
Quietschende Turnschuhe, eine laute Halle, stockender Atem: Während ein paar Kinder Basketball spielen, wird bei anderen die Zeit beim Sprinten gestoppt. Wer dran ist, stellt sich an die Startlinie. Einer hält die Stoppuhr, jemand ruft später die Sekunden durch. Am Ende steht eine Zahl – und oft auch eine Note.
Für manche sind diese Momente im Sportunterricht mit Stress verbunden. Wenn man merkt, dass die eigene Leistung mit den Schnellsten verglichen wird. Wenn man sich anstrengt und trotzdem das Gefühl hat, es reicht nicht. Für fünf Jugendliche aus Delmenhorst ist genau das ein Problem.
«Ich bin mit einer neurologischen Bewegungsstörung zur Welt gekommen», sagt eine der Schülerinnen. Eine frühkindliche Hirnschädigung beeinträchtige ihre Muskelkontrolle und Koordination. «Viele Bewegungen fallen mir einfach schwerer». Im Sportunterricht habe sie sich angestrengt, trainiert, nicht aufgegeben. «Aber das wurde nie in meiner Note gewürdigt, weil ich nach extrem starken Maßstäben im Sportunterricht bewertet wurde, die meine individuellen Voraussetzungen überhaupt nicht berücksichtigte».
Wenn Anstrengung unsichtbar bleibt
Mit der Zeit habe sich ein Gefühl eingeschlichen. «Ich bekam das Gefühl, dass der Sportunterricht einfach grundlegend nicht für mich gemacht war», erzählt die Jugendliche. Dabei solle das Fach eigentlich Lust auf Bewegung machen. Die Weltgesundheitsorganisation stellte in einer Studie von 2019 fest, dass mehr als 80 Prozent der Schulkinder als körperlich inaktiv gelten. Die Jugendlichen finden: Der Sportunterricht sollte Teil der Lösung sein, aber ist für viele eher ein Teil des Problems. Ein Fach, das motivieren solle, werde so für manche zum Ort von Frust und Demotivation.
Aus dieser Erfahrung heraus gründeten die fünf Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums an der Willmsstraße in Delmenhorst «SkillFIT». Auf die Idee kamen sie während einer Mittagspause. Sie hatten vom Samsung-Innovationswettbewerb «Solve for Tomorrow» erfahren. Der Wettbewerb sucht nach technologischen Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen. Über mehrere Monate hinweg entwickeln Teams ihre Ideen weiter, begleitet von Workshops, Mentoren und Mentorinnen.
In dieser Woche präsentierten die Jugendlichen ihr Projekt auch im Deutschen Haus bei den Olympischen Winterspielen in Cortina.
Abkehr von starren Noten
Doch was genau soll «SkillFIT» verändern? Die Idee der Schüler ist ein KI-basiertes Tool, das Lehrkräfte unterstützt, die Leistung des Sportunterrichtes individuell zu bewerten. Statt dabei feste Tabellen zu benutzen, etwa eine bestimmte Zeit für die Note Eins im 100-Meter-Lauf, soll stärker der individuelle Fortschritt zählen. Zeiten, Wiederholungen oder Ausdauerwerte werden erfasst und im Verhältnis zu den persönlichen Voraussetzungen betrachtet.
Jemand mit ganz anderen körperlichen Voraussetzungen solle nicht an denselben Tabellen gemessen werden, finden die Schüler. Entscheidend sei die Entwicklung: «Gibt die Person das, was sie erreichen könnte? Wo befindet sie sich gerade? Ist sie gerade bei den möglichen 80 % von der eigentlichen körperlichen Leistung? Kann sie 100 % erreichen?», erklärt eine der Schülerinnen.
Ihre Idee sieht vor, unterschiedliche Ausgangslagen einzubeziehen. «Bei mir wäre das zum Beispiel die Cerbralparese», also eine neurologische Bewegungsstörung, wie die Schülerin erklärt. Auch vorübergehende Einschränkungen sollen berücksichtigt werden.
Unterstützen statt ersetzen
«Wir wollen die Lehrer nicht ersetzen», betont sie weiter. «Es ist kaum möglich, 30 Schülerinnen und Schüler gleichzeitig im Blick zu behalten und jedem eine faire Note zu geben». Das System solle unterstützen, nicht entscheiden. Zugriff auf die Daten hätten nur die Lehrkraft und die jeweilige Schülerin oder der Schüler.
Neben der Projektarbeit läuft der Schulalltag weiter. «Wir schreiben nächstes Jahr Abitur», sagt ein Schüler. Viele hätten noch andere Verpflichtungen neben der Schule wie Arbeit oder Training. «Es ist schwer, sich regelmäßig zu treffen». Vor wichtigen Präsentationen hätten sie sich sogar am Wochenende zusammengesetzt. «Es ist anstrengend, aber wir wollen nicht aufgeben. Wir werden nicht aufgeben», erklärt er.
Zwischen Abitur und Algorithmus
Unterstützung komme auch aus der Schule. Die Lehrer und Schulleiter hätten ihnen ermöglicht, selbst während des Unterrichts die Räumlichkeiten zu nutzen und sich dort zu treffen, um weiter an ihrem Projekt zu arbeiten. Die Begleitung durch Lehrkräfte habe geholfen, die Idee weiterzuentwickeln und voranzubringen.
Ob und wie ein solches System einmal im regulären Schulalltag eingesetzt werden wird, ist offen. Für das Team steht zunächst im Vordergrund, das Konzept weiter auszuarbeiten. Der Ausgangspunkt bleibt dabei derselbe: Sportunterricht soll nicht nur vergleichen, sondern Entwicklung sichtbar machen. Oder wie es die Jugendlichen formulieren: Nicht alle sind gleich schnell – aber jeder kann wachsen. Von Shireen Broszies und Christoph Lother, dpa
Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats “Schule der Zukunft”.
Wie sich die CDU mit Kulturkampf um die Bundesjugendspiele lächerlich macht









Die Idee finde ich richtig gut. Im Grunde genommen ist es ähnlich wie meine Fitness-App, bei der ein Trainer in meinem Fitnessstudio mit mir gemeinsam einen Trainingsplan entwickelt hat. Begleitet wird das durch Körpermessungen wie Gewicht, Körperfett- Wasser- und Muskelanteil in den Körperregionen, Größe, Alter, Einschränkungen. An körperlichen Einschränkungen kann ich durch spezielle Übungen besonders trainieren. Ich habe ein sehr gutes Programm für alle Muskelgruppen. In der App werden meine Fortschritte dokumentiert. Innerhalb einer bestimmten Zeit kann ich neue Level erreichen, was in der App mit einem Sternchenregen angezeigt wird. Ich finde das motivierend und möchte meine Level halten. Gelingt das nicht und werde ich einmal ein Level abwärts gestuft, weil ich keine Zeit für genügend Training hatte, ist die Information sachlich und aufmunternd: du warst schon einmal auf Gold und wirst es wieder erreichen!
Ich bin mitten unter jungen sehr gut trainierten Männern und Frauen mit meinem persönlichen Level unterwegs, das meine Anstrengung und meine Fortschritte dokumentiert und mir „Noten“ gibt, die meiner Leistung entsprechen.
