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Debatte um Homosexualität bestätigt: Das Thema gehört in den Unterricht

Ein Kommentar von NINA BRAUN.

Erschreckend, wie leicht manche Reflexe immer noch funktionieren. Homosexualität ist offenbar so ein Thema. Es ruft sämtliche selbsternannten radikalen Familienbeschützer auf den Plan, egal, ob es notwendig ist oder nicht. Die Debatte in Baden-Württemberg entzündet sich daran, dass die grün-rote Landesregierung das Thema „sexuelle Vielfalt“ stärker als bisher im Bildungsplan verankern will. Dabei stellt ja niemand die traditionelle Familie in Frage. Das Thema ist vielmehr «Akzeptanz sexueller Vielfalt». Und die Erwähnung des einen Umstands, dass es Schwule und Lesben gibt, ist ja keineswegs eine Herabwürdigung des anderen Umstands, dass Menschen nach wie vor in traditionellen Familien leben.

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: Bildungsjournalisten.de

Die Bildungsjournalistin Nina Braun. Foto: Frauke Schumann

Angesichts der Tatsache, dass Homosexualität angeboren ist, kann die Landesregierung nur das Ziel verfolgen, Toleranz zu vermitteln – und nicht, wie offenbar von den Kritikern befürchtet, Einfluss auf die Lebensweise von Schülern zu nehmen. Hier stellt sich mir unweigerlich die Frage: Was stellen sich die Kritiker vor, wie der Unterricht zukünftig ablaufen wird? Dass Kinder plötzlich reihenweise dazu gebracht werden, sich nicht mehr fürs andere Geschlecht zu interessieren, sondern für ihr eigenes? Absurd. Wer solche oder ähnlich diffusen Ängste hat, bestätigt die Landesregierung in Ihrem Vorhaben: Aufklärung tut not.

Zum Artikel Papier zu „sexueller Vielfalt“ sorgt weiter für Zündstoff

46 Kommentare

  1. Fragt sich nur, wer hier wen aufklärt.
    Es ist doch albern zu glauben, dass die Schüler/innen auf diesem Gebiet von Tuten und Blasen keine Ahnung hätten. Schon sehr früh wissen die heute mehr als so manche(r) Erwachsene.

  2. Wie schön, dass Frl. Braun so viel Toleranz gegenüber denjenigen zeigt, die eine andere Meinung als die ihre vertreten. Darf ich sie daran erinnern, dass wir (noch) in einer Demokratie leben und es (noch) erlaubt ist, etwas anderes zu vertreten, auch wenn es dem Mainstream zuwiderläuft? Welche Themen gehören denn ihrer Ansicht nach noch in den Unterricht? Pädophilie vielleicht? Selten habe ich so einen Unsinn gelesen – außerdem im krassen Widerspruch zur Landesverfassung. Aber die hat die Protagonisten des gesellschaftlichen Umbaus ja noch nie interessiert.

    • Michael Bliefert

      Sie verwechseln Toleranz mit Einvernehmen. Tolerieren bedeutet gegenüber Meinungen so viel wie ertragen, nicht teilen. Ihre Ansicht nicht zu teilen ist nicht nur demokratisch erlaubt, sondern ein Gebot der Vernunft und Humanität, denn die Gleichsetzung von Homosexualität und Pädophilie ist eine Ungeheuerlichkeit!

