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„Müssen wir dann jeden Morgen in der Klasse die Nationalhymne singen?“ Lehrkräfte in Sorge vor einem AfD-Wahlsieg

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MAGDEBURG. Die AfD könnte bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt erstmals stärkste Kraft werden – und im Fall einer Regierungsübernahme tief in das Schulsystem eingreifen. Ihr Wahlprogramm reicht von der Abschaffung der Inklusion über Änderungen bei der Schulpflicht bis zum täglichen Hissen der Bundesflagge und Singen der Nationalhymne. Unter Lehrkräften wächst deshalb die Sorge, was eine solche Regierung für Unterricht, Kollegien und die eigene berufliche Zukunft bedeuten würde. Manche wollen darüber inzwischen nicht einmal mehr öffentlich sprechen.

Wolken über Magdeburg. Foto: Shutterstock

Julia Angelov zeigt Haltung. Die 40-jährige Realschullehrerin aus Wernigerode unterrichtet mit ihren Schülerinnen und Schülern „Nathan der Weise“ und das „Tagebuch der Anne Frank“. Wenn Jugendliche Kleidung von Marken tragen, die in der rechten Szene als Codes verwendet werden, versucht sie gegenzuhalten. Auch mit einem Symbol, das sie nicht den Rechten überlassen will: den deutschen Nationalfarben.

„Ich halte dagegen und trage bewusst und stolz unsere Nationalfarben, denn das sind die Farben unserer Demokratie“, sagt Angelov gegenüber dem Spiegel – und lässt sich für das Magazin mit der Deutschlandfahne fotografieren. „Sollen die Rechten doch die Fahne schwenken, die sie eigentlich haben wollen.“ Wegnehmen lassen? Von wegen.

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Dass eine Lehrerin sich so offen zur Demokratie bekennt, ist kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt keineswegs selbstverständlich. Die Frankfurter Allgemeine Zeitung berichtet von auffällig vielen Pädagoginnen und Pädagogen, die sich derzeit nicht öffentlich zur politischen Situation äußern wollen. Interviews würden häufig nur anonym gegeben. Eine Schulleiterin habe erklärt, sie wolle „das Interesse der AfD“ nicht wecken. Eine andere Lehrkraft habe nach einem langen Gespräch eingeräumt, sie fürchte, dass Äußerungen nach der Wahl gegen sie verwendet werden könnten.

Kein Wunder: Umfragen sehen den vom Verfassungsschutz als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuften AfD-Landesverband vor der Wahl bei rund 40 Prozent und damit deutlich als stärkste Kraft. In seinem Wahlprogramm widmet der Landesverband der Schulbildung ein eigenes Kapitel mit 33 Unterpunkten (News4teachers berichtete). Einer davon: Man wolle die Rechte von Eltern und Schülerinnen und Schülern ausweiten, um auf „Fehlverhalten von Lehrern und Schulleitern“ reagieren zu können. Dafür sollen „erweiterte Appellationsrechte für Eltern und Schülern“ geschaffen und „am Bildungsministerium eine Beschwerdestelle mit erhöhter Sichtbarkeit“ eingerichtet werden.

Die AfD will darüber hinaus die schulische Inklusion abschaffen – obwohl Deutschland sich mit der UN-Behindertenrechtskonvention zu einem inklusiven Bildungssystem verpflichtet hat – und die Schulpflicht aufweichen, um (rechtsextremen?) Eltern Heimunterricht zu ermöglichen. Die Landesförderung für Programme wie „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ soll eingestellt, Regenbogenflaggen an Schulen sollen verboten werden. Zugleich sollen Schulen täglich die Bundesflagge hissen und Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler gemeinsam die Nationalhymne singen. Pädagogische Freiheit? Dem setzt die AfD ihre Idee von Einheitsschulbüchern entgegen (die natürlich von der Partei vorgegeben werden). Das berührt unmittelbar die pädagogische Arbeit – und die Frage, welche Handlungsspielräume Lehrkräfte künftig hätten.

Wie konkret diese Sorge bereits ist, zeigt ein Beitrag der Journalistin Anne-Katrin Wehrmann auf der Homepage der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW). Wehrmann hat mit Lehrkräften, Gewerkschafterinnen, einer Schülervertreterin und einer Schulsozialarbeiterin in Sachsen-Anhalt über die möglichen Folgen der Wahl gesprochen. Zwei Grundschullehrerinnen aus Halle treten in dem Beitrag unter geänderten Namen auf. „Ich werde da nicht mitsingen“, sagt die dort Emelie Gold genannte Lehrerin mit Blick auf den angekündigten Nationalhymnen-Zwang. Auch bei Kindern, die sich verweigerten, würde sie nachsichtig sein. Ihre Kollegin Klara Johannsen geht davon aus, dass daraus im Zweifel Disziplinarverfahren entstehen könnten.

Entscheidend werde deshalb nicht nur sein, was eine mögliche neue Landesregierung anordnet. Ebenso wichtig sei, wie Schulämter, Schulleitungen und Kollegien darauf reagieren. „Wie stellen sich Schulleitungen und Kollegien auf? Wie gut halten sie zusammen? Bleibt die Zivilcourage bestehen oder kippen Menschen um? Das ist ein richtiger Scheideweg, an dem wir jetzt stehen“, sagt Johannsen in dem GEW-Beitrag.