Genau das sollte im Sportunterricht geschehen und ich finde es großartig, dass die Schülerinnen und Schüler sich dafür einsetzen! Hoffentlich wird es sich durchsetzen!
Sie haben so gar keinen Schimmer von Sportunterricht an der Schule. Das ist kein Fitness-Center, und hat auch nicht die Möglichkeiten und die Klientel eines Fitness-Centers. Sportunterricht ist eine pädagogische Herausforderung, mehr als in den “wissenschaftlichen” Fächern, und die Sportlehrer sollten dafür ein besonderes Händchen haben. Mit Ball in die Menge werfen macht man keinen guten Sportunterricht.
Ich habe tatsächlich wenig Schimmer von Sportunterricht und meine eigene Schulzeit ist schon eine Weile her.
Mir gefällt an der im Artikel vorgestellten Idee, dass dabei die tatsächliche Leistungssteigerung der einzelnen Schülerinnen und Schüler sichtbar gemacht werden kann. So könnten alle motiviert werden ohne sie zu überfordern. Das Sport- Ass würde genauso auf Leistungssteigerung geprüft wie das völlig unsportliche Kind. Ich glaube, dass sich kaum ein anderes Schulfach so gut für diese Bewertungsform eignet wie Sport. Es würde genauso wie bisher Kinder und Jugendliche geben, die keinen Bock haben. Man könnte sich dann aber nicht entweder ganz drücken, weil man ohnehin in Sport kaum eine gute Note bekommen kann oder lustlos die gewohnte 1 abholen, weil man einfach gut genug ist.
Mit Ball in die Menge werfen hat das Ganze für mich so oder so nichts zu tun.
Nein, bitte nicht.
Erfreulich für Sie, dass “Sternchenregen einerApp” motivierend wirkt.
Mir wird regelmäßig schlecht, wenn ich von diesen sog. Trainingsplänen lese, in denen sämtliche eigene Selbsteinschätzungen abgegeben werden an ein technisches Messinstrument: Fremdbestimmung in Reinform.
Im Sportunterricht geht es auch darum, ein Gefühl für physisch und psychologische Vorgänge entwickeln zu können und eigene mit fremden Bedürfnissen austarieren zu können. Das geht nur, wenn wir unser Bewusstsein entsprechend nutzen.
Darum geht es in meinem Fitnessplan ebenfalls. Ich gebe nichts ab, schon gar nicht mein Gefühl für physische und psychische Vorgänge. Ich trainiere im Gym mit Gewichten, die ich selbst steigere, ohne ein Verletzungsrisiko einzugehen und habe mein Training anhand meiner Bedürfnisse mit meinem Trainer entwickelt. Regelmäßig wird mit mir gemeinsam der Plan überarbeitet. Die Trainer und Trainerinnen sind immer ansprechbar und achten auch auf die richtige Haltung. Mein Körpergefühl bessert sich und ich habe viel Kraft dazu gewonnen. Alle paar Wochen kann ich die Veränderungen in meinem Körper bezüglich Muskelmasse – Körperfett- Wasser- Gewicht feststellen lassen. Das ist sehr hilfreich, um beispielsweise die Vorgänge im eigenen Körper im Zusammenhang von Trainingsleistung und Ernährung zu verstehen und zu berücksichtigen. All das kann definitiv die Motivation erhöhen. Und mein Bewusstsein nutze ich, genau wie die anderen Menschen dort, sehr bewusst und mit guten Ergebnissen körperlicher, geistiger und seelischer Art.
Nein. Im Sportuunterricht geht es nur um eins: Noten abnehmen.
Das mag für Ihre Vorstellung von Sportunterricht gelten.
Nein. Meine Erfahrung. Meine Vorstellung ist eine ganz andere.
In den mir bekannten Sportunterrichten geht es um wesentlichere Inhalte als um schnöde Noten, welche im Übrigen durch Berichte eh ausführlicher ersetzt werden.
Aber wohl nur an Ihrer Schulform. Berichte müssen Sie sicherlich bei Elterngesprächen in Ziffern zwischen 1 und 6 und je nach Deutschkenntnissen der Eltern auch noch in einfache Sprache übersetzen.
Es gibt etliche Schulen, die mit Berichtszeugnissen arbeiten, das sollte Ihnen bekannt sein dürfen.
Uns deshalb sind die mir bekannten Sportunterrichte besser?
Kann Ihre seltsame Ableitung nicht nachvollziehen.
Interessant, dass Sie diesbezüglich eine so leistungsbezogene Einstellung haben.
Danke für Ihren wohlwollenden, positiven Beitrag!
50% der Stunden ‘Sportsachen vergessen’, Ballspiele als Gehsport oder mit absichtlich Ball ins Gesicht/Bodycheck. Tanz/Turnen – die eigene Übung darf auf Video abgegeben werden, jedes Shaming vermeiden, leider verpassen 60% auch die dritte verlängerte Deadline einen Tag vor der Zeugniskonferenz. Das könnte man beliebig fortsetzen, ich bin kein Sportlehrer, kenne aber genügend und deren Erfahrungen. Dass diese körperliche Einschränkungen nicht berücksichtigen oder nur nach Zahlen bewerten kommt vielleicht irgendwo noch vor, erlebt habe ich es noch nie. Die Anfangsbeispiele sind dagegen die Regel, bei konsequenten KollegInnen folgt dann absolut zu Recht die entsprechende Bewertung.
In wirklich jedem Fach sind jetzt drei Viertel dauernd überfordert, erleben unerträglichen Druck. Welcher Druck ist das, Leistungsdruck? Nein, meistens die Zumutung, wenigstens Grundregeln einzuhalten, ob das nun s.o. im Sport ist oder Vokabeln halbwegs lernen oder zumindest eine von fünf Übungsaufgaben in Mathe zu rechnen. Dass die Lösung digital sein soll, aber auf noch mehr Datenerfassung setzt hat eine gewisse Ironie. Zahlen als Bewertungsgröße, nur eben mit der richtigen Art von Objektivität?
“andere Verpflichtungen neben der Schule wie Arbeit oder Training. «Es ist schwer, sich regelmäßig zu treffen»” – ein interessantes Projekt, Arbeit und Training, da stört Schule etwas. Man könnte auch Schule als Hauptprojekt sehen, freiwillige, interessante Dinge als persönliches Hobby, das eben zusätzlichen Aufwand mit sich bringt. Sogar bei diesen engagierten SchülerInnen scheint es schwierig zu sein, notwendig und wichtig zu unterscheiden.
Es sind nicht die Lehrer, es ist nicht die Leistungsfixierung von Sportunterricht, bei den meisten KollegInnen reicht es, wenn der Klassenlehrer (oder auch die Betroffenen selber) in einem sachlichen Gespräch auf eingeschränkte Möglichkeiten hinweisen. Kann man denen zutrauen, auch wenn es so schrecklich subjektiv ist…
Ja, sehr grundsätzlich für einen Artikel über eine kleine App, aber ich hatte zum Halbjahr die Hälfte ausreichend oder mangelhaft in Sport und nicht eine dieser Noten wurde begründet durch ‘schwache Leistungen’, zusammenfassend eher ‘Lustlosigkeit’ und unentschuldigt fehlende Stunden/Leistungen, bei recht vielfältiger Themenauswahl.
