DÜSSELDORF. In deutschen Klassenzimmern ist Mehrsprachigkeit längst Alltag. Viele Kinder wachsen heute mit mehreren Sprachen auf – zu Hause mit der Familiensprache, in der Schule mit Deutsch. Während Pädagog*innen dies eher als Herausforderung wahrnehmen, zeigen Forschungsergebnisse: Mehrsprachigkeit kann ein Gewinn sein.

Fest steht zunächst: Mehrsprachigkeit ist keine Ausnahme mehr. Laut der Expertise „Mehrsprachigkeit an Schulen in Deutschland“ im Auftrag der Robert Bosch Stiftung sprechen in Deutschland schätzungsweise 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen neben Deutsch mindestens eine weitere Sprache in der Familie; unter Kindern mit Einwanderungsgeschichte sind es sogar rund 48 Prozent.
Eigentlich ein Grund zu feiern, denn wissenschaftlichen Arbeiten im Bereich der Psycholinguistik zufolge, profitieren Menschen von einer mehrsprachlichen Sozialisation. „Mehrsprachigkeit ist ein riesiges Potenzial“, fasst beispielsweise Simone Plöger, Juniorprofessorin für Schulforschung und Inklusion an der Johannes Guttenberg-Universität in Mainz, die wissenschaftlichen Erkenntnisse zusammen.
Mehrsprachigkeit bietet viele Potenziale
In ihrem Vortrag im Rahmen der Fachtagung „Mehrsprachigkeit in der Schule – wahrnehmen, wertschätzen, weiterführen“ erklärt Plöger, dass mehrsprachige Personen häufig über deutlich tiefere metasprachliche Kenntnisse verfügen, also besser wissen, wie Sprache funktioniert, als Personen, die nur eine Sprache sprechen. Deshalb könnten mehrsprachige Personen einfacher weitere Sprachen erwerben. Hinzu komme: „Sie haben ein höheres Kreativitätspotenzial, was mit kognitiven Vernetzungen zusammenhängt, dadurch auch Problemlösekompetenzen, die die von Einsprachigen übersteigen, und insgesamt eine höhere kognitive Flexibilität. All das konnte in der Psycholinguistik durch Studien gezeigt werden.“
Trotzdem gilt Mehrsprachigkeit im Schulkontext als Problem. Juniorprofessorin Plöger führt dies auf in der Gesellschaft bestehende Vorurteile zurück. So existiere immer noch die Idee, dass Mehrsprachigkeit überfordere. Plöger kontert: „Wir wissen jedoch heute, dass das widerlegt ist. Alle Menschen haben die kognitiven Fähigkeiten, mehrere Sprachen zu lernen und das stellt keine Überforderung dar.“ Stattdessen existiere eine große Varianz beim Sprachenerwerb, auch bei einsprachig aufwachsenden Kindern. „Es gibt Kinder, die begreifen grammatikalische Strukturen schon sehr früh, andere sehr viel später und oder manche sprechen erst mal gar nicht und dann auf einmal 5-Wortsätze.“ Mehrsprachige Kinder könnten bei gutem sprachlichen Angebot genauso schnell wie einsprachige Kinder eine Sprache erwerben.
Nachteile durch Struktur des Schulsystems
Ein sich weiter hartnäckig haltender Mythos, sei der Glaube, dass Kinder möglichst viel Deutsch sprechen sollten, um die Sprache schneller zu lernen. Plöger dazu: „Für den Zweitspracherwerb wurde das allerdings widerlegt. Also im Zweitspracherwerb ist es durchaus sehr sinnvoll, die mehrsprachigen Ressourcen, die da sind, zu nutzen, weil durch eine Verknüpfung die Zielsprache, also in diesem Fall Deutsch, tatsächlich auch besser erworben wird.“
Doch obwohl Mehrsprachigkeit laut Forschung also kein Hindernis für sprachliche oder kognitive Entwicklung darstellt, schneiden mehrsprachige Schülerinnen und Schüler im deutschen Bildungssystem im Durchschnitt schlechter ab. „Das können wir uns beispielsweise bei PISA angucken und bei den anderen großen Schulleistungsstudien wie IGLU, die das immer wieder zeigen“, so Plöger. Für die Wissenschaftlerin liegt die Ursache dieses Widerspruchs weniger in der Mehrsprachigkeit selbst als in den Strukturen der Schule. So sei Schule in Deutschland traditionell darauf ausgelegt, „dass Kinder einsprachig aufwachsen, und zwar einsprachig deutschsprachig“. Materialien, Erwartungen, Prüfungen – all das richte sich an einer einsprachigen Schüler*innenschaft aus.
Forderung an Schule: mehrsprachige Ressourcen zu nutzen
Dies entspreche jedoch nicht mehr der Realität. Sowohl Plöger als auch die Expertise der Robert Bosch Stiftung plädieren daher dafür, im schulischen Kontext sprachliche Vielfalt wertzuschätzen und in den Unterricht einzubeziehen. Die Juniorprofessorin verweist auf eigene Forschungsarbeiten mit zugewanderten Schüler*innen. Diese verfügten bereits über bildungssprachliche Kompetenzen in ihrer Herkunftssprache; Grundlagen, die Lehrkräfte für den Zweitspracherwerb nutzen könnten, indem sie eine Verbindung ziehen. „Wie funktioniert das eigentlich in anderen Sprachen und wie funktioniert es dann im Deutschen? Das sind diese metasprachlichen Kompetenzen, die dann erworben werden und sprachliches Regelwerk.“
Von mehrsprachigen Ansätzen im Unterricht profitiere zudem die gesamte Klasse, wie die Expertise der Robert Bosch Stiftung ausführt. Sie könnten „die Lese- und Schreibfähigkeiten aller Schüler*innen und ihr Sprachbewusstsein fördern“. Lernende seien motivierter und beteiligten sich stärker am Unterricht. Außerdem unterstützten mehrsprachige Unterrichtsansätze die Identitätsbildung: „Schüler*innen zeigen eine gesteigerte Selbstwirksamkeit, also erhöhtes Selbstvertrauen und Befähigung, sowie eine höhere Handlungsfähigkeit.“
Vor diesem Hintergrund empfehlen die Autorinnen der Stiftungsexpertise, mehrsprachige Kindern im Unterricht beispielsweise beim Denken und Handeln in allen ihnen zur Verfügung stehenden Sprachen zu unterstützen. „So können sich Schüler*innen etwa Aufgaben zunächst in oder mit Hilfe der Familiensprachen nähern und etwa mit Kindern gleicher Herkunftssprache in Gruppenarbeit lesen und recherchieren. Im Anschluss können sie bei der Vorstellung der Lösung in die deutsche Sprache wechseln.“
Anforderungen an Lehrerinnen und Lehrer
Doch sowohl die Expertise als auch Simone Plöger machen deutlich: Der Schritt von der Wertschätzung zur konsequenten Nutzung sprachlicher Ressourcen ist für Lehrkräfte nicht trivial. Viele Lehrende nähmen die sprachliche Diversität „als Herausforderung wahr, auf die sie sich nicht vorbereitet fühlen. Das kann zur Überforderung führen“, heißt es in der Veröffentlichung der Robert Bosch Stiftung. Und Plöger erklärt mit Blick auf Lehrerinnen und Lehrer: „Was dazu gehört, ist natürlich das Aushalten von Ungewissheitstoleranz. Ich muss aushalten können, dass in Sprachen gesprochen wird, die ich nicht verstehe, dass ich Kontrolle abgeben muss und nicht mehr alles im Blick habe.“
Die Stiftungsexpertise versucht an dieser Stelle, diesen Kontrollverlust abzumildern. Sie verweist auf eine Analyse von Audio- und Videoaufzeichnungen im Unterricht, wonach „Schüler*innen Familiensprachen vor allem benutzen, um die Unterrichtsaufgaben zu lösen oder sich mit anderen Schüler*innen abzustimmen“.
Aufgabe der Schulentwicklung – und der Politik
Die Verantwortung, Mehrsprachigkeit als integralen Bestandteil von Bildungsgerechtigkeit anzunehmen, wie es Plöger beschreibt, sehen die Expertinnen allerdings nicht allein bei den Lehrkräften. Dies sei zentrale Aufgabe der Schulentwicklung. In diesem Punkt zeigen sich die Juniorprofessorin und die Autorinnen der Expertise einig.

Die Veröffentlichung der Robert Bosch Stiftung geht sogar noch einen Schritt weiter und richtet den Blick auf die Politik. Lehrerinnen und Lehrer bräuchten mehr Unterstützung, um der Realität der Mehrsprachigkeit begegnen zu können. Sie fordert daher, dass der Auseinandersetzung mit sprachlicher Vielfalt im Rahmen der Lehramtsausbildung ein höherer Stellenwert zukommen sollte. „Dafür wäre es wichtig, in der Ausbildung und Fortbildungen von Lehrkräften die Auseinandersetzung mit sprachlicher Diversität verbindlich zu verankern – als Aufgabe aller Lehrkräfte.“ News4teachers
Hier geht es zu allen Beiträgen des News4teachers-Themenmonats „Sprache bilden“.
Ohne Deutsch ins Klassenzimmer: Sprachdefizite belasten (nicht nur) Brennpunkt-Schulen massiv









Die These von Frau Juniorprofessorin Plöger stimmt sicherlich im Kontext Ihrer Teildisziplin, Weiß sie jedoch um von Rahmenbedingungen in einem durchschnittlichen Klassenzimmer, in der die Eltern der Kinder und Jugendliche nicht akademisch geprägt sind:
“Ich muss aushalten können, dass in Sprachen gesprochen wird, die ich nicht verstehe, dass ich Kontrolle abgeben muss und nicht mehr alles im Blick habe.“
Reflektierte Praktikerinnen und Praktiker wissen, welche Folgen dies hätte, nicht nur etwa hinsichtlich Mobbing, Beleidigungen und Grüppchenbildung.
Daumen hoch.
Warum Ihr Beitrag mein eigener sein soll, obwohl Sie nicht ich sind, verstehe ich allerdings nicht.
Ist bei mir genau so. Jeder Beitrag dem ich den Daumen hoch gebe blockiert, weil er angeblich von mir selbst ist. Egal wer ihn geschrieben hat.
Dto
Da hat wohl eine KI die Kontrolle übernommen. 🙂
… oder auch verloren.
Zuerst befürchtete ich ja, eine KI verhinder,t nach Auswertung meiner Kommentare, dass ich Kommentare liken/ unterstützen kann, die meiner Meinung nahekommen. Dann versuchte ich, spaßeshalber, irgendeinen rain zufälligen Kommentar zu liken…. Puh! Großes Aufatmen! Soweit ist es zum Glück nicht. Ich sollte wohl weniger science fiction konsumieren. 🙂
Dito. Ich kann gerade niemanden liken. :(!
Super, die sechs Sprachen im Unterricht realisiere ich genau wie? Die Vorbereitung mache ich wann? Haben die an der Uni schon Umsetzungswege erarbeitet oder reicht “Wertschätzung” (wie immer die aussehen soll)?
Dazu gab es bspw. letzten Monat einen Artikel auf n4t.
https://www.news4teachers.de/2026/02/gew-fordert-mehr-erstsprachlichen-unterricht-fuer-migrantenkinder-damit-sie-besser-deutsch-lernen-koennen/
Und wer machts denn jetzt?
“Bis zum Ende dieser Legislaturperiode sollte mindestens ein Angebot in 20 Sprachen in Grundschule, Sek I und II vorgehalten werden“, fordert Akgün. Dass seit 2022 kein einziges neues Angebot hinzugekommen sei, bewertet er nicht als administratives Problem, sondern als politisches Versäumnis.”
Klingt so, als sollte für ein Weilchen mal nicht das Nichtstun der Politik entschuldigt werden.
Warten wir ab, anscheinend sind ja viele mit der derzeitigen Situation zufrieden, als dass eine Verbesserung gefordert wird :/
Haben Sie sich eigentlich noch einmal die Kommentare unter dem damaligen, von Ihnen verlinkten, Artikel durchgelesen? Das sind noch eine Menge, mMn. wichtige, Fragen unbeantwortet.
Gelesen?
Stimmt, ich Dummerchen aber auch. Da habe ich wieder zu viel erwartet.
In der Uni heißt es dazu ganz einfach KI
Jut. Dann her mit der Zweit-, Dritt- und Viertkraft mit türkischen, rumänischen, arabischen und polnischen muttersprachlichen Kenntnissen. Dann bin ich sofort dabei.
Deckt sich mit einer aktuellen Forderung der GEW. Der Witz ist: Die entsprechenden Lehrkräfte (mit Migrationshintergrund) wären durchaus verfügbar. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/gew-fordert-mehr-erstsprachlichen-unterricht-fuer-migrantenkinder-damit-sie-besser-deutsch-lernen-koennen/
Herzliche Grüße
Die Redaktoin
Es gibt bei uns die Möglichkeit, weiteren Sprachunterricht zusätzlich zur Stundentafel zu wählen. Das wird aber nur sehr verhalten angenommen. Stattdessen etabliert sich zwischen allen Kindern eine vermeintlich coole Jugendsprache, die eine Mischung aus allem ist.
