkommen. Von der Gehaltserhöhung bleibt dem Cheffe weniger übrig als dem Fußvolklehrer.
Oder wie es ein Florist treffend beschreibt. Der Schulleiter wird sich nur noch 99,7 Schnitzel kaufen können, während der Lehrer sich noch immer 10 Schnitzel kaufen kann. Irgendwann wird sich der Cheffe fragen, ob sich die Mehrarbeit überhaupt noch lohnt.
In der PKV steigen die Krankenkassenbeiträge ganz unabhängig von Gehalt oder Pension. Ab Januar sind das teilweise 100 € mehr pro Monat ohne irgendeine Gehaltssteigerung.
Realist hat es uns genau ausgerechnet.
Es müssten so um die 17-18 % aktuell sein, die uns fehlen.
Tja, wir erleben das alle im Alltag, weil es teuer geworden ist. Doch mit dem stagnierenden Lohn kommen wir da nicht mehr weit.
Dazu die schlechten Arbeitsbedingungen.
Deshalb:
4- Tage Woche
30 % Homeschooling
GK &DB digital
Löhne rauf
ist ja furchtbar. Was ist mit der amtsangemessenen Alimentation und den 2 freien Tagen, die kommen sollen?
Lohn?
Arbeiten Sie im Akkord?
Wie oft noch? Es langweilt.
Bis es umgesetzt wird. Auch in anderen Branchen wird bei einer 4-Tage-Woche 24/7 gearbeitet, ohne dass die Klitschen zusammenbrechen.
7% klingt ja erstmal ordentlich im Vergleich zu anderen Jahren. Nun wissen wir aber, dass das die Maximalforderung ist, die niemals das Endergebnis sein wird.
Und wir wissen, dass kaum noch welche Lehrer dafür streiken können, weil sie ja fast alle gerne verbeamtet sind. So sollen nun die wenigen angestellten Lehrer dafür streiken, gegen deren finanzielle Benachteiligung auch kein verbeamteter Kollege etwas unternimmt.
Um am Ende meckern hier wieder alle Beamten-Lehrer, wie gering die Abschlüsse sind. Ohne zu wissen, dass ihnen eigentlich nicht mal das zusteht, weil Tarifabschlüsse eigentlich immer nur für die Gewerkschaftsmitglieder gelten?
Ich weiß nicht, ob ich für die anderen streiken werde, die für mich nichts tun. Warum sollte ich?
Die Nörgler über den Tarifabschluss sind schon da. Sie erwarten wie immer, dass die anderen etwas für sie tun, haben selbst aber keine Lust, etwas zu tun.
“Ver.di führt die Verhandlungen für die DGB-Gewerkschaften”
heißt übersetzt:
Die vertreten eher die im Vgl zu Lehrer_innen unteren Einkommensgruppen.
Für A12/13 aufwärts wird es dann weniger mehr geben und mehr mehr für die unteren Gehaltsgruppen. Wie immer.
Und die stufengleiche Höhergruppierung wird auc nicht kommen. Haben Beamte* natürlich schon. Aber Angestellte nicht. Natürlch nicht. Und Ver.di torpediert diese GEW Forderungen seit Jahren. S.o.
Als Angestellter und Gewerkschaftsmitglied, der natürlich von der Ungleichbehandlung genervt ist, 60% der GEW-Mitglieder sind Beamte und unterstützen, auch wenn sie nicht streiken, durch ihre Beiträge. Muss man auch mal erwähnen und anerkennen.
Und warum kommen die dann nicht zu den Veranstaltungen nach dem Unterricht? Ach ja, da haben die keine Zeit für.
Meine Arbeit endet eben nicht nach dem Unterricht.
„Ohne zu wissen, dass ihnen eigentlich nicht mal das zusteht, weil Tarifabschlüsse eigentlich immer nur für die Gewerkschaftsmitglieder gelten?“ Es soll tatsächlich auch Beamte geben, die Gewerkschaftsmitglieder sind…
Ich bin verbeamtet und in der Gewerkschaft. Ich habe noch nie über zu geringe Abschlüsse gemeckert und eigentlich möchte ich statt mehr Geld lieber anständige Arbeitsbedingungen.