Aber ich nehme an, dass die Noten begründet werden mit “Mir egal, ob du 2 Köpfe kleiner bist als dein Kumpel und nur 40 kg wiegt, du wirst im Hochsprung und Kugelstoßen trotzdem nach derselben Notentabelle bewertet” oder “Mir egal, ob ihr in der Grundschule nie schwimmen hattet und in Klasse 5-7 auch nur insgesamt 5 Wochen – in Klasse 8 wird im Schwimmen erwartet, dass ihr kraulen könnt.” Sorry, aber erlebe ich bei meinen Kindern am Gymnasium in Sport permanent, dass es nur um Leistung, Leistung, Leistung geht und jede Sportart so bewertet wird, als seien die Kinder im Verein! Argumente wie, dass man ja nicht in 15 verschiedenen Sportarten im Verein sein und wöchentlich mehrfach trainieren kann, werden teilweise abgetan mit “Müsst ihr halt in eurer Freizeit üben – das ist wie Hausaufgaben in anderen Fächern!” Sowohl ich als auch meine Kinder sind sportlich – niemand von uns hatte je Spaß am Schulsport am Gymnasium. Bei meinem Sohn an der GMS ist das deutlich anders; da werden viele Sportarten ausprobiert (gemäß dem Ziel “Freude an Bewegung entwickeln”) und körperliche Voraussetzungen und Einsatz werden viel mehr einbezogen. Dem macht Sportunterricht Spaß – man könnte ja was für die Gymnasien draus lernen…aber bloß nicht: Wo kämen wir denn da hin, wenn man irgendwas anders als früher machen würde!
Ich kann nur aus Gesamtschulperspektive berichten und da trifft ihre Annahme nicht zu, ich hatte geschrieben “nicht eine dieser Noten wurde begründet durch schwache Leistungen…”. Für unentschuldigte Fehlzeiten und nicht erbrachte Leistungen – vergleichbar Projekt in Kunst nicht abgegeben- gibt es nur eine Note und wer 25% fehlt, kann diese Noten kaum noch ausgleichen.
Da müssen Sie eine besondere Anstalt gefunden haben – weder selbst noch an einer Schule an der ich war je so erlebt.
Wenn dies tatsächlich die wörtlichen Notenbegründungen waren empfehle ich Ihnen, diesen formal richtig zu widersprechen.
“Mir egal, ob du 2 Köpfe kleiner bist als dein Kumpel und nur 40 kg wiegt, du wirst im Hochsprung und Kugelstoßen trotzdem nach derselben Notentabelle bewertet”
Die App müsste solche SuS dann im Vergleich zu größeren und schwereren SuS beim Laufen, Springen, Klimmzügen etc. natürlich entsprechend abwerten.
Arbeit = Kraft * Weg
Leistung = Arbeit * Zeit
Arbeit : Zeit
Bitte entschuldigen den Tippfehler, Sie haben natürlich recht.
Die App könnte die größeren, schwereren und möglicherweise außerhalb der Schule „moderaten Sport“ betreibenden (kann man alles eingeben) und die kleineren, leichteren und eventuell untrainierten Kinder und Jugendlichen genau gleich bewerten, nämlich am persönlichen Leistungszuwachs innerhalb einer Zeitspanne.
Wie gesagt, dann wären die Kinder die Loser, die bereits von Anfang an ein hohes Niveau zeigen.
Wer also zu Beginn 5,50 m weit springt und zum Ende 5,45 würde abgewertet, während jemand, der sich von 3,5 auf 4,2 m steigert Bestnoten bekäme.
Wer schlau ist, wird sich zu Beginn also möglichst schlecht anstellen und dann erst zum Ende das wahre Leistungsvermögen zeigen.
Das stimmt… vielleicht kann die App da noch irgendwie differenzieren und eine Art Mischkalkulation machen? Sehr gute grundsätzliche Leistungen sollten auf jeden Fall sichtbar und motivierend sein. Eventuell könnte es zwei Noten geben, eine wie bisher und eine für den Leistungszuwachs. Auf jeden Fall finde ich die Idee spannend.
Das mag am Gymnasium sein, da ist selbst der Sportunterricht oft nicht pädagogisch sinnvoll gestaltet, sondern (pseudo)akademisch verkopft, bzw. der Sportlehrer selbst eine Größe in EINER Sportart, die er dann immer wieder durchnudelt und die Besten um sich schart. An miener Schule läuft Sportunterricht komplett anders, da gibt es keine Messtabellen.
Kann ich zu 100% unterschreiben!
Es geht nicht um Freude an der Bewegung, am Wettbewerb, an Leistungssteigerung… Es geht um Noten Noten Noten. Ohne Unterstützung zur Entwicklung oder Verbesserung.
Glauben Sie ernsthaft, dass der Schulsport so beliebt ist, weil dort Bewegungsfreude ausgeklammert wird ?
…
Schulsport macht doch nicht mal den sportlichen Spaß. Die Kinder genießen eine Pause von den anderen Fächern. Aber Spaß am Schulsport?? hat niemand.
Und das wissen Sie woher? Nur auf anekdotischer Relevanz basiert? Eigene Erfahrungen spiegeln nun mal nicht die Bandbreite einer Sache wider. Meine Schüler hatten mehrheitlich Spaß, und das habe ich auch bei anderen Kollegen beobachten können.
Ach, das tut mir leid für Sie. Ich habe da offensichtlich so ganz andere Erlebnsse mit allgemeiner Freude am Schulsport gemacht.
Das hängt wohl sehr von der Sportart ab. Ich persönlich hatte überwiegend Spaß am Sportunterricht, auch wenn meine Leistungen auf keiner der Tabellen mehr stand oder wenn, dann ziemlich weit unten. Das fanden aber weder ich noch meine Eltern schlimm, die in ihrer eigenen Schulzeit im Sport noch schlechter waren als ich.
Beispiel Schwimmen: ich wurde vor 60 Jahren eingeschult. Schwimmunterricht gab es in der Schule nicht. Für die Sportnote Abschluss 10. Klasse musste man aber schwimmen können und vom 3m-Brett springen. In den Sommerferien gab es jedes Jahr, im Rahmen der sogenannten “Ferienspiele” (GS), Schwimmkurse für ganz wenig Geld im ortlichen Freibad. Keiner meiner Mitschüler und Freunde damals war Nichtschwimmer.
Mittlerweile wurden viele Schwimmbäder geschlossen, Schwimmlehrer wird es auch nicht mehr in der Menge geben, die Schwimmkurse kosten sicherlich auch nicht mehr nur ganz wenig Geld. Die ganzen kulturellen Geschichten kommen heutzutage noch oben drauf.
Danke. Spricht mir voll aus der Seele.
