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Kinder auf eine Schwulenhochzeit? Kolumnistin rät ab – und erntet bundesweite Empörungswelle

BIELEFELD. Die Aufregung ist groß. „Mir fehlen die Worte, so wütend bin ich“, schreibt ein Leser. Ein anderer meint: „So lange die Erwachsenen vorleben, dass ‚sowas‘ nicht normal ist, wird sich nichts ändern.“ Worum geht es? Eine Kolumnistin der in der Region Ostwestfalen-Lippe erscheinenden Sonntagszeitung „OWL am Sonntag“ riet in einem Beitrag einem Vater, seine sechs- und achtjährigen Töchter von der Hochzeit seines Bruders fernzuhalten. Denn dieser heiratet – einen Mann. „Ihre beiden Töchter würden durcheinandergebracht und können die Situation Erwachsener nicht richtig einschätzen“, so begründete die Diplom-Psychologin ihre Empfehlung, „weil sie noch zu jung sind“. Ein Fall, der verbreitete Ressentiments gegen Homosexuelle deutlich macht – und womöglich die Initiativen von Landesregierungen, die Aufklärung in den Schulen voranzutreiben, in etwas anderem Licht erscheinen lässt.

Das ist der umstrittene Beitrag. Screenshot: Westfalen-Blatt

Das ist der umstrittene Beitrag. Screenshot: Westfalen-Blatt

„Tatsache ist, dass unsere Töchter noch keine Ahnung haben, was Homosexualität bedeutet“, so hatte der Vater an die professionelle Ratgeberin geschrieben. „Die beiden Männer wollen demnächst heiraten und möchten, dass unsere Mädchen Blümchen streuen. Meine Frau und ich haben unseren Kinder beigebracht, dass die Ehe eine ernste Entscheidung zwischen Mann und Frau ist. (…) Ich will  nicht, dass unsere Kinder an der Hochzeit teilnehmen und sich in ihrem kindlichen Alter schon mit dem Thema der sexuellen Orientierung befassen“, schreibt er. Die Ratgeberin Barbara Eggert gibt ihm Recht. Denn: „Ihre Töchter werden sich noch früh genug mit dem Thema Sexualität befassen.“

„Seit wann müssen eigentlich Kinder jedes Detail der Sexualität kennen, bevor sie an Hochzeiten teilnehmen dürfen? Oder wissen die beiden in ihrem Alter schon alles über Heterosexualität? Denn falls nicht, dann sollten ihre armen, verunsicherten Eltern sie möglichst auch nicht zu solchen Hochzeiten mitnehmen. Die Kinder sind sicher die Letzten, die sich über die geschlechtliche Ausstattung der Eheleute Gedanken machen“, so schreibt eine empörte Leserin – eine von mehreren Tausend, die ihrem Ärger über die Kolumne in Briefen an das Westfalen-Blatt, zu dem die Sonntagszeitung gehört, Luft machen. Die Leserin meint weiter: „Gerade Kinder sind wahrscheinlich noch am ehesten in der Lage, unbelastet, frei und fröhlich mit der ach-so unerklärlichen Situation umzugehen. Gerade Kinder sind oft wesentlich flexibler und freier in ihrem Denken und Fühlen als so mancher geistig total verknöcherte Erwachsene.“

Tatsächlich sah sich der Chefredakteur des Westfalen-Blattes genötigt, eine Stellungnahme herauszugeben. „Sehr selbstkritisch müssen wir einräumen, dass in der Kolumne so formuliert wird, dass der Text Kritik geradezu herausfordert. Das ist unzweifelhaft eine gravierende journalistische Fehlleistung, die die Redaktion in vollem Umfang zu verantworten hat. Wenn die Rede davon ist, dass die Kinder »verwirrt werden« könnten, dann fehlt zwingend die Erklärung, woraus dies resultieren könnte – nämlich nicht aus dem Besuch einer Hochzeit zweier Männer an sich, sondern dadurch, dass den beiden Töchtern des Ratsuchenden bisher jegliche Aufklärung über Homosexualität fehlt“, so schreibt Ulrich Windolph.

Und weiter: „Diese Entscheidung der Eltern ist sicher für sich genommen diskussionswürdig. Wir halten sie mit Blick auf das Alter der Töchter allerdings durchaus für legitim. Selbstredend kann das jeder Erziehungsverantwortliche für sich selbst und seine Schutzbefohlenen natürlich anders sehen und handhaben. Diese Eltern aber haben für sich so entschieden, und auf dieser Entscheidung wiederum fußt der Rat unserer Autorin.“ Sind sechs- und achtjährige Kinder also zu jung, um die Information zu verkraften, dass ein Mann einen Mann und eine Frau eine Frau lieben kann? Ist es tatsächlich „legitim“, wenn Eltern ihren Kindern solche Realitäten vorenthalten?

Die Debatte führt direkt zum Streit um das Thema „sexuelle Vielfalt“ im Unterricht, das nach dem Willen der von den Grünen und der SPD getragenen Landesregierungen in Baden-Württemberg und Niedersachsen verstärkt in Schulen behandelt werden soll – politische Initiativen, die bereits zu Demonstrationen empörter Eltern in Stuttgart und Hannover geführt haben. Tatsächlich stellen sich sich die Fragen: Ist es die Privatangelegenheit von Eltern, wenn sie mit ihrer Erziehung Vorurteile schüren? Oder gibt es eine Verpflichtung des Staates und damit der Schulen, für Toleranz und ein menschliches Miteinander zu werben?

So fragt ein Leser mit Blick auf den Rat der Psychologin Eggert polemisch, aber nicht abwegig: „Angenommen, ein besorgter Neonazi fragte Eggert, ob er seine kleine Tochter tatsächlich zu einem Kindergeburtstag lassen könne, auf dem sie voraussichtlich in Kontakt mit ‚Zigeunerkindern‘ käme – was würde sie wohl raten?“ Ganz praktisch lautet die Antwort: wohl nichts mehr. Denn das Westfalen-Blatt hat die Zusammenarbeit beendet. News4teachers

Zum Bericht: Studie – Homosexuelle werden an Schulen noch immer diskriminiert

70 Kommentare

  1. Ein ganz „schlimmer“ Kommentar zum Rauswurf der Kolumnistin und Psychologin. Und noch schlimmer ist, dass ich ihn auch noch gut finde:

    „Abweichende Meinungen werden mit allen Mitteln bekämpft. Wer es wagt, sie zu äußern, muss damit rechnen, geächtet zu werden.
    Das kennt man aus Diktaturen mit demokratischem Antlitz. Da durfte auch jeder seine Meinung frei äußern – er musste nur mit den entsprechenden Konsequenzen leben. Und die reichten von Ausgrenzung über Studier- und Berufsverbot bis zu Ausbürgerung oder Gefängnis.
    Es ist kein Geheimnis, dass nicht überall, wo „demokratisch“ draufsteht, auch Demokratie gelebt wird. Auch die Diktatur des real existierenden Sozialismus nahm für sich in Anspruch, demokratisch zu sein und dem Guten zu dienen. Die Wirklichkeit aber sah anders aus.“

    • Es gibt natürlich auch in einer Demokratie Grenzen der Meinungsfreiheit – Sie dürfen niemanden Beleidigen, sie dürfen niemandem verleumden, sie dürfen auch die deutsche Geschichte nicht verfälschen. Alles aus gutem Grund. Die Ratgeberin ist auch nicht „mit allen Mitteln bekämpft“ worden; die Dame lebt meines Wissens noch und sitzt auch in keinem Gefängnis. Sie ist für ihren Beitrag öffentlich kritisiert worden, und weil sich der Beitrag auch an die Öffentlichkeit richtete, ist das doch völlig legitim. Wenn nun die Zeitung sie nicht mehr als Ratgeberin beschäftigen will, ist das wiederum das gute Recht der Zeitung (mal vorausgesetzt, der Kündigungsschutz etc. wurde eingehalten). Mein Gott, immer dieses Gejammer aus der rechten Ecke – bekannt von Pegida: Die Presse lügt, die Politik ist korrupt, und wir leben sowieso in einer Diktatur. Was für eine schiefe Weltsicht.