Weil Sie noch nie darüber gemeckert haben, hat noch keiner darüber gemeckert? Diese Logik erschließt sich mir nicht.
Ansonsten stimme ich Ihnen aber zu.
Volle Zustimmung!
Weil Sie und Ihre Gewerkschaften es beanspruchen Tarifverträge für alle Lehrkräfte auszuhandeln. Wie wäre es, wenn die Tarifverträge nur noch für die Gewerkschaftsmitglieder gelten würden? Alle anderen verhandeln für sich.
Tarifrechtlich ist das doch so. Die AG übertragen den Tarif aber auf alle ihre Beschäftigten im tariflichen Bereich. Das ist also eine Arbeitgeberentscheidung.
Nichtmal ein zusätzlichen Urlaubtag wie beim TVöD wird gefordert… Welcher Maßstab zur Orientierung soll das sein?
Sind Sie an einer Privatschule, wo Sie für die Ferien Urlaub einreichen müssen? An staatlichen Schulen hat man in den Ferien einfach frei. Wofür brauchen Sie da einen Urlaubstag mehr?
Es geht in den Verhandlungen nicht nur um Lehrer, sondern um den ÖD der Länder. Aber ja, von einem zusätzlichen freien Tag hätten LK nix.
Den zusätzlichen Urlaubstag könnte man in Form eines zusätzlichen beweglichen Ferientags umsetzen.
Diese Forderung wäre angemessen, wenn der Tarifabschluss endlich mal auch nur für 12 Monate umgesetzt würde. So wird es irgendwas mit 2,8% im ersten Jahr und im Anschluss 1,7%. Somit wäre der Tarifabschluss erneut schlechter als beim Bund (vom kommenden Weihnachtsgeldanspruch will ich gar nicht erst anfangen..) und der fehlende Kaufkraftverlust von 10-12% in den letzten Jahren wäre da ja auch noch. Sollte die fehlende amtsangemessende Alimentation ebenfalls bestätigt werden, wären hier auch noch bestimmt mit 5% mehr zu rechnen… so fehlen entspannte 20% auf dem Lohnzettel und die Gewerkschaften feiern sich für nichts.
Mein Austritt wird wohl kommen.
Genau: 4,5 % für zwei Jahre wäre theoretisch ein Inflationsausgleich. ABER das gibt’s eben bezogen auf das Bruttogehalt. Das Nettogehalt steigt dann — wegen der Eigenheiten unserer Steuerprogression — um weniger und damit auch um weniger als die offiziell zugegebene Inflationsrate. Dazu kommt dann noch der Schwund bei den Sparguthaben, die unterhalb der Inflationsrate verzinst werden, worauf dann auch noch Steuern anfallen.
Mit den steigenden Preisen zahlen dann alle von ihrem bereits versteuerten Einkommen auch noch die Mehrwertsteuer und andere Steuern: Mineralölsteuer, Stromsteuer, auch die drastisch erhöhte Grundsteuer.
Dazu kommen höhere Krankenkassenbeiträge, die einen Teil der Erhöhung wieder auffressen.
Jemand beginnt zu verstehen…gut.
Immer diese nervigen Austrittsdrohungen derer, die nur meckern und nörgeln und nichts, aber auch gar nichts selber tun für bessere Tarifabschlüsse. Wofür brauchen wir Sie?
Und kümmert sich dann um bessere Abschlüsse?
Es wäre besser wenn viel mehr in den Gewerkschaften wäre, die Macht wäre viel größer.
Man bräuchte viel mehr Gewerkschaften, die nicht so gut Freund mit den Ländern sind.
Und viel mehr streikbereite Angestellte. Woher nehmen, wenn nicht stehlen?
Nein! Nicht mehr Gewerkschaften, sondern eine! starke!
So ähnlich meinte ich das.