“Nein, meistens die Zumutung, wenigstens Grundregeln einzuhalten”
Wenn Ihnen das (auch) im Sportunterricht nicht gelingt, sollten Sie dies in der GLK einbringen, vielleicht finden Sie noch andere bspw. für eine Fortbildung zu diesem Problembereich – Sport wäre ja ein gutes Fach diesbezüglich anzuknüpfen
Schüler die Regeln einhalten – das ist nichts, was Lehrkräften gelingt oder nicht, es sei denn, die versuchen das autoritär durchzusetzen und rechnen sich das dann als Erfolg an. Ist das Ihre Sichtweise? Interessant. Im Sekundarbereich ist es etwas spät, noch ein grundlegendes Verständnis von Zusammenleben und gegenseitiger Rücksichtnahme einzuüben, speziell mitten in der Pubertät, aber im Zweifelsfall ist es ja immer der falsche Unterrichtsansatz oder mangelnde Sensibilität, das meinten Sie wohl eher. Danke, das hat mich immerhin zum Schmunzeln gebracht, so weit daneben liegt es.
“Schüler die Regeln einhalten – das ist nichts, was Lehrkräften gelingt oder nicht, es sei denn, die versuchen das autoritär durchzusetzen”
Schlimm, wenn das die Situation bei Ihnen seien soll, aber wenn Sie und Ihre Kolleg*innen meinen, ab der Sekundärstufe wäre es zu spät, um etwas zu ändern, sollten, Sie sich erstmal um externe Unterstützung bemühen, um eine Arbeitshaltung aufzubauen, bevor Sie sich um konkrete Verbesserungen kümmern können :/
Es bleibt dabei, Sie lesen und sehen die Worte, verstehen aber nur das, was ihre Position und die Schubladeneinordnung des Gegenübers bestätigen könnte. Es hat keinen Sinn, hier noch die missverstandenen Aussagen erneut zu erklären. Der Horizont mancher Menschen ist ein Kreis mit Radius Null, das nennt man dann Standpunkt.
Ein guter Sportlehrer hat sich längst von starren, messbaren Noten verabschiedet. Das ist nur noch ein Relikt von älteren und/oder bequemen Kollegen, die das schon immer so gemacht haben. Ein Sportlehrer, der verstanden hat, worum es im Schulsport geht, der wird niemals reine Leistungsnoten machen.
Wenn man so liest nach welchen Kriterien heutzutage Noten vergeben werden, scheint das nicht nur das Fach Sport zu betreffen.
Das ist kein Relikt, sondern am Gymnasium gang und gäbe – schließlich muss man die Kinder ja auf ein eventuelles Sportabi vorbereiten….
Ihre Schilderungen mögen für Sie zutreffen, mehr als anekdotische Relevanz haben sie nicht und die Debatten über zeitgemäßen Sportunterricht und die Definition von Leistung scheinen auch an Ihnen vorbeigegangen sein. Schade, aber nicht zu ändern – leider können Sie dann nicht mehr als Allgemeinplätze von sich geben.
LK Sport ist eine anders gelagerte Situation, da wird aber zusätzlich Theorie in Form von Sportwissenschaft und Regelkunde miteinbezogen, also auch keine reine körperliche Leistung bewertet.
Leistungsorientierung ist genauso wenig ein “Relikt” wie Rücksichtnahme auf Benachteiligung eine “moderne Gleichmacherei” ist. Beides sind verschiedene Ansichten, die man nicht pauschal toller oder besser stellen kann. Sie finden Sportunterricht sollte sich mehr an individueller Entwicklung messen. Verstehe ich. Kann man so sehen.
Kann man aber auch anders sehen. Das hat dann nichts mit Relikt zu tun. Wir wollen schließlich auch einen Leistungssport, der wieder oben mitmischen kann bei Olympia oder der WM. Dazu haben schon mehrere Experten angemerkt, dass das Problem hier schon in der Schule eben mit zu viel Rücksichtnahme und zu wenig Leistungsorientierung anfängt.
Es muss einfach Beides gehen. Man muss nicht schwächere Kids an den Pranger stellen, ganz klar nicht. Aber man muss eben auch durch Noten aufzeigen können, dass andere besser sind. Leistung eben belohnen. Auch Leistung mal feiern. Ich war auch nie das Kind, das bei den Jugendspielen als Schulgewinner ausgezeichnet wurde. Aber ich freute mich schon für meinen Kumpel mit. Und der hatte den Tag seines Lebens damals.
Was hat Sportunterricht in der Schule mit Leistungssport zu tun? Das ist die Aufgabe der Vereine. Der Schulsport hat wahrhaftig andere Ziele und Werte.
Messbare Leistungen können nur Teil des Sportunterrichts sein, es geht auch um Fairness und Sozialverhalten, man kann so viel mehr in den Sportunterricht packen als nur die etablierten Sportarten.
Ich hab ab und an Kollegen kennengelernt (Mint-Bereich), die anscheinend darunter leiden dass sie “nur” Lehrer sind und keine Wissenschafler an der Spitze der Forschung. Und mich dann immer gewundert über deren Berufswahl.
Und das Phänomen scheint es auch bei Sportlehrern zu geben.
Ja das ist leider so, die sond ein Ass in einer Sportart und profilieren sich permanent damit, das frustriert die nicht so Sportlichen enorm und das ist auch nicht zielführend im Sportunterricht. Dann gibt es auch solche, die ihre mangelnde Sportlichkeit durch schlechte Noten für die Schüler kompensieren. Aber ich denke, die meisten sind pädagogisch gut auf der Höhe und gestalten ihren Sportunterricht abwechslungsreich und fair.
“Aber ich denke, die meisten sind pädagogisch gut auf der Höhe und gestalten ihren Sportunterricht abwechslungsreich und fair.”
Für die Sportlehrer die ich persönlich kenne würde ich das so auch unterschreiben, zumindest nach dem was ich mitbekomme.
Bei den direkten Kollegen im Mint-Bereich ist das leider anders. Wenn Schüler sich beklagen dass sie um Unterricht nicht mitkommen, höre ich oft “hohes Niveau” als Reaktion.
Und dass “Schüler, die den Unterricht nicht verstehen” und “hohes Niveau” sich gegenseitig ausschließen, ist diesen Kollegen intellektuell zu hoch.
Dann freuen Sie sich doch gewiss über den Artikel. Die Kolleg*innen und die Kinder dort, teieln Ihre Meinung 🙂
Ne Danke. Ich möchte eher die entgegengesetzte Richtung einschlagen. Mehr Fokus auf Leistung und wieder mehr Bestenförderung. Kinder sollen sich messen dürfen. Fair heißt nunmal auch, dass man klare Leistungskriterien hat.
Die Dame scheint ja eine motorische Einschränkung zu haben. Dafür sollte sie natürlich einen Nachteilsausgleich erhalten, der ja auf dem Zeugnis vermerkt werden kann.
Respekt für jedes Kind, das sich anstrengt. Aber auch klare, transparente, objektive Leistungskriterien. Und entweder man erfüllt sie oder eben nicht.
Im Schulsport zählt nicht Leistung, sondern Freude am Sport. Leistungssport bitte im Verein oder sonst wo.
