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„Schreiben nach Gehör“ verboten! Grundschulen sehen sich im Streit um Rechtschreibung am Pranger

STUTTGART. Schüler können nicht richtig schreiben und Schuld daran sollen die Grundschulen sein? Diese sehen sich zu Unrecht an den Pranger gestellt – und reagieren auf eine Initiative von Baden-Württembergs Kultusministerin sehr verschnupft.

Schädlich für die Rechtschreibung? Eine Anlauttabelle. Illu: Wolfram Esser / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Schädlich für die Rechtschreibung? Eine Anlauttabelle. Illu: Wolfram Esser / Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0)

Ein Brief von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) in Sachen Rechtschreibung hat viele Grundschulen im Land verärgert und zu erheblicher Verstimmung geführt. «Frau Eisenmann tut so, als ob die Kinder zwei Jahre nur mit Anlauttabelle arbeiten», kritisierte die Vorsitzende des Grundschulverbands, Claudia Vorst, am Montag. Dabei sei das lautorientierte Schreiben lediglich ein Entwicklungsschritt auf dem Weg zur korrekten Rechtschreibung. «Es ist außerdem sehr gut wissenschaftlich belegt, dass die Kinder das brauchen», sagte sie weiter.

Auslöser des Streits ist ein Brief Eisenmanns, der Anfang Dezember an alle Grundschulen ging und über den sie die Öffentlichkeit vergangene Woche informiert hatte. Sie forderte darin eine Kurskorrektur: Methoden, bei denen Kinder lange Zeit nicht auf die richtige Rechtschreibung achten müssten – etwa das Schreiben nach Gehör – sollen demnach nicht mehr praktiziert werden.

Nicht mehr gerüttelt

An dieser Entscheidung werde auch nicht mehr gerüttelt, sagte ein Ministeriumssprecher am Montag. «Wir haben davor mit vielen Experten und auch mit Eltern und mit Schulvertretern gesprochen», sagte er. Außerdem habe es viele positive Rückmeldungen gegeben – beispielsweise vom Realschullehrerverband oder dem Verband Bildung und Erziehung (VBE). Das Ministerium stelle aber keinesfalls die gute Arbeit der Grundschullehrer in Frage.

Die Grundschulen fühlen sich Vorst zufolge zu Unrecht an den Pranger gestellt und vom Ministerium nicht hinreichend wahrgenommen. «Wir wünschen uns eine unaufgeregte, sorgfältige Analyse der tatsächlich erreichten Qualität des Rechtschreibunterrichts», sagte sie. Man wolle sich nicht allein den schwarzen Peter zuschieben lassen.

Zuvor hatte sie Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) in einem offenen Brief des Verbandes gebeten, sich der Sache anzunehmen. «Im Kultusministerium selbst sehen wir – derzeit – keine Perspektive für einen fruchtbaren Dialog.» Das Ministerium wies entsprechende Kritik zurück. Eisenmann sei aber durchaus bereit, die Fragen in einem Fachgespräch mit dem Grundschulverband nochmal zu erläutern, betonte der Sprecher. dpa

Hintergrund: Die Methode Reichen
Der Schweizer Reformpädagoge Jürgen Reichen entwickelte die Methode „Lesen durch Schreiben“, in der Schüler über sehr frühe Erfolge beim Schreiben zum Lesen geführt werden sollen, in den 70-er Jahren. Bis heute wird das Prinzip von vielen deutschen Grundschulen praktiziert, allerdings selten in Reinform.

Dabei sollen Kinder die Worte so zu Papier bringen, wie sie sie hören. Eine Anlauttabelle hilft ihnen dabei. Sie zeigt die Laute und die dazu passenden Bilder – „H“ für „Hase“, „Au“ für „Auto“ und „S“ für „Sonne“. Die Kinder können die Symbole abmalen und zu einer Klangkette verbinden, dadurch erschließen sie sich – so die Theorie – selbstständig die Beziehung zwischen Laut und Bild. Die Kinder könnten sich so eher schriftlich mitteilen, das Lesen käme begleitend dazu, heißt es.

