BERLIN. Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) lehnt ein pauschales Verbot sozialer Medien für Kinder und Jugendliche ab. Statt über Altersgrenzen zu diskutieren, müsse die Politik die Ursachen problematischer Nutzung in den Blick nehmen: Plattformen stärker regulieren, Medienbildung ausbauen, Eltern unterstützen und analoge Freizeitangebote sichern. Rückenwind erhält der Verband nun von der Expertenkommission „Kinder- und Jugendschutz in der digitalen Welt“, deren Empfehlungen aus Sicht des VBE den eigenen Kurs bestätigen.

„Wir begrüßen die Menge und Vielfalt der Empfehlungen. Es wird bewusst, an wie vielen Stellschrauben zu drehen ist, um Kinder und Jugendliche in der digitalen Welt kompetent zu begleiten. Dies wird der Herausforderung deutlich gerechter als ein pauschales Verbot“, erklärt VBE-Bundesvorsitzender Tomi Neckov. So werde die Teilhabe gesichert, während gleichzeitig die notwendigen Kompetenzen für einen sicheren Umgang mit digitalen Medien gestärkt würden. „Dass die Anbieter ihr Übriges beizutragen haben, steht außer Frage. Hier muss die Politik wirkmächtige Maßnahmen ergreifen.“
Bereits vor der Veröffentlichung der Expertenempfehlungen hatte der Bundesvorstand des VBE seine Haltung in einem Positionspapier unter der Überschrift „Verantwortung übernehmen statt verbieten“ dargelegt. Darin bezeichnet der Verband ein Social-Media-Verbot als „low hanging fruit“ einer deutlich komplexeren Debatte. Der Rückzug auf Verbote greife zu kurz, solange grundlegende Fragen des Kinder- und Jugendschutzes, der Medienbildung und der Regulierung der Plattformen ungelöst blieben.
„Der jüngeren Generation darf nicht per se unterstellt werden, Medien ‚falsch‘ zu nutzen“
Aus Sicht des Verbandes sind soziale Medien längst mehr als Freizeitangebote. Sie seien Informationsquelle, Kommunikationsraum und Ort gesellschaftlicher Teilhabe. Der VBE verweist auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung, wonach 74 Prozent der jungen Menschen politische Informationen über soziale Medien beziehen. Ein pauschales Verbot würde deshalb „faktisch ein Verbot von Meinungsfreiheit, Informationsfreiheit und Informationszugang“ bedeuten. Gleichzeitig dürften die Risiken von Desinformation, Manipulation durch Algorithmen und problematischen Inhalten nicht unterschätzt werden. Die Konsequenz könne jedoch nicht sein, Jugendlichen den Zugang grundsätzlich zu verwehren. Vielmehr müsse das veränderte Mediennutzungsverhalten anerkannt werden. „Der jüngeren Generation darf nicht per se unterstellt werden, Medien ‚falsch‘ zu nutzen“, heißt es im Positionspapier.
Stattdessen setzt der VBE auf den Ausbau der Medienbildung. „Alle Bürgerinnen und Bürger müssen digital mündig werden“, fordert der Verband. Für Schulen bedeute das „ein klares Konzept für eine fächerübergreifende, an klaren Verantwortlichkeiten und Inhalten orientierte Medienbildung“. Lehrkräfte bräuchten dafür Entlastung von anderen Aufgaben, professionelle Unterstützung sowie eine angemessene Ausstattung mit digitalen Endgeräten und sicheren Softwarelösungen. Verantwortlich seien Kultusministerien und Schulträger.
„Eltern benötigen Unterstützung, um gemeinsam Verantwortung zu übernehmen“
Neckov begrüßt ausdrücklich, dass die Expertenkommission auch die pädagogischen Berufe stärker in den Blick nimmt. „Medienpädagogik für Berufe im Bildungssystem stärker zu verankern, ist ein richtiger Weg. Doch nicht nur die Ausbildung, auch die fortwährende Unterstützung des Bestandspersonals muss im Fokus sein.“ Die rasanten technischen Entwicklungen müssten kontinuierlich Eingang in den pädagogischen Alltag und die Elternberatung finden. Dafür brauche es „Zeit und qualitativ hochwertige Fortbildungen“.
Ein weiterer Schwerpunkt des Positionspapiers liegt auf der Rolle der Eltern. Deren Verantwortung stellt der Verband nicht infrage, warnt aber davor, Familien mit den Herausforderungen allein zu lassen. Die dritte These trägt die Überschrift: „Eltern benötigen Unterstützung, um gemeinsam Verantwortung zu übernehmen.“ Viele Eltern seien selbst nicht mit sozialen Medien aufgewachsen oder verfügten nicht über das notwendige Wissen, um Risiken sicher einschätzen zu können. Andere stünden unter sprachlichen, sozialen oder beruflichen Belastungen. Deshalb brauche es „niedrigschwellige Unterstützungsmöglichkeiten“, die über Schulen, Jugendämter oder Kinderärztinnen und Kinderärzte erreichbar seien.
Auch in seiner Stellungnahme zu den Expertenempfehlungen warnt Neckov vor einer moralisierenden Debatte. Informationen für Eltern müssten „möglichst knapp, niedrigschwellig und auf die möglichen Konsequenzen für die Kinder fokussiert sein“. Ein Beschämen von Eltern sei „unbedingt zu vermeiden“. Gesetzliche Vorgaben könnten andernfalls „zu Verunsicherung und gegenseitiger Herabwürdigung führen“.
Der Verband lenkt den Blick zugleich auf die Lebensrealität vieler Kinder und Jugendlicher. Während über Einschränkungen digitaler Angebote diskutiert werde, verschwänden vielerorts analoge Treffpunkte. Im Positionspapier heißt es: „Wer Kinder und Jugendliche raus aus dem digitalen Raum holen möchte, muss ihnen Angebote bereitstellen.“ Kommunen müssten deshalb unterstützt werden, Jugendtreffs, Spielplätze und andere Begegnungsorte zu erhalten, statt dort zuerst zu sparen. Die aktuellen Debatten über Einsparpotenziale bei der Jugendhilfe seien deshalb „nicht hilfreich“, so heißt es dann in der Stellungnahme.