Zwölf Monate Laufzeit wird es niemals geben.
Wird zufällig Claus Weselsky als Verhandlungsführer für die Gewerkschaft gebucht?
Der würde bei 7% Forderung 8% rausholen.
DIe GEW lässt sich lieber von ver.di unterbuttern.
Auch kein Wunder: welcher Angestellte geht noch gerne streiken in der Kälte, damit seine verbeamteten Kollegen* noch mehr mehr verdienen?
Ich denke auch, dass das Beamtentum grundsätzlich abgeschafft werden sollte. Das wäre die Lösung aller Probleme, die wir hier in Deutschland haben.
Das Problem sehe ich eher im Gehaltsgefälle als im Status. Finde nicht, dass man das Beamtentum ganz abschaffen sollte. Warum auch?
Auch Claus Weselsky würde nichts erreichen, hätte er nicht eine große kampfbereite Mitgliedschaft hinter sich! Das muss man als Erstes kapieren!
GDL Gewerkschaft der Lehrer. Er müsste nicht einmal umdenken. Aus den Lokführer werden Lehrer. Allerdings war sein Glück, dass diese nicht mehr verbeamtet waren.
Was nützt denn ein toller Verhandlungsführer, wenn die Kollegen nicht mitmachen?
Wobei ?
Beim Ranbuttern an Politikvertreter am Schnittchentisch ?
Beim Ausdenken einer niemals endenden Flut von “pädagogischen” Ideen, statt zu fighten ?
Beim Mitsingen im Jubelkonzert für immer genau die Ideen, die die Kehrerolle noch mehr verwässern und aufweichen?
Einfach mal auf die GEW-Seite im Netz schauen.
Das wäre doch mal ein echter Coup. Holt den Weselsky und ich trete wieder in die Gewerkschaft ein. Ergo eine echte Win-Win Situation für die Gewerkschaften. Jeder über A10 sollte raus aus den Gewerkschaften- gerade im Bildungsbereich haben sich die Arbeitsbedingungen in den letzten Jahren dramatisch verschlechtert. Sie hatten genug Zeit, es in bessere bahnen zu lenken- haben sie aber nicht. Es ist natürlich nicht monokausal zu sehen, allerdings finde ich, dass meine Prioritäten schlecht vertreten werden. Und jetzt bitte keine Kommentare wie: “…dann bringe dich doch selbst ein blabla…”. Das ist Quark hoch 10.
Da Sie nun in keiner Gewerkschaft sind, unterstützen Sie bessere Tarifabschlüsse wie genau??? Mit Petitionen?
PS: Nee, das ist nicht Quark hoch 10, sich selbst einzubringen, wenn man sich schlecht vertreten fühlt. Das schreiben Sie vorsorglich, weil Sie es nicht hören wollen, aber genau so ist es. Wer sonst soll Ihre Interessen vertreten, wenn nicht zuallererst Sie selbst? Welche irgendwelchen anderen sollen es warum eigentlich tun?
Sie haben vielleicht Zeit, ich habe keine Zeit und bin auch noch 60km weit abgeordnet an 2 Tagen in der Woche. 240km und 6 Stunden fürn A****. Wann soll ich mich da noch bei einer Gewerkschaft einbringen?
So sieht es aus.
GDL-style – bin ich dabei.
Zahle freiwillig doppelten Beitrag.
“TdL-Vorsitzende, Andreas Dressel, erteilte der Gewerkschaftsforderungen eine Absage. [D]ie Forderung passe nicht in die Zeit und sei bei einer Inflationsrate von zwei Prozent völlig überzogen”
Gewerkschaften fordern sieben Prozent mehr im öffentlichen Dienst | tagesschau.de
Andreas Dressel ist natürlich welche Partei?
„Der VBE betont zusätzlich die Forderung nach einer 20-prozentigen Erhöhung der Zeitzuschläge.“ Dafür müsste es bei Lehrern zum einen erst mal überhaupt Zuschläge geben und zum anderen wäre die AZE zwingend erforderlich. Davon liest man leider nix.