Warum nur im Sportunterricht? Sollte das dann nicht für alle Fächer gelten? Mathe, Chemie… bitte im Verein, wenn’s “mehr sein darf” als nur Spaß?
Sie können hier Sport nciht mit den anderen Fächern vergleichen, denn wer in Sport nur die physische Leistung bewertet, handelt diskriminierend, in anderen Fächern hat ein übergewichtiger Schüler trotzdem Chancen auf gute Noten.
Laut Bildungsforschung wäre ein Schüler mit hohem BMI auch bei der Benotung in anderen Fächern im Nachteil.
Inwiefern? Das kann ich jetzt nicht nachvollziehen.
Weil negative Faktoren für das Verhältnis Schulnoten im Vergleich zur Fachkompetenz wären: männlich, Migrationshintergrund, hoher BMI, aus sozial-benachteiligter Familie.
Kommt darauf an, inwiefern diese Faktoren tatsächlich direkt mit den Noten zusammenhängen, alleine die Tatsache ist noch kein Indikator.
Müsste man dann nicht auch die Benotung in anderen Fächern an die kognitiven Voraussetzungen koppeln, also je nach getestetem IQ-Wert? (Sarkasmus)
Sport, Musik und Kunst sollten nicht benotet werden. Aber wie es schon an den Schulen ist, man wird sogar für die Art und Weiße wie man atmet, sitzt und geht bewertet.
Sport zu benoten ist durchaus in Ordnung, aber nicht starr nach Maßtabellen. Es sollte nicht so sein, dass die Sportstars, die in einer Sportart glänzen, sich aber egoistisch und unfair verhalten, die besten Noten bekommen. Sport in der Schule ist mehr als nur körperliche Leistung, denn wenn man nur die misst, wirkt man im SU diskriminierend.
“sich aber egoistisch und unfair verhalten”
Wird das auch bei der Benotung in Fächern wie Mathematik, Physik, Deutsch, Geschichte etc. so gehandhabt, damit man nicht diskriminierend wirkt?
Wenn im Mathe-Lehrplan “Fairness” steht, dann schon ……..
Ich erkläre es mal anders:
Im Leistungssport ist die Körpergröße oft ausschlaggebend, mit 1,70 m wird man kaum ein guter Basketballer werden. Es gibt “slow-twitch” und “fast-twitch” Muskulatur, das ist genetisch bedingt, davon hängt es ab, ob man ein guter Sprinter oder eher Ausdauerläufer wird. Es gibt im Leistungssport wohl kaum Hochspringer mit einer gedrungenen Statur, Skispringer sind eher klein und sehr schlank. Somit ist die jeweilige Sportart im Leistungssport, neben Training, auch von körperlichen Voraussetzungen abhängig.
Und das sollte im Schulsport nicht so sein, ist das so schwer zu verstehen? Was hat das mit anderen Fächern zu tun, die nicht von physischen Vorasussetzungen beeinflusst werden?
Schulsport ist trotz wettkämpferischer Elemente KEIN Leistungssport, sondern soll die Schüler zu lebenslangem Sport motivieren.
Wenn den Schülern*innen vorab mitgeteilt wird, ob “Fairness” bewertet wird und für welches Verhalten es Plus- oder Minuspunkte gibt, hätte ich keine Einwände.
“mit 1,70 m wird man kaum ein guter Basketballer werden.”
Ich denke Spud Webb und andere würden da vehement widersprechen.
“auch von körperlichen Voraussetzungen abhängig.”
Eben deshalb müssten ja dann auch SuS mit hohem BMI Bonuspunkte erhalten, wenn es um Laufen oder Springen geht oder an Reck, Ringen etc. , großgewachsene SuS beim Bodenturnen oder Sportgymnastik Bonuspunkte, da sie nicht so leicht und schnell Salti, Schrauben etc. ausführen können, usw,usw, usw.
“Salti und Schrauben” ….. Äh, was verstehen Sie eigentlich unter Sportunterricht an Schulen? Und auch wenn es Einzelbeispiele gibt, sehen Sie sich doch mal eine Basketballmannschaft an, da kann man nun wahrhaftig nicht von Durchschnittsgröße sprechen. Mein Argument trifft schon zu, und nochmal: im Sportunterricht sind Mess- und Leistungstabellen nicht die alleinige Bewertungsgrundlage.
Mathe, Chemie und Physik auch nicht – habe ich im Geschichtsstudium nie wieder gebraucht. Rechnungen macht mein Taschenrechner, die Temperatur sagt mir mein Thermometer und eorsus Alkohol besteht ist mir egal, hauptssche es wirkt…
Und Strom kommt aus der Steckdose
Und er ist gelb.
Wozu also Schule? Soll doch jeder in seiner Dummheit und der Weigerung, sich mal anzustrengen, versumpfen.
Schon mal davon gehört, dass Lernen und Wissen aneignen an sich schon Gedankengänge bahnt, die für andere Aufgaben relevant sind?
Da haben Sie nur meine Ironie missverstanden, ich bin sowas von auf Ihrer Seite 😉
Doch!
“Mehr Fokus auf Leistung und wieder mehr Bestenförderung. Kinder sollen sich messen dürfen.”
Mehr Leistung erbringen UND sich messen DÜRFEN?
Inwiefern sich das Messen der eigenen Leistung hier besser fördern lässt, kann ich nicht ganz nachvollziehen – im Gegenteil!
Wie soll Bestenförderung aussehen, wenn die sich am Vergleich mit Schwächeren messen und nicht an den eigenen Fortschritten?
Klingt mehr nach großem Fisch im kleinen Teich…
Richtig, das ist eine Gratwanderung, denn so gesehen hat jemand, der von Null anfängt und einigermaßen dann einen Ball werfen kann bessere Noten als jemand, der seine Wurftechnik sichtbar verfeinert. Bei der Benotung im Sport muss man wahrhaftig differenzierter vorgehen, sprich mehrere Faktoren berücksichtigen. Das muss den Schülern vorab erklärt werden, dann halten sie sich auch dran.
“das ist eine Gratwanderung”
Volle Zustimmung, ob das Jonas so sieht, der sich an “den Besten” orientiert – woauchimmer er diese Daten bezieht?
Ich bin ganz bei Ihnen bezüglich des Setzens fester Ziele. Diese haben aber kaum, schlechtestenfalls negativen Bezug zu “den Besten”, zudem entfachen die wenig bis keinerlei intrinsische Motivation bei Schüler*innen, die gravierende Fortschritte erzielen können, die in keinem Vergleich zu “den Besten” stehen 🙁
Mit der Mentalität gehören Sie in den Jugendbereich eines Leistungssportvereins, aber nicht in eine Institution der Breitenbildung.
Sie haben anscheinend die falsche Berufswahl getroffen.