Der deutsche Wortschatz ist für viele Kinder extrem klein, so dass sie riesige Probleme im Fachunterricht haben.
Sinnvoll wäre ein muttersprachlicher Unterricht zusätzlich und freiwillig, so wie bilingualer Unterricht. Gleichzeitig müssen alle verbindlich ordentlich Deutsch lernen. Um das zu gewährleisten, ist es sinnvoll, als Arbeitssprache und Umgangssprache in Schulen Deutsch anzuordnen. Die Muttersprache wird in der Schule im Muttersprachenunterricht und außerhalb der Schule mit Freunden und Familie gesprochen und verbessert.
Ist es wirklich nur “eine vermeintlich coole Jugendsprache”? Oder entwickelt sich da gerade eine völlig neue “Pidgin-Sprache”? In bestimmten Berliner Kiezen scheint bereits letzteres zuzutreffen.
Pidgin-Sprache – Wikipedia
Allerdings würde diese neue Pidgin-Sprache die soziale Stigmatisierung in der Bevölkerung verstärken. Wer keine Sprache richtig spricht (weder die Landes- noch die Herkunftssprache), wird schnell, nicht als “cool”, sondern als zur “Unterschicht” gehörig eingeordnet. (aus “coolen” Jugendlichen werden dann irgendwann “ungebildete” Erwachsene)
Ach, die wären verfügbar?
Ernsthaft?
Ich bräuchte alleine für meine Klasse schon mal vier verschiedene Sprachen.
Alleine einen Übersetzer zu bekommen für ein Elterngespräch dauert oft Wochen!
Für genau gar nichts sind Lehrer übrig, für Doppelbesetzung nicht, für DAZ nicht, aber für die Mehrsprachigkeit natürlich schon.
Lagern Sie die Kollegen heimlich im Keller? Hat die schon mal jemand gesehen?
Nur her damit!
PS: Einfach alles anerkennen, was im Ausland abgeschlossen wurde, geht natürlich auch nicht. Das wäre Inländer-Diskriminierung.
“PS: Einfach alles anerkennen, was im Ausland abgeschlossen wurde, geht natürlich auch nicht. Das wäre Inländer-Diskriminierung.”
Da kommen wir an einen Knackpunkt. Dann lieber deutschstämmige Quereinsteigende ohne jegliche pädagogische Qualifikation einstellen…
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nee, auch nicht. Zumindest nicht als Lehrer. Als feste Assistenz für jede Klasse gerne. Ich bin da gar nicht dagegen. Aber Deprofessionalisierung ist Mist. Der Berufszugang ist schon ausgefranst, das muss repariert werden, nicht ausgeweitet.
Das war doch aber schon immer so. DDR-Abschlüsse wurden meist auch nicht einfach anerkannt, obwohl deutschstämmig. Also “Im Westen nichts Neues “. 🙂
Sollen ausländische Pädagogen Deutsch auf dem guten Niveau können oder dürfen sie dann nur in ihrer Muttersprache unterrichten?
Was mit den Mangelfächern wie MINT-Fächer oder Kunst, Musik…: ist ein deutscher Quereinstieger oder ein ausländischer Lehrer im anderen Fach dann doch besser?
= Babylonisches Sprachgewirr in den Klassen.
Die obengenannten wissenschaftlichen Befunde sagen für die Schule etwas anderes aus 🙂
Bitte noch einmal den Kommentar lesen, auf den ich mich bezog.
Kontext, Rainer, Kontext!
Dem Sie zustimmten, oder wo genau stimmten Sie nicht zu?
????
Pfingstwunder, also noch 8 Wochen warten.
Wie kann man eigentlich die Bibelgeschichte vom “Turmbau zu Babel” neuzeitlich interpretieren?
https://www.zdf.de/video/dokus/mythen-der-bibel-100/mythen-der-bibel-turmbau-zu-babel-100
Heiligen Geist durch AI ersetzen.
🙂
Die Mehrsprachigkeit ist an unserer Schule schon lange angekommen – in verschiedenen Situationen:
-bilingualer Unterricht, der verschiedene Fächer innerhalb eines Jahres ergänzt
– diverser Sprachunterricht und Sprachreisen / Schüleraustausch/ Praktika
– generell in beliebigen Sprachen Unterhaltungen und Beleidigungen, die Mitschülern oder Lehrern gelten und die nur von einem erlesenen Kreis von SuS verstanden werden (bei uns muss eigentlich immer Deutsch gesprochen werden, außer im Sprachunterricht)
Es mag sein, dass SuS mit gefestigtem und gutem Sozialverhalten und genügend positiver Motivation sich in Kleingruppen in ihrer Muttersprache (die die Lehrkraft nicht vetsteht) austauschen und tatsächlich zielorientiert mit sinnvoller Output arbeiten.
Wenn ich aber an die Mehrheit der mir anvertrauten SuS denke, so ist es bereits Glücksache, dass bei Gruppenarbeiten in deutscher Sprache etwas sinnvolles herauskommt (einer arbeitet und die anderen machen Unsinn oder starren Löcher in die Luft).
Die Muttersprache wird unerlaubterweise hauptsächlich für Ausgrenzungen und Beleidigungen verwendet, denn das kann die Lehrkraft nicht verstehen. Solange sich genügend sozialstarke SuS in der Klasse befinden, kann das Problem dann gemeinsam besprochen und evtl. gelöst werden. In manchen Klassen ist man damit nur noch am Diskutieren und Schlichten, Zeit für Fachunterricht geht verloren.
Auf der anderen Seite habe ich in Mathe und Physik SuS in ihrer Muttersprache (die ich zufällig auch beherrsche) helfen können und ihnen die Angst vor der fremden Sprache (Deutsch) nehmen können. Das ist eine unglaubliche Chance. Diese Hilfen kann man gezielt einsetzen. Es ist allerdings essentiell, nicht locker zu lassen und prinzipiell in der deutschen Sprache zu bleiben, damit man sie irgendwann beherrscht (sonst ist es eine Flucht in die wohlbekannte Muttersprache, denn das ist viel einfacher – genauso wie es einfacher ist, wenn man sich nie einem Problem selbst stellt, sondern immer wartet, bis es irgendwer erklärt).
Wichtig wäre es jedoch, die SuS nicht mit den Sprachproblemen alleine zu lassen. Eine Methode ist das Notieren jedes Wortes, das man nicht genau kennt (Nomen mit Artikel) und mit der Erklärung in der Muttersprache daneben. Wichtig ist es auch, die Aussprache und Grammatikfehler sofort zu korrigieren und diese Korrektur als positive Chance zu etablieren. Eingeschliffene Fehler kann man später nur schwer ausbügeln und dann werden zwar mehrere Sprachen gesprochen, aber keine richtig.
Bevor jemand nach einer Studie fragt, die das belegt: ich habe das im Selbstversuch ausprobiert.
Zusätzlich muss beachtet werden, dass diese Art von Hilfe Zeit beansprucht und einen engeren Betreuungsschlüssel benötigt, wenn es funktionieren soll.
“Die Muttersprache wird unerlaubterweise hauptsächlich für Ausgrenzungen und Beleidigungen verwendet, denn das kann die Lehrkraft nicht verstehen.”
Wo erlauben Sie die Muttersprache?
„So können sich Schüler*innen etwa Aufgaben zunächst in oder mit Hilfe der Familiensprachen nähern und etwa mit Kindern gleicher Herkunftssprache in Gruppenarbeit lesen und recherchieren.”
Na genau da, wo es auch wissenschaftlich fundiert im Artikel vorgeschlagen wird.
Schrieb Ça me fatigue aber nirgens oder wo klang es Ihnen danach, den Vorschlägen im Artikel würden zugestimmt? (“Wenn ich aber an die Mehrheit der mir anvertrauten SuS denke, so ist es bereits Glücksache, dass bei Gruppenarbeiten in deutscher Sprache etwas sinnvolles herauskommt”)
Sie: “Na genau da, wo es auch wissenschaftlich fundiert im Artikel vorgeschlagen wird.”
Ça me fatigue: “Bevor jemand nach einer Studie fragt, die das belegt: ich habe das im Selbstversuch ausprobiert.”
Vielleicht wollen Sie lieber dieser Person schreiben?
Nö, warum? Ich hab das ja auch im Selbstversuch ausprobiert.
Ach, Sie beleidigen andere nicht, da es verboten ist – und das nicht einmal in der Unterrichtssprache.
Beantwortet die Frage nicht, wo Ça me fatigue sie erlaubt :/
Da an unserer Schule das “Deutsch-Sprech-Gebot” gilt, erlaube ich andere Sprachen nur, wenn ich direkt dabei bin und ich die Sprache verstehe.
Das passiert so gut wie nie!
Es passiert eher, dass ich die andere Sprache nutze, um einzelnen SuS zu helfen. Andersherum fordere ich von den SuS, dass sie auf Deutsch antworten und helfe ihnen, korrekte Sätze zu bilden. Und das gibt denjenigen Sicherheit und sie fühlen sich gesehen.
… aber eigentlich steht das so ähnlich oben schon drin …
Garnicht!
Halten sich die SuS bei Ihnen immer an alle Regeln? Bei uns nicht …
Ich sehe da schon ein paar Hürden im Schulbetrieb:
– ein Schüler liest einen arabischen Text und kann mit einem Wort/ Inhalt nichts anfangen. Wie soll ich ihm weiterhelfen?
– Nur in der Oberstufe kann ich mir das Switchen vorstellen: die muttersprachlichen Stichworte werden zu deutschen Sätzen. Das habe ich auch schon probiert, beim Thema kalter Krieg haben die Schüler auf Wunsch Originalquellen bearbeiten können (Schdanow etc), den Vortrag aber auf Deutsch gehalten. Aber bei jüngeren Schülern?
– Es gibt diverse Themen z.B im Geschichtsunterricht, da wird es schwer, muttersprachliche Texte zu finden. Und ob die Übersetzung einer Quelle in die jeweilige Muttersprache sinnvoll ist, kann ich nicht beurteilen. Das gilt auch für den Deutschunterricht: ich bin nicht so scharf darauf, dass literarische Texte in diverse Muttersprachen übersetzt werden – bleiben die sprachlichen Mittel erhalten? An der Stelle? Sind Besonderheiten sinnvoll übersetzt oder entstehen Verständnisprobleme aus der Übersetzung? Wie soll ich ein Ergebnis beurteilen, dessen Grundlage mir fremd ist. Und ja, ich gebe Noten, bisher gehört das zum Job.
– Eigentlich möchte ich dauerhafte Grüppchenbildung vermeiden – die Schüler sollen in immer wieder anderen Gruppen arbeiten, damit sie einander schätzen lernen.
– In Zeiten von KI muss die Betonung nicht auf der Lösung liegen, sondern wie sie entwickelt wird. Ich bin vieler Muttersprachen meiner Schüler nicht mächtig. Wie soll ich da beraten, Feedback geben? ” Das sieht interessant aus.”?
“So sei Schule in Deutschland traditionell darauf ausgelegt, „dass Kinder einsprachig aufwachsen, und zwar einsprachig deutschsprachig“.”
Jup, der Kaiser will es so.
“Viele Lehrende nähmen die sprachliche Diversität „als Herausforderung wahr, auf die sie sich nicht vorbereitet fühlen. Das kann zur Überforderung führen“”
Das ist so eine freundliche Formulierung für fundamentale Ablehnung, für die selbst Wissenschaftsfeindlichkeit bemüht wird, um nichts verbessern zu können 🙁
Ich nehme es anders wahr und nicht jede Überlastung ist Wissenschaftsfeindlichkeit.
Man kann sich mir Sprachenvielfalt beschäftigen, man kann FoBi absolvieren, NRW hat mit dem BISS ein Modul dazu, das aktuellere Studien und Ansätze erläutert. Um Alphabetisierung und Sprachstörungen geht es dabei aber nicht, es wird davon ausgegangen, dass die Kinder bereits lesen können und selbstständig arbeiten.
Am Ende bleibt dennoch die eine Lehrkraft, die das Wissen um Mehrsprachigkeit hat, die Ansätze aber allein im Klassenraum umsetzen muss.
Bei mehreren Kindern anderer Familiensprache und ohne andere Personen gleicher Sprache, die bereits übersetzen könnten, muss nahezu alles übersetzt oder mit Händen, Füßen und Zeichnungen kommuniziert werden.
Haben Sie schon mal Kinder in der Zweitsprache alphabetisiert?
Haben Sie schon Konfliktgespräche per Übersetzungsapp geführt?
Es bleibt herausfordernd.
Kinder, die schnell die Zweitsprache lernen und vielleicht schon alphabetisiert waren, sind nach 1-2 Jahren so weit, dass sie selbstständig arbeiten oder gar im Unterricht allgemein mitarbeiten können und nur gelegentlich weitere Hilfen benötigen (Fachsprache, mal ein Fremdwort, Redewendungen). Das ist über Scaffolding zu ermöglichen, braucht aber Zeit für die Lehrkraft, die sie im Unterricht oder in der Vorbereitung aufwenden muss.
