Startseite ::: Titelthema ::: Studie: Gute Noten dank gesundem Frühstück

Studie: Gute Noten dank gesundem Frühstück

DÜSSELDORF. Das Frühstück gilt unter Ernährungsexperten als Voraussetzung, damit Kinder sich in der Schule konzentrieren können. Ein gesundes Frühstück vermag allerdings noch mehr: Wissenschaftler der Universität Cardiff in Wales konnten nun nach eigenen Angaben nachweisen, dass es die Leistungen von Schülern positiv beeinflussen kann.

Diese Studie biete bislang den stärksten Beweis, dass eine Verbindung besteht zwischen dem Ernährungsverhalten von Schülern und ihren schulischen Leistungen, zitiert die britische Tageszeitung „The Guardian“ Hannah Littlecott, Hauptautorin der Studie. Bisherige Untersuchungen hätten dagegen nur gezeigt, dass Frühstücken die Konzentration und die kognitive Leistung steigert.

Das Frühstück gilt als die wichtigste Mahlzeit für Kinder und Jugendliche. Foto: Thost / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Ein gesundes Frühstück hat positiven Einfluss auf schulische Leistungen. Foto: Thost / Flickr (CC BY-SA 2.0)

Das Team aus Wissenschaftlern um Hannah Littlecott analysierte Daten von rund 3000 neun- bis elfjährigen Schülern an 111 Schulen. Am Tag der Untersuchung bat es die teilnehmenden Schüler in chronologischer Reihenfolge alles aufzuschreiben, was sie in den vergangenen 24 Stunden gegessen hatten – beginnend bei der ersten Mahlzeit des vorangegangenen Tages bis zum Frühstück am Untersuchungstag.

Diese Informationen zum Essverhalten setzten die Wissenschaftler mit den Ergebnissen der Statutory Assessment Tests (SATs) in Verbindung, schulische Lernstandserhebungen, die für alle Zehn- bis Elfjährigen in England verpflichtend sind. Sechs bis 18 Monate nach der Umfrage zum Essverhalten absolvierten die Schüler diesen Test in den Fächern Englisch, Mathematik und Naturwissenschaften.

Das Ergebnis: Schüler, die frühstückten, hatten der Studie zufolge eine doppelt so hohe Wahrscheinlichkeit, überdurchschnittlich gut in den verpflichtenden Test abzuschneiden als solche, die morgens kein Frühstück zu sich nahmen. Die Autoren betonen allerdings, dass es wichtig ist, was Kinder vor der Schule essen. Positiven Einfluss auf die schulischen Leistungen hat demnach nur ein gesundes Frühstück – bestehend aus Getreideprodukten zum Beispiel Müsli, Brot, Obst und Milchprodukten. Chips oder süße Snacks als Start in den Tag hatten laut Studie keine Auswirkungen. Dieses Resultat stimme mit anderen wissenschaftlichen Studien überein, wonach sich ein Frühstück bestehend aus Nahrungsmitteln, die einen geringen glykämischen Index besitzen, positiv auf die kognitiven Fähigkeiten, die Gesundheit, Aufmerksamkeit und die schulischen Leistungen von Schülern auswirke, so die Autoren. Der Grund: Diese Lebensmittel würden eine kontinuierliche Versorgung mit Glukose gewährleisten.

Den Ergebnissen ihrer Studie attestiert Hannah Littlecott gegenüber „The Guardian“ eine „enorme Bedeutung für die Bildungs- und Gesundheitspolitik“ und diese beschränkt sich nicht nur auf England. Schließlich frühstücken in Deutschland der KiGGS-Studie des Robert Koch-Instituts aus dem Jahr 2013 zufolge mit zunehmendem Alter immer weniger Kinder zu Hause. Unter den Sieben- bis Zehnjährigen frühstückt mehr als ein Fünftel (23 Prozent) nicht täglich zu Hause und unter den Elf- bis 13-Jährigen sind es rund ein Drittel (34 Prozent). (News4teachers)

Zum Beitrag: Expertin: Schulkinder brauchen morgens zweimal Frühstück
Zum Beitrag: Uschi Glas‘ Verein „brotZeit“ bietet benachteiligten Kindern Frühstück an
Zum Beitrag: Ernährung auf dem Stundenplan: Bundeslandwirtschaftsminister wünscht sich neues Unterrichtsfach

4 Kommentare

  1. Korrelation von Daten oder Ursache-Wirkung-Kette? Die Ergebnisse lassen auch den Schluss zu, dass Kinder erziehungskompetenter Eltern – die unter anderem ihre Kinder auch zu einer gesunden Ernährungsweise anleiten – besser bei Tests abschneiden. Die Implikationen einer solchen Deutung wären gewaltig.

    • Eine weitere Befragung der Eltern, in wie fern sie sich für die Belange ihrer Kinder interessieren, die Hausaufgaben kontrollieren, mit ihnen Vokabeln üben usw. hätte durchgeführt werden sollen und dieser Einfluss aus dem Frühstücks-Prüfungs-Zusammenhang herausgerechnet werden müssen. Na ja, bei Soziologen darf man die Mathematikkenntnisse nicht zu hoch ansetzen. Excel ist ja schon schwer genug.

      • Wieso eigentlich herausrechnen? Der Zusammenhang zwischen Elternkompetenz und Kinderleistung ist m.E. der eigentlich interessante, zugleich missachtete.

        • Ich habe mich auf die Studie bezogen. Ihr Einwand ist natürlich trotzdem korrekt, widerspricht aber den Interessen potenzieller Auftraggeber von Studien.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*