Rechtlich hält der VBE nationale Verbote ebenfalls für wenig zielführend. Der Zugang zu sozialen Netzwerken könne nur im europäischen Rechtsrahmen wirksam geregelt werden. Deshalb spricht sich der Verband dafür aus, europäische Standards einzuhalten und eine sichere Altersverifikation – etwa mithilfe der geplanten EUDI-Wallet – einzuführen. Gleichzeitig verweist das Positionspapier darauf, dass viele Plattformen bereits heute ein Mindestalter von 13 Jahren vorsehen, die Alterskontrollen jedoch leicht umgangen werden könnten.
„Soziale Plattformen sind keine neutralen Räume, sie sind kommerzielle Produkte, die darauf ausgelegt sind, möglichst viel Aufmerksamkeit zu binden“
Deutlich wird der Verband auch bei der Verantwortung der Plattformbetreiber. „Soziale Plattformen sind keine neutralen Räume, sie sind kommerzielle Produkte, die darauf ausgelegt sind, möglichst viel Aufmerksamkeit zu binden.“ Je länger Nutzerinnen und Nutzer scrollten, desto mehr Daten würden gesammelt und desto mehr Werbung ausgespielt. „Algorithmen und Dark Patterns sind die Werkzeuge dafür. All das ist kein technisches Versehen, sondern Kalkül“, heißt es im Positionspapier. Wer stattdessen lediglich Kinder und Jugendliche aus sozialen Netzwerken drängen wolle, „löst nichts. Das Problem verlagert sich – die Architektur bleibt dieselbe.“ Deshalb fordert der Verband transparente und regulierbare Algorithmen, eine konsequente Anwendung des Digital Services Act und wirksame Sanktionen gegen Anbieter, die gegen Jugendschutzvorgaben verstoßen.
Nach Ansicht Neckovs bestätigen die Empfehlungen der Expertenkommission diesen grundsätzlichen Ansatz. „Insbesondere die Feststellung, dass eine hohe Altersgrenze zu kurz greife, bestätigt unsere eigene Positionierung“, erklärt er. Es sei wichtig, dass eine pauschale Altersgrenze „den Zugang Jugendlicher zu Informationen, politischer Meinungsbildung, kultureller Orientierung, sozialen Kontakten und öffentlicher Teilhabe“ einschränken könne. Stattdessen müssten die Anbieter ihre bestehenden Altersvorgaben wirksam umsetzen. „Altersverifikation ist ein politisches Problem!“
Tatsächlich gehen die Empfehlungen der Expertenkommission weit über die Debatte um Altersgrenzen hinaus. Die Sachverständigen sprechen sich unter anderem für eine systematische Medienbildung von der frühen Kindheit bis in die Schule, eine dauerhafte Unterstützung und Qualifizierung von Eltern, verbindliche altersgerechte Voreinstellungen auf digitalen Plattformen sowie Beschränkungen algorithmischer Empfehlungs- und Werbesysteme für Minderjährige aus. Hinzu kommen Vorschläge für bessere Hilfen bei problematischer Mediennutzung, eine stärkere Verknüpfung von Demokratiebildung und digitaler Bildung, den Ausbau multiprofessioneller Unterstützungssysteme sowie eine sichere Altersverifikation. Außerdem empfiehlt die Kommission ein Verbot privater Handys an Schulen bis einschließlich Klasse 7. Eine gesetzliche Altersgrenze von 13 Jahren für soziale Netzwerke ist dagegen lediglich eine von zwei vorgeschlagenen Optionen – eine klare Empfehlung gibt es dafür nicht.
Bundesbildungsministerin Karin Prien (CDU) hat sich trotzdem inzwischen für diese Variante ausgesprochen und angekündigt, noch in diesem Jahr einen entsprechenden Gesetzentwurf auf den Weg bringen zu wollen. News4teachers
Social Media: Prien will Elternpflicht zur Medienerziehung gesetzlich festschreiben










Nicht mein Verband! Praxis- und Realitätsfern. Aber nachher bitte nicht weinen…
So ist das eben mit der Koslitionsfreiheit.
Im Schulbereich hat man aber leider nur die Wahl zwischen Pest und Cholera.
Tarifliche sind die alle fürs Gesäß und bildungspolitisch abgehoben, die einen mehr, die anderen weniger.
Gut ist allenfalls, dass man nicht gezwungen werden kann, sich irgendwem anschließen zu müssen.
SInd eben alles Witzvereine, die Lehrer-„Gewerkschaften“ und -Verbände.
Echte Gewerkschaften fordern weniger Arbeit und / oder mehr Geld.
Lehrer-„Gewerkschaften“ und -Verbände fordern nur noch mehr Arbeit. War damals mit der Inklusion genauso. Damals war die Pesudo-„GEW“erkschaft ganz vorne mit dabei und hat „Inklusion“ massiv auf der Gewerkschaftshomepage beworben.
Es gab Momente, da fand ich den VBE bisher ganz realistisch. Aber wieder einmal getäuscht. Auch nur bildungspolitische Wolkenkuckucksheim-Architekten…
Es gibt im Wesentlichen zwei Dinge, die Kinder und Jugendliche vor das Smartphone zieht: Sozial Media und Zocken. Wenn man eines davon bis zu einem gewissen Alter verbietet, wäre schon viel geholfen. Medienerziehung kann da begleiten, aber die ganzen kleinen und besonders großen Dramen (Mobbing, Essstörung usw.) niemals verhindern, nicht einmal wirksam eindämmen. Das sollte dem VBE doch eigentlich klar sein.