Vielleicht möchte man gar nicht der Beste sein von allen? Ich finde es wichtig, sich Ziele zu setzen und diese zu erreichen. Jeder hat da andere Voraussetzungen und deshalb auch andere Ziele. Es geht darum, dran zu bleiben und sich weiterzuentwickeln. Das sollte man bewerten – in wieweit sich jemand weiterentwickelt entsprechend seiner Voraussetzungen. Wenn man den Gesundheitszustand unserer Bevölkerung sich ansieht, ist es absolut notwendig, dass mehr Sport getrieben werden sollte – und in der Schule solte man die Voraussetzungen dafür schaffen, den Kindern klar zu machen, das ganze Leben Sport zu treiben, das kann man gar nicht oft genug wiederholen. Das ist für mich viel wichtiger, als irgendwelche Bestzeiten zu erreichen, damit können die Topsportler sich in den Vereinen beschäftigen. Wenn die Bewegung in der Schule übrigens einen so großen Stellenwert hätte, dann würde man die Kinder und Jugendlichen nicht stundenlang in Innenräumen sitzen lassen.
Interessant und in einer idealen Welt sicherlich bedeutsam, alleine:
Fünf smarte Jugendliche, die auf ein Gymnasium gehen, fühlen sich durch die Benotung im Fach Sport benachteiligt. Da hätte ich noch weitere KI-Ideen für eine “fairere Benotung”:
Respekt vor den fünf smarten Jugendlichen, soziale Empathie und Bildungsgerechtigkeit sieht aber anders aus.
Warum soll ich da noch Respekt haben vor etwas Weichgespültem?
“Interessant und in einer idealen Welt sicherlich bedeutsam”
Also ein Schritt zu einer besseren Welt? Etwas übertrieben, aber wenn Sie meinen, stimme ich da gerne zu 🙂
Aber ja, es gibt viel Beispiele, nicht nur den Sport, wo die Würdigung indivudueller Fortschritte für den weiteren Werdegang deutlich wirksamer ist, als permanentes scheitern in einem schiefen Vergleich (bei nicht-akadamischen Elternhäusern, anderer Muttersprache, Vernetzung zur Wirtschaft, etc.)
“KI-Tool für Kinder und Jugendliche, deren Eltern sich keine intensive und passgenaue Nachhilfe leisten können.”
Erbärmlich, dass Sie diesen Status Quo als gegeben darstellen und nicht kritisieren!
Allein schon die Überschrift impliziert, dass Sportbeurteilungen von Fachkolleg*innen in Fällen von Demotivation unfair sein m ü s s e n.
Wie wäre es mit: Wenn SuS null Frustrationstoleranz entwickeln : Lehrende zeigen, wie realistische Einschätzung von Leistung gelingen kann ?
Übrigens sind Kategorien aus der Leichtathletik wie “schneller, höher, weiter” längst nicht mehr die einzigen, maßgeblichen Kriterien für Beurteilungsrückmeldungen. Beim Hinweis auf hilfreiche, künstliche Intelligenz verlor ich endgültig mein Leseinteresse.
Wie soll denn realistische Leistung geschätzt werden? Bei Klassenarbeiten sind es Punkte, bei Sportleistungen sind es die Tabellen. Ehrlich geschrieben halte ich die Tabellen für objektiver als die Punkte bei Klassenarbeiten.
Die Punkte von Klassenarbeiten sind mit den entsprechenden Noten in einer Tabelle ablesbar……
Vielleicht kann man die BiMis dazu bringen, für einen 100-m-Lauf die Zeiteinheit zu verändern.
Für mich war der Hochsprung aufgrund fehlender Größe irgendwann vorbei.
M.M.n. persönliche Grenzen, mit denen man leben lernen muss. Dazu gehört Selbstakzeptanz.
Sport, Kunst, Musik, Mathe, Deutsch, Englisch, Bio, Geschichte, WiPo….. so ganz ohne Lernen, Wissen, Mitmachen und Können geht es nun mal nicht.
Meiner Meinung nach kann gerne auf Noten verzichtet werden – wäre für viele SuS unserer GemS sicher gut, für andere nicht.
Generell bin ich für die Rückmeldung “bestanden”, “nicht bestanden – wiederholen”. Wie bei einem Adventurespiel.
“Wie soll denn realistische Leistung geschätzt werden?”
Man lässt z.B. die SuS zu Beginn der Lerneinheit 3000m laufen und misst die Zeiten. Das gleiche dann nochmal zum Ende der Lerneinheit. Punkte gibt es dann für die jeweilge Verbesserung der Ausgangszeit. SuS mit hohem BMI erhalten dazu noch Bonuspunkte, da sie ja mehr Arbeit (Kraft mal Weg) erbracht haben.
Auch schwierig. Wenn Sie nen Leichtathleten in der Klasse haben, wird der seine Leistung durch den Schulsportunterricht kaum verbessern können. Der würde durch Ihre Regelung bestraft werden…
“Der würde durch Ihre Regelung bestraft werden…“
War auch satirisch gemeint.
Malaika Mihambo wäre nach dieser Regelung seit Jahren der absolute Loser, weil Sie die 7,30m von der WM 2019 nie mehr toppen konnte.
Wer schlau ist, stellt sich zu Beginn der Lerneinheit dann eh schwach und zeigt erst zum Schluss was er oder sie wirklich drauf hat.
Wer nur während des Sportunterrichts den 3000m-Lauf übt, verbessert sich kaum, weil durch die viel zu kurzen Trainingseinheiten keine Kondition aufgebaut wird. Bei technisch und materiell anspruchsvolleren Sportarten ist ein zusätzliches Training zuhause nicht möglich.
Vermutlich könnte man mit der App auch Minuspunkte für Kinder erfassen, die außerhalb des Unterrichts üben und sich damit Vorteile verschaffen.
Wer die außerunterrichtlichen Übungseinheiten nicht angibt und erwischt wird, wär dann wegen Unterschleif dran.
Im Schulbereich reicht es schon, einen Dauerlauf von 12 Minuten zu bewerten, egal in welcher Zeit. Ein messbarer 3000 Meter Lauf hat da nichts zu suchen, das Sportabzeichen macht man im Verein.
“einen Dauerlauf von 12 Minuten zu bewerten, egal in welcher Zeit. “
Wie benoten Sie einen Dauerlauf wenn weder Strecke noch Zeit gemessen werden?
Bauchgefühl wer sich Ihrer Meinung nach am meisten anstrengt?
Dauerlauf heißt Dauerlauf, 12 Minuten im gemäßigten Tempo Joggen (ich mache das auf Musik), wer zwischendurch pausiert oder “spazieren geht” bekommt Abzug. Sie glauben gar nicht, wieviele Schüler es gibt, die diese Dauerbewegung keine 12 Minuten durchhalten. Natürlich bereiten wir darauf vor und jeder kann sich im Alltag an Dauerbelastung gewöhnen: Treppen steigen, zu Fuß Statt Auto, Wanderungen, von mir aus auch Fitness Center, der Sportunterricht kann nur anregen, nicht trainieren. Einige erkennen die Notwendigkeit von Ausdauer und praktizieren dies auch im Alltag, dann ist im Sportunterricht schon was gewonnen. Wer das nicht einsieht, bekommt halt Abzug in der Note, was aber den anderen gegenüber berechtigt ist.