Finde ich jetzt nicht so spektakulär wie manche Preiserhöhung im Alltag. Werden vielleicht 3,5 Prozent übrig bleiben. Weiß jetzt nicht,ob da ein großartiger Arbeitskampf lohnt.
Sie sind ja auch weltfremd. Gehen sie mal in den Supermarkt mit 3 Kindern.
Dann lassen wir doch einfach den Arbeitskampf, bei sich dem eh kaum jemand von den Lehrern beteiligt. Was genau wird dann besser?
Jetzt lesen wir wieder lauter Kommentare, warum die Forderungen zu wenig sind und bestimmt droht wieder jemand seinen Austritt aus den Gewerkschaften an. Aber wenn zum Streik aufgerufen wird, kommt keiner und alle verstecken sich dahinter, dass sie ja nicht dürfen – nur zu Aktionen außerhalb der Arbeitszeit kommt auch keiner, weil man ja keine Zeit hat. DAS sind die Lehrer.
So setzen sie mal wieder auf die Streikbereitschaft der Erzieher, Sozialarbeiter und sonstigen Angestellten, denen sie eben noch absprachen (anderer Artikel), dass sie besser verdienen oder gar wie Lehrer, weil deren Arbeit ja nun wirklich nicht sooo anspruchsvoll ist wie die der Lehrer. Nur streiken dürfen sie halt für die Lehrer. Dafür sind sie gut.
Die Beamtenbesoldung wird wahrscheinlich eher in Karlsruhe übers Abstandsgebot zur Grundsicherung und Abstand der Qualifikationsstufen untereinander entschieden. Dann können die Angestellten froh sein über eine Übertragung ? “Mindestens 300 € pro Monat” – also bei den untersten Einkommensgruppen prozentual mehr als bei den oberen – staucht das Tarifgefüge weiter und macht Qualifikation unattraktiv.
Das Abstandsgebot muss eingehalten werden!
Bei den Tarifangestellten? Schon mal auf die Tabellen geschaut?
Morgen gibt es zunächst Klarheit darüber, ob in der Vergangenheit der Sparbeitrag der Beamten so in OIrdnung war: https://www.bundesverfassungsgericht.de/DE/Aktuelles/TermineWochenausblick/termine-Wochenausblick_node.html . Die Verliner Verfahren sind u.a. Musterverfahren für die knapp 60 Vorlagen der jeweils höchsten Gerichte der Bundesländer. Die hohe Diskrepanz zwischen den Anpassungen der Beamten im Vergleich zu anderen Beschäftigten wird zumindest rückwirkend geklärt.
Kennt einer die Forderungen, die aus der Feder des dbb und der GEW kommen und nicht bereits von der verdi abgedeckt wurden?
Leider sieht es sehr schlecht für uns aus. Auch die Angestellten nehmen kaum noch am Arbeitskampf teil und die Beamten schon gar nicht. So sind wir angewiesen auf den “guten Willen” der Arbeitgeber.
Und natürlich wird die Streichung von Par. 44 TV-L nicht mal erwähnt.
7%, ick lach mir nen Ast… nach 6 Monaten Laufzeit gibts 1,9%, nach einem Jahr dann noch mal 1% drauf. Laufzeit 2 Jahre oder länger.
Und die Gewerkschaften werden sich feiern für das beste Ergebnis ever: „Mehr war nicht drin angesichts knapper Kassen, musste verstehen…“
Danke für nix…
Seit wann ist der VBE eigentlich eine Gewerkschaft? Es ist ein Verband und gehört nicht zum DGB.
Eigendarstellung: “Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) vertritt als parteipolitisch unabhängige Gewerkschaft die Interessen von ca. 164.000 Pädagoginnen und Pädagogen.” Quelle: https://www.vbe.de/
Herzliche Grüße
Due Redaktion
Und der VBE ist tariffähig? Wäre mir neu.
Der VBE wird durch den dbb bei den Tarifverhandlungen vertreten. Herzliche Grüße Die Redaktion
Genau: in Vertretung.