Das Problem ist, dass ein Verbot nicht funktioniert – zumindest nicht mal eben. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2026/06/australien-social-media-verbot-wird-von-den-allermeisten-schuelern-umgangen/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Medienerziehung in der jetzigen Form funktioniert aber auch nicht. Wir fangen damit schon jetzt in der Grundschule an: Was ist sinnvoll und was nicht? Kann ich alles glauben, was ich auf Social Media lese? Welche alternativen Freizeitaktivitäten gibt es?
Aber wenn die Kinder überall nur Erwachsene am Handy sehen und ihnen ältere Jugendliche erzählen, was cool ist, bringt das eher wenig.
Dort schrieb ich gerade:
Das Gesetz drückt ein klares gesellschaftliches Unwerturteil aus und kann das Verhalten langfristig prägen – auch, wenn es vorerst massenhaft unterlaufen wird.
Es ist sinnvoll und richtig, Heroin zu verbieten – auch, wenn alle Fixer wären.
Ist es das – verhindern die Drogenverbote Drogensucht (oder schränken sie auch nur ein)?
„Wer mit genug Brutalität vorgeht und genug Angst verbreitet, kann mithilfe von strengen Verboten Drogenökonomien weitgehend erfolgreich unterdrücken. In liberalen Gesellschaften wie unserer ist das hingegen unmöglich – oder zumindest gibt es keine historischen Beispiele dafür, dass es je funktioniert hätte. Drogenverbote klingen zwar in den Reden konservativer Politiker nach sauberen, konsequenten Lösungen, aber sie halten in liberalen Gesellschaften nachweislich nur sehr wenige Interessierte davon ab, Drogen zu konsumieren. Wir wissen das aus Ländern, in denen Drogen entkriminalisiert werden: Dort steigen die Konsumzahlen typischerweise an, aber in einem sehr geringen Maß. Die allermeisten Menschen, die vorher keine Drogen genommen haben, tun es aber auch nachher nicht.“ Gerne hier nachlesen: https://www.zeit.de/kultur/2024-03/drogenpolitik-konsum-liberale-demokratien-geschichte-usa/komplettansicht
Sie verstehen meinen Punkt scheinbar nicht.
Etwas, das objektiv sehr, sehr schlecht für den Einzelnen, sein Umfeld und die ganze Gesellschaft ist, sollte der Staat nicht nur verbieten, er muss es geradezu. Dabei ist es unerheblich, ob durch das Verbot die Fixerquote gesenkt wird. Das Verbot hat hier einen moralischen Eigenwert.
„Etwas, das objektiv sehr, sehr schlecht für den Einzelnen, sein Umfeld und die ganze Gesellschaft ist, sollte der Staat nicht nur verbieten, er muss es geradezu.“
Alkohol, Rauchen, Pornografie, Zucker, Fleischkonsum, CO2-Verbrauch… – viel zu tun.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Was ist denn die Ihrer Meinung nach richtige Vorgehensweise?
Ganz klar: Portalbetreiber in Haftung für die Inhalte nehmen, die sie verbreiten – die Regeln, die für deutsche Medien (wie uns) gelten, auch mal den Tech-Konzernen auferlegen. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/01/kommentar-warum-es-wenig-bringen-wird-kindern-soziale-medien-zu-verbieten/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Richtig. Und was soll Ihre Aussage bedeuten? Solange in anderen Bereichen noch Probleme auftauchen, braucht man sich um Medien nicht kümmern?
Dass Verbote nichts nützen, wenn sie der Staat nicht kontrolliert. Und in den Bereichen, in denen Täter und Opfer identisch sind – schon gar nicht. Weil es dann keine Kläger geben kann.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Was hat Fleisch als Grundnahrungsmittel in der Liste verloren? Und auch Pornografie ist nur bedingt korrekt. Da brauch es einfach nur Alterskontrollen.
Rotes Fleisch ist ungesund – und die Produktion (meist) tierquälerisch sowie den Klimawandel anheizend. Gerne hier nachlesen: https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Rotes-Fleisch-Ungesund-bei-uebermaessigem-Verzehr,fleisch588.html
Pornografie erzeugt Dachschäden. Und ist (meist) frauenfeindlich. Gerne hier nachlsen: https://www.psychologie.uzh.ch/de/bereiche/dev/lifespan/erleben/berichte/pornokonsum.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Mal eben als Gegenargument. In ihrer Überschrift steht schon drin. Bei übermäßigem Verzehr. Haben sie den Artikel gelesen ? Ich bezweifle es.
Gegenargument 1: Es gibt Allergien gegen alles. Nüsse, Früchte etc. Wie viele Menschen mit Fleischallergie kennen sie? Gibt es nämlich nicht. Nur als Folge von Krankenheiten.
Gegenargument 2: Der Körper kann Eiweiß zu Kohlenhydraten umwandeln. Nicht aber Kohlenhydrate in Eiweiß.
Man könne weiter argumentieren. Aber wenn jemand für evidenzbasierte Argumente nicht offen ist, hat das meist keinen Sinn. Sieht man ja bei den flat earthern.
Zu Pornographie: derartige Begrifflichkeiten in die Diskussion zu schmeißen zeugt nicht gerade von Objektivität und Argumentatsionsfähigkeit.
Lieber Lera, den angeblich moralischen Eigenwert verwechseln Sie mit dem Prickeln, welches erst mit dem Verbot und dessen reizvoller Überschreitung konstruiert wird.
Gebote statt Verbote schaffen.
Dann sind Sie bestimmt auch dafür, alle Tempo-Limits aufzuheben.
Natürlich muss Heroin verboten bleiben, ein Legalisierung würde die Szene noch mehr aus dem Ruder laufen lassen. Das heißt aber nicht, dass andere Maßnahmen nicht auch absolut sinnvoll sind.
