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Erdogan drangsaliert deutsche Lehrer in der Türkei. Für deutsche Auslandsschule in Istanbul heißt das: Weihnachten ist ab sofort verboten!

Lesen Sie auch unseren aktuellen Beitrag mit den Reaktionen auf den Weihnachtsstreit in Istanbul!

ISTANBUL. Die Türkei verabschiedet sich mit Riesenschritten von Europa und dem Westen. Neuestes Beispiel: Die türkische Regierung will die Elite-Schulen des Landes auf Linie bringen. Dort arbeiten Dutzende deutsche Lehrer, die auch deutsche Kultur vermitteln sollen – und von Deutschland bezahlt werden. Neuerdings gilt an der berühmtesten dieser Schulen, dem Istanbul Lisesi: Weihnachten ist verboten.

Eine der renommiertesten Schulen der Türkei: das Istanbul Lisesi - zum Teil mitfinanziert von Deutschland. Foto: Tansel Atasagun / Wikimedia Commons

Eine der renommiertesten Schulen der Türkei: das Istanbul Lisesi – zum Teil mitfinanziert von Deutschland. Foto: Tansel Atasagun / Wikimedia Commons

Das traditionelle Weihnachtssingen im deutschen Generalkonsulat ist ein Highlight des deutschen Chors am Istanbul Lisesi. Auch dieses Jahr haben die türkischen Schüler der Elite-Schule wieder wochenlang für das Konzert geprobt. Doch kurz vor dem Konzert sagte die türkische Schulleitung nicht nur die Teilnahme des Chors an der Aufführung ab, sie verbannte Weihnachten gleich ganz von dem Gymnasium – das den deutschen Steuerzahler jedes Jahr Millionen Euro kostet. Kritiker sehen im Weihnachts-Verbot ein weiteres Indiz dafür, dass die AKP-Regierung von Präsident Recep Tayyip Erdogan die Eliteschulen der Türkei auf ihre islamisch-konservative Linie zu bringen versucht.

Die Türkei hat im deutschen Auslandsschulwesen eine Sonderrolle: Auf Basis des Kulturabkommens zwischen beiden Ländern unterrichten bis zu 80 deutsche Lehrer an bestimmten türkischen Schulen. Alleine 35 davon arbeiten am Istanbul Lisesi, einem der besten Gymnasien des Landes, das zugleich eine anerkannte deutsche Auslandsschule ist. Was kaum bekannt ist: Diese Lehrer werden nicht nur von Deutschland entsandt, sondern auch bezahlt, wofür jedes Jahr ein Millionenbetrag fällig wird. Das Sagen hat an diesen Schulen dennoch die türkische Schulleitung – beziehungsweise das Bildungsministerium in Ankara.

Weihnachtslieder verboten! Deutsche Lehrer bestätigen (trotz „Maulkorb“) Gängelung durch türkische Schulleitung

Am vergangenen Dienstag verschickte die Leitung der deutschen Abteilung an das «liebe Kollegium» eine Mail mit folgendem Inhalt: «Es gilt nach Mitteilung der türkischen Schulleitung eben, dass ab sofort nichts mehr über Weihnachtsbräuche und über das christliche Fest im Unterricht mitgeteilt, erarbeitet sowie gesungen wird.» Ein Verstoß gegen eben jenes Kulturabkommen, das der Türkei gratis und frei Haus deutsche Fachkräfte für ihre Elite-Schulen liefert: Die Vermittlung deutscher Kultur ist demnach Teil des Abkommens – und übrigens auch der Leitlinien, die die Schule sich selber gegeben hat.

Das türkische Bildungsministerium und die Leitung der deutschen Abteilung des Istanbul Lisesi – die der türkischen Schulleitung untergeordnet ist – äußerten sich auf Anfrage inhaltlich nicht zum Weihnachts-Verbot am Istanbul Lisesi. Dafür hat das Auswärtige Amt  jetzt reagiert: «Wir verstehen die überraschende Entscheidung der Leitung des Istanbul Lisesi nicht», hieß es am Sonntag aus Berlin. «Es ist sehr schade, dass die gute Tradition des vorweihnachtlichen interkulturellen Austausches an einer Schule mit langer deutsch-türkischer Tradition in diesem Jahr ausgesetzt wurde. Wir nehmen das natürlich mit unseren türkischen Gesprächspartnern auf.»