26 Kommentare

  1. Endlich. Gott sei Dank. Schnitte in siebten Klassen von 4,8 béi der Rechtschreibung sind keine Seltenheit. Alle hatten nach dieser Methode gelernt.

  2. Zitat:
    «Es ist außerdem sehr gut wissenschaftlich belegt, dass die Kinder das brauchen»

    Kann mir jemand (seriöse) Quellen nennen, die das belegen?

    • Ich hab lange gesucht und nix gefunden.

      • Gemeint ist wohl die Aussage, dass die Kinder das lautorientierte Schreiben als Entwicklungsstufe benötigen, um weitere Fertigkeiten ausbilden zu können.

        Gerade beim freien Schreiben oder daran angelehnten informellen Tests tritt ja auch sehr deutlich zu Tage, welche SuS in welchen Bereichen erheblichen Förderbedarf haben und wer lautorientiertes Schreiben umsetzt, diese Entwicklungsstufe noch nicht erreicht hat oder bestimmte Fähigkeiten noch nicht ausgebildet hat, ohne die auch andere Strategien nicht entwickelt werden können.

        • Deswegen hab ich immer noch keine Quelle gefunden.

        • Gerade durch das freie Schreiben schleifen sich doch die Fehler ein – hab ich in einer Untersuchung gelesen.

        • Palim,Grias Diund andere

          Das vier gegliederte Entwicklungsstufen-Modell des Schriftspracherwerbs ist ein rein theoretisches Denkmodell, für das es keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt.
          Es handelt sich nur um ein theoretisches Denkmodell, welches weder validiert ist, noch real existiert und das schon gar nicht eine reale Hilfe in der Vermittlung des Schriftspracherwerbs darstellt.
          Es ist ein Modell.
          Es wurde missbraucht, um den eigenständigen, selbst gesteuerten und eigen initiativen Schriftspracherwerb durch die Schüler als „natürlichen Lernweg „für das Erlernen des Lesens und Schreibens zu rechtfertigen, so wie das Laufen lernen, der Schluckvorgang oder andere programmierte Nervenabläufe.

          Das Erlernen des Laufens ist aber ein genetisch determinierter Vorgang, ebenso wie das Erlernen des Kletterns bei Primaten.
          Beide entwickeln sich über sukzessive Synaptische Verbindungen, welche sich im Laufe der Reifung des Gehirns ausbilden.
          Unser Gehirn verändert sich ständig, lernt hinzu, Synapsen bilden sich aus , speichern neues ab.Durch wiederholende Durchläufe der neuro-synaptischen Impulse kommt es ständig zu Veränderungen der Synapsen, die in einer immer besseren Speicherung des Wissens münden.
          Beim Erlernen der Schrift und der Sprache ist es aber etwas ganz anderes.
          Es handelt sich um Kulturtechniken,ähnlich dem Erlernen eines Instrumentes, welche nur mit Hilfe der umgebenden Personengruppen zügig und strukturiert vermittelt werden.
          Darin liegt aber der eigentliche Fehler in der Denkweise dieser Schul-Theoretiker. Sie verkennen, dass wir unser Nervensystem, das heißt in diesen Fall unser räumliches Gedächtnis, für die Abspeicherung der Schrift verwenden.
          Daher ist es auch umso wichtiger die feinmotorischen Fähigkeiten der Finger und Hände benötigen und diese erleichtern uns den Weg zur Schrift .
          Es geht um das Begreifen der Schrift, da wir diese in unserem räumlichen Gedächtnis abspeichern.
          Dafür benötigen wir aber Übung , um die Schrift in diesem räumlichen Cortex abzubilden.
          Kindern die entscheidenden Hilfen , wie die korrekte Schreibweise von Wörtern vor zu enthalten , regelgerechte Einübungen zum Schriftspracherwerb nicht durchführen zu lassen, bedeuten eine unentschuldbare unterlassene Hilfeleistung und in Verbindung mit einer rein Anlaut orientierten Vermittlung der Schrift eine gezielte Irreführung der Schüler im Schriftspracherwerb.

