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Servicestelle: Schulessen ist zu billig, um gut zu sein

MAGDEBURG. Ein Mittagessen entsprechend den Empfehlungen der deutschen Gesellschaft für Ernährung kostet mindestens 3,14 Euo. Der Durchschnittspreis in Sachsen-Anhalt liege jedoch nur bei zwei Euro, beklagt die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung.

Für die Ernährung von Kinder und Jugendlichen in Kitas und Schulen wird zu wenig Geld ausgegeben. Darauf hat die Vernetzungsstelle Kita- und Schulverpflegung in Magdeburg hingewiesen. Ein Mittagessen in der Schule entsprechend den Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung würde zwischen 3,14 und 4,25 Euro kosten. Der Durchschnittspreis in Sachsen-Anhalt liege aber bei rund zwei Euro. Dennoch sei es der Vernetzungsstelle seit ihrer Gründung vor fünf Jahren gelungen, mit vielen regionalen Initiativen die Qualität der Kita- und Schulspeisung zu verbessern.

Noch immer geht beim Schulessen oft Preis vor Qualität.

Noch immer geht beim Schulessen oft Preis vor Qualität. (Foto: Moe/Flickr CC BY 2.0)

Laut Projektleiterin Melanie Nitschke bedarf die weitere Verbesserung der Schulverpflegung eines gesellschaftlichen Umdenkens hin zu mehr Wertschätzung für gesunde, hochwertige Ernährung. «Wir befinden uns in einem Spannungsfeld zwischen Bio-Trend und gänzlich fehlendem Werteverständnis für gesunde Ernährung, zwischen Armut und Reichtum, zwischen wissenschaftlichen Empfehlungen zur gesunden Ernährung und konträren regionalen Geschmacksvorlieben», stellte Nitschke fest.

Besseres Essen entsteht laut der Servicestelle etwa, wenn Schulen und Kitas das Essen selbst zubereiten. Damit entfielen lange Warmhaltezeiten und es könnten Produkte regionaler Anbieter verwendet werden. Es geht aber auch um gesündere Snacks am Schulkiosk oder ein gesünderes Trinkverhalten. Bund und Land haben die Stelle in den vergangenen fünf Jahren mit rund 434 000 Euro gefördert.

Schulessen steht immer wieder in der Kritik, weil es zu wenig Obst und Gemüse und dafür zu viel Fleisch enthält. Zudem werde es oft stundenlang warmgehalten. (dpa)

zum Bericht: Schulessen: Noch immer entscheidet meist der Preis

Ein Kommentar

  1. Ich sehe nur zwei Möglichkeiten:

    a) Extremer Ausbau der schuleigenen Mensen und Anstellung richtiger Köche bei gleichzeitigem Verbot Caterer zu engagieren. Die Kommunen werden sich bedanken. Die Einführung von Schulgeld wäre die Konsequenz.

    b) Warum muss ein Kind Mittags die (warme) Hauptmahlzeit einnehmen? Das geht auch Abends, wenn — häufig — die gesamte Familie anwesend ist. Nebenbei müsste dann mittags nicht in Schichten zubereitet oder wieder erwärmt werden und das Familienleben würde gestärkt. Die Kinder bringen ausreichend Verpflegung von zu Hause mit oder holen sich in der Mensa belegte Brötchen. Bei den aktuellen Mensen tun sie das häufig sowieso bzw. ersatzweise Süßkram, weil das Mensaessen für sie ungenießbar ist.

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