Startseite ::: Praxis ::: Warum Deutschlands Englisch-Lehrer die besten der Welt sind (und unter ihnen die Hamburger Englisch-Lehrer die allerbesten)

Warum Deutschlands Englisch-Lehrer die besten der Welt sind (und unter ihnen die Hamburger Englisch-Lehrer die allerbesten)

DÜSSELDORF. Stünde das Fach Englisch im Mittelpunkt der (nächste Woche wieder neu erscheinenden) PISA-Studie, dann gäbe es eine gute Nachricht für Deutschland: Wir sind – fast – Weltspitze! Denn in einer internationalen Vergleichsstudie, die 72 Staaten umfasst, liegt die Bundesrepublik auf Platz neun und führt mit Österreich die Gruppe der Staaten mit „guten Kenntnissen“ an. „Sehr gute Kenntnisse“ weisen allesamt kleine Länder mit einer hoch internationalisierten Wirtschaft und Kultur (sowie einem nur selten synchronisierten Fernsehprogramm) auf. Heißt also: Der Englisch-Unterricht in den deutschen Schulen scheint hervorragend zu sein. Unseren Englisch-Lehrern gelingt es (mit) am besten, ihre Schüler mit sprachlichen Grundlagen für das spätere Berufsleben auszustatten.

Amused? Was meinen wohl Queen Elizabeth II. und ihr Mann Prince Phillipp (hier auf einer gemeinsamen Kutschfahrt im vorvergangenen Jahr) zu den Ergebnissen des Englisch-Rankings? Foto: Steve Evans / flickr (CC BY-NC 2.0)

Amused? Was meinen wohl Queen Elizabeth II. und ihr Mann Prince Phillipp (hier auf einer gemeinsamen Kutschfahrt im vorvergangenen Jahr) zu den Ergebnissen des Englisch-Rankings? Foto: Steve Evans / flickr (CC BY-NC 2.0)

Nun steht bei PISA Englisch nicht im Mittelpunkt, dafür aber eben bei der genannten Studie, die der nach eigenen Angaben weltweit größte Anbieter für internationale Bildungsprogramme EF Education First (EF) aufgelegt hat. Für dessen bereits sechsten English Proficiency Index (EPI) wurden die Daten drei unterschiedlicher Englischtests ausgewertet, die weltweit von insgesamt 950.000 Erwachsenen absolviert wurden. Ergebnisse: Von allen Nicht-Muttersprachlern weltweit beherrschen die Niederländer die englische Sprache am besten. Deutschland nimmt im diesjährigen Ranking den neunten Platz ein. Hamburg führt – wie bereits im Vorjahr – sowohl im Ranking der deutschen Städte als auch der Bundesländer. Parallel zum EF EPI erscheint 2016 auch der EF EPI-c, der das Englisch-Sprachniveau von Unternehmen weltweit vergleicht. Hier zeigt sich, dass Mitarbeiter weltweit nur mittelmäßig Englisch sprechen. Pikantes Detail: Mitglieder des mittleren Managements schneiden generell besser ab als ihre Vorgesetzten.

Auf den ersten zehn Positionen des EF EPI sind 2016 wieder fast ausschließlich europäische Länder zu finden. Einzige Ausnahme ist Singapur auf Platz 6. Spitzenreiter sind, wie gesagt, die Niederlande mit 72,16 Punkten, direkt gefolgt von Dänemark (71,15). Vorjahressieger Schweden ist auf den dritten Platz zurückgefallen (70,81). Deutschland rangiert mit 61,58 Punkten auf Platz 9 – hinter Österreich (62,13) und vor Polen (61,49). Im Vergleich zum Vorjahr konnte sich Deutschland um zwei Positionen verbessern und liegt damit deutlich vor dem Nachbarland Schweiz (Rang 14) sowie vor Spanien (Rang 25), Italien (Rang 28) und Frankreich (Rang 29).

Hinsichtlich des Geschlechts zeichnet sich in Deutschland dasselbe Bild ab wie im internationalen Vergleich: Frauen schneiden bei den Englischkenntnissen generell besser ab. Zudem zeigt die Studie einen Zusammenhang zwischen den Englischkenntnissen der Bevölkerung eines Landes und dem jeweiligen Pro-Kopf-Einkommen. Auch die Verfügbarkeit des Internets und die Bildungsausgaben spiegeln sich im Sprachniveau der einzelnen Länder wider.