Aber es gibt auch Kinder, die 3 oder 4 Jahre oder länger für das Niveau A1 benötigen und erst nach 4 Jahren geradewegs alphabetisiert sind, weil sie Sprache nicht gut lernen, weil sie nicht leicht lesen lernen, weil sie ein Trauma haben, weil …
Diese Kinder benötigen also über viele Jahre in jeder Stunde zusätzliche Hilfe, zusätzliche Materialien, eigentlich auch eine enge Begleitung, die es nicht gibt.
Wer das nicht herausfordernd findet, hat in den letzten Jahren kein Klassenzimmer von innen gesehen und keine Vorstellung davon, dass in Klassen nicht nur ein Kind mit besonderen Bedürfnissen sitzt, sondern viele mit zunehmend mehr und unterschiedlichen Anforderungen.
Wer also die Mehrsprachigkeit fördern will, sollte sich für eine bessere Personalausstattung in den Schulen aussprechen. Fortbildung allein helfen nicht, denn das Verständnis um die Mehrsprachigkeit oder um didaktische Ansätze reicht nicht aus, um eine Umsetzung zu ermöglichen.
“Ich nehme es anders wahr und nicht jede Überlastung ist Wissenschaftsfeindlichkeit.”
Was hat dies mit der wissenschaftlichen Erkenntnis zu tun?
Aber überfliegen Sie beizeiten mal das Forum, wie viele Unterstützung zur Umsetzung fordern, und wie viele der verantwortlichen Politik nacheifern, es nicht umsetzen zu wollen – wie schnell dann möglich die politischen “Mittel” geliefert werden, auch künftig nichts verändern zu wollen 😉
“Um Alphabetisierung und Sprachstörungen geht es dabei aber nicht, es wird davon ausgegangen, dass die Kinder bereits lesen können und selbstständig arbeiten.”
Und nicht wenige wollen die Schule weiterbetreiben, als wären die letzten 40 Jahre nicht geschehen….
“Es bleibt herausfordernd.”
Niemand außer Populist*innen sagte was anderes.
“Am Ende bleibt dennoch die eine Lehrkraft, die das Wissen um Mehrsprachigkeit hat, die Ansätze aber allein im Klassenraum umsetzen muss.”
Ungünstig, (multiprofessionelle) Teamarbeit zu untergraben und politisch zu bekämpfen…
Naja, scheint ja insgesamt zu laufen, alles gut, viel Glück damit 😀
Es wird nach Fortbildungen gerufen, die es längst gibt, die auch besucht werden, die aber die eine Lehrkraft im Raum nicht befähigen und die Wesentliches, nämlich die Alphabetisierung in der Zweitsprache, nicht berücksichtigen.
Der Ruf nach Fortbildung sagt aus, dass man annimmt, die Lehrer seien nicht gebildet genug und würden sich nicht auskennen. Doch, tun sie, viele haben z.B. das Biss-Modul DaZ/Mehrsprachigkeit (aus NRW, sollte also bekannt sein) absolviert.
Es ist eben nicht allein die Einstellung der Lehrkraft, der man zuschreiben könnte, sie wollte nicht oder sie wäre nicht informiert genug.
Aber andere Ansätze, warum Lehrkräfte bei der Umsetzung Hilfe benötigen, werden gar nicht in Betracht gezogen und die Politik nimmt dies dankbar, weil kostengünstig an.
Sie gehen von multiprofessionellen Teams aus, die es gar nicht gibt!
DaZ-Unterricht geht laufend in der Vertretungsreserve auf, andere Kräfte sind mir in umliegenden Schulen nicht bekannt. In NRW soll es „Alltagshelfer:innen“ geben, meines Wissens aber nur, wenn Lehrkräftestellen nicht besetzt werden konnten, also bei Unterversorgung.
Man stellt fest, dass die Umsetzung nicht trivial sei, dass man dafür Arbeitszeit aufwenden muss, soweit geht die Feststellung dann aber nicht. Warum nicht?
Politiker:innen und Forscher:innen sind schnell mit ihren Forderungen, was „Schule“ leisten soll, aber keine Studie erhebt und weist aus, wie schlecht die Schulen versorgt sind, von einer Arbeitszeiterhebung ganz zu schweigen, die ist EU-Recht, wird aber nicht umgesetzt.
Mit einer solchen Studie kann man keinen Ruhm ernten … klingt ja auch nicht so hochtrabend und wissenschaftlich.
Als Lehrkraft mit den täglichen Belastungen des Jobs schüttelt man nur den Kopf ob dieser dümmlichen Ansammlung praxis- und alltagsfremden Unsinns.
Die Robert-Koch-Stiftung möchte verpflichtende Fortbildung für alle Lehrkräfte. Und wann soll diese sein? Angesichts der Tatsache, dass die meisten Lehrkräfte ohnehin mehr als arbeiten als sie vertraglich müssten, kann das doch wohl nur Fortbildung während der Unterrichtszeit bedeuten. Da dieser Unterrichtsausfall dann wieder vertreten werden müsste, kann man das ja gerne mit ein paar Dutzend zusätzlichen Stellen untermauern.
Das wird aber (aus gutem Grund) nicht passieren: Erstens kostet das natürlich richtig Geld und zweitens müssten die Bildungsminister den Eltern erklären, dass Unterrichts nicht regulär erteilt wird, weil ihr regulärer Lehrer sich gerade “mit sprachlicher Diversität” beschäftigt. Holt die Eltern bestimmt richtig gut ab.
Das Gesabbel irgendwelcher Professoren, die ganz tolle Vorschläge machen, ohne sich auch nur ansatzweise um die praktische Umsetzung zu kümmern, kann ich als Lehrer ohnehin nicht ernst nehmen. Das ist so, als ob ein totaler Nichtschimmer vom Beckenrand einem Leistungsschwimmer erzählen will, wie er schneller schwimmt.
Mehrsprachige Schüler fallen mir im Unterricht leider häufig eher negativ auf. Dabei geht es aber gar nicht um Beleidigungen. Es geht darum, dass sie keine der mehreren Sprachen umfänglich sprechen können und so in sämtlichen Fächern am Verstehen der Aufgabenstellungen schon scheitern, zumal die Aufgabenstellungen aufgrund der geforderten Handlungsorientierung sprachlich sehr viel umfangreicher geworden sind.
Das Zerrbild einer Lehrkraft, die überfordert und von Vorurteilen gesteuert permanente Kontrolle über eine Lerngruppe ausüben möchte, die sie sich als kulturell homogen vorstellt und die vor Überforderung und Engstirnigkeit demnächst kollabiert, mache ich mir nicht zu eigen. Ich bin da weiter.
Ich bin keine Lehrerin, deshalb kann ich nur aus der Außenseitersicht sagen, was ich an diesem Ansatz richtig gut finde.
Für mich könnte das gut über digitale Medien funktionieren. Zugewanderte Kinder und Jugendliche sollen Deutsch lernen. Im Klassenzimmer sollte ebenfalls möglichst nur Deutsch gesprochen werden, um kleine anderssprachige Gruppen zu vermeiden, aus denen heraus Unruhe entstehen könnte.
Es spricht aber nichts gegen Übersetzungsprogramme, die den Kindern und Jugendlichen die Aufgaben in ihrer eigenen Sprache stellen und erklären. So können beispielsweise mathematisch begabte, noch nicht deutschsprachige Schüler und Schülerinnen von Anfang an erfolgreich teilhaben und auch über ihr Wissen und ihre Selbstwirksamkeit sich der deutschen Sprache annähern. Auch Regeln und Anweisungen werden so verstanden und können eher umgesetzt werden.
Eine Sprache nicht zu verstehen und zu sprechen und gleichzeitig gesellschaftlich und schulisch funktionieren zu müssen, würde buchstäblich jeden Menschen überfordern und auf die Dauer zu frustrierten Ausdrücken verleiten.
Sprache lerne ich beispielsweise durch nachvollziehbare Übersetzungen. Diese könnten über die digitalen Medien in geschriebener und akustischer Form über Kopfhörer jedem Schüler, jeder Schülerin, zur Verfügung stehen. So könnten auch durch direkte Übersetzungen die Kinder und Jugendlichen und die Lehrkraft miteinander gut kommunizieren und zusammenarbeiten.
Ich denke, hier würde Ihnen niemand widersprechen.
Das ist aber wohl nicht gemeint.
Etwas anderes scheint mir, wiederum als Laie, allerdings nicht machbar.
Es geht in vielen Artikel auch nicht darum was machbar ist, sondern darum was optimal wäre – In einer Welt mit grenzenlosen Ressourcen (Geld, Platz, Personal usw.)
“… sprechen in Deutschland schätzungsweise 18 Prozent der Kinder und Jugendlichen neben Deutsch mindestens eine weitere Sprache in der Familie; unter Kindern mit Einwanderungsgeschichte sind es sogar rund 48 Prozent.”
Aber das Problem sind wohl eher die, die NUR die weitere Sprache sprechen und Deutsch eben kaum, weil Deutsch in der Familie eben gar nicht gesprochen wird. Wie soll da ein sinnvoller Unterricht möglich sein?
Anders gesagt: Zweisprachige Familien sind nicht das Problem, sondern eben die einsprachigen ohne Deutsch. Und dazu wird nichts gesagt.
Wo steht geschrieben, dass migrantische Familien zu Hause Deutsch sprechen müssen – und was würde das bringen, wenn nicht oder kaum Deutsch sprechende Eltern mit ihren Kindern radebrechen würden?
Deutschland ist ein Einwanderungsland – und sollte sich langsam (so nach 60 Jahren) mal darauf einstellen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Darum geht es nicht. Es ist nur nicht nachvollziehbar, wenn in Einwandererfamilien nicht alle Mitglieder versuchen, die Sprache des neuen Heimatlandes zu lernen, damit sie auch außerhalb ihrer Familie und Community klarkommen.
Das gilt für alle Einwanderer überall, finde ich. Ja, auch für die deutschen Rentner*innen auf Gran Canaria.
“Es ist nur nicht nachvollziehbar, wenn in Einwandererfamilien nicht alle Mitglieder versuchen, die Sprache des neuen Heimatlandes zu lernen” – falsch, es ist zutiefst menschlich.
Kaum jemand verlässt seine Heimat, um seinen kulturellen Horizont zu erweitern. Es geht dabei um Existenzen. Menschen, Familien suchen sich Standorte, an denen sie überleben können – und das sind im Ausland meist die, an denen es bereits Diasporas von Menschen, Familien aus der Heimat gibt. Das ist die Community, in die es sich zu intergrieren gilt, nicht das deutsche Bürgertum.
So sind in den USA die Latinoviertel oder Chinatowns entstanden, so funktionieren das Maghreb-Viertel und das Japan-Viertel von Düsseldorf.
Deutschland ist seit über 60 Jahren Einwanderungsland, hat aber bis heute nicht verstanden, wie Einwanderung funktioniert. Noch immer existiert das Bild von den “Gastarbeitern”. Es sind aber Menschen, die kommen. Und die bringen auch etwas mit. Gerne hier nachlesen: https://www.fes.de/news/welche-motive-stecken-hinter-migrationsentscheidungen-1
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Dann darf man sich aber nicht beschweren, wenn man Probleme hat.
Aber dafür gibt es doch Pfingsten, siehe N.T.
Es gibt hierzulande Amis, die seit Jahrzehnten kein Wort Deutsch sprechen und niemand scheint damit ein Problem zu haben.
CDU = Club der Uneinsichtigen
Die Partei, die nicht akzeptieren will, dass Deutschland de facto ein Einwanderungsland ist.
Zum Teil, aber übersehen Sie da vielleicht die rechtsextremen Parteien?
Oder wer aus AfD und Drittem Weg fordern Migration, geschweige Menschenrechte? 😀
Laut OECD-Report “State of Immigration 2024” hat man in DE scheinbar weniger Probleme als in anderen EU-Ländern. Dort heißt es es , dass DS signifikant in die Integration von Neuankömmlingen investieren würde.
Es wird auch ausrücklich erwähnt, dass “comprehensive language support” positive Ergebnisse zeigen würde und Zuwanderer in DE “stronger improvements in language mastery” aufweisen als in den meisten anderen EU-Ländern.
Trifft nicht auf die Kinder zu – siehe PISA. Und: Herr Dobrindt macht das ja gerade zunichte. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/02/zum-nichtstun-verdammt-ukrainer-von-dobrindts-streichungen-besonders-betroffen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Aber diese Art von Populismus, welcher Rechtsextremen nachhechelt, macht die Union in der Regierung und bei den letzten Landtagswahlen so wahnsinnig populär!
Es ist ja nicht so, als wäre seit Jahren wissenschaftlich nachgewiesen, dass dies eine beknackte Strategie ist, die auf lange Sicht die Rechtsextremen stärkt…
Oh, wenn die Leute im Forum bloß danit aufhören würden, aber das würde ja eine Veränderung der Schule und letztendlich der eigenen Arbeit bedeuten.
