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Kulturkampf um sexuelle Vielfalt – kurz vor der Wahl neue Proteste im Ländle

STUTTGART. Ultrakonservative protestieren in Stuttgart gegen den Bildungsplan von Grün-Rot, in dem es auch um Akzeptanz sexueller Vielfalt geht. Parallel wollen Befürworter von Toleranz mit Gegenaktionen ein Zeichen setzen. Die Polizei stellt sich auf mögliche Gewalt ein.

Zwei Wochen vor der Wahl haben Gegner einer Gleichstellung von Homo- und Heterosexuellen neue Proteste gegen den Bildungsplan der grün-roten Regierung in Stuttgart angekündigt. An diesem Sonntag hofft die ultrakonservative Initiative «Demo für alle» auf Tausende Demonstranten in der Landeshauptstadt gegen eine «Sexualisierung» des Schulunterrichts im Südwesten. Gegner dieser umstrittenen Kundgebung haben zeitgleich Aktionen angekündigt. Sie treten für Weltoffenheit, Toleranz und kulturelle Vielfalt ein. Die Polizei ist im Einsatz, um gewaltsame Konfrontationen wie in der Vergangenheit zu verhindern.

Am selben Tag will auch Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) mit einer Grundsatzrede vor der Landtagswahl am 13. März an die Gesellschaft appellieren, in Zeiten von Kontroversen zusammenzustehen. Die von Kretschmann geführte Regierung hatte mit einem Bildungsplan, der auch die Akzeptanz sexueller Vielfalt behandelt, besorgte Eltern auf den Plan gerufen. Die Bildungsplangegner pochen darauf, Zeitpunkt und Inhalte sexueller Aufklärung selbst zu bestimmen.

Der Landesfrauenrat ruft zu Protesten gegen die «Demo für alle» auf. Es gebe ein Recht auf sexuelle Selbstbestimmung, betonte der Verband in einer Mitteilung. «Diese Vielfalt Kindern im schulischen Rahmen aufzuzeigen, halten wir für völlig normal und ausgesprochen wichtig», teilte der Landesfrauenrat mit. Er warf den «Vielfaltsgegnern» Frauenfeindlichkeit und ein «reaktionär-konservatives Familienbild» vor.

Mehr als 5.000 Menschen demonstrierten heute in Stuttgart gegen eine zunehmende Thematisierung von "Sexueller Vielfalt" im Unterricht. Foto: Demo für alle

Mehr als 5.000 Menschen demonstrierten bereits in Stuttgart gegen eine zunehmende Thematisierung von „Sexueller Vielfalt“ im Unterricht. Foto: Demo für alle

Mit einem Kulturfest wollen auch die württembergischen Staatstheater ein Zeichen gegen Intoleranz setzen. «In Zeiten zunehmender Intoleranz und ideologischer Abschottung» führen Mitarbeiter der Staatsoper Stuttgart, des Balletts und Schauspiels Kunstaktionen für gelebte Vielfalt auf. Beteiligt sei auch das Kunstmuseum Stuttgart, das Literaturhaus und der Württembergische Kunstverein, hieß es in einer Mitteilung der Organisatoren.

In der Vergangenheit war es bei Demonstrationen von Gegnern und Befürwortern der grün-roten Gleichstellungspolitik in Stuttgart zu Rangeleien gekommen. Im Oktober vorigen Jahres hatten sich mehr als 5000 Demonstranten – vor allem Familien mit Kindern – auf dem Schillerplatz in Stuttgart und zu einem Zug durch die Stadt versammelt, um gegen den Bildungsplan zu protestieren.

Die Landesregierung hat einen Aktionsplan für Vielfalt und Toleranz beschlossen, der die Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung in der Gesellschaft unterbinden soll. Ein neuer Bildungsplan sieht vor, das vom kommenden Schuljahr an im Unterricht stärker über das Thema sexuelle Vielfalt gesprochen wird. Die Organisatoren der «Demo für alle» wollen verhindern, dass die Regierung den Plan noch vor der Wahl beschließt. dpa

Weitere Informationen

Infos zum Bildungsplan

Infos zum Aktionsplan

„Demo für alle“

113 Kommentare

  1. „Ultrakonservative“ – wenn ich das schon lese!!! Was für eine voreingenommene Meinungsmache!!
    Ich finde es großartig, dass es noch Büger gibt, die sich der Gender – Ideologie vehement widersetzen. Leider wird es wohl nicht reichen, um die jetzige Landesregierung abzulösen.

  2. Die Veranstalter der „Demo für alle“ protestieren beispielsweise dagegen, dass der Bildungsplan 1 Tag vor der Landtagswahl verabschiedet werden soll, „dass es keine Landtagsdebatte nach der Anhörungsphase mehr gab, und
    dass der zuständige Bildungsausschuss des Landtags vor der Verabschiedung des Bildungsplans nicht befragt werden soll.“ (G. Stängle)
    Ich war bei der letzten Demo für alle, hörte alle Ansprachen: es war kein einziges Wort gegen Homosexuelle dabei. Mir scheint, dass der Artikel hier ausschließlich die politische Sicht der grün-roten Landesregierung vertritt.

  3. Die Argumente der regierungskritischen Seite kann man hier erfahren: http://www.bildungsplan2015.de/

  4. Die Veranstalter der Demo für alle sind vielleicht ultrakonservativ oder reaktionär — was immer das in der heutigen PC-Gender-versuchten Zeit heißen darf. Vermutlich sind etliche der Teilnehmer auch nur einfach ganz normale Menschen, die Angst haben, dass ihre Kinder oder Enkel in ihren Augen zu früh und viel zu ausführlich auf sexuelle Orientierungen hingewiesen werden, die nur einer vernachlässigbar kleinen Gruppe in der Gesellschaft eine viel zu große Aufmerksamkeit gibt, ohne dass die Gruppe selbst gefragt wurde.

    PS: In einem neu erschienenen Biologiebuch Klasse 7-9, Gymnasium NRW, steht ein halber Absatz zur Homosexualität, nichts über den Transgenderkram, den der Bildungsplan in BaWü vertritt, aber mehrere Seiten über Liebe, Partnerschaft, Sex, Verhütung, sexuell übertragbare Krankheiten.

  5. Wie es gleich wieder schäumt hier.

    Wer sich anschaut, wleche Organisationen die „Demo für alle“ – die sich ja eigentlich „Demo einer heterosexuellen Miinderheit gegen die Normalisierung von LGBTIQ Minderheiten“ ist – so unterstützt, dann passt das mit dem „ultrakonservativ“ schon sehr gut.

    Und das kann man auch ganz wertfrei sagen. Es soll alles so bleiben wie es ist – und möglichst noch zurückgedreht werden. Passt doch.

    • diese heterosexuelle Minderheit hat die Demo beantragt und organisiert, einverstanden. mitgelaufen sind sicherlich auch eine große Anzahl Menschen, die die von Ihnen unter dem Dach der Toleranz geforderte Überbetonung der lsbttq-bewegung für ihre Kinder im Grundschulalter nicht akzeptieren wollen.

      • Lieber xxx,

        niemand will irgendwas überbetonen. Lesen sie doch bitte mal die Leitlinien, da ist das Thema Sexuelle Vielfalt eines von vielen. Oder schauen sich den von mir schon vielfach verlinkten Beispiele von Klett an und sagen mir, was dort überbetont wird.

        Aber es ist müßig, darauf hinzuweisen. Die Debatte hat sich bei denen, die angeblich „für alle“ auf die Straße gehen, ohnehin verselbständigt. VMit rationalen und ruhigen Diskussionen it da nur noch schwerlich jemand zu erreichen.

        Es fehlt das Verständnis für Diskrimninierung, Empathie und sozialwissenschaftliches Denken.

        Stattdessen gibt es Glauben. Glauben und beinharte Heterosexualität, die sich für das einzig normale hätl und nichts neben sich dulden kann.

    • @Georg
      „Wie es gleich wieder schäumt hier.“
      Was soll der Spruch? Sie stehen doch auch gleich wieder auf der Matte, um sich so ganz „wertfrei“ für Ihre Interessen einzusetzen.
      Als Lobbyvertreter dermaßen durchsichtig die neutrale Stimme zu spielen, ist verwegen, um es mal vorsichrig auszudrücken.

      @xxx
      „Ultrakonservativ“ und „reaktionär“ sind reine Schimpfwörter für die Veranstalter und Teilnehmer der Demo. Die abgenutzte Nazi-Keule, die zur Diffamierung der ersten Demo noch gebraucht wurde, zieht nicht mehr. Also müssen andere Begriffe zur Verunglimpfung her.
      Ich bin sicher, nicht nur „etliche der Teilnehmer“ sind „ganz normale Menschen“, sondern fast alle. Und tolerant sind sie obendrein. Kaum jemand hat etwas gegen sexuelle Minderheiten.
      Die überwältigende Mehrheit stellt sich allerdings gegen den Gender-Wahnsinn und Bildungspläne, die unter dem falschen Siegel eines humanitären Fortschritts durchgedrückt werden.
      Die Gender-Ideologie hat nichts mit Fortschritt zu tun. Kaum eine Lehre könnte der Naturwissenschaft und Aufklärung mehr widersprechen als sie.
      Aber manchen Menschen kann man offenbar alles weismachen, wenn unwiderstehliche Begriffe wie „Fortschritt“, „Toleranz“ oder „soziale Gerechtigkeit“ vor den Karren primitiver Glaubenslehren gespannt werden. Damit meine ich nicht Sie!

      • Das sehe ich genauso. Unter dem Deckmantel der Toleranz und anderer schöner Begriffe ließ sich bisher nicht nur bequem dummes Zeug verbreiten, sondern auch Hetze gegen Kritiker betreiben und rechtfertigen.
        Wie mit der „Demo für alle“ umgesprungen wird, ist bestes Beispiel dafür.
        Wer unbedingt glauben will, dass der Bildungsplan „die Diskriminierung von Menschen wegen ihrer sexuellen Orientierung in der Gesellschaft unterbinden soll“, der möge das glauben. Ich tue es nicht und kann mich auch nicht zu naiver Gutgläubigkeit zwingen.

      • Lieber A. S.,

        ich habe mich ein bisschen amüsiert, kein Grund gleich auszuflippen.

        Nehmen Sie den Begriff „ultrakonservativ“ doch beim Wort, wie ich es getan habe. Und das war wirklich ganz wertfrei. Erhalt des Bestehenden und am besten ein Zurückdrehen des Rades im Sinne konservativer Bibelauslegungen, in der es nur heterosexuelle Männer und Frauen gibt und alles andere Sünde an Gott und für stramme Gläubige damit zu bekämpfen ist.

        Das mit dem „Lobbyvertreter“ ist wirklich putzig. Für wen lobbyiere ich denn hier, wenn ich mein sozialwissenschaftliches Wissen und meinen Blick auf die Welt kundtue? Noch putziger ist das immer gleiche Schwingen Nazikeulenkeule. Das ist doch nun auch wirklich abgedroschen. Seien Sie mal ein wenig innovativer, wenn sie argumentativ punkten wollen.

        Und als Letztes: Ideologen und Lobbyisten sind immer die anderen. 😉

        • Wetten, dass Sie sich kein bisschen amüsieren? So zu tun als ob, scheinen Sie seit einiger Zeit aber für die Darstellung persönlicher Überlegenheit zu halten.
          „Ideologen und Lobbyisten sind immer die anderen.“ Der Satz stimmt, doch er muss nicht bis zum Erbrechen wiederholt werden.
          Um auf Ihre Frage zu antworten, für wen Sie lobbyieren: Für Neosozialismus vermengt mit Gender Mainstreaming.

          • Ich wiederhole meine Sätze gerne nochmal, auch wenn Sie darüber ins Brechen geraten. Vielleicht auch genau deshalb, weil ich Ihren Ton mir gegenüber als überaus unangenehm empfinde und ich ihn dann vielleicht nicht länger ertragen muss.

            Ein weiterer Grund wäre, das deren Gehalt dann ja vielleicht auch bei Menschen wie Ihnen durchsickert, die ihrem Gegenüber lieber alle möglichen Zettelchen anzuheften, anstatt rational zu argumentieren.

            Neosozialist hatte ich auch noch nicht, der kommt mit auf meine Liste. Hört sich schon fast so an wie Nationalsozialist.
            Das kommt bestimmt auch noch.

            Und wie schon ab und zu mal angemerkt: Nordkorea fehlt noch.
            Vielleicht reizt es Sie ja? Je hahnebüchener desto besser.

            Herzliche Grüße aus der Lobbyzentrale!

          • Oooh, ein „h“ zuviel. Sie finden es sich, lieber A.S.

  6. Mittlerweile ist etwas konkreter geworden, wie der „Kulturkampf“ von der linken/fortschrittlichen/feministischen/toleranten Seite her konkret aussieht, siehe http://www.news4teachers.de/2016/02/nach-demo-fuer-alle-linke-und-polizei-werfen-sich-aggressionen-vor/ .
    Es wäre interessant zu erfahren, ob die baden-w. Regierung und die ihr nahestehenden Leser hier sich von den Gewaltausbrüchen distanzieren.