  2. Meinungsfreiheit war gestern. Wer sich heute nicht eindeutig genug auf die Seite der Homosexualitäts-Aktivisten stellt (der Entschuldigungs- und Erklärungsversuch von der Westfalenpost war nicht genug), der erhält Berufsverbot. So sieht Toleranz praktisch aus.

    • Die gleiche Jammernummer. Wer bekommt denn hier Berufsverbot? Die Psychologin ist doch frei, sich eine neue Ratgeberecke zu suchen – vielleicht bei der „Jungen Freiheit“, der ja auch der oben zitierte geistreiche Kommentar entstammt. Dieses Blatt für Verschwörungstheoretiker und bekennende Bösmenschen hat doch Platz für die absurdesten Theorien, da passt eine Psycho-Rubrik für Homophobe und andere selbsternannte Retter des Abendlandes doch wunderbar hinein.

      • q.e.d
        Bernd, genau diese Haltung hat Reinhard angeprangert. Wer dieser Genderideologie nicht widerspruchslos folgt wird ganz schnell ins rechte Lager abgeschoben, zu Verschwörungstheoretiker sortiert und einfach als intolerant abgestempelt.

        Wie hätten Sie wohl reagiert, wenn die Kolumnistin dem Vater geraten hätte, die Töchter zur Hochzeit mitzunehmen und wäre daraufhin entlassen worden? Ich vermute mal, dass sie dann das Westfalen Blatt kurzerhand als rechtpopulistisch deklariert hätten.

        Ein üblicher Reflex jener, deren Argumente und Toleranz dort enden, wo eine andere Meinung beginnt. Herzlich Willkommen in der Meinungsdiktatur.

    • So ist es!!! Unerklärlich bleibt, warum so wenige merken, wie „Toleranz“ zur Einbahnstraße und Waffe gegen abweichende Meinungen gemacht wird.
      Mediale Stürme der Entrüstung, angeheizt von einer Erziehung der Bürger zur angeblich einzig sauberen und statthaften Meinung, erledigen eine Schmutzarbeit zur Bekämpfung Andersdenkender, die Diktaturen alle Ehre machen würde, nicht aber Demokratien.
      Politische Naivität ist der Feind jeder Demokratie und ihrer bürgerlichen Freiheitsrechte. Bei jedem Mobbing braucht heutzutage nur noch gesagt zu werden, es diene dem Schutz humaner Werte wie Gleichheit, Gerechtigkeit oder Toleranz, und schon applaudiert die Schar der Lemminge und ist sich einig in ihrer Empörung über den zu Recht Gemobbten.
      Wenn wir wirklich Demokraten sind, die aus der fürchterlichen NS-Zeit ein „Nie Wieder“ gelernt haben, dürfen wir die Meinungsfreiheit und -vielfalt nicht mit Füßen treten und uns blind stellen für die Tatsache, dass sich neuer Meinungsteror breitmacht, diesmal allerdings unter der populären Anti-Rechts-Flagge.

      • Du willst es einfach nicht raffen.
        Homophobie ist sexueller Rassismus niederster Art. Und wer sich laut homophob äußert, dann die heftige Reaktion anderer nicht ertragen kann, wer nur groß austeilen, aber nichts einstecken kann, der ist heutzutage in der Meinung von Leuten mit Charakter und Verstand eben so unattraktiv wie sein eigener Durchfall.

        Die ganzen letzten Jahrhunderte haben sich homophobe Feiglinge (wie heute noch in Russland und Co.) als unterentwickelter Mob ihre charaktelose Kleingeistigkeit an Schwulen und Lesben ausgelassen. Und das dafür, weil diese sind was sie sind. Authentisch, natürlich und völlig unschädlich.

        À-propos unschädlich…was glaubst du, sind dagegen Homophobe?
        Rassisten sind die wahren Schädlinge jeder Gesellschaft. Und das durch selbstgewähltes Tun und Meinen (das Wort “Denken“passt so überhaupt nicht hierhin).

        Diskriminierer brauchen bloß aufhören zu diskriminieren. Und schon werden diese verletzlichen Seelchen nicht mehr selbst diskriminiert.
        Von Homos dagegen zu verlangen nicht mehr Homo zu “sein“, um von den Primitivlingen in Ruhe gelassen zu werden, das wäre und ist genau so absurd, boshaft und hirnverrenkt, wie der sexuelle Rassismus, die Homophobie durch und durch ist.

  3. Also mir gefiel der Rat deshalb nicht, weil es hieß „es muss nicht sein, …Kinder einzuladen“, hätte das Paar die Kinder nicht eingeladen, wären sie sehr unhöflich gewesen. Nun haben sie eingeladen und der Ratsuchende möchte wissen, wie er die Anwesenheit seiner Kinder vermeiden kann. Offenbar findet er keine Ausrede und erwartet jetzt von der Kolumnistin, ihm eine passende Lüge vorzubereiten.
    Aus welchem Grund die Lüge notwendig wird, ist völlig nebensächlich, aber in diesem Fall ruft es natürlich sofort die Aktivisten auf den Plan. Und die stören sich nicht daran, dass hier um eine Lüge gebeten wird, sondern daran, dass geraten wird Kinder von einer Schwulenhochzeit fernzuhalten. Es ist nicht die Antwort auf die gestellte Frage/Bitte sondern wiederholt nur die Frage. Wir möchten unsere Kinder nicht auf einer Schwulenhochzeit sehen, was raten sie? – Kinder sollten nicht auf eine Schwulenhochzeit gehen.
    Soweit war der Ratsuchende sicher vorher schon. Dann kommt noch der Hinweis, man solle es ehrlich ansprechen. Ob das in seinem Sinne ist? Aber wahrscheinlich wird er dann selbst ausgeladen und braucht sich keine Gedanken mehr zu machen.
    Vielleicht hätte er es umformulieren sollen: Auf der Hochzeit wird viel Alkohol getrunken und geraucht/Wahrscheinlich werden sich die frisch geschiedenen Brauteltern anschreien/Das Motto lässt aufreizende Kleidung vermuten/Die heiraten zum fünften Mal und jeder hat 10 Kinder….
    Der Rat wäre wohl der Gleiche gewesen, aber bei geschiedenen, wiederholungstätern mit 20 Kindern, wäre das Urteil der Zeitungsleser milder ausgefallen.

  4. Pertra Werner

    Die Redaktion von news4teachers möchte ich im Gegenzug zu ihrer Beurteilung des elterlichen Verhaltens fragen, ob es denn legitim ist, die Haltung vieler Eltern als Schüren von Vorurteilen zu bezeichnen oder als Akt einer Vorenthaltung von Realität? Ist es auch legitim, im Schlussabsatz die Meinung besorgter Eltern in die Nähe der Auffassung von besorgten Neonazis zu rücken?
    Eltern haben nichts gegen sexuelle Minderheiten und schulische Aufklärung über sie. Erst recht haben sie nichts gegen Erziehung zur Toleranz. Ist das so schwer zu begreifen oder einfach nur mal zu glauben?
    Viele Eltern haben allerdings eine Menge gegen ein unverständliches Auswalzen sexueller Praktiken, gegen fragwürdige Rollenspiele im Unterricht, gegen beunruhigende Worte des Sexualpapstes Amendt und der Päpstin Tuider, die beide entscheidenden Einfluss auf die rot-grünen Bildungspläne haben.
    Um Toleranz zu lernen und Vorurteile abzubauen braucht es keinen fächerübergreifenden Sexualunterricht, der in seiner Intensität und drastischen Darstellung verschiedenartigsten Lustgewinns mehr an Pornografie als an seriöse Aufklärung erinnert. Erst recht erinnert er nicht an Erziehung zur Toleranz.

    • Liebe Frau Werner,

      was eine Schwulenhochzeit mit dem „Auswalzen sexueller Praktiken“ zu tun hat, erschließt sich uns nicht. Und wenn ich meine Kinder von gesellschaftlichen Gruppen grundsätzlich fernhalte, dann trage ich zur Ausgrenzung bei und nehme zumindest billigend in Kauf, dass Vorurteile entstehen.

