Anzeige


Startseite ::: Praxis ::: Gebäude der Freimaurerloge „Zum aufrichtigen Herzen“ beherbergt jetzt Kulturwissenschaftler

Gebäude der Freimaurerloge „Zum aufrichtigen Herzen“ beherbergt jetzt Kulturwissenschaftler

FRANKFURT (ODER). Die Kulturwissenschaftler der Europa-Universität Viadrina forschen ab sofort in historischer Umgebung. Finanzminister Helmuth Markov (Linke) und Kulturministerin Sabine Kunst (parteilos) übergaben der Hochschule am Dienstag das fast fertig sanierte Frankfurter Logenhaus der Freimaurer.

Letzte Arbeiten sollen im Mai abgeschlossen werden. Nach Angaben der Landesregierung handelt es sich um einen der bedeutendsten Bauten des Spätklassizismus in der Oder-Stadt. Ministerin Kunst nannte das Logenhaus ein «Kleinod» und «Schmuckstück».

Aufnahme eines Kandidaten in die Bruderschaft der Freimaurer, Stich aus dem Jahr 1805. Illustration: Wikimedia Commons

Aufnahme eines Kandidaten in die Bruderschaft der Freimaurer, Stich aus dem Jahr 1805. Illustration: Wikimedia Commons

Freimaurer sind in Frankfurt (Oder) seit 1741 aktiv. Die Loge «Zum aufrichtigen Herzen» ist eine Tochterloge der Großen National-Mutterloge «Zu den drei Weltkugeln» in Berlin, die seit 1740 existiert. Freimaurer sind nach Angaben auf ihrer Internetseite eine international verbreitete Vereinigung, die unter Achtung der Würde des Menschen unter anderem für Toleranz, freie Entwicklung der Persönlichkeit und Brüderlichkeit eintritt.

1935 wurden Logen verboten und mussten sich auflösen. Nach dem Krieg wurden die Vereinigungen, denen nur Männer angehören, in Deutschland reaktiviert. In Ostdeutschland konnten sie erst nach der politischen Wende wieder aktiv werden. 1992 nahm die Loge in der Oderstadt ihre Arbeit auf.  Zu bekannten Freimaurer gehörten nach Angaben der Loge Preußenkönig Friedrich II., Schauspieler Charly Chaplin und Zeitungsverleger Axel Caesar Springer.

Das lange Zeit leerstehende Gebäude war zwei Jahre lang mit Hilfe des Landes für rund 7,2 Millionen Euro renoviert worden. Es beherbergt nun Büros, Seminarräume sowie einen Festsaal, in dem Wandmalereien von 1926 freigelegt und restauriert wurden. Hier finden künftig Konzerte statt. Die Frankfurter Loge «Zum aufrichtigen Herzen» zieht wieder in ihr angestammtes Haus zurück. Nach dem Zweiten Weltkrieg war das Gebäude zunächst provisorisches Rathaus der Stadt und später Sitz der Volkspolizei. dpa

(4.5.2013)

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*