Regional gibt es in Deutschland große Unterschiede, wobei das Saarland und die neuen Bundesländer Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt am schlechtesten abschneiden. Angeführt wird die Liste wie schon in den Vorjahren von den beiden Stadtstaaten Hamburg (64,86) und Bremen (64,20). Auf den Plätzen drei bis fünf folgen Niedersachsen, Baden-Württemberg und Berlin. Bayern ist vom fünften auf den neunten Platz abgerutscht. Im Städtevergleich führt erneut Hamburg die Liste an, gefolgt von Bremen, Köln und München. Düsseldorf liegt auf Platz 5.

“Deutliches Stadt-Land-Gefälle”

„Die Deutschen sprechen gut Englisch, allerdings zeigt sich ein deutliches Gefälle zwischen Stadt und Land“, sagt Niklas Kukat, Geschäftsführer von EF in Deutschland. “Deutsche Großstädte schneiden zum Teil deutlich besser ab als die Bundesländer, in denen sie sich befinden. Besonders stark zeigt sich dies an den Städten Köln, Frankfurt und München, die mehr als zwei Prozentpunkte vor ihren Bundesländern liegen“, so Kukat.

Zeitgleich mit dem EF EPI wird dieses Jahr zum dritten Mal der EF EPI-c (English Proficiency Index for Companies) veröffentlicht. Die alle zwei Jahre erscheinende Studie vergleicht das Englisch-Sprachniveau von Unternehmen weltweit. Für den EF EPI-c wurden 510.000 Angestellte von 2.078 Firmen aus 16 Branchen in 40 Ländern getestet.

Auch beim EF EPI-c schneiden die europäischen Länder am besten ab. Die lateinamerikanischen Staaten bilden das Schlusslicht. Insgesamt verfügen die befragten Mitarbeiter nur über ein mittelmäßiges Englisch-Sprachniveau, wobei weibliche Erwerbstätige – außer auf der Stufe des Executive Managements – besser Englisch sprechen als ihre männlichen Kollegen. „Auffallend ist, dass Mitglieder des mittleren Managements über bessere Englischkenntnisse verfügen als deren Vorgesetzte im Top-Management“, sagt Silke Müller, Managing Director von EF Corporate Language Training in Deutschland. „Dies ist sicher auf den Generationen-Unterschied zurückzuführen und die schlechtere Sprachausbildung in der Vergangenheit.“

Erstaunlich schlecht schneiden in der Studie die international agierenden Branchen Luftfahrt und Logistik ab. Letztere bildet nach dem Bildungswesen (!) und dem öffentlichen Sektor sogar das Schlusslicht im Branchen-Ranking. Spitzenreiter sind die Bereiche Consulting & Professional Services sowie Maschinenbau. Für Firmen mit einem Umsatz von 10 bis 60 Milliarden Dollar scheinen Englischkenntnisse besonders wichtig zu sein. Sie erzielten die besten Ergebnisse und ließen internationale Großkonzerne und kleinere Unternehmen hinter sich.

Die Studie EF EPI-c zeigt laut Veranstalter, „von welcher Relevanz Englischkenntnisse für den wirtschaftlichen Erfolg von Unternehmen sind, da sie sich positiv auf Innovationskraft, Transparenz und Geschäftsabläufe auswirken. Auch die Mitarbeiter profitieren, denn gerade in Ländern mit hoher Arbeitslosigkeit können gute Englischkenntnisse dazu beitragen, eine Stelle zu finden oder zu behalten“.

17 Kommentare

  1. Ich will den Englischlehrern den Erfolg nicht neiden; ich frage mich nur, was machen sie anders als die anderen Lehrer? Wenn ich dann bedenke, dass die meisten Englischlehrer doch auch andere Fächer unterrichten, in denen Deutschland nicht so gut abschneidet, dann komme ich zu dem Schluss, dass es vielleicht gar nicht an den Lehrern und ihren Methoden liegt, dass Deutschland bei Englisch international so gut abschneidet?!? Deutsch, Mathe etc.

    Woran liegt es dann? Vielleicht daran, dass uns Englisch immer mehr allüberall umgibt? Vom Fingerfood über die handouts / Handouts bis hin zu den Blow ups im Straßenverkehr … Englisch ist einfach “in” (angesagt). Alle wollen es können.

    Ist das womöglich der wahre Grund?

