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GEW: Inklusion in vielen Ländern nur Etikettenschwindel

DÜSSELDORF. Zum Anschluss des Gewerschaftstags in Düsseldorf fordert die neue GEW-Vorsitzende Marlis Tepe mehr Investitionen der Länder für die Inklusion.

Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) will die Entwicklung eines inklusiven Schulsystems mit der Integration behinderter Kinder als Staatsziel in allen Schulgesetzen verankern. Ein inklusives Schulsystem lasse sich aber nur erreichen, wenn die Länder mehr Geld investierten. «Denn eins geht nicht: die Umsetzung der Inklusion einfach bei den Lehrerinnen und Lehrern abzuladen», sagte die neue GEW-Vorsitzende Marlis Tepe am Sonntag zum Abschluss des GEW-Gewerkschaftstages. Die GEW bekannte sich zu einem inklusiven Bildungswesen von der Kita über die Schulen und Hochschulen bis zur Weiterbildung.

Marlis Tepe

GEW-Chefin Tepe will den gemeinsamen Unterricht von behinderten und nicht behinderten Kindern zu einem Schwerpunk ihrer Amtszeit machen. Foto: Kay Herschelmann

Bisher werde die Inklusion in vielen Bundesländern nur sehr schleppend umgesetzt, kritisierte Tepe. «Zudem betreiben viele Länder Etikettenschwindel: Sie bringen an den Schulen lediglich das Schild “Inklusion” an – ansonsten bleibt alles beim Alten.» GEW-Sprecher Ulf Rödde erläuterte, unter Inklusion dürfe man nicht nur das gemeinsame Lernen von behinderten und nicht behinderten Schülern verstehen, sondern das Miteinander aller Kinder und Jugendlichen, einschließlich solcher aus sozial benachteiligten Familien oder Migrantenfamilien. «Inklusion ist mehr», betonte Rödde. (dpa)

(16.06.2013)

zum Bericht: Tepe neue GEW-Chefin: Wohin steuert die Gewerkschaft?

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