Die beiden Pädagoginnen erwägen sogar, Sachsen-Anhalt zu verlassen, sollten Repressalien und Belastungen zu groß werden. „Wir sind hier aufgewachsen und stark verwurzelt“, sagt Gold, „darum ist das alles umso belastender und trauriger.“

Dass die Aussicht auf eine AfD-geführte Landesregierung bereits jetzt Folgen für die Gewinnung von Lehrkräften hat, deutet Sachsen-Anhalts Bildungsminister Jan Riedel (CDU) an. Er erklärte in einem TikTok-Video, Bewerberinnen und Bewerber für ein Lehramtsstudium seien vereinzelt abgesprungen – „aus Sorge vor den aktuellen politischen Entwicklungen“.

Wie verbreitet die Sorgen in den Kollegien sind, lässt sich derzeit allerdings nicht verlässlich einschätzen. Eva Gerth, Landesvorsitzende der GEW Sachsen-Anhalt, berichtet laut FAZ von Mitgliedern, die sich „eher besorgt“, „unsicher“, teilweise auch „wütend“ an die Gewerkschaft wendeten.

Dabei geht es um sehr konkrete Fragen. Lehrkräfte wollen dem Bericht zufolge wissen, ob Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf oder Migrationshintergrund künftig getrennt von anderen unterrichtet werden müssten, ob tatsächlich nur noch ein Viertel eines Jahrgangs Zugang zum Gymnasium erhalten könnte oder was eine Lockerung der Schulpflicht bedeuten würde. Eine ebenfalls häufig gestellte Frage laute laut Gerth: „Müssen wir dann jeden Morgen in der Klasse die Nationalhymne singen?“

Im GEW-Beitrag kündigt Gerth Lehrkräften, die unter Druck geraten, Hilfe an. „Natürlich werden wir unsere Mitglieder rechtlich unterstützen“, sagt sie dort. „Da gibt es mehrere Wege, dazu wird es bei uns Beratung und bei Bedarf auch Rechtsschutz geben.“ Wie hält es die GEW selbst mit einer möglichen AfD-Landesregierung – und möglichen Versuchen, die Gewerkschaft zu vereinnahmen? Die Gewerkschafterin zieht eine scharfe Grenze. „Mit völkischen und verfassungsfeindlichen Menschen wollen wir nichts zu tun haben. Unserer Landesdelegiertenkonferenz im November liegt dazu ein Antrag vor“, erklärt Gerth in dem Beitrag. Auch bei Neuaufnahmen wolle die Gewerkschaft künftig genauer hinschauen.

Gerth geht zudem davon aus, dass die AfD im Fall einer Regierungsübernahme viele ihrer bildungspolitischen Pläne „schnell und laut“ umsetzen werde. „Und dann wird sie wahrscheinlich versuchen, die Schulen unter Druck zu setzen. Schon deshalb ist es wichtig, dass wir gut vorbereitet sind und schnell helfen können“, sagt sie.

Zu den Konfliktfeldern gehört – natürlich – die politische Bildung selbst. Gregor Lehmann, Lehrer und Förderpädagoge an einer Gesamtschule in Halle, sagt laut Artikel, ihm bereite deren Zukunft „große Sorgen“. Gerade jetzt komme es darauf an, „partizipative Angebote zu schaffen und demokratische Strukturen, Schutzräume und Projekte zu sichern“. Zugleich beobachtet er „große Ohnmacht und Verunsicherung in den Kollegien, was zum Beispiel am neuen Kampfbegriff Neutralität sichtbar wird“ (mit dem die AfD versucht, parteikritische Lehrkräfte einzuschüchtern).

Dabei sieht Lehmann, dass die Probleme der Schulen keineswegs erst mit dem Erstarken der AfD beginnen. Das Bildungssystem in Sachsen-Anhalt werde den Bedürfnissen vieler Kinder und Jugendlicher schon heute nicht gerecht, kritisiert er. Er nennt chronischen Personalmangel, Überlastung, fehlende Ressourcen und eine aus seiner Sicht mangelnde Umsetzung einer pädagogischen Strategie. „Das System Schule muss sich verändern, und zwar unabhängig von der zusätzlichen Gefahr durch die AfD.“

Gerade deshalb blickt Lehmann mit Sorge darauf, was nach der Wahl hinzukommen könnte. „Ich hatte noch nie so ein diffuses Unwohlsein vor dem, was kommt, wie jetzt“, sagt er. „Und ich sorge mich um viele Schülerinnen und Schüler.“ Eine AfD-geführte Regierung würde nach seiner Einschätzung in Sachsen-Anhalt „extreme und starke Schäden“ hinterlassen.

„Die Partei spricht Gefühle an, die sich mit Demokratieprojekten nicht erreichen lassen“

Schon jetzt findet die AfD auch unter Jugendlichen enormen Rückhalt. Frühere Juniorwahlen in Sachsen-Anhalt zeigten eine erhebliche Zustimmung. Lilli Berthold, stellvertretende Generalsekretärin der Bundesschülerkonferenz und gerade mit dem Abitur in Halle fertig geworden, sieht dahinter nicht allein politische Überzeugungen. Gegenüber der Journalistin Wehrmann erklärt sie, wer sich vorher abgehängt gefühlt habe, bekomme durch die AfD eine Identität und Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft. „Die Partei spricht Gefühle an, die sich mit Demokratieprojekten nicht erreichen lassen“, sagt die 18-Jährige in dem GEW-Beitrag. Je mehr Menschen eine Meinung verträten und je größer der Gruppendruck werde, desto schwieriger sei es für Einzelne, sich dem zu entziehen.