  3. Hallo, Frau Braun,
    Sie schreiben: „Angesichts der Tatsache, dass Homosexualität angeboren ist, kann die Landesregierung nur das Ziel verfolgen, Toleranz zu vermitteln und nicht, wie offenbar von den Kritikern befürchtet, Einfluss auf die Lebensweise von Schülern zu nehmen.“
    Meinem Wissen nach ist die Ursache für Homosexualität noch nicht eindeutig geklärt. Mich interessiert darum Ihre Quelle für die „Tatsache“.
    Soeben habe ich das hochinteressante Buch „Dann mach doch die Bluse zu“ von Birgit Kelle gelesen. Darin heißt es auf Seite 85:
    „Denn Gender-Mainstreaming geht davon aus, dass nicht unser biologisches Geschlecht relevant ist, sondern unser soziales Geschlecht. Und dass das grundsätzlich zwei verschiedene Dinge sind, die miteinander nicht zwingend verbunden sind oder gar auseinander resultieren. Stattdessen wird eine Trennung von Körper und Geist propagiert, bei der wir nicht Frau oder Mann sind, weil wir mit diesem Geschlecht biologisch geboren wurden, sondern das sind, was wir uns anschließend aussuchen. Deswegen auch die Unterscheidung zwischen den englischen Begriffen „sex“ und „gender“. Während „sex“ die biologischen Fakten unserer Geschlechtlichkeit als Mann und Frau benennt, beschreibt „gender“ neuerdings die soziale Komponente. Das, als was wir uns fühlen, zu dem wir erzogen werden, zu dem wir gemacht werden (…)
    Mit erstaunlicher Offenheit erklärte dies einmal Nina Degele, Gender-Theoretikerin an der Universität Freiburg. Demnach sei es Aufgabe des Gender-Mainstreamings, die „Entnaturalisierung von Geschlecht“ programmatisch umzusetzen.“
    Ich beschäftige mich schon länger mit der Gender-Idologie und kann Bedenken gegen die scheinbar „harmlose Aufklärung“ über sexuelle Vielfalt durchaus verstehen. Für mich sind sie nicht einfach nur altmodische, noch immer funktionierende Reflexe. Als solche werden sie allerdings gern dargestellt.
    Vielleicht sollte noch erwähnt werden, dass sich insbesondere die Partei der Grünen stark macht für das Gender-Mainstreaming (auch in Schulen). Ist da die Gegenwehr im grün-rot regierten Baden-Württemberg einfach nur Unsinn oder nicht doch Resultat begründeten Misstrauens?

    • Hallo Frau Prasuhn,

      Sie haben recht, die Ursache von Homosexualität ist nicht eindeutig geklärt, es gibt aber einige für mich einleuchtende naturwissenschaftliche Theorien zu dem Thema, siehe beispielsweise http://www.zeit.de/2013/11/Homosexualitaet/seite-2.

      Die Ideen des Gender-Mainstreaming, die Sie zitieren, halte ich dagegen allerdings für eine Theorie ohne überzeugende Grundlage.

      Viele Grüße
      Nina Braun

  4. Liebe/r J.S.,

    ich finde es schockierend, wenn Sie Homosexualität mit Pädophilie gleichsetzen. Ich habe selten so einen Humbug gelesen, dass Homosexualität der Landesverfassung zuwiderläuft. Klingt ja so, als ob unsere Jugend verdorben werden könnte. Haben Sie schon mal versucht, nachzudenken, was das für eine Belastung für die homosexuellen Menschen ist, ihre Identität verleugnen zu müssen? Gerade erst für Jugendliche, die von ihren Eltern und Menschen wie Ihnen eingeimpft bekommen, dass Homosexualität was „Ekliges“ ist. Aus diesem Grund ist es bitter nötig, offen im Unterricht darüber zu sprechen. Von einer toleranten und offenen Gesellschaft leben wir alle.

    G. K. (heterosexuell und dennoch auf der Seite von homosexuellen Menschen – traurig genug, dass ich das explizit erwähnen muss und meinen Namen lieber verberge, um selbst keine Nachteile aufgrund meiner Einstellung durch Menschen wie Sie zu erfahren)

    • Liebe/r G. K.,
      mich schockiert J. S. überhaupt nicht. Ich bin sogar dankbar, dass er/sie (es) aufmerksam macht auf ein dickes Problem.
      Der diffuse Begriff „sexuelle Identität“ geistert im Moment durch die politische und mediale Landschaft und bedeutet, dass diese menschliche Eigenschaft Grund- bzw. Menschenrechtsstatus erhalten soll und so wichtig ist, dass ihr in den Schulen mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden soll.
      Grundrechte, sofern sie nicht durch diffamierende Tricks (etwa bei der Meinungsfreiheit) unterlaufen werden, kennen aber keine Ausnahme und sollten sie auch nicht kennen, weil sie sonst je nach Geschmack ausgehebelt werden können.
      Pädophile haben ebenso wie Sodomisten oder Homosexuelle eine „sexuelle Identität“. Und da müssten doch auch bei Ihnen, werte/r G. K., die Alarmglocken klingeln. Wohlfeile Empörung zugunsten nur einer Form der Identität, nämlich der homosexuellen, und hässliche Unterstellungen zulasten eines Meinungsgegners wie J. S., die/der m. E. nur davor warnen will, dass da die Büchse der Pandora geöffnet wird, sind gänzlich unangebracht. Haben Sie nicht mitgekriegt, wie nahe wir bereits der Legalisierung des Missbrauchs von Kindern waren dank der sog. Kinderläden und politischen Befürwortern wie Cohn Bendit oder Volker Beck?
      Ihr Feindbild im Schlusssatz mit der Bekundung selbstgefälliger Trauer ist für meinen Geschmack ziemlich daneben. Unreflektierte moralische Empörung finde ich gefährlich, nicht aber stichhaltige Warnungen vor unüberlegten Schritten.