Der Fitnesstest beinhaltet übrigens nicht nur Dauerlauf, auch andere Fertigkeiten, die man leicht trainieren kann. Ich bin der Meinung, dass ich so zumindest teilweise zu einer gesunden Einstellung beitragen kann, und das ist das Ziel im Schulsport, nicht etwa Leistungssport.
Ich wusste nicht, dass “egal in welcher Zeit” = 12 Minuten bedeutet.
“Wer das nicht einsieht, bekommt halt Abzug in der Note”
Warum ekommt jemand, der auch ohne Übung in der Freizeit die 12 min Dauerlauf erbringt einen Abzug in der Note?
Entscheidet das die Lehrkraft nach Bauchgefühl?
Oh Mann, verdrehen Sie mir nicht ständig die Argumente, Sie wissen genau, wie der Bezug herzustellen ist.
Ich fand es zu meiner Schulzeit immer besser, wenn Bewertungskriterien transparent und nachvollziehbar waren und den SuS vorher bekannt gegeben wurden.
“Wer das nicht einsieht, bekommt halt Abzug in der Note”
Wenn die gelaufene Strecke eh keine Rolle spielt, nach welchen Kriterien werden dann SuS besser oder schlechter bewertet?
[…] einen Dauerlauf von 12 Minuten zu bewerten, egal in welcher Zeit.[…]
Habe ich den Witz nicht verstanden?!
Sorry, ich wollte dagen “egal welche Entfernung zurückgelegt wird”, my mistake, danke für die Aufmerksamkeit.
Die jährlichen Ausdauernoten werden an der Schule meines Sohnes in der 2. Woche nach den Sommerferien erhoben.
Finde den Fehler.
Dann diskutieren Sie den Fehler doch bitte mit dem Sportlehrer, der hier offenbar nicht vorbereitet hat, oder hat er und die Schüler haben es önciht beherzigt? Auch in den Ferien kann man sportlich gesund unterwegs sein.
Sie wollen aber Leistung (Arbeit je) Zeit ermitteln bzw. den Leistungszuwachs.
Folglich wären die SuS äußerst dämlich in dem Unterrichtshalbjahr abzunehmen. Au contraire bzw. im Gegenteil wie der Frankophile sagt, Zunehmen wäre deutlich effektiver:)
Klingt gut. Bei meinen Kindern war das Ende der Lerneinheit die auf den Beginn der Lerneinheit folgende Stunde.
Manche Disziplinen wurden gar nicht gelehrt, da man “das nicht trainieren kann” (Sprint z.B.).
Wenn Kopfschütteln eine sportliche Disziplin wäre…
volle Zustimmung, ging mir auch so!
Ich finde es als Motivation für alle total wichtig, dass Kinder sich im Sportunterricht messen dürfen. Klar, der Spaß an Bewegung steht an 1. Stelle. Aber wie soll ich den Kindern vermitteln, dass es nicht wichtig ist zu gewinnen, und mit ihnen gleichzeitig über die Medaillen bei den Olympischen Spielen sprechen?
Was haben die Olympischen Spiele und dieser Medaillenhagel mit Sportunterricht in der Schule zu tun? Genau, nichts. Leistungssport verurteile ich als Sportlehrer, da der menschliche Körper nicht auf solche überzogenen Höchstleistungen ausgerichtet ist.
Ich verurteile weder die olympischen Spiele noch Leistungssport. Mein Sportunterricht hat auch nichts damit zu tun. Trotzdem spreche ich natürlich mit den Kindern über große Sportereignisse und nutze sie (auch) zur Motivation.
Bevor ich mir ein Urteil bilde, müsste ich mehr von dem Tool sehen können. Eine Interrnet-Suche nach Skillfit führt zu vielen anderen Unternehmen und Tools, nicht aber zu dem Vorgestellten.
Unterstützen statt ersetzen? Leistungsbereitschaft und Motivation? Digitalisierung? Individualisierung? Schüler*innenbeteiligung??
Liest sich ja wie der geballte Albtraum mancher Forist*innen hier! 😀
Für mich nicht, es liest sich wie (gute) Fitnessapps bzw. die Rückmeldungen von richtigen Trainern.
Im schulischen Kontext anwendbar?
Vielleicht, es käme…
1) auf den Versuch an
2) darauf, ob SuS sich darauf auch einlassen wollen, wenn der Teil kommt wo es an Schwitzen geht
3) ob die App wirklich das tut was da steht und was diese Worte bedeuten – oder ib es verkappte Niveausenkung ist
Aber an sich…spricht erstmal nichts dagegen.
Da mich persönlich allerdings bunte Charts selbst bei kleinsten Fortschritten motivieren – ist meine Position da sehr subjektiv.
Pokemon-Jagd auf dem Schulgelände zur Bewegungsmotivation….
Mir fiel die Kinnlade runter….. wie soll das bitte jede Stunde gesteigert werden?
Indem jemand den konkreten Inhalt des Artikels mit “Pokemon-Jagd” untergräbt?
Wie gesagt…ich bin da kein Fanatiker.
Und glaube auch nicht an die (alle paar Jahre zuverlässig recycelte, wenn wieder ein paar Gefälligkeitsdoktorarbeiten verfasst werden müssen) “Spiele=Lernen”-These, weil man die mit nur einem Denkschritt ausserhalb der Pädagogenblase als solche erkennt.
Aber natürlich könnte man mit aufbereiteten Apps zumindest gewisse Erfolge erzielen – nicht wegen “Spiel & Spaaaaaaaß”, sondern weil man z.B. auch kleinere Fortschritte langfristig aufzeichnen und verfolgen kann und dies motivierend wirken kann. (KANN, nicht “muss”)
Banales Beispiel:
Da ich Fahrradfahren extra doof finde, sind meine Werte dort schlecht. Da meine Uhr (nix anderes als ne Fitness-App, was das betrifft) mir diese Lücke aber präzise anzeigt und meine (minimalen) Fortschritte speichert, fahre ich statt null Stunden halt frob 3 Stunden die Woche Fahrrad, um den Balken bzw. das Zeitdiagramm wachsen zu lassen. Die App packt mich also bei dem urmenschlich-kapitalistischen Bedürfnis nach “meeeeeeeehr!” – in dem Fall erfolgreich und zum Besseren.
“Aber an sich…spricht erstmal nichts dagegen.”
Dafür hauen Sie ganz schön viele unbelegte Einwände unreflektiert raus.
DASS die SuS aktiv werden, wenn es uma Schwitzen geht, ist das Ziel, kein Einwand 😉
Ich glaube, so eine App ist noch nie ausprobiert worden. Daher kloppe ich auch keine grundsätzlichen Einwände raus, sondern nur die üblichen Schaumschlag-Fallen ab.
Wie gesagt: Käme auf einen Versuch an.
Neues auszuprobieren kann nicht schaden.
“Daher kloppe ich auch keine grundsätzlichen Einwände raus, sondern nur die üblichen Schaumschlag-Fallen ab.”
Ich hatte Sie wohl missverstanden, dass Sie einen Ansatz mit intrinsicher Motivation als “Spiel & Spaaaaaaaß” abtun, aber da habe mich erfreulicherweise wohl geirrt 🙂
Ich wüsste nicht, was an intrinsischen Ansätzen schlecht sein sollte.