      Das Zitat am Ende des Beitrags macht deutlich, worum es eigentlich geht (und warum wir als Bildungsmagazin über den Fall überhaupt berichten): Darf jedermann seine Kinder erziehen, wie es ihm passt? Ist Erziehung Privatsache? Oder hat der Staat eine (Mit-)Verantwortung, wenn es um die Vermittlung von Wissen und gesellschaftlichen Werten geht – wozu eben das Nicht-Ausgrenzen von Bevölkerungsgruppen gehört, aber auch Bildungsinhalte wie die Evolution oder sexuelle Aufklärung? Die Antwort ist für uns klar: Schule hat auch eine Erziehungsverantwortung. Über die konkrete Ausgestaltung lässt sich sicher streiten, was ja auch ausgiebig geschieht. Der in dem Beitrag geschilderte Fall macht unseres Erachtens aber deutlich, dass es keineswegs abwegig ist, wenn Landesregierungen für mehr Toleranz in den Schulen werben wollen. Eine in der Gesellschaft noch immer verbreitete Homophobie scheint keine Einbildung übersensibler Betroffener zu sein, sondern Realität.

      Herzliche Grüße
      Andrej Priboschek

      Herausgeber news4teachers

      • Liebe Redaktion,
        Evtl. sollte man dann doch nochmal das Alter anschauen. 6 Jahre und 8 Jahre hätten sicherlich noch nicht von einem wie auch immer gearteten Unterrichts „profitiert“, der ihnen beibringt, dass Männer auch Männer lieben können. Ich denke, in dem Alter liegt die Erziehungsverantwortung für diese Frage noch zu 100% bei den Eltern und sollte auch in Zukunft dort bleiben. Man kann sicherlich seinen Kindern beibringen, dass man allen Menschen gegenüber tolerant sein muss, wenn das Kind in seiner Erfahrungswelt über seltsames Verhalten oder Menschen, die anders sind, stolpert. Aber einen kindgerechten Unterricht kann es zu diesem Thema in diesem Alter gar nicht geben. Es muss immer situationsbezogen stattfinden.
        Im Alter von 6 und 8 denken Kinder, dass die Frau ein Kind bekommt, wenn sie den Ring angesteckt bekommt. Da ist dann die drängenste Frage: Wer bekommt bei dem schwulen Paar das Kind? Wie weit muss Aufklärung in der Schule da gehen, damit Kinder Toleranz im Sinne von „wir verstehen, was vor sich geht und akzeptieren es“ zeigen? Hier reicht sicher die Unbekümmertheit die Kinder grundsätzlich mitbringen und mit der sie ihrem Onkel wohl so oder so begegnen. Die Hochzeit ist allerdings eine Sondersituation. Jede Erklärung, die die Eltern bei der Hochzeit geben könnten, ist dazu geeignet, um Vorurteile schüren. Sicherlich ist es eine Erungenschaft für Homosexuelle, dass sie heiraten dürfen, aber eine Hochzeit ist mit allerlei Ritualen verbunden, die Mann und Frau betreffen und nicht Mann und Mann oder Frau und Frau. In wieweit hier Sexualunterricht helfen kann, ist doch fraglich. Und: Müssen die Kinder mit der Toleranz anfangen oder sollten nicht vielmehr die Erwachsenen damit anfangen?

  5. Ich stelle mir eine ganz andere Frage: Wenn das Thema und der Ratschlag so brisant waren, warum wurde die Anfrage überhaupt veröffentlicht? Es gibt sicher Anfragen, die nur so beantwortet werden und nicht veröffentlicht werden. Oder ist das nur eine fingierte Geschichte um Meinungen zu beeinflussen? Wer wendet sich schon an eine populistische Sonntagszeitung mit einem solchen Problem?

    • mehrnachdenken

      Sie werfen da eine interessante Frage auf, die mir bei dieser Geschichte auch durch den Kopf ging.

      Ist die „Story“ lediglich in die Welt gesetzt worden, um der Forderung nach dem Bildungsplan über „sexuelle Vielfalt“ Nachdruck zu verschaffen? In diese Richtung geht ja auch die Argumentation von H. Priboschek.
      Dagegen spricht aber, dass die Psychologin entlassen wurde. Aber auch das kann Teil einer gerissenen Inszenierung sein.

      Aufgrund der Brisanz des Themas hätte es nicht zur Veröffentlichung der privaten Anfrage der Eltern und der Antwort der Psychologin kommen dürfen. In dieser Hinsicht hat die Chefredaktion m.E. tatsächlich versagt.

      Hoffentlicht passiert es nicht noch, dass die Eltern mit Namen und Anschrift in die Öffentlichkeit gezerrt werden, und sie „hautnah“ erleben, wie die gebetsmühlenartig eingeforderte Toleranz aus der „Bewegung der Schwulen und Lesben“ dann ganz schnell in offene Aggression umschlagen kann.

      • Lieber mehrnachdenken,

        wir können Ihnen versichern, dass die Berichterstattung von news4teachers kein Teil einer ausgeklügelten und mit Geheimdienst-Methoden durchgeführten PR-Kampagne von Grün-Rot war. Wir sind ganz allein darauf gekommen, dass real existierende Vorurteile durchaus die Notwendigkeit begründen können, bildungspolitisch zu handeln.

        Herzliche Grüße
        Andrej Priboschek

        Herausgeber news4teachers

        • Ich vermute, dass „Mehrnachdenken“ nicht bei Ihrer Redaktion, sondern beim Fragesteller oder der „OWL am Sonntag“ eine Hintergrundstrategie für denkbar hält. Mich wiederum freut, dass News4t so etwas als „Geheimdienstmethoden“ ablehnen würde.

        • Kopfschüttel ..

          Liebe Redaktion , es ist sehr interessant wie voreingenommen sie IHRE Einstellung nehmen – andere Sichten aber abwertend !
          Das „Auswalzen sexueller Praktiken“ ist eine logischer Schritt bei einer HS-Hochzeit wenn so kleine Kinder dabei sind… „Wie bekommen die denn Kinder?“ Mit 6 und 8 weiss man in einfacher Weise bereits dass Kinder eben nur und ausschliesslich durch Mann und Frau (auch im Reagenzglas! ) zustande kommen! Ein „Wie habe die sich denn ganz fest lieb?“ ist ebenso eine logische kommende Frage! .. News4 teachers scheint irgendwie den persönlichen Kontakt zu Kindern nicht zu haben – sonst wäre dieses „sich nicht erschliessen“ nicht möglich.
          Eine HS-Ehe ist immer noch eine sehr grosse Minderheit – denn auch dort wird eher selten geheiratet. Eine Minderheit in der Minderheit.
          Als „so selbstverändlich“ kann man es also gar nicht ansehen — in einer Welt wo sogar immer mehr eher „nur zusammenleben“ wollen . Die Ehe perse hat nicht mehr den Stellenwert wie einst – nur komischerweise hier wird ein Pardoxon geboren! Mir ist es völlig egal wenn HS heiraten – sollen sie ! Aber es soll ihnen wie auch Ihnen, der Redaktion völlig egal sein – wenn jemand dies weniger gut sieht oder einfach nicht teilnehmen würde! Ich würde NICHT hingegen , denn für micht ist Ehe etwas zwischen Mann und Frau – Punkt! Das kann jedes Land und Kultur halten wie es will – aber ich bitte um einen „Nicht-Hingehens-Zwang“ !
          Desgleichen wünsche ich Ihnen liebe Redaktion eine Woche – NUR eine Woche eine waschechte Phobie ! Dann wüssten Sie wie dämlich dieser begriff ist und wie DISKRIMIMIEREND – er diskriminiert Phobiker !
          Auch eine Minderheit — also arbeiten Sie bitte an ihrer Toleranz und werten Sie Phobiker nicht ab !
          Erziehung ist verbriefstes ELTERN-Recht ! In erster und hauptsächlicher Linie sind die Eltern die Erziehungsberechtigten (es gehören nicht alle zur sozialen bildungsferner Unterschicht ! ) Schule hat in erster Linie einen Bildungsauftrag – der vielleicht irgendwann wieder einmal erfüllt werden sollte!
          Deswegen : Familie an 1. Stelle – Schule an die 2. ! Und Familie ist immer noch – evolutionsmässig-biologisch : Mann – Frau – Kinder.
          HS kommt in der Natur vor – wie noch andere Sachen – sie sind schlicht nicht fortpflanzungsfähig . Nicht durch Krankheit oder sonstigem – sondern in ihrer sexuellen Lebensweise. HS sind bei Kinderwunsch auf Heterosexuelle (Evolutions-biologisch) angewiesen .
          Kinder – es ist wichtig Ihnen das mitzuteilen! – wollen Spielen, Lernen , Kreativsein — diese Fokusierung auf Sexuelität ist ihnen fremd. Es ergibt sich nur dort wo das Thema überall vorhanden ist !
          Und wer ist eigentlich daran interessiert Kinder immer mit Sexualität in Verbundnung zu bringen ??? Wer kommt auf Ideen mit „Aufklärungskoffer“ ? Wer auf „geschlechtssensible“ Kindergärten und ihren Irr-Ideen??
          Wer auf „Doktorspiele-Ecken“ und Kinderlieder mit Po und co ???
          Sexualität mag für Sie , liebe Redaktion etwas sein dass sie öffentlich und jedem zugänglich ausüben — aber es gibt immer noch Menschen die das sehr intim und persönlich sehen !
          Wir haben lächerlichste Proteste wegen „Sexismus“ (Brüderle ) aber bei Kindern haben viele anscheinend jede Scham und jede Rücksicht verloren. da kann man „in die Vollen — die müssen von klein auf alles als „normal“ lernen.
          Gibts schon einen Doppelunterricht mit S/M Lehrer ???

