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Zum Safer Internet Day – Experten beklagen rauen Ton unter Jugendlichen im Netz

BERLIN. Datenschützer rufen Jugendliche zum sorgsamen Umgang mit ihren persönlichen Informationen im Internet auf. Passend zum «Safer Internet Day» stellten die Datenschutzbeauftragten dazu am Dienstag eine Webseite ins Netz. Unter www.youngdata.de können sich junge Internetnutzer über den Umgang mit eigenen und fremden Daten informieren. Fachleute besuchten Schulen in mehreren Bundesländern, um mit Jugendlichen über den sicheren Umgang mit digitalen Diensten zu sprechen. Alarmierend sind aus ihrer Sicht die Folgen von Online-Mobbing.

Die schöne neue Computerwelt - birgt auch Gefahren.  Illustration: Gerd Altmann / pixelio.de

Die schöne neue Computerwelt – birgt auch Gefahren. Illustration: Gerd Altmann / pixelio.de

«Die Menschen leben zunehmend in einer digital vernetzten Welt», erklärte die Bundesdatenschutzbeauftragte Andrea Voßhoff. Daher sei es wichtig, «Jugendliche schon früh für bestehende Sicherheitsrisiken zu sensibilisieren».

In Berlin warnten die Experten von der Initiative Klicksafe vor den Folgen von Mobbing im Netz. Nach solchen Angriffen stünden Kinder und Jugendliche zu oft allein da. «Wir erleben, dass ihnen kaum Hilfestellung gegeben wird», sagte Birgit Kimmel, die pädagogische Leiterin von Klicksafe in Berlin. Online-Gewalt sei aber genauso verletzend wie reale Gewalt.

«Bei Jugendlichen entsteht ein großes Misstrauen, weil sie nicht mehr wissen, wem sie noch vertrauen können», sagte Kimmel. In der Regel gingen die Schikanen im Netz nicht von Fremden aus, sondern von Mitschülern.

Dabei herrsche oft ein rauer Ton. «Der Umgang wird Jugendlichen erschwert, weil es keinerlei Normen gibt», sagte Renate Pepper, Koordinatorin von Klicksafe. «Deswegen ist es wichtig, dass man sagt: Nicht alles ist erlaubt.» Mit neuen Materialen für den Schulunterricht will Klicksafe Jugendliche dafür sensibilisieren, welche Auswirkungen ihr Verhalten im Netz hat.

Die Datenschützer sorgen sich besonders um den freizügigen Umgang mit eigenen Daten. Auf ihrer Webseite Youngdata lernten Jugendliche, «dass man bei vermeintlich kostenlosen Diensten durchaus bezahlen muss: mit seinen Daten und dem Verlust von Privatsphäre», sagte der bayerische Beauftragte für den Datenschutz, Thomas Petri.

Umfragen zeigen immer wieder, dass viele Jugendliche ihre Informationen durchaus schützen. Viele ändern die Einstellungen bei Online-Netzwerken wie Facebook und schränken ein, wer ihre Einträge lesen kann. Die Webseite Youngdata bietet Informationen zum Datenschutz bei der Nutzung von Online-Netzwerken wie Facebook oder YouTube, aber auch bei WhatsApp und Smartphones. Die Idee für ein eigenes Online-Angebot für Jugendliche hatte der rheinland-pfälzische Datenschutzbeauftragte Edgar Wagner. dpa

Zum Bericht: Projekt “Medienscouts” – Schüler schulen Schüler in sicherer Internetnutzung

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