          Wir wissen aber,dass das ABC nicht die Laute der deutschen Sprache abbilden.
          Und so ist es um so sträflicher den Schülern die strukturierten Hilfen im Schriftspracherwerb und Lese-Erwerb vor zu enthalten.
          Umso schlimmer trifft es Schüler mit Migrationshintergrund, Schüler aus einer Sprach armen Umgebung, Kinder mit Störungen der Hörentwicklung, Autismus, Kreuz-Dominanz im occulo-motorischen System, Lernproblemen, ADHS, ADS und vielen anderen Beeinträchtigungen in der kognitiven Wahrnehmung.

          Deshalb gehören LdS, Spracherfahrungsansatz nach Brügelmann und deren anverwandte Methoden in die Geschichte der Fehlentwicklungen des Schriftspracherwerbs und dem des Erwerbs des Lesens.

          • Stimmt, es ist ein Modell – es veranschaulicht einen möglichen Lernprozess und die Schwierigkeiten, die dabei auftreten können.
            Wenn man von diesen Inhalten keine Ahnung hat, sollte man sich schleunigst fortbilden oder die Finger von der Alphabetisierung lassen.

            Und ebenso, wie es Kinder gibt, die nicht von sich aus krabbeln, gibt es Kinder, die von sich aus auch nicht die sprachlichen Grundlagen erfassen oder ausbilden (können), die es zum Erlernen der Schrift braucht.
            Das hat weniger mit einem Modell zu tun, sondern mit individuellen Leistungen in der Wahrnehmung und Kognition dieser Kinder.

            Kennt man die verschiedenen Modelle, die es zum Erlernen des Schriftspracherwerbs gibt (das ist nämlich viel mehr als nur eines!), so wird man als Lehrkraft sehr früh aufmerksam auf Kinder, die schon in den ersten Wochen die notwendigen Fähigkeiten nicht zeigen. Bereits dann kann man in die Diagnose eintreten (die eigentlich schon VOR der Schule durch die ärztlichen Untersuchungen erfolgt sein müsste).

            Es ist also nicht das Modell, das schlecht ist, sondern

            a) der Umgang mit Auffälligkeiten, der von der Lehrkraft Wissen erfordert, aber auch ein hohes Maß an Mehrarbeit, die sie sich selbst aufbürdet: je genauer sie diagnostiziert, desto mehr Bürokratie und Differenzierung im Unterricht wird sie selbst leisten müssen, ohne Entlastung oder Hilfe zu erhalten.

            b) ein nicht ausgebildetes Netzwerk von Fachleuten, die sich gegenseitig unterstützen und beraten, denn die Frühförderung läuft mit der Einschulung aus, Informationen werden in der Regel nicht weiter gegeben, amtsärtzliche Untersuchungen werden (meist) durchgeführt, führen aber nicht zu einer Förder-Empfehlung, Stunden von Förderschullehrkräften sind so gering, dass sie nicht ausreichen können und weitere Fachleute für die von Ihnen angesprochenen Auffälligkeiten gibt es im Schulsystem nicht – und in manchen Regionen sind Fachkräfte auch sonst unerreichbar (räumlich wie zeitlich) oder von den Gnaden eines Kinderarztes abhängig, der seinen Etat im Blick behalten muss und lieber Medikamente als Therapien verordnet. Generell gibt es keine Helfer-Konferenzen mehr wie bei der Frühförderung, es erfordert noch mehr Engagement und Mehrarbeit der Lehrkraft, an Informationen oder Austausch zu gelangen.

            und
            c) die nicht vorhandenen Fördermöglichkeiten ab den ersten Schulwochen, denn selbst wenn SuS frühzeitig auffallen, muss die Förderung innerhalb des Klassenraumes innerhalb der üblichen Unterrichtsstunden durch die Lehrkraft, die allein den Unterricht hält, erfolgen, gleich wie viele Kinder aus spracharmen Familien oder Wahrnehmungsschwierigkeiten oder Entwicklungsdefiziten oder sonstigen Gründen für mangelndes Erlernen in den Klassen sitzen.

            Es liegt weder an einem MODELL, noch an einem mehtodischen Ansatz, wenn SuS nicht entsprechend gefördert werden, weil keinerlei Bedingungen für Förderung zur Verfügung gestellt werden.