  5. Debatte um Homosexualität @ F.H..

    Meine Erfahrung mit Schülern ist, daß diese tatsächlich sehr häufig keine Ahnung von Tuten und Blasen haben. sondern man hier auf eine Menge Vorurteile und Klischees und damit bestenfalls auf Schein- und Halbwissen trifft.

    Diese konkretisieren sich ja auch in Bemerkungen wie: „Was Du da sagst, ist doch schwul!“, „Hat die eine schwule Tasche!“, „Bist Du schwul oder was?!“ etc.

    @ J.S.
    Ich finde, dieser unsachliche Beitrag („Welche Themen gehören denn ihrer Ansicht nach noch in den Unterricht? Pädophilie vielleicht?“) wird er Ernsthaftigkeit der Sache nicht gerecht, zumal man in diesem Zusammenhang auch diesen Aspekt durchaus im Unterricht thematisieren kann – denn wie oben schon gesgt: Die Vorurteile über Homosexualität sind ja da! Und keiner weiß, wieviele homosexuelle Schüler wir haben, die darunter leiden, wie manche Mitschüler (und Lehrer?) letztlich über sie denken, sie schlichtweg als triebgesteuert und pervers einstufen!

    Schon deshalb ist es schlichtweg Aufgabe von Lehrern und Schule Werte zu vermitteln; dazu zählt meines Wissens nach auch und v.a.Toleranz gegenüber anderen Auffassungen und Lebensweisen – gehört die Akzeptanz sexueller Vielfalt etwa nicht dazu???

  6. Michael Bliefert

    Ich wiederhole hier einen Kommentar, den ich zu einem anderen Beitrag bereits geschrieben habe:
    Man kann Homosexualität nicht fördern. Genau sowenig wie Heterosexualität. Bei beidem handelt es sich um eine sexuelle Orientierung über deren Ursachen man so wenig weiß, wie über die Zeit vor dem Urknall. Dass die Homosexualität schädlich ist, weil sie den Fortbestand der jetzt schon über sechs Millionen Menschen zählenden Weltbevölkerung gefährdet, da sie zu ihrem Wachstum nicht beiträgt, ist denn doch zu offensichtlich vorgeschoben, um dahinter stehenden moralischen Vorbehalten einen rationalen Anschein zu geben.
    Eine vernünftige Gesellschaft sorgt deshalb dafür, dass die Träger der jeweiligen Veranlagung deswegen keiner irgendwie gearteten Ächtung oder Benachteiligung ausgesetzt werden und sich in ihrer Orientierung gegenseitig achten. Wenn das der Unterricht unterstützen soll, ist er selbst zu unterstützen.

  7. Angesichts der Tatsache, dass das hier doch vielfach von Lehrern geschrieben wird, erschreckt mich generell die Homophobie, die doch aus einigen Kommentaren spricht.

    Wie gehen diejenigen denn dann mit Schülern um, die nicht ihren Erwartungen, in welcher Hinsicht auch immer, entsprechen?

    • Das ist doch Blöd- oder Argsinn, was Sie da schreiben. Kommt gegenüber Andersdenkenden nach dem allmählich ausgereizten Vorwurf des rechtsextremen Gedankenguts jetzt der Generalverdacht der Homophobie?
      Dieser Umgang mit Menschen, die anderer Meinung sind, ist wirklich erschreckend. Er entlarvt beliebte Wörter der modernen politischen Rhetorik als leere Hülsen. Sie heißen u. a.: Vielfalt, Weltoffenheit, Toleranz oder auch Respekt.

  8. Beispiele – selber erlebt sowie aus meinem Bekannten- und Kollegenkreis – zum Thema über einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten.

