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Frau Wehs Kolumne – Lustige Momente des Lehrerlebens: Mitgefangen, mitgehangen

DÜSSELDORF. Witz, Charme und einen tiefen Blick in die Seele einer Grundschullehrerin erlaubt Frau Weh auf ihrem Blog “Kuschelpädagogik”, unter Oje Frau Weh” auf stern.de , jetzt auch auf news4teachers.de. Frau Weh heißt im wahren Leben nicht Frau Weh, aber ihre Texte sind häufig so realitätsnah, dass sie lieber unter Pseudonym schreibt.

Es gibt so manche Momente im Lehrerleben, die Freude bringen. Sommerferien zum Beispiel. Oder eine unbefristete Stelle. Doch manchmal sind die Gründe, die uns zum Lachen bringen kleiner, viel kleiner.

Die Erstklässler finden es wahnsinnig cool, ihre Jacken anzuziehen, während diese noch am Haken hängen. Eigentlich stellt dieser Ablauf kein Problem dar. Von dem ein oder anderen abgerissenen Aufhänger mal abgesehen. Aber heute kommt es anders…

Keller, 12.35 Uhr, Schulschluss für die Erstklässler. Ich räume den Musikraum auf, als plötzlich ein spitzer Schrei aus dem Flur ertönt:

“FRAU WEEEEEEEHHH!!! Der Mario hängt fest!”

Retardierte Satzfetzen gewöhnt und in Erwartung des 14. verklemmten Reißverschlusses des Tages lasse ich mir etwas Zeit bis ich der Stimme folge, um nachzusehen. Im Flur bietet sich mir ein erstaunlicher Anblick: Tatsächlich hängt Mario – ich hätte dies technisch bis dato gar nicht für möglich gehalten – mitsamt seiner Jacke am Haken und windet sich panisch. Seine Beine strampeln eine gute Handbreit über dem Boden (Mario ist der winzigste Erstklässler, der mir bisher begegnet ist), ein umgefallener Schulranzen liegt knapp daneben, seine Arme stecken in den Ärmeln und der Reißverschluss – Obacht! Trommelwirbel! – ist geschlossen.

Geschlossen!

Die kleine My ist das digitale Ich von Frau Weh. (Foto: Privat)

Die kleine My ist das digitale Ich von Frau Weh. (Foto: Privat)

“Mario, wie hast du das denn gemacht!?” Ich bin wirklich beeindruckt, das hat richtig Klasse! Vorsichtig hebe ich das strampelnde Fliegengewicht vom Haken, Dankbarkeit erwartend. Doch weit gefehlt, trotzig faucht er mich an:

“Na, die blöden Dinger sind viel zu weit oben!” Hektisch wedelt er mit den Armen Richtung Garderobenleiste, bevor er sich aus meinen Armen befreit und zum Bus flitzt.

Ich kann mir immer noch keinen Reim darauf machen und bin auf die Aussage von Augenzeugen angewiesen. Prompt folgt die Erklärung der nicht minder beeindruckten Klassenkameraden:

“Der Mario ist auf seinen Ranzen geklettert, hat die Jacke zugemacht und dann ist der Ranzen umgefallen.”

Tja. Dumm gelaufen.

 

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