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Niedersächsische Schulgesetznovelle: Angst vor der Einheitsschule

STRAUBING. Die geplante Schulgesetznovelle in Niedersachsen erzürne die Gemüter und die Aufregung darüber sei verständlich, schreibt der Verein „Bundesinitiative Differenziertes Schulwesen“ in einer Pressemitteilung. Die Gesetznovelle werde als „Bildungschancen-Gesetz“ deklariert, in Wahrheit sei darin die Absicht verborgen, langsam und unauffällig die Einheitsschule einzuführen und damit das Gymnasium sowie alle anderen eigenständigen Schularten zu opfern.

Eingang eines Gymnasiums (Ausschnitt)

Das Gymnasium ist fester Bestandteil des gegliederten Schulsystems. Die Bundesinitiative Differenziertes Schulwesen fürchtet in Niedersachsen um den Erhalt der eigenständigen Schularten. Foto: bbroianigo / pixelio.de

Ein Gesetz, in dem Schulträger von der Pflicht befreit werden sollen, „neben der Gesamtschule noch Schulen des gegliederten Schulwesens vorzuhalten“, sei kein „Bildungschancen-Gesetz“, so der Verein. Die in der Bundesinitiative Differenziertes Schulwesen zusammengeschlossenen Verbände und Persönlichkeiten hätten immer wieder darauf hingewiesen, dass Gemeinschafts- beziehungsweise Einheitsschulen weder für leistungsschwächere noch für leistungsstärkere Schüler Vorteile und Lernzuwächse schaffen.

Durch solche Gesetzesentwürfe werde, vermeintlich legitim, die Einheitsschule scheibchenweise vorbereitet. Die dahinterstehende Strategie sei eine massive Täuschung vor allem der Eltern. „Zuerst werden meist unter dem Mäntelchen der demographischen Entwicklung Schulen zusammengelegt, Gesamtschulen neu gegründet und massiv bevorzugt. Dann werden, mit Sozialromantik und angeblicher Gerechtigkeit, verklärt Leistungsanforderungen abgebaut, keine Noten mehr gegeben und das Wiederholen einer Jahrgangsstufe abgeschafft. Es darf kein Abschulen mehr erfolgen, Schullaufbahnempfehlungen dürfen nicht mehr ausgesprochen werden und dann wird auch noch völlig falsch verstandener inklusiver Unterricht dekretiert, indem unsere ausgezeichneten Förderschulen abgeschafft werden sollen.“

Im Namen der „Bundesinitiative Differenziertes Schulwesen“ appelliert die Vorsitzende Ingrid Ritt an alle in der Schul- und Bildungspolitik Verantwortlichen für ein leistungsfähiges, hoch differenziertes Schulwesen einzutreten: „Zeigen Sie endlich den Mut, die Dinge beim Namen zu nennen und den Schwindel aufzudecken. Haben Sie endlich den Mut, die riskante Fahrt zur Einheitsschule anzuhalten und auf die Gefahren ideologischer Schulpolitik für die Länder hinzuweisen. Unsere Kinder sind keine Versuchskaninchen!“

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Titelbild: anitakhart / flickr (CC BY-SA 2.0)

2 Kommentare

  1. „Zuerst werden meist unter dem Mäntelchen der demographischen Entwicklung Schulen zusammengelegt, Gesamtschulen neu gegründet und massiv bevorzugt. Dann werden, mit Sozialromantik und angeblicher Gerechtigkeit, verklärt Leistungsanforderungen abgebaut, keine Noten mehr gegeben und das Wiederholen einer Jahrgangsstufe abgeschafft. Es darf kein Abschulen mehr erfolgen, Schullaufbahnempfehlungen dürfen nicht mehr ausgesprochen werden und dann wird auch noch völlig falsch verstandener inklusiver Unterricht dekretiert, indem unsere ausgezeichneten Förderschulen abgeschafft werden sollen.“

    Prima auf den Punkt gebracht!!

    Aber liebe Leute, worüber regt ihr euch auf? Wer hat denn die jetzige Koaliiton in Niedersachsen gewählt?
    Wenn ich mein Wahlkreuz bei der SPD, den Grünen oder der Partei Linke setze, weiß ich doch, was da auf die Schulen zurollt!!

    Tja, die “Geister, die ihr gerufen habt”, werdet ihr frühestens nach der nächsten Landtagswahl wieder los.

    Ich empfehle dem Verein „Bundesinitiative Differenziertes Schulwesen“, eine landesweite Petition zu starten.

  2. Frau Ritt spricht aus, was viele denken. Die Frau hat absolut Recht. Jedes ihrer Worte möchte ich dick unterstreichen.

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