    Anfang der 70er Jahre: Während der Klassenfahrt einer 11. Klasse besucht ein Schüler ein anderes Zimmer. Die Vorhänge werden zugezogen, jemand versperrt die Tür und weitere Personen versuchen den Schüler zu entkleiden. Nur durch seine energische Gegenwehr und sein lautes Schreien gelingt es ihm, sich schließlich zu befreien und das Zimmer zu verlassen. Reaktionen oder Maßnahmen der Klassenleitung? KEINE!!

    Mitte der 70er Jahre: Studienfahrt in ein europäisches Nachbarland. Ein Schüler liegt mit einer Magenverstimmung im Bett. Einige Schüler halten sich ebenfalls in dem Haus auf und versuchen mit
    Gewalt in das Zimmer einzudringen.
    An einem anderen Ort wird der Schüler nachts bedrängt und läuft panikartig davon. Erst nach Stunden kehrt er vollkommen verängstigt zurück. Ein sehr kräftiger und großer Klassenkamerad stellt sich schützend vor ihn und erklärt sich zum „Personenschützer“. Sinngemäß sagt er: „Wer xx anrührt, den schlage ich krankenhausreif!“ Reaktionen oder Maßnahmen der Klassenleitung: KEINE!!

    Ende der 70er Jahre: Schulpraktikum mit eigenverantwortlichen Unterricht. Ein Student betritt den Klassenraum einer 10. Klasse und liest an der Tafel: „Herr xx ist eine schwule Sau!“ Der Student diskutiert mit den SchülerInnen über das Thema „Homosexualität“.
    Am nächsten Tag wird er vom Schulleiter zum Gespräch zitiert. Dort wird ihm erklärt, dass er als Praktikant seine Kompetenzen überschritten habe und aufpassen müsse, nicht vorzeitig nach Hause geschickt zu werden. Alle wüssten über die Veranlagung des Herrn xx Bescheid, aber es dürfe nicht darüber geredet werden.

    Mitte der 80er Jahre: Mann, Mitte 30 hält sich in einer Großstadt in einer Kneipe auf. Unvermittelt wird er von einer Frau mit den Worten angesprochen: „Meinst du nicht, dass du hier in der falschen Kneipe bist?“

    Anfang 2000 in einer Kleinstadt: Zwei oder drei Lehrkräfte gehen in unregelmäßigen Abständen nach dem Unterricht zum „Italiener“ oder „Chinesen“. Bei schönem Wetter sitzen sie draußen und werden immer mal wieder von SchülerInnen der Schule gesehen. Bald kursiert das Gerücht, dass sie wohl schwul seien. Während eines telefonischen Elterngespräches sagt ein Vater unvermittelt zu einer Lehrkraft: „Dass Sie schwul sind, wissen hier doch alle.“ Das Dementi will er nicht glauben.
    Nachtrag: Die drei Lehrkräfte sind heterosexuell.

    Was kann uns diese kleine Zeitreise sagen?

  9. Nachtrag:

    1. Alle bedrängten Schüler sind heterosexuell. Das gilt auch für das Kneipenbeispiel.
    2. Schulpraktikum mit eigenverantwortlichem Unterricht.

  10. @hesse:
    Zitat:“Meine Erfahrung mit Schülern ist, daß diese tatsächlich sehr häufig keine Ahnung von Tuten und Blasen haben. sondern man hier auf eine Menge Vorurteile und Klischees und damit bestenfalls auf Schein- und Halbwissen trifft.“ – Das trifft leider nicht nur auf SuS zu, es gibt auch noch immer zu viele Erwachsene – und da nehme ich LuL nicht aus – denen Nachhilfe auf diesem Gebiet guttäte.

    @mehrnachdenken:
    Zitat:“Was kann uns diese kleine Zeitreise sagen?“ – Dass sich in vielen Köpfen seit 40 Jahren nichts geändert hat und weitere Aufklärung auf allen Ebenen dringend nötig ist, um endlich das Verständnis für und die Akzeptanz aller sexuellen Spielarten zu erreichen. Es ist noch ein weiter Weg, aber er ist richtig.

    • Einen weiten und richtigen Weg nennen Sie das? Wurde nicht in den letzten Tagen deutlich, dass bereits übers Ziel hinausgeschossen wird?
      Als Hetero könnte man fast neidisch werden auf Homosexuelle. Wenn ich mich oute, kräht kein Hahn danach. Und mit meinem Familienleben nach dem altmodischen Muster von Vater, Mutter, Kind schaffe ich es auch zu keiner Zeile in irgendeiner Zeitung.
      Es wäre nicht verwunderlich, wenn Kinder und Jugendliche, die trotz schulischer Aufklärung über die schöne bunte Vielfalt der Sexualität keine Lust zu Experimenten mit dem gleichen Geschlecht haben, als unzeitgemäße Langeweiler und Spielverderber abgetan würden.