          • Wieso wird von Ihnen die Einheit von Ehe und familie so betont?

            Die gibt es nämlich nicht. Verheiratete DINKs sind keine Familie; unverheirate Heteros mit Kindern, die im gleichen Haushalt aufwachsen sind Familie ohne Ehe; Kinder, die bei Alleinerziehenden aufwachsen, leben in einer Familie ohne Ehe – egal ob der Status unverheiradet, geschieden oder verwitwet ist.

            Auf die Kinder-Frage, wie heterosexuelle Partnerschaften Kinder bekommen, ist die Antwort, die Ihnen vorschwebt, auch nur ein Teil der Lebenswirklichkeit. Es gäbe da noch die Möglichkeiten des „Kukuckkindes“, der Adoption, Pflegekindes, der Möglichkeiten neuzeitlicher Geburtsmedizin, Leihmutterschaft, Kindesentziehung und dergl. mehr

            Ansonsten reicht ja für Kinder auch die Antwort, dass dies auf natürlichem Wege nicht möglich sei. Oder erläutern Sie Ihrem Kind auch alle mögichen Sexualpraktiken, die zur Zeugung von Kindern unter Heteros denkbar und möglich sind?

  6. @A. Priboschek
    Sie schreiben, „verbreitete Homophobie“ sei Realität. Wie kommt es eigentlich zu der immer häufigeren Diagnose „Phobie“? “Xenophobie”, “Homophobie”, “Islamophobie” und wie sie alle heißen, diese verschiedenen Formen derselben Geisteskrankheit.
    Früher galten die Symptome als gesunder Ausdruck für eine bestimmten Abneigung, gegenteilige Meinung oder einfach nur kritische Sicht, doch heute werden sie entlarvt als Zeichen einer wild wuchernden pathologischen Angst, die nach meinem Wissen fachmännische Behandlung braucht, weil die Betroffenen in ihrer Irrationalität für Argumente der Vernunft nicht mehr zugänglich sind.
    Welchen Forschern dürfen wir eigentlich danken für die wichtigen Erkenntnisse auf dem Gebiet der Phobien, denn eine Geisteserkrankung, die fast unbemerkt das Ausmaß einer Volksseuche angenommen hat, muss unbedingt bekämpft werden. Aber das geschieht ja bereits mit Macht.

  7. Kopfschüttel ..

    @ dinkebank … vewitwet ist gut sehr gut …. gehen Sie mit Ihrer Ehephobie zu den Frauen die ihre Laps durch den Tod verloren haben und von welchen sie die Kindern haben ..
    Die Kinder verloren nicht nur ihren Papa – sondern auch die Mama an eine Vollzeitarbeit weil die Nicht Ehefrau schlicht zu RECHT !! keine Witwenpension erhält und die Waisenrente nicht mal reicht für 1 Woche überleben / Monat !

    Da Sie keine Kinder haben, wie ich aus Ihrem Kommentar erahne, sind Sie sich Kinderfragen und den tiefen liebenden Sinn dahinter nicht bekannt.

    „Wie haben die sich denn ganz doll lieb“ ist eine normale Frage von Kindern die von ihren Eltern mit „ganz doll liebhaben“ gemacht wurden.

    Bitte erst Kinder haben .. 😉 dann plappern .

    • „Die Kinder verloren nicht nur ihren Papa – sondern auch die Mama an eine Vollzeitarbeit weil die Nicht Ehefrau schlicht zu RECHT !! keine Witwenpension erhält und die Waisenrente nicht mal reicht für 1 Woche überleben / Monat !“

      Und deshalb sind die jetzt keine Familie mehr? Selbst wenn die Frau verheiratet gewesen wäre, würde die kleine Witwenrente nicht ausreichen. Das Problem des von Ihnen geschilderten Falles liegt aber darin, dass der verstorbene Lebensgefährte und Kindserzeuger für den Fall seines Ablebens nicht entsprechend vorgesorgt hatte. Das ist das Problem von Lebenspartnerschaften – egal ob hetero- oder homosexuell – im allgemeinen, denn hier greifen nicht die gesetzlichen auf die Ehe hin ausgerichteten gesetzlichen Bestimmungen. Das ist ja mit einer der gründe, warum es die Forderungen nach einer gleichgeschlechtlichen Ehe gibt.

      • Kopfschüttel ..

        es redet der Blinde von der Farbe! Die Witwenpension ermöglich Teilzeit ! Und Kinder haben ein Recht auf irgendeine Zeit mit dem verbliebenen Elternteil!
        Es isz nicht das Problem EINES Falles sondern das Problem vieler , vieler Fälle ! Die Nichtehe – das Konkubinat ermöglicht dem Staat eine Einnahmequelle der sicheren Art !
        Vorsorge muss man sich leisten können ! Und wo das möglich war / ist prima! Ist aber nicht die Regel !
        „Kindserzeuger“ kann man auf die anwenden die der Verantwortung nicht nachkommen oder Verbrechen begangen haben . Ansonsten sind es VÄTER !
        Etwas sehr Kostbares — das zum Verschwinden gebracht werden soll – sowie die MUTTER – oder was für ein abwertendes Wort haben Sie dafür ???
        Die paar HS.Ehen sind gesellschaftlich völlig irrelevant . Damit wird keinerlei Lösung erzielt.
        Ein hochgepuschtes Problem dass die Gemüter erregt und von den wirklichen Problemen ablenken soll.
        Sollen sie heiraten und die Rechte und Pflichten bekommen — warum so ein Bahei ??
        Eine Minderheit die völlig irrelevant ist … ich wiederhole mich , ich weiss!

        Wann kommt wohl der Tag an dem Kinder, die Mami und Papi wollen therapiert werden ??? Wie wird diese Phobie wohl genannt werden ???

        • Zum einen, Pensionen erhalten nur Beamte bzw. im Falle des Ablebens des Beamten dessen Hinterbliebenen. Da die Dienstbezüge junger Beamter sehr bescheiden sind, sind es die daraus resultierenden versorgungsbezüge auch. Die Hinterbliebenen von Polizisten oder Soldaten können davon ein Lied singen.