  7. mehrnachdenken

    Nun kann das neue Buch „Das Gender – Paradoxon“ von Prof. Dr. Ulrich Kutschera gekauft werden.
    Interessierte erhalten einen ersten inhaltlichen Überblick:

    http://de.richarddawkins.net/articles/das-gender-paradoxon-mann-und-frau-als-evolvierte-menschentypen

    • mehrnachdenken

      Ein kleiner Appetithappen:

      „Die Grundgedanken dieser „Geschlechter-Weltanschauung“ lassen sich wie folgt verdeutlichen. Im November 2014, nur wenige Tage nach dem 100. Todestag des Urvaters der modernen „Sex-Forschung“, August Weismann (Freiburg i. Br.), ist in dessen Bundesland Baden-Württemberg ein sogenannter „Entwurf zum Bildungsplan 2015“ der Stuttgarter Landesregierung bekanntgeworden. Nach Veröffentlichung dieses Dokuments gab es bundesweit Proteste – warum?

      Vertreter der Gender-Ideologie wollten für alle Schulen und Fächer vorschreiben, dass die Schüler von nun an „gendersensibel“ erzogen werden. Man plante, z. B. Achtklässler (ca. 14 Jahre alt, mitten in der Pubertät) im Biologieunterricht zu fragen, ob sie wirklich „heterosexuell seien oder sein wollen“. Weiterhin sollte vermittelt werden, dass die „Heteronormalität“, d. h. die Tatsache, dass etwa 95 % aller Männer und Frauen über einen evolutionär verankerten, dem anderen Geschlecht zugewandten „Fortpflanzungstrieb“ verfügen, als konservativ-reaktionäre Weltanschauung zu gelten habe. Die Vater/Mutter-Kind-Familie sei überholt, während eine homoerotische Neigung als frei wählbarer Life Style propagiert wurde. Proteste aus ganz Deutschland haben dann bald dazu geführt, dass der Ministerpräsident Baden-Württembergs, der hinter diesen genderistischen Irrlehren stand, seinen Vorschlag zurückgezogen hat. Da ich mich, unabhängig von diesem Vorfall, im „Weismann-Jahr 2014“ u. a. im Fachjournal Nature mit dem Darwinischen Feminismus auseinandergesetzt hatte, begann ich mit der systematischen Sichtung meiner Aufzeichnungen zum Gender-Thema.“

      • Und ein kleiner „Gegenhappen“ für den Appetit auf andere Meinung. (Aber Vorsicht! Der Text ist sehr lang und außerordentlich „reizend“!)

        http://publikative.org/2015/11/01/maennerfantasien-die-antigenderistische-ideologie-des-ulrich-kutschera/

        • mehrnachdenken

          Na, das ist doch mal eine gute Steilvorlage. Ich bin gespannt, was der Autor dazu sagt.

          • Und ich bin gespannt, was Sie dazu sagen.

            Der Abschnitt mit Ideologie und der Frage nach dem zu befriedigenden Bedürfniss hat mich ein wenig an Sie erinnert, mehrnachdenken.

            Was lässt Sie voller Begeisterung jemandem wie Kutschera hinterherlaufen, der weder Kenntnisse der Thematik hat, noch differenziert und dazu noch einen Ton anschlägt, der jeder konstruktiven Debatte spottet.

            Was macht das mit Ihnen, dass Sie so jemandem permanent zujubeln und für sich denken lassen?

          • mehrnachdenken

            Ich beziehe mich auf meinen Beitrag vom 01.03./ 19.18 h und den dortigen Link, in dem Dr. Kutschera sein Buch vorstellt.

            Zunächst kann ich dort nicht erkennen, dass er dort „einen Ton anschlägt“, der „jeder konstruktiven Debatte spottet“.

            Wer sind Sie eigentlich, dass Sie sich anmaßen, einen Lehrstuhlinhaber und international anerkannten Evolutionsbiologen derartig abzuqualifizieren?

            Sie unterstellen dem Professor einen unangemessenen Ton, der eine vernünftige Debatte nicht erlaubt.
            Kann es sein, dass Sie zwar recht schnell den Splitter im Auge des Gegenüber meinen erkennen zu können, dabei aber den Balken in ihrem Auge übersehen?

          • Ihre letzte Frage ist berechtigt. Dass Georg oft genau das moniert, was er selbst gern macht, habe ich auch schon mehrmals gedacht.

          • Hallo Georg, mich interessiert, warum Sie schreiben, dass Prof. Kutschera keine Kenntnisse der Thematik habe.

          • Bitte einfach mal den geposteten Beitrag lesen, dann verstehen Sie vielleicht von selbst, was gemeint war.

            Hier kleine Appetitanreger:

            „über Intrigen und radikale Mafia-Methoden durchgeboxte Agenda“
            „geistige[…] Vergewaltigung normal denkender Männer und Frauen“
            „Krebsgeschwühr“

            Ist das für Sie konstruktiv?

            Und bitte, ganz ehrlich: Solche oder ähnlich Schoten hab ich hier noch nicht losgelassen. Aber es ist mal wieder interessant: Was andere mir hier schon an den Kopf geworfen haben, spielt erneut keine Rolle in Ihrer und Gelis Replik.

            Warum auch? Doppelte Standards sind einfach unheimlich praktisch. 😉

            Und zu Ihren Fragen: Ein Evolutionsbiologe ist kein Sozialwissenschaftler. Und die Themen Gender, Gender Mainstreaming, etc. (Achtung: Das sind wirklich alles verschiedene Dinge, die er – wie Sie – alle in einen Topf wirft, was der Artikeln auch sehr schön zeigt – sind keine Themen, bei denen ich einem Evolutionsbiologen mit Spezialisierung auf Pflanzenforschung (wenn ich mich Recht erinnere) sonderlich Kompetenz zuschreibe.

            Und ein Lehrstuhlinhaber ist kein besserer, belesener oder intelligenterer Menschen, nur weil er einen Lehrstuhl innehat. Seine Äußerungen müssen auch Gehalt haben und sich in einem fachfremden Feld auch schlüssig sein – Kutscheras haben und sind dies eben nicht, wie der gepostete Artikel eben sehr schön und ausfürlich nachweist.

            Und wer ich bin? Ein selbständig denkender Mensch, der sich im Thema genug auskennt, um das Gefühl zu haben, mitreden zu können. Und jemand, der nicht vor großen Titeln kuscht und sich freut, dass die Zeiten vorbei sind, in denen das deutscher Standard war.

          • mehrnachdenken

            Auch ich meine, einigermaßen selbstständig denken gelernt zu haben. Auch ich „kusche“ nicht vor Titeln, erkenne aber zunächst einmal akademische und auch andere Lebensleistungen an, selbst wenn ich nicht mit allem übereinstimmen sollte.

            Hier nun ein weiterer Link zur Seriosität oder Wissenschaftlichkeit von GM:

            http://sciencefiles.org/2014/12/17/jetzt-gilts-30-fragen-an-die-gender-emporten-hark-und-villa/

          • mehrnachdenken

            Dr. Kutschera in einem Interview, in dem er seine Sicht der Dinge deutlich darstellt.
            Ausdrücklich mö. ich betonen, dass ich seine Ausführung zur Partnerfindung an Unis nicht teile.

            http://winniewacker.de/kutschera.htm

          • Ich bin weit davon entfernt, Prof. Kutschera in allen Dingen zuzustimmen, und seine Sprechweise erscheint mir arrogant. Dennoch fand ich das hier aufgezeichnete Interview erhellend. Kutscheras Einordnung der Sexualität zur Biologie statt zur Soziologie lässt sich nicht ganz von der Hand weisen, oder?

          • mehrnachdenken

            Die Uni Kassel teilt ordentlich gegen Prof. Kutschera aus:

            http://www.kritischeuni.de/

            Klar, inzwischen ist GM in Deutschland so etwas wie eine „Staatsreligion“, von und mit der viele Uni – Beschäftigte prima leben können.

            Mit aller Macht wird dann natürlich gegen so einen vermeintlichen Nestbeschmutzer Kutschera „geschossen“.

            Die Links vom 02.03./ 19.03 h , 19.15 h zeigen offensichtlich, dass sich maßgebliche Vertreterinnen von GM anscheinend recht schwer tun, einfachste Fragen zur Gender – Ideologie zu beantworten.

  8. Lieber Mehrfachsteckern,

    zwei Tipps: die „Kritische Uni“ ist eine Initiative AN der Uni Kassel, nicht DER Uni Kassel. Es sind wahrscheinlich Studierende mit Interesse an politischer Debatte.

    Zu den 30 Fragen: Würden Sie auf eine solche E-Mail antworten? Lesen Sie sich bitte mal die Fragen durch und spitzen mal die Ohren für den Duktus.. Stellen Sie sich vor, jemand wie ich würde Sie Ihnen stellen. Was würden Sie tun?

    Und das Interview mit Kutschera spottet jeglicher Beschreibung. Die „Feministen-Konferenz“ auf der der Begriff „mit politischen Tricksereien“ durchgesetzt wurde, seine Abwertung der Sozialwissenschaft (weil die sich ja nicht mit realen Dingen beschäftigen würde. What?), seine chauvinistische. Freude über die geringere Dotierung anderer Professuren und von Lehrkräften – allein auf der Ebene der Haltung ist der Mann schon ein Totalschaden. Wer derart herablassend über Professionen berichtet, die nicht seine sind, sperrt sich quasi automatisch gegen Erkenntnisse, die nicht in sein Weltbild passen.

    Und mit den Inhalten hab ich bis jetzt noch gar nicht angefangen.

    Lesen Sie doch einfach mal spaßenshalber den Artikel, der weiter oben gepostet wurde. Da bekommen Sie – sehr leicht und ohne viel Recherchearbeit, sowas soll einen ja schon mal vom Lesen abhalten – mal wenigstens halbwegs die Begriffe differenziert. Ansonsten geht Wikipedia zur ersten Orientierung auch ganz gut.

    Das wäre schon mal ein erster Schritt, weil genau da hat auch Kutschera schon Probleme. Und was soll man von jemanden halten, der nicht mal die Basics verstanden hat?

    • mehrnachdenken

      Mein Gott, Ihnen ist auch nichts zu peinlich!

      • Ihnen und dem Herrn Kutschera zu widersprechen ganz sicher nicht.

        Und ihre Aussage gebe ich Ihnen zur eigenständigen Reflexion gerne zurück! 😉

        • Ooh, ich sehe gerade, das mit mein Autocorrect bei Ihrem Pseudonym einen Streich gespielt hat. Das sollte so natürlich nicht dort stehen.

          Aber ein bisschen schmunzeln muss ich doch, wenn ich mir das so anschaue.

          • Geht’s noch mieser? Ihnen ist tatsächlich nichts peinlich.

          • Bitte beziehen Sie sich doch auf das, was ich sonst noch geschrieben habe und nicht auf das, was ich eigenständig als Fehler markiert habe.

            Und beweisen außerdem mal ein wenig Humor. Es ist so fürchterlich deutschernst hier. 😉

  9. mehrnachdenken

    Es lebe unsere Meinungsfreiheit!!

    Im April ist an der Uni Marburg eine Ringvorlesung geplant, an der Prof. Kutschera als erster Redner teilnehmen sollte.
    Die Präsidentin der Uni schreibt nun, dass sie Kutschera ausgeladen habe. Richtig ist aber, dass H. Kutschera bereits vorher abgsagte.

    https://www.uni-marburg.de/aktuelles/news/2016a/studiumgeneraless2016

    Klarstellung von Prof. U. Kutschera, Stanford/Kalifornien, USA:

    „Bereits am 18. Maerz hatte mir der einladenden Kollege, Prof. Rensing, per mail mitgeteilt, dass es Proteste bzw. Stoerungen von der Marburger Gender-Fraktion und dem Asta geben wird. Daraufhin habe ich meinen Vortrag abgesagt, da ich mich nicht von politisierenden Ideologen, d.h. naturwissenschaftlichen Analphabeten, oeffentlich beleidigen lasse. Von einer Ausladung kann nicht gesprochen werden — ich hatte vier Tage vorher bereits abgesagt.“

    Ulrich Kutschera ist also einer Ausladung seitens der Universität Marburg zuvor gekommen.
    Hat sich die Präsidentin bei Prof. Kutschera über den Inhalt seiner Vorlesung informiert?
    Die Erklärung der Präsidentin ist nicht nachvollziehbar und widerspricht meiner Meinung nach elementar der freien Lehre und Forschung.

    Alle anderen Redner müssten sich mit H. Kutschera solidarisieren und ebenfalls absagen.
    Sie müssten die Medien in einer Pressekonferenz über diesen Skandal informieren.
    In einer Online- Petition müsste das Vorgehen der Präsidentin und der Frauenbeauftragten aufs Schärfste verurteilt werden.

    • mehrnachdenken

      Ergänzung und noch einmal hervor geholt:

      http://nicht-feminist.de/2016/03/universitaet-marburg-kein-platz-fuer-wissenschaft/

      Schade, dass der Zensur – Vorwurf in einem Lehrerforum anscheinend keine Resonanz erfährt!

      • Entspricht die Schweinerei mit Kutschera nicht dem grundsätzlichen Eindruck, von einer sog. Political Correctness, die als freiheits- und toleranzliebend ausgegeben wird, bei genauerem Hinsehen aber nichts anderes ist als ein Kampf gegen andere Meinung und deren Vertreter?
        Raube Leuten, die nicht wollen, wie sie sollen, die Möglichkeit zur öffentlichen Verbreitung ihrer Ansichten, ist die Devise. Und sollte das nicht genügen, mach ihre Person lächerlich, unglaubwürdig oder auch schlecht. Unterstelle miese Motive und bösen Charakter bei gleichzeitigem Herausstreichen des eigenen Aufgeklärt- und Gutseins.
        So läuft das heutzutage nun mal, mehrnachdenken. Auch in einem Lehrerforum wird darauf vertraut, dass schon alles seine Ordnung hat, auch die Sache mit Kutschera.