Es geht um das Gesamtpaket. Aber dann kommt ein Veband um die Ecke und erzählt sowas. Viel Spaß bei der Medienbildung ohne flankierende Maßnahmen. Aber irgendwie mag das keiner hören …
Darüber hinaus zeigt sich die „faktische Kraft des Normativen“ (muhaha) ganz konkret, zum Beispiel in meinem Elterngespräch.
Aus
„Sie sollten den Medienkonsum Ihres Kindes dringend einschränken, da es sonst erwiesenermaßen in seiner Entwicklung gestört wird.“
wird
„Ihr Kind nutzt verbotene Medien. Sie verstoßen damit gegen das Gesetz § 1234. Es ist Ihre Pflicht sicherzustellen, dass Ihr Kind keinerlei Zugang zu verbotenen Medien hat.“
Das ist doch schon was.
… und zum nächsten Elterngespräch kommt dann keiner mehr. Und dann? Herzliche Grüße Die Redaktion
Vorladung aussprechen, ggf. zwangsweise vorführen lassen.
In Handschellen? Herzliche Grüße Die Redaktion
Kabelbinder tun’s doch auch.
Gibts weitere zu veröffentlichende Machtphantasien vielleicht mit zusätzlichem Säbeleinsatz?
Sie sind in Ihrer Vorstellungswelt absolut im falschen Jahrhundert.
Die Polizei ging zwar aus den mit Säbel ausgerüsteten Dragonerverbänden hervor. Nur hat sich sowohl die passive als auch die aktive Bewaffnung doch stark verändert. Der Säbel wurde schon vor geraumer Zeit durch den Mehrzweck-Einsatzstock ersetzt.
Sie erwähnten hier kürzlich Ihre Vorliebe für Säbel statt Degen oder war es umgekehrt?
kein Bürgergeld mehr bis zum erscheinen dürfte Wunder bewirken.
Schon mal etwas vom verfassungsmäßigen Anspruch auf Grundsicherung gehört? Urteil des Bundesverfassungsgerichts von 2019: Sanktionen zur Durchsetzung von Mitwirkungspflichten sind teilweise verfassungswidrig. Eine komplette Auslassung der finanziellen Unterstützung für bedürftige Menschen in Deutschland ist nicht rechtens. Im Klartext: Das Existenzminimum ist nicht sanktionierbar. Gerne hier nachlesen: https://www.suedkurier.de/geld-leben/finanzen/neue-grundsicherung-wann-wird-die-leistung-komplett-gestrichen-1-114551490
Aber mit dem Grundgesetz haben es ja AfD-Freunde wie Sie nicht so… – zu woke.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Vom GG mal abgesehen – in nordischen Ländern laufen schon lange Untersuchungen, die zeigen, dass es viele Menschen begünstigt, für ihre Grundsicherung ca 25 h / Woche zu arbeiten
(Kranke/Arbeitsunfähige/Alleinerziehende….werden separat betrachtet), Beispiel:
„Finnland
Besonderheit: Finnland hat in der Vergangenheit viel beachtete Experimente zum bedingungslosen Grundeinkommen durchgeführt, um zu untersuchen, ob Menschen dadurch motiviert werden, selbstständig oder für eine Grundsicherung zu arbeiten. Im regulären Sozialhilfesystem gilt jedoch auch hier, dass Empfänger dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und an Maßnahmen teilnehmen müssen.Skandinavien hat allgemein einige der erfolgreichsten Sozialsysteme Europas, die darauf ausgelegt sind, Menschen möglichst rasch wieder in den regulären……..“ danke KI
Distanzieren möchte ich mich allerdings ausdrücklich vom AfDslang „kein Bürgergeld mehr bis zum erscheinen dürfte Wunder bewirken“ von @ unfassbar.
Ziemlich feig-perfide Buchstabiererei, wenn man weiß, dass dies eine Grundaussage ist, mit der die AfD gerade bei Menschen, die Moral-Verbindlichkeit-Werte-…..einfach Sicherheit ( wie früher ) wollen, punktet und doof, das immer wieder hier zu versuchen.
Die meisten wissen, was über Lagern ( anders ausgedrückt ) stand.
Was kriegt er/sie dafür?
Kommen doch heute schon vielleicht 50 % wenn man viel Glück hat. Wir haben an unserer Brennpunktschule Regelmäßig Elternabende und Elterngespräche an denen von 28 Elternpaaren weniger als 10 da sind. Im letzten Durchgang zur Klasse 9 waren in der einen Klasse genau 1 Elternpaar da. Es ging aber auch um nichts wichtiges, nur die Regularien etc für den anstehenden ESA und alles was damit zu tun hatte.
Nicht mehr mein Problem. Fragen Sie doch beim VBE oder dem Ethikrat nach.
Was mich an der Sache mit den unterlaufenen Altersbeschränkungen wirklich stört, ist die Tatsache, dass die Tech-Konzerne sich jeder Haftbarkeit mit großer Selbstverständlichkeit entziehen dürfen. Wenn im kleinen Tante-Emma-Laden ein Jugendlicher eine Dose Bier kauft, kann der Verkäufer ganz ordentlich Ärger kriegen, aber da, wo richtig viel Geld verdient wird, ist alles kein Problem.
Und nein, die Tatsache, dass sich das Alter online nur schwer oder vielleicht sogar überhaupt nicht überprüfen lässt, sollte keine Entschuldigung sein, sondern höchstens ein Grund, diese Plattformen nicht zu betreiben.
Wir sind weit davon entfernt, freie Fahrt für Tech-Konzerne zu fordern – im Gegenteil. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/12/warum-es-mit-social-media-verboten-fuer-kinder-nicht-getan-ist-ein-kommentar/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Der VBE haut also wieder sein „Verantwortung übernehmen statt verbieten“-Mantra raus. Übersetzt: Schule macht’s mit mehr „Medienerziehung“. Weil klar – wenn irgendwo in Deutschland ein Kind zu lange aufs Handy glotzt, dann ist das natürlich vorrangig ein Schulproblem. Wer sonst soll’s lösen? Die Eltern? Die Plattformen? Die Politik? Haha. Die stehen daneben, nicken verständnisvoll und reichen uns noch einen neuen Arbeitsauftrag, damit wir uns nicht langweilen.