          Alle anderen Hinterbliebenen von gesetzlich Versicherten, die in die GRV eingezahlt haben, bekommen Witwen- oder Waisenrenten. Fallen diese renten so gering aus, dass das Existenzminimum nicht erreicht werden kann, müssen leistungen nach dem SGB II beantragt werden. Da geht es aber den Hinterbliebenen mit Trauschein nicht wesentlich anders als denen ohne.

          Zur Zahlung der waisenrente ist es nämlich vollkommen unerheblich, ob die Elternteile verheiratet waren oder nicht. Ausschlaggebend ist, ob in der geburtsurkunde beide Elternteile genannt worden sind oder nicht. Der Eintrag „vater unbekannt“ führt dann eben auch zum Wegfal der waisenrente. Muss man nur wissen,w enn man den „Kindserzeuger“ nicht angibt.

          Vielelicht ist die traditionelle indische Variante der witwenversorgung wegen der kostenneutralität gar nicht so schlecht – um Sie noch ein bischen in Wallung zu bringen.

          • Macht es solchen Spaß, andere “ in Wallung zu bringen“? Das würde einiges erklären.

          • Kopfschüttel ..

            Waisenrente habe ich klar geschrieben dass die sehr gering ist – ergo bekommen das auch Kinder die nichtehelich geboren sind .. bitte nochmals nachlesen ! Geht ganz klar hervor.
            Richtiig Pension ist etwas anderes als Rente ! Witwenrente bekommen unverheiratete Frauen / Männer NICHT wenn sie nicht verheiratet waren ! Eine Frau ein Mann der seinen Lap durch den Tod verliert IST kein Witwe /Witwer .
            Emotional sicher – absolut – rechtlich nicht .
            Dass es richtig ist keine Waisenrente zu bekommen wenn der Erzeuger (hier stimmt der Ausdruck ) unbekannt ist , ist ja logisch !

            Vor noch wenigen Jahren bekamen unverheiratete Mütter bei Trennung nicht einmaö Unterhalt — das hat sich leider geändert.

            Ehe ist nicht einfach ein Stück Papier – es ihat mit Verantwortung, Rechten und Pflichten zutun .
            Wer nicht heiratet aber Kinder in die Welt setzt ,zeigt nur und ausschliesslich – und da gibt es keinerlei pseudoideologische Schönfärberei ! – dass der gegenwärtige Lap auswechselbar – wegwerfbar ist .. man behält sich die Möglichkeit vor möglichst easy und billig mein persönlcihes Wohlergehen über den Partner zu stellen.

            Es scheint Ihnen wichtiger zu sein Wallungen auszulösen als sich mal Gedanken zu machen wie asozial und kinderfeindlich und famileinfeindlich Ihre Einstellung ist.

            Und Ja Familie ist NUR Mutter-Vater-Kinder ! Und zwar NUR das rechtlich eingetragene ! Alles andere ist ein Zusammengestöpsel die haltlos , fundamentlos und sich als nicht tragfähig erwiesen hat .
            Die Kinder aus solchen Zusammenschustereien agieren genauso mit zum Teil noch schlimmeren Ausmassen.

            Die Armen landen schneller in der ungeschützten Waagrechten als dass sie den Namen des Betreffenden kennen..

            Das mag Ihnen positiv erscheinen – das kommt darauf an wie die Lebensführung aussieht ..

          • EHE ist erst einmal nichts anderes als die Abk. für „erare humanum est“.

            Ehe ist zivilrechtlich eine Versorgungsgemeinschaft. Es steht nirgends unveränderbar , dass sie nur aus heterosexuellen Partnerschaften bestehen muss.

            Die nachehelichen Versorgungsprobleme, die Sie hier schildern für den Ablebensfalle ines Ehepartners oder die durch Scheidungen verursacht werden, sind dann eben auch kein Alleinstellungsmerkmal heterosexueller ehen mehr.

            Familie ist rechtlich ein Sonderfall, der daraus resultiert, dass Ehepartner nicht miteinander verwandt sind. Dass die Familie bindend eine Eheschließung voraussetzt, kann rechtlich ganz klar bestritten werden.

          • … und das in Zeiten, in denen fast jede zweite Ehe geschieden wird …

            Wann wird endlich das vermalledeite Ehegattensplitting abgschafft und dafür die Kinderfreibeträge erhöht?

          • mehrnachdenken

            Genau, bei der Ehe als Auslaufmodell frage ich mich schon länger, warum Schwule/Lesben offenbar so scharf darauf sind zu heiraten.

            Geht es denen vornehmlich um den Versorgungsaspekt, und könnte der Gesetzgeber das nicht auch außerhalb der Ehe regeln?

          • Es geht nur um die Versorgungsaspekte des Rechtsinstitutes „Ehe“ – sprich den Familienstand „verheiratet“. Wer miteinander verheiratet ist lebt in einer Ehe, aus der sich rechtlich sowohl Pflichten als auch Rechte ableiten lassen.

            Wenn der Gesetzgeber die „eingetragenen Lebenspartnerschaften“ als Ehen anerkennt, kann er sich einen Haufen Änderungsgesetze und Verordnungsänderungen auf Bundes- und Landesebene schenken. Die Eheschließung ist nämlich aus Sicht eines pragmatischen Exekutivbeamten nichts Anderes als ein Verwaltungsakt.

          • die politiker wollen schlicht und ergreifend die steuerlichen aspekte nicht auf die lebenspartnerschaften übertragen …

          • … sowie die sozialversicherungsrechtlichen Bestimmungen bzgl. Hinterbliebenenrenten und versorgungsrechtlichen Bestimmungen.

  8. Keine Mutmaßungen anstellen …

  9. Ursula Prasuhn

    @mehrnachdenken
    Zitat: „Die besondere Wertschätzung der Familie beruht darauf, dass sie nach Ansicht des Verfassungsgebers das ideale Umfeld für das Heranwachsen von Kindern ist, ohne die auf Dauer keine staatliche Gemeinschaft existieren kann. Die Bedeutung der Ehe liegt darin, dass sie – quasi als „Keimzelle des Staates“ – Vorstufe zur Familie ist“.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Schutz_von_Ehe_und_Familie

    Die treibende Kraft für Homo-Ehen ist m. E. das weltweite Gender Mainstreaming. Seine Protagonisten sehen in der herkömmlichen Ehe und Familie ein unerwünschtes Bollwerk gegen ihre Ideologie und die Hinführung der Kinder zu sexueller Vielfalt. Für mich wäre es keine Überraschung, wenn sich herausstellte, dass auch sexuelle Minderheiten in ihren Wünschen und Forderungen von Genderisten inspiriert und instrumentalisiert sind.
    Die allgemeine Durchsetzung der Homo- Ehe wäre für sie ein weiterer Etappensieg.

    • mehrnachdenken

      „Genau, bei der Ehe als Auslaufmodell frage ich mich schon länger, warum Schwule/Lesben offenbar so scharf darauf sind zu heiraten.“

      Ich hätte vielleicht noch hinzufügen sollen, dass ich mehr dahinter vermute, als eine gewisse Versorgungssicherheit.
      Die Gender-Ideologie hat sich die Zerstörung der Familie (Mann/Frau) zum Ziel gesetzt. Könnte die Forderung nach der vollkommenen Gleichstellung von traditionellen Familien und den eingetragenen Partnerschaften bei Schwulen und Lesben vielleicht so etwas wie ein „trojanisches Pferd“ sein?

      Inzwischen ist aber die traditionelle Familie (Mann – Frau – Kinder) zu einem recht fragilen Gebilde geworden (hohe Scheidungsquote oder immer mehr Alleinerziehende), obwohl Umfragen immer wieder bestätigen, dass die Familie/Ehe in der Bevölkerung und bei jungen Heranwachsenden eine hohe Akzeptanz erfährt.

      Deshalb frage ich mich, wie andere Lebensformen einschließlich der Homo – Partnerschaften im Hinblick auf ein „ideales Umfeld für heranwachsende Kinder“ einzuschätzen sind.
      Ich könnte mir z.B. vorstellen, dass Schwule/Lesben vehement bestreiten, nicht genauso fürsorglich für Kinder sorgen zu können wie traditionelle Familien.
      Gibt es dazu unabhängige Studien?