        • mehrnachdenken

          Prima, dass Sie sich zu dem Zensur – Skandal äußern!!
          Verbreitet wird der unglaubliche Vorgang lediglich in Rand – Medien. Ansonsten wird bisher eisern geschwiegen.
          Stellen wir uns nur mal vor, welchen Aufschrei es geben würde, wenn sich eine Uni erlaubt hätte, einem Professor aus dem linken Sektrum so unabständig und respektlos zu behandeln.

          Ist Ihnen auch schon aufgefallen, dass „Georg“ exakt so gegen Prof. Kutschera „schießt“ wie die Gender – Fraktion in Marburg?

          Ich hoffe ja, dass sich noch weitere Stimmen in diesem Forum melden.

          • mehrnachdenken

            @Bernd
            Auch für Sie gehören die Gender – Studies zu den wissenschaftlichen Disziplinen? Wo sind die Nachweise?

            Die Stellungnahme der Uni Marbug ist einer Uni an sich unwürdig. Auch da sollten Sie sich besser informieren.
            Liegt es vielleicht auch an der Uni – Präsidentin, die von Haus aus Kunsthistorikern ist. Nun ja, ich spreche ihr jegliche Kompetenzen ab, mit Porf. Kutschera auf Augenhöhe zu diskutieren.

            Zu H. Kutschera gibt es auf Amazon einige Rezensionen. Eine ist mir besonders aufgefallen, in der von „Unwissenschaftlichem Müll“ die Rede ist. Sie könnte von Ihnen oder Ihrem „Genossen im Geiste Georg“ stammen.
            Zunächst einmal finden lediglich sieben!! von 80 Kunden diesen Kommentar hilfreich.
            Auffschlussreich sind die Antworten auf diese Rezension, die ich auszugsweise gerne hier kopiere:

            7 von 80 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
            1.0 von 5 Sternen Unwissenschaftlicher Müll, 20. März 2016
            Von
            TPN

            Rezension bezieht sich auf: Das Gender-Paradoxon (Broschiert)
            Diese Hassschrift hat mit Wissenschaft nichts zu tun. Kutschera nutzt seine durchaus große Reputation als Wissenschaftler (Biologie) um seine politischen Ansichten in Wissenschaft zu kleiden. Tatsächlich hat er keinerlei Kenntnis die ihn zu einer fundierten Auseinadersetzung mit der Geschlechterforschung (Geisteswissenschaft) befähigt. Die Abstraktionsebene, die in den Geisteswissenschaften oft notwendig ist, um Erkenntnisse zu gewinnen, verschließt sich leider oft vielen, so auch Kutschera.

            Dieses Buch ist für all jene gut, die sich in ihren reaktionären Vorstellungen bestätigt sehen wollen. Wer wirklich etwas lernen möchte, kann dieses Buch getrost vergessen.

            seele
            Na, dann dürfte es für Sie, als implizierten Geisteswissenschaftler, doch ein Leichtes sein, diesen unwissenschaftlichen Müll zu entlarven. Durch Argumente und Belege. Das Buch scheinen sie ja gelesen zu haben, oder? Einem Biologen mangelnde Kenntnis in Geschlechterforschung zu unterstellen, ist zumindest sehr gewagt, so ganz ohne Nachweis.

            KK
            Die „Geschlechterforschung“ mag einen interdisziplinären Ansatz haben, das führt dann zu so absurden Themen (kein Scherz!) wie „Gletscher und Gender“, aber das soll hier nicht mein Thema sein. Was man der sog. Geschlechterforschung aktuell vorwerfen muss, ist, dass sie eben nur Feminismus- und Frauen“forschung“ ist. Wen wundert es da, dass weit über 90 Prozent die Lehrstuhlinhaber Frauen sind? Der Begriff „Gender“ täuscht eine (auch geschlechterpolitische) Neutralität vor, die tatsächlich nicht vorhanden ist. Wenn es denn um Männer geht, dann nur unter dem Gesichtspunkt, wie sie den Feminismus unterstützen und zu der Bekämpfung der hegemonialen Männlichkeit (aktuell ist allerdings der „weiße heterosexuelle Mann“ der Böse) beitragen können. Das heißt, eine „Geschlechterforschung“ findet nicht statt. Es wird von den Genderleute eben nicht (auch) geforscht, warum Männer deutlich früher sterben als Frauen, sie 75 % der Obdachlosen ausmachen, Jungen deutlich schlechter als Mädchen lesen können (Thema ist immer nur die Schwäche von Mädchen in Mathematik), warum sich deutlich mehr Männer als Frauen umbringen, warum Jungen im Gegensatz zu Mädchen beschnitten werden dürfen u.v.m. Das alles und vieles mehr wird eben nicht erforscht, bzw. wird pauschal – typisch für Feminist(inn)en – mit einem „selber schuld“ abgetan!

            wolle pelz
            „Selbstverständlich darf weder an Universitäten noch in anderen Arbeitsbereichen Deutschlands kein Mensch, ob Mann, Frau, homo- oder heteroerotisch veranlagt, benachteiligt werden. Vor dem Grundgesetz sind alle Bürger gleich, und zum Einhalten dieser zentralen Aufgabe sind alle Arbeitgeber und Mitarbeiter verpflichtet.“
            Na, woher stammt das? Dieses sprachliche Niveau ist tatsächlich fern jeder Kritik. Kleiner Tipp: Es dürfte bekannt sein.
            Zitat aus Prof. Kutscheras Buch

            KK
            @TPN
            Die Prämisse, dass „weiße, heterosexuelle Männer“ die Welt beherrschen, ist typisch für eine Sündenbockideologie, wie sie Feminismus und Intersektionalismus vertreten. Das Traurige ist, dass auch manche Linke (zu denen ich mich auch zähle), dieses Denken unreflektiert übernehmen und damit eine inhumane Position gegenüber einem großen Teil der Bevölkerung vertreten. Das geschieht auch in TPNs Beitrag – er merkt es noch nicht mal! Nebenbei bemerkt: Ich bin einer dieser Männer, und ich „beherrsche“, wie schätzungsweise 99 % aller anderen weißen heterosexuellen Männer, nicht „die Welt“.

            Es gibt aktuell eben KEINE Männerforschung, die diesen Namen verdient, weil alles, was derzeit unter diesem Label läuft, unter der Prämisse Bekämpfung der „hegemonialen Männlichkeit“ (Beauvoir, Schwarzer usw.) bzw. unter der vermeintlich moderneren Prämisse Bekämpfung der „bösen“ weißen heterosexuellen Männer stattfindet. Letzere ist gerade an den Hochschulen (Genderlehrstühlen, Hochschulgruppen, ASTEN) besonders angesagt. Es geht dieser „Forschung“ eben nicht (auch) um die Probleme und Bedürfnisse der Männer, sondern um die Frage, wie man – mit Hilfe der „Forschung“ – besagter Prämisse (ideologischer Vorgabe) dienen kann.

            Diesen Prämissen folgend, richtet sich die Geschlechter“forschung“, wie sie aktuell stattfindet, natürlich gegen Männer. Es geht eben nicht um ihre Bedürfnisse, Probleme, Lebensentwürfe, Schicksale. Und wenn es ausnahmsweise darum geht, dann geschieht das aus streng feministischer Sicht: wie hat sich der Mann (an die feministischen Anforderungen) anzupassen, wie hat er die unterdrückten Frauen zu unterstützen, wie hat er seine „Schuld“ abzutragen?

            Jeder der es wagt, diese Ideologie zu kritisieren oder sie gar ablehnt, wird von den Forschern und ihren Adepten – ich darf beispielhaft auf die Pamphlete von Friedrich-Ebert-Stiftung (SPD) und Gunda-Werner-Institut (Grüne) hinweisen -, als reaktionär, rechts, AFDler, Maskulinist, Frauenfeind, verunsichert, Macho, Jammerer („Mimimi“) abqualifiziert. Beliebt auch der Vorwurf des „Hasses“. Die Behauptung, dass radikalfeministische Positionen der Vergangenheit angehörten, ist vor diesem aktuellen Hintergrund unzutreffend.

            Amazon Custome
            Der Schreiber dieser Rezension ist ein Paradebeispiel für diese verblendeten Genderideologen. Eine Minderheit, die sich berufen fühlt die Ungläubigen zu missionieren. Falls das nicht funktioniert, diffamieren. Leider kann man es nicht anders nennen. Wenn sie tatsächlich wissenschaftlich arbeiten würden, warum verweigern sie dann jegliche Diskussion mit andersdenkenden Wissenschaftlern. Die Antwort kann man komplex in dem Buch finden. Es geht aber auch einfacher. Sie würden bei jeder Diskussion als Ideologen entlarvt werden. Würde dieser Unsinn nicht durch Steuergelder finanziert werden, könnte man sich köstlich darüber amüsieren, bzw. gäbe es ihn schlicht garnicht.

          • Für mich gehört auch die Theologie zu den wissenschaftlichen Disziplinen – unabhängig davon, ob ich an den lieben Gott glaube oder nicht.

          • mehrnachdenken

            @Bernd
            Bleiben Sie auch nach dem Lesen folgenden Artikels bei Ihrer Behauptung, dass Theologie zu den wissenschaftlichen Disziplinen gehöre?

            http://www.tagesspiegel.de/wissen/ist-theologie-eine-wissenschaft-lehre-unter-denkmalschutz/11588538.html

          • mehrnachdenken

            Zur „Wissenschaftlichkeit“ der Gender Studies nahm sich der emeritierte Prof. Günter Buchholz die erste niedersächsische Forschungsevaluation zu Gender Studies (2013) vor und kam zu einem nicht unerwarteten Ergebnis:

            http://www.cicero.de/salon/gender-studies-dogmatisches-hokuspokus-aber-keine-wissenschaft/57240

  10. Sehr geehrter mehrnachdenken,

    Sie „gähnen“ demonstrativ bei Hinweisen auf brennende Flüchtlingsheime, geraten aber in hysterische Aufregung, weil ein Professor – der anderen wissenschaftlichen Disziplinen die Existenzberechtigung abspricht – von einer Universität ausgeladen wird. Eigentor: Deutlicher können Sie Ihre verzerrte Wahrnehmung der Relevanz gesellschaftlicher Diskurse nicht machen. (Nebenbei: Sie zitieren hier aus einer Publikation, die sich „Nicht-Feminist“ nennt. Wie dämlich muss man sein, um den Bedarf an Gleichberechtigung von Frauen schon im Titel zu negieren?)

    Zu den Ereignissen von Marburg gibt es auch noch eine andere Sicht als Ihre – die der Universität nämlich. Und die schreibt: „Grundsätzlich versteht sich die Philipps-Universität als ein Raum für freie Forschung und Lehre und für den offenen wissenschaftlichen Diskurs. Dieser verlangt Respekt vor anderen Meinungen und Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder Religion. Die Universität Marburg ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Sie fördert Vielfalt und Gleichstellung, sie tritt ein für die produktive Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftsdisziplinen und den Dialog mit allen Gruppen der Gesellschaft. Wechselseitige Diffamierungen schaden der Wissenschaft und dem Dialog der Disziplinen über die Fächergrenzen hinweg. Die Universität kann daher nicht akzeptieren, dass bestimmten wissenschaftlichen Disziplinen, wie beispielsweise den Gender Studies, generell die Kompetenz und Legitimität abgesprochen wird.“

    Man muss kein besonders Gender-Bewegter sein (das bin ich nämlich nicht, und ich halte so manchen Erguss aus der Ecke tatsächlich für schrill und überzogen – genauso wie so manche Kritik daran). Aber dass eine Universität jemandem keine Bühne bieten will, der Teile des eigenen Kollegiums beschimpft, lässt sich aus meiner Sicht leicht nachvollziehen. Und: Herrn Kutschera passiert ja nichts. Er kann weiter Bücher schreiben, er kann seine Thesen überall verbreiten, nur eben in der Uni Marburg nicht (die ja kein öffentlicher Raum ist, in dem jedermann Reden schwingen darf).

    Ein „Zensur-Skandal“, der die Medien bundesweit beschäftigen muss? Albern.

    • mehrnachdenken

      Hier einige interessante Hintergrundinfos zu der Ringvorlesung und der angeblichne Ausladung von Prof. Kutschera:

      Derzeit geht die Meldung durchs Internet, die Universität Marburg habe den Evolutionsbiologen Prof. Dr. Ulrich Kutschera von der Universität Kassel, der im Studium Generale einen Vortrag mit dem Titel “Evolutionstheorien 2016 und der kreationistische Grundtypen-Glaube” halten sollte, wieder ausgeladen und den Vortrag abgesagt.

      Und in der Tat findet sich eine entsprechende “Information der Präsidentin der Philipps-Universität Marburg, Prof. Dr. Katharina Krause zur Absage des Vortrags von Prof. Dr. Ulrich Kutschera beim Studium Generale” mit dem folgenden Wortlaut im Internet:

      Marbugr Kutschera Absage“Das Präsidium hat dem Organisator des Studiums Generale im Sommersemester 2016 empfohlen, den Vortrag von Prof. Dr. Ulrich Kutschera zum Thema „Evolutionstheorien und der kreationistische Grundtypen-Glauben“ (geplant am 13.4.) abzusagen, weil zu befürchten ist, dass der Vortrag nicht der Intention des Studiums Generale gerecht worden wäre, Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung in einer für die Öffentlichkeit verständlichen Form zu vermitteln. Insbesondere die Intention des Auftaktvortrags, in das Thema Evolution insgesamt einzuführen, schien dem Präsidium nicht erreichbar, da Herr Kutschera in jüngerer Zeit vor allem wegen seiner sehr polarisierenden Position zur Genderforschung wahrgenommen wird. Es war zu erwarten, dass sein Vortrag dazu führen würde, dass das zentrale Thema des Studiums Generale „Evolution“ in den Hintergrund gerät.