Eine besondere Rolle spielen nach ihrer Einschätzung soziale Medien. Die Themen der rechtsextremen Partei seien „ideal für den TikTok-Algorithmus“. Gleichzeitig greife Schule die digitale Lebenswelt von Jugendlichen zu wenig auf. Lilli Berthold: „Es wird viel zu wenig mit den Kindern und Jugendlichen darüber gesprochen, was sie im Internet und in den sozialen Medien erleben und wie sie es einordnen können. Die Konsequenzen daraus werden jetzt schlimmer, weil die Botschaften radikaler werden.“

Doch ausgerechnet Angebote, die Jugendliche auffangen sollen, könnten ebenfalls unter Druck geraten. Das gilt für die Schulsozialarbeit. Im AfD-Wahlprogramm spielt sie zwar nur eine untergeordnete Rolle. Tina Tews, Schulsozialarbeiterin beim Jugend- und Familienzentrum Sankt Georgen und an einer berufsbildenden Schule in Halle im Einsatz, verweist gegenüber Wehrmann jedoch auf Landtagsreden, aus denen nach ihrer Darstellung hervorgehe, dass die AfD das Angebot größtenteils für überflüssig halte und dort sparen wolle.

„Bei einem Wahlsieg der AfD sind nicht nur unsere Arbeitsplätze gefährdet, sondern alles, wofür Schulsozialarbeit steht und wofür wir uns jeden Tag einsetzen“, sagt Tews in dem GEW-Beitrag. „Das reicht von Demokratiebildung bis hin zur Unterstützung bei psychischen Problemen – und die werden immer mehr.“ Tews engagiert sich deshalb in der landesweiten Initiative „Wir werden LAUT!“, die eine Verstetigung der Schulsozialarbeit und eine gesicherte Finanzierung durch ein Landesprogramm erreichen will. Trotz ihrer Sorge versucht sie, die politische Situation nicht als unabänderlich zu betrachten. „Politische Verhältnisse sind veränderbar, und es gibt sehr viele stabile Menschen“, sagt sie.

„Ich mache weiter und ich bleibe. Jetzt erst recht. Wir sind die Demokratie. Wir sind 60 Prozent. Wir sind noch nicht verloren“

Auch Julia Angelov zeigt sich kämpferisch. Mit ihren Schülerinnen und Schülern redet sie nach eigenen Angaben nicht unmittelbar über die AfD, sondern über Fragen ihrer Lebenswirklichkeit: Haushalt, Rollenbilder, Heimat. „Bildung ist der Schlüssel für eine demokratische Gesellschaft“, sagt sie gegenüber dem Spiegel. „Und deshalb will die AfD auch hier so stark eingreifen.“

Ihre politische Haltung bleibt trotzdem nicht folgenlos. Angelov engagiert sich ehrenamtlich und parteilos im Stadtrat von Wernigerode und leitet dort den Sozialausschuss. Nachdem sie sich für einen Trinkbrunnen eingesetzt hatte, sei sie als linksradikal bezeichnet worden, berichtet sie dem „Spiegel“. Hassnachrichten gehörten inzwischen zu ihrem Alltag. In der Nacht vor dem Gespräch habe sie Stunden damit verbracht, Hassnachrichten auf Instagram zu löschen und Nutzer zu blockieren.

Dabei weigert sich die Lehrerin, die politische Auseinandersetzung in ein einfaches Freund-Feind-Schema zu übersetzen. „Gleichzeitig ist nicht jeder, der die AfD wählt, ein Nazi. Ich vertraue und berufe mich auf unser Grundgesetz“, sagt Angelov. Gerade deshalb müsse das Gespräch möglich bleiben: „Es ist aber nicht alles schwarz-weiß. Wir müssen miteinander im Gespräch bleiben – erst diese Fähigkeit macht uns menschlich.“

Weggehen will Angelov nicht.

„Ich mache weiter und ich bleibe. Jetzt erst recht. Wir sind die Demokratie. Wir sind 60 Prozent. Wir sind noch nicht verloren.“ News4teachers 

AfD-Jugendkongress: Schmähungen gegen den Staat, Drohungen gegen Migranten

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67 Kommentare
blau
1 Monat zuvor

Ja muss man. Wenn nicht, wird man denunziert von Schülern oder Kollegen, die afdhörig sind. Wie in der DDR, wie im dritten Reich.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  blau

