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Seiteneinsteiger ohne Lehramt werden bald höher eingruppiert – in Mecklenburg-Vorpommern jedenfalls

SCHWERIN. Meister, Pionierleiter, Biochemiker – viele Lehrer unterrichten ohne klassischen Lehramtsabschluss. Sie werden deutlich schlechter bezahlt als ihre Kollegen. Das soll sich in Mecklenburg-Vorpommern bald ändern.

Es gibt mehr Geld für Seiteneinsteiger in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Es gibt mehr Geld für Seiteneinsteiger in Mecklenburg-Vorpommern. Foto: Andreas Hermsdorf / pixelio.de

Hunderte Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern ohne klassischen Lehramtsabschluss können auf höhere Gehälter hoffen. Zum neuen Schuljahr soll eine Verordnung in Kraft treten, die Seiteneinsteiger besserstellt. Dazu gehören nach Angaben von Bildungsminister Mathias Brodkorb (SPD) zum Beispiel Meister, die häufig an Berufsschulen unterrichten. Auch ausgebildete Pionierleiter sowie Grundschullehrer, die ihre Ausbildung in der DDR begonnen, aber erst nach dem 3. Oktober 1990 beendet haben, sind betroffen. Ihre Abschlüsse seien bis heute nicht anerkannt, sagte Brodkorb. Ihr Gehalt kann sich um mehrere hundert Euro im Monat erhöhen.

Bereits jetzt lägen rund 400 Anträge auf Höhergruppierung vor, sagte Brodkorb am Mittwoch in Schwerin. Insgesamt rechnet sein Ministerium mit bis zu 900 Betroffenen. Dies seien acht bis neun Prozent aller Lehrkräfte im Land, sagte Brodkorb.

«Mit der neuen Regelung sorgen wir für mehr Gerechtigkeit in den Lehrerzimmern», betonte der Minister. Alle DDR-Abschlüsse von Fachkräften in der Schule könnten nun anerkannt werden. Die Mehrkosten belaufen sich den Angaben zufolge auf sechs bis acht Millionen Euro im Jahr und sollen aus dem 50 Millionen Euro umfassenden Paket zur Verbesserung der Schulen im Land genommen werden. Dort seien Spielräume vorhanden, sagte Brodkorb.

Von der Verordnung sollen auch neu eingestellte Lehrkräfte profitieren, die ein Fach- aber kein Lehramtsstudium absolviert haben. Nach einer Bewährungszeit von fünf bis sieben Jahren und einer berufsbegleitenden pädagogischen Fortbildung können sie wie ihre Kollegen mit klassischem Lehramtsstudium und Referendariat eingruppiert werden. Derzeit nehmen Brodkorb zufolge 161 dieser Lehrkräfte an der pädagogischen Fortbildung teil. In den Vorjahren seien es im Schnitt nur etwa 20 gewesen.

Brodkorb betonte, dass mit der Neuregelung das klassische Lehramtsstudium nicht ausgehebelt werden solle. So dürften freie Stellen nur dann mit Seiteneinsteigern besetzt werden, wenn keine regulären Absolventen vorhanden seien. Von Iris Leithold, dpa

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