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Lehrerstress: Diese zehn Dinge ruinieren den Morgen am Kopierer

OBERHAUSEN. Man kann nicht mit ihm aber auch nicht ohne ihn: Der Kopierer hakt immer dann wann, wenn man es eilig hat. Was so richtig nervt, hat unser Autor zusammengetragen.

  • Der Kollege Sozialwissenschaften vorne in der Schlange mit dem Stapel aktueller Statistiken und Zeitungsausschnitten, die für den 30köpfigen Leistungskurs kopiert werden wollen
  • „Fehlercode 3C – Bitte kontaktieren Sie den Service!“
  • Die Kollegin mit Schere und Klebstoff in der Hand, die zuerst vier Kopien einfach macht, dort etwas ausschneidet und dann auf ein neues Blatt aufklebt.
    Mal wieder im Stress und kein Papier vorhanden? (Illustration: Stefan Bayer/pixelio.de)

    Mal wieder im Stress und kein Papier vorhanden? (Illustration: Stefan Bayer/pixelio.de)

  • Kein Papier im Fach 1.
  • Kein Papier im Fach 1 und die Sekretärin mit dem Schlüssel zum Papiervorrat in der Raucherpause.
  • Hyperaktive Referendare mit Prüfung in der 2. Stunde.
  • „Ich hab´ nicht viel, lass mich mal eben vor!“
  • Der gelbe Zettel in Großdruck: „Wir haben erneut das Kontingent für Kopien aufgebraucht, Kopieren ist ab nächstem Monat wieder möglich.“
  • Kollegen mit tollen Wochenenderlebnissen, die sie vergessen lassen die richtigen Knöpfe zu drücken.
  • Die Klausur in der ersten Stunde rückt näher und näher.

Zusammengestellt von Marco Fileccia, Gymnasiallehrer in Oberhausen.

6 Kommentare

  1. Das kenne ich alles! Ergänzung:
    – Toner leer
    – Papierstau, den man nicht selbst beheben kann und fachkundige Kollegen bzw. Sekretärin braucht
    – Papierstau entfernt, aber Kopierer will immer noch nicht
    – Kopierer macht nicht das, was man will, weil er zu alt ist und man Tricks suchen muss ihn zu überlisten
    – KollegInnen, die in Ruhe die Seiten und Materialien aus ihren Büchern und Ordnern heraussuchen, obwohl eine Schlange hinter ihnen steht
    – Am Montagmorgen KollegInnen, die ihre Arbeitsblätter trotz Schlange gefühlt für die ganze Woche kopieren
    – Wenn zu viele Referendare sich am Kopierer aufhalten, denn die haben garantiert eine große Menge zu kopieren
    – KollegInnen, die sich an nebeneinanderstehenden Kopierern unterhalten und dann ihr Kopieren wesentlich verlangsamen, weil sie nicht multitaskfähig sind (wie bei den Wochenenderlebnissen)
    – die Stunde fängt gleich an und ich muss dringend noch etwas kopieren und der Kopierer geht nicht oder ist blockiert (wie bei den Klausuren)

    • Kleine Korrektur: Die alten Kopierer machen aufgrund fehlender automatischer Papierformaterkennung deutlich seltener was sie wollen. Weißes DIN A4-Blatt auf die Vorlage legen hilft bei etwas zu kleinen Vorlagen oft Wunder …

  2. mehrnachdenken

    Während meines Studiums in den 70er Jahren lästerten die Naturwissenschaftler über das „Schein“-Studium in den geisteswissenschaftlichen Disziplinen. Analog dazu könnte doch heutzutage vom „Papier“-Unterricht gesprochen werden, lach

    AB, die oft genug irgendwo im Rücksack herumfliegen, weil den SuS in Zeiten von „Selbstorganisation“ und „Individualität“ nicht sauber beigebracht wurde, wie Hefte oder Mappen zu führen sind.

    Richtig gespenstig wird’s für mich, wenn geglaubt wird, dieses Methodenwissen könne SuS mal so im „Vorbeigehen“ auf einem Blatt Papier oder in zwei Tagen Methodenlernen im Jahr vermittelt werden.

    Bereits Dr. Klippert beklagte in der 13. Aufl. seines Werkes „Methodentrraining“ auf Seite 21 ff:
    „Viele Schüler haben wenig Methode.“
    Danach führen mehr als 50% der Schüler ihre Lernschwierigkeiten maßgeblich auf fehlende Methoden und Techniken zur Planung und Steuerung ihres eigenes Lernens zurück.
    Nach Dr. Klippert gehört zum Methodenlernen auch das ordentliche Führen von Heften und Mappen.
    Gerade lernschwächere SuS brauchen aber direkte Instruktionen!!

    • Klippert klappert ziemlich:

      http://homepage.univie.ac.at/christian.sitte/FD/artikel/Stoevesand_Kritik_an_Klippert.htm

      Ansonsten stimme ich ihnen zu. noch heute belächeln die Naturwissenschaftler die Geisteswissenschaftler …

      • Im Methodenlernen in der Grundschule von Heinz Klippert (2003) sind einige gute Ideen beschrieben, die inzwischen im Grundschulunterricht integriert sind. Welche dieser Methoden ursprünglich von Klippert stammen und welche nur übernommen sind, das weiß ich nicht. Seine vorgeschlagenen Lernspiralen sind Geschmackssache, alle würde ich nicht so übernehmen. Doch gerade zu diesem Buch gibt es viele positive Rückmeldungen von Grundschulpädagogen.
        Gut, dass ich nicht in einem Schultyp arbeite, wo es um ein Konkurrenzdenken der o.g. Disziplinen geht, sondern eher um das Finden von fächerübergreifenden Berührungspunkten.

    • Schauen Sie sich einmal das Material bei 4 teachers an, dann sehen Sie, dass das Kopieren im modernen Unterricht von 2016 nicht mehr gleichzusetzen ist mit den Lückentexten der 70/80/90iger Jahre! Bei 4teachers gibt es ebenso einige Vorlagen für die Bewertung von Heft- und Mappenführung gibt, die aus den unterschiedlichen Bundesländern kommen. Gerade zum Anwenden einiger Methoden u.a. die von Klippert kommt man um das Kopieren nicht herum. Es gibt sogar die Klippert-Medien, eine Gruppe des AAP Verlages, der Kopiervorlagen, basiert auf Klippert Methoden zu unterschiedlichen Unterrichtsthemen herausgibt.
      Es gibt kein optimales Schulbuch und keine optimale Arbeitshefte dazu. Will man einen Unterricht methodisch gut durchplanen und auf die Klasse abstimmen, dann kann man sich nicht allein mit einem Schulbuch zufrieden geben und das Seite für Seite abarbeiten. Denn Schulbücher hat ein Autorenteam gemacht, das seine eigenen Vorstellungen zum Thema dort niedergeschrieben hat. In einer Schule wird ein Konsens getroffen, welche Schulbücher man anschafft, aus denen das Kollegium das meiste herausnehmen kann. Das wird letztendlich den eigenen pädagogischen Vorstellungen und der Schülerzusammensetzung gerecht. Alles andere zum Thema muss anders bereitgestellt werden.
      Ihren Aussagen zum Methodenlernen kann ich zustimmen, doch das ist im modernen Unterricht mehr denn je verankert und – das kann ich zumindest für mein Bundesland sagen – sind schon (Grundschule) bzw. werden in den neuen Lehrplänen festgeschrieben. Somit sind Klipperts Aussagen, dass Schüler zu wenig Methode hätten, längst veraltet.

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