      Grundsätzlich versteht sich die Philipps-Universität als ein Raum für freie Forschung und Lehre und für den offenen wissenschaftlichen Diskurs. Dieser verlangt Respekt vor anderen Meinungen und Menschen, unabhängig von ihrem Geschlecht, ihrer Herkunft oder Religion. Die Universität Marburg ist sich ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst. Sie fördert Vielfalt und Gleichstellung, sie tritt ein für die produktive Zusammenarbeit zwischen den Wissenschaftsdisziplinen und den Dialog mit allen Gruppen der Gesellschaft. Wechselseitige Diffamierungen schaden der Wissenschaft und dem Dialog der Disziplinen über die Fächergrenzen hinweg. Die Universität kann daher nicht akzeptieren, dass bestimmten wissenschaftlichen Disziplinen, wie beispielsweise den Gender Studies, generell die Kompetenz und Legitimität abgesprochen wird.”

      Lassen wir die Heuchelei und die Absurdität, dass Vertreter einer Universität von sich behaupten, sie seien “für einen offenen wissenschaftlichen Diskurs” und dies dann gleich damit unter Beweiss stellen, dass sie eben diesen Diskurs verweigern, wenn er sich gegen den derzeitigen Fetisch richtet, um den einige angebliche Wissenschaftler tanzen, die Gender Studies, einmal unbewertet. Wir werden uns den “Informationen der Präsidentin” in einem weiteren Beitrag widmen.

      An dieser Stelle wollen wir die Stellungnahme von Prof. Dr. Ulrich Kutschera veröffentlichen, den wir gestern Abend in Stanford, California, erreicht haben, wo er sich derzeit und wieder einmal als Visiting Scientist an der University of California aufhält. Aus der Stellungnahme von Prof. Dr. Ulrich Kutschera geht eindeutig hervor, dass die “Informationen der Präsidentin” der Universität Marburg falsch sind. Sie sind entweder bewusste Falschaussagen, also Lügen oder das Ergebnis eines Versuches, Gesicht zu wahren, bei dem man es mit der Wahrheit nicht so genau genaommen hat.

      Hier das Statement von Prof. Dr. Ulrich Kutschera:

      “Freiwillige Absage – gegenstandslose Ausladung.

      13297-0 Genderparadoxon KutscheraAm 18. Maerz hatte mir der einladende Kollege und Organisator der Marburger Evo-Vortragsreihe, Herr Prof. Rensing, mitgeteilt, dass es Proteste aus der Gender- Zunft und von gewissen ASTA-Vertretern geben wird– man plane Protestaktionen gegen den Bio-Boesewicht aus Kassel.

      Als Grund wurde u.a. mein verhasstes Fachbuch “Das Gender-Paradoxon. Mann und Frau als evolvierte Menschentypen, 2016” angefuehrt. Da ich mich, als international ausgewiesener Life Scientist und Lehrbuchautor, nicht von politisierenden Sozial-Konstruktivisten, die keine Ahnung von den Prinzipien physiologisch-evolutionsbiologischer Forschung haben, oeffentlich beleidigen lasse, habe ich am 19. Maerz meinen Marburger Einfuehrungsvortrag abgesagt— die nachgeschobene “Ausladung” ist eine Farce.

      Diskussionen mit Moneyistisch indoktrinierten Gender-Religioten sind genauso sinnlos wie Gespraeche mit Junge-Erde-Kreationisten. Fuer beide Sektierer-Gruppen gibt es keine objektiven Fakten, alles sei nur sozial konstruiert, die Evolution sei auch nur ein Mythos usw. Biologen u.a. Naturforscher werden als irregeleitete Ideologen abqualifiziert. Gender-Kreationisten vertreten somit ein irrationales, vor-Darwin’sches, konservativ-reaktionaeres Weltbild, d.h. das Dogma vom “erschaffenen Grundtypen-Unisexmenschen”- Urvater John Money, der als paedophiler Kinderschaender in die Geschichte eingegangen ist, laesst gruessen.

      Ich stehe hinter jeder Zeile , die ich im Gender-Paradoxon geschrieben habe und betrachte die Marburger “Ausladung” als weiteren Beweis fuer meine These, dass der Moneyismus eine dogmatisch-pseudowissenschaftliche Sekten-Ideologie ist, die von jedem vernunftbegabten Menschen zurueckgewiesen werden sollte.

      Prof. U. Kutschera, Visiting Scientist, Stanford, California 94305, USA

      • Indoktrination und Religioten – das ist ja schon fast zahme Begriffe gemessen an Kutscheras sonstigen Anwürfen. Aber bei der Kindschänderanspielung ist er wieder voll der alte. Und wenns derart marktschreierisch, beleidigend und abwertend wird, reißt es mehrnachdenken natürlich aus dem Sessel, in dem er bis eben noch gähnend gesessen hat.

        Und zu Kutscheras Bemerkung „gibt es keine objektiven Fakten, alles sei nur sozial konstruiert, die Evolution sei auch nur ein Mythos usw. Biologen u.a. Naturforscher werden als irregeleitete Ideologen abqualifiziert.“ kann man nur sagen: Wie oft muss man ihm eigentlich (und damit sicher auch seinen Groupies) noch erklären, dass niemand objektive Fakten leugnet und das Kutschera selbst es ist, der mit Sprache, Haltung und Verhalten das Gegenüber in quasi allen seinen Interviews zum Thema und auch in seinem Buch als „irregeleitete Ideologen abqualifiziert.“

        Täter-Opfer Umkehr nennt man so etwas. Und das war und ist anscheinend immer noch sehr beliebt in Deutschland.

        • mehrnachdenken

          Richtig, „irregeleitete Ideologen“, die in Norwegen von einem Soziologen und
          Clown entlarvt wurden.
          Wieder einmal bringen Sie kein einziges Argument, sondern nur ideologisches
          Geschwafel.

          Das zieht sich übrigens durch alle Attacken gegen Kutschera. Deshalb haben die ja auch diese Angst vorm Auftritt von Kutschera, weil er argumentiert und Fakten nennt.

          Wie wäre es denn mal mit einem Streitgespräch Kutschera versus Vertreter der Gender Studies unter neutraler Leitung und strengen Regeln?

          • In Norwegen wurden sie also „entlarvt“? In was für Kategorien denken Sie eigentlich? Es gibt nur Betrug und Verschwörung in ihrem Universum, wenn andere anderer Meinung sind, oder?

            Auch sehe ich nicht, wo ich „ideologisch geschwafelt“ haben soll. Mit solchen Ideologievorwürfen haben sie ja bekanntlich recht schnell zur Hand, oder? Machen Sie sich mal schlau, was eine Ideologie eigentlich ist und dann legen Sie mal daneben, was ich gerade oben geschrieben habe.

            Und ein Streitgespräch mit jemandem, der einen wüst beschimpft, als Wissenschaft und Kolleg*innen nicht erst nimmt (weils nicht ins eigene Weltbild passt) und auf arroganteste Weise herabwürdigt? Wer so wie Kutschera mit seinem Gegenüber umgeht und derart hochnäsig die anderen belegt, der will (Triggerwarnung: Rentnerschockphrase!) nicht wirklich diskutieren.

            Oder hätten Sie Lust, sich mit so jemanden an einen Tisch zu setzen? Und außerdem hat sich noch niemand gegen ein Streitgespräch gewehrt, oder?

            Kutschera ist meines Eindrucks nach – und das ganz unabhängig von seiner anderen Meinung zur Thematik – menschlich ein Arschloch. Wer diskutieren will und den Austausch sucht, respektiert das Gegenüber. Er tut das ganz offensichtlich nicht. Seine Texte kennen Sie ja zur Genüge, die Menge an Schimpfwörtern und Degradierungen entsprechend auch.

            Unter anderem die scheien Sie ja auch irgendwie anzusprechen. Zumindest habe ich noch keinerlei Abgrenzung zu seinem Ton von Ihnen gelesen. Endlich mal jemand, der sagt wie es ist und mit der Faust auf den Tisch haut. Endlich mal jemand, der sagt, wo es langgeht und wo nicht, was? Da gähnt der autoritäre Charakter nicht mehr, sonder lacht laut und freudig auf.

  11. @mehrnachdenken
    30. März 2016 um 18:34
    Sehr geehrter „mehrnachdenken“,

    2. Versuch (nachdem es gerade nicht geklappt hat)

    mir fällt auf, dass Sie immer ganz bestimmte, ausgewählte „Koryphäen der Wissenschaftlichkeit“ zur Unterstützung Ihrer Meinungen anführen. Das ist natürlich Ihr gutes Recht, wenn Sie sich dort wiederfinden. Aber ein Problem ist natürlich, wenn diesen Personen/Meinungen die wissenschaftliche Reputation/Redlichkeit (zumindest teilweise) abgesprochen/in Frage gestellt werden muss – verstehen Sie mich nicht falsch, bezogen auf das Hypethema „Gender“. Das kann man bei Herrn Buchholz – und auch bei Herrn Kutschera – versuchen.
    In der scientific community der Naturwissenschaften spielt Herr K. mit seinen Meinungen (und Ergüssen) keine Rolle. Er wird hier einfach nur als (persönlich) schwierig und in der Außendarstellung als peinlich wahrgenommen, gerade wenn man seine – vorsichtig formuliert – wenig objektive Wortwahl oder sein nach Außen gekehrtes Standesdünkel betrachtet. Ja, seine Wortwahl, die lässt manchmal doch tief blicken, etwas mehr Bescheidenheit wäre m. E. angebracht.
    Ich empfinde es persönlich übrigens sehr schade, dass Herr K. als „kämpferischer“ Darwinist sich auf diesem Feld tummelt (ärgerlich ist es für mich, dass die Richard Dawkins Foundation mit an Bord genommen wird). Ich schätze ja seine wissenschaftlichen Leistungen – nur hier hat er sich meines Erachtens – warum auch immer – „etwas verrannt“.
    Übrigens: Ich kann die Uni auch verstehen, Herrn K. auszuladen. Das Studium Generale soll normalerweise Einblicke in wichtige, aktuelle Forschungszusammenhänge ermöglichen, soll gerade der nicht-universitären Öffentlichkeit (an das wendet sich nämlich ein st. gen.) – auch an lokalen Beispielen – aufzeigen, womit sich die Forschungseinrichtung oder Wissenschaft aktuell gerade beschäftigen welche wiss. Erfahrungen/Erkenntnisse gewonnen wurden und wohin der Weg gehen wird. Diese Veranstaltungen sind somit nur ein bedingter Ort der einseitigen Proklamation/Provokation. Sprich: Das Thema von Herrn K. und so wie er es im Vorfeld dargestellt hat (z.B. in den Medien) ist wenig passend. (Auch wenn man hier natürlich anderer Meinung sein kann, das muss ich einräumen)!
    In diesem Sinne

    • mehrnachdenken

      Ihr sachlicher Kommentar gefällt mir, und ich stimme Ihnen insoweit zu, dass sich H. Kutschera z.B. mit seiner manchmal grenzwertigen Wortwahl bestimmt keinen Gefallen tut.

      Andererseits gebe ich zu bedenken, dass seine Gegner mit ihm auch nicht gerade zimperlich umgehen.
      Prof. Rensing, der zu der Ringvorlesung eingeladen hat, teilte mir persönlich sein großes Unbehagen mit, H. Kutschera mit einem Redeverbot zu belegen, steht das doch im krassen Widerspruch zur proklamierten Freiheit von Forschung und Lehre.
      Die Begründung der Uni – Präsidentin ist für mich zugleich peinlich und widersprüchlich. Zumindest hätte H. Kutschera gebeten werden können, den Inhalt seiner Vorlesung offen zu legen. Für sein Buch hätte er auf keinen Fall werben dürfen.
      Es kann aber auch nicht angehen, dass ein Professor eine Veranstaltung absagt, weil er befürchtet, nicht nur verbal aggressiv angegangen zu werden.

      Da kommen Erinnerungen an die 70er Jahre an der Uni in Göttingen in mir hoch. Wie oft (zer)störten kommunistische Gruppen Veranstaltungen auch mit Externen, die dann nicht selten nur mit Polizeibegleitung sicher aus einem Hörsaal kamen.

      Die „Sache“ scheint ziemlich verfahren zu sein. Mir gefällt aber sehr, dass der Gender – Ideologie gerade durch mutige Wissenschaftler wie Prof. Kutschera immer heftigerer Wind entgegen bläst.

  12. @Georg
    Sie sagen: „Wer diskutieren will und den Austausch sucht, respektiert das Gegenüber.“
    Haben Sie überhaupt schon mal daran gedacht, diesen Satz auch für sich gelten zu lassen und nicht immer wieder Meinungsgegener mit negativen Anspielungen, Unterstellungen oder sonstigen Ehrverletzungen zu traktieren?
    Sie schreiben so viele Kommentare wie kaum ein anderer und doch erinnere ich mich an kaum einen, in dem Sie Ihr andersdenkendes Gegenüber mit Respekt behandelt hätten.
    Obwohl nichts gegen Ihren Satz einzuwenden ist, stört es mich doch erheblich, dass er ausgerechnet aus Ihrem Munde kommt.

    • danke für diese Sätze.