Da beschweren sich manche wohl doch lieber jeden Tag, reden über Jahre jegliche Bestrebung zur Verbesserung nieder, bis zum Ruhestand, wo sich von all den Belastungen ausgeruht werden muss, die man (arbeits-)lebenslang mit Händen und Füßen ausbremste.
Deprimierend, diesen unglücklichen Gestalten zuzusehen 🙁
“Es ist nur nicht nachvollziehbar, wenn in Einwandererfamilien nicht alle Mitglieder versuchen, die Sprache des neuen Heimatlandes zu lernen” – falsch, es ist zutiefst menschlich.
Kaum jemand verlässt seine Heimat, um seinen kulturellen Horizont zu erweitern. Es geht dabei um Existenzen. Menschen, Familien suchen sich Standorte, an denen sie überleben können – und das sind im Ausland meist die, an denen es bereits Diasporas von Menschen, Familien aus der Heimat gibt. Das ist die Community, in die es sich zu intergrieren gilt, nicht das deutsche Bürgertum.
Wenn ich in ein anderes Land ziehe, dann sollte ich mich auch an die dort lebenden Menschen, ihre Kultur und ihre Sprache anpassen. Dabei geht es übrigens auch um Existenz, denn ohne Kenntnisse der Landessprache wird es oft schwierig, eine Arbeit zu finden.
Ich habe u.a. viele Schüler mit türkischen / arabischen Wurzeln in der Klasse. Auch nach 6 Jahren können wir mit vielen dieser Eltern nur gebrochen Deutsch sprechen. In allen Fällen haben wir aber eine Bitte von den Müttern gehört: “Setzen Sie mein Kind bitte nicht zu den anderen türkischen/arabischen Kindern!”.
Auch wenn es diesen Eltern z.T. sehr schwer fällt, Deutsch zu lernen, wollen die Mütter doch, dass sich ihre Kinder in die deutsche Gesellschaft integrieren und nicht unter sich bleiben.
Wenn wir mit Eltern auf Englisch sprechen, dann bestehen gerade Eltern aus Osteuropa darauf, dass wir Deutsch sprechen. Mal sollen wir etwas wiederholen, mal langsamer sprechen, aber immer wieder werden wir gebeten, auf Deutsch zu sprechen. Sie möchten in Deutschland bleiben, sie möchten Deutsch lernen und eben so viel wie möglich auf Deutsch sprechen.
“Wenn ich in ein anderes Land ziehe, dann sollte ich mich auch an die dort lebenden Menschen, ihre Kultur und ihre Sprache anpassen.”
Klar. Nur dass es in dem Land Deutschland nicht nur eine Kultur und eine Sprache gibt. Es leben zum Beispiel rund eine Million Syrer in Deutschland, eine Million Ukrainer, rund drei Millionen Türkischstämmige – Integration findet ja selbstverständlich statt. Nur eben nicht die, die die deutsche Mehrheitsgesellschaft gerne hätte.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Klar. Nur dass es in dem Land Deutschland nicht nur eine Kultur und eine Sprache gibt. Es leben zum Beispiel rund eine Million Syrer in Deutschland, eine Million Ukrainer, rund drei Millionen Türkischstämmige – Integration findet ja selbstverständlich statt. Nur eben nicht die, die die deutsche Mehrheitsgesellschaft gerne hätte.
Ein ehemaliger Kollege und dann Freund von mir ist vor über 10 Jahren aus dem Iran nach Deutschland gekommen – mit aus unserer Sicht sehr fragwürdigen Sichtweisen.
Der Kollegin konnte er nicht die Hand geben, ihr nichtmal ins Gesicht schauen, sie respektieren erst Recht nicht, weil sie ja “nur” eine Frau war. Nur blöd, dass sie ihn einarbeiten sollte…
Inzwischen hat er hat seine streng religiös geprägte Sichtweise deutlich verändert, hat hinterfragt und verstanden, vorher bspw. bestimmte Speisevorschriften kommen, und trinkt durchaus mal ein Bier, weil man sich nur nicht betrinken sollte.
Er hat sogar verstanden, dass es Männer gibt, die mit Männern zusammen sind und ebenso Frauen, die mit Frauen zusammen sind – und findet das gar nicht mehr schlimm.
Ob mir als Nicht-Biertrinker das Bier bei ihm nicht ein bisschen zu klischeehaft ist, weiß ich nicht. Aber er ist hier in Deutschland angekommen, hat sich an die deutsche Mehrheitsgesellschaft angepasst. Genau so sollte es doch auch sein, wenn man in ein Land einwandert.
“Genau so sollte es doch auch sein” – wie sollte es denn sein? Wie Sie persönlich es gerne hätten?
Es geht zunächst mal darum, Recht und Gesetz in Deutschland zu befolgen – das kann in der Tat erwartet werden. Dazu zählt übrigens ein Diskriminierungsverbot, (auch) gegenüber queeren Menschen und Frauen. Alles andere kann allerdings nicht erwartet werden. Müssen sich queere Menschen auch an die deutsche Mehrheitsgesellschaft anpassen – und hetero werden? Müssen Muslime Christen werden? Müssen Menschen in Deutschland sich bei jeder Feier betrinken? Müssen Buddhisten Fleischesser werden? Müssen Einwandererinnen nach Bayern im September Dirndl tragen? Und Einwanderer in den Spreewald rechtsextrem werden? Doch wohl kaum.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
“When you are in Rome, do as the Romans do.” – sehr altes Sprichwort. 🙂
Der Vatikan ist auch in Rom und hält sich schon seit Jahrtausenden nicht daran. Warum sollten sich die anderen anders verhalten?
Ach Menno … immer machen Sie meine tollen Ideen kaputt!
>türknall<
Hier werden keine Türen geknallt
Also Kultur- und Religionsoffenheit, zig verschiedene Sprachen mit mindestens zwei Amtssprachen, und eine Staatsbürgerschaft, die nicht auf Herkunft, Sprache oder Hautfarbe beruht? 😀
War/ ist das bei den Römern so?
Ja 🙂 Amtsprachen: Latein und Griechisch und Religionsoffenheit ( bis auf die monotheistischen Religionen. Sie waren nicht integrierbar)
Danke! Aber ob Rainer das auch wusste und meinte? 🙂 Zum Glück für ihn, gibt es ja immer nette Foristen oder auch die Redaktion, die ihm, immer wieder, hilfreich unter die Arme greifen.
Aber heute sind Latein und Griechisch keine offiziellen Amtssprachen in Rom (ohne Vatikan).
“falsch, es ist zutiefst menschlich.”
Oh, sind Sie so ein Urlauber, der sich überall in der dortigen Sprache auszudrücken versucht, anstatt Englisch zu sprechen?
Respekt, aber sofern Sie nicht den Großteil der Sprache im Flugzeug lernten, hat dies mit Flüchtlingen wohl wenig gemein.
Aber lieber beim Büffeln von Putins Mörderbande weggebombt werden, als die Familie vorschnell in Sicherheit zu bringen, hm? (augenroll)
Und Sie können nicht zwischen Urlaub und Einwanderung in ein anderes Land unterscheiden?
(augenroll)
Wenn die Eingewanderten Deutstch nicht lernen müssen, ist es die Aufgabe des Staates, Dolmetscher in Krankenhäusern, Schulen, Behörden usw zu stellen? Oder haben sie dann einfach Pech?
Sie schreiben: “Kaum jemand verlässt seine Heimat, um seinen kulturellen Horizont zu erweitern.” Hat das irgend jemand hier behauptet? Und “Es geht dabei um Existenzen. Menschen, Familien suchen sich Standorte, an denen sie überleben können“, hat das irgend jemand bestritten? Weiter: “Das ist die Community, in die es sich zu intergrieren gilt, nicht das deutsche Bürgertum.” Auch das hat niemand behauptet.
Es geht vielmehr darum, dass Einwanderer und vor allem Kinder die Sprache des Einwanderelandes lernen sollen, damit sie sich imAlltag, im Berufsleben und in der Politik auch außerhalb ihrer Urspungscommunity verständlich machen können.
Mich würde auch interessieren, wie es mit den Deutschkenntnissen der japanischen Kinder in Düsseldorf bestellt ist. Scheitern sie ebenso oft im deutschen Schulssystem wie Kinder aus anderen Kulturen?
Sie sind gar nicht im deutschen Schulsystem – es gibt in Düsseldorf eigens eine japanische Schule. Stört aber keinen. Das Japanviertel ist ein trendiger Stadtteil.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Sie sind gar nicht im deutschen Schulsystem – es gibt in Düsseldorf eigens eine japanische Schule. Stört aber keinen. Das Japanviertel ist ein trendiger Stadtteil.
Auf die Schule gehen Kinder von japanischen Eltern, die vorübergehend nach Deutschland kommen und danach im japanischen Schulsystem (oder dann vor Ort) ihren japanischen Abschluss machen.
Es geht also gar nicht um Einwanderer – und dennoch lernen die Kinder dort zumindest zwei Stunden in der Woche Deutsch, um im Alltag in Deutschland zurechtzukommen.
Übrigens gibt es in Düsseldorf mehrere Deutschkurse und Integrations-Angebote für Japaner.
“Es geht also gar nicht um Einwanderer.” Doch, geht es. Das Japan-Viertel besteht seit Jahrzehnten und wechselt nicht ständig seine Bewohner*innen durch. In den Restaurants dort gibt es Speisekarten nur auf Japanisch – trendet.
Der Unterschied zum deutlich weniger angesehenen Maghreb-Viertel nebenan ist das Wohlstandsniveau – die Japaner arbeiten meist in japanischen Unternehmen, die eine Menge Geld in die Stadt tragen. Die nordafrikanischen Migranten halt nicht, die arbeiten “nur” hier.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die japanische Schule hat den Status einer anerkannten Ergänzungsschule, nicht einer Ersatzschule (s. „Merkmale unserer Schule“ auf der Website).
Der Besuch von Ergänzungsschulen gilt in der Regel jedoch nicht als Ersatz für die Erfüllung der Schulpflicht, im Gegensatz zum Besuch anerkannter Ersatzschulen.
Wie ist das bzgl. der Japanischen Schule Düsseldorf gesetzlich geregelt, wenn (so habe ich Ihre Aussage verstanden) Kinder japanischer Migranten ausschließlich diese Schule besuchen? Oder müssen diese Kinder zeitgleich eine Regelschule zur Schulpflichterfüllung besuchen? Oder werden nur Kinder dort aufgenommen, welche nicht der deutschen Schulpflicht unterliegen?
Wo kann ich das nachlesen?
Vielen Dank für entsprechende Quellen,
Mika BB
Hier zum Beispiel: https://bass.schule.nrw/166.htm
Alle Kinder, die in Deutschland wohnen, unterliegen der Schulpflicht.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
So, hab’s gelesen. Die japanische Schule Düsseldorf kann also keine Schulabschlüsse vergeben. Das Niveau der Schule muss so hoch sein, dass das Erreichen des Hauptschulabschlusses möglich ist. Die SuS müssen, wenn sie einen Schulabschluss haben wollen, eine Externenprüfung ablegen. Verlassen sie die Schule ohne Externenprüfung, haben sie nicht mal den Hauptschulabschluss.
Mal ehrlich: das halten Sie für sinnvoll? Wo Sie doch so für Inklusion und die Erreichbarkeit aller Schulabschlüsse an einer Schule sind?
Wir halten das nicht für sinnvoll. Wir zeigen auf, dass sogar extreme Abschottung bei bestimmten Gruppen niemanden stört, während insbesondere Muslime schon wegen kleinster Identifkationsmerkmale (Kopftuch) angegangen werden. Deutet auf zweierlei Maß hierzulande hin. Oder, anders ausgedrückt: Rassimus.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
? Wer sich komplett abschottet, niemandem begegnet und auch nichts vom Staat fordert, wird natürlich anders bewertet.
Diese Japaner*innen sind quasi unsichtbar und kosten nichts.
Finde ich zwar schräg, aber kratzt doch niemanden, da ihr Verhalten niemandem Probleme bereitet.
Den Unterschied sollten Sie doch auch erkennen können.
Wo bereitet das Verhalten von Millionen von Muslimen denn Probleme (wenn man vom Anspruch absieht, dass sie gefälligst geräuschlos ihre Arbeit als Dienstboten verrichten und ansonsten im Stadtbild nicht stören sollen)?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
? Mich stört niemand im Stadtbild.
Es geht darum, dass Menschen, die sich abschotten, das so tun, dass die Abschottung – insbesondere für sie selbst! – Probleme bereitet oder eben nicht, weil sie null Ansprüche erheben.
Ich finde schon, dass extreme Abschottung bestimmter Gruppen extrem hinderlich für eine Gesellschaft ist. Bestes Beispiel dafür sind Großfamilien, die eigene Gesetze haben und Probleme wie „meine Frau will sich trennen“ mit eigenen Gesetzen und „Richtern“ regeln oder die italienische/japanaische/chinesische/… Mafia.