  11. @G. K.
    Nun ist Ihre moralische Entrüstung gegen J. S. zum Bumerang geworden. Der grüne Ministerpräsident Kretschmann hat inzwischen den Pädophilen den Rücken gestärkt. Er akzeptiert also diese Minderheit ebenso wie die Homosexuellen und macht genau das, was Sie J. S. angedichtet haben, Kretschmann stellt beide Minderheiten auf die gleiche Stufe.
    Hier ist Ihr Protest angebracht, der aber wohl ausbleiben wird, weil er gegen jenes politische Lager gerichtet sein müsste, mit dem Sie vermutlich sympathisieren.
    http://www.freiewelt.net/nachricht/kretschmann-akzeptiert-padophile-wie-sie-sind-10021519/

    • Der Link führt nirgendwohin.

      • … der Link führt nirgendwohin? (upps, wie schade!)

        Bezeichnend!!!!

        (bitte noch mehr rechtspopulistische Verweise, die „nirgendwohin“ führen – …)

    • @Reinhard
      Sie haben Recht. Jetzt finde ich den Artikel unter dem Link auch nicht mehr. Kann mir die Sache leider nicht erklären. Habe es bei Google über Umwege probiert, aber auch da war nur Fehlanzeige. Tut mir leid und ist mir unangenehm.
      Vielleicht gibt es ja jemanden, der meinem Link so frühzeitig nachgegangen ist, dass er bestätigen kann, dass es den Artikel gab und er ihn gelesen hat.

      • Die Erklärung für das verschwinden dieses Krachers dürfte recht einfach sein: Offenbar stand so viel Unsinn drin (Kretschmann soll Pädophilen den Rücken stärken – hä?), dass die Pressestelle der Stuttgarter Staatskanzlei eingeschritten ist und den Verfassern rechtliche Schritte angedroht hat. Und die haben, weil sie ihren Quatsch natürlich nicht belegen können, den Schwanz eingekniffen und den Text aus dem Netz genommen. Kleiner Tipp: Es stimmt nicht alles, was im Internet so verbreitet wird.

        • aber es reicht immer noch, hier ein wenig Stimmung zu machen!

          Unglaublich!

          Zum wiederholten Male – ich kann es kaum glauben, wer hier, mit welchen Argumenten (und vor allem unseriören Quellen, um es ganz vorsichtig zu formulieren!) unterwegs ist.

          • Sind Empörungsgehabe und Pauschalverurteilungen wie „unseriöse Quellen“ nicht auch (und erst recht) Stimmungsmache?
            Von vorsichtiger Formulierung kann ich in Ihren Zeilen nichts entdecken. Im Gegenteil, Sie führen einen billigen Rundumschlag gegen alle aus, deren Meinung oder Quellenangaben Ihnen nicht passen und die Sie glauben, in einem Atemzug verunglimpfen zu können.
            Ein Link, der ins Leere führt wegen eines offenbar fragwürdigen und vermutlich zu Recht gelöschten Artikels ist zwar willkommener Anlass, doch dieser erlaubt nicht, alle anderen Kommentare und Quellenangaben unter Generalverdacht zu stellen.
            Wer Seriosität predigt, sollte sie aus Gründen der Glaubwürdigkeit selbst zu beherzigen. Insbesondere dann, wenn allein moralische Empörung als Beweismittel dienen soll.

          • pi-news, eigentümlich frei, freie welt ….

            und Sie sprechen mir meine Empörung ab!
            Was sind Sie denn für einer – schauen Sie sich diese Blogs bzw. „Organe“ doch einmal an!

  12. Vielleicht verstehen Sie, Frau Braun, die „selbsternannten radikalen Familienschützer“ besser, wenn Sie dies lesen:

    In dem Handbuch für Lehrer, – “Anleitung zur Handhabung der Rahmenrichtlinien für Sexualkunde in Hessen” – schrieb Prof. Dr. Hans-Jochen Gamm:
    “Wir brauchen die sexuelle Stimulierung der Schüler, um die sozialistische Umstrukturierung der Gesellschaft durchzuführen, und den Autoritätsgehorsam einschließlich der Kinderliebe zu den Eltern gründlich zu beseitigen”.