    • Hallo Ketzer,

      „Sie schreiben so viele Kommentare wie kaum ein anderer“

      Eine Zeitlang war ich wirklich dolle dabei, aber mittlerweile bin ich nicht mal mehr im Mittelfeld vertreten, das müssen Sie schon zugeben.

      „und doch erinnere ich mich an kaum einen, in dem Sie Ihr andersdenkendes Gegenüber mit Respekt behandelt hätten.“

      Sie lesen doch auch schon wirklich lange mit und erinnern sich sicher, dass dem nicht so ist. Wenn nicht möchte ich Sie bitte, noch einmal meine Posts aus dem Herbst und Winter letzten Jahres zu lesen. Da habe ich hier viel argumentiert, meine Wort abgewogen, habe selbst zur allgemeinen Mäßigung aufgerufen. Das hat, meiner Erinnerung nach, hier auch kaum jemand anderes hinbekommen.

      „Obwohl nichts gegen Ihren Satz einzuwenden ist, stört es mich doch erheblich, dass er ausgerechnet aus Ihrem Munde kommt.“

      Wissen Sie, was mir gerade mal wieder auffällt? Wie sehr hier – leider auch von Ihnen – doch mit doppeltem Maß gemessen wird. Ich kann mich nicht erinnern, dass hier schon mal jemand anderes auf seinen Ton hingewiesen wurde, auch nicht von Ihnen. Und auch nicht, dass Sie oder jemand anderes interveniert wären, als mir hier die wildesten Dinge an den Kopf geworfen, die wildesten Vergleiche gezogen und Gleichsetzungen vollzogen wurden.

      Insofern – und ganz ohne es böse zu meinen – gebe ich Ihnen den obigen Kommentar zurück und würde mir wünschen, dass Sie so ehrlich und unparteiisch sind, auch andere darauf hinzuweisen. So lange das nicht geschieht bzw. geschehen ist, ist es zwar schön, dass Sie das von mir fordern, schlich fehlt ihrer Forderung in meinen Ohren dann die Legitimität.

      Und verzeihen Sie: Ich habe in einem früheren Post schon darauf hingewiesen, dass ich eines Diskutierens mit mehrnachdenken und Frau Prasuhn überdrüssig geworden bin, da ich das – vor allem im letzten Jahr – lange versucht habe, meinen Fragen und Nachfragen, meinen Hinweise, meinem Suchen und Verlangen einer gemeinsamen Diskussiongrundlage permanent ausgewichen wurde.

      Mein Ton ist also nicht mehr der einer Diskussion sondern stichelnd und polemisch. Wenn er Ihnen mißfällt wäre z. B. eine Möglichkeit, meine Kommentare nicht mehr zu lesen. Oder eben zu einer allgemeinen Mäßigung aufzurufen und sich auch mal für mich ins Zeug zu legen, damit ich nicht das Gefühl bekomme, dass auch Sie nicht nur diejenigen ermahnen, die nicht ihrer Meinung sind. Und eben nicht hinhöre, weil ich double standards nicht mag.

      • Ich lese das mit Interesse UND gerne! *daumen hoch*

        • mehrnachdenken

          Ich gehe stark davon aus, dass auch Sie die „linke Melodie“ pfeifen. „Genossen im Geiste“ verstehen sich i.d.R. gut.

          • Urteilen sie hier nicht auch über jemanden, den sie gar nicht kennen? Der beobachter hat sich nicht geirrt.

          • mehrnachdenken

            @Mississippi
            Ich respektiere Ihre Sichtweise, akzeptiere sie aber nun überhaupt nicht.

            Vor dem Hintergrund der vielen persönlichen Beschimpfungen und Verunglimpfungen durch „Georg“ (denken Sie nur an die Verächtlichmachung meines Pseudonyms) lese ich von „Palim“, dass sie seine verbalen Attacken interessiert und gerne liest. Das ist ihr gutes Recht. Ich erlaube mir dann aber auch so zu reagieren wie ich es eben tat.

            Zunächst habe ich in Richtung „Palim“ keine Behauptung, sondern eine Vermutung geäußert.
            Dann wähle ich eine leicht ironische, aber m.E. keinesfalls verletzende Sprache.

            Oh, ich studiere „Palims“ Kommentare ziemlich genau. Deshalb ahne ich schon, wie sie politisch denkt. Auch das ist ihr gutes Recht.
            Sollte ich total daneben liegen, steht es ihr ja frei, mich zu korrigieren.

          • Beschimpfen kann man das nun wirklich nicht nennen. Bescherzen triffts doch eher, oder?

            In jedem Fall: Bitte weinen Sie nicht, mehrnachdenken.

      • Ohh, da haben sich die „nicht“ ein wenig gehäuft am Ende.
        Na ich hoffe mal, ich werde verstanden.

  13. Ihnen permanent auszuweichen ist das Beste, was Meinungsgegner machen können; denn Ihre „interessierten“ Fragen bzw. Nachfragen, Aufforderungen zur Definition von Begriffen etc. kamen und kommen bei mir (als meist stiller Leser) fast immer als Vertuschung von Argumentationsmangel sowie Ablenkungsmanöver oder Stichelei an.
    Sie sollten den Lesern ruhig ein wenig mehr Urteilsfähigkeit zutrauen und nicht automatisch annehmen Ihre Kommentare fielen auf verständnisvollen oder fruchtbaren Boden, wenn Reaktionen ausbleiben.
    Dass Sie in letzter Zeit so viel weniger Kommentare abgegeben haben, ist mir nicht aufgefallen. Ebenso wenig konnte ich feststellen, dass Sie „eines Diskutierens mit mehrnachdenken und Frau Prasuhn überdrüssig geworden“ sind. Wer keine Lust mehr zur Unterhaltung hat, hüllt sich in Schweigen und gibt nicht zu allem, was die beiden sagen, seinen Senf ab.
    Ihren Kommentaren fehlt schlichtweg Authentizität. Zu oft widerspricht Ihr Verhalten dem Bild, was Sie von sich vermitteln möchten. Ich sehe in Ihnen nicht den sachlich interessierten Menschen, als der Sie vermutlich verstanden werden wollen, sondern nur jemanden, der unbedingt missionieren und seine Meinung durchdrücken will, auch wenn das unfaire Angriffe auf Andersdenkende bedeutet, die sich nicht so schnell ins Bockshorn jagen lassen.
    Wie gesagt, dass Ihnen trotz oder wegen durchsichtiger Aufforderung nicht geantwortet wird, ist für mich kein Zeichen von „Ausweichen“, wie Sie es darstellen, sondern von Klugheit. Und wenn Sie schon von Überdruss reden, dann ist die Gegenseite offensichtlich einer Diskussion mit Ihnen überdrüssig und nicht umgekehrt; denn Ihnen wird die kalte Schulter gezeigt, während Sie sich aufdrängen.

    • Vielleicht wollen Sie ja noch was zu diesem Punkt schreiben?

      „Wissen Sie, was mir gerade mal wieder auffällt? Wie sehr hier – leider auch von Ihnen – doch mit doppeltem Maß gemessen wird. Ich kann mich nicht erinnern, dass hier schon mal jemand anderes auf seinen Ton hingewiesen wurde, auch nicht von Ihnen. Und auch nicht, dass Sie oder jemand anderes interveniert wären, als mir hier die wildesten Dinge an den Kopf geworfen, die wildesten Vergleiche gezogen und Gleichsetzungen vollzogen wurden.“

      Der war ja nun wirklich präsent in meinem Kommentar? Oder machen Sie’s wie mehrnachdenken und Frau Prasuhn und antworten nicht auf meine Frage? Oooh, das war eine Fragen.

      Na ich bin gespannt. 🙂

      Ansonsten wäre dann ja alles gesagt, oder?

      • mehrnachdenken

        Ich befürchte fast, dass wir Sie auch noch in Ihren Träumen verfolgen, grins.

      • Bitte bringen Sie ein paar Beispiele mit Links für „die wildesten Dinge, die Ihnen von den genannten Personen an den Kopf geworfen wurden“! Ich erinnere mich trotz guten Gedächtnisses nicht daran. Ihnen wurde in der Sache zwar immer heftig widersprochen, doch auf Ihre Person wurde meiner Meinung nach nicht gezielt.
        Im übrigen geht es nicht nur um Etikette und den rein äußerlich „guten Ton“. Es geht um die selbstverständliche Regel, die Sie selbst ins Spiel gebracht haben und Herrn Kutschera, einem Meinungsgegner, als Verstoß vorwerfen.
        Wörtlich sagten Sie gestern um 18:08 Uhr: „Kutschera ist meines Eindrucks nach – und das ganz unabhängig von seiner anderen Meinung zur Thematik – menschlich ein Arschloch. Wer diskutieren will und den Austausch sucht, respektiert das Gegenüber.“
        Ist es da zuviel verlangt, wenn ich Ihnen sage, dass Sie sich selbst an das zu halten sollten, was Sie von anderen erwarten?

        • mehrnachdenken

          Offensichtlich kennt „Georg“ den Professor besonders gut. Vielleicht hat er ’ne Weile bei ihm gearbeitet, gewohnt und sie haben zusammen gefrühstückt.

          Wie kann ich so eine Aussage über einen an sich wildfremden Menschen treffen, auch wenn mir die Person äußerst zuwider ist?
          Dann erinnere ich mich auch noch an seinen Ausflug in die Vulgärsprache. War da nicht ‚was mit Kopf in den Sand stecken und fu..en?
          Wer verbal so „Amok läuft“, den kann ich nur noch bedauern, aber nicht mehr ernst nehmen.

          • Sehr geehrter mehrnachdenken,

            fahren Sie einfach „ein Stück zurück“. OK!

            Es muss doch nicht sein, in das „Draufhauen“ einzusteigen. Schauen Sie in den Spiegel (Ihre eigenen Beiträge hier?) und – Ruhe bewahren. Dieses Forum lebt doch vom Disput (aber nicht auf diesem Niveau, oder?)

            VG

            PS Ich kann z.B. mich hier jetzt nicht mehr artikulieren – wenn es so weiter geht. Schade – hätte vllt noch etwas zu sagen.

          • mehrnachdenken

            Sorry, ich verstehe nicht ganz. Haben Sie sich evtl. im Adressaten geirrt?

          • Das nennt man wohl Häme und Kommentare zur wirklich unpassenden Zeit. Aber wer nach Opferberatungshöchstzahlen gähnt, gähnt und nochmals gähnt nach, bei dem kann man auch sonst nicht auf sonderlich viel Vertrauen für den richtigen Moment hoffen.

          • „Gefühl für den richtigen Moment“ sollte es heißen.

    • mehrnachdenken

      Volle Zustimmung!

    • Milch der frommen Denkungsart

      @Ketzer:

      Die von Ihnen vermisste Authentizität trifft genau den wunden Punkt:

      Es sind dies eben nicht neugierige Fragen, die auf realem Interesse basieren, sondern nichts als rhetorische Fassade, trügerische Sophisterei unter dem Schein des naiv Fragenden, hinter der sich bloße Überrumpelungs-
      taktik verbirgt. Besagte Fragen wollen daher auch gar keinen Diskurs auslösen, da sie skeptische Distanz der
      Adressaten a priori verteufeln, weshalb unser Mitdiskutant ja sofort in Reizzustände verfällt, sobald sich jemand seinem dogmatischen Drill widersetzt.

      • Eine sehr bequeme Pauschalisierung, Milchmann, einfach und höchst komfortabel.

        Warum mit Differenzierung Zeit vergeuden und dem Gegenüber zuviel Respekt zollen, wenns doch auch ganz grobschlächtig geht. Die intellektuelle Zone lässt grüßen.

  14. @mehrnachdenken

    31. März 2016 um 21:41

    Nein habe ich nicht.
    Ein wenig Sachlichkeit und „Zurücktreten“ (auch von der eigenen Betretenheit) wäre nicht schlecht – m.E..

    Und da habe ich Sie persönlich angesprochen, da Sie in meinen Augen – bei aller Unterschiedlichkeit in der Wertung vieler Themen hier – immer noch erreichbar sind. Also zur Selbstkritik fähig – und nicht nur „Draufhauen“ können, auch wenn es im Verlauf eines Diskurses hoch her geht.
    Ich habe mich doch nicht getäuscht – oder? Nein, bestimmt nicht. 🙂

    • mehrnachdenken

      Nein, Sie täuschen sich nicht.
      Sie erinnern sich? Nach den letzten, ziemlich miesen Verunglimpfungen durch „Georg“ und ansatzweise auch durch „Bernd“, spielte ich ebenfalls mit dem Rückzugs – Gedanken, einfach, weil ich meine Lebenszeit für diese nutzlosen verbalen „Scharmützel“ nicht verplempern möchte.

      Wie würden Sie es denn finden, wenn ihr „Pseudo“ in fast jedem meiner Kommentare in nicht gerade freundlicher Weise genannt würde?

      Ich stimme Ihnen zu, dass es dem Forum gut täte, wenn hier wieder mehr Sachlichkeit und gegenseitiger Respekt Einzug hielte.
      Andererseits bedeutet das für mich nicht, meine Meinuing zu verstecken. Wenn ich das müsste, würde ich mich tatsächlich verabschieden.

      „Beobachter“, wollen Sie ihre mahnenden Worte auch an die Gegenseite richten?

  15. @mehrnachdenken: Wir leben nun einmal in einer Demokratie und sind es gewöhnt, unsere Meinung frei äußern zu dürfen. Ich verstehe ja, wenn sie sich mit Georg anlegen, weil er sie auch nicht schont. Aber andere user, wie z.B. palim, die sie noch nie irgendwie angesprochen hat, abzuurteilen, ist nicht fair.