  10. Ursula Prasuhn

    @mehrnachdenken
    Auf die Schnelle habe ich 2 Studien über Kinder rausgesucht, die bei homosexuellen Paaren aufwachsen:
    http://www.katholisches.info/2012/06/15/bei-homosexuellen-aufwachsende-kinder-haben-grosere-schwierigkeiten-neue-studie/

    http://www.dijg.de/homosexualitaet/adoptionsrecht/kindeswohl-nicht-im-blick-homosexuelle/

    Bei der Bewertung der zweiten Studie, die von Politikerinnen als Beweis für die Unbedenklichkeit eines Aufwachsens bei gleichgeschlechtlichen Paaren gewertet wird, heißt es beim „Deutsche(s)n Institut für Jugend und Gesellschaft“ am Schluss:
    „Es geht nicht um die Frage, ob lesbisch lebende Mütter nicht auch Erziehungskompetenzen haben. Es geht um die Frage, was es rechtfertigen könnte, einem Adoptivkind vorsätzlich eine Vater- oder Mutterentbehrung zuzumuten, obwohl dies nicht sein müsste, denn es gibt mehr adoptionswillige Mann-Frau-Ehepaare als Kinder, die auf eine Adoption warten.
    In der Studie fällt negativ auf, dass die Mütter und ihre Partnerinnen über Seiten hinweg in ausgedehnten Passagen zitiert werden, doch nur am Ende der Studie finden sich auch zwei sehr kurze Zitate von Kindern, deren Geschlecht nicht genannt ist. Die vorliegende Studie sei, so Frau Zypries, „ein wichtiger Baustein auf dem Weg zur vollen gesellschaftlichen und rechtlichen Anerkennung homosexueller Paare“11. Genau diesen Eindruck wird man beim Lesen der Studie nicht los: dass es eben doch um die gesellschaftliche Anerkennung homosexueller Lebensweisen geht und nicht um das Wohl des Kindes.“

    Die tonangebenden Medien wie DIE WELT, DIE ZEIT oder DER SPIEGEL berichten über die Kindererziehung von Homosexuellen nur positiv und beziehen sich dabei auch auf Studien. Die Berufung auf Untersuchungen bringt also – wie so oft – wenig, wenn es um die politisch erwünschte Meinung geht.
    Nach wie vor schwöre ich da auf den gesunden Menschenverstand.
    Dazu muss der Mensch allerdings durch Aufmucken seines Verstandes erst einmal den tonangebenden Medien misstrauen und sich andere Informationsquellen suchen, um ein genaueres Bild zu erhalten. Ich fürchte, das tun die Wenigsten – allein schon aus Zeitgründen.

  11. Ursula Prasuhn

    @mehrnachdenken
    Meine Antwort auf Ihre Frage hat sich etwas verzögert, obwohl ich sie bereits gestern Abend abgeschickt habe. Mir kommt es so vor, als hätten meine Kommentare in letzter Zeit das Pech, öfter mal in die Fänge der Moderation zu geraten. Das kennen Sie sicher auch.

  12. Ursula Prasuhn

    Die saarländische Ministerpräsidentin Kramp-Karrenbauer warnt vor der Homo-Ehe, weil dann auch andere Eheformen gefordert werden könnten wie etwa die mit mehr als zwei Partnern oder zwischen Verwandten.
    Bestehende Diskriminierungen zwischen Ehe und Lebenspartnerschaft müssten allerdings abgebaut werden, meint sie.
    Zitat: „Am Ende dieses Prozesses werden wir uns wahrscheinlich auch mit der Frage nach der Volladoption befassen müssen.“ Diese lehne sie ab, sagte Kramp-Karrenbauer. Seit Jahren heiße es, dass für die Entwicklung von Kindern Vater und Mutter die beste Konstellation sei. „Gerade diese Frage dürfen wir nicht daran festmachen, ob sich jemand diskriminiert fühlt oder nicht – sondern allein am Kindeswohl.“

    http://www.zeit.de/politik/deutschland/2015-06/homo-ehe-kramp-karrenbauer

    • mehrnachdenken

      Wow, diese Meinung hätte ich von der Ministerpräsidentin nicht erwartet! Wollen mal sehen, wie lange sie standhaft bleibt. Damit stellt sie sich klar gegen Jens Spahn.

      http://www.sueddeutsche.de/politik/cdu-politiker-jens-spahn-zur-homo-ehe-unsere-waehler-sind-ein-stueck-weiter-als-wir-1.1542184

    • Langsam ist der Links-Faschismus zum Fürchten. Wehe dem, der eine andere Meinung hat als die vorgeschriebene!

      ZEIT ONLINE: „Eine Berliner Anwältin hat gegen die saarländische Ministerpräsidentin Annegret Kramp-Karrenbauer (CDU) Strafanzeige wegen Volksverhetzung und Beleidigung erstattet. Kramp-Karrenbauer hatte die Öffnung der Ehe für Lesben und Schwule zuvor mit der Begründung abgelehnt, dass sonst künftig auch Verwandte eine Eheschließung anstreben und durchsetzen könnten.

      Die Anwältin Sissy Kraus schrieb auf ihrer Facebook-Seite, Kramp-Karrenbauer stelle die homosexuelle Ehe in eine Reihe mit Inzucht und Vielehe. „Diese Äußerung ist nicht mehr nur homophob, sondern menschenverachtend und in ihrem Gehalt gleichzusetzen mit den ähnlich verachtenden Äußerungen 1933 – 1945.“

      • Ursula Prasuhn

        Warum regt sich die Anwältin über die CDU-Ministerpräsidentin auf und spielt nach bester Diffamierungsmethode auf die Nazi-Zeit an?
        Die Inzucht durch Abschaffung des Inzestparagraphen ist für die Grünen keine fremde Vorstellung – jedenfalls nicht für Herrn Ströbele. Dazu:
        http://www.focus.de/politik/deutschland/er-muss-weg-gruenen-politiker-stroebele-will-inzest-paragrafen-abschaffen_aid_736743.html

        Frau Kramp-Karrenbauer hat absolut Recht mit ihrer Warnung. Die Homo-Ehe kann durchaus zum Einfallstor für alle möglichen Ehen werden. Nicht nur Lesben und Schwule gehören zur sexuellen Vielfalt mit ihren zahllosen Gender-Geschlechtern.
        Das frühere Liebäugeln der Grünen mit pädophilen Praktiken wirft z. B. die bange Frage auf: Wer garantiert, dass nicht irgendwann auch Päderasten ihre Lustknaben heiraten dürfen?
        Und warum sollten „Toleranz“ und „Akzeptanz“ nicht auch dafür sorgen, dass der Begriff „Pädophobie“ eines Tages aus der Taufe gehoben und als Knüppel gegen Andersdenkende verwendet wird?

        • Der Inzestparagraph im deutschen Recht ist vom Europäischen gerichtshof für Menschrechte ohnehin kritisiert worden und muss angepasst werden. Folglich ist die Kritik legitimiert

  13. Milch der frommen Denkungsart

    Bitte verbiegen Sie hier nicht den tatsächlichen Tenor des EGMR, der nämlich im prinzipiellen Inzestverbot des deutschen Strafrechts explizit keine (!) Verletzung der europäischen Menschenrechtskonvention erkennt, frei-lich ebendieses Strafrecht fallweise erst als ultima, nicht als prima ratio angewandt sehen will.

    • Ändert das etwas daran, dass die rechtlichen Bestimmungen mit besonderem Augenmerk auf die strafrechtlichen Konsequenzen kritisiert worden sind? Dass Inzest aus biologischen Gründen unterbunden werden sollte, sieht der EuGMR genauso wie der deutsche Gestzgeber, nur die rechtlichen Konsequenzen – sprich Strafverfolgung – durch die deutschen Behörden nicht menschenrechtskonform sind, ist Tenor des Gerichtsspruches.