Standardgelaber aus der Abteilung Hülsenfrucht: „Man müsse Ursachen problematischer Nutzung in den Blick nehmen.“ Ja, super. Machen wir seit Jahren „in den Blick nehmen“. Kinder scrollen trotzdem nächtelang durch TikTok, bis ihnen die Netzhaut glüht und sie morgens im Unterricht aussehen wie schlecht gerenderte NPCs.
„Plattformen regulieren, Medienbildung ausbauen, Eltern unterstützen.“ Natürlich. Aber gerne doch!
„Eltern benötigen Unterstützung.“ Ja, klar. Die Hälfte weiß nicht mal, wie man ein Passwort setzt, die andere Hälfte ist froh, wenn das Kind ruhig ist. Das Kind ist nicht nur im Brunnen – das streamt von da unten live, kommentiert sich selbst und hat mehr Reichweite als der VBE.
„Niedrigschwellige Angebote über Schulen, Jugendämter, Kinderärzte.“ Natürlich! Die haben ja alle unendlich Ressourcen. Jugendpsychiatrie – Tagesklinik? Sofort Termine! Jugendamt? Immer erreichbar – wartet förmlich auf Anrufe und wedelt mit Hilfsangeboten! Kinderärzte? Haben Zeit ohne Ende!
Realität: Viel Spaß beim Warten bis zum Sankt‑Nimmerleins‑Tag. Aber klar, wir sollen einfach „vernetzen“. Mit wem? Mit Luft? Oder mit der Warteschleife?
„Jugendtreffs und Spielplätze erhalten.“ Erhalten? Die sind doch längst Deko. Generation Daddelfix trifft sich nicht auf dem Bolzplatz, sondern im Voicechat. Aber schön, dass wir so tun, als würde ein Klettergerüst die digitale Sogwirkung brechen. Und im Jugendtreff lümmelt man auf Lounge‑Sofas, jeder glotzt aufs eigene Display, und man zockt gemeinsam einsam. Sozialkompetenz 2.0.
„Soziale Plattformen sind keine neutralen Räume.“ Ach was. Und Schulen sind keine Reha‑Kliniken für gesellschaftliche Versäumnisse – werden aber genau so benutzt. Wir sind der Reparaturbetrieb für alles, was draußen schiefgeht, aber bitte effizient, freundlich und ohne Murren.
„Lehrkräfte brauchen Entlastung.“
Ja, bitte. Natürlich vom Fachunterricht – damit wir endlich genug Zeit haben, all die Zusatzrollen zu übernehmen, die uns ständig untergejubelt werden. Medienerzieher, Sozialarbeiter, Elternflüsterer, Krisenmanager – alles on top, Hauptsache wir unterrichten weniger „stressige“ fachliche Inhalte.
„Die uns ständig untergejubelt werden…“ Hier jubelt niemand unter: Der VBE vertritt rund 160.000 Lehrkräfte in Deutschland, die ihre pädagogische und gesellschaftliche Verantwortung offensichtlich ernst nehmen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Ich bin mir aber sicher, dass viele der 160.000 Lehrkräfte längst an ihre Grenzen gekommen sind. Da nützt es nichts, wenn unsere Vertretung sagt, was wir noch alles machen sollen.
Dann gerne den Artikel präzise lesen: „Lehrkräfte bräuchten dafür Entlastung von anderen Aufgaben, professionelle Unterstützung sowie eine angemessene Ausstattung mit digitalen Endgeräten und sicheren Softwarelösungen. Verantwortlich seien Kultusministerien und Schulträger“ – es geht also nicht um ein Mehr.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Eigentlich sollte man dafür von Extern Experten einladen – am besten recht junge, die sich auskennen, selbst viel auf Social Media unterwegs sind. Was von LuL kommt, mutet wie Unterrichtsstoff an und wird daher vermutlich nicht so gut angenommen – m. M.
Sicher, dass diese Experten, die „selbst viel auf Social Media unterwegs sind“ dann nicht eher zum Vorbild werden? Influencer an Schulen brauchen wir definitiv nicht auch noch.
Die Sogwirkung der sozialen Medien ist einfach viel zu groß, als dass ein Jugendlicher mit 5 Stunden täglicher Bildschirmzeit durch ein, zwei Vorträge oder Workshops das Handy beiseite legen würde.
Während sich also auf der einen Seite hochprofessionelle Experten Milliarden-Geschäftsmodelle bis ins Detail verfeinern und perfektionieren, stehen wir Lehrer auf der anderen Seite mit unserer Medienkompetenz-Faltblatt. Allerdings wirkt vor diesem Hintergrund auch ein Social Media Verbot allein tatsächlich etwas schräg.
Ich meinte eher solche, die früher auch zu viel „konsumiert“ haben und „süchtig“ waren und den Weg da raus geschafft haben. Solche Wege gehen doch auch andere Bereiche: Ex-Junkies oder Ex-Rechtsextreme, die über Gefahren aufklären und andere Wege aufzeigen.
Ahhh. Okay, das ergibt Sinn.
Medienscouts
Gute Idee, dann gebe ich eben keinen Unterricht mehr in meinen Fächern …//
Diskutieren Sie das gerne mit dem VBE. Herzliche Grüße Die Redaktion
Gut, dann bitte liefern, dann liefern wir auch….!
Der VBE – besteht aus Lehrkräften. Die sollen liefern, damit Lehrkräfte liefern können? Bisschen wirr, oder?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Die Delegierten in Parteien sind auch nicht die, die den Haustürwahlkampf machen. Und dann hätten wir noch die Schar der hauptamtlichen Funktionäre.
Aber für Sie ist Frau Palla vermutlich auch nur Mitarbeiterin einer Logistikfirma.