  16. Es scheint ja in diesen Auseinandersetzungen um grundsätzliche Erklärungen der Sichtweise zu gehen, was ist männlich, was ist weiblich und wie diese Geschlechtlichkeit aussieht. Da kann man halt nicht verleugnen, dass es biologische, soziale und psychologische Erklärungen gibt und alles seine Berechtigung hat. Ich verstehe nicht, warum Wissenschaften sich darum streiten, wer in den Erklärungen die Richtung vorgibt. Es wäre doch schön, wenn man sich einmal ergänzt. Der Mensch ist eben nicht nur ein biologisches, hormonbestimmtes Wesen, sondern auch ein Mensch, das sozialen und entwicklungsgeschichtlichen auf seine Psyche einwirkenden Einflüssen ausgesetzt ist. Deswegen sind für mich die biologisch begründeten Aussagen (hier von Kutschera) nur ein Aspekt des Themas. Ich habe jetzt nur die Rezensionen gelesen, doch ich werde immer einem Wissenschaftler, der sich nicht sachlich ausdrückt, mit Vorsicht begegnen.

    • mehrnachdenken

      @ysnp
      Falls Ihnen bei Kutschera der Ton nicht gefällt, empfehle ich Ihnen Prof. Axel Meyers Buch:
      „Adams Apfel und Evas Erbe. Wie die Gene unser Leben bestimmen und warum Frauen anders sind als Männer.“
      In ihrer ablehnenden Haltung gegenüber der Gender – Ideologie sind sich beide übrigens einig.

      Ich möchte Ihnen auch noch die Rezension von Dr. Aleyander Ulfi zum Buch von Prof. Meyer ans Herz legen, der die Stärken und Schwächen des Buches meiner Meinung nach prima heraus arbeitet. Sie ist etwas lang, aber es lohnt sich, sie zu lesen.

      Angriffsziel ‚Gender Studies‘ verfehlt!
      Der Biologe Axel Meyer kommt in ‚Adams Apfel und Evas Erbe‘ über die Grenzen seines Faches nicht hinaus

      01. November 2015, von Dr. Alexander Ulfig

      Kritik an der Gender-Ideologie und ihren politischen Auswüchsen kam bis dato zum größten Teil aus der Feder von Publizisten, Menschenrechtsaktivisten und vereinzelt von Sozial- und Geisteswissenschaftlern. Umso erfreulicher ist es, dass sich mittlerweile auch Naturwissenschaftler, vor allem Biologen, trauen, die Gender-Ideologie zu kritisieren.

      Den Anfang machte Ulrich Kutschera, Professor für Evolutionsbiologie an der Universität Kassel. In einer Radio-Sendung konfrontierte er gesicherte, auf Tatsachen basierende Erkenntnisse aus der Biologie mit nicht auf Tatsachen und empirischer Überprüfung, sondern auf ideologischen und politischen Annahmen beruhenden Vorstellungen der Gender Studies. Zusammenfassend bezeichnet er die Gender Studies als ‚Unfug, Religion, feministische Sekte‘.

      Ein weiterer renommierter Biologe, der sich traut, den ideologisch-politischen und somit unwissenschaftlichen Charakter der Gender Studies herauszustellen, ist Axel Meyer, Professor für Zoologie und Evolutionsbiologie an der Universität Konstanz. Mit seinem Buch Adams Apfel und Evas Erbe liefert er einen weiteren Beitrag ‚gegen hierzulande leider weit verbreiteten antiwissenschaftlichen Hokuspokus wie etwa Anthroposophie, Homöopathie oder Genderstudies‘.(S. 18)

      Das Buch stellt in erster Linie eine allgemeinverständliche Einführung in Geschichte, Grundlagen und ausgewählte Probleme der Genetik und der Evolutionsbiologie dar, wobei die ausgewählten Probleme hauptsächlich die Differenzen zwischen Männern und Frauen betreffen.

      Er behandelt Themen wie Sex und Fitness, das menschliche Genom, die Rolle der Chromosome (des X-Chromosoms und des Y-Chromosoms), die Homosexualität und den Zusammenhang von Gene, Geschlecht und Intelligenz.

      Aber bereits in der Bestimmung der Intelligenz durch die üblichen Intelligenztests zeigen sich die Grenzen seines Ansatzes. Das ist ein wichtiges Thema, denn ein Anliegen Meyers ist es, die Überlegenheit der (seriösen) Naturwissenschaften gegenüber den (weniger seriösen oder unseriösen) Geisteswissenschaften zu zeigen. Die Gender Studies gelten für ihn als Geisteswissenschaften, und zwar solche, die mit der Biologie nichts zu tun haben möchten, in ihr sogar ihren größten Feind sehen.

      Mit den üblichen Intelligenztests werden Fähigkeiten wie Lese-Verständnis, Analogiebildung, Wortschatz- und Faktenkenntnis, aber auch Mustererkennung, induktives und deduktives Denken sowie Problemlösen erfasst, Fähigkeiten, die auch für das Denken der Geisteswissenschaftler unerlässlich sind, die jedoch nicht die spezifischen geisteswissenschaftlichen Fähigkeiten ausmachen, denn Geisteswissenschaften im engeren Sinne des Wortes sind hermeneutische. d.h. auf Verstehen und Auslegung von Kulturprodukten ausgerichtete Wissenschaften.

      Folgende ‚Fähigkeiten‘ sind für sie konstitutiv: das Sich-hinein-Versetzen in Personen und ‚ meist kulturelle ‚ Sachverhalte (z.B. Kunstwerke, literarische Werke oder gar historische Epochen), der hermeneutische Zirkel (jedem Verstehen liegt ein Vorverständnis zugrunde, das in der Auseinandersetzung mit der Welt revidiert werden kann), die Horizontverschmelzung (sie tritt dann ein, wenn sich zwei Subjekte verständigen), die Eingebundenheit des Verstehens in einen geschichtlichen Zusammenhang (Wirkungsgeschichte) usw.

      All diese ‚Fähigkeiten‘ lassen sich in den üblichen Intelligenztests nicht erfassen und messen. Übrigens würde es mich interessieren, wie herausragende Denker, die der hermeneutisch-interpretativen Tradition zuzurechnen sind, wie z.B. Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger oder Hans-Georg Gadamer, bei den üblichen Intelligenztests abgeschnitten hätten.

      Doch bilden die Gender Studies überhaupt eine Geisteswissenschaft? Was ihre institutionelle Anbindung an den Universitäten angeht, so sind sie in den sozialwissenschaftlichen Fakultäten beheimatet. Der Gegenstandsbereich der Gender Studies ist die soziale Welt, genauer: das Geschlecht als soziale Konstruktion, gesellschaftliche Rollenbilder, soziale Konflikte und gesellschaftliche Mechanismen der Diskriminierung.

      In methodologischer Hinsicht möchten die Gender Studies dem Anspruch nach in der Regel empirisch vorgehen, d.h. sie möchten Hypothesen aufstellen, die auf die Realität zutreffen, die sich an der Realität ausweisen. Ansonsten hätte die Rede von sozialen Konflikten und Diskriminierungen keinen Sinn.

      Die Gender Studies bilden daher keine Geisteswissenschaft im engeren Sinne des Wortes, also keine hermeneutisch-interpretative Wissenschaft, sondern eine Sozialwissenschaft, für die die empirische Forschung eine wichtige Rolle spielt.

      Wir haben demnach die Naturwissenschaften wie Biologie, die empirisch vorgehen, d.h. ihre Hypothesen an der Realität überprüfen, wobei die Beobachtung und das Experiment eine zentrale Rolle spielen. Wir haben ferner die Sozialwissenschaften, die ebenfalls empirisch vorgehen, also ihre Hypothesen an der Realität überprüfen, die jedoch aufgrund der Komplexität der von ihnen untersuchten Phänomene und aufgrund der Unmöglichkeit, viele dieser Phänomene direkt zu beobachten, nicht so exakte Erkenntnisse wie die Naturwissenschaften liefern können.

      Schließlich liegen uns die Geisteswissenschaften vor, also die hermeneutisch-interpretativen Wissenschaften, in denen es um Verstehen und Auslegung von Kulturprodukten geht. Zu ihnen gehören weite Teile der Philosophie, die Theologie, die Geschichtswissenschaft, die Klassische Philologie und die Literaturwissenschaften.

      Diese Differenzierungen, die von Axel Meyer leider nicht vorgenommen werden, sind notwendig, um den Status der Gender Studies zu verstehen und sie einer adäquaten Kritik zu unterziehen.

      Axel Meyer widerlegt anhand von zahlreichen Studien aus der Genetik die in den Gender Studies weit verbreitete Ansicht, dass das Geschlecht ‚ übrigens auch das biologische Geschlecht (sex) ‚ nur eine soziale Konstruktion sei,(1) dass Menschen ursprünglich ‚genderneutral‘ seien und erst später, durch den Einfluss der Gesellschaft, in ‚kulturell vorgeformte Normen gepresst würden‘ und dass es ein ‚Geschlechterkontinuum‘ gebe, innerhalb dessen Heterosexuelle eine ‚denkbare Variante an den Enden eines ‚Regenbogens`‘ seien.(S. 292)

      Er weist den Anteil der Gene an den unterschiedlichen Fähigkeiten von Männern und Frauen auf, ohne jedoch den Anteil der Umwelt daran in Frage zu stellen, denn kein seriöser Naturwissenschaftler bezweifelt, dass wir Menschen von Umweltfaktoren stark beeinflusst sind. Und kein seriöser Sozial- oder Geisteswissenschaftler stellt in Frage, dass wir auch durch Gene bestimmt sind.

      Allerdings greift Meyers Kritik der Gender Studies, genauer: ihres theoretischen Kerns, zu kurz, wenn er sich auf die unverständliche Ausdrucksweise von Judith Butler kapriziert. Er führt eine ihrer langen Sätze an und bezeichnet ihn als ‚intellektuellen Unsinn‘:

      ‚Wer so schreibt …, hat nichts anderes verdient, als ignoriert zu werden.'(S. 359)

      Das mag sein, doch solche Urteile können eine sachliche und systematische Kritik an dem theoretischen Kern der Gender Studies nicht ersetzen. Und es gibt viele weitere Kritikpunkte, die auch für Naturwissenschaftler von Relevanz sind.

      Der erste betrifft den Begriff der sozialen Konstruktion. Die Annahme, dass das Geschlecht ‚ und andere gesellschaftliche Phänomene ‚ sozial konstruiert sind, wird in den Gender Studies wie ein Dogma betrachtet. Dabei verwechseln die Vertreterinnen der Gender Studies Konstruktion mit Produkt: Wir sind Produkte von biologischen, also genetischen, und sozio-kulturellen Faktoren. Wir konstruieren uns nicht selbst.(2)

      Mit der Vorstellung, Geschlecht und andere gesellschaftliche Phänomene seien soziale Konstruktionen, verfolgen die Sozialkonstruktivisten ein politisches Ziel. Wenn gesellschaftliche Phänomene konstruiert sind bzw. konstruiert (und auch dekonstruiert) werden können, dann müssen sie nicht bestehen. Wenn wir das wollen, könnten wir sie nach unseren Vorstellungen ändern. Jeder könnte beispielsweise seine Rollenbilder oder sein Geschlecht ändern.

      Die Sozialkonstruktivisten spielen sich als Sozialingenieure auf, die den Menschen beliebig formen möchten. Gerade die naturwissenschaftliche Forschung entlarvt diese gefährliche Phantasie als eine Illusion.

      Im Zusammenhang mit einer Kritik an den Gender Studies ist es wichtig, zwischen dem Sozialkonstruktivismus der Gender Studies und dem Radikalen Konstruktivismus der Biologen Humberto Maturana und Francisco Varela eine scharfe Trennlinie zu ziehen, denn einige Sozialkonstruktivistinnen berufen sich zwecks Untermauerung ihres Ansatzes auf den von der Neurobiologie beeinflussten Radikalen Konstruktivismus.(3)

      Dabei handelt es sich um zwei völlig unterschiedliche Ansätze. Im Radikalen Konstruktivismus geht es darum zu zeigen, dass die Wirklichkeit durch unseren kognitiven Apparat, vor allem durch die Wahrnehmung, die wiederum auf neuronale Gehirnprozesse zurückzuführen ist, konstruiert wird.

      Der Sozialkonstruktivismus behauptet hingegen, dass komplexe soziale und historisch entstandene Phänomene als von uns bewusst gemachte zu verstehen sind und nach unseren Vorstellungen geformt werden können. Leider geht Axel Meyer auf die wichtige Unterscheidung zwischen den beiden Ansätzen nicht ein.

      Ein weiterer Kritikpunkt an den Gender Studies betrifft deren Empiriefähigkeit. Oben wurde festgestellt, dass Gender Studies in der Regel den Anspruch erheben, empirisch zu forschen. Faktisch gehen sie nur ‚teilweise‘ empirisch vor.(4) Sie vermischen empirische Beschreibungen und Erklärungen mit Wünschen, Hoffnungen, Werturteilen und politischen Zielsetzungen. In anderen Worten: Sie unterscheiden nicht zwischen dem Entstehungszusammenhang, dem Begründungszusammenhang und dem Verwertungszusammenhang.