Nicht nur Weihnachten ist gestrichen, auch Konzerte wurden abgesagt, insgesamt wird die Schule – wie das ganze Land – immer konservativer. «Wir haben viele Schüler, die der Regierung sehr, sehr kritisch gegenüberstehen», heißt es aus der Lehrerschaft. «Aber der Anteil der AKP-treuen Schüler wird größer, das muss man ganz klar sagen.» Im vergangenen Schuljahr wurde ein türkischer Lehrer zwangsversetzt, nachdem ihn Schüler angeschwärzt hatten – weil er sich ihrer Meinung nach kritisch über den Propheten Mohammed geäußert hatte.

Keine Ansprache an die Abiturienten

Absolventen drehten Schulleiter Hikmet Konar – den die AKP-Regierung 2015 eingesetzt hat – bei der Abiturfeier im vergangenen Sommer daraufhin demonstrativ den Rücken zu. «Wir wollten unsere Unzufriedenheit darüber zeigen, dass er unsere Schule in eine Richtung führt, die uns nicht gefällt: zu religiös, zu konservativ und zu nah an der Regierung», sagt einer der Absolventen.

Bei derselben Feier bat Konar den deutschen Generalkonsul Georg Birgelen, auf seine traditionelle Ansprache an die Abiturienten zu verzichten – kurz davor war es wegen der Armenier-Resolution des Bundestages zur Krise zwischen Ankara und Berlin gekommen. Birgelen verließ die Festveranstaltung am Istanbul Lisesi aus Protest.

Die deutschen Lehrer sind zunehmend verunsichert. «Einige fragen sich: Was ist eigentlich unser Auftrag hier, und wie können wir den realisieren, ohne Probleme zu bekommen?», heißt es aus dem Kollegium. «Wir sind ja auch Kulturvermittler hier.» Niemand bezweifelt, dass die Entsendung deutscher Lehrer viel Gutes im deutsch-türkischen Verhältnis bewirkt hat: Ganzen Generationen hochgebildeter Türken, die die geistige Elite des Landes prägten, wurde auch deutsche Kultur nähergebracht. Tausende Absolventen studierten in Deutschland.

Angesichts der Entwicklungen in der Türkei fragen Kritiker aber, wie sinnvoll das Konzept heute noch ist und was die deutschen Lehrer noch bewirken können. Das gilt erst recht, wenn deutsche Kultur im Unterricht womöglich gar nicht mehr gewünscht wird – wie nun beim Thema Weihnachten. Die Grünen fordern bereits Konsequenzen.

«Ein Verbot des Themas Weihnachten an Schulen ist nicht hinnehmbar, erst recht, wenn sie von Deutschland mit finanziert werden», sagte der außenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Omid Nouripour. «Die Bundesregierung muss dies Ankara gegenüber eindeutig klarmachen. Wenn die türkische Regierung darauf nicht eingeht, dann muss die Finanzierung für die Schule eingestellt werden.»

Erdogan hat bereits vor Jahren erklärt, eine «religiöse Generation» heranziehen zu wollen. 2015 verlieh seine Regierung mehreren Schulen – darunter auch solchen mit deutschen Lehrern wie dem Istanbul Lisesi – den Status von «Projektschulen». Offizielles Ziel ist es, «die Qualität im Bildungs- und Erziehungswesen zu steigern». An diesen Schulen können einheimische Lehrer und Direktoren seitdem direkt von der AKP-Regierung ernannt werden. Früher wurden sie durch ein rigoroses Auswahlverfahren bestimmt. Mitarbeiter können außerdem wesentlich leichter als bislang wegversetzt werden.

Regierungskritische Bildungsgewerkschaft

Das bekam auch der türkische Lehrer Mustafa Turgut zu spüren: Er musste das Cagaoglu Lisesi in Istanbul verlassen, wo ebenfalls Deutsche arbeiten. Viele der Projektschulen seien Einrichtungen gewesen, «die sich der Politik der AKP lange erfolgreich widersetzt haben und an denen es starke Verbindungen zu westlichen Ländern gibt», sagt der Lehrer, der der regierungskritischen Bildungsgewerkschaft Egitim-Sen angehört. «Mit dieser neuen Regelung kann die Regierung sich über den Willen von alteingesessenen Lehrern, Schülern und ihren Eltern einfach hinwegsetzen.»