Die Frage ist, was Herr Neckov tun wird, wenn seine 160000 Mitglieder (und vielleicht ja noch der eine oder andere Kollege zusätzlich) zwar die Verantwortung für die Medienerziehung übernehmen dürfen, die anderen Forderungen aber nicht erfüllt werden. Gibt er dann die Verantwortung wieder ab?
Und wann kommen diese Entlastungen, die professionelle Unterstützung usw.? Das wird uns doch seit Jahren versprochen und passiert nicht, weil es dafür kein Personal gibt.
Sie verwechseln uns. Wir sind weder der VBE noch das für Sie zuständige Schulministerium – wir berichten (und stellen schon mal hier getätigte Behauptungen richtig).
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Nirgendwo steht, dass ich die Verantwortung Ihrer Redaktion zuschreibe. Die Ministerien und Schulträger sind es, die Entlastungen versprechen, aber nicht liefern. Deshalb tue ich mich schwer zu sagen: Wir in den Schulen übernehmen jetzt noch umfangreiche Aufklärung in Sachen Social Media.
Man kann auch mit einem Verbot seine gesellschaftliche und pädagogische Verantwortung ernst nehmen. Schließlich verbieten ich und vermutlich auch viele andere Kollegen und Schulen (sogar vermutlich auch Mitglieder des VBE) z.B. die Nutzung sozialer Medien während des Unterricht. Dabei ist es zunächst egal, ob die Kinder sich daran halten oder, ob ich es kontrollieren kann oder nicht. Es ist der deutliche Hinweis, dass die Nutzung während des Unterrichts die Gefahr der nachteiligen Folgen für sich und andere nach sich zieht. Wer dann noch glaubt, es besser zu wissen, ohne mal zu fragen, oder sich für besonders schlau hält, weil er mein Verbot unterläuft: Bitte sehr!
Man wird also vermutlich nicht ohne Verbote auskommen, die Frage ist nur an welcher Stelle.
Wir haben Regeln weitgehend mit gewünschtem Verhalten formuliert.
Erscheint mir immer noch sinnvoller, die Aufmerksamkeit auf Ziele zu richten, anstatt auf das, was vermieden werden soll.
Das unterstütze ich eindeutig. Mit „konzentriere Dich auf den Unterricht“ fällt so Einiges weg. Die Frage ist die Wirksamkeit.
Würde ich konkreter formulieren …was soll mit Konzentration erreicht werden…und lieber in der ersten Person Singular ausdrücken, das wirkt direkter.
Noch direkter wirkt, wenn es der entsprechende Schüler einfach tut.
Machen wir alles schon, aber es fruchtet eben nicht. Ich kann auch in Bio über Drogen aufklären, aber niemanden heilen, der schon drauf ist.
definitv, denn wir brauchen es ja. Wenn ich lese, dass die erfolgreich durchgeführte Distanzunterricht bei Hitze gestoppt werden soll und bei Eis alle trotzdem wagemutig raus müssen, während andere gemütlich im Homeoffice bleiben. Ne, das ist nur noch schwach, antiquiert und nicht an den weltlichen Ist-Zustand angepasst.
Eure Peti aus Lippe 🙂
Im Ausland ist man da schon weiter. Man wechselt einfach in die Onlinemodule. Viele ältere Schüler lieben diese Freiheiten von SOL und online Lernen und bei heißen Tagen sowieso.
Wir haben doch noch nicht mal Klimaanlagen in den alten Schulgebäuden 😀
Wir müssen digitales Arbeiten üben, es nimmt einen immer wichtigeren Raum ein. Da lese ich, Schulen gehen bei der Hitze ins Homeoffice, versuchen etwas Digitalunterricht und es wird gestoppt. Leichten Austausch online, Diskussion, Chat und SOL geht ja wohl vormittags von zuhause oder aus dem kühlen Cafe. Es gibt einige klimatisierte Ortein der Umgebung.
Und dann wird das gestoppt :-/
wir werden da schon bald hinkommen, viele Schulen testen es erfolgreich. Jede Firma xy kann Homeoffice.
Wie viel Medienerziehung soll es denn noch sein?!
Die Kids wissen bereits, was Sache ist. Das ist doch nicht der Punkt!
Erwachsene rauchen, trinken Alkohol, essen zu viel Ungesundes … trotz besseres Wissens.
Klappt also nicht wirklich durch Wissensvermittlung Menschen vom übermäßigen Konsum von Suchtmitteln aller Art abzuhalten.
Ich weiß nicht, aber ich vergesse dem VBE nicht, dass er gesagt hat, nur die Verbeamtung garantiere guten Unterricht, sprich wir angestellte Lehrer machen also keinen guten Unterricht?!?
Der Artikel „nebenan“ hat gerade gezeigt, wie sehr das Verbot der Nutzung sozialer Medien unter 16 Jahren in Australien unterlaufen wird!
Wieso rauchen Menschen? Wieso trinken sie Alkohol? Das ist doch schädlich und jeder ist darüber aufgeklärt. In der Schule ist es immer Thema
Nach Logik der Anti-Verbot-Verfechter*innen sollte auch der Konsum aller anderen Suchtmittel ab 0 freigegeben werden.
Über sollten alle Verbote aufgehoben werden, da es ja immer Menschen gibt, die gegen sie verstoßen.
„Anti-Verbot-Verfechter*innen“, die fordern, dass alle Verbote aufgehoben werden – wer soll das denn sein?
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Lesen Sie dich gern meinen Beitrag noch einmal.
Habe ich geschrieben, was Sie da wiedergeben?
Nein, habe ich nicht, richtig.
Na, dass ick mal Sie Ihrer Meinung bin ……. 🙂
Es geht bei jeder Art von Regel/Gebot/Verbot immer darum, kann man das auch durchsetzen?! Ein Gebot, das man nicht durchsetzen kann, ist sinnlos. Entweder steigert man also die Mittel zur Durchsetzung (wenn möglich und vertretbar) oder man lässt das Gebot.