            Die Inklusion scheitert nicht an Modellen oder Methoden, sondern am Sparzwang.

          • Man kann sehr gut ohne dieses Modell die Lerninhalte des Schriftspracherwerbs vermitteln, denn es bildet nicht die neurophysiologischen Abläufe nicht ab.
            Das gleiche gilt für das lateinische ABC als Lernhilfe zur Verschriftlichung, da es nur sehr ungenau die Laute der deutschen Sprache abbildet.

          • Natürlich kann man ein anderes Alphabet erfinden, dass die Laute besser abbilden würde.
            Die Probleme, die manche SuS mit dem Erfassen und Umsetzen der Schrift haben, wären dann aber ebenfalls vorhanden, da sie in der Wahrnehmungsleistungen bedingt sind: Wer Laute akustisch nicht unterscheiden kann, kann ihnen kein Zeichen eindeutig zuordnen. Wer Zeichen optisch nicht auseinander halten kann, kann die Zeichen nicht eindeutig den Lauten zuordnen.
            Wer den Aufbau der Silben nicht begreift (in jeder Silbe ein Vokal), bildet diese unvollständig ab… und Entwicklungsmodell hin oder her: es gibt eine Menge SuS, die genau in diesem Bereich auffällig sind und hier besondere Begleitung nötig haben.

            Man kann ganz andere Modelle aufstellen oder es auch sein lassen, aber wenn man SuS alphabetisieren will, ist es von Vorteil, sich mit Schriftsystemen, ihren Modellen und Konstrukten, ihren Strukturen und den Schwierigkeiten, das eine System mit dem anderen abbilden zu müssen, auszukennen. Das hilft nämlich, methodische Ansätze einzuschätzen und entsprechend anzuwenden oder abzuwandeln, zu ergänzen oder zu erweitern, sodass die heterogene Schülerschaft zu Erfolgen kommen kann.

          • Die Übersetzung des Alphabets in eine Lautschrift erscheint mir für die Schüler zu schwer. Aber durch die richtige Vorgabe der Hauptgrapheme im Anfangsunterricht,sowie die wichtigsten Schreibungen, gefolgt von den Orthographemen ab der zweiten Klasse erscheint mir besser als der eigenständige, selbst gesteuerte Schrifterwerb durch die Schüler selbst.
            Diese Vermittlung zeichnet einen linguistisch gut ausgebildeten Lehrer aus.
            Leider wird es so nicht überall gehandhabt.

    • Nein, es gibt leider nur die Marburger Studie von 2002-2004, welche von Gerd Schulte-Körne begleitet wurde. In dieser Studie wurde die Rechtschreibwerkstatt (Lesen durch Schreiben) vom Schulmaterial-Unternehmer Norbert Sommer-Stumpenhorst aus Beckum unter anderem mit der Lollipop Fibel von Herrn Metze verglichen (siehe auch Grundschulservice von Jansen elternbriefe im Internet). Nach zwei Jahren lag der Anteil der Rechtschreibschwachen in der Rechtschreibwerkstatt-Gruppe bei 23 %, in der Lollipop-Gruppe bei 3 %. Trotzdem wurde der Mist hier zusammen mit der Tinto Fibel des ehemaligen Schulleiters Herrn Rüdiger Urbanek aus Soest in NRW eingeführt , und das mit den katastrophalen Folgen für die Schüler, wenn diese in eine weiterführende Schule wechseln. Ich möchte, dass meine Kinder genauso wie die Schüler meiner Generation beim Übertritt in weiterführende Schulen richtig schreiben, und lesen können und die Grundrechenarten sicher beherrschen. Außerdem sollten sie die Tier-und Pflanzenwelt ihrer Umgebung kennen, wie auch die Erdkunde ihres Bundeslandes.
      Die Abschaffung von Lesen durch Schreiben/Spracherfahrungsansatz nach Brügelmann wird sich erst in zehn bis fünfzehn Jahren bemerkbar machen, weil erst dann diese Schülergeneration die Schulen verlassen wird.