  2. Oder nochmals anders gefragt: Warum ist jemand zugleich ein toller Englisch- , aber ein schlechter Deutschlehrer?

  3. Vielleicht liegt es auch daran, dass gerade der Englischunterricht seit bzw. durch PISA erheblich umgestellt und verändert wurde und ganz andere Fähigkeiten gefragt sind als noch vor Jahren: viel mehr Sprechen, Lesen und Verstehen, weniger wortwörtliches Übersetzen?
    In anderen Fächer gelingt diese Ausrichtung nah PISA nicht so gut, weil die Sinnhaftigkeit anderer Inhalte nicht unterstützt wird (Bsp: Wahrscheinlichkeitsrechnung in der GS statt Grundrechenarten zu trainieren, Kopfrechnen statt Zählen und Taschenrechner, angloamerikanisches Literacy-Konzept statt Klassiker, Grammatik etc.).

    • Kann es sein, dass sich bei “Kopfrechnen statt Zählen und Taschenrechner” ein Dreher eingeschlichen hat? Gerade das bei vielen Schülern fehlende Kopfrechnen bereitet mir im Unterricht häufig Kopfschmerzen. Mit Einführung des Taschenrechners werden auch die kleinsten Kopfrechenreste gelöscht. In der Grundschule hat ein Taschenrechner im Übrigen nichts verloren.

      • Ja,
        es hätte anders herum stehen müssen…

        und ist u.a. der Beobachtung geschuldet, dass Kinder anderer Länder in meiner Schule gar nicht Kopfrechnen können, sondern alles zählen müssen,

        und dass zum Training des Kopfrechnens immer weniger Zeit aufgewendet wird.

  4. @ Palim,

    das ist doch aber keine Begründung, warum jemand ein toller Englischlehrer, aber gleichzeitig kein toller Deutschlehrer ist.

    Warum kann jemand das eine Fach super unterrichten und das andere nicht (gehen wir mal nur von ausgebildeten Lehrern aus)?

  5. Was ich mich außerdem gerade auch frage, wieso lernen die Kinder die Schreibweise englischer Wörter so problemlos (scheint ja so zu sein – keine Ahnung, ob das stimmt). Ich habe noch nie gehört, dass man im Englischunterricht auch englische Rechtschreibregeln lernt.

    Lernen die Kinder die Schreibweise der englischen Wörter dann einfach durch den Gebrauch?

    Und warum können sie dann die Schreibweise deutscher Wörter nicht auch einfach durch Gebrauch lernen?

    • Axel von Lintig

      Sofawolf

      Die Methode des phonetischen Schriftspracherwerb wirkt sich eben sehr fatal und nachhaltig auf die weitere Entwicklung der Schüler aus. So äußerten sich die befragten 350 betroffenen Schüler und Eltern.
      Hinzu kommt noch die mangelnde Übung durch die Selbstlernprogramme im Material zentrierten Unterricht, welche weitgehend eigen initiativ und Schüler gesteuert erfolgt.
      Der Englischunterricht erfolgt mit den korrekten Vorgaben der richtigen Schreibung. Fehler werden im Gegensatz zum Grundschulunterricht der ersten beiden Schulklassen sofort verbessert, und diese Gegenkorrektur bewirkt einen zügigeren Lernzuwachs.Eingebaute Fehler behindern den Lernfortschritt.

      • “phonetischen Schriftspracherwerb” ist eine interessante Konstruktion.
        Wie soll denn Schriftspracherwerb ohne Berücksichtigung phonetischen Wissens erfolgen?
        Gerade das ist es ja, was Kinder erlernen müssen: die Phonetik rückt ins Zentrum der Wahrnehmung, muss analysiert und im Folgenden mit Graphemen verknüpft werden, um mit diesen ein Abbild zu schaffen.
        Nicht-phonetischer Schriftspracherwerb müsste ohne Laute auskommen, folglich ohne Lesen, und wäre ein Abschreib-Kurs, der jedoch nicht zur Verknüpfung von Sprache und Schrift führen würde: Das Ergebnis sieht man dann bei Kindern, die mit sehr schöner Schrift recht zügig Buchstabe für Buchstabe abschreiben können, aber des Lesens nicht in Ansätzen mächtig sind.

        Was Sie in Wirklichkeit kritisieren ist eine Überbetonung der Phonologie ohne Berücksichtigung der dadurch deutlich zu Tage tretenden Schwierigkeiten bei den SuS (phonologische Bewusstheit, akustische/ visuelle Wahrnehmung u.a.) und daraus resultierender Übungen als Hilfe hinsichtlich des korrekten Schriftspracherwerbs.