Auch die nach außen eher harmlose „mein (japanisches) Kind darf nur die japanische Schule besuchen“-Einstellung führt dazu, dass diese Kinder sich eben nicht völlig normal in die Gesellschaft integrieren können, sondern dazu nur wenige Stunden am Tag (wenn überhaupt) nutzen können. Schlecht für die Gesellschaft, schade und auch nachteilhaft für die Zukunft dieser Kinder. Daher kann ich nicht nachvollziehen, warum solche Schulen für dauerhaft in D lebende Kinder überhaupt zugelassen sind.
Soweit ich die Website der Schule verstanden habe, dürfen auch nur Kinder von Japanern und Kinder, welche vorher eine japanische Schule besucht haben, auf diese Schule gehen. Man stelle sich den (zu Recht ertönenden) Aufschrei vor, wenn eine Schule in freier Trägerschaft nur Kinder von Deutschen aufnehmen würde…
Wo werden Muslime wegen zb Kopftuch angegangen? Wenn es um Kopftuch in den bestimmten Jobs geht, dann existiert in DE Neutralitätsgebot. Wenn es um Kopftuch im täglichen Leben geht, dann gab es laut Internet über 3000 antimuslimische Vorfälle im jahr 2024, gleichzeitig aber über 5000 wegen jüdischer Kippa. Es wird geraten, Kippa überhaupt nicht zu tragen.
“Repräsentative Studie: Frauen mit Kopftuch besonders oft diskriminiert” – gerne hier nachlesen: https://www.tagesschau.de/inland/gesellschaft/diskriminierung-studie-kopftuch-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Also jeweils ein eigenes Schulsystem für jede Gruppe? Mit Verlaub: Ihre Antwort ist unterirdisch.
Das Beispiel soll lediglich illustrieren, dass die Ansprüche an Integration – je nach Gruppe – in Deutschland sehr unterschiedlich gestellt werden. An Muslime am höchsten.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich weiß es noch von früher, dass die Elternvereine der Gastarbeiter sehr aktiv um die Rechte ihrer Kinder kämpften. Irgendwann einmal gab es Grundschulen und Gymnasien mit Italienisch, Spanisch, Griechisch. Kroatisch/ serbisch und Türkisch zog schnell nach. Empfehlenswert, wie ich finde. Aber leider nur in Großstädten verwirklicht.
Darüber sollte man mal nachdenken. Liegt es denn tatsächlich an der Religion?
Ich glaube nicht. Vielmehr liegt es wohl daran, dass es recht viele Muslime gibt, denen eingebildete und von seltsamen Anführern vorgeschriebene Werte, die auf Abschottung abzielen, wichtiger als alles andere sind.
Das Dumme ist, dass es davon so viele gibt, dass es vielen Menschen schwerfällt da zu unterscheiden.
Hier besteht dann ein großer Unterschied zu anderen Gruppen von Einwanderer*innen.
Wie viele gibt es denn davon – unter den insgesamt fünf Millionen Muslimen in Deutschland?
Bezeichnend, dass jemand, der den grassierenden Rassismus in Deutschland bestreitet (wie Sie in etlichen Posts hier), die eigenen Vorurteile nicht erkennt.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nachtrag: Ich habe nirgends bestritten, dass es in Deutschland ein großes Problem mit Rassismus gibt.
Dass Sie das aus meinen Aussagen stricken, sagt viel über Ihren (wer auch immer Sie sind) eigenen Bias aus.
Wir kennen mindestens ein Dutzend Posts von Ihnen, in denen Sie den Rassismus in Deutschland relativieren: Mal ist der andernorts viel schlimmer, mal sind Deutsche halt ein bisschen unfreundlich, meinen es aber gar nicht so. Sie haben uns sogar schon dafür beschimpft, dass wir Deutschland angeblich nur schlecht machen wollen (kindisch, mit Verlaub).
Wir haben Ihnen stets Studien entgegengehalten, die ein hohes Niveau von Rassismus in Deutschland aufzeigen. Wie diese hier: https://www.news4teachers.de/2026/03/studie-zeigt-verbreiteten-rassismus-neues-nrw-gesetz-rueckt-schulen-und-staatliches-handeln-in-den-fokus/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Komisch. Mein Mann und seine Familie ist eingewandert Anfang der 90er. Nur die Oma konnte Deutsch. Ihre 7 Kinder nebst Enkeln konnte nur Russisch sprechen. Alle Kinder haben einen Sprachkurs belegt, alle arbeiten, alle sprechen Deutsch und alle Enkel sprechen Deutsch. Alle können Deutsch lesen. Meine Schwiegereltern können normal mit meinen Kindern sprechen. Und das, obwohl alle Enkel Ehepartner mit Muttersprache russisch geheiratet haben außer mein Mann und das obwohl sie voll in ihrer Community sind. Sie wissen, wie wichtig es ist, Deutsch zu können. Von über 50 Leuten haben nur 2 Abi gemacht und studiert, am Bildungsniveau kann es also auch nicht liegen…
Hat aber nicht bei allen Russlanddeutschen so geklappt. Gerne hier nachlesen: https://www.mdr.de/geschichte/zeitgeschichte-gegenwart/politik-gesellschaft/russlanddeutsche-integration-100.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Zitat aus dem link der Redaktion:
“Laut Politologe Stratiesvki zeigt dies vor allem, dass die 2,7 Millionen Russlanddeutschen genauso unterschiedlich sind und denken, wie der Rest der Gesellschaft: Von nicht- bis überintegriert, von anerkannt bis ausgegrenzt, von liberal bis rechtsextrem seien alle Facetten vertreten.”
(Hervorhebung von mir)
Klappt es bei anderen Migrantengruppen besser? Gibt es dazu Statistiken? Bei welchen und warum?
Es liegt nicht am Biödungsniveau, sondern am Bildungswillen, an der Wertschätzung von Bildung. Das zeigt mir meine lange Berufs- und Lebenserfahrung .
Mangelte es Ihren Nachhilfeschüler*innen also an Bildungswillen, dass die sich nicht vor Ihrer Ankunft in Deutschland die Sprache aneigneten?
Sie haben sich doch damals auch die Seepferchenreife lehren lassen, bevor dies in der Schule ein Thema wurde… 🙁
Nee, am Bildungsniveau, den Bildungsmöglichkeiten in ihrem Herkunftsland, aber sie haben einen sehr starken Bildungswillen und nutzen jede Möglichkeit, die sich ihnen bietet zum Lernen.
“Meine Schwiegereltern können normal mit meinen Kindern sprechen.”
Deutsch als einzige Norm von Kommunikation – ist das eine komische Gruselgeschichte ?
Ach, klar, die Schwiegereltern hätten natürlich besser russisch lernen müssen, um in beiden Sprachen mit den Enkelkindern kommunizieren zu können. Oder was meinen Sie?
Waren Sie jemals bei einer Familienfeier von zwei-/ mehrsprachigen Familien eingeladen? Scheint mir nicht so, sonst würden Sie nicht so moralinsauer “theoretiisieren”. Sie haben keine Ahnung, wovon Sie reden, alles nur graue Theorie.
Wow, ich staune, wie gut Sie mich zu kennen wähnen…gibts weitere zuckersüße, praktische Vorurteile Ihrerseits ?
Bemängeln Sie nicht ständig und entnervend bei anderen Foristen deren Lesekompetenz ? Ihre scheint hier einen unschönen Anlass zur Sorge zu geben.
Nachtrag: Interessant finde ich, dass Sie hier darauf hinweisen, dass es ja gar nicht wichtig ist, die neue Sprache lernen und sich integrieren zu wollen.
Wenn zugewanderte Menschen das also gar nicht versuchen, weil es Leute (wie Sie) gibt, die ihnen sagen, dass es ja nur gilt, sich in die bereits bestehende eigene Community zu intergieren, wie soll dann eigentlich die aufnehmende Gesellschaft damit umgehen? Und welchen Beitrag leisten diese Menschen dann wirklich, wenn sie nicht teilhaben können und wollen?
Dass viele Menschen nicht freiwillig in ein anderes Land einwandern, ist doch nicht der Punkt, sondern wie sie dann weiter machen. Es ist doch Quatsch, einerseits zu meinen, diese Leute müssten weder versuchen die neue Sprache zu lernen noch sich irgendwie zu integrieren, weil sie ja nicht wirklich freiwillig ihre Heimat verlassen haben, und andererseits von der aufnehmenden Gesellschaft zu verlangen, dafür zu sorgen, dass solche Menschen dieselben Chancen haben.
Wie das funktionieren soll, haben Sie sich auch überlegt?
Und wie ist es mit der aufnehmenden Gesellschaft? Muss Herr Eftürk in Malmö, der Schwedisch genauso gut wie Türkisch spricht, Frau Xu, die bei ihm arbeiten möchte, aber nur Kantonesisch spricht und ihre kulturellen Eigenheiten beachtet wissen will, einstellen, obwohl er sie aufgrund dieser Punkte gar nicht gebrauchen kann? Ist Herr Eftürk dann ein fieser Typ, weil er sie nicht einstellt?
“Nachtrag: Interessant finde ich, dass Sie hier darauf hinweisen, dass es ja gar nicht wichtig ist, die neue Sprache lernen und sich integrieren zu wollen.”
Das haben wir nicht geschrieben. Der Punkt ist, dass sie sich längst integrieren – nur nicht dort hinein, wo es für sie keinen Sinn macht. Es macht keinen Sinn zu versuchen, sich in die Kultur der deutschen Mehrheitsgesellschaft zu integrieren, die selbst überwiegend überhaupt nicht offen ist (und Einwanderer nur dann akzeptiert, wenn sie sich komplett assimilieren). Dass dem so ist, lässt sich aufzeigen: https://www.news4teachers.de/2026/03/studie-zeigt-verbreiteten-rassismus-neues-nrw-gesetz-rueckt-schulen-und-staatliches-handeln-in-den-fokus/
Migranten integrieren sich ins deutsche Rechts- und Wirtschaftssystem und darüber hinaus in migrantische Communities – ebenso übrigens, wie es Deutsche aus Subkulturen tun. Queere Menschen findet man nicht auf dem Schützenfest. Und das ist auch überhaupt kein Drama. Ein Problem wird es deshalb, weil es für die Kinder kein angemessenes staatliches Förderangebot gibt (Schule) und sich Bildungschancen deshalb immer weiter auseinanderdividieren, was dann auf der anderen Seite die Vorurteile weiter schürt.
Und das gängigste Vorurteil lautet, Sie illustrieren es selbst, dass sich Migranten gar nicht integrieren wollen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Migranten integrieren sich ins deutsche Rechts- und Wirtschaftssystem und darüber hinaus in migrantische Communities – ebenso übrigens, wie es Deutsche aus Subkulturen tun.
Und dennoch sind laut neuster Studie 45% der jungen Muslime in Deutschland (latent) islamismusaffin.
Queere Menschen findet man nicht auf dem Schützenfest. Und das ist auch überhaupt kein Drama.
Wer z.B. schwul ist, darf nicht in den Schützenverein und geht schon gar nicht auf’s Schützenfest? – Entschuldigung, aber das ist doch Unsinn.
In Niedersachsen hatten wir vor einigen Jahren ein schwules Schützenkönigspaar – das vom Verein und Nachbarn sehr unterstützt wurde. In Neuss und im Sauerland übrigens auch.
Vor über 12 Jahren gab es bspw. auch in Westfalen einen muslimischen Schützenkönig. Unabhänig davon, dass Schützenfeste für mich persönlich nichts sind, wo ist denn da das Problem?
Und dennoch sind laut neuster Studie 45% der jungen Muslime in Deutschland (latent) islamismusaffin.
Junge Muslime sind weder besser noch schlechter als andere junge Menschen – über die Hälfte ist mittlerweile autoritarismusaffin. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/03/zustimmung-zur-real-existierenden-demokratie-bricht-bei-jungen-menschen-ein-raum-fuer-radikalisierungen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Rechts- und Wirtschaftssystem hat aber nichts mit Religionszugehörigkeit gemein.
Islamismus contra Katholizismus? Beides politische Richtungen von Religionsgemeinschaften. Man muss sich doch nur die Entwicklung der Krankenhauslandschaft ansehen.
Durch die Miteigentümerschaft katholischer Träger an den Betreibergesellschaften werden die gesetzlich garantierten Rechte von Schwangeren beschnitten. Das ist Fundamentalismus at its best.
Vom Nordirlandkonflikt ganz zu schweigen.
Btw der evangelikale Protestantismus ist auch nicht besser, aber so ist das mit den “ismen”.
Sie wissen selbst, dass sich nicht alle in unser Rechtssystem integrieren.
Ich habe als Beamtin einen Eid abgeleistet und mir ist das Grundgesetz sehr wichtig – da ist die von einigen auch hierzulande propagierte Scharia nicht ansatzweise eine akzeptable Alternative. Und ja, das erwarte ich schon, wenn jemand warum auch immer hierher kommt: Dass Recht und Gesetz eingehalten werden und dass Integration zumindest minimal versucht wird. Dazu gehört auch das Erlernen der Sprache.