Man kann aber natürlich an jedes Singen der Hymne eine „Verfassungsstunde“ anschließen, wie Söder sie für Bayern angeregt hat.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Immer noch eine Viertelstunde mehr, als in anderen BL eingeplant wurde… :/

vhh
1 Monat zuvor

Es gibt ein Wort mit vier Buchstaben, am Anfang und Ende steht ein N. Es gibt etwas, das nennt sich ziviler Ungehorsam, es gibt passiven Widerstand, es gibt Artikel 20 Absatz 4. Es gibt eine Verpflichtung zur schulischen Erziehung auf Basis der freiheitlich-demokratischen Grundordnung. Bei jeder entsprechenden Anordnung einer AfD-Regierung bietet sich der Hinweis auf diese Verpflichtung und Artikel 20 an. Ein AfD-Verbot wurde nie ernsthaft versucht, mit Verweis auf das komplizierte Verfahren; was bietet sich da mehr an, als einer AfD-Regierung einen ähnlich langen, bürokratischen Weg aufzuzwingen? Angst vor Kündigung? Viel Spaß, mit etwas mehr Mut und etwas weniger Gehorsam sind das tausende unliebsamer Lehrkräfte, da freuen sich alle Eltern und AG. Kein Gehalt mehr? Ebenfalls viel Vergnügen, bis über die Beschwerde nach Artikel 20 entschieden wird, dürfte das nicht ganz einfach werden, es ist ziemlich schwer, Strafen durchzusetzen, die auf potentiellen GG-Verstößen beruhen.“…Hymne singen..“ – sonst keine Probleme? Macht eine Stunde zum Thema Maas und Memel daraus, beginnt jeden Tag mit 15 Minuten Demokratie und Menschenrechte vor der Hymne, selbst wenn man nicht einfach Nein sagt, gibt es Wege. Beamte sind nicht dem Gehorsam einer Regierung gegenüber verpflichtet, sondern dem GG und der demokratischen Grundordnung. ‚Aber die Karriere…‘ könnt ihr sowieso vergessen, wenn alle nachgeben, gibt es die eh nur noch mit Parteibuch. ‚Aber ich habe so eine Angst, was jetzt kommt…‘ Es kommt genau das, was sich ohne Widerstand durchsetzen lässt, also Hintern hoch und Mund auf, und zwar alle, die drohende Veränderungen nicht wollen. Nicht wie üblich ‚das hat ja schon jemand anders gesagt‘.
Wer jetzt meint, aus dem Westen lasse sich das leicht sagen: Leichter, ja. Aber auch hier wird in der Konferenz ein TOP ‚Dürfen Lehrer Meinungen vertreten‘ lange und sehr vorsichtig diskutiert, auch hier sind deutlich zu viele lieber ruhig, bringen klare Worte missbilligende Blicke. Auch hier werden Hakenkreuze an der Kette lieber übersehen, begegnen Kollegen einem ‚das waren die Juden‘ nur mit ’so etwas darfst du nicht sagen‘ statt die Vorlage zu nutzen. Fachunterricht ist ja viel einfacher, nur nicht exponieren…. Wenn es genügend viele tun, exponiert sich allerdings keiner, auch eine Überlegung wert.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Eine Landesregierung kann das Singen der Hymne wahrscheinlich vorschreiben. Das Singen der Hymne verstößt ja auch nicht gegen die freiheitlich demokratische Gurndordnung.

Was man aber tun sollte, ist besonders auf die liberalen Teile unseres Grundgesetzes immer wieder hinzuweisen, damit klar ist, dass unsere Hymne nicht für die rechtsextreme Politik der AfD steht.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  vhh

Das ist eindeutig ein / der Weg!
Machen wir es den Demokratiefeinden so schwer wie möglich – bis unmöglich.

Danke!!

Heinz
1 Monat zuvor

Ich bin geschichtlich nicht so richtig bewandert und ich hoffe wirklich, dass es anders kommen wird. Meine Vermutung aber lautet:

Viele werden das machen, was das Schulministerium und die Regierung ihnen vorgibt. Hier geht es vermutlich bei viel zu vielen um die bloße Existenz, da die meisten in einem komletten Abhängigkeitsverhältnis leben werden. Viele werden damit nicht einverstanden sein, werden sich aber nicht trauen, gleichzeitig werden die stillen Schläfer, die es vermutlich in jedem Kollegium gibt, aufwachen.
Die Meisten werden es vermutlich aus Angst und Bequemlichkeit machen. Das sieht man ja auch jetzt schon in nicht AFD regierten Bundesländern, wo Lehrer wegen des Zuschaustellens ihrer Anti-AFD Meinung verfolgt werden und keinerlei Unterstützung durch Vorgesetzte und Schulministerium bekommen, weil es viel einfacher ist, solche Fälle als „Kolleteralschaden“ abzustempeln und den eigenen Arsch nicht hochzubekommen.

Traurig wirklich traurig, aber das ist meine Vermutung.
Und seien wir ganz ehrlich, ich arbeite zum Glück in einem anderen Bundesland, bin aber Single, Queer und in einem mittleren Alter. Ich könnte, wenn es hier hart auf hart kommt, leider auch nicht mal eben meinen Job hinschmeissen und auswandern, so gerne ich dies dann auch würde.

Am Ende kann mann wirklich nur hoffen, das Deutschland in den nächsten Jahren endlich zur Besinnung kommt, und dass die Menschen, die es nicht schaffen, sich mal ordentlich zu informieren, dann vll. in SA sehen werden, was eine Partei dort anrichtet. Für die Kollegen in SA hoffe ich an der Stelle wirklich nur das Beste, und hoffe, dass sie die Zeit mit so wenig Gesichtsverlust, wie möglich, durchstehen werden..

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Heinz

Länderkürzel, offizielles, für Sachsen-Anhalt ist ST. Hoffen wir mal, dass sich das durch den Einfluss der AfD nicht ändert.