        Während das Abarbeiten von Fibellehrgängen der Phonologie früher sicherlich zu wenig Beachtung schenkte, kann beim Einsatz von Anlauttabellen eine Überbetonung erfolgen. Bei den Fibellehrgängen ist in den letzten Jahren eine deutliche Angleichung zu erkennen, sodass phonologische Übungen (Anlaute, Silben in Übungen und markiert in Lesetexten, Anlauttabellen) in den gängigen Fibellehrgängen mit aufgenommen wurden. Bei den Methoden mit Anlauttabelle ist aber ebenso möglich, die phonologische Herangehensweise mit weiteren Übungen zu ergänzen. Am Ende erfordert beides eine Mischung unterschiedlicher Methoden und eine sehr genaue Begleitung der SuS durch die Lehrkraft.

        Beim Englischunterricht gibt es ähnliche Debatten, vor allem da zu Beginn der Einführung von den Bundesländern sehr unterschiedliche Vorgaben erfolgten. Von Beginn an sollte der Schwerpunkt auf dem Sprechen liegen, Wörter wurden allenfalls abgeschrieben. Sätze, die geschrieben werden, werden aus vorgegebenen Bausteinen und Wörtern zusammengesetzt, sodass auch hier das Schriftbild vorgegeben wird.
        Lehrkräfte, die meinen, in Klasse 3 bei noch nicht gefestigter deutscher Rechtschreibung Vokabelteste hinsichtlich der Rechtschreibung zensieren zu wollen (was in den Curricula gerade NICHT vorgesehen ist in meinem BL), leiden quasi doppelt Schiffbruch.

        Beim Schreiben mit der Anlauttabelle geht es nicht um den Zweitspracherwerb mit abweichender Phonem-Graphem-Zuordnung, sondern um die Darstellung der Sprache, die bereits beherrscht wird. Ferner sollen die SuS auf die phonologische Ebene geleitet werden, die ihnen zu Beginn der Schulzeit häufig fremd bis unbekannt ist.
        Hinsichtlich der Rechtschreibung im Englischunterricht ist zu erwarten, dass zusätzlich zu den von manchen Kindern in Kl. 3 noch nicht gefestigten Phonem-Graphem-Zuordnungen (z.B. st/sp/eu) angesichts einer kontrastiven Sprachanalyse weitere Fehler hinzukommen (englisches ou würde als au gesprochen und schriftlich widergegeben, ähnliches betrifft weitere Laute s-z oder a-ä, i-ei). Um diesen Konflikt zu umgehen wurde von Beginn an das Schreiben nach Vorlage angegeben, nicht aber das Schreiben nach Gehör.
        Beim Schriftspracherwerb in Klasse 1 will man aber gerade das Schreiben nach Gehör anleiten oder üben, damit die SuS in die Lage versetzt werden, Gehörtes, Gesprochenes oder Gedachtes notieren zu können.

        • Axel von Lintig

          Sie wissen doch genau , was mit phonetischem Schriftspracherwerb gemeint war.
          Der rein Laut orientierte , spielerische Schriftspracherwerb im eigen initiativen , Schüler gesteuerten Unterricht mit Anlaut-Tabellen.
          Wir sprechen Silben und unsere Sprache hat eine klare Gliederung.
          Ihre Aufgabe als Lehrer ist es diese Transkription des Gesprochenen in unsere Schrift zu vermitteln und nicht den Schüler bei diesem Prozess in den ersten zwei Schuljahren sich selbst zu überlassen.
          Und für diese Übertragung des Gesprochenen in das Geschriebene gibt es Regeln, die es dem Schüler ermöglichen, durch einübende Anwendung dieser Regeln, dem Schüler Hilfestellung im Schriftspracherwerb zu geben und das ganze strukturiert zu vermitteln.
          Leider geschieht das nicht überall, Reichen und Brügelmann wirken eben noch nach.
          Und nicht jeder hat in Osnabrück(Utz Maas), Freiburg(Röber), Hildesheim(Bredel) oder in einer anderen linguistisch ausgerichteten Unis gelernt.
          Pech haben eben jene, die in Münster das Grundschullehramt studierten.
          In Köln soll das ganze auch unkritisch vermittelt werden, und in Bremen und Schwäbisch-Gmünd (Brinkmann)sowieso.
          Im übrigen hat noch nie hat jemand, außer bei Taubstummen , versucht ohne Phonetik auszukommen. Das lateinische Alphabet bildet eben nur sehr unzureichend die Laute der deutschen Sprache ab.

