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VBE: Sprachtest Delfin 4 muss durch neues Verfahren ersetzt werden

DÜSSELDORF. Delfin 4, das so genannte „Sprachstandsfeststellungsverfahren“, dem alle Vierjährigen in Nordrhein-Westfalen unterzogen werden, muss schnellstmöglich ersetzt werden, fordert der Verband Bildung und Erziehung (VBE) NRW. „Delfin 4 stellt nur eine Momentaufnahme in der Sprachbildung der Kinder dar. Ein kontinuierlicher Sprachentwicklungsprozess wird dabei nicht berücksichtigt“, sagt Udo Beckmann, VBE-Vorsitzender.

Das Verfahren – an dem Grundschullehrkräfte wie Erzieherinnen beteiligt sind – verschlinge jährlich rund 60.000 Unterrichtsstunden, die deswegen an den Grundschulen fehlten, so Beckmann weiter: „Hier werden sie aber ebenfalls dringend für die Unterrichtsversorgung und individuelle Förderung gebraucht.“ Außerdem steht der diagnostische Aufwand in keinem Verhältnis zum zeitlichen Personalaufwand und der tatsächlichen Förderwirkung. „‘Gut gemeint‘ ist in diesem Fall nicht ‚gut gemacht‘„ kritisiert Beckmann das Verfahren.

Auch die einzelnen Sprachförderprogramme selbst müssen auf den Prüfstand gestellt werden: „Die Landesregierung selbst hat in ihrer Antwort auf eine Anfrage der CDU zugegeben, dass es über die Wirksamkeit von Sprachförderprogrammen insgesamt kein klares Bild gibt – das zeigt sehr deutlich, wie dringend es einer eingehenden Überprüfung bedarf“, klagt Beckmann an.

Sinnvoller sei es, die Sprachstandsdiagnostik und -förderung nicht voneinander zu trennen, sondern in die Hand der Erzieherinnen in den Kitas zu legen: „Sobald die Kinder eingewöhnt sind, sollte mit einer altersangemessenen Sprachstandsfeststellung begonnen werden – diese sollte dann als Grundlage für die weitere Förderplanung dienen“, so Beckmann, „aber auch dafür brauchen wir einen besseren Erzieher-Kind-Schlüssel und kleinere Gruppen, damit jedem Kind eine individuelle Förderung zugutekommen kann.“

„Sprachförderung ist eine Daueraufgabe, die weder auf die Kitas noch auf die Grundschulen beschränkt werden darf“, fordert Beckmann, „deswegen müssen in allen Bildungsbereichen die notwendigen Ressourcen vermehrt werden.“

Zum Bericht: „Experten: Sprachförderung im Kindergarten bringt zu wenig“

 

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