Es ist halt oft extrem schwer, welche zu finden.
Aber wenn es “einem” schon vor die Füße geworfen wird…
Ich war auch schlecht in Sport. Was mich demotiviert hat, war meine Unsportlichkeit. Nicht meine schlechtere Note. Die anderen waren halt besser. In Deutsch und Mathe war ich dann eben besser. Aber wenn es mir gelungen ist, bei den Bundesjugendspielen doch mal eine Urkunde zu bekommen, war ich stolz… auch wenn hier bei manchen Sportvereinen die Warteliste sehr lang ist (so viel zum Thema Sport im Verein – ist gar nicht so einfach), wäre es an den Eltern, die Kinder zu unterstützen. Das würde ich mir im Übrigen bei anderen Fächern auch wünschen. Da heißt es, jeder lernt in seinem Tempo, der eine ist schon 2 Lernpläne weiter und fühlt sich durch die anderen total gebremst, da interessiert es ja auch offenbar niemanden, ob die Kinder mitkommen und wie sie sich fühlen, wenn sie nicht mitkommen.
Mir ist in meiner gesamten Vereinslaufbahn nicht bekannt, dass es bei Vereinen eine Warteliste gibt. Das mag vielleicht bei Golf oder vielleicht noch Tennis zutrreffen, aber es gibt bessere Sportarten. Und im Sport haben die Eltern natürlich Einfluss auf ihre Kinder, sie in allen Fächern. Das Zauberwort ist Vorbildwirkung. Wenn die Eltern jeden Meter mit dem Auto fahren, werden es ide Kinder später auch so praktizieren.
Existenz von Wartelisten im Verein kann ich bestätigen: Auch ich habe mit solchen im Bereich Kinderturnen gearbeitet.
Doch. Schwimmen. Geräteturnen. Leichtathletik.
Bei uns sind die Fußballvereine übervoll und nehmen niemanden mehr auf…
Die Schülerinnen sind offensichtlich nicht Fans des höher, schneller, weiter, besser, schöner, stärker usw., sprich dem, was für große Leistungen im Sport erforderlich ist. Felix Neureuther findet das nicht so toll:
Neureuthers alarmierende Olympia-Abrechnung: “Deutschland spielt keine Rolle mehr” – FOCUS online
Man könnte das auch mal auf die Wirtschaft und die Technologie aus Deutschland übertragen.
Und was hat der Leistungssport mit Schulsport zu tun? Ist der Deutschunterricht etwa auch dafür da, literarische Größen zu erzeugen? Oder die Mint-Fächer für Nobelpreisträger? Was haben Sie nur alle für eine Vorstellung von Sportunterricht in der Schule?
Leistungssport ist einfach Wettkampfsport, da muss man nicht gleich an zukünftige Weltmeister und Olympioniken denken.
Insofern hat Schulsport, wenn dort Wettkämpfe stattfinden, durchaus mit Leistungssport zu tun.
Wettkampf im Sackhüpfen ist für Sie also Leistungssport ?
Und nein, Schulsport hat nichts mit Leistungssport zu tun, aufgrund vollkommen unterschiedlicher Rahmenpläne.
Ja, wenn es dafür echte Wettkämpfe gibt, ist Sackhüpfen Leistungssport. Warum auch nicht?
Sich mit einem Bob in einen Eiskanal zu stürzen oder einen Speer möglichst weit zu werfen (ohne ein Ziel treffen zu wollen) ist objektiv gesehen auch nicht sinnvoller.
Sackhüpfen ist eine sportliche Betätigung und ein Wettkampfspiel, aber sicher kein Leistungssport, für den in Vereinen trainiert wird.
In meinem Sportunterricht hab ich vieles ausprobiert, aber wir stürzten uns weder in einen Eiskanal noch wurden Speere geworfen. Wird beides aus nachvollziehbaren Gründen im Schulsport eh nicht praktiziert.
Sackhüpfen war 1904 olympisch, wenngleich nicht vom IOC anerkannt. Außerdem gibt es durchaus Wettkämpfe.
Sack race – Wikipedia
Das ist eine Frage, wie man “Leistungssport” definiert. Das sich Messen in Wettkämpfen würde ich nun nicht als Leistungsport bezeichnen.
Es gibt nicht nur die eine Definition des Leistungssportes.
Aber wenn ein Schüler bei uns beurlaubt werden muss “weil er ist Leistungssportler”, geht es um die Teilnahme an Wettkämpfen.
Seltener um die Teilnahme an Trainingslagern, aber auch da werden nur besondere Leistungsträger, die dann auch zu Wettkämpfen gehen, mitmachen
Darum geht es hier doch gar nicht. Mannomann!
Ein Wettkampf ist was völlig anderes, als einem unsportlichen Schüler lauter 5er zu geben, weil er eine Leistung nicht bringen kann, zu der er körperlich gar nicht in der Lage ist.
Wäre das dann ähnlich wie einer Schülerin lauter 5er z.B. in Mathe zu geben, weil sie eine Leistung nicht erbringen kann, zu der sie intellektuell nicht in der Lage ist?
Wieder der unsinnige Vergleich von Sportunterricht mit Mathe.
Neben Schulsport und Leistungssport gibt es noch den Vereinssport. Neben D- Unterricht in der Schule und dem Schreiben von literarischen Werken, gibt es noch Bibliotheken und Buchladen.
Also mehr “Eigenverantwortung”, noch nie gehört ^^
Nur weil Sie sich in Ihrer Jugend komplett einflussfrei und freiwillig für die Ferienspiele entschieden? Dann fordern Sie diese doch für Schulen. Wir nennen es “Ganztag” und ruhen uns nicht auf einer 60-Jahre alten Vorstellung aus, Familien würden sich irgendwie kümmern 😉
Sie müssen es doch am Besten wissen: “Kümmern” sich die Familien Ihrer Nachhilfeschüler*innen “eigenverantwortlich” oder wandten sie sich an Ihr Angebot?
Was hat Ihr wirrer Kommentar jetzt genau mit meinen Kommentaren zu tun, auf die Sie sich irgendwie beziehen? >kopfklatsch<
Zum xten Mal: meine Nachhilfeschuler sind alle ü20 und ohne Eltern in DE. Merken Sie sich das endlich mal. >kopfklatsch<
Warum lernen die als Erwachsene dann nicht eigenverantwortlich?
Sie mussten damals beim Schwimmenlernen doch auch keine Nachhilfe suchen, oder?
Nehmen wir mal an, ein Kind hat einen britischen Vater und spricht fließend Englisch. Es wird zumindest in den ersten Jahren des Fremdsprachenunterrichts vermutlich nichts Neues lernen. Bekommt es dann schlechte Noten und sein Nebensitzer, der nach einem Jahr Dreiwortsätze kann eine 1?
Es geht um Sportunterricht, nicht um Englisch.
Ganz genau! Warum soll im Sportunterricht eine andere Norm gelten als in anderen Fächern? Das würde mich brennend interessieren.
Lesen Sie die vorigen Kommentare, ich werde mich jetzt nicht ständig wiederholen.