Und was soll der Hinweis auf die nicht eine Kultur hierzulande? Dass Ostfriesen und Bayern sehr unterschiedliche Kulturen haben und sehr unterschiedlich Deutsch sprechen, ändert nix an der Tatsache, dass sie durch den grundgesetzlichen Rahmen zusammengehalten werden und eine gemeinsame Grundlage haben – und sich da einzupassen muss man eben von allen verlangen, die hierher kommen – alles andere ist gesellschaftszersetzend.
Und nun kommen Sie
bitte nicht wie oben mit die deutsche Gesellschaft sei nicht offen: Bei allen Problemen mit Rechtsradikalismus und Rassismus, die es hier unzweifelhaft gibt, gibt es auch von deutscher Seite aus und gerade in den Schulen große Anstrengungen zur Integration. Und klar ist auch: Freiheit muss verteidigt werden, wenn man sie nicht verlieren will – wenn jedes Grüppchen einzeln vor sich hinwurschtelt, funktioniert das nicht, das würden auch die kölschen Japaner, die Sie anführen, dann auf kurz oder lang schmerzhaft lernen.
Beamt*innen verstoßen also nicht gegen die StVO, da sie sich ja rechtskonform wie Sie verhalten.
„ Queere Menschen findet man nicht auf dem Schützenfest.“
Na das halte ich für ein Gerücht. Warum sollte Queere nicht auf ein Schützenfest gehen oder auf die Wiesn?
Deshalb: https://www.sueddeutsche.de/panorama/diskriminierung-von-homosexuellen-schuetzen-verbieten-schwule-koenigspaare-1.1305582
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Merkwürdig, wie rückständig die Katholen in NRW 2012 waren…
Aber, im gleichen Artikel steht:
„ Es sei fraglich, ob die geplante Satzungsänderung überhaupt mit dem Diskriminierungsverbot wegen sexueller Identität in Einklang zu bringen sei.“
Der Artikel ist ja von 2012, also mehr als zehn Jahre alt. Haben Sie Erkenntnisse, wie das Ganze ausgegangen ist?
Uns geht es nicht um die Schützen. Es geht darum, dass es nicht ein Deutschland gibt – sondern kulturell sehr verschiedene Milieus in Deutschland.
An wem genau sollen sich Migranten denn kulturell ausrichten? Wir halten diese Debatte um eine deutsche Leitkultur für ziemlich verlogen (weil damit schlichten Geistern eine Homogenität vorgegaukelt wird, die es gar nicht gibt). Laut “Bild” gehören Schweinefleisch und Alkohol dazu – sorry, absurd. Gerne hier nachlesen: https://www.spiegel.de/politik/deutschland/bild-leitfaden-fuers-leben-in-deutschland-der-kartoffel-knigge-kolumne-a-4642caa2-5ace-45b0-a39e-70636edcc9f5
Herzliche Grüße
Die Redaktion
https://www.queer.de/bild-des-tages.php?einzel=4650
Nichtsdestotrotz gehen auch Queere auf Schützenfeste, jedenfalls heutzutage (wir sind ja nun 14 Jahre weiter).
Und München hat jetzt nen schwulen Oberbürgermeister von den Grünen. Wenn das nicht langsam ein Zeichen von Normalisierung von Queerness is…weiß ich auch nicht weiter.
Sie können ihn bei Interesse ja fragen, ob er allein oder mit seinem Partner derartige Veranstaltungen besuchen wird.
„ Und das gängigste Vorurteil lautet, Sie illustrieren es selbst, dass sich Migranten gar nicht integrieren wollen.“
Also meiner Erinnerung nach schrieb die Redaktion höchstselbst, dass Migranten sich insbesondere in ihre eigenen Communitys integrieren müssen/wollen (wollen deshalb, weil Sie als Beispiel die Japanische Schule anführen- der Besuch derselben ist ja kein Zwang), aber nicht in die deutsche Gesellschaft (welche Sie mit dem Bürgertum gleichsetzen – da gibts allerdings noch ein paar Schichten mehr).
Ich bestreite übrigens die Absolutheit dieser Aussage – dazu kenne ich zu viele gut in die deutsche Gesellschaft integrierte Migranten.
Zitat der Redaktion:
„ Menschen, Familien suchen sich Standorte, an denen sie überleben können – und das sind im Ausland meist die, an denen es bereits Diasporas von Menschen, Familien aus der Heimat gibt. Das ist die Community, in die es sich zu intergrieren gilt, nicht das deutsche Bürgertum.“
Ich bin ein sog. Gastarbeiterkind, mein Vater hat in der Heimat nur die Grundschule besucht und nie Deutsch gelernt, obwohl er die meiste Zeit seines Lebens hier verbracht hat. Warum? Weil Deutschkurse seinerzeit ein Heidengeld gekostet haben und meine Eltern sich dies nicht leisten konnten. Integration muss eben auch gefördert werden und nicht immer nur gefordert. So spreche ich seit jeher mit meinem Vater nur in der Muttersprache, mit meiner Mutter beides. Das hat mich nicht daran gehindert auf Lehramt zu studieren und heute als Lehrerin zu arbeiten. Dadurch, dass ich mit einem Elternteil nur die Muttersprache gesprochen habe, beherrsche ich beide Sprachen in Wort und Schrift. Dass in einer migrantischen Familie zwingend Deutsch gesprochen werden muss, halte ich für ein Mythos.
Danke für den Post. Herzliche Grüße Die Redaktion
War in der Schule ihre Muttersprache gefördert? Wenn nein, finden Sie es als Nachteil oder als Vorteil für das bessere Erlernen von Deutsch?
Das ist am Punkt vorbei.
Habe ich irgendwo geschrieben, dass Zugewanderte zuhause Deutsch sprechen sollten? Das entspricht auch gar nicht meiner Meinung!
Aber ist es nicht so, dass Ihr anderes Elternteil offensichtlich Deutsch sprechen konnte. Oder warum haben Sie sich nur mit einem Elternteil in der Muttersprache unterhalten?
Seltsam.
Wann sind Ihre Eltern denn in die Bundesrepublik eingewandert?
Wie hat Ihre Mutter deutsch gelernt?
Völlig richtig, aber GastarbeiterInnen wurde es auch nicht so einfach gemacht!
Und deshalb kann man es heute nicht besser machen? Herzliche Grüße Die Redaktion
Aber wenn die Eltern kein Deutsch lernen, klappt das mit der Bildungsgerechtigkeit eben in fer aktuellen Situation Beispiel Hamburg. ALLE Kinder dürfen ab 1 Jahr 5 Stunden in die Kita. ALLE Kinder werden mit 4,5 Jahren getestet und müssen die Vorschule besuchen, wenn ihre Deutschkenntnisse nicht reichen. Ergebnis: Die allermeisten Kinder kommen in die 1. Klasse und sprechen ausreichend Deutsch. Das ist wirklich super. Aber was passiert dann? Die Eltern lesen nicht Deutsch mit ihnen, sie können bei den Aufgaben nicht helfen. Kinder müssen bei Gesprächen zwischen Lehrern und Eltern teilweise dolmetschen. Die Förderung kommt nur bedingt an, weil so viele Ressourcen gar nicht verfügbar sind. Und so laufen viele Kinder die ganze Zeit nur dem Stoff hinterher, wiederholen ist ja bei uns nicht angesagt. Und da kommen wir zum Punkt ungleiche Chancen und Bildungsgerechtigkeit, es ist eben nicht so einfach, diese herzustellen. Dann leistungsstarke Kinder nicht an eine andere Schule gehen zu lassen ist eben auch nicht gerecht, weil es ja beim gemeinsamen Lernen noch mehr Förderung geben müsste, die jetzt schon nicht ausreicht… die Kinder, die zuhause gefördert werden können, haben es eben leichter.
Das Hauptproblem ist ja, dass im System Schule mit eingepreist ist, dass Eltern ihren Kindern Zuhause helfen können (müssen). Diese Variable muss aus der Gleichung genommen werden, um Bildungsgerechtigkeit zu erhalten. Dafür müssten Hausaufgaben als Übungszeit in die Schulzeit verlegt werden. Dazu benötigt man wieder mehr Personal. Genauso wie für muttersprachlichen Unterricht. Alles steht und fällt mit mehr Ressourcen.
“Das Hauptproblem ist ja, dass im System Schule mit eingepreist ist, dass Eltern ihren Kindern Zuhause helfen können (müssen).”
Seit wann und warum ist das so? Ich kenne das nicht, nicht aus meiner eigenen Schulzeit, noch von meinen Kindern (die wurden Anfang der 90er eingeschult).
Ich weiß nicht, seit wann das so ist, aber wieso heißt es immer “Eltern müssen Zuhause helfen oder unterstützen” oder ” Gymnasium geht am besten, wenn das Kind Zuhause durch gebildete Eltern unterstützt werden kann”. Das haben wir tatsächlich auch von der Lehrkraft in der Grundschule gehört. Warum werden denn SuS aus bildungsfernen Familien seltener für das Gymnasium empfohlen? Weil dort keiner im Notfall helfen könnte.
Eben. Diese Sätze hörte man in meiner frühen Kindheit nicht. Die Lehrer kontrollierten jeden Morgen streng die Hausaufgaben, und es gab auch Strafarbeiten, wenn man was nicht gelernt hatte. Das kenne ich auch noch von den unteren Gymnasialklassen, vor allem in Latein. Man kann es Paukerei nennen, aber wir Schüler wussten, wo wir dran waren, und unsere Eltern waren außen vor. Es wurde nie erwartet, dass sie mit uns lernen, auch nicht auf die Klassenarbeiten.
In der Grundschule war es auch nicht anders.
Erst später wurde von vielen Lehrern die Bereitschaft der Eltern aufgegriffen, mit den Schülern zu lernen, und entsprechend Aufgaben aufgetragen. Das war natürlich unterschiedlich, es gab auch Lehrer, die sagten, ich will auch sehen, was das Kind von sich aus kann.
Und seitdem haben Sie wohl auch nicht unterrichtet….
Was sagen Ihre Nachhilfeschüler*innen Ihnen, warum Sie sich die Mühe machen sollten? Warum geben Sie Menschen Nachhilfe, wenn Sie davon ausgehen, dass dies die Eltern eigentlich machen (sollten)?
Doch. Es gab einen Wandel. Der hing mit dem wirtschaftlichen Aufschwung in Westdeutschland zusammen. Das war um 1965. Bis dahin wusste jedes Grundschulkind, dass es seine Hausaufgaben selbständig ohne Hilfe der Eltern erledigen musste und diese dann vom Lehrer kontrolliert wurden.
Bei uns war das noch bis weit in die 90er so. Unsere beiden Kinder machten ihre Hausaufgaben und Vorbereitungen immer selbständig, bzw. mit Freunden. Wir mussten uns nie darum kümmern. Im GS-Alter kontrollierten wir nur, dass die Aufgaben erledigt waren, ließen uns mal was vorlesen, hörten mal die Malfolgen oder ein Gedicht ab und selten mal Vokabeln (letzteres ging ohnehin nicht in Französisch, da wir das beide nicht können). Allerdings standen wir bei Fragen immer zur Verfügung und suchten dann gemeinsam mit dem Kind nach Lösungen. Der Aufwand war für uns Eltern, trotz Vollzeit, überschaubar. Vieles ließ sich nebenbei, beim gemeinsamen Vorbereiten des Abendessens, z. B., erledigen.
Natürlich gab es ihn Ausnahmefällen mal Hilfe von den Eltern. Auf dem Gymnasium war das dann aber endgültig vorbei, denn die meisten Eltern konnten weder Englisch, Französisch, Latein noch Algebra. Viele Schüler schafften es trotzdem zum Abitur. Aber ja, sie hatten es zum Teil schwerer.
Wie soll dann die Übungszeit in der Schule aussehen, um gerecht zu sein? Sollen Aufsichtspersonen nur Kleinigkeiten erklären können oder sollen sie das Stoff nochmal erklären können?
Was mit den Kindern, die gute Bedingungen zu Hause haben, – müssen sie trotzdem dabei bleiben oder dürfen sie sich zu Hause entspannen und ihre Zeit frei gestalten?
Warum ist es überhaupt nötig, dass Eltern helfen (die Kontrolle, dass die Hausaufgaben gemacht werden wäre genug)?
In der Grundschule meiner Tochter wurde das so gehandhabt, dass alle Materialien in der Schule geblieben sind. Nur die Postmappe und das Federmappchen kamen mit nach Hause. Die Erzieherin hat die Übungszeit beaufsichtig und Fragen beantwortet. Größere Probleme wurden an die Lehrkraft weitergegeben, so dass diese das im Unterricht ggf. nochmal aufgegriffen hat. Ich denke, dass ist ein guter Weg.
Für mich ist das Ziel der Schule – das Kind zu bilden, egal mit welchen Methoden.