Ja, als Teil des dbb – ebenso wie die Steuergewerkschaft oder andere.
Ist aber als Verband innerhalb des dbb tariffähig – daher die Eigenbezeichnung als Gewerkschaft.
“Tariffähig” bedeutet, dass eine Partei rechtlich in der Lage ist, einen Tarifvertrag abzuschließen und Tarifverhandlungen zu führen. Dazu berechtigt sind Gewerkschaften, einzelne Arbeitgeber und Arbeitgeberverbände, sofern sie die gesetzlichen Voraussetzungen wie Unabhängigkeit, organisatorische Struktur und Durchsetzungskraft erfüllen. Eine solche Fähigkeit wird in Deutschland durch das Tarifvertragsgesetz (TVG) geregelt und kann vor Gericht überprüft werden.
Kaum steht eine Verhandlungsrunde an, beginnt hier wieder das gegenseitige Zerfleische. Die einen schimpfen zu Recht auf die absurd geringen Forderungen der Gewerkschaften und den wie jedes Mal niedrigerem Erfolg als beim TVöD. Die anderen schimpfen auf Beamte und nicht-Gewerkschaftsmitglieder oder generell und das ebenfalls vollkommen zu Recht gegen Menschen, die nicht zu Streiks oder Demonstrationen gehen.
Unabhängig von all dem ist der TV-L allerdings mit derjenige Tarifvertrag, der in den letzten Jahren den höchsten Reallohnverlust erlitten hat. Vor allem durch die Nullrunde zum Inflationsschock (und ja, die Verhandlung war vor dem Inflationsschock, aber der Vertrag galt halt genau zu der Zeit).
Ich habe es gerade mal ausgerecht. Ich habe irgendwann mal 3846 Milchpackungen verdient. Mittlerweile hat sich mein Gehalt zahlentechnisch sehr deutlich erhöht, da ich voll ausgebildet bin, einige Stufenaufstiege erlebt habe und verbeamtet wurde. Derzeit verdiene ich aber nur noch 3056 Milchpackungen. Das sind ein Verlust von 790 Milchpackungen!
Die Forderung der Gewerkschaften sind im Moment mindestens 222 Milchpackungen für alle. Es fehlen immer noch knapp 570. Und wie gesagt, zahlentechnisch lag mein Gehalt damals als ich noch 3846 Milchpackungen verdient habe, deutlich unterhalb meines jetzigen Gehalts.
Ich für meinen Teil verstehe gar nicht, wieso es überhaupt einen Unterschied zwischen dem TV-L und dem TVöD gibt. Klar die einen werden vom Land bezahlt und die anderen von Bund und Kommune. Aber die Kommunen sind Teil der Länder und in der Regel sogar Träger für KiTas und Schulen. Ganz absurd wird es doch bei den KiTas, die 300 Meter auseinander liegen und wegen einer Grenze wird die eine nach TVöD und die andere nach TV-L bezahlt. 300 Meter aber etliche Euros Gehaltunterschied.
Und jedes Mal kommt bei den TV-L-Verhandlungen das Argument, dass bereits zu viel Geld für den TVöD bezahlt wurde (es wird anders verpackt, aber im Grunde wird genau das gesagt) Allerdings sind die Tarife doch eigentlich unterschiedlich, weil sie aus unterschiedlichen Töpfen bezahl werden. Trotzdem beeinflusst der eine Topf irgendwie immer den anderen und der TVöD ist halt immer zuerst, weil dort viel mehr auf kurze Laufzeiten geachtet wird. Eine Angleichung oder Gleichschaltung der beiden Tarife wäre da irgendwie sinnvoll. Vor allem hätte man dann auch einen größeren Hebel in Verhandlungen.
Und nochmal zu dem anfangs erwähnten Gezanke. Wir drehen uns da wirklich im Kreis. Die Verhandlungen werden schlecht geführt. Das ist ein Fakt. Jeder wusste im Vorfeld, dass die Inflationsprämie als gekappte Gehaltserhöhung gestreckt werden wird. Trotzdem wurde dieses Wissen nicht mit in die letzten Verhandlungen genommen.