  14. Milch der frommen Denkungsart

    Und wie sollte man dieses ja offenbar als sinnvoll erkannte Verbot in unserer libertinär geprägten
    „anything goes“-Gesellschaft realistisch durchsetzen ?

  15. Milch der frommen Denkungsart

    Das ist leider wieder eines Ihrer typisch sophistischen Ausweichmanöver, das sich um eine belastbare Alternative tunlichst herumdrückt.

  16. Ehestandsrecht ==> Ordnungswidrigkeit ==> Bußgeld

    Das Strafgesetzbuch ist eben kein adäquates Hilfsmittel. Vielleicht helfen therapeutische Ansätze, ist mir auch vollkommen gleich. Tatsache ist das der gesetzgeber gefragt ist, nicht ich. Es reicht das ich im Zuge der Aufgabenteilungen die von mir zu entrichtenden Steuermittel zur Verfügung stelle, damit die entsprechenden staatlichen Stellen tätig werden, unm das deutsche Recht an die Rechtsprechung des EuGMR anzupassen. Hat etwas mit Rechtsetzung zu tun und weniger mit der Moral, die Sie gerne als Monstranz vor sich hertragen. Libertinär ist ja nicht per se rechtswidrig.

  17. Milch der frommen Denkungsart

    Ich bin lieber etwas mehr moralinsauer als dass ich irgendwann vielleicht meinen Schülern – womög- lich noch Geschwisterkindern – ex cathedra Ihren absurden Rechtspositivismus in puncto Philadelphie verkaufe. Merken Sie denn eigentlich nicht, welche Logorrhoe Sie da von sich geben ?

    • Ich mag unter Logorrhoe leiden, aber ich kann sie nicht von mir geben.

      Zu Ihrer Moralinsäure passt auch, dass sie es cathedra zu Ihren Schülern sprechen. Ist der Papst so etwas wie Ihr Generalvikar? Oder schlimmer noch, gehören sie zu den pietistischen teilen der Protetantischen Kirche im Südwesten – diesen evangelikalen Taliban?

      Schon doof, wenn man meine Rechtsposition nicht angreifen kann und deshalb auf die Person zielen muss. Aber wie gesagt, erst kommt das Fressen, dann die Moral.

    • Hätte er oder sie das je bemerkt? Offensichtlich herrscht doch die Überzeugung, dass unerwünschte Kommentare in den Augen anderer am besten niedergemacht werden, indem für Kritik überlegene Sachkenntnis vorgeschoben wird.
      Die Taktik ist ja auch nicht schlecht, weil sie Unvoreingenommenheit und Liebe zur Klarstellung von Fakten suggeriert. Davon lassen sich die meisten beeindrucken.
      Dumm ist allerdings, wenn die schlaue Rechnung nicht aufgeht und andere wie Sie sich mit schiefen Behauptungen nicht so leicht hinter die Fichte führen lassen. Nur weiter so!!, wenngleich ich mir manchmal wünsche, dass ich nicht erst das eine oder andere Ihrer Worte nachschlagen muss, um es zu verstehen.

      • Das Problem liegt eher darin begründet, dass einige ihre moralischen und ethischen Wertmaßstäbe als Recht setzend ansehen. Sie bemerken dabei gar nicht, dass sie mit ihren Wertvorstellungen weit von der aktuellen Gesetzeslage bzw. der höchstrichterlichen Auslegung dieser abweichen. Recht und Gerechtigkeit sind nun einmal zwei Paar Schuhe.

        Alle Lebensbereiche, die mit Sexualität zu tun haben, stoßen eben bei vielen – vor allem dann, wenn es sich um vom Mainstream abweichende Formen handelt – auf starke Vorbehalte. Nur ist das Abweichen vom allgemeinen Empfinden, den moralischen und ethischen Vorstellungen der Mehrheit einer Bevölkerung nicht strafbar.

        Die Ehe im Sinne der Kirche ist etwas Anderes als die gesetzliche Regelung des Familienstandes. Aus Sicht eines aufgeklärten Gesetzgebers müssen die Partner eben nicht heterosexuell sein, um eine Versorgungs- und Rechtsgütergemeinschaft, die Ehe genannt wird, eingehen zu können.

        Gleiches gilt für die Geschwisterliebe – man muss sie ja nicht befürworten, aber muss man sie wirklich mit dem Strafgesetzbuch unterbinden? Und dann noch mit einem Paragraphen, der in der Tradition der Reichsrassegesetze zum Schutz des Erbgutes steht. An dieser Stelle kommt dann grundsätzlich der Nazivorwurf (Nazikeule), nur widerlegt er nicht die historische Ableitung der aktuell vom EuGMR kritisierten Paragraphen.

        Bei der Straßenverkehrsordnung schaffen wir es doch auch zwischen Ordnungswidrigkeiten und Straftaten zu differenzieren, warum in anderen Rechtsbereichen nicht ebenfalls? Recht ist eben nicht statisch, es muss sich anpassen können. Natürlich bedarf es dazu einer breiten gesellschaftlichen Akzeptanz, heißt aber auch dass die Minderheiten der Gegner ihre Positionen anpassen, wenn ein Konsens erreicht ist.

        http://www.google.de/url?sa=t&rct=j&q=&esrc=s&source=web&cd=3&cad=rja&uact=8&ved=0CDEQFjAC&url=http%3A%2F%2Fwww.spiegel.de%2Fpanorama%2Fjustiz%2Finzest-deutscher-ethikrat-empfiehlt-revision-von-paragraf-173-a-993413.html&ei=DnNyVbq2Gqe67gacxoDQBA&usg=AFQjCNF_44B7M7mebbJbEuGckifPb9QrlA&bvm=bv.95039771,d.bGg

    • Mit Ihrer Argumentation @ Milch der frommen Denkungsart geht es mir ähnlich wie malum. Einige Ihrer verwendeten Begriffe muss ich nachschlagen und frage mich, warum Sie sie in diesem Zusammenhang verwendet haben. Wenn man einmal genau nach den Definitionen geht, hört sich einiges überzeichnet an.
      Z.B. ist Logorhoe eine krankhafte Redesucht; das Wort wird in der Regel bei psychischen Erkrankungen verwendet. Sie wollen doch niemand einer Krankheit beschuldigen? Dann habe ich nirgendwo eine Definition von „Philadelphie“ gefunden und kann dann nur interpretieren, was Sie damit meinen.

      • … und dann die Begriffe nicht einmal kontextual sinngemäß verwenden.

        „Logorrhoe“ mein qua definitionem den ungesteuerten Sprachfluss analog zur Diarrhoe – dem ungesteuerten Abgang vob Stuhl. Nur unter Krankheiten leidet man, die gibt man nicht von sich ab.

        Vermutlich sollte es heißen. „Merken Sie nicht, welchen [b]geistigen Dünnpfiff[/b] Sie da von sich geben?“ – so ist es zumindest bei mir angekommen, wobei mich der elaborierte Code nicht weiter stört, die sehe ich als Ausdruck des Bildungsbürgertums – also besser gesagt rhetorische Angeberei.

        • Milch der frommen Denkungsart

          Wem ist hier nicht schon längst klar geworden, dass Sie jeden, der bislang drei Bücher mehr gelesen hat als Sie selbst, mit einem Begriff bedenken, den Ihre Klientel sinnverdreht und absichtlich besudelt hat ?
          Aber aus Ihrer Feder deute ich dieses Prä-dikat geradezu als Ritterschlag.

          • Wie Sie können Lesen? Der Besitz von Büchern sagt aber nicht viel aus – vor allem in Zeiten in denen Informationen nicht nur in analoger – also gedruckter Form – vorhanden sind

            BTW der „Ritterschlag“ passt in die Epoche, in der Sie verhaftet geblieben sind. Seit 1918 gibt es nämlich in Deutschland keine Adelstitel mehr.

          • … auf die von mir widergegebene Meinung des Ethikrates sind Sie überhaupt noch nicht eingegangen.