    Herr Gamm war emeritierter Professor am Institut für Pädagogik der TU Darmstadt.
    Er erhielt am 1. Oktober 2010 gemeinsam mit Wolfgang Klafki den Comenius-Preis.
    Die Stiftung würdigte damit seinen besonderen Einsatz im Bereich der Kinder- und Jugendhilfe. Der Pädagoge habe sich jahrzehntelang für die Reform der Schule und einer kindgerechten Erziehung eingesetzt.
    Quelle:
    http://www.freiewelt.net/kinderliebe-zu-den-eltern-grundlich-beseitigen-2903/

    Es ist doch nicht so, dass der Bildungsplan in Baden-Württemberg bezüglich der sexuellen Aufklärung wirklich etwas Neues brächte. Auch jetzt schon wird mit den Schülern über die Homosexualität in toleranter Weise gesprochen.
    Neu und besorgniserregend scheint vielmehr das Sendungsbewusstsein, mit dem das Thema „sexuelle Vielfalt“ von Lobbyisten und Politikern aufgeladen wird. Aus der angeblichen Schmalspur des Sexualkundeunterrichts und der Biologie soll es künftig wie ein roter Faden alle Fächer durchziehen. Wozu das? „Aufklärung tut not“ in dieser Massivität ist zumindest unverständlich.

    Dass dies noch

    • Das Zitat ist tatsächlich mehr als fragwürdig. Von wann ist denn dieses Handbuch? Es scheint mir etwas älter zu sein. Viele Grüße Nina Braun

  13. Auf die Schnelle habe ich soeben recherchiert. Das Zitat scheint von 1970 zu stammen und ist in pädagogisch interessierten Kreisen (zu denen auch zeitkritische Eltern gehören) nicht ganz unbekannt. Die Worte von Prof. Gamm wurden aber offensichtlich in höheren Kreisen nicht als anstößig, sondern als richtig angesehen (bis heute), sonst wäre Prof. Gamm nicht in den folgenden Jahrzehnten zum Guru in den Erziehungswissenschaften aufgestiegen und hätte 2010 nicht gemeinsam mit Wolfgang Klafki den Comenius-Preis erhalten.
    Worte wie Toleranz, Gleichheit, soziale Gerechtigkeit oder Aufklärung überzeugen m. E. zu schnell. Sie kommen mir vor wie ein erprobter Knopfdruck für Zustimmung. Leider ersetzen sie gewöhnlich den genaueren Blick hinter die Kulissen. Aufmerksame Eltern haben da so ihre Erfahrung.
    Hier aber die Quelle zum Jahr 1970:
    http://dieweiterdenkerin.wordpress.com/2011/09/04/wir-brauchen-die-sexuelle-stimulierung-der-schuler-%E2%80%A6/

  14. Sie haben vollkommen Recht, Mutter. So sieht Toleranz in Wirklichkeit aus, wenn man hinter die Kulissen schaut:
    http://www.pi-news.net/2014/01/bildungsplan-18-farbanschlag-gegen-politikerin/

    Da müssen alle möglichen tollen Begriffe her für den Bildungsplan in BW, doch wer anderer Meinung ist, wird weder mit Toleranz noch mit Respekt behandelt. Das neue selbstgerechte Spießertum ist links angesiedelt und durchdrungen von Idealen der sog. 68er aus dem letzten Jahrhundert.
    Warum sich diese Lemminge noch immer als humanitäre Avantgardisten verstehen, ist schleierhaft. Vielleicht deswegen, weil ihre Stammtische (auch die in den Medien) es verstehen, so zu tun, als sei alles brandneu, fortschrittlich und wegweisend.
    Von Toleranz reden und Andersdenkende gnadenlos in die Mangel nehmen, ist Kennzeichen dieser neuzeitlichen Stammtische.