Am Cagaoglu Lisesi färben die immer schlechteren Beziehungen zwischen der Türkei und Deutschland auch auf das Verhältnis zwischen den Lehrern ab: Manche türkischen Lehrer äußern sich abfällig über die deutschen Kollegen, andere hinterfragen die «Nützlichkeit» von «so viel Deutschunterricht». Eltern, die mit Journalisten reden, werden zum Schuldirektor einbestellt und davor gewarnt, die Schule «öffentlich schlecht zu machen». Viele Eltern sind verzweifelt.

«Ich habe Angst, dass die Lehrer und der Direktor gegen mein Kind handeln, wenn ich mich auflehne», sagt eine Mutter. «Ich will nur noch, dass mein Kind den Abschluss macht und dann möglichst im Ausland studiert.» Eltern, die im öffentlichen Dienst tätig seien, trauten sich ohnehin nicht, ihre Stimme zu erheben. «Alle haben doch Angst um ihren Job. Wer verpfiffen wird, wird doch ganz schnell einfach gekündigt», sagt die Mutter.

Die Linie der AKP ist überall sichtbar. So verbot die Schulleitung des Kadiköy Anadolu Lisesi – auch das inzwischen eine Projektschule – die Aufführung des Musicals «Mamma Mia». Der Grund: Dort sucht ein nichtehelich geborenes Mädchen nach seinem Vater, was nicht mit «türkischen Familienwerten» vereinbar sei. In vielen Projektschulen wurden Veranstaltungen mit jahrelanger Tradition verboten.

Die Stundenzahl von Fächern wie Kunst, Musik, Philosophie und Sport seien im Lehrplan generell reduziert worden, kritisiert ein anderer Lehrer und Gewerkschafter. «Das Bildungssystem in der Türkei wird regelrecht ins Mittelalter zurückgeworfen. Die Türkei entfernt sich so von Wissenschaft, Aufklärung und Demokratie», sagt er. «Die AKP-Führung will ein Volk, das gehorcht und keine Fragen stellt.» Von Can Merey und Constanze Letsch, dpa

 

Hintergrund: das Istanbul Lisesi
Das Istanbul Lisesi ist ein staatliches türkisches Gymnasium, an das Deutschland Lehrer entsendet. Die Schule gehört zu den besten der Türkei. Zu den Absolventen zählt der frühere Ministerpräsident Ahmet Davutoglu. Das Istanbul Lisesi ist gebührenfrei und steht auch Kindern aus armen Familien offen, wenn sie entsprechende Leistungen erbringen: Nur die besten Schüler eines Jahrgangs dürfen das Istanbul Lisesi besuchen. Neben dem türkischen Abschluss können sie an der anerkannten deutschen Auslandsschule das Abitur erwerben und damit in der Bundesrepublik studieren.

Die meisten Fächer am Istanbul Lisesi werden auf Deutsch unterrichtet. Der deutsche Einfluss an der Schule reicht mehr als 100 Jahre zurück. Bereits 1915 traten die ersten vier Lehrer aus Deutschland dort ihren Dienst an. Nach dem Ersten Weltkrieg wurde die Entsendung lange unterbrochen. Erst das Kulturabkommen zwischen Deutschland und der Türkei von 1957 legte den Grundstein dafür, wieder deutsche Lehrer an türkische Gymnasien zu schicken.

1986 regelte ein Zusatzvertrag zu dem Abkommen, dass Deutschland bis zu 80 Lehrer an türkische Schulen entsendet. Am Istanbul Lisesi sind derzeit 35 deutsche Lehrer, die von der Bundesrepublik bezahlt werden. Das deutsche Kollegium an der Schule hat eine eigene Abteilungsleitung, die aber der türkischen Schulleitung untersteht. Neben der Förderung durch Personal werden bestimmte türkische Schulen auch finanziell und materiell im Rahmen der Initiative «Schulen: Partner der Zukunft» aus Bundesmitteln gefördert.