      Im Entstehungszusammenhang werden Untersuchungsgegenstände nach Relevanzgesichtspunkten ausgewählt. Die Auswahl ist wertend und kann von wissenschaftsexternen, z.B. politischen, Faktoren abhängen. Im Begründungszusammenhang sollen wissenschaftsexterne Wertungen ausgeblendet werden. Sie dürfen die Überprüfung von Hypothesen nicht beeinflussen. Hier soll wertfrei geforscht werden. Im Verwertungszusammenhang können die im Begründungszusammenhang gewonnenen Erkenntnisse für politische Zwecke verwertet werden. Hier kann z.B. darüber entschieden werden, wie die Genforschung verwertet werden soll.

      In den Gender Studies wird beispielsweise die wissenschaftliche Arbeit im Begründungszusammenhang von vornherein in den Dienst von politischen Zielen gestellt. Auch auf diese Differenzierungen hätte Axel Meyer eingehen können, spricht er doch den Gender Studies Neutralität sowie Wissenschaftlichkeit ab und attestiert ihnen Ideologisierung sowie Politisierung.

      Überzeugend beschreibt er hingegen die Politik, die aus den Gender Studies bzw. der Gender-Ideologie folgt: die Politik des sog. Gender-Mainstreamings. Das Ziel dieser Politik ist es, das Geschlecht zur zentralen Kategorie des sozialen Handelns zu erheben und in allen relevanten Bereichen der Gesellschaft zu berücksichtigen.

      Die Wirkung der Gender-Ideologie beschränkt sich daher nicht nur auf einige sozialwissenschaftliche Fachbereiche, sondern hat sich in der westlichen Welt in allen relevanten gesellschaftlichen Bereichen, wie Politik, Recht, Öffentlichen Dienst, Bildung und Wissenschaft, ausgebreitet.

      Meyer verweist mit Nachdruck auf den Widerspruch zwischen der Theorie, d.h. der Gender-Ideologie, und der Praxis, also der Politik des Gender-Mainstreamings. Die Ideologie besagt, dass das Geschlecht sozial konstruiert und wählbar ist. Darüber hinaus postuliert sie die Gleichheit der Geschlechter.

      In der politischen Praxis aber gibt es unzählige Förderprogramme, die nur Frauen vorbehalten sind, und Gesetze, die Frauen bevorzugen, und zwar Frauen aufgrund ihres biologischen Geschlechts. Personen, die biologisch Männer sind, sich aber als Frauen verstehen, dürfen an den genannten Förderprogrammen nicht teilnehmen bzw. dürfen die genannten Gesetze nicht in Anspruch nehmen. Um es in den Worten von Axel Meyer zu sagen:

      ‚Paradoxerweise macht gerade die Ideologie, die die Bedeutung des biologischen Geschlechts kleinredet, das biologische Geschlecht zu einem entscheidenden Qualifikationsmerkmal für den Beruf!'(S. 362)

      Die Politik des Gender-Mainstreamings führt unausweichlich und nachweisbar zur Bevorzugung von Frauen und zur Diskriminierung von Männern, und zwar in allen relevanten Bereichen der Gesellschaft. Ausdruck davon sind sind die oben genannten Förderprogramme und Gesetze (Gleichstellungs- und Quoten-Gesetze).

      Besonders stark wird diese Politik an den Universitäten forciert. Es gibt dort Förderprogramme nur für Frauen, z.B. das Professorinnenprogramm, mit dessen Hilfe Frauen auf Professuren gehievt werden, ferner Professuren, die faktisch nur für Frauen ausgeschrieben werden. Universitäre Gleichstellungsbeauftragte üben Druck auf Berufungskommissionen aus, damit diese Professuren an Frauen vergeben, ganz unabhängig davon, ob diese Frauen besser als ihre männlichen Mitbewerber qualifiziert sind oder nicht. Die Gleichstellungsbeauftragten betreiben somit eine offene Lobby- und Klientelpolitik.

      Da die Gender-Lehrstühle fast ausschließlich von Frauen besetzt sind, liegt die Vermutung nahe, dass das Fach Gender Studies extra dafür geschaffen wurde, um den Anteil von Frauen, also die Frauenquote an den Universitäten zu erhöhen ‚ ein Skandal, der seinesgleichen in der Wissenschaftsgeschichte sucht.

      Axel Meyer fordert abschließend von Studenten der Sozialwissenschaften, insbesondere der Gender Studies, sich mehr mit Naturwissenschaften zu beschäftigen. Es wäre wünschenswert, wenn sie im Grundstudium einige Semester lang Kurse in Naturwissenschaften belegen würden.(S. 351)

      Auch die Politik und die Medien sollten in größerem Ausmaß naturwissenschaftliche Erkenntnisse einbeziehen. Auf diese Weise könnte der Ideologisierung unserer Gesellschaft ein Riegel vorgeschoben werden. Dabei muss man auch in Kauf nehmen, dass die auf Fakten basierenden naturwissenschaftlichen Erkenntnisse mit den Geboten der Politischen Korrektheit oft nicht übereinstimmen.

      All den Forderungen von Axel Meyer kann man nur beipflichten. Allerdings wäre es auch wünschenswert, wenn sich Studenten der Naturwissenschaften im Gegenzug und im Sinne des von Axel Meyer postulierten ‚Austausch(es) über die Fächergrenzen hinaus'(S. 351) einige Semester lang mit Sozial- und Geisteswissenschaften beschäftigen würden.

      Fazit: Das Buch eignet sich dafür, in die Grundlagen der Genetik und der Evolutionsbiologie allgemeinverständlich einzuführen. Es eignet sich auch dafür, die genetischen Unterschiede zwischen Männern und Frauen kennenzulernen. Es eignet sich aufgrund der oben genannten Mängel nicht dafür, die Gender Studies adäquat anzugreifen. Um dies zu tun, müsste Axel Meyer über die Grenzen seines Faches Biologie, hier stellvertretend für alle Naturwissenschaften, hinausgehen, d.h. im Austausch mit Sozial- und Geisteswissenschaftlern argumentieren. Nur eine gemeinsame Front kann dem Gender-Spuk ein schnelles Ende bereiten.

      Quellen:

      (1) Judith Butler, Körper von Gewicht. Die diskursive Grenze des Geschlechts, Berlin 1995, S. 21.
      (2) Alexander Ulfig, ‚Der Mythos von der ’sozialen Konstruktion`‘, in: Cuncti 22.03.2015:
      […]
      (3) Karin Knorr Cetina, ‚Konstruktivismus in der Soziologie‘, in: Albert Müller u.a. (Hrsg.), Konstruktivismus und Kognitionswissenschaft. Kulturelle Wurzeln und Ergebnisse, Wien 2001.
      (4) Rainer Schnell u.a. (Hrsg.), Methoden der empirischen Sozialforschung, München 20119, S. 108 ff.

      • „In einer Radio-Sendung konfrontierte er gesicherte, auf Tatsachen basierende Erkenntnisse aus der Biologie mit nicht auf Tatsachen und empirischer Überprüfung, sondern auf ideologischen und politischen Annahmen beruhenden Vorstellungen der Gender Studies.“

        Jawoll. „Tatsachen“ vs. „Ideologie und politische Annahmen“. Das leuchtet ein. Man selbst utrteilt auf Basis von Tatsachen, alle anderen sind die Ideologen. Es ist so einfach, das selbst mehrnachdenken jubeln kann.

        „Da die Gender-Lehrstühle fast ausschließlich von Frauen besetzt sind, liegt die Vermutung nahe, dass das Fach Gender Studies extra dafür geschaffen wurde, um den Anteil von Frauen, also die Frauenquote an den Universitäten zu erhöhen ‚ ein Skandal, der seinesgleichen in der Wissenschaftsgeschichte sucht.“

        Schon mal etwas von affirmative action gehört? Oder schon mal das hier gesehen? https://i.imgur.com/5YnWnXh.jpg Der Begriff „Gläserne Decke“ ist dem Herrn sicher auch neu. Der Unterrepräsentation von Frauen in Führungspositionen trotz besserer Schul- und Uniabschlüsse ist natürlich selbst gewollt und nicht Produkt gesellschaftlicher Verhältnisse.
        Und das Frauen sich eher mit ihrer Diskriminierung beschäftigen, entsprechend sozialwissenschaftliche Fächer studieren und sich auf genau diese Thematik spezialisieren ist natürlich vollkommen abwegig. Schließlich sind ja auch die Weißen für die Schwarzen in der Bürgerrechtsbewegung auf die Straße gegangen und hierzulande fechten engagierte Heteros die LGBTTIQ Rechte durch.#

        „wenn sich Studenten der Naturwissenschaften im Gegenzug und im Sinne des von Axel Meyer postulierten ‚Austausch(es) über die Fächergrenzen hinaus'(S. 351) einige Semester lang mit Sozial- und Geisteswissenschaften“

        Genau das würde ich arroganten Lautsprechern, die ziemlich sicher menschliche Arschlöcher sind (obwohl ich sie nicht kenne, habe ich da so meine Vermutungen) und die bestimmt auch ordenlich fu..en können (um mal mehrnachdenkens unsäglichen -Pfui!- Ausdrücke zu zitieren) auch empfehlen, bevor sie über Professionen urteilen, von denen sie keine Ahnung haben.

        Aber hey: Es finden sich immer wer, die einem für so etwas zujubelt. Also mach ichs einfach … https://www.youtube.com/watch?v=xvcpy4WjZMs

  17. „Die Ideologie besagt, dass das Geschlecht sozial konstruiert und wählbar ist.“
    Sind Sie da wirklich sicher, dass sich so etwas bei Menschen mit gesundem Menschenverstand ausbreitet? Dass sich jemand je nach Erziehung entscheidet, als welches Geschlecht er leben will?
    Und wenn bei einer Minderheit, wem tut das weh? (Es gibt ja einige Geschlechtsumwandlungen, ich empfehle einmal nach Balian Buschbaum zu googeln, seine Aussagen sind auch in Bezug auf männlich- weiblich interessant. Das ist jemand, der selbst beides erlebt (hat).)
    Ich denke, das Problem ist ein anderes. Es geht um die Eigenschaften, die man einem bestimmten Geschlecht zuordnet und die Geschlechter deshalb nur für bestimmte Aufgaben in der Gesellschaft vorgesehen sind. So war das Weltbild in der Vergangenheit. Dagegen haben sich Frauen zurecht gewehrt, denn ihnen blieb in vielen Bereichen das Mitbestimmungsrecht vorenthalten. In bestimmter Weise sind die Aufgaben der Geschlechter tatsächlich sozial konstruiert gewesen und es ist gut, dass dies sich nun immer mehr nivelliert. In dieser Weise: Gleiches Recht für alle, geschlechterunabhängig!
    Insgesamt sollte man nicht vergessen, dass Ideologien theoretische, oft extreme Konstrukte sind und Wissenschaftler im Prinzip Theoretiker, die uns zwar eine gewisse Basis geben können, das Leben bzw. die Praxis ist eine andere Sache.

    • Anmerkung:
      Beitrag vom 1.4. 17:17 war die Antwort auf mehrnachdenken vom 1.4. 15:05

    • Wenn Sie sich in Ihrer harmlosen Sicht des Gender Mainstreamings mal nicht täuschen.
      Zitat: “Den Anspruch, eine Gesellschaft in dieser Weise flächendeckend durch ein einheitliches Gestaltungsprinzip der Politik „auf Kurs“ zu bringen, kennen wir von den totalitären Regimen des 20. Jahrhunderts. Es geht darum, nicht nur den gesamten Staatsapparat, sondern auch Vereine, Verbände und sonstige gesellschaftliche Gruppierungen effektiv auf den Kurs der jeweiligen Erneuerungspolitik zu bringen. Der unbedingte Wille, die gesamte soziale Wirklichkeit einem einheitlichen Prinzip unterzuordnen bzw. sie damit zu durchdringen, ist der Grund dafür, dass man diese Regime „totalitär“ nennt. Er bezeichnet den äußersten Gegensatz zu einer liberalen Staatsauffassung, gemäß der sich die Menschen in ihrem gesellschaftlichen Dasein gerade frei entfalten können, bis zu den Grenzen, durch die der Staat die Freiheit der anderen Menschen garantiert.
      G-M ist mehr als Frauenpolitik oder Gleichstellungspolitik, weil die letztere sich auf konkrete Ungleichheiten, insbesondere des Wahlrechts, der Arbeitswelt und des Bildungswesens bezogen hatte. Dies war noch eine Form der Artikulation und Durchsetzung von Interessen, wie sie im demokratischen Rechtsstaat üblich, weil aus dessen grundlegenden Formationen der Vergesellschaftung hervorgegangen war. Mit G-M wird diese Normalform von Interessenartikulation verlassen.”
      http://www.kellmann-stiftung.de/index.html?/beitrag/Bock_Gender.htm

      • Das ist eine Meinung, die man teilen kann, halb teilen kann oder nicht. Auf jeden Fall werden dort die Frauen so geschildert, wie sie die Männer unterdrücken und Macht übernehmen wollten. Interessanterweise hat dies ein Mann geschrieben, der folgende Forschungsschwerpunkte hatte:

        Dr. Dr. Michael Bock Forschungsschwerpunkte:

        Angewandte Kriminologie (MIVEA)
        Personales Risikomanagement
        Geschichte und Methodologie der Sozialwissenschaften
        Rechts- und Kriminalsoziologie

        Kann man davon ausgehen, dass das eine neutrale Analyse ist? Irgendwie erschließt sich mir das nicht aus den Hintergrundsinformationen.

  18. „Er bezeichnet den äußersten Gegensatz zu einer liberalen Staatsauffassung, gemäß der sich die Menschen in ihrem gesellschaftlichen Dasein gerade frei entfalten können, bis zu den Grenzen, durch die der Staat die Freiheit der anderen Menschen garantiert.“

    Ach,
    und ich dachte, gerade dieses liberale Weltbild steckt dahinter, wenn man Menschen erlärt, dass nicht alle Menschen gleich sind und nicht so ticken müssen, wie es EINEM gefällt.