          • “Das lateinische Alphabet bildet eben nur sehr unzureichend die Laute der deutschen Sprache ab.”
            Das genau ist eine der Schwierigkeiten: Den Kindern einerseits zu vermitteln, dass Phoneme durch Grapheme abgebildet werden können
            und andererseits auch, dass es keine 1:1-Zuordnung gibt, sondern viele weitere Möglichkeiten.
            Während man zu Beginn das lautgetreue Schreiben fördert, damit die SuS überhaupt eine Vorstellung von Lauten und Schrift erhalten (alphabetische Strategie), nutzt man im Nachhinein andere Übungsformen, um die weiterführende Systematik von Schrift zu vermitteln: Lautverbindungen, Wortstamm und Endungen oder Ableitungen (morphematische Strategie), Merkwörter oder Schärfung und Dehnung (orthographische Strategie) etc.
            Natürlich kann an alles auch anders klassifizieren, aber diese Aufteilung gibt recht deutlich wieder, dass es diverse Fähigkeiten braucht, um am Ende eine sichere Rechtschreibung zu erlangen: da reicht eine einzige Herangehensweise m.E. nicht aus.

  6. @ A.v.L.,

    naja, da müssten uns mal Englischlehrer sagen, wie sie das machen.

    Und ob es überhaupt so ist, dass die Rechtschreibung englischer Wörter so viel besser ist als die Rechtschreibung deutscher Wörter.

  7. Axel von Lintig

    Sofawolf

    Mir teilte ein großer Teil, der von Lesen durch Schreiben und freies Schreiben mit einer Anlaut-Tabelle betroffenen mit, dass sich das rein Laut orientierte Schreiben auch auf das Erlernen des Englisch negativ auswirkte.
    Italienisch hat die größte Übereinstimmung von Phonem und Graphem , beim Englisch und Französisch ist die Übereinstimmung noch am geringsten im lateinischen Alphabet abgebildet. Deutsch liegt dazwischen.
    Fehler sind bei unkritischem Umgang ohne direkt Kontrolle und Korrektur durch den Lehrer negativ für den Lernfotschritt.
    In allen anderen Ländern, außer im deutschsprachigen Raum, wird nicht mit Anlaut-Tabellen im eigen initiativen und Schüler gesteuerten Unterricht gearbeitet.Es erfolgt viel mehr eine strukturierte Hinführung zum Schriftspracherwerb.

    • Es gibt aber durchaus auch Anlauttabellen in anderen Sprachen – nicht nur für den deutschen Schriftspracherwerb:
      z.B.
      Elif-Ba Tablosu
      Sound-Cards/ Sound-Charts
      Le sons des graphemes
      letterkaart

      Dabei bezweifle ich allerdings, dass in anderen Ländern Schüler mit diesen Anlauttabellen allein gelassen werden … ich kann es mir für Deutschland auch immer noch nicht vorstellen.

      • Axel von Lintig

        Die Rechtschreibwerkstatt des Norbert Sommer-Stumpenhorst ist hier im Münsterland sehr stark vertreten und wird hier im Ort von mehreren Schulen unkritisch betrieben.
        Er bewirbt in seinen Materialien den unkritischen Umgang mit der Fehlern der Schüler beim Schriftspracherwerb, erklärt diese als gewollt und erforderlich, um über sein Rechtschreibgebäude dem Schüler den Zugang zur Schrift zu ermöglichen.Ergänzt wird das Ganze noch durch die Tinto-Reihe des mit N.Sommer-St. befreundeten Rüdiger Urbanek.
        N.Sommer-Stumpenhorst hält an der Uni Münster Seminare ab und ist vielfach auf Lehrerworkshops vertreten.. Dort bewirbt er seine Methode und er propagiert den unkritischen Umgang mit seiner Anlaut-Tabelle und seinen Materialien.
        Besonders niveauarm und reflektierend auf sein Psychogramm sind seine Lesekarten.
        Da kann man sehr viel über die Denkstruktur dieses Lernmittelunternehmers lernen. Derartige Lernmaterialien hätte in früheren Zeiten zum Durchfallen bei der Lehramtprüfung geführt.

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.Benötigte Felder sind markiert *

*