Startseite ::: Leben ::: Den Schuldienst geschwänzt, um beim Dschungelcamp-Dreh in Australien dabei zu sein? Nathalies Mutter vom Unterricht freigestellt

Den Schuldienst geschwänzt, um beim Dschungelcamp-Dreh in Australien dabei zu sein? Nathalies Mutter vom Unterricht freigestellt

SOLTAU. Hat sich eine Lehrerin aus Niedersachsen krankschreiben lassen, um ihre Tochter – das Model Nathalie – zum Dreh für das RTL-Dschungelcamp zu begleiten? Eltern schlugen Alarm, die Landesschulbehörde ermittelte. Jetzt das vorläufige Ergebnis der Untersuchung: Wie die „Bild“-Zeitung berichtet, durfte die Lehrerin gestern den Unterricht nicht mehr antreten.

Im Dschungelcamp: Model Nathalie. Foto: RTL

Im Dschungelcamp: Model Nathalie. Foto: RTL

„Wir können bestätigen, dass Frau V. nicht mehr unterrichtet. Es wird dienstrechtlich gegen sie ermittelt“, so erklärte eine Behördensprecherin gegenüber dem Blatt. Die Schulleitung des betroffenen Gymnasiums in Soltau habe das Kollegium gestern früh über die Entscheidung informiert. Die Kollegin unterrichtete dort die Fächer Mathematik und Physik und hätte eigentlich die Schüler ihres Leistungskurses auf die anstehenden Abiturprüfungen vorbereiten sollen. Stattdessen hielt sie sich auf Kosten von RTL in einem Hotel an der australischen Goldküste auf und gab dort sogar Interviews für die Sendung „Ich bin ein Star – Holt mich hier raus“. Sie wurde von Schülern des Gymnasiums in Ausschnitten der Show erkannt – und ließ dann über einen Anwalt erklären: „Wer krank ist, muss sich nicht zwingend zu Hause aufhalten, hat keine sogenannte Residenzpflicht.“

In Soltau schlugen deshalb die Wellen hoch. Die Eltern von etwa 20 betroffenen Gymnasiasten wandten sich mit einem offenen Brief an die Landesschulbehörde. Sie fordern ein zügiges Einschreiten der Dienstaufsicht. „Wir bitten, diese Lage zu prüfen und schnell die erforderlichen Schritte einzuleiten“, hieß es in dem Schreiben des Elternrats. Befürchtet wurden Nachteile für die betroffenen Abiturienten, deren Unterricht von Kollegen vertreten werden musste. Die Schulleitung unterstützt das Ansinnen der Eltern. „Ich begrüße den Brief und möchte genau wie die Eltern eine Aufklärung des Vorfalls. Jeder Lehrer hat eine Fürsorgepflicht, der nachgegangen werden muss“, erklärte der Schulleiter. Auch für das Kollegium sei das Fehlen, unabhängig von den Gründen, eine zusätzliche Belastung.

Die Landesschulbehörde bestätigte die Krankmeldung nicht, dementierte sie aber auch nicht. Aus Datenschutzgründen dürfe die Behörde dazu nichts sagen, erklärte eine Sprecherin. Sei es allerdings so, dass die Lehrerin zu Unrecht fehlt, würden entsprechende Schritte eingeleitet. Das ist offenbar jetzt passiert. Und wie geht es weiter? Im Extremfall könne ihr der Beamtenstatus entzogen werden, so hieß es seitens der Aufsicht. News4teachers

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5 Kommentare

  1. ich gehe mal davon aus, dass es bei einer dicken Abmahnung bleibt und sie die Besoldung für die Fehlzeit erstatten soll. Vorausgesetzt natürlich die Lehrerin hat sich in der Vergangenheit nichts anderes zu Schulden kommen lassen und ist kurz nach Abiturklausuren nicht plötzlich krank. Auf eine Lehrerin mit der Fächerkombination wird der Schulleiter nur schwer verzichten können.

  2. Solche „Kollegen“ sind ein echtes Problem für den Berufsstand. Sie schaden dem Ansehen und liefern allen, die Lehrer nicht als Beamte sehen wollen, beste Munition.
    Ich fände es gut, wenn sie aus dem Dienst entfernt werden könnte.

    • Schulleiter und Aufsichtsbehörde sind hoffentlich klug und betrachten die Sache im Zusammenhang mit der sonstigen Leistung der Frau über die letzten Jahre.
      Was wir hier lesen, ist durch die Medien hochgespült und skandalgemäß präsentiert, wie „man“ das heute eben macht. Wenn eine ansonsten tadellos und gut ihren Dienst leistende Kollegin mal „once in a lifetime“ über die Stränge schlug, wäre eine besonnene Reaktion wichtig. Falls der Dschungelschlamp-Ausflug dagegen ins Bild der sonstigen Arbeitsweise passt, ist hier die einmalige Gelegenheit, eine Personalie zu klären.

  3. Wie dem auch sei, unglaublich, die Schüler/innen vor dem Abitur sitzen zu lassen.

    • zweifellos. Ich kenne den Ablauf in NS nicht, aber man darf das nicht. Dennoch – wir alle haben schon mal etwas grob falsch gemacht, und bevor die gnadenlosen Rächer ans Werk gehen, wäre erst mal zu schauen, was der Mensch denn zuvor getan hat. Ich gebe zu, das ist ein altmodischer Gedanke. Mit Politikern geht man so nicht um, sondern ein falsches Wort, eine Fehlentscheidung führt zur Exekution. Aber wenn’s schon zuwenig Mathe/Physik gibt … ;-))

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