Schlechte Verhandlungen verringern die Unterstützung.
Geringere Unterstützung führt zu weniger Druckmittel in den Verhandlung.
Weniger Druckmittel führen zu schlechteren Ergebnissen.
Schlechte Ergebnisse führen zu weniger Unterstützung.
Und das wird immer so weiter gehen. Bis hier alle mal merken, dass ALLE in eine Gewerkschaft eintreten sollten (denn allein die Größe macht schon etwas aus), dass diejenigen, die streiken können, dies dann auch tun und dass diejenigen, die es nicht können zumindest Demos besuchen. Aber es sollten eben auch ALLE unzufrieden mit den Ergebnissen sein, denn die sind seit Jahren einfach scheiße! Selbst das letzte Ergebnis lag unter dem vom TVöD und das eben nachdem unser vorheriges eine Nullrunde war und deren nicht. Wie man damit zufrieden sein kann, erschließt sich mir nicht. Und jetzt werden wieder einige sagen, dass man mehr hätte auf die Straße gehen müssen (was eigentlich auch stimmt), aber in den Verhandlungen kamen Streiks und Demos ja kaum zur Sprache. Obwohl die Angebote nichts mit den Forderungen zu tun hatte, wurde ja nicht einmal zu längeren Warnstreiks aufgerufen. Es gab mal einen Tag aber mehr nicht, dabei gab es bis zuletzt quasi keine Bewegung bei den Tarifpartnern.
Noch wilder die Krankenhauslandschaft. Selbst wenn man die privaten Klinikgesellschaften aussen vor lässt, hat man alle tarifrechtlichen Gegebenheiten je nach der Trägerschaft.
Da sind auf der einen Seite Krankenhäuser in der Trägerschaft der Bundeswehr (Bund), andere, z.B. Uni-Kliniken in der der Trägerschaft der Länder und wiederum andere mit kommunalen Trägern. Daneben dann noch solche in Trägerschaft z.B. der Berufsgenossenschaften. So gesehen ist die Kindergartenlandschaft fast schon homogen.
sollten 15-20 % werden.
Lehrer ist mittlerweile ein schlecht bezalter Jobs und das spricht sich an den Unis rum! 😉
Durchschnittliches Gehalt A13, je nach Stufe, 60k bis 77k. Durchschnittsgehalt Akademiker Deutschland etwas unter 60k, für Anglisten und Historiker eher 40k. Ingenieure stehen besser da, Schnitt etwa 65k. Man kann dieses Gehalt bei A13 zu wenig finden, aber schlecht bezahlt sieht anders aus, deshalb kommen solche Sätze bei der Allgemeinheit auch nicht gut an – und bestätigen alle Vorurteile gegen Lehrer.
Die Rentenversicherung nimmt 50k als Durchschnittsgehalt über alle AN für 2025 (vorläufig natürlich). VerkäuferInnen haben ca. 31k. Bedeutet, dass man mit 39 h räumen, stehen und bedienen zur Zeit pro Jahr 24€ monatlichen Rentenanspruch erwirbt, als Lehrer grob gerechnet knapp 60€. Nur mal als Beispiel, was schlecht bezahlt für den größten Teil der Bevölkerung bedeutet. Hat so ein wenig was von ‘ich bin Millionär, aber Mittelstand’, das kam ja auch extrem gut an.
Die Studienzahlen sind mittlerweile den Ländern ziemlich egal, Dauerstellen gibt es keine, Vertretungen nur mit maximal 80%, sieht nicht so aus als empfände man dringenden Bedarf.
Die 15-20% sind auch sehr kurzsichtig, Streichung von §44 TV-L (ungefähr: alle Beamtenpflichten ohne die Vorteile). wäre mir als Angestelltem deutlich wichtiger, ist aber nicht einmal in der Diskussion.