            Vor allem würde ich gerne wissen, welche Klienten mir hier ein Mandat übertragen haben? Ich bin durchaus in der lage mir eine eigene Meinung zu bilden und diese zu vertreten. Nur wer Ihnen nicht nach dem Munde spricht, muss sich wohl mit Ihrer Intoleranz abfinden. Für Sie ist wohl ein offener Meinungsaustausch so zu verstehen, dass ich meine gegen Ihre Meinung austauschen soll. So läuft das aber nicht.

        • Milch der frommen Denkungsart

          Der Bildungsritter darf Sie abschliessend darauf aufmerksam machen, dass ‚qua‘
          die lateinische Ablativform vertritt, es
          daher angleichend ‚qua definitione‘ lauten
          muss. Übrigens sei Ihnen bezüglich meines
          von Ihnen so bekrittelten Logorrhoever-gleichs nochmals ans Herz gelegt, sich wahlweise analog oder digital in Sachen rhetorische Figuren unter dem Stichwort ‚Hypallage‘ sachkundig zu machen.

  18. Ursula Prasuhn

    @dickebank
    „Aus Sicht eines aufgeklärten Gesetzgebers müssen die Partner eben nicht heterosexuell sein, um eine Versorgungs- und Rechtsgütergemeinschaft, die Ehe genannt wird, eingehen zu können.“

    Mit dem Wörtchen „aufgeklärten“ verlassen Sie die Sachebene und schieben klammheimlich eine moralische Wertung ein, die Sie anderen als Vermengung von Sichtweisen ankreiden.
    Außerdem ist eine eheähnliche “ Versorgungs- und Rechtsgütergemeinschaft“ auch mit der eingetragenen, lebenslangen Partnerschaft zu erreichen. Wenn es da Unterschiede gibt, kann der Gesetzgeber sie auch ohne Einführung der Homo-Ehe beseitigen.
    Aber bei diesen – auch von Ihnen in den Vordergrund geschobenen Ungleichheiten – geht es m. E. mehr ums Vernebeln als ums Klarstellen. Kernstück des Begehrens ist doch das uneingeschränkte Adoptionsrecht, das bisher gegengeschlechtlichen Eheleuten vorbehalten ist. Wenn Sie auf sachliche Korrektheit Wert legen, dann dürfen Sie nicht eine wichtige Forderung verschweigen, nur damit die Homo-Ehe allgemeine Akzeptanz findet.
    Ausgangspunkt Ihres Disputs mit „Milch…“ war dieser Kommentar von Ihnen: „Der Inzestparagraph im deutschen Recht ist vom Europäischen gerichtshof für Menschrechte ohnehin kritisiert worden und muss angepasst werden. Folglich ist die Kritik legitimiert“
    Da ging es mir genauso wie „Milch…“, der oder die meinte, dass „Sie hier nicht den tatsächlichen Tenor des EGMR“ wiedergeben, der nämlich im grundsätzlichen Inzestverbot keinen Verstoß gegen die europäische Menschenrechtskonvention sieht.
    Diesen Nicht-Verstoß vernebeln Sie jedoch mit dem Wort „Kritik“. Hätte „Milch…“ nicht eingehakt, wäre es bei dem von Ihnen erweckten Eindruck geblieben, der Europäische Gerichtshof hätte das Inzestverbot gekippt.

    Sie argumentieren gern mit „Tatsachen“. Dagegen ist nichts einzuwenden, im Gegenteil. Wenn aber Fakten zwar nicht ganz falsch, aber auch nicht ganz vollständig und richtig wiedergegeben werden, so dass sie mehr der Vernebelung und Irreführung dienen als der Wahrheit, dann ist das für mich eine besonders tückische und effiziente Form der Meinungsmanipulation.

    • Milch der frommen Denkungsart

      Frau Prasuhn, ich bin immer aufs neue erleichtert, mit welcher Verve auch Sie immer wieder hinter die Fassade planvoll propagierter, sachlich verdrehter und absichtlich enervierender Beliebigkeiten blicken – ich hoffe, Sie werden sich diesbezüglich ebenfalls nie entmutigen lassen !

    • § 173
      Beischlaf zwischen Verwandten

      (1) Wer mit einem leiblichen Abkömmling den Beischlaf vollzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.

      (2) Wer mit einem leiblichen Verwandten aufsteigender Linie den Beischlaf vollzieht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft; dies gilt auch dann, wenn das Verwandtschaftsverhältnis erloschen ist. Ebenso werden leibliche Geschwister bestraft, die miteinander den Beischlaf vollziehen.

      (3) Abkömmlinge und Geschwister werden nicht nach dieser Vorschrift bestraft, wenn sie zur Zeit der Tat noch nicht achtzehn Jahre alt waren.

      Ist §173 Abs. 2 nun vom EuGMR kritisiert worden oder nicht?
      Wo bitte argumentiert @Milch dfD den vollständig ohne Interpretation? Sie interpretieren doch, dass der EuGMR bezüglich des Inzestes der gleichen Meinung ist wie der deutsche Gesetzgeber. Dass Inzest mittels Strafandrohung verhindert werden soll ist aber Teil des Paragraphen. Folglich verwahre ich mich ausdrücklich gegen die Behauptung Tatsachen verdrehen zu wollen.

      Ferner Sie implementieren mit den Begriff Ehe das Adoptivrecht, verschweigen aber dass heterosexuelle Paare durchaus als „Pflegeeltern“ anerkannt werden. Ehe ist die landläufige Bezeichnung für den Familienstand „verheiratet“. Mit diesem Familienstand ergeben sich weitere Vergünstigungen in anderen Rechtsbereichen, denen entsprechende Pflichten gegenüberstehen.

      Die Gleichstellung homosexueller Paare muss ja gar nicht über die Eheschließung erfolgen, man kann auch die Eheschließung für heterosexuelle Paare abschaffen und stattdessen die lebenspartnerschaft einführen.

      Am lustigsten wird es aber, wenn mir wegen des Begriffes „aufgeklärter Gesetzgeber“ Intentionen unterstellt werden. Das zeitalter der aufklärung liegt eindeutig in der Renaissance, eine nicht unwesentliche erkenntnis dieser Zeit führte später zur sinnvollen Trennung von Kirche und Staat, weshalb auch zwischen dem Sakrament der ehe (rk Kirche) und der Zivilehe unterschieden wird. Aber die Rückständigkeit der katholichen Kirche sieht man ja bei der Hl. Kommunion bzw. dem Ausschluss von Geschiedenen von derselben..

      • Ursula Prasuhn

        „Die Gleichstellung homosexueller Paare muss ja gar nicht über die Eheschließung erfolgen, man kann auch die Eheschließung für heterosexuelle Paare abschaffen und stattdessen die lebenspartnerschaft einführen.“
        Ja, das könnte man. Vor allem würde das die Genderisierung unserer Gesellschaft vorantreiben und den hinderlichen traditionellen Familien einen Schlag versetzen.
        Ich hatte sowieso schon geargwöhnt, dass diese „Kompromisslösung“ über kurz oder lang aus dem Hut gezaubert und auf den Tisch gelegt würde.
        Zu Ihrem letzten Absatz:
        Meiner Meinung nach steht der Gebrauch des Wortes „aufgeklärt“ zunehmend in fremden Diensten. Wer denkt wie erwünscht, erhält das Lob „aufgeklärt“. Wer nicht denkt wie erwünscht, erhält den Tadel „unaufgeklärt“. Diese Diffamierung ist zwar gnädiger als die Schimpfwörter „intolerant“, „rechts(extrem)“ oder „-phob“, gehört aber dennoch in die Reihe der üblichen Kampfbegriffe.
        Ihren ablenkenden Ausflug in die Renaissance erlaube ich mir darum als erneutes Manöver von „Täuschen und Tarnen“ anzusehen.

        • Milch der frommen Denkungsart

          … zumal – peinlich, peinlich – die Aufklärung kein genuiner Begriff der Renaissance, sondern ein Projekt des 17./18. Jahrhunderts
          ist.

    • „Ein bisschen Spaß“ ist gewaltig untertrieben. Ich habe mich ausgeschüttet vor Lachen und die Satire gleich 2mal gelesen. Herzlichen Dank für den Tipp!

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