Derzeit besuchen insgesamt 890 Schülerinnen und Schüler am Istanbul Lisesi die Vorbereitungsklasse beziehungsweise die Klassen 9 bis 12. 71 Lehrer arbeiten an der Schule, die Hälfte davon sind Deutsche. Das Istanbul Lisesi ist nicht zu verwechseln mit dem zweiten deutschen Gymnasium in Istanbul, dem Alman Lisesi. Das ebenfalls renommierte Alman Lisesi ist eine private deutsche Schule mit entsprechend hohen Gebühren, die neben türkischen auch deutsche Kinder besuchen. Beide Gymnasien tragen das Gütesiegel «Exzellente Deutsche Auslandsschule».

 

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14 Kommentare

  1. … nun, dann sollten konsequenterweise eben Erdogans Imame den Schülern dieser Eliteschule künftig Quantenphysik und Integralrechnung beibringen. Und die deutschen Lehrer sind gut beraten, sich schleunigst auf den Heimweg zu machen, bevor der erste von ihnen wegen Aufstellen eines Weihnachtsbaumes in einem türkischen Gefängnis landet.

  2. … und vor diesem Hintergrund finde ich es vom Leiter der deutschen Abteilung des “Istanbul Lisei” Herrn Dr.Schult extrem mutig, die Besucher der Schulwebseite mit der Überschrift “Ein frohes Weihnachtsfest” zu begrüßen. Chapeau!

  3. Wer sich die Geschichte anschaut, bemerkt, dass es diese Art von “auf Linie bringen” schon mal gegeben hat.
    Geschichte wiederholt sich nicht, aber sie ist ein fürchterlicher Wiedergänger.

  4. Langsam, langsam. Es scheint sich um Fake-News zu handeln. Die Tagesschau hat die Meldung zuerst gebracht, Viele andere Medien haben sehr schnell nachgezogen.
    Inzwischen gibt es zwei Meldungen, die die ganze Angelegenheit als Fake entlarven bzw. relativieren nach dem Motto: Keiner weiß Genaues.

    1) Auf Facebook gepostet von der Seite ‘Türkisch Deutsche Akademiker Anatolien’

    “Für diejenigen, die es nicht mitbekommen haben:
    Diverse Seiten und Nachrichtenportale haben Artikel veröffentlicht, laut denen ein Weihnachtsverbot an der Istanbul Lisesi (deutsche Auslandsschule in der Türkei, die von türkischen Schülern besucht wird) ausgesprochen worden sei.

    Dabei handelt es sich offenbar um eine Falschmeldung!!!

    Es wurde von vielen dort Ansässigen und Mitgliedern, die dort persönlich angerufen und angefragt haben, bereits in Erfahrung gebracht, dass dies absolut nicht der Wahrheit entspricht!
    Auch von öffentlicher Seite wurde die Unwahrheit bereits bestätigt!

    Es ist in dieser angespannten Zeit absolut kontraproduktiv, solche Fehlinformationen rauszugeben!
    Wer dennoch Zweifel hat, kann gerne persönlich die Schule anrufen ( Tel.: 00902122451390) und sich selbst überzeugen.

    2) http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/empoerung-ueber-weihnachts-verbot-an-auslandsschule-in-istanbul-a-1126432.html

    • Nachtrag:
      Kommentar der Tagesschau heute Abend, hier ein FB-post
      https://www.facebook.com/tagesschau/videos/10154884090194407/

      • Nun ja, offiziellen Druck gab es nicht, aber nach Aussage des ARD-Korrespondenten wurde inoffiziell eingegriffen ins Feiern der Weihnachtszeit durch die Kritik türkischer Lehrkräfte an ihren christlichen Kollegen.
        Gibt es bei uns auch inoffiziellen Druck auf türkische Lehrer, wenn es um deren Umgang mit islamischen Festen und Feiertagen geht?
        Ich kann mir das nicht vorstellen ohne allgemeinen Aufschrei der Empörung und wahrscheinlich sogar Strafanzeige gegen die Lehrer wegen Islamfeindlichkeit und groben Verstoßes gegen die Religionsfreiheit.

    • Liebe/r klexel,

      die Geschichte bestätigt sich – trotz des Dementis der türkischen Schulleitung.

      Wir möchten darum bitten, mit dem Begriff “fake news” etwas vorsichtiger umzugehen. News4teachers arbeitet mit der Deutschen Presse Agentur zusammen, einer der seriösesten journalistischen Quellen in Deutschland. Natürlich unterlaufen auch den Kollegen der dpa Fehler, die sich auch bei der sorgfältigsten Recherche nicht ausschließen lassen – Journalisten sind schließlich keine Richter (und selbst Gerichten, die sehr viel mehr Zeit zur Prüfung haben, unterlaufen Fehlurteile).