Wenn mein Kind ein langsamer Denker ist, vielleicht sich unter anderen Kindern noch nicht gut konzentrieren kann oder schon müde ist, und ich eine Möglichkeit habe, ihn selber zu unterstützen oder eine Nachhilfe zu kriegen oder einfach Ruhe schenken, sehe ich nicht ein, warum ich es nicht machen darf. Oder warum alle Kinder unter Bedingung, die ihnen vielleicht nicht passen, arbeiten müssen.
Ich persönlich konnte Hausaufgaben in der Schule nicht machen. Ich musste mich zuerst erholen, kurz in Ruhe bleiben oder singen/tanzen und dann so schnell/langsam arbeiten, wie es mir passte.
Es gibt also keine absolute Gerechtigkeit für alle.
Da bin ich ja bei Ihnen. Wenn sich herausstellt, dass das zum eigenen Kind nicht passt, sollte es die Möglichkeit geben, dass man das Zuhause machen kann. Ich bin da auch nicht dogmatisch. Aber mit dieser Regelung verhindert man, dass Kinder, die Zuhause keine Hilfe haben, das Nachsehen haben.
Es gab also keine Eltern, die Übungsmaterial zu Hause hatten? Oh mann…
Ob Eltern noch zusätzlich meinen, nach einem 8 Std.-Tag im Grundschulalter ihre Kinder weiter mit anderem Übungsmaterial drangsalieren zu müssen, weiß ich natürlich nicht.
“Die allermeisten Kinder kommen in die 1. Klasse und sprechen ausreichend Deutsch. “
Dann könnte man erwarten, dass sich das positiv bei den IQB-Ergebnissen bemerkbar machen sollte.
Es gibt da so ein Gerät, Smartphone genannt. Mit kostenlosen oder günstigen Apps zum Fremdsprachenlernen, die kann man darauf installieren.
Es SOLL sogar Familien geben, die damit gemeinsam Fremdsprachen lernen.
Das allein würde vielleicht nicht reichen, aber eine sinnvolle Ergänzung ist es allemal
Welche Vorstellung haben Sie davon, wie es ist, als Familie in ein fremdes Land zu migrieren und sich eine neue Existenz aufbauen zu müssen?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Eine neue Existenz in einem fremden Land kann man sich aber kaum ohne Kenntnisse der Landessprache und der Gesetze, Regeln und Gewohnheiten des Landes aufbauen
Wie integriert sind denn viele Ostdeutsche in die Bundesrepublik? Das ist eine ernst gemeinte Frage: “Die Integration des Ostens in die Bundesrepublik wurde überschätzt.” Gerne hier nachlesen: https://jugendstrategie.de/die-wurzeln-des-rechtsrucks-in-ostdeutschland-eine-politische-analyse/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ja Integration ist nicht einfach und erfordert auch den Willen beider Seiten – zu integrieren wollen – und sich integrieren zu wollen. Hier ein interessantes Zitat aus Ihrem link:
“Doch nicht nur wirtschaftliche Faktoren spielen eine Rolle. Die gesellschaftlichen Umwälzungen nach der Wiedervereinigung brachten auch Unsicherheit und einen Orientierungsverlust mit sich. Personen aus dem Osten mussten sich an eine komplett neue Realität gewöhnen, während Personen aus dem Westen oft ihre Leben wie zuvor weiterlebten. Das Image des Ostens wurde in den Medien oft klischeehaft und lachhaft dargestellt, wodurch sich Menschen im Osten abgewertet und nicht ernst genommen gefühlt haben.”
Ja der Willen zur Integration muss auf beiden Seiten vorhanden sein. Wenn dann noch Sprachprobleme dazu kommen, wird es noch schwerer.
Zur Abwechslung mal positive Beispiele, von Menschen, die in DE ihre Zukunft sehen:
https://www.youtube.com/watch?v=OyuXSJ9pG6M&list=PL3936178A38BB5F87&index=34
Wenn Kenntnis der Landessprache und der geltenden Gesetze/Regeln/Gewohnheiten nach potschemutschkas Meinung Voraussetzung für Integration ist, bedeutet dies nicht, dass jeder, der diese Voraussetzungen erfüllt, auch integriert wird. Aber ohne Erfüllen dieser Voraussetzungen ist es halt kaum möglich.
Übrigens:
Ihr verlinkter Artikel wurde geschrieben von: „ Hey, ich bin Louis aus Hannover Langenhagen. Ich bin 18 Jahre alt und gehe noch zur Schule.“
Die von Ihnen zitierte Aussage hat „Louis aus Hannover Langenhagen“ mit keinem einzigen Satz belegt.
Valide begründen geht anders…
Mit freundlichen Grüßen,
Mika
Das Zitat stammt aus von der Redaktion verlinkten Quelle.
Stimmt, die sprechen alle kein Deutsch, weshalb sie weder mit den Lehrkräften sprechen, noch irgendwelche Abschlüsse erreichen, noch studieren oder später arbeiten können, wenn sie das wollen. Sie haben auch kaum Kontakt zu anderen Deutschen, egal ob aus dem Osten, Westen, Norden oder Süden.//
Ich muss mal meine Kolleg*innen aus Ostdeutschland fragen, wie die es geschafft haben. Die scheinen ja die alle Ausnahmen zu sein. Wie auch alle anderen Menschen in und aus Ostdeutschland, die ich bisher kennengelernt habe.
BTW: Als Grünen-Wählerin würden mich auch sehr viele Leute als nicht-integriert bezeichnen, wenngleich ich mich selbst als sehr gut integriert fühle.
Und wie ist es mit Ihnen? Sind Sie integriert?
Fazit: Integriert ist nicht gleich integriert.
.Den Ostdeutschen wurde es nicht leicht gemacht. Es war teilweise eher “feindliche Übernahme” als ” Wiedervereinigung” Zum Beispiel so:
https://www.ndr.de/kultur/buch/sachbuecher/carsten-gansel-ausradiert-wie-die-literatur-der-ddr-verschwand,gansel-100.html
Haben Sie (im Krieg/ während der Flucht) mit einer Fremdsprachapp gelernt, innerhalb weniger Wochen eine neue Sprache zu erlernen, um in einem anderen Land zu überleben?
Der Vater einer Schülerin, hätte Ihnen viellicht gerne eingetrichtert, dass sie im Gummiboot auf dem Mittelmeer nicht die Zeit zum Pauken fand, aber er selbst schaffte es nicht nach Europa.
Aber immerhin darf sich seine Tochter nun anhören, zu wenig Deutsch gelernt zu haben – die BESTE Art Lernmotivation aufzubauen 🙁
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Ich habe nicht gesagt, dass es während der Flucht geht oder danach dann ganz schnell.
Stimmt, Sie haben nur suggeriert, dass allein ein smartphone die Lösung wäre und sämtliche Lebensumstände ausgeblendet .
Der Artikel preist die Mehrsprachigkeit aber etwas zu optimistisch. Es soll schon Fälle gegeben haben, da waren Jugendliche in zwei Sprachen praktisch sprachlos, d.h. sie konnten sich kaum artikulieren. Das ist sicher nicht wünschenswert.
Sich auf “ein Einwanderungsland” einstellen, was heißt das konkret? Kanada und Australien nacheifern? Postulieren kann man vieles, auch Unmögliches.
Und wo steht geschrieben, dass die Eltern keinerlei Mitwirkungspflichten haben? Zumindest sollten sie doch die schulische Bildung ihrer Kinder nicht behindern. Genau das aber wird gelegentlich berichtet: Rabiate Väter kommen in die Schule und drohen.
Es soll auch schon Fälle von einsprachig aufgewachsenen Jugendlichen gegeben haben, die sich kaum artikulieren konnten. Selbst bei einigen deutschen Erwachsenen kommen da Zweifel. Auch nicht unbedingt wünschenswert.
Bin immer noch dankbar für das passive Erlernen der plattdeutschen Sprache allein übers Zuhören. Meinen Eltern war nicht bewusst, dass es sich beim Niederdeutsch um eine eigenständige, anerkannte Sprache mit bedeutendem historischen Hintergrund handelt. Sie sprachen also mit uns hochdeutsch und miteinander plattdeutsch.
Mir ist tatsächlich noch nie jemand begegnet, der es als Nachteil sah, zweisprachig aufgewachsen zu sein. Das Gegenteil ist der Fall.
Es geht doch um Mehrsprachigkeit.
Wird nur die Herkunftssprache gesprochen, ist es dann Mehrsprachigkeit, wenn dies mehrere Sprachen sind, z.B. Russisch und Ukrainisch.
Ansonsten fallen die positiven Aspekte der Mehrsprachigkeit weg.
Dies wird in Studien in der Regel vorab bestimmt und die Testpersonen entsprechend ausgewählt, so genau, dass definiert wird, wie lange die Mehrsprachigkeit besteht und ob es um das Erlernen von Zweitsprache oder Fremdsprache geht.
Beim Erlernen der Zweitsprache wird dann ein Setting erwartet, indem Sprechende in ihrer Umgebung mit der zweiten Sprache umgeben sind. Auch das ist nicht immer der Fall, wenn Kinder nur im familiären Umfeld aufwachsen und nur die Erstsprache erleben … sie sind bei den Studien nicht bedacht.
In der Schule nimmt man diese Unterscheidung nicht vor, es gibt Kinder mit Erst- oder Zweitsprache Deutsch, deren Sprachvermögen sehr unterschiedlich ausgeprägt sein kann.
In der Sprachförderung vor der Einschulung, die es auch in NDS gab, waren auch viele Kinder mit Erstsprache Deutsch, die große Schwierigkeiten hatten. Im Artikel steht „könnten bei gutem sprachlichen Angebot genauso schnell wie einsprachige Kinder eine Sprache erwerben.“
Ja, könnten sie, aber „genauso schnell“ beinhaltet auch, dass es ebenso wie in der Erstsprache Kinder gibt, die Sprachentwicklungsstörungen oder Sprachschwierigkeiten haben. Dazu gibt es mindestens jährlich Artikel bei N4T, dass immer mehr Kinder Hilfe beim Erlernen der Sprach benötigen. Bei geflüchteten Kindern kommen Traumata hinzu, die sich auch über die Sprache – oder Sprachlosigkeit- zeigen können.
Dafür ist weder das Schulsystem aufgestellt, noch das Gesundheitssystem, die Wartezeit für eine Sprachtherapie beträgt fast ein Jahr … und da müssen die Familien erst einmal ankommen. Die Hürden sind für manche Familien, auch die mit deutscher Erstsprache, zu hoch, sodass über Jahre keine Therapie erfolgt.
Eine Benachteiligung entsteht für Kinder anderer Erstsprache dann, wenn keine Diagnose erstellt wird, da das Kind die Zweitsprache kaum/ nicht spricht. Das gilt für unterschiedliche Situationen, sowohl im schulischen, wie auch im medizinischen Bereich.
„So können sich Schüler*innen etwa Aufgaben zunächst in oder mit Hilfe der Familiensprachen nähern und etwa mit Kindern gleicher Herkunftssprache in Gruppenarbeit lesen und recherchieren. Im Anschluss können sie bei der Vorstellung der Lösung in die deutsche Sprache wechseln.“
Ja, eine schöne Vorstellung. Das klappt aber nur mit den Kindern, die Deutsch als Zweitsprache lernen und nutzen wollen. Da danke ich der KI, deren Übersetzungen in den letzten 5 Jahren wirklich besser wurden, Missverständnisse sind selten. Dennoch bleibt es eine Herausforderung, Kindern, die im 1. und 2. Schuljahr oder nach Flucht noch nicht lesen können, den Umgang mit der Übersetzungs-App zu vermitteln, damit sie diese selbstständig nutzen. Ansonsten ist die Lehrkraft im Unterricht damit beschäftigt, bei mehreren Kindern und verschiedenen Sprachen frisst es viel Zeit und der hilfreiche Effekt verpufft (kein Internet, zu viel Ablenkung…)
Erleben Kinder aber, dass in der Familie viele Menschen bei der Erstsprache bleiben, verstehen sie nicht, warum sie die Zweitsprache erwerben bzw. nutzen sollen. Das sind also die Kinder, die gar nicht mehrsprachig sind. Es entsteht ein Verständnis, dass die Einsprachigkeit ausreicht und z.T. die Erwartungshaltung, dass alles in die Familiensprache zu übersetzen ist, das also die Lehrkraft die Familiensprache sprechen solle. Wird dann die Übersetzungs-App benutzt, verstärkt dies die Erwartungshaltung, bei der Einsprachigkeit bleiben zu können. Das Lernen an einer Übersetzung in die Zweitsprache findet nicht statt. Sobald die Zweitsprache genutzt werden soll, wird auf die App ausgewichen. Bei einem niedrigen Niveau in der Erstsprache und A0 in der Zweitsprache führt es unentwegt zu Komplikationen und Missverständnissen und führt das Kind nicht in die Mehrsprachigkeit, sondern in die Sprachlosigkeit.
“Wird dann die Übersetzungs-App benutzt, verstärkt dies die Erwartungshaltung, bei der Einsprachigkeit bleiben zu können. Das Lernen an einer Übersetzung in die Zweitsprache findet nicht statt. Sobald die Zweitsprache genutzt werden soll, wird auf die App ausgewichen.”