Heinz
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Oh, das wusste ich nicht, macht aber Sinn.

DienstnachVorschrift
1 Monat zuvor
Antwortet  Heinz

Es hängt auch natürlich vom Schulleiter und dann ggf. Landesschulamt ab, inwiefern man kontrolliert und ob man viel „laufen lässt“. Ich stimme dir zu, dass die meisten versuchen werden, unter dem Radar zu laufen. Bei den Sozialkunde- und Geschichtslehrkräften wird das aber nicht so einfach sein. Für Schulleiter und den Leuten in den Behörden wird es aber bestimmt problematischer als für die meisten normalen Lehrkräfte.

dickebank
1 Monat zuvor

… und wenn ja, auch alle drei Strophen? Fragen über Fragen.

Walter Hasenbrot
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Die ersten beiden Strophen sind nicht Teil der Nationalhymne.

Anders als das Singen der Hymne könnte die AfD insbesondere das Singen der ersten Strophe wohl auch nicht durch einen Erlass oder ein Gesetz vorschreiben.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Nicht als Hymne, aber als „Lied der Deutschen“, wobei die dreite Strophe die Nationalhymne ist.
Wäre immer noch besser als die Verknüpfung mit dem Horst-Wessel-Lied, wie im tausendjährigen Reich.

Btw dat mit Maas und Memel wird aufgrund defizitärer geographischer Kenntnisse – sorry Kompetenzen – ohnehin schwierig, da sich große Teile der Schülerschaft ohne Navi-App auf’m Smartphone schon auf dem Marktplatz einer mittelgroßen deutschen Kommune verirren und die räumliche Orientierung verlieren.

Hansjoachim
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Das Lied mit Maas und Memel stammt aus der Mitte des 19. Jahrhunderts, als es die Zersplitterung in Kleinstaaten gab. Da ging es nicht um Imperialismus, sondern um das ungefähre Abstecken desjenigen Bereiches, der für ein geeintes Deutschland in Betracht kam. Tatsächlich markierte die Memel später die Grenze Deutschlands zu Litauen (dort liegt auch die Stadt Tilsit, bekannt für den Tilsiter Käse), und die Maas fließt noch heute nur wenige Kilometer westlich der deutschen Westgrenze. Warum also die Aufregung?

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Na dann nehmen wir einfach die DDR-Hymne. 🙂
Natinalhymne der Deutschen Demokratischen Republik
Zitat aus dem Link:
„Genaugenommen steht in diesem 1949 zur Nationalhymne der DDR erklärten Text nichts von Sozialismus. […]
Genaugenommen steht in der Hymne auch kein Wort von der DDR. Der Text will für ganz Deutschland geeignet sein. Die deutsche Teilung kommt nicht vor. Es handelt sich um eine Einheits-, nicht um eine Wiedervereinigungshymne. Das Wort „vereint“ in der ersten und dritten Strophe und die Wendung „wenn wir brüderlich uns einen“ beziehen sich auf die gemeinsame Arbeit und den Abbau sozialer Zwistigkeiten, nicht auf die nationale Teilung.“

Passend dazu kann man sich aktuell den Film „Vaterland“ ansehen, (über Thomas Mann).
Vaterland (2026) – Wikipedia

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Jerunda

„Na dann nehmen wir einfach die DDR-Hymne.“ – aber bestimmt nur satirisch gemeint von der Person, die „Nostalgie“ zum Unrechtstaat hegt ^^

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Hansjoachim

Nix neues, weshalb ich ja auch vom „Lied der Deutschen“ schrieb. Das ist nämlich der Titel, er bezieht sich auf die Forderung nach einem geeinten Staat anstelle der vielen Herrschaften im „heiligen römischen Reich deutscher Nation.
Die genannten Grenzflüsse/die Meeresenge geben ja lediglich die ungefähren Grenzen des Sprachraumes wieder, sie sind eben keine Forderungen nach imperialistischem, hegemonialem Streben. Zum Zeitpunkt der Entstehung des Textes entsprach dieser geographische Raum ja dem Herrschaftsgebiet, das vornehmlich von den Hohenzollern und den Habsburgern (zumindest dem einen Teil der Doppelmonarchie) neben weiteren Fürsten und Bischöfen regiert worden ist.

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Die Nazis interpretierten das aber wohl anders.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Walter Hasenbrot

Dazu gibt es umfangreiche Quellen zurückgehend auf den ersten Bundespräsidenten. Bis zur Gesetzesänderung in 1991 in der zeit von Weizäcker waren alle drei Strophen Teil der Nationalhymne, verbunden mit der Festlegung das bei offiziellen Veranstaltungen lediglich die dritte Strophe intoniert werden soll.

Hysterican
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Kann ich bevorzugt auch nur die zweite Strophe singen lassen – da geht es doch immerhin um kulturelle Errungenschaften, die nicht so viel politische Sprengkraft entfalten, wie die erste.
Problematisch wird es, wenn SiegHeilmund auf die Idee verfällt, die „zweite Hymne“ aus der Zeit der „Bewegung“ singen zu lassen … ich meine das Lied des damaligen Zuhälters – gebürtig aus Bielefeld … das mit der Fahne… ach, ihr wisst schon….