    • Wollen Sie wirklich „den äußersten Gegensatz zu einer liberalen Staatsauffassung“?
      Vielleicht überlegen Sie einen Moment länger und lesen noch den gesamten Artikel, um die Aussage besser zu verstehen. Sie ist nicht sonderlich schwierig.

      • mehrnachdenken

        @Beate
        Nun steht ausreichend Material zur Verfügung, um zu erkennen, dass GM kein harmloser, skurriler Einfall von einigen nicht so ernst zu nehmenden Sonderlingen ist, sondern eine knallharte Ideolgie, die bereits ALLE gesellschaftlichen Bereiche erfasst hat und sie bestimmt.
        Ich muss aber leider einsehen, dass es auch in diesem Forum offenbar Tn gibt, die diesen Sachverhalt weiterhin verniedlichen oder die darin steckende gesellschaftspolitische Brisanz nicht erkennen bzw. nicht erkennen wollen.
        Deshalb bringt es aus meiner Sicht auch nichts, dieses Thema immer wieder auf die Tagesordnung zu setzen.

        Gut, wenn Frauen in dieser Entwicklung keine gesellschaftliche Bedrohung sehen, kann ich es sogar verstehen, sind es gerade sie, die davon massiv profitieren. Dass aber auch viele Männer davor anscheinend die Augen verschließen, kann ich beim besten Willen nicht verstehen.

        • mehrnachdenken

          Kurze Ergänzung:
          Auch der Bildungsbereich ist doch massiv von der Gender – Ideologie betroffen.
          Männer, selbst wenn sie deutlich qualifizierter sind als Frauen, haben oft keine Chance, eine Leitungsstelle zu bekommen.
          Wenn ich mich in meiner Region umsehe, gibt es von der Grundschule bis zum Gymasium kaum noch Schulleiter.

          Aus eigenem Erleben weiß ich, wie in einem Auswahlverfahren die Dinge so gedreht werden können, dass am Ende die objektiv schlechtere Frau die Stelle doch bekommt. Wofür gibt’s schließlich die Frauenbeauftragte, pardon, jetzt heißt sie ja Gleichstellungsbeauftragte.
          Nun, alle sind „gleich“, manche sind offensichtlich aber immer „gleicher“.

          • Es sind so viele Schulleiterungsstellen vakant, dass auch ein Mann nur „ich“ sagen muss, um sie zu bekommen.

          • Da muss ich widersprechen. In meinem Umfeld sind Realschule und Gymnasium mit männlichen Schulleitern besetzt, obwohl es wesentlich mehr Frauen im Kollegium gibt.
            An Grundschulen sind ca. 60 Prozent der männlichen Kollegen Schulleiter. Dazu muss man sagen, dass an Grundschulen so gut wie keine männlichen Kollegen mehr unterrichten.
            Das Schullamt ist überwiegend von Männern besetzt, wird aber jetzt im Lauf der Zeit weiblicher, spiegelbildlich zu den vielen Kolleginnen an den Schulen. Fast jeder Mann an der Grundschule bemüht sich um Karriere und die bekommt er auch, weshalb wir einige unfähige Schulleiter haben. Wir haben aber auch unfähige Schulleiterinnen, der Gerechtigkeit halber gesagt.
            Männer sind nicht besser qualifiziert, sondern sie ticken anders. Dort, wo Frauen noch zögern, trauen sich das Männer viel schneller zu, obwohl sie nicht unbedingt die Fähigkeit haben. Heutzutage fehlt es vielen Schulleitern und Schulleiterinnen an der Fähigkeit der Menschenführung.
            Dass es jetzt mehr Frauen in Leitungspositionen gibt, ist dem geschuldet, dass es wesentlich mehr Lehrerinnen als Lehrer gibt. Und da ist immer noch ein Missverhältnis.
            Was ich nicht richtig finde, ist, was Sie schildern, mehrnachdenken, dass „schlechtere“ Frauen bevorzugt werden. Eine Auswahl sollte immer ohne Rücksicht auf das Geschlecht stattfinden und sie sollte von einem Gremium getroffen werden, das zu gleichen Teilen aus Männern und Frauen besteht.

          • „Männer, selbst wenn sie deutlich qualifizierter sind als Frauen, haben oft keine Chance, eine Leitungsstelle zu bekommen. Wenn ich mich in meiner Region umsehe, gibt es von der Grundschule bis zum Gymasium kaum noch Schulleiter. “

            Der Mann, das geknechtete Wesen von heute. Geschunden, diskriminiert, an den Rand gedrängt, ausgeschlossen. Sind Männer die Parias von morgen? Oder sind sie es heute schon? Oder waren sie es nicht schon gestern, aber die „GM-Ideologie“ hat schon zu lange im Untergrund gewi(ü)rk(g)t und uns allen weiss machen können, dass Männer die Welt regieren, aber im Hintergund haben die Ehefrauen die Strippen gezogen?

            Glücklicherweise konnte Sie endlich vom mutigen und aufrechten Prof. Ulrich Kutschera (mit norwegischen Wurzeln) in ihrer fiesen, hinterfotzigen Art (Passte gut, oder?) entlarvt und gestellt werden. Seitdem wird aus allen Rohren zurückgeschossen.

            Männer, hört die Signale! Männer dieser Erde, vereinigt euch!

          • Es ist die Angst des Mannes vor der Frau, die simple Kastrationsangst, die mehrnachdenken umtreibt.

            Die Genderwesen greifen an und wollen den biologisc eineindeutigen Mannmann, nicht nur körperlich sondern auch geistig entschwanzen. Das ist noch perfider, als ihm den „dick“ einfach nur absäbeln zu wollen. Der Mann als ontologisches Wesen soll umgebracht werden.

            Die werden immer frecher, die Emanzen. Eben noch ganz handzahm vor sich hinkochend, wollen sie, padautz, auf einmal in unseren Köpfen rumfuhrwerken und uns umerziehen.

            Aber bis hier hin und nicht weiter. Super-Kutschi und mehrnachhinkend (Kleiner Scherz! 😉 ) schlagen zurück!

          • PseudoPolitiker

            Oh, jetzt spricht der/die Küchenpsychologe/-psychologin, der/die zu scherzen meint und nicht merkt, dass er/sie mal wieder angreift.
            Da muss Küchenpsychologe/-psychologin für die Wahrnehmung des eigenen Tuns noch einiges tun.
            Dass mein laienhafter Versuch, in Gendersprache für eine/n Genderfreund/in zu schreiben, wird hoffentlich positiv vermerkt. Außerdem weiß ich nicht, zu welchem Geschlecht Sie,“Georg“, gehören oder sich zählen.
            Hier wollen Sie offenbar als Mann wahrgenommen werden, aber weiß ich denn, ob aus Taktik oder Gendersympathie?

          • Na Sie müssen schon mitlesen, wenn sie mitreden wollen. Das die beiden Kommentare oben keine Kuschelwünsche an mehrnachdenken ausdrücken, hätte Ihnen aber auch ohne dieses auffallen sollen.

            Zu Ihrer „Gendersprache“: Warum brechen Sie sich so einen ab? Es ginge doch viel einfacher. Auch in diesem Fall wäre ein vorheriges Informieren sicher hilfreich gewesen.

            Ansonsten müssen Sie das mit dem Humor noch ein wenig über. Weniger „Pseudo“ wäre da sicher von Vorteil. 😉

        • Nur oberflächlich gesehen profitieren auch Frauen. Letztlich verlieren auch sie, verlieren auch Kinder. Gender bedeutet m. E. weit mehr als nur übertriebenen, exessiven Feminismus.
          Ansonsten gebe ich Ihnen Recht. Über Gender ist genug geredet worden und wer dieses Mainstreamng nur von seiner Werbeseite her sehen will, der soll es halt so sehen.

        • Nur, damit auch ich das verstehe:

          Wenn ich sage: „Kartoffeln sind blau“,
          dann bringen Sie zahlreiche ellenlange Artikel bei, in denen das Gegenteil steht.
          Leider schreiben Sie selten ihre Meinung und äußern selten selbst etwas in eigen formulierten Sätzen. Ob das eine Folge davon ist, dass sie in Ihrem (jüngeren) Leben zu viel abschreiben mussten und zu wenig selbst schreiben durften, kann ich nicht sagen.

          Schreibe ich dann, dass Kartoffeln blau sind und vertrete meine Meinung weiterhin, dann sind Sie der Meinung, dass ich die Realität nich sehen kann oder nicht sehen will und sprechen mir meine Meinung ab.
          Die einzige Möglichkeit wäre demnach, dass ich ihnen beipflichten soll, damit aber meine eigene Meinung aufgebe.

          Aber es stört sie nicht so sehr, dass ich etwas anderes schreibe, weil ich eine Frau bin,
          schlimmer wäre es, wenn ein Mann die Meinung vertreten würde, dass Kartoffeln blau sind?

  19. mehrnachdenken

    Einen fröhlichen guten Morgen an die Redaktion,

    nun ist bereits mein vierter Versuch gescheitert, meinen Kommentar ins Forum zu stellen. Woran mag es liegen?

    Danke für Ihre Hilfe!

    Beste Grüße
    mehrnachdenken

    • mehrnachdenken

      Mein nächster Versuch ist ebenfalls gescheitert. Zumindest etwas merkwürdig!

      • Ursula Prasuhn

        Trösten Sie sich, meine beiden letzten Kommentare erschienen erst nach einer ziemlich langen Zeit der Prüfung.
        Mal seh’n, ob es diesmal gleich klappt.

        • mehrnachdenken

          Weitere Versuche waren ebenfalls erfolglos.
          Es wäre nett, wenn sich die Redaktion mal dazu äußern würde!

          • mehrnachdenken

            Frau Prasuhn, stehen wir vielleicht unter besonderer Beobachtung?

          • Die Homolobby und die Lügenpressemafia hat sie beide fest im Blick und sabotiert die Verbreitung unangenehmen Wahrheiten.

            This is the end. 🙂

            (Ich kanns mir einfach nicht verkneifen.)

          • Ihren Triumpf hätte ich gern durch die Redaktion von n4t erklärt. Warum haben Frau Prasuhn und mehrnachdenken Probleme mit dem Durchkommen ihrer Kommentare, die Georg offenbar nicht kennt?

          • mehrnachdenken

            @Nathalie
            Danke für Ihre Unterstützung.
            Diese Zeilen werden problemlos frei geschaltet. Trotz x-maliger Versuche seit heute Vormittag klappt es bei meinem Kommentar aber nicht.
            Da ist aber langsam eine Erklärung fällig. Oder wollen Sie, dass „Georg“ weiter unter die Gürtellinie zieilt?
            Warum darf er hier überhaupt noch kommentieren. In anderen Foren wäre er längst gesperrt worden.

          • Vielleicht ist der Beitrag zu lang?

          • mehrnachdenken

            @Palim
            Es soll im Leben Situationen geben, in denen es einfach klüger ist, den Mund zu halten.

          • Doch doch, Georg kennt die „Probleme“ auch, vor allem, wenn er mal mehr als einen Link in einem Beitrag unterbringt.

            Er nimmt sich nur nicht wichtiger als er ist und vermutet gleich Zensur und geheime Mächte dahinter. Es zeigt recht schön, wie weit mehrnachdenken schon in seiner ganz eigenen Welt unterwegs ist.

            Technische Probleme oder/und ein Redakteur im Wochenende könnten es nicht sein – Zensur von mehrnachdekens Wahrheit, welche die Welt nicht ertragen kann, sehr wohl.

            Es wird wirklich immer skurriler.

          • @ mehrnachdenken: Beweisen Sie doch in Ihrem Kampf gegen die große Verschwulung endlich mal ein wenig Humor.

            Das würde allen hier gut tun, nicht zuletzt Ihnen. Selbstironie macht das Leben entschieden einfacher und man kann sich auch mal selbst kritisch anschauen, ohne gleich einen Identitätsverlust befürchten zu müssen.

            Außerdem würde es Ihnen helfen, mit meinen Sticheleien umzugehen, die ja ne wirklich noch weit entfernt von Beleidigungen sind.

            Aber man merkt auch, wessen Geistes Kind sie sind bzw. was für Foren Sie sonst wohl frequentieren. Foren, in denen nicht lang gefackelt wird, wenns mal ein bisschen satirisch-sarkastischer zugeht.

            Die subversive Kraft des Humor war ja für die Mächtgen ja schon immer ein Problem – für die Rechten sowieso.

            http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/rechtsextremismus-und-nationalismus-in-deutschland-gut-gebraeunt-kolumne-a-1084707.html

          • Ursula Prasuhn

            @Georg
            Humor und Ironie sind Fähigkeiten, die Echtheit und Können verlangen. Wer verbal oder mit Smileys darauf hindeuten muss, dass seine Aussage als Humor zu verstehen ist, beherrscht diese Kunst nicht, denn Humor spricht für sich selbst. Tut er es nicht, ist mit ihm etwas faul.
            Andere böse angehen und bei Reaktionen der Verletztheit den Vorwurf mangelnden Humors erheben, erinnert mich an typisches Kinderverhalten.
            Bei Schülern heißt es dann unschuldig: „Das war doch nur Spaß. Kann der denn keinen Spaß verstehen?“
            Es gibt wohl keinen Lehrer, der diese Ausrede nicht kennt. Und es sollte auch keinen geben, der sie ohne weiteres schluckt.

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