  15. Provokant gesagt: all jene die am lautesten gegen die Homosexuellen (Lesben wie Schwule) wettern, hegen im Geheimen doch ähnliche Vorlieben oder sie haben Angst vor etwas, dass sie als Fremd erachten und so sehr fürchten, dass sie es Hassen.
    Bitte Erwachsen werden in den ansichten, es hat zu jeder Zeit und wird auch weiterhin zu jeder Zeit Personen mit homosexuellen Neigungen geben. Unsere Heterosexuell geprägte Weltansicht sollte mal kritisch betrachtet werden. Und die jenigen, die jetzt mit der Bibel um die Ecke kommen: wie viele Ermahnungen betreffen Heterosexuelle und wie viele Homosexuelle? Frage bitte beantworten, wenn möglich.

    • Kennen Sie wirklich Leute, die „gegen die Homosexuellen (Lesben wie Schwule)“ wettern?
      Ich kenne nur die Behauptung, dass es solche Menschen wie Sand am Meer geben soll.
      Warum sind die mir bloß nie begegnet?

      • Meinen Sie Homosexuelle oder jede die dagegen wettern?
        Nun ich kennne mehrere Homosexuelle und muss sagen, dass diese Menschen genauso sind wie jeder andere auch. Es sind nun mal Menschen mit Ecken und Kanten.
        Und von den Personen, die gegen diese wettern, kenne auch ich einige. Zum Glück sind es nur wenige. Aber all jene die diese unsinnige Petition unterschrieben haben, scheinen wohl oder übel dazu zugehören.

        • Ich meine die intoleranten Wetterer. Die kenne ich nur vom sog. Hörensagen bzw. Lesen.
          „Aber all jene die diese unsinnige Petition unterschrieben haben, scheinen wohl oder übel dazu zugehören“, meinen Sie.
          Diese Behauptung halte ich für gewagt. Haben Sie die Petition gelesen? Vielleicht können Sie die eine oder andere Stelle zitieren, aus der Sie diesen Schluss ziehen. Sie würde mich sehr interessieren.

          • Ich habe die Petition gelesen und muss sagen, das Lesen hätte ich mir auch sparen können. Es ist eine Ausgrenzungserklärung die auf Vorurteilen und Angst begründet ist, und da zu noch sehr populisitisch. Mit anderen Worten: Niveau nocht unterhalb der Bildzeitung.
            “Aber all jene die diese unsinnige Petition unterschrieben haben, SCHEINEN wohl oder übel dazu zugehören.”
            Das Wort „scheinen“ ist in dem Satz des Pudels Kern.

  16. @konfuzius vom 28. Jan. um 22:41
    Ja, Ihre Empörung ist und bleibt für mich Dramaturgie. Daran ändert auch der Verweis auf „pi-news, eigentümlich frei, freie welt ….“ nicht das Geringste.
    Offenbar sind Ihnen diese Blogs unbekannt, sonst hätten Sie wohl mehr zu sagen und würden es nicht wieder mit heißer Luft versuchen.
    Sie mag ja manchmal Erfolg haben, obwohl diese billigen und durchsichtigen Tricks fast schon beleidigend sind. Nur Dumme und Naive lassen sich durch aufgesetzte Empörung und „vielsagende“ Andeutungen beeindrucken.

    • Ihre Argumentation – wenn man diese so nennen will – ist durchschaubar!
      Sich inhaltlich nicht äußern, aber mit „billiger und durchsichtiger“ Wortwahl „vielsagend“ andeuten.

      Ist Ihnen der Begriff „Neue Rechte“ eigentlich bekannt (oder bekennen Sie sich zu dieser)?

      Wenn Sie hierüber noch nie nachgedacht haben (was ich nicht glaube), dann sollten Sie sich schleunigst schlau machen – und sich dann auch selbstkritisch befragen, was Sie hier so schreiben.

  17. @Biene
    Ich habe den Wortlaut der Petition natürlich auch gelesen, wünschte mir aber, Sie würden es auch tun. Was mich erschreckt ist die Feststellung, wie subjektiv jeder von uns die Worte auslegt.
    Die vorgefasste Meinung spielt offenbar eine entscheidende Rolle, was auch bedeutet, wie sehr wir in einer Diskussion aneinander vorbei reden müssen und wie sinnvoll ein Meinungsaustausch zwischen entgegengesetzten „Lagern“ ist.
    Es erübrigt sich wahrscheinlich zu sagen, wie ich zu der Petition stehe. Dennoch: Ich finde sie gut und richtig.
    Schade, Biene, dass Sie nicht (wie ich mir wünschte) die ein oder andere Stelle der Petition zitiert und dazu konkret Stellung genommen haben. Davon versprach ich mir ein wenig Auskunft über die Ursachen von Verständnisproblemen. Vielleicht hätte das aber auch nicht viel gebracht.