  3. Bravo, Frau Eisenmann. Was ist der Grundschulverband eigentlich für ein Verein? Plädiert der nicht auch für die Abschaffung der (für die Schüler) ach so schweren Schreibschrift zugunsten einer Druckschrift?

  4. die abgebildete anlauttabelle finde ich garnicht so schlecht. es fehlen die kleinbuchstaben und die schreibschrift sowie einige Buchstaben wie c und töne wie das harte ch. dann ist sie als hilfe brauchbar, aber bitte nicht als grundlage.

    • Ich würde die Anlauttabelle so nicht einsetzen, es fehlen Phoneme, vor allem Vokalqualitäten . Dafür muss man sich aber mit Phonologie und Schreibentwicklung auskennen, um solche Materialien einschätzen und gezielt auswählen oder einsetzen zu können.

      Im übrigen dürfte in jedem Bundesland inzwischen die Ausgangsschrift eine Druckschrift sein (häufig über das Curriculum vorgegeben) und die Anlauttabelle zu Beginn des Schreibprozesses eingesetzt werden, wenn noch gar keine verbundene Schrift genutzt wird – unabhängig dessen, was später noch folgt. Deshalb sind in Anlauttabellen in der Regel Buchstaben einer Ausgangs-Druckschrift eingesetzt.

    • Diese Anlaut-Tabelle enthält nur Kurz- oder Langvokale: kurzes a, langes e,kurzes i,langes o und das lnge u. Das ch nur als ich ,kein ach etc hören sie mal genau hin.
      Das ABC vermittelt nicht die Laute der deutsche Sprache.Die meisten Kinder verfügen bei der Einschulung über ein sehr ausgeprägtes Gehör für die unterschiedliche Laute. Das geht im Rahmen der falschen Beschulung mit derartigen Anlaut-Tabellen verloren. Nach dem kurzvokal folgen zwei Konsonanten.
      Für den Laut t gibz es das t in alt/Luft,das tt in Sprotte, das d in Wald/bald, das Th in Theater und das dt in lädt,Stadt. Ich könnte das für weiter Grapheme und Phoneme ausführen .Diese Kenntnisse sollten Lehrer und Logopäden aber haben.
      Die Methode mit den Anlaut-Tabellen gehört in die Geschichte.

  5. Zitat: „Methoden, bei denen Kinder lange Zeit nicht auf die richtige Rechtschreibung achten müssten – etwa das Schreiben nach Gehör – sollen demnach nicht mehr praktiziert werden.“

    Danke, Frau Eisenmann, das ist gut und richtig so! Ich stimme voll zu.

  6. Einer der besten und aufschlussreichsten Artikel (im SPIEGEL), die ich über die „Schlechtschreibreform“ kenne:

    http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-98091072.html

    • Axel von Lintig

      F.H.
      Ich sammel alle Artikel zu diesem Thema und habe inzwischen einen dicken Ordner angelegt.
      Außerdem sind die Äußerungen der betroffenen zu diesem Thema sehr aufschlussreich. So zum Beispiel die online-Petion zum Verbot von Lesen durch Schreiben mit den vielen Kommentaren.
      Diese zu lesen bedeutet ein eindeutiges Feedback zu dieser Methode der unterlassenen Hilfeleistung an Grundschülern.Diese Methoden werden von einer breiten Öffenlichkeit Betroffener abgelehnt.
      Außerdem habe ich es mir nicht nehmen lassen in den vergangenen 4 Jahren 380 betroffene Eltern und Schüler zu dem Thema zu befragen.Irgend wann kommt die Abrechnung mit der Methode. Das ist unvermeidbar.
      Vielen Dank noch mal für den lLink.

    • Wenn Sie mehr über die kruden Methoden der Herren Brügelmann und Sommer-Stumpenhorst erfahren wollen, dann lohnt es sich die Imternet-Seite -www.grundschulservice.de- elternbriefe des ehemaligen Lehrers Herrn Jansen anzuklicken.
      Er hat sich sehr fundiert mit den Methoden der Grundschulreformpädagogik auseinandergesetzt und liefert viel sachliches Material gegen diese Methoden.

  7. Axel von Lintig

    Entschiedener Widerspruch Frau Vorst zu Ihrer Behauptung , Kinder benötigten die Anlaut-Tabelle als phasenweises, alleiniges Hilfsmittel zum Schrifterwerb !
    Ihre Behauptung ist wissenschaftlich nicht belegt, dass die Schüler mit einer Anlaut-Talelle besser das Schreiben lernen unter eigen initiativem, selbstgesteuerten Erarbeiten der Schreibfähigkeit .
    Die Marburger Studie,2002- 2004 von Gerd Schulte-Körne begleitet, widerlegt ihreThese.
    Es handelt sich um eine gezielte Irreführung der Schüler, in dem man diesen vorgaukelt, alleine nach Gehör das Schreiben lernen zu können und das noch ohne direkte Anweisung und Anleitung der richtigen Grapheme durch den Lehrer.
    Es ist eine unterlassene Hilfeleistung im Schriftspracherwerb.

  8. Ursula Prasuhn

    @Axel von Lintig
    Ausschnitt aus einem Artikel der FAZ vom 6.04.17:
    „Es verblüfft einen immer wieder, wenn man Briefe von Menschen liest, die zu Anfang des 20. Jahrhunderts zur Schule gegangen sind. Sie schreiben in einem nahezu fehlerfreien Deutsch. Dabei haben sie oft nur die achtklassige „Volksschule“ besucht. Ihr korrektes Deutsch haben sie gelernt, weil das Üben der Rechtschreibung mit einer Beharrlichkeit durchgeführt wurde, die „schülerzugewandte“ Pädagogen heute als unmenschlichen Drill stigmatisieren. Vermutlich haben frühere Didaktiker mehr von der Beschaffenheit unseres Gehirns gewusst, als wir ihnen aus heutiger Sicht zugestehen wollen. Die physiologische Gehirnforschung plädiert dafür, Merkfähigkeit vor allem durch beständiges Üben zu stärken.
    Warum sollte man das Drill nennen, was uns das eigene Gehirn als eine erfolgversprechende Lernmethode vorgibt? Es ist an der Zeit, dass sich die Lehrer gegen die unwissenschaftliche Verächtlichmachung des Übens verwahren.“
    http://www.faz.net/aktuell/beruf-chance/campus/rechtschreibung-di-foirwer-retete-eine-oile-aus-dem-stal-14958787.html

    • Axel von Lintig

      Ursula Prasuhn

      Vielen Dank für den Zeitungsartikel.
      Alleine bei meinen 2 und 4 jährigen Jüngsten ist festzustellen ,dass diese immer wieder die selben Geschichten vorgelesen haben wollen und bei anderen Bekannten und Kollegen war es auf Nachfrage genauso.
      Schließlich können die Kinder dann die vorgelesenen Texte auswendig.

      Was die Reformpädagogen nicht verstanden haben ist, dass man die Methodik der wiederholenden und variierten Übungen im Lesen und Schreiben klar von der schwarzen Pädagogik des Schlagens und des Angst Einflößens voneinander trennen muss. Erst durch die wiederholenden Übungen gelingt eine nachhaltige Verankerung des erlernten Wissens im Langzeitgedächtnis ( 700 ms Reaktionszeit gegenüber 900 bis zu 1600 ms Reaktionszeit im Arbeitsgedächtnis, siehe Beschreibung im Intra-Akt-Plus-Konzept).
      Diese Herrschaften um Brügelmann, Barnitzki, Sommer-Stumpenhorst etc. hatten wahrscheinlich in ihrer Schulzeit traumatisierende Erlebnisse mit autoritären Lehrern, die meine Mitschüler und andere weder erfahren haben, weil diese Methoden durch die Generation von Ihnen und ihren Kollegen nie autoritär vermittelt wurden. Mit uns wurde sehr intensiv in der Grundschulzeit gearbeitet, es wurde sehr viel mehr eingeübt und immer wieder Diktate geschrieben, Aufsätze eingeübt, Versuchsabläufe beschrieben und sehr viel Allgemeinwissen vermittelt. Und wir sind Ihnen und ihrer Generation an Lehrern sehr dankbar so sukzessive mit Rückmeldungen beschult worden zu sein.

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