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Studie: Hang zu Drogen lässt sich im Hirn erkennen

LONDON. Ein Hang zu Drogenmissbrauch lässt sich laut einer Studie bei Jugendlichen im Gehirn erkennen. Einige Teenager hätten ein höheres Risiko, mit Drogen und Alkohol zu experimentieren, weil bestimmte Eigenheiten ihres Gehirns sie impulsiver machten, schreibt ein großes Forscherteam im Fachjournal «Nature Neuroscience». Das Ergebnis helfe bei der Klärung der Frage, ob bestimmte Hirnmuster vor dem Drogenmissbrauch da sind – oder durch diesen entstehen.

Forscher: Hang zu Drogenmissbrauch lässt sich bei Jugendlichen im Gehirn erkennen. Foto: Liz Henry / Flickr (CC-BY-ND-2.0)

Forscher: Hang zu Drogenmissbrauch lässt sich bei Jugendlichen im Gehirn erkennen. Foto: Liz Henry / Flickr (CC-BY-ND-2.0)

Das internationale Team um Robert Whelan und Hugh Garavan von der University of Vermont (USA) hatte von knapp 1.900 14-Jährigen Aufnahmen des Gehirns angefertigt. Die Bilder wurden mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) während einer Versuchsreihe aufgezeichnet: Die Jungen und Mädchen wurden gebeten, bei einem Test einen Knopf zu drücken. In einigen Fällen mussten die Teenager die Bewegung in letzter Sekunde stoppen – Menschen mit guter Impulskontrolle gelingt dies besser. Die Forscher hatten zudem abgefragt, ob und welche Drogen die Jugendlichen bereits konsumiert hatten. Einbezogen wurden auch genetische Analysen.

Eine Schlüsselerkenntnis: Eine verminderte Aktivität in einem neuronalen Netzwerk, zu dem der Orbitofrontalen Cortex gehört, ist assoziiert mit der Experimentierfreudigkeit bei Alkohol, Zigaretten und illegalen Drogen. Das Netzwerk funktioniere bei einigen Kindern nicht so gut wie bei anderen, das mache diese impulsiver, wird Whelan in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. Der Orbitofrontale Cortex, ein Teil des Frontallappens der Großhirnrinde, wird schon lange mit mangelnder Impulskontrolle und Drogenmissbrauchsverhalten in Verbindung gebracht. Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang.

Die aktuelle Untersuchung zeigte auch, dass bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) andere Netzwerke involviert sind. Anders als bisher angenommen würden der Hang zum Drogenkonsum und ADHS – obwohl beide mit mangelnder Impulskontrolle in Verbindung stehen – wohl nicht komplett über die selben, sondern verschiedene Steuerkreise reguliert. ADHS sei somit auch nicht unbedingt ein Zeichen für ein höheres Risiko eines Kindes, Drogen auszuprobieren.

Die Studie wurde von der Europäischen Union finanziell unterstützt, sie ist Teil des Analyse-Projekts «Imagen», bei dem europäische Wissenschaftler Daten von 2.000 Jugendlichen aus Irland, Frankreich, England und Deutschland über Jahre erfassen und auswerten. An der aktuell präsentierten Studie waren Forscher aus Hamburg, Berlin, Heidelberg und Dresden beteiligt. dpa

(29.4.2012)

Ein Kommentar

  1. Bitte hört nicht darauf! Abgesehen davon, dass es keien Sinn macht, wird der Mensch von der Psychiatrie/Psychiologie so nur nochmehr zum Tier degradiert, der aus nicht mehr besteht, als seinem Gehirn und den chemischen Abläufen. UNSINN!

    Tatsächlich ist die Pharmaindustrie (in Zusammenarbeit mit der Psychiatrie) der größte Drogendealer der Welt. Deren Medikamente machen ebenso abhängig und sind teilweise noch schädlicher als die bekannten Straßendrogen. Also: FINGER WEG !!!
    (Drogen-)Abhängigkeit ist auch keine „unheilbare Krankheit“. ABER die Menschen müssen vor Drogen geschützt werden. Drogen ist mit das größte Problem unserer heutigen Gesellschaft und der einzige Weg dem entgegen zu wirken ist Aufklärung und Prävention.
    Informiert Euch, Eure Familie, Freunde und Bekannten!
    Die von der Scientology Kirche gesponserte Kampagne „Sag NEIN zu Drogen – Sag JA zum Leben“ bietet ausgezeichnetes Info-Material kostenlos an. Ich benutzte die Fakten sehr oft um Menschen zu helfen.

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