Das erinnert mich an einen n4t -Artikel vor längerer Zeit:
Kretschmann: Zweite Fremdsprache (Französisch) ist verzichtbar – Englisch reicht! – News4teachers
Sehe nur ich da einen Widerspruch? Einerseits Mehrsprachigkeit ein wichtiges Potential, andererseits die KI wird´s schon richten? Ich komme nicht mehr mit…
“Einerseits Mehrsprachigkeit ein wichtiges Potential, andererseits die KI wird´s schon richten? Ich komme nicht mehr mit…”
Könnte an den unterschiedlichen Absendern der verschiedenen Botschaften liegen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
… und wie erklärt man Schülern die Wichtigkeit von Sprachen, wenn es so unterschiedliche Absender und noch mehr verschiedene Adressaten dieser Botschaften gibt? Picken sich die Schüler dann für sich das raus, was für sie am besten passt, evtl. am einfachsten erscheint?
Dann nutzen Sie die KI. Sie können den Prompt je nach Belieben auch auf Französisch oder Russisch formulieren.
Avec plaisir, votre @dickebank.
Wozu brauchen wir überhaupt noch herkunftssprachlichen und fremdsprachlichen Unterricht? In Zukunft reden alle nur noch mit der KI, auch mit und übereinander (die KI ist der Vermittler). Zwischenmenschliche Kommunikation wird doch total überbewertet.
Richtig missverstehen kann man sich ohnehin nur in einer gemeinsamen Sprache. 4-Ohren-Modell.
Der Babelfisch ist in der Beta Phase und kommt bald auf den Markt.
Ich habe gar nicht geäußert, dass die KI alles richtet, wohl aber in einem längeren Post dargestellt, dass der Einsatz der KI zur Übersetzung unter bestimmten Voraussetzungen, aber nicht immer, hilfreich sein kann.
Als Lehrkraft kann ich Fremdsprachen, aber nicht alle, leider decken sich meine mehrsprachigen Fähigkeiten nicht mit denen der mehrsprachigen Schüler:innen und weder sie noch ich lernen über Nacht eine andere Sprache.
Für den Anfang ist diese Einsatz eine mögliche Lösung, die im Alltag zunächst helfen kann. Dies hat aber nichts mit der sinnvollen Mehrsprachigkeit zu tun, von der die Forschenden ausgehen.
Auch wird nicht ständig alles übersetzt, alle Schüler:innen dürfen auch lernen, sich mit Menschen anderer Familiensprachen verständigen zu können. Man sollte aber generell nicht bei den ersten Ansätzen stecken bleiben.
Es war auch nicht als Kritik an Ihrem Kommentar gemeint. Sie machen das mMn. sehr gut. Ich habe nur die verschiedenen “Ideen” und “Erkenntnisse” in verschiedenen Artikeln von n4t zum Thema und den Kommentaren dazu für die nahe Zukunft weitergesponnen.
„ Ein sich weiter hartnäckig haltender Mythos, sei der Glaube, dass Kinder möglichst viel Deutsch sprechen sollten, um die Sprache schneller zu lernen. Plöger dazu: „Für den Zweitspracherwerb wurde das allerdings widerlegt. Also im Zweitspracherwerb ist es durchaus sehr sinnvoll, die mehrsprachigen Ressourcen, die da sind, zu nutzen, weil durch eine Verknüpfung die Zielsprache, also in diesem Fall Deutsch, tatsächlich auch besser erworben wird.“
Kann mir bitte jemand erklären, was damit gemeint ist?
Ich verstehe die Aussage so: wenn Deutsch meine Zweitsprache ist, dann ist es für den Spracherwerb unnötig, viel Deutsch zu sprechen. Die Ausbildung in der Erstsprache führt automatisch dazu, dass ich die Zweitsprache, in diesem Fall Deutsch, besser (besser in Bezug auf was?) erlerne.
Für mich klingt das nämlich absolut unlogisch: nach dieser These müsste ich als sehr gut in der deutschen Sprache (Erstsprache) ausgebildete Person kein Problem haben, armenisch zu lernen, und ich müsste dazu noch nicht mal viel Armenisch sprechen.
Ich persönlich halte das für ziemlich unwahrscheinlich…Jeder, der in der Schule Französisch ohne permanenten Kontakt zu Muttersprachlern gelernt hat und dann mal vier Wochen in Frankreich gezwungenermaßen viel französisch sprechen musste, hat in diesen vier Wochen vermutlich mehr gelernt als in vier Jahren Französischunterricht in Deutschland.
Wurden nicht Willkommensklassen in Frage gestellt, da man in gemischten Klassen besser Deutsch lernen könnte?
Mit einer sprachlich gut ausgebildeten Erstsprache haben Sie ein Fundament und ein Verständnis für Morphologie, Semantik und grammatische Strukturen entwickelt, auf das Sie beim Erlernen einer Zweitsprache aufbauen können.
Sind Sie bereits alphabetisiert, haben Sie den Zusammenhang zwischen Laut/Bedeutungseinheit und Zeichen verstanden und können dies auch auf eine Zweitsprache übertragen.
Dies kann auch passiv erfolgen.
Letztlich gelingt es aber nicht jedem gleich gut, da nicht jeder sprachaffin ist und da Sprachsysteme ähnlich oder auch sehr unterschiedlich sein können.
„ Mit einer sprachlich gut ausgebildeten Erstsprache haben Sie ein Fundament und ein Verständnis für Morphologie, Semantik und grammatische Strukturen entwickelt, auf das Sie beim Erlernen einer Zweitsprache aufbauen können.“
Das funktioniert dann gut, wenn die zu erlernende Sprache sprachraumverwandt ist. Als deutscher Muttersprachler Englisch oder Spanisch zu lernen ist relativ simpel. Versuchen Sie mal dagegen Griechisch, armenisch oder polnisch…
Und ich bezweifle weiterhin, dass man die Zweitsprache ohne häufiges Sprechen derselben („Sprachbad“) genauso schnell und gut erlernt wie mit.
Hä? Man lernt eine Sprache nicht am besten indem man sie viel spricht, liest und hört? Was ist das wieder für ein Quatsch.
Ein Kind braucht eine vertiefte Kenntnis der eigenen Sprache als Grundlage, um andere Sprachen gut lernen zu können. Kein Quatsch, sondern Binse. Gerne hier nachlesen: https://www.erzieherin.de/die-muttersprache-ist-der-schluessel-fuer-die-zweite-sprache.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Wer stellt, wie und wann fest, ob ein Kind diese vertieften Kenntnisse (altersgerecht) als Grundlage beherrscht? Als Logopäde konnte ich das bei unseren muttersprachlichen Erdtklässlern recht gut. Dabei stellte ich allerdings fest: diese Kenntnisse wurden in den letzten Jahren, hier im Brennpunkt, immer geringer. Wie ist das mit Kindern Nicht-Deutscher-Muttersprache? Wie berücksichtigt man das? Wie steuert man gegen? ….
“diese Kenntnisse wurden in den letzten Jahren”
Aber Sie sind ja seit Jahren im Ruhestand… WANN stellten SIE das fest?
OOOOch das ging seit den Nullerjahren langsam aber stetig immer weiter bergab. Allerdings mag es sein, dass sich das seit meinem Ruhestand schlagartig verbessert hat. 🙂
Das lässt sich nur feststellen, wenn bei der Schuleingangsuntersuchung auch jemand da ist, der die Muttersprache des Kindes spricht…..also schwierig, da ist man auf die Aussagen der Eltern angewiesen. Die SL-Kollegin der Nachbarschule ist Deutsch-Türkin und prüft im Zweifelsfall türkisch sprechende Kinder auf die Kenntnisse und Aussprache in Türkisch…..sie wird auch nicht müde uns immer wieder zu erklären, dass viele Türkisch sprechende Kinder kein logopädisches Problem haben, sie sprechen die Laute eben oft anders…..
Gegensteuern kann man mit HSU…..
„ Ein Kind braucht eine vertiefte Kenntnis der eigenen Sprache als Grundlage, um andere Sprachen gut lernen zu können.“
Das hat @blau nicht bestritten und darum ging es auch gar nicht, sondern um die Aussage, dass es für das schnelle Erlernen einer Zweitsprache nicht wichtig ist, diese häufig zu sprechen.
“Was ist das wieder für ein Quatsch.”
Cooles Wissenschaftsverständnis, bro!
Aber für das Tippen am Smartphone scheint es ja noch auszureichen ^^
Da stellt sich mir die Frage, wie lernen Sie eine Sprache? Schweigend, blind und stumm?
Wir erleben/hören eher, dass weder Deutsch, noch die Muttersprache richtig beherrscht werden. Die meisten Jugendlichen mit entsprechendem Hintergrund mischen Deutsch und Muttersprache wild durcheinander und biegen sich die Grammatik entsprechend zurecht.
Genau. Darum verwies der Artikel darauf hin, dass Eltern lieber die Muttersprache sicher vermitteln sollen, während sich die übrigen Angebote (sowie das Umfeld) auf die Deutsche Sprache beziehen sollten.
Obacht, wenn Sie sich über zu geringe Freizeitaktivitäten in Gesellschaft aufregen, könnten wir schnell bei den Argumenten FÜR den Ganztag landen 😉
Sie meinen Ganztagsaufbewahrung/-betreuung?
Weil sonderlich Ressourcen … Naja, was solls.
Welche Argumente haben Sie gegen den Ganztag? Sie scheinen ja sehr dagegen zu sein.
Wer will denn schon den ganzen Tag in der Anstalt sein ? Sie doch auch nicht oder ?
Ich bin nicht Reiner Zufall und seine Kommentare sind nicht meine eigenen 🙁
Inhalt, Form und die Art der Adressatenansprache in Ihren Kommentaren sprechen gegen den Wahrheitsgehalt Ihrer Aussage.
Mit freundlichen Grüßen,
Mika BB
Solange man als Ziel hat, irgendwann eine (!) Sprache im Klassenraum (in der Projektgruppe, dem Lernteam ,…) zu sprechen, die dann der Lehrer (der Coach, der Begleiter, der Betreuer, …) auch noch versteht, kann man den vielsprachigen Ansatz gerne versuchen.
Allerdings fühle ich mich in der Umsetzung nur insofern angesprochen, als ich die „Ungewissheitstoleranz“ (der Ausgangs) aushalte, und die Personalbeschaffung meinem Dienstherrn überlasse.
Haben Sie eventuell in Ihrem ersten Satz hinter dem zweiten Wort ein „nicht“ vergessen? Ansonsten verstehe ich Ihre Aussage nicht..,
Wenn ich Argumentation im Bericht richtig verstanden habe, soll doch der mehrsprachige Ansatz dabei helfen, Deutsch zu lernen, z.B. durch Abbau von Hemmschwellen und Ängsten. Außerdem soll ja die Sicherung/Verbesserung der Muttersprache ebenfalls den Spracherwerb der Zweitsprache (hier Deutsch) unterstützen, Metakognition usw.. Ich verstehe das so, dass man das langfristige Ziel verfolgt, schließlich den Erwerb und die Nutzung von Deutsch als Unterrichtssprache zu unterstützen, nur auf dem Weg dahin den mehrsprachigen Ansatz als zielführender ansieht. Oder verstehe ich das falsch?
Ich verstehe Ihren Satz so: wenn man das Ziel hat, irgendwann EINE gemeinsame Sprache zu sprechen, kann man den mehrsprachigen Ansatz versuchen.
Kann man, aus meiner (auf diesem Gebiet in Schule jedoch nicht großer)Erfahrung heraus entsteht dann jedoch mit den derzeitigen Ressourcen keine fundierte Kenntnis von Deutsch als Bildungssprache, sondern eher Chaos. Das ganze umso mehr, je mehr Sprachen in der Klasse versammelt sind.
https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/feststellungstest_muttersprachen_schulabschluss_fremdsprache_100.html
Warum nicht schon viele Jahre früher und nicht überall in DE? Dann wären auch die Zahlen von jungen Menschen ohne Schulabschluss evtl. geringer.
“Die Juniorprofessorin verweist auf eigene Forschungsarbeiten mit zugewanderten Schüler*innen. Diese verfügten bereits über bildungssprachliche Kompetenzen in ihrer Herkunftssprache”
Jein. Ich hatte solche Schüler und Schülerinnen schon. Sie waren in ihren Heimatländern schon in Schulen gewesen. Die Eltern waren manchmal Flüchtlinge, manchmal Expats. Sie sprachen neben der Muttersprache passables Englisch oder Französisch und innerhalb eines Jahres waren sie so weit, auch in Deutschland den Weg zum Abitur einzuschlagen
Und dann gibt es die vielen anderen, die ohne bildungsprachliche Kompetenzen, wie die Professorin so schön schreibt, die aus einer ganz anderen Welt, entweder sehr ländlich oder aus den Elendsvierteln grosser Städte, dazu kommt bei den jungen Kindern oft die Fluchterfahrung, die vieles, was sie vorher konnten, überlagert. Das sind ganz andere Probleme als bloße Mehrsprachigkeit bei Schülern.