      Wir produzieren aber keine “Schwindel”-Nachrichten, also erfundene Geschichten, die aus politischem Kalkül, Menschen zu verunsichern, in die Welt gesetzt werden (übrigens in der Regel über die sozialen Medien, die Sie hier als Quellen anführen)- News4teachers ist eine seriöse Nachrichtenseite, deren Berichte allesamt mit journalistischer Sorgfalt geprüft wurden. Und wenn Fehler gemacht wurden, korrigieren wir sie umgehend.

      Herzliche Grüße

      Andrej Priboschek

      Herausgeber News4teachers

  5. 1.) Was hat dieser Vorfall bitte mit Erdogan zu tun? Jegliche Vorfälle in der Türkei, die sich dann hier in den Medien wiederfinden, werden auf die Person Erdogan projiziert und ihn dann verteufelt. Erdogan ist ein richtiger Sündenbock geworden.

    2.) Um welches Unterrichtsfach geht es eigentlich? Ich kann mich nicht erinnern in Deutschland Weihnachtslieder gesungen zu haben ?! Außer vielleicht im Musik Unterricht.

    3.) Wie es nun aussieht, gab es Differenzen, hinsichtlich des Stellenwertes bzw. Menge von Weihnachtsliedern im Unterricht.

    4.) Es ist keine “deutsche” Schule. Es ist ein türkisches Gymnasium, somit gilt auch der türkische Lehrplan. Die Schule wird nicht von türkischen Schülern besucht.

    5.) Gibt es eigentlich hier in Deutschland eine Schule mit türkischen Lehrern und dem Ramadan-Fest als Unterrichtsinhalt für deutsche Schüler?

  6. Was Erdogan mit der Geschichte oben zu tun hat? Nun, Erdogan schwingt sich in der Türkei aktuell zum Alleinherrscher auf. Zehntausende Lehrkräfte, Hochschullehrer und Richter wurden entlassen, um die Schulen, Unis und Gerichte gleichzuschalten. Journalisten werden verhaftet. Eine freie Presse existiert in der Türkei praktisch nicht mehr. Was das Handeln einer autoritären Staatsführung, die ihr ideologisch-islamistisches Programm auf Kosten der Menschenrechte durchboxt, im Kleinen bedeutet, in der praktischen Arbeit der deutschen Auslandsschulen vor Ort, das illustriert diese Story.

    Glauben Sie im Ernst, eine vom Bildungsministerium in Ankara abhängige Schulleitung agiert hier auf eigene Faust? Selbst wenn: Ihr Tun steht sinnbildlich für das politische und kulturelle Klima in der aktuellen Erdogan-Türkei, also für Intoleranz, Dogmatismus und Willkür.

    • PS. Sie fragen, ob es “hier in Deutschland eine Schule mit türkischen Lehrern und dem Ramadan-Fest als Unterrichtsinhalt für deutsche Schüler” gibt. Ja, an Hunderten Schulen in Deutschland wird Islamische Religion als reguläres Unterrichtsfach angeboten und die Bundesländer sind dabei, dieses Angebot stetig auszubauen.

    • @Bernd, Sie haben es treffend auf den Punkt gebracht. Wollen wir für die dortige Bevölkerung nur hoffen, dass es nichts grausames braucht, damit sie bemerken, was sie sich ins Haus geholt haben.

      Zu dem wird der Islam im Rahmen des Religionsunterrichtes auch den Schülern näher gebracht. Allerdings nicht nur dieser sondern auch der Buddhismus, das Judentum und der Hinduismus ganz zu schweigen von den anderen Weltanschauungen.
      Je nach Lehrplan und Schulform wird das dann entsprechend genannt.

      Wer den Islam gut únterrichtet, kann den Schülern beide Seiten präsentieren wie auch bei allen anderen Religionen und religiösen Weltanschauungen.

    • Statt zu erklären was Erdogan konkret damit zu tun haben soll, erzählen Sie uns völlig andere Geschichten.

      Auf eine Erdogan Diskussion will ich nicht eingehen.

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