In den USA war mal vor gut 100 Jahren Alkohol verboten (Prohibition). Das führte zu Schwarzbrennerei und nicht selten zu gepanschtem Alkohol, der schlimme Folgen hatte. Es wurde deshalb wieder aufgehoben.
Überwachungsverhältnisse wie in China wollen wir doch aber sicherlich auch nicht. Die könnten ein Medienverbot unter 16 vielleicht wirksam durchsetzen.
Diebstahl ist auch verboten und passiert trotzdem. Konnte er durch das Verbot eingedämmt werden? Ich nehme an, ja. Wer stieht, wird bestraft. Wie wollen Sie bestrafen, wenn ein Kind oder Jugendlicher das Medienverbot missachtet?
Wie es wohl wäre, wenn Diebstahl NICHT verboten wäre?
Beim Diebstahl gibt es Opfer – also auch Anklagen. Beim Medienkonsum nicht. Und wo kein Kläger ist, ist bekanntlich auch kein Richter. Das macht schon mal einen grundlegenden Unterschied.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Doch, die Kids selbst sind die Opfer.
Aber klar, in Deutschland ist es gerade voll im Trend, dass man Heranwachsende lieber in ihr eigenes Unglück laufen lässt, bevor man etwas verbietet.
Die „Kids“ sind in diesem Fall aber auch Täter – und werden sich kaum selbst anzeigen.
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Beim Medienkonsum gibt es keine Opfer? Auch, wenn ich skeptisch daraufschaue: In den USA gibt es dementsprechend schon (erfolgreiche) Kläger. Und den gesellschaftlichen Schaden merken wir Lehrer täglich in der Schule.
Ein ausufernder Medienkonsum kann den Staat bzw. die Gesellschaft teuer zu stehen kommen, nicht nur finanziell. Wobei dies den Staat vermutlich gerade über einen Medienverbot nachdenken lässt. Vielleicht tut‘s aber auch eine Mediensteuer, wie beim Rauchen.
Dann gebe es auch kein Eigentum .
„Ein Gebot, das man nicht durchsetzen kann, ist sinnlos.“
(„Verbot“ meinten Sie sicherlich.)
Da irren Sie. Selbst wenn der Staat ein Verbot dauerhaft nicht durchsetzen könnte (was im Falle Australiens ja erstmal abzuwarten wäre), kann die Aussage, die Botschaft, der Inhalt des Gesetzes einen moralischen Eigenwert haben.
Dies ist der Fall, wenn etwas objektiv und auf allen Ebenen sehr, sehr Schädliches – wie Heroin oder unkontrollierte Mediennutzung bei Minderjährigen – verboten wird.
Das definiert den moralischen Anspruch der Gesellschaft.
Das aufzugeben heißt aufzugeben.
„Da irren Sie. Selbst wenn der Staat ein Verbot dauerhaft nicht durchsetzen könnte (was im Falle Australiens ja erstmal abzuwarten wäre), kann die Aussage, die Botschaft, der Inhalt des Gesetzes einen moralischen Eigenwert haben.“
Der Schuss kann auch nach hinten losgehen – gleich mehrfach. Ein Verbot kann etwas für Jugendliche erst recht interessant machen. Und ein Staat, der Verbote nicht durchsetzt, macht sich lächerlich und wird dann auch in anderen Bereichen nicht mehr ernstgenommen.
Mit dem „moralischen Anspruch“ wären wir ebenfalls zurückhaltender – mit welchem moralischen Anspruch verbietet eine Säufer-Gesellschaft (weltweit mit der höchste Pro-Kopf-Konsum) Drogen? „Deutschland ist im internationalen Vergleich ein Hochkonsumland. Der Pro-Kopf-Verbrauch liegt bei über 10 Litern Reinalkohol pro Jahr und ist damit doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt. Jährlich sterben rund 47.000 Menschen an den Folgen des Alkoholkonsums.“ Gerne hier nachlesen: https://www.dge.de/blog/2026/alkoholkonsum-in-deutschland/
Und das können wir durchaus auch auf das Thema hier, soziale Medien, beziehen: Mit welchem moralischen Anspruch wollen erwachsene Social-Media-Junkies (und das sind viele hierzulande) Kindern und Jugendliche soziale Medien verbieten? An dieser Stelle möchten wir mal an die Relevanz von Vorbildern erinnern. Gerne hier nachlesen: https://www.news4teachers.de/2025/05/greift-die-debatte-um-handy-verbote-in-schulen-zu-kurz-technoferenz-wenn-eltern-praesent-sind-aber-nicht-wirklich/
Herzliche Grüße
Die Redaktion
Stimmt, alle Erwachsenen sind ja Social-Media-Junkies. Ach ja, … Und sie rauchen alle, sind Alkoholiker*innen …//
Etwa 90 % der Erwachsenen sind täglich aktiv und verbringen im Schnitt 3 Stunden und 18 Minuten auf Plattformen wie Instagram, Facebook und TikTok. Gerne hier nachlesen: https://www.apotheken-umschau.de/gesund-bleiben/psyche/social-media-sucht-in-deutschland-nicht-nur-jugendliche-sondern-auch-erwachsene-betroffen-1421695.html
Herzliche Grüße
Die Redaktion
https://www.tagesschau.de/wissen/forschung/jugendliche-anfaelligkeit-social-media-100.html
Heranwachsende sind gefährderter, wie man dort nachlesen kann.
Genau, Erwachsene nutzen viel zu viel Zeit auf Social Media, obwohl sie wissen, dass ihnen das nicht gut tut (auch ich). Aufklärung nützt nur bedingt was.
Pssst, das steht da nich …Sie basteln sich aus den vielen ein „alle“.
„Ein Verbot kann etwas für Jugendliche erst recht interessant machen. Und ein Staat, der Verbote nicht durchsetzt, macht sich lächerlich und wird dann auch in anderen Bereichen nicht mehr ernstgenommen“
Ein junger Mensch, der (für ihn nachteilige) Dinge deshalb macht, weil der Staat es verboten hat, macht sich eigentlich auch lächerlich: „Ich darf nicht in den Haufen reintreten? Das wollen wir doch mal sehen …“
Grenzen austesten – nennt sich Pubertät. Herzliche Grüße Die Redaktion
Bitte sehr, gerne. Hoffen wir, dass ein Haufen zum Grenzen Austesten reicht … und dass das Austesten nicht zu sehr auf die Umgebung „abfärbt“.
Im Übrigen gilt dieses Austesten nicht nur für Verbote, sondern vermutlich für Vieles, wovon Erwachsene abraten, somit vermutlich auch für viele schulischen Versuche der Medienbildung.
Richtig und wichtig. Die Konsequenzen, wenn sie es zu weit getrieben haben, müssen allerdings zeitnah und spürbar unangenehm sein. Das muss für jeden Jugendlichen individuell festgelegt werden. Bei dem einen reicht ein dududu, der andere lacht darüber.
„.. Viele Eltern seien selbst nicht mit sozialen Medien aufgewachsen oder verfügten nicht über das notwendige Wissen, um Risiken sicher einschätzen zu können. .. „
Das halte ich für eine Schutzbehauptung, wer bestellt denn die ganzen Abos und Verträge und guckt P****s. Aber nein, wir kennen uns damit nicht aus, ist klar. Meine Oma, würde sie noch leben, kennt sich damit nicht aus.
Und „Medienbildung“ können sie einfach durch das Wort „Bildung“ ersetzen, die Kinder brauchen Bildung, ob nun analog oder digital ist nicht entscheidend.
Das Zocken, Videos gucken und Labern nicht wirklich den „mündigen Bürger“ hervorbringt ist allgemein bekannt.
Habe gerade meine mails nachfeschaut – ich kann die Zusage zum Abhalten von „Verantwortung übernehmen für Medienbildung (ohne auch nur irgendwas über den Medienkobsum von Kubdern zu sagen xu haben)“-Stunden durch den VEB nicht finden.
Da müssten die vielleicht erstmal meine Emailadresse eunsammeln, dann klappt es auch.
Komisch, dass Webuntis bei all den tollen Sachen gar nix hergibt. Aber vielleicht kommt das ja noch.
Das Kind ist bereits in den Brunnen gefallen, da lässt sich ganz schwer eine Kehrtwende einleiten. Wenn ich beobachte, wie ein ca. 8-Jähriger beim Restaurantbesuch mit seinen Eltern unaufhörlich ein Tablet bedient, mit der typischen körperlichen Fehlhaltung, dann weiß ich, dass man gegen Windmühlen kämpft. Es fehlt allgemein der Verstand bei den Erziehungsberechtigten, und es baut sich ein Gruppenzwang auf, der nicht mehr zu stoppen ist. Die gesamte Digitalisierung mit den fatalen Nebenerscheinungen stellt für mich mehr Fluch als Segen dar. Aber klar, die Schulen sollen es wieder richten, denn da ist ja noch viel Luft nach oben.
Man sollte erstmal die Voraussetzungen für eine solche Medienerziehung schaffen, bevor man derartige Forderungen hinausposaunt. Ich habe schon fast das Gefühl, dass es mehr schlaue Experten als pädagogische Macher gibt. Die deutsche Bildungslandschaft versinkt in der realitätsfernen Theorie.
Verantwortung statt Verbote!
Weg mit der Schnapsgrenze!
Weg mit der Nikotingrenze!
Die Jugendlichen rauchen und saufen doch sowieso. Die Grenzen sind also völlig nutzlos. Dann lieber vernünftige Schulung und Aufklärung!
„Die Jugendlichen rauchen und saufen doch sowieso.“
Alle? Und alle so schlimm, dass sie nicht mehr viel mitbekommen?
Das möchte ich doch stark bezweifeln.
Nachtrag: Wir haben bereits vernünftige Schulungen und Aufklärung. Die Kids wissen, was Sache ist. Fragt sich also, wie viel und was für eine Art von Schulung (Konditionierung mit Stromschlägen vielleicht?) denn tatsächlich das brächte, was man sich verspricht.
Viele Erwachsene rauchen, trinken zu viel Alkohol, essen zu viel Ungesundes usw., obwohl sie genau wissen, dass es schlecht für sie ist.
Ganz offensichtlich ist Wissen nicht der Schlüssel.
Modul 1:
begleitetes Paffen – Techniken zur Gefährdungsminimierung
Modul 2:
nachhaltig Vapen – Welche Qualitätssiegel gibt es und worauf muss ich beim Kauf achten?
Modul 3:
sicher fixen – Medizinische Grundlagen
Modul 5 – Erweiterungskurs:
– Besuch in der örtlichen Metro mit Gewerbeschein
– Leitfragen finden:
„Wieso braucht es ne spezielle Lizenz zum Tabakerwerb?“
„Ui, wie komisch, die Preise stehen schon auf der Packung?“
„Komisch, wieso kosten Kippen überall -ob Tankstelle oder Supermarktkasse gleich viel?“
„Und warum so viel? Fungiert der Einzelhandel dem Endkunden gegenüber etwa nur als Weiterleitung/storefront für ein hoch besteuertes staatlich geregeltes Weiterleitungsgeschäf…“ – „Ruhe jetzt Georg, Schluss mit den Verschwörungstheorien!“
.. es kann nur bislang niemand schlüssig erklären wie die Grenzen technisch umzusetzen seien, Altersverifikation ist in dem Fall eben doch ein technisches Problem. Und wie „Soziale Medien“ zu definieren ist weiß auch keiner so genau und auch nicht wie ausländische Anbieter belangt werden könnten. Aber hey, kein Problem, wir machen einfach ein Soziale-Medien-Wirksames Gesetz, für unsere mündigen Bürger.