    • Ich betrachte die Petition als ganzes. Denn es bringt wenig nur einige Zitate zu verwenden und diese dann in einem Hintergrund zu stecken, der nur falsch interpretiert werden kann.
      Ich akzeptiere Ihre Meinung und bedanke mich für Ihre Anregungen.
      Ihr Satz „Was mich erschreckt ist die Feststellung, wie subjektiv jeder von uns die Worte auslegt.“ ist vollkommen richtig und sollte Sie nicht erschrecken, da die Auslegungen von Worten immer schon Subjektiv gewesen ist. Die besten Bespiele dazu finden sich in den monotheistischen Religionen. Da wird doch seit Jahren über die korrekte Auslegung der Heiligen Schriften gestritten.

  18. Meine Meinung: Debatte um Homosexualität bestätigt: Das Thema gehört NICHT in den Unterricht.

  19. Hallo, Frau Braun,
    am 11. Jan. um 13:50 schrieb ich Ihnen, dass die Bedenken kritischer Eltern gegen den Bildungsplan in Baden-Württemberg m. E. nicht einfach nur altmodische, noch immer funktionierende Reflexe sind, sondern Ausdruck begründeter Sorge um eine Indoktrination der Kinder, bei der die offiziellen Ziele wie „Aufklärung“ und „Toleranz“ bestenfalls eine Seite der Medaille sind.
    Die andere lässt sich recht gut an den Vorstellungen der GEW zum LSBTTI-Unterricht ablesen. Hier ein kurzer Auszug daraus:

    Konzept der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft GEW für den LSBTTI-Lehrplan Auszug:
    Lesbische und schwule Lebensweisen – ein Thema für die Schule
    Herausgeber: GEW Baden-Württemberg, AK Lesbenpolitik des Vorstandbereichs Frauen
    Redaktion: Renate Kupke Gestaltung: Tomasz Mikusz, SPV Druck: SPV Stand: Februar 2013
    6. überarbeitete Auflage: 1.800
    ——————————————–
    Phase 4: Vertiefung

    M7a Der heterosexuelle Fragebogen
    1 Woher glaubst du, kommt deine Heterosexualität?

    2 Wann und warum hast du dich entschlossen, heterosexuell zu sein?

    3 Ist es möglich, dass deine Heterosexualität nur eine Phase ist und dass du diese Phase überwinden wirst?

    4 Ist es möglich, dass deine Heterosexualität von einer neurotischen Angst vor Menschen des gleichen Geschlechtes kommt?

    5 Wissen deine Eltern, dass du heterosexuell bist? Wissen es Deine Freundinnen und Freunde? Wie haben sie reagiert?

    6 Eine ungleich starke Mehrheit der Kinderbelästiger ist heterosexuell. Kannst Du es verantworten, deine Kinder heterosexuellen Lehrer/innen auszusetzen?

    7 Was machen Männer und Frauen denn eigentlich im Bett zusammen? Wie können sie wirklich wissen, wie sie sich gegenseitig befriedigen können, wo sie doch anatomisch so unterschiedlich sind?

    8 Obwohl die Gesellschaft die Ehe so stark unterstützt, steigt die Scheidungsraten immer mehr. Warum gibt es so wenige langjährige, stabile Beziehungen unter Heterosexuellen?

    9 Laut Statistik kommen Geschlechtskrankheiten bei Lesben am wenigsten vor. Ist es daher für Frauen wirklich sinnvoll, eine heterosexuelle Lebensweise zu führen und so das Risiko von Geschlechtskrankheiten und Schwangerschaft einzugehen?

    10 In Anbetracht der Übervölkerung stellt sich folgende Frage: Wie könnte die Menschheit überleben, wenn alle heterosexuell wären?

    11 Es scheint sehr wenige glückliche Heterosexuelle zu geben; aber es wurden Verfahren entwickelt, die es dir möglich machen könnten, dich zu ändern, falls du es wirklich willst. Hast du schon einmal in Betracht gezogen, eine Elektroschocktherapie zu machen?

    12 Möchtest du, dass dein Kind heterosexuell ist, obwohl du die Probleme kennst, mit denen es konfrontiert würde?

    https://www.gew-bw.de/Binaries/Binary20121/L-S-Lebenswesen.pdf

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