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Jau, die Strophe mit Wein, Weib und Gesang. Warum wundert mich bei Ihnen jetzt nicht

RSDWeng
1 Monat zuvor
Antwortet  Hysterican

Zu viele wissen es eben nicht!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

btw welcher Text soll es den werden, der von Johannes R. Becher oder doch der von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben?
Ich frag für’n Freund aus Sachsen mit kabarettistischem Mindset.

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Beim Text von J. R. Becher kann man immerhin alle Strophen guten Gewissens singen. Siehe meinen Link weiter oben, da steht der vollständige Text. Es würde mich interessieren, was es gegen diesen Text zu sagen gäbe (wenn man einfach mal „vergisst“, dass er in der DDR geschrieben wurde).

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Hmm, haben Sie den Text gelesen? Und wurden die politisch verfolgten Opfer dieser Hymne, dieses Textes?
Deutsche Nationalhymne – Wikipedia
Wie geht es eigentlich den Opfern der Nazizeit mit der deutschen Nationalhymne?
„Die deutsche Nationalhymne ist seit 1922 mit Unterbrechung, teils mit Zusätzen und unterschiedlichen Strophen, das Deutschlandlied von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben zur Melodie, die Joseph Haydn für die Hymne auf den römisch-deutschen Kaiser komponierte….Im NS-Staat wurde nur noch die erste Strophe gesungen, direkt gefolgt vom Horst-Wessel-Lied, die zusammen anstelle einer einheitlichen Hymne genutzt wurden…“
Ich empfehle hiermit noch einmal, sich den Film „Vaterland“ über Thomas Mann anzuschauen, ehe mit den Fingern aufeinander gezeigt wird!

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Jerunda

Warum durfte er dann bis 1990 nicht gesungen werden?

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Wahrscheinlich, weil man sich irgendwann vom Gedanken an eine Wiedervereinigung verabschiedete?
„Der Text der Hymne fiel der Begriffsreinigung Anfang der 70er-Jahre zum Opfer. Die Worte „deutsch“ und „Deutschland“ wurden weitestgehend aus dem offiziellen Wortschatz entfernt. Ohne formellen Beschluss wurde nun der Text der Nationalhymne, in dem die DDR mit keinem Wort erwähnt war, allmählich „vergessen“. Auf offiziellen Anlässen war die Hymne immer seltener mit Text zu hören, in den Musikbüchern waren fortan nur noch die Noten abgedruckt.“
Die Nationalhymne der DDR | mdr.de

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Gegenfrage:
Warum hat man 1990 nicht die Chance genutzt, eine neue deutsche Hymne zu schaffen, die alle in einem wieder vereinigten DE lebenden Menschen anspricht? Stattdessen klammerte man sich an eine „verstümmelte“ und durch die Nazis kompromittierte Hymne. Warum?

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Jerunda

Wozu, wegen eines Bevölkerungszuwachses von ca. 20%?
Gesetzlich gibt es zur Nationalhymne keine Regelung. Und wegen des Beitritts zum Geltungsbereich des GG – also dem Zahlungsraum der Westmark – musste auch im Vereinigungsvertrag nichts geregelt werden. Also alles beim Alten, bis auf die festlegung durch R. von weizäcker.
Ich fand „wir sind die Eingeborenen von Trizonesien“ auch lustiger, hätte wegen des beitritts der ehemaligen SBZ auch nicht mehr gestimmt.

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

@dickebank
Meine Antwort auf Ihre Frage steckt anscheinend wieder einmal im Redaktionspapierkorb. Ich kann nur mutmaßen, warum. Dem Pressekodex oder dem GG widersprach meine Antwort jedenfalls nicht, enthielt auch keine extremistischen, rassistischen, beleidigende … Aussagen. Naja…die Redaktionswege sind unergründlich! 🙂

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Jerunda

Sie müssen ja auch nicht gleich über jedes Stöckchen springen, das ich hinhalte:)

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  dickebank

Ich weiß. ich beantwortete nur Ihre Frage mit einer Quelle zum ndr. Ich dachte es interessiert Sie Wirklich, warum und seit wann der Text nicht mehr gesungen wurde. Aber das können Sie ja auch selbst googeln, da mein Kommentar ja nicht durchging.

dickebank
1 Monat zuvor
Antwortet  Jerunda

So ist das, bei den einen wird der text von zwei Strophen gestrichen , bei den anderen der gesamte Text. Da ist mir doch der Pragmatismus der sich in den jahren der Bonner Republik entwickelt hat lieber.
Auch wenn die Gesetzgebung zum Schluss aus dem Wasserwerk kam, war sie wirksamer als die, die am Spreebogen geklöppelt wird und den Schleudergängen in der Bundeswaschmaschine zum Opfer fällt.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor

„Müssen wir dann jeden Morgen in der Klasse die Nationalhymne singen?“
Naja eben dafür stimmen jedenfall die Wähler*innen der Rechtsextremen – wobei das wahrscheinlich eher im Hof, beim Flaggenappell passieren soll – lässt sich leichter überwachen

Opossum
1 Monat zuvor

In diesem Artikel verstehe ich nur eines nicht: was wäre schlimm daran, wenn in Schulen tatsächlich die Nationalhymne gesungen wäre? „Einigkeit und Recht und Freiheit…“ Ich finde, es sind schöne Worte, die Kindern mit verschiedenem Background eine Identität und Zusammenhalt geben können.

Meine Schule hatte ihre eigene Hymne. Es hat auch nicht jedem gefallen, hat aber ein Gefühl von Wir und Zusammengehören gegeben.

Ich als Ausländer kriege immer wieder ein Gefühl, dass alles an Deutschland in Medien (ungerecht) kritisiert wird: es soll keine Willkommenskultur geben, nichts gutes in der Geschichte, an was man stolz sein könnte, nicht mal das Wetter sei attraktiv. Wie sollen dann Migranten wie ich intergriert werden, wenn es keinen Selbstrespekt gibt?

Hansjoachim
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Aber es hat nun mal JEDES Land der Erde eine eigene Nationalhymne, sogar Zwergstaaten, und bei Fußball-Länderspielen wird sie gesungen. Wenn ein Fußballer demonstrativ nicht mitsingt, steht das am nächsten Tag in der Zeitung, und in manchen Ländern (z.B. Iran) kümmert sich gleich der Geheimdienst darum und wittert Ungemach.

Opossum
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Sinclair Lewis sagte mal: „I love Amerca, but i don’t like it. Es kann eine emotionale Bindung ans Land geben zusammen mit der rationalen Kritik an der Vergangenheit oder an dem aktuellen Zustand. Deutsch zu sein ist mehr als Ethnie. Es könnte Menschen zusammen bringen. Die Lehren der Vergangenheit dürfen nicht vergessen werden, ein Heimatsgefühl oder was ähnliches darf aber nicht voll schwarz gemalt werden. Fast alle Länder haben Verbrechen begangen: Kambodscha, UdSSR, Uganda usw. Die Nationalhymne könnte sich darauf ziehen, was man am Land „liebt“, and die guten und schlechten Erfahrungen, die das Land gemacht hat.

Opossum
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Meinen Staat liebe ich auch nicht, mein Land – schon.

Opossum
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Ich würde Ihnen gerne die Gedichte auf Bealrussisch zitieren, bin aber schwach im Übersetzen.
Das Land ist ein bestimmtes Territorium, die Natur, für mich – Wälder, Sümpfe, breite Felder und selbst kleine Mehrfamilienhäuser „Chruschtschowka“ oder Holzhäuser mit Holzöfen. Das Land sind die Menschen, die ich getroffen habe, die Traditionen, Gerichte, Humor, Lieder, Geschichte, auch mit ihren gruseligen Seiten. Ich denke, Sie kennen dieses Gefühl auch.
Oft hält man sich für einen Europäer oder Kosmopolit, bis man ausgewandert hat.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Opossum

„Das Land ist ein bestimmtes Territorium, die Natur, für mich“
Das sollte sich in 50 Jahren ja ergeben haben… 🙁

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Opossum

Ganz schön bezeichnend, wenn jemand dem Staat eine Absage erteilt, nur weil man die Regierung nicht mag ^^

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

„Positiver Patriotismus“: Grundsatzrede gegen Rechts – Klopp will sich „Fahne zurückholen“ | swp.de
Welche Meinung haben Sie, liebe Redaktion, zu diesen Aussagen von Jürgen Klopp? Ihre Antwort würde mich wirklich sehr interessieren.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Opossum

„In diesem Artikel verstehe ich nur eines nicht: was wäre schlimm daran, wenn in Schulen tatsächlich die Nationalhymne gesungen wäre? „Einigkeit und Recht und Freiheit…“ Ich finde, es sind schöne Worte, die Kindern mit verschiedenem Background eine Identität und Zusammenhalt geben können.“
Weil es sich an Zeiten anlehnt, wo Kinder mit verschiedenem Background von der Regierung ermordet wurden, weil Sie nicht der gefühlten Identität entsprachen.

„Meine Schule hatte ihre eigene Hymne.“
Wie viele Jüdinnen und Juden hat die ermordet? Oder ließe die sich eher mit einem Fußballverein vergleichen?

„es soll keine Willkommenskultur geben, nichts gutes in der Geschichte, an was man stolz sein könnte, nicht mal das Wetter sei attraktiv.“
Wer meint, auf die Aufarbeitungs- und Erinnerungskultur Deutscher Verbrechen gegen die Menschlichkeit stolz sein zu können? Achja!

Im Sinne des letzten Wahlsiegers: wie viel weniger Hitler halten Sie für die Schule angebracht?

Steißtrommler
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Einer Frage nach Patriotismus mit der Nazi-Keule zu begegnen halten Sie für sachlich angemessen?!
Schwarz-Rot-Gold und „Einigkeit…“ kann man nicht wirklich mit dem Nationalsozialismus zusammenbringen.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Steißtrommler

„Einer Frage nach Patriotismus mit der Nazi-Keule zu begegnen halten Sie für sachlich angemessen?!“
„Weniger Hitler, mehr Bismarck“ war ein Wahlversprechen, bin aber bei Ihnen, dass das einer Demokratie unwürdig ist – sahen offenbar viele Menschen in Sachsen-Anhalt anders

RSDWeng
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Leider sahen sie nichts, sondern fielen blind.auf die plumpe und teilweise leider sehr geschickte Propaganda der Blauen herein.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  RSDWeng

Ich hoffe Sie haben recht, die Chancen sind aber nicht gering, dass die Wähler*innen es genau so sahen und darum wählten 🙁

Steißtrommler
1 Monat zuvor
Antwortet  Opossum

Deutschland hat seinen Patriotismus mit dem Dritten Reich verloren.
Ein Patriotismus, wie er in anderen Ländern als völlig normal und wünschenswert gilt, wurde in Deutschland nach dem zweiten Weltkrieg nicht mehr für möglich gehalten und daher in weiten Teilen der Gesellschaft abgelehnt.
Aber Ihre Fragen sind berechtigt, immer öfter werden sie gestellt – vielleicht entwickelt sich da etwas in die richtige Richtung.

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Gruppenzugehörigkeit(sgefühle) helfen aber bei Idenditätsfindung und geben Struktur. Wer sich nicht mit seinem Land, seiner Stadt … identifiziert, sich nicht als „dazugehörend“ empfindet, hat auch kaum Interesse etwas für diese Gruppe, diese Stadt, dieses Land zu tun.
Gruppenzugehörigkeit – Literatur-Wiki

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Jerunda

Tolles Argument für Fußballvereine als auch den Nationalsozialismus!
Waren Sie nicht irgendwann mal dagegen, alles in einen Topf zu werfen? Beim Patriotismusbegriff einer rechtsextremen Partei hört dies offenbar auf

Jerunda
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Keine Ahnung, was Sie da wieder aus meinem Kommentar und dem Link herauszulesen meinen. Ich vermute mal, Sie haben den Link gar nicht gelesen. 🙂
Kann es sein, dass Sie ein generelles Problem mit Gruppen haben? Neben Fußballvereinen und Nationalsozialismus gibt es noch sehr, sehr viele andere Gruppen von Menschen, z. B. auch Schulklassen, Chöre, Kirchengemeinden, Arbeitskollegen,,..Die meisten Menschen gehören gleichzeitig verschiedenen Gruppen an.
Soziale Gruppe: Definition, Typen und Gruppendynamik | SozTheo
Es gibt natürlich auch Einzelgänger. Jeder nach seiner Fasson!

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Jerunda

Hatten Sie sich nicht mal dagegen ausgesprochen, alles in einen Topf zu werfen?

Aber Sie meinen bei Gruppenzugehörigkeit das Gehirn ausschalten zu können und… achja, das haben Sie ja schonmal ^^

Also: Manche Gruppen verwenden dieses Bedürfnis nach Zugehörigkeit GEGEN andere Menschen. Das Unterscheidet z.B. einen Chor von Holligans. Wir haben in unserem Grundgesetz sogenannte „Grundrechte“, um – halten Sie sich fest – Minderheiten, Meinungen und die freie Lebensführung in unserer Demokratie zu schützen.

Dazu müssen wir junge Menschen bspw. in der Schule beibringen, respektvoll mit anderen umzugehen, andere Meinungen auszuhalten und bspw. den Nationalsozialismus nicht dermaßen runterzuverdummen, dass er sich mit einem Fußballverein verwechseln lässt.
Erfreulicherweise sind Sie ja von dieser Bürde befreit und müssen Kindern nicht mehr erklären, dass Sie sich das ja auch schon immer gefragt haben, um dann bei Wikipedia einen Artikel zu verlinken, als wäre dies eine Leistung. Glück gehabt 😛

Xxx
1 Monat zuvor
Antwortet  Redaktion

Beim Fußball funktioniert das Singen der Hymnen sehr gut. Bei Länderspielen die Nationalhymne, im Ligabetrieb die jeweilige Heimvereinshymne und manchmal auch die Hymne des Gastvereins.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Xxx

„Beim Fußball funktioniert das Singen der Hymnen sehr gut.“
Achja, die Hymnenpflicht für Fans habe ich ganz vergessen – tolles Beispiel ^^

Xxx
1 Monat zuvor
Antwortet  Rainer Zufall

Es gibt beim Fußball keine Hymnenpflicht. Sie wird vor Anpfiff einfach abgespielt und die Fans singen lauthals mit. Schauen Sie sich das mal auf YouTube oder noch besser live an. „Bochum“ in Bochum zum Beispiel.

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Xxx

Glaube ich Ihnen, die Hymnenpflicht war ein Bezug auf politische Parteien, welche diesen Gemeinschaftssinn an Schulen verpflichten und (gegen andere) instrumentalisieren wollen. Las da einen Artikel zu 😉

Aber wenn das Singen der Nationalhymne eine freiwillige Aktion ist, wo niemand hingehen muss, wird das wohl eine entspannte und eventuell ruhige Kiste ^^

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Xxx

Hoologans und Hooligänse wollen da nicht ganz ins Beispiel passen 😛

Rainer Zufall
1 Monat zuvor
Antwortet  Steißtrommler

„Deutschland hat seinen Patriotismus mit dem Dritten Reich verloren.“
Das beklagt die AfD auch und darum will sie im Geschichtsunterricht künftig die Werte stärken, welche aus dieser schlimmen Zeit hervorgi…. Hm? Nein? Mehr Bismarck und Kaiserreich?
https://www.focus.de/politik/briefing/afd-schulplaene-schluss-mit-schulpflicht-und-weniger-hitler_a5479d75-9620-4cdf-8c79-99dd7b55542c.html

Scheint mit der AfD wohl kein „normaler“ Patriotismus zu werden, eher der Nationalismus, mit dem Deutschland in den Ersten